ule. ^tetWn btt tnl* 8. U„ r Voi’stand, ’ttein. für bie x Singebotel Ä-Lrsihni^ "Mai !«W|itt 185», atsregierung. Pat1' darunter aufcc <‘/i »iBionu L R iMiont, J«rt vrchhntr Wirtttn btt »nftüi W ng. ig. >r Hl mm Xtit Mi mottiwtiitmto ir fpäitttn Satti iHicttPtotattM $(** tbrüdttM,M- ta. Ammann II., -r «Uh. «HDfttin. M, btt Artitm srühtttv rodel m iWrttt vttbumn ^erbMe« Ptrs°. igsAraeigen Ä-LÄ.OTkOgT8ÄB. in nd Kartenform und getchmickroU» sehen Drucker»! ScbnlBtraMe 1. indigter atione-6^ «■ ’*£ Coblen*, v«°» idda, Stoo^J rden- Nr 242. Erstes Blatt. Samstag den 14. October 1893 Der Oich—r >*irt|«at«citmftoi 2 Merk 20 Pjg. «M Bringerloh«. Durch die Post begehe 2 Mark 50 Wg. »edacNon, tpefrmei und Druckerei: >4»rHr«i chratisöeikage: Hießmer Kamikitnblätter. Amtliche»» Theil. Gießen, den 12. October 1893. 8 etr.: Die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum. Das Großherzogliche Kreisamt Gietzeu an Gr. Polizeiamt Gießen, die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden, sowie die Gr. Gendarmeriestationen des Kreises. Von nachstehendem Erlaß Großh. Ministeriums des Einern und der Justiz setzen wir Sie hierdurch in Kenntniß. v. Gagern. Z« Nr.M.J.28264. Darmstadt, 7. October 1893. Letr.: Die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum. Das Grotzh. Ministerium des Innern und der Justiz an die Großherzoglichen Kreisämter. Wir haben dem Badischen Kunftgewerbeverein zu Karls» rnhe die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer im November l. I. zum Zwecke der Förderung befähigter und strebsamer jüngerer Kunsthandwerker zu veranstaltenden Verloosung von Lnlbergegenständen innerhalb des Großherzogthums zu ver» trriben. Indem wir Sie hiervon zu Ihrem Bemesien in Jtinntnife setzen, bemerken wir, daß nach dem von der zu- stindigen Behörde genehmigten VerloosungSplan 100000 ßeofe ä 1 JL ausgegeben werden dürfen und 50000 JL zrm Ankauf von Gewinnsten verwendet werden müssen. In Vertretung: v. Knorr. Best. Bekauntmachuua. Wegen Umpflasterung der Fahrbahn in der Schulstraße blieibt der Verkehr in dieser Straße für Reiten, Fahren und Äehtreiben von Samstag den 14. October 1893 bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 12. October 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Das Befahren des von der Liebigstraße nach dem untersten Riegelpfad führenden Weges mit anderen als Dung- und Erntewagen ist verboten. Zuwiderhandlungen werden nach Artikel 114 des Polizeistrafgesetzes bestraft. Gießen, den 11. October 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 12. October. Der Reichstag dürfte in seiner bevorstehenden Session ein sehr bedeutendes Arbeitspensum zu erledigen haben. In erster Linie wird er sich bekanntlich mit der Bewilligung der Mittel für die Militärvorlage und in Verbindung damit mit der Reform der Reichsfinanzen zu besasien haben. Außerdem steht die Einbringung eines Gesetzentwurfes betreffend die Einführung der Berufung in Strafsachen, sowie betreffend die Entschädigung unschuldig 93er« urtheilter definitiv bevor. Im Weiteren liegt es in der Abficht der Reichsregierung, den umgearbeiteten Entwurf eines Reichsseuchengesetzes und ebenso einen Entwurf betreffend die Bekämpfung der Trunksucht wieder zur Vorlage zu bringen. Hinsichtlich des Cbek-GesetzentwurfeS ist bisher eine Entscheidung noch nicht getroffen, doch glaubt man in unterrichteten Kreisen, daß derselbe in der kommenden Session auch wieder eingebracht werden wird. — Unser politisches Leben steht fortgesetzt überwiegend im Zeichen der neuen Reichs-Steuergesetzentwürfe, deren finanzielle Erträgnisse zusammen mit denen der geplanten anderweitigen Börsensteuer und noch einiger kleineren Steuern zunächst zur Deckung der laufenden Kosten der jüngsten Heeresverstärkung dienen sollen. Man kann indessen nicht sagen, daß die Väter der Tabakfabrikatsteuer und der ReickS- weinsteuer bis jetzt eine besondere Freude an ihren Werken erleben, insofern wenigstens nicht, als sich gegen die beiden geplanten Steuergesetze ein immer entschiedenerer Widerspruch geltend macht, dem gegenüber die officiösen Bertheidiger der Entwürfe offenbar einen schweren Stand haben. Speciell in den von den neuen Steuerprojecten vor Allem betroffenen Bevölkerungskreisen, in denen der Tabakindustriellen, Tabakhändler usw., wie in denjenigen der Weininteressenten macht sich begreiflicher Weise eine besonders scharfe Opposition gegen den neuen Tabaksteuer- und den Weinsteuerentwurf bemerklich, die mehr und mehr beginnt, bestimmt Ngitattonsformen an- znnehmen. Der BundcSralh wird darum nicht umhin können, bei seiner Vorberathung der beiden Entwürfe die wider sie erhobenen mannigfachen Einwürfe streng, aber vorurtheilsloS zu prüfen, vielleicht läßt es sich bann ermöglichen, sie in eine andere Form zu gießen, die zu Einwendungen weniger Anlaß gibt. Im Uebrigen muß jedoch die authentische Bekanntgabe gerade der wichtigsten Punkte der Tabakfabrikat- und der Weinsteuer, nämlich der Steuersätze, noch immer abgewartet werden. — Inzwischen rückt nun der muthmaßliche Zeitpunkt deS Zusammentrittes des Reichstages zu seiner Wintersession immer näher, es heißt bereits, das Parlament würde wahrscheinlich gegen den 20. November einberufen werden. — In den Räumen deS Berliner Auswärtigen Amtes werden die Handelsvertragsunterhandlungen zwischen den Commissarien Deutschlands und Rußlands unter anerkennenswerther Wahrung des Grund- satzeS der Geheimhaltung der Verhandlungen fortgeführt. Es ist darum auch müßig, darüber zu streiten, wie lange wohl diese Verhandlungen noch währen werden, die Hauptsache bleibt doch, daß eS zu einem beftiedigenden Ergebniffe der neuen deutsch-russischen zollpolittschen Conferenzen kommt. — Seit einer Woche also weilt Fürst Bismarck wieder in den altgewohnten Räumen des FriedrichSruher Schlaffes, in denen seine völlige Wiedergenesung hoffentlich nunmehr bald erfolgen wird. Aus der Umgebung deS Alt- reichSkanzlerS verlautet denn auch, es werde nur noch kurzer Zeit bedürfen, daß er sich wieder im Besitze seiner ftüheren Rüstigkeit und Frische befinde. Selbstverständlich muß sich aber der alte Herr einstweilen noch die gebotene Schonung auferlegen. Berlin, 12. October. Das Kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholerafälle bekannt: In Stettin wurde bei sieben zwischen dem 4. und 9. October erkrankten Personen (davon eine gestorben) Cholera nachgewiesen- in Kratzwiek bei Stettin ein tödtlich verlaufener Krankheitsfall. Der für Grabow a. O. gemeldete Kranke ist gestorben. In Hamburg kam eine neue Erkrankung vor. Ausland. Paris, 12. October. Nun ist endlich das „große Er- eigniß" des russischen Flottenbesuches in Frankreich zur Thatsache geworden, von morgen an ankert das russische Geschwader unter Admiral Avellan im Hafen von Toulon. Aber selbst in diesem Augenblick fehlt es nicht an WermuthS- I tropfen, die in den schäumenden Becher der Russenbegetsterung der Franzosen fallen, denn kurz vor dem Eintreffen des russischen Geschwaders in Toulon sind die bislang in Frankreich weilenden Großfürsten Alexis und Wladimir abgereist, jener nach Odessa, dieser nach Madrid. DaS ist natürlich bitter für die gallischen Ruffenschwärmer, die mit der Gegenwart der beiden Großfürsten bei der anhebenden franco- russischen Verbrüderungsfeier prunken wollten. Nun, hoffentlich begreift man in den chauvinistischen Streifen Frankreichs den in der Abreise der russischen Großfürsten gerade zum jetzigen Fkuillcton. war er geworden. AuS ein Billet nach Tamise offerirte. „Ja, eine kleine Wafferfahrt, das wäre für mich daS Gesündeste und Zweckmäßigste, was ich unternehmen könnte," dachte Fridolin, und daher erkundigte er sich, wo der Dampfer läge und wann derselbe abfahre und kaufte alsdann das Billet. Glücklich und in weit lebensfroherer Stimmung als bei seiner Abreise traf er in Tamise des Nachmittags ein, um daselbst zu seinem Aerger zu erfahren, daß er in dem langweiligen Orte die Nacht zubringen muffe, da der nächste Dampfer erst am Mittag des folgenden Tages nach Antwerpen zurückkehren würde. So gut es eben gehen wollte, fügte er sich in sein Schicksal, und nach langen, langen Stunden, in denen sein Geist sich fortwährend mit Fanny beschäftigt hatte, traf er endlich in Antwerpen wiederum ein. Am nächsten Mittag wurde endlich die um mehr als 48 Stunden verspätete Rückreise angetreten. Auf dieser träumte er mit offenen Augen beständig so lebhaft von seiner reizenden Braut, daß er sich um die Außenwelt nicht im Geringsten kümmerte und daher in Aerschot, wo er in den von Brüffel kommenden Schnellzug umsteigen mußte, beinahe den Anschluß versäumt hätte. Noch im letzten Augenblicke, als der Zug sich bereits in Bewegung setzte, gelang es ihm, in ein Coupä zu springen, in welchem ein einziger Reisender, ein junger Mann von etwa 26 Jahren, sich befand. Mit solcher Haft bewerkstelligte Fridolin sein Einsteigen, daß er beim Vorbeistreifen an dem Anwesenden diesem einen Stoß von Zeitungen vom Schooße riß und dieselben auf den Boden des CoupeS verstreute. „Entschuldigen Sie gütigst, mein Herr," sagte Fridolin verlegen, indem er sich den Schweiß von der Stirne wischte und sich alsdann niederbückte, um die Zeitungen aufzuheben. Mit einem Male erfaßte seine Hand eine Photographie, welche zwischen den Zeitungen gelegen hatte, unwillkürlich warf er einen raschen Blick auf dieselbe und fast gleichzeittg entfuhr ihm ein lauter AuSruf der Ueberraschung, während er sein Gegenüber zornig und herausfordernd betrachtete. „Darf ich mir die Frage erlauben, wie Sie zu dieser Photographie kommen?" frug er mit aufgeregter Stimme. „DaS geht Sie nichts an," lautete die grobe Antwort. „Geben Sie mir das Bild zurück, welches Sie durch Ihre Tölpelhaftigkeit beinahe in den Schmutz geworfen hätten." „Was sagen Sie da! Mich sollte es nichts angehen, wenn ein Fremder sich im Besitze der Photographie meiner Braut befindet? Sie werden das Bild nicht zurückerhalten, ehe Sie mir auf meine Frage Rede und Antwort gestanden haben." „Nun glaube ich aber wirklich, daß es bei Ihnen im Oberstübchen nicht ganz richtig ist. Diese Dame ist meine Eine Verlobung. Humoreske von G. ©trüber. (Schluß.) Am nächsten Morgen, sobald daS Geld eingetroffen war, taufte er in einem Juwelierladen ein prachtvolles Diamanten- Halsband im Werthe von 3600 Francs, und mit diesem in ber Tasche betrat er nach vorheriger Anmeldung durch einen rllner daS Wohnzimmer seiner Zukünfttgen. In Gegenwart tlirer Tante empfing sie ihn mit freundlich wohlwollender Mene, die ihm den Muth verlieh, unter einigen verlegenen Worten fein Angebinde der Geliebten zu überreichen. Einen Augenblick prüfte sie es erstaunt und aufmerksam und dann reichte sie ihm lächelnd die Hand dar, wobei sie ihren rosigen Mund dem feinigen so nahe brachte, daß er sich nicht ent» tjatften konnte, einen feurigen Kuß auf die schwellenden Lippen m pressen. Dann jedoch entwand sich Fanny züchtig feinen Armen, während nunmehr die Tante auf Fridolin zueilte, ihn am ihr Herz zog und ihn tief bewegt als ihren zukünftigen Neffen begrüßte. Fast noch einen ganzen Tag brachte der überglückliche Fridolin in Gesellschaft seiner reizenden Braut und deren Tante zu, die erklärt hatten, deS Abends wieder abreifen zu müssen. Die Damen beftiegen gegen 6 Uhr den Zug nach Missingen, um von dort nach England zurückzufahren, nachdem Fridolin wiederholt hatte versprechen müffen, recht häufig an [eine Braut zu schreiben und sie auch, sobald der augenblicklich auf Reisen befindliche Baron v. Heimenthal nach Hause zuirückgekehrt wäre, in London zu besuchen. Wie in einem Taumel befangen, verließ Fridvlm daS Wahnhvfsgebäude. Er vermochte das außerordentliche Glück, welches so plötzlich über ihn gekommen, kaum zu f aff en, hundertmal fragte er sich, ob es denn überhaupt möglich sei, daß ein solches wunderbar schönes und dabei steinreiches Mädchen, welches aus den ersten Gesellschaftskreisen sich einen Mann hätte wählen können, ihm, dem einfachen Provinzial- städter mit dem relativ bescheidenen Vermögen, für immer angehören wollte, und erst als er sich in ein Restaurant begeben und dort einen Blick in den Spiegel geworfen hatte, in Betreff jener Möglichkeit etwas beruhigter Freude trank er an diesem Abend weit mehr als gewöhnlich, so daß er sich am nächsten Morgen mit schwerem Kopfe von seinem Lager erhob. In diesem Zustande sofort den Zug zu besteigen und nach der Heimath zurückzukehren, wie er dies seiner Fanny versprochen hatte, war nicht möglich, er mußte erst eine Zeitlang durch die frische Luft pro» meniren, um die in seinem Haupte herumhämmernden Nebel zu verscheuchen. Jnstinctiv lenkte er seine Schritte nach der Schelde, wo ihm eine bejahrte Frau entgegentrat und ihm Zeitpunkte liegenden offenbaren Wink, sonst müßten die Herren Revanchepatrioten vielleicht gar gewärtig sein, daß daS russische Geschwader seinen Besuch abkürzt — daS wäre natürlich schrecklich! — Die Russenfeste in Toulon. Dem „B. T." wird auS Paris telegraphirt: Ganz Toulon legt Fesischmuck an. Der Stadtrath ließ zehntausend Fahnen vertheilen und hilft jetzt noch nach, wo die Decoration zu dürftig auSsieht. Der Maire hat dem Publikum mitgetheilt, daß die Anwendung der gelben russischen Kaiserftandarte an hoher Stelle nicht gewünscht werde, der Wunsch kam aber zu spat, da Bestellungen und Anschaffungen schon in großem Maßstabe vorgenommen worden waren. Der Pariser Stadtrath und der Generalrath des Departements der Seine mit den Seine- präfecten, Poubelle an der Spitze, sind in Toulon eingetroffen, um die Einladung nach Paris zu überbringen. In Toulon findet man die Repräsentationskosten, welche der Maire und die Stadtväter sich haben bewilligen taffen, übertrieben. Der Maire erklärt aber: kein Ruffe dürfe einen Heller bezahlen, deshalb hat er sich 16000 FrcS. Kleingeld in die Tasche gesteckt, um für alle Gelegenheiten gerüstet zu sein. Der Golf Juan bet Cannes hat am meisten Aussicht, dem russischen Mittelmeergeschwader als Station angewiesen zu werden. — Der Strike der englischen Bergleute neigt sich nach monatelanger Dauer seinem Ende zu, zur Stunde ist von der Mehrzahl der ausständigen Bergleute die Arbeit wieder ausgenommen worden. Die Strikenden haben mit ihrem langen Feiern nicht- für sich erreicht, wohl aber haben sie sich selbst wie weiten gewerblichen und industriellen Kreisen Englands durch ihren leichtsinnigen Ausstand schweren Schaden zugefügt. Neueste Nachrichten. Depeschen de- Bureau „Herold". Berlin, 12. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht die bevorstehenden Steuerreformen und sagt, durch dieselben solle für eine Reihe von Jahren ein stabiles Verhält- nifj zwischen den Ueberweisungen und den Matrikularumlagen hergestellt werden, daß aber Tabak und Wein als geeignete Objecte für diese Maßnahme auszusprechen seien, müsse ohne Weiteres zugegeben werden, so lange nicht zu bestreiten sei, daß eine ganze Reihe von solchen Verbrauchsgegenständen verhältnißmäßig viel stärker belastet sei al- Tabak und Wein, welche viel weniger als die letzteren Luxus, vielmehr Lebensmittel seien. Berlin, 12. October. Der ehemalige Kriegsminister, General der Infanterie v. Kameke, ist in Berlin im Alter von 76 Jahren gestorben. Berlin, 12. October. Gutem Vernehmen nach sind im Reichsschatzamt die Vorarbeiten zu einer Braufteuer- no oelte wieder ausgenommen worden. Berlin, 12. October. Der letzte Ausweis über die in den deutschen Münzstaaten geprägten Münzen erstreckt sich bis Ende September. An Goldmünzen wurden mit Abrech- nung, der wiedereingezogenen Stücke für Mk. 2,720,646,826 geprägt- hiervon entfielen auf Doppelkronen Mk. 2,157,410,460, auf Kronen Mk. 535,276,830, auf halbe Kronen Mk. 27,959,535. Berlin, 12. October. Wie durch den laufenden preußischen Etat eine weitgehende Umwandlung von diät arisch verwalteten Stellen in etatmäßige Stellen herbei- geführt wird, so sind auch für den Etat für 1894/95 Maßregeln auf diesem Gebiet in Aussicht genommen. Insbesondere ist beabsichtigt, die bisher nur für die Mehrzahl der Unterbeamten und einen Theil der Subalternbeamten durchgeführte Maßregel, daß das Steigen des Gehalts nach dem Dienstalter erfolge, auch auf den größten Theil der übrigen Subalternbeamten und die höheren Beamten auszudehnen. Berlin, 12. October. Als Nachfolger des verstorbenen commandirenden Generals von Versen wird von Wittich Braut, mit der ich mich gestern in Brüssel in aller Form verlobt habe." „DaS ist denn doch zu stark!" stieß Fridolin wüthend hervor, wobei er seine Brieftasche herausnahm. „Sehen Sie, hier ist das nämliche Bild, welches Sie besitzen, und mit der Dame, welche dieses Bild darstellt, habe ich mich vor drei Tagen in Antwerpen feierlich verlobt. Sie hat sogar zur Besiegelung unserer Verlobung ein Geschenk im Werthe von 3600 Francs von mir angenommen." Der Andere betrachtete eine Weile lautlos die ihm gezeigte Photographie und brach dann plötzlich in ein lautes Gelächter aus. „Sie haben also 3600 Franc- für Ihre Verlobung bezahlt? Da bin ich in der Thal froh, daß ich billiger davongekommen bin und nur dreihundert Francs für meine DcrlobungSgeschenke auSgegeben^habe. Wir sind eben beide von einer rasfinirten Schwindlerin geprellt worden, mein verehrter Herr, und eS wird un- kaum etwas anderes übrig bleiben, als uns mit dem Gedanken zu trösten, daß in diesem Momente vielleicht bereits ein dritter Bräutigam Belehrungen empfängt, in welcher Weife man sich in England zu verloben pflegt." Als sich Fridolin in Köln von feinem Schicksalsgenossen, der sich Walter Reischig nannte, verabschiedet hatte, gelobte er sich zweierlei: 1) den Verlust der 3600 FrarcS durch erhöhte Sparsamkeit wieder einzubringen und 2) sich niemals mehr in seinem Leben zu verloben. Den ersten Entschluß führte er auch redlich auS, wie er dagegen feinen zweiten Vorsatz hielt, daS geht am besten au« einer Anzeige hervor, die er etwa anderthalb Jahre nach feinem Ausflüge nach Antwerpen an feine Bekannten sandte und auf der zu lesen stand: „Al- Verlobte empfehlen sich: Johanna Reischig und Fridolin Schwalbe. Köln und Bingen em Rhein." genannt, Bestimmtes ist jedoch noch nicht entschieden. Dem militärischen Alter nach hat Prinz Friedrich von Hohenzollern die nächste Anwartschaft, jedoch ist es leicht möglich, daß bei der Neubesetzung der Stelle eine Verschiebung unter den bisherigen commandirenden Generälen eintritt. Erlangen, 12. October. Gestern Abend gerieth auf bi« jetzt unerklärte Weise ein Theil der Universitätsklinik in Brand. • Pari«, 12. October. Gestern Nachmittag traf der Velocipedift Terront im Velodrom Buffalo hierselbst ein. Er legte den Weg von Petersburg nach Paris, welcher einer Strecke von 8000 Kilometern gleichkommt, in 14 Tagen und sieben Stunden zurück. Terront sah nach der langen Tour sehr wohl auS, bei seinem Erscheinen wurde die russische Nationalhymne angestimmt. Paris, 12. October. Für. die bevorstehenden Ereigniffe in Toulon find ein Ingenieur und ein erster Telegraphist mit der Leitung de- TelegraphendienfteS beauftragt worden. Sine Verstärkung von 20 Hilfsarbeitern ist bereits auf dem Telegraphenamte eingetroffen. Acht Drähte verbinden Toulon und Paris. Toulon, 12. October. Der Bürgermeister hat einen öffentlichen Aufruf erlassen, worin jeder Bürger aufgefordert wird, sich bei den Festlichkeiten in würdiger Weife zu benehmen und etwaigen Tumulten vorzubeugen. Die Vertreter der französischen und russischen Presse erhielten Passirkarten ohne einschränkende Bestimmungen, während den Berichterstattern von Zeitungen der anderen Länder nur Erlaubnißscheine in enger gezogenem Kreise ausgehändigt wurden. Cocates un- provinzielles. Hießen, den 13. October 1893. x* Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Hauptmann und Compagnie-Ches Busse vom Infanterie-Regiment „Prinz Moritz von Anhalt-Dessau" (5. PommerscheS) Nr. 42, bisher im hiesigen Infanterie - Regiment „Kaiser Wilhelm", das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen. ** Dienstverfetznngen und Ernennungen. Seine König- liche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 11. d. Mts. den DistrictSeinnehmer der DistrictS- einnehmerei Gedern Heinrich Fix in gleicher Diensteigenschaft in die Districtseinnehmerei Pfeddersheim, den Districtsein- nehmer der Districtseinnehmerei Grebenhain Heinrich Weber in gleicher Diensteigenschaft in die Districtseinnehmerei Gerns- heim zu versetzen- den Calculator bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen Heinrich HaaS zum DiftrictS- einnehmer der DistrictSemnehmerei Romrod zu ernennen. ♦♦ Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem 14 Jahre alten Philipp Herbert von Groß-Zimmern in Anerkennung der von demselben am 11. Juli l. I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Ludwig Gosack von Frankfurt a. M. vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht. ** Neues Theater. Das heute (Freitag) im Neuen Theater zur Aufführung kommende Schauspiel „DieHauben - lerche" wurde in mehreren Provinzstädten polizeilich verboten. Das Verbot geschah hauptsächlich wegen der Scene, in welcher Lena Schmalenbach von ihrem Verführer bis an die äußerste Grenze des Erlaubten gelockt wird. Abgesehen von den Streichungen, welche die hiesige Direction an dieser Scene jedenfalls vorgenommen hat, gilt für uns auch die Devise: „Dem Reinen ist Alles rein." Die feinsinnigsten Damen haben sich dem Dichter gegenüber in diesem Sinne geäußert. — Das Drama ist ein Gewitter. Vor einem Gewitter muß die Atmosphäre schwül und dumpfig sein. Um so wohlthuender, erquickender und beruhigender wirkt dann die Katastrophe, welche in dem heutabendlichen Schauspiele eine größere moralische Befreiung und Reinigung im Gefolge hat als mancher dickbäuchigen Band gefühlsseliger und fitten- strenger Salbadereien. Wie wir hören, soll daS HauS gut besetzt werden. Neues Theater. In Rücksicht auf die ungewöhnlich frühe Zeit, in die ein so bedeutendes Gastspiel wie daS des Fräulein Nuschc Butze fällt, und in abermaliger Mcksicht auf ein event. Zusammenfällen desselben mit der ersten Auf- führung im hiesigen Theaterverein, hat sich Herr Director Reiners in den letzten Tagen erfolgreich bemüht, daS bereits angekündigte Gastspiel der berühmten Künstlerin auf den 20., 23., 24. und 26. November zu verlegen. Wir sind gleichzeittg ermächtigt, noch hinzuzufügen, daß ein nochmalige- Verschieben des Gastspiels nicht zulässig und daher auf alle Fälle ausgeschlossen bleibt. ** Schwurgericht. In der Strafsache gegen Aron Bachrach von Gießen wegen betrügliden BankeruttS und Betrugs war heute zunächst über den Geisteszustand des Angeklagten KreiSafsistenzarzt Dr. Wengler als Sachverständiger vernommen worden, nach dessen Erklärung eine krankhafte Störung der GeisteSthätigkeit deS Angeklagten nicht vorliegt. Nach dem Schlußgutachten des Sachverständigen benahm sich der Angeklagte in so ungeberbiger Weise, daß ihn der Dor- sitzende öfters zur Ruhe ermahnen mußte. Er insultirte schließlich seinen Vertheidiger, erklärte, daß derselbe fein Vertrauen nicht mehr besitze, infolge dessen Herr Rechtsanwalt Dr. Stein seine Dertheidigung niederlegte. Dies mußte nach Maßgabe der einschlägigen Bestimmungen der Strafproceß- orbnung zu bem Beschlüsse führen, baß bie Hauptverhanblung gegen den Angeklagten ausgesetzt wurde, worauf die Schwur- gerichtSfitzungen für dieses Quartal mit dem üblichen Danke an die Geschworenen geschlossen wurden. Hiernach wird sich wohl daS nächste Schwurgericht mit der ganzen Angelegenheit von Neuem befassen müssen. • • Turnerisches. Nächsten Sonntag »acht der Turn verein Gießen einen Turngang über Staufenberg—Frauer» berg nach Marburg. Abmarsch pünktlich 10 Uhr Morgen do» Wallthor. Freunde dieser Turnfahrt sind willkommen * • AuS dem Zustizdieust. Durch Entschließung ©roi herzoglichen Ministerium- de« Innern und der Justiz lO.October l. I. ist der Gerichtsassessor Müller zu Dorrn« mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eine- HilsSgerichrg ! schreiberS bei bem Landgericht der Provinz Oberheffen beaoi I tragt worden. * * Schuldienst • Nachrichten. Arn 26. August wurde de» SchulamtsaSptranten Karl List mann auS Dorn-DürLerw eine Lehrerstelle an der GernetNdeschule zu Flomborn, - i an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiranten Hewr. Becker aus Gonsenheim eine Lehrerstelle an der Gemens, schule zu WeinSheim, — am 29. August wurde dem Schul, lehrer Philipp Traub zu Bermersheim eine Lehrerstelle 4 der Gemeinbeschule zu Heppenheim a. W., — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Philipp Thomas zu Jngkc heim eine Lehrerftelle an der Gemeinbeschule zu Offstein, - am 30. August würbe bemSchulamtSaSpiranten Adolf Kahn auS Wöllstein bie Lehrrrftelle an ber israelitischen Schule u Grebenau, — an demselben Lage wurde dem Schullehrer Wilhelm Rauch zu Klein Umstadt eine Lehrerftelle an ta Gemeinbeschule zu Zotzenbach, — an bemfelben Tage rourlt bem Schullehrer August Schäfer zu Zotzenbach eine Lehrer- stelle an ber Gerneinbeschulc zu Kletn - Umftabt, — an 17. September würbe dem Schullehrer Heinrich Gomps w Merlau bie Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Hopsgane^ übertragen; — am 19. September wurde der prov. Lehrer am Schullehrerseminar zu Alzey Heinrich Marthe« zu» Lehrer an dieser Anstalt, unter Belassung in der Kate gone ber Volksschullehrer, ernannt- — am 20, September warte bie von bem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf eine Lehrerinnenstelle an ber Volksschule zu Offenbach präsennnc Schulverwalterin B. Hetzel bafelbft für biese Stelle, — ai demselben Tage wurden die von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birsten auf Lehrerstellen an ber Volksschule p Offenbach präsentirten Schulverwalter Wilhelm Stier uid Gottfried Wetzel daselbst für diese Stellen bestätigt - — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiramen Eanmd Finkernagel auS Stumpertenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stomdorf, — am 22. September ttutit bem SchulamtSaSpiranten Wilhelm Schenkelberg aal Pfaffen-Schwabenhetm eine Lehrerstelle an ber Gemeindete AU Wolfsheim, — am 26. September mürbe dem Lchul- verwalter Ehristian Eckstein zu Sellnrob eine VebrerfttUt an ber Gemeinbeschvle daselbst, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Georg Höchst zu Fleschenbach eine Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Maar, — am 3. Octobtr wurde bem Schullehrer Peter Göckel zu Landenhausen eine Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu AngerSbach übertragen. • * FortbilduugS- und Kewerbefchulwefeu. Die am 4. b. M. abgehaltene 16.Provinziallehrer-Dersammlung für Hannover beschäftigte sich u. A. auch mit bem FortbilbungSschulwesen und wurde dabei constatirt, daß dasselbe sich in Preußen im Vergleich zu anderen deutschen Staaten uur sehr gering ent» wickelt habe. Die- beweise die Thatsache, daß z. B. in Hessen 219, in Sachsen 214, in Bayern fast ebenso viele, in Ostpreußen aber nur 17, in Brandenburg 31 gewerbliche Fortbildungsschüler auf 10,000 Einwohner entfielen. Auch wurde gewünscht, die Unterrichtsstunden der obligatoriicheo Fortbildungsschule in bie Arbeitszeit zu verlegen, rote die- in Hessen, Bayern, Sachsen und anberen Staaten bereit« geschehen. Zu fordern fei aber vor Allem Unterricht in ttr Gesetzeskunde und ber Volkswirthschaftslehre, benn nur auf diesem Wege sei daS Verstäadniß der großen Masse des für die Einrichtungen de- Staates zu erzielen. • • Die militärische Ausbildung der Lehrer aus dem Grohherzogthum Hessen, welche in diesem Jahre beim 81. Infanterie-Regiment in Frankfurt a. M. erfolgt, mtrt im nächsten Jahre in ber Garnison Kassel vor sich gehen. Die Regimenter, denen die „Lehrer-Bataillone" zugetheilt werben, sollen jebeS Jahr wechseln. • * In Amerika verstorbene tzesten. New-Kork, N. K.: Jacob F. Sufner, 54 Jahre alt, auS Butzbach. Dayton, O.: Frau Barbara Grub, geb. Schneider, au8 Winkel, Kreis Bensheim. Erie, Pa.: Emil Küchler, 49 Jahre alt, auS Alzey, Rheinhessen. Louisville, Ky.: Rosa Hollenbach, 19Jahre als, auS Gau-AlgeSheim, Rheinhessen. St.Lout«, Mo.: LouiS Lange, 63 Jahre alt, au« Hessen. ♦ ♦ Ehescheidungen haben im Jahre 1892 in ganz He ist» 88 ftattgefunben; davon kommt ber Löwenautheil auf Ne Provinz Rheinhessen mit 53, bann kommt Starkenburg mit 19 und Oberhessen mit 16. Die meisten Ehescheidungen taarr im Kreise Mainz vor, nämlich 30. Als Euriosum löam wir beifügen, daß ein Paar, welches kürzlich in Mainz ii icn Stand ber Ehe trat, bereits acht Tage nach ber Trauung wf bem Wege beS Armenrechtes gegenseitig Klage auf Ehescheiduig erhob. ____________ Nidda, 9. October. Ihre Majestät bie Kaiserin Fric- brich hat in biesen Tagen einen schönen Beweis von Menschen« fteunblichkeit gegeben, indem sie einem 44 jährigen Mädchen unserer Stadt, da- von Geburt lahm ist und nur durch Rutschen sich sortbewegen kann und deshalb seither stet« anS Zimmer gekesselt war, einen neuen Fahrstuhl schenkte, wodurch eS nunmehr möglich geworden ist, dem armen Wesen den Genuß der freien Natur und ber frischen Luft zu gewähren. Den leiblichen Unterhalt ber Armen bestreitet seit Jahren bie hier so wohlthätlg wirkende Krug'sche Stiftung. — Die hiesige erweiterte Handwerkerfchule, die nunmehr seit zwei Jahren besteht, soll insofern eine Envei- terung erfahren, als vom 1. November d. Js. an noch eine Abesdsqule eingerichtet werden soll. ES soll damit deu- jeuigen angehenden Gewerbetreibenden, die nicht in oet Lage M ’NumU.W. §oxÄin$d)u!n)ifi: tlbt sich in Pieren in en nur sehr gering enb atsache, baß j. B. in ayern faß ebenso oitit, denburg 31 gemM oohner entfielen. L ibtn btt MMich M btrltyxii m aribtxtn Staaten i : Mm Merrit Mehre, btnir großen Masses: |U erzielen. 8 her W :lt \ n bitte Nrt rt a. R erfolgt, » -assel vor sich B :.$ataittont11 Wch t ] LD ff $"i! Ä acLlt -rr Z°tzmb-uh cietn - Umftabt 6or, 'beschule jU wurde btrpn- *d) Matth,- ?tebttN 20e Eeptevbtt: °burg.Sirstein flDf, u. Offenbach präsee sur diese Stelle, - dem fctrrn an der MWM JJ Wilhelm Stier ■ öteQen bestätigt e ~ iamtSaspiranten eine Lehrerstelir tr m 22. Seplembki - Schenkelberg lle an der Gemein kkber wurde bem •eflnrob eine JJefe - an demselbl!. ist zu Fleschw..- Naar, - am ftfrta 7 ju ParMjm ta ju 9nger8bai ötb Ntw.Y°rk,i-i z Butzbach. W etbtt, aus W<> hier, 49 Jahres St).; Rosa W; Rheinhessen- ®t2öJ aus Hessen- che 1892 in W „ Löwenanthetl c. ommt Starkenburg ■> Ais 6urt°lUD1 • 'kürzlich inMtuz S-* jtjtät Ml ine" ®t.roes’hnae" & nem Äfe 1 Ä»S * M lll *M. soll. 68 ' Ifi on »* •* Fernsprechaeartluss Mr. W. 12. Octover, Mttt. 12Lwfilo. Octöderf Morg. 8 Hör Barometer: + 13° kl + 7°R. Unbeständig. Feucht. Traserbriele llanksaguflgskarU’D Visitkartea mit Trauerrand nebst dazu passenden Couverts. Pirnaer GebirgSroggen Ehristensens Riesen Göttinger Heines verb. Zeeländer Schweb, verb. „Gißleberg Alland Univerptäts - Nachrichten. — Am 12. Juli 1894 sind 200 Jahre verflossen seit der Gründung der Universität Halle. Die eigentliche Jubelfeier findet vom 1. bis 4. August 1894 statt. 57W] Tanfendfaches Lob, notariell bestätigt, über HollänZ. Labar von B. Becker in Geesei» a. Harz. 10 Pfd. feo. 8 Mr. hat d. Exp. d. Bl. eingesehen. i Anfertigung iu ^Tixxzestex Filet D.-Ctt. 53.68 57.36 58.33 60.62 46.66 58.00 Witterungsaussichten Wetterhäuschi'r. Südanlaae. Vernnisehter. * Frankfurt a. M, 10. October. Frankfurt nähert sich mit raschen Schritten dem zweiten Hunderttausend Einwohner. Äm 1. October d. I. betrug die Seelenzahl der Stadt rund 1 »6,000. * Hamburg, 11. October. Der Versuch, frisches Fleisch auS Australien einzuführen, ist gelungen. ÄS sind hier 50,000 Pfund als vorzüglich anerkanntes Fleisch in gefrorenem Zustande eingetroffen, das billig abge- gelben wird. * Korst (Meder-Lausitz), 12. October. Infolge einer heftigen Explosion im hiesigen Cafe Kuck ist daS Dienstmädchen Leertha Piater verbrannt, während der Besitzer Kuck und tim Kellner schwere Verletzungen davontrugen. * Ein zehnstündiger Kampf zwischen türkischen Gendarmen unb einer armenischen Räuberbande hat bei M a r s o v a n stvttgefunden. Die Gendarmen waren die Angreifer- einer vvn ihnen wurde getödtet, mehrere wurden verwundet. Von ben Räubern blieben drei tobt auf dem Platze - fünf nahm man gefangen, darunter den schwerverwundeten Hauptmann ben Bande, einen Ruffen, der Tags darauf starb. * Wien, 9. October. Am Montag den 16. d. M. wird aris Anlaß des hundertsten Jahrestages des Todes der Königin Maria Antoinette vom Pfarrer Gärtner in der Vnarrkirche am Rennweg ein feierliches Requiem abgehalten werden. Bei dieser Gelegenheit werden auf dem linksseitigen Nrbenaltar in dieser Kirche außer einem Meßkleide auch ein Kelchtuch, eine Palla und Bursa, Manipel und Stola aus- gestellt werden, welche sämmtlich aus dem Brautkleide der Königin Maria Antoinette angesertigt und dem ersten Pfarrer dieser Kirche, Pater Porhammer, sür die Kirche zum Geschenk gemacht wurden. Das Bildniß dieses Pfarrers, welcher «ich bei Hofe großer Beliebtheit erfreute, ist in der Sacristei üwgebracht und in einem GlaSkästchen wird als Reliquie der Schädel des Pfarrers aufbewahrt. Der gegenwärtige Pfarrer len Kirche wird bei der am nämlichen Tage ftattfindenden Seelenmesse baß erwähnte Meßkleid anlegen. Dasselbe besieht aus einem ungemein schönen Silberbrocatstoff. Außerdem ist eö äußerst reich in Gold, und zwar auf seinem ganzen ßlächenraum mit Arabesken und Blumen und anderen Zifr- icrrhen gestickt. Wie man aus dem Muster und dem Schnitt trjsehen kann, ist diese Goldstickerei nicht nachträglich auf das Meßgewand gestickt worden, sondern befand sich schon auf dem Kraulkleide. DaS Meßkleid ist mit rothem Atlas gefüttert nnib bis auf einige Stellen, die fadenscheinig geworden sind, zwt erhalten. * Gelsenkirchen, 12. October. Heute früh um 5 Uhr muirbc in dem benachbarten Braubauerschaft ein D y n'a- »iitattentat bei dem Kaufmann Siegfried Schönberg rroübt. Das Schaufenster und die Fenster der Nachbar- iälffer wurden zerstört. DaS HauS ist beschädigt. Verletzt aunde Niemand. ♦ Rom, 8. October. Der landwirthschaftliche Kongreß, der kürzlich in Cesena (Romagna) tagte, hat 2. A. auch Beschlüsse zum Schutze der Vögel gefaßt. -nd, die Tagesschule besuchen zu können, Gelegenheit gegeben Derben, sich die nöthigen Kenntnisse in den verschiedenen hier in Betracht kommenden Fächern (elementare und darstellende Geometrie, gewerbliches Rechnen u. s. w.) anzueignen. Außer- lem soll diese Abendschule auch die Sonntagsschule ergänzen, la die der letzteren zur Verfügung stehende Zeit ganz aus las Zeichnen verwendet werden muß. Der regelmäßige Be- suck dieser Abendschule entbindet die Schüler von der obliga- wrischen Fortbildungsschule. Ausnahmefähig ist jeder, der iic Volksschule mit Erfolg besucht hat. D. Ztg. Offenbach, 10. October. Daß die Socialdemokraten Lirthschaften in Verruf erklären, ist nichts Seltenes, neu iürfte aber der über ein Theater verhängte Boykott sein. DaS iocialdemokratische „Offenbacher Abendblatt" bringt folgende Mittheilung: „Wir machen nochmals darauf aufmerksam, laß am Samstag Abend in der Volksversammlung beschloffen wurde, nicht allem den Boykott über Schlossers Liegenschaft o ufrecht zu erhalten, sondern, um denselben zu verschärfen, ton jetzt ab die Arbeiter und Gesinnungsgenossen gehalten sind, auch den Besuch des Stadtkheaters zu vermeiden und ladurch die Actionäre zu zwingen, uns die Räumlichkeiten Mieder zur Verfügung zu stellen: deshalb ist es Pflicht eines jrben Arbeiters, sollte er auch ein Freund des Theaters sein, sich diesem Beschlüsse zu fügen, um dadurch zur Erreichung e nes für öffentliche Versammlungen geeigneten Saales beizu- Lagen. Thue ein Jeder seine Pflicht und der Erfolg dürfte nicht außbleiben." M. AuS dem Mümlmgthale, 12 October. Der Obst- s-gen war in diesem Herbste auch bei uns und im ganzen Odenwalde ein so reicher, daß hochbetagte Leute, denen es bis in die zwanziger Jahre des laufenden Saeculums zurück- drnkt, aussprechen: nur im Jahre 1847 ist etwas Aehnliches Ligewesen, wie in 1893. Mit dem Verkaufe des Obstes a ng es an benjenigen Orten, die weit von der Bahn ad- liegen, sehr flau und stockend. Die Leute kochten darum d:ei- biß viermal Latwerge (Honig) und machten Obstwein. Aber auch dadurch konnte der reiche Obstsegen noch nicht untergebracht werden. Beim AuSpreffen beß Obstes gab man sich keine so große Mühe wie sonst, wenn wenig Obst gewachsen war. Die Trester würben nicht so stark ausgeprcßt, di nn das Obst ist sehr sastrcich unb liefert vielen Most, mit w-lchcm Fäffer, Bütten und Eimer sich rasch füllten unb oft verflossen. Während der naffen Woche Ende September imd Anfang October lag daS Obst oft tagelang unter ben Väumen und ging zum Theil in Fäulniß über. Man konnte brn Centner Birnen zu einer Mark kaufen. Herr Lehrer M. ii W. bei Michelstabt hatte 10 biß 12 Eentner Birnen im Schulgarten geerntet; da sich keine Käufer einfanden, ging em Theil der Birnen in Fäulniß über. Um den Rest nicht .mikommen zu laffen, verschenkte ihn Herr M. an Leute, die fdin Obst zu ernten hatten. D.-Ctt. 2631 24.21 25.00 25.00 28.00 24.00 Schiff-nachrichten. (MitgetheM durch den Agenten deS Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl LooS in Gießen). Bremen, 12. October. (Per transatlantischen Telegraph.) De» Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. October von Bremen und am 4. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Neivyork angekommen. Insbesondere wurde verlangt: Die baldige Vorlage eines Gesetzes gegen die Dogeljagd und zum Schutze der nützlichen Söget; strenge Durchführung des Gesetzes; Verständigung mit anderen Regierungen über ein gemeinsames Verfahren; Belehrung in den Schulen; stetige Agitation in den Vereinen. Die Bewegungen gegen die scheußliche Vogeljagd hat überhaupt in der letzten Zeit, Dank namentlich der Thätigkeit des Statistikers Dr. Ohlsen, große Fortschritte gemacht, so daß wohl zu erwarten ist, eS werde sich bald die Gesetzgebung mit der Sache beschäftigen. * Pisa, 12. October. In der letzten Nacht platzte an der Porta Florentina eine Bombe, wodurch eine große Panik hervorgerufen wurde. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert, Menschenverluste sind nicht zu beklagen. ♦ Chicago, 10. October. Gestern feierte Chicago den Gedenktag des großen Brandes. Es war ein Festtag, wie man einen ähnlichen dort bisher nicht erlebt hat. Alle öffentlichen Institute, sowie die Banken hielten ihre Bureaux geschloffen. Das prächtige Sommerwetter hatte einen beispiellosen Zufluß von Fremden und Leuten auS der Umgegend zufolge. DaS Fest in der Ausstellung zog 713,646 Besucher an; mit den Freikarten waren es 751,026. (Der stärkste TageSbesuch der Pariser Ausstellung war 397,150 gewesen.) Von Auswärts kamen allein am 8. d. M. 200,000 Personen an. In Folge dessen ist Wohnungsnoth eingetreten. Alle Hotels und Privathäuser sind bis aus das letzte Plätzchen überfüllt, unb so kam eß, baß in der Nacht vom 8. auf 9. October 50,000 Fremde im Freien campieren mußten. Don mehreren Unternehmern wurden Stühle vermiethet und zwar zu dem Preise von einem Dollar für die Nacht. Am 9. October wurden vier Personen getödtet und 22 verwundet. Die Ausstellung ist nunmehr schuldenfrei. * Eine schone Gegend. Aus dem vor vierzehn Tagen zur Ansiedelung freigegebenen „Cherokee Streifen" wird unter dem 29. v. Mts. nach New Jork geschrieben: Die Ansiedler wurden gleich Anfangs von einem Prairiefeuer heimgesucht, daS alles Brennbare verzehrte unb viele ihrer Zelte, Wagen, Kleider,unb Hauseinrichtung beraubte, ja Vieh unb Menschen selbst verderblich wurde. Ueberall sieht man die Ueberrefte verbrannter Pferde und Rinder; mitunter auch die von Menschen, die einen furchtbaren Tod in den Flammen fanden. Hebet ein Dutzend der Verunglückten sind bereits gesunden worden unb jeben Tag stößt man auf weitere Ueberrefte zur Unkenntlichkeit verbrannter Leichen. Sofort auf bas Feuer folgte aber einer jener Prairiestürme, bie bas Leben im Westen zur Oual machen. Es giebt keinen Schutz gegen den seinen Sanb, der die Luft erfüllt und das Athmen erschwert. Ein solcher Sturm fegt nun feit mehreren Tagen über daS Land hin. In den Städten ist der Verkehr vollständig eingestellt. Viele Leute fliehen, weil sie für ihr Leben fürchten. Andere suchen die Schluchten auf, um aus den Boden gekauert etwas Luft ohne Staub und Sand einathrnen zu können. * Eine luftige Vexirgeschichte hat sich am Sonntag früh in Berlin in einem Hause der Pappel-Allee abgespielt. Wit stillem Neide sahen die Hinterhausbewohner schon seit längerer Zeit, wie die Frau des dortigen Hausverwalters, von der eß geheißen hatte, daß sie Alleß in Staat anlege und nichtß in die Suppe zu brocken habe, allwöchentlich ein» biß zweimal eine Gans zum Fenster hinaußhing. Wie das bei dem geringen Einkommen der kinderreichen Vlcehaustyrannensamtlie möglich war, blieb den Leuten ein Räthsel, deren Lösung endlich erfolgen sollte. Am genannten Tage erschien nämlich schon in aller Frühe ein „Jtaliano" mit einem Affen, her nach der Melodie des „Schnnkclwalzers" tanzte und dadurch der „Hofgesellschaft" gewaltig imponirte und diese zum Mit- singen animirte. Dieser „Radau" wurmte die gestrenge Vice- wirthin, sie öffnete ihr Küchenfenster, gebot Ruhe unb forderte ben Drehorgelspieler auf, sich sofort vom Hofe zu scheeren. Der aber, „frech wie Oskar", wankte und wich nicht von der Stelle. Während die Verwalterin heftig gestikulirend nun mit der Polizei drohte, kam sie der am Fensterkreuz befestigten Strippe zu nahe, an der der „feiste Bratvogel" hing, die morsche Strippe riß, und die „Retterin des Capitols" stürzte aus der Höhe der dritten Etage in die Tiefe hinab, allwo sie dicht vor dem walzenden Affen in — Stücke zersprang. Unter schallendem Gelächter der Hausbewohner verschwand die Verwalterin vom Fenster und ließ sich den ganzen Tag über nicht mehr sehen. Die Renommirgans, eine Attrape, dürfte der prahlsüchtigen Frau wohl noch lange im Magen liegen. ♦ Bedenkliche Correctnr. Referendar (welcher zum Ver- theidiger eines Verbrechers bestellt ist): „Meine Herren, Sie alle wiffen aus eigener Erfahrung, daß nach einer wüst Der» brachten Nacht etn physi'cher unö oft auch ein moralischer Katzenjammer das Thun und Lassen des Menschen beeinflußt. Unb so —" Vorsitzender: „Herr Vertheidiger, ich verbitte mir derartige Ausführungen!" — Vertheidiger (beginnt nach einer Verlegenheitspause von Neuem die einstudirte Verthei- digungsrede): „Meine Herren, Sie alle, mit Ausnahme des Herrn Präsidenten, wiffen aus eigener Erfahrung, daß nach einer wüst verbrachten Nacht ein physischer unb oft auch ein moralischer Katzenjammer baß Thun und Laffen des Menschen beeinflußt! —" min 748mm mal.761 mm mm. 760 mm, max. 762mra --- + 3«R. , + 5 DEL Thermometer: , . Hygrometerftemd: Schön. Trocken. Mittlerer Barometerstand bd 0° R. = 744,7 mm. Da die größte Calamilät für die Landwirthschaft bekanntlich dadurch entsteht, wenn die Roggenfelder auswintern, so muß allen Land- wirthen dringend angerathen werden, mit winterfesten Getretdesorten Anbauversuche zu machen. za mässigen Preisen in der MstheoDruttaei Schulstraw 7. Kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. Svangelische Gemeinde. Gottesdienst. 20. Sonntag nach Trinitatis, den 15. October: In der Stadtkirche: Vormittag? 9Vi Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. Nachmittags 2Vi Uhr: Pfarrer Schlosser (letzte Cbristenlehre für die Neuconfirmirten aus der MatthäuSgemeinde). Kinderkirche vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. In der FriedhofScapelle: vormittags 8Vs Uhr: Psarrer Dinaeldey. Nachmittags 2‘/s Uhr: Pfarrer Dr. Naumann (letzte Christenlehre für die Neuconfirmirten auS der Johannesgemeinde). Nächsten Sonntag den 22 October: Feier deS Erntedankfestes. • Katholische Gemeinde. Sonntagdenlö. October, 21. Sonntag nachPf in gsten: SamStag: Nachmittags um 4'/, Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6>/i Uhr erste hl. Meffe; um 7«/e Uhr AuStheilung der hl. Com- munion; um 8 Übt zweite hl. Messe; Militärgottesdienst mtt Predigt: um 9'/, Uhr Hochamt mit Predigt; Abends um 5Vs Uhr Christenlehre ; darauf Rosenkranzandacht . t Anmerkung: An den Wochentagen ist täglich deS Abends um 6'/, Ubr Rofenkraniandacht mit Segen- Citeratar «nd Katt ft. - Seine Majestät der Kaiser und König haben dieiHerauSgabe einer Stang »«v Cnartietlifle M stedettde« Zettel m4) dem etattbc vom 1. cctoder d. I befohlen. Dieselbe umfaßt dm activen Diennstand der Armee mit sämmtltchen mit diesem Tage etntretenden Neuformationen unb Stellmbesetzungen nebst den AociennelätSlisten der Generale unb StUbSoitzztere^ Dst Her stellung wird so beschleunigt werden, daß die Rangliste noch im Lause dieses MonatS im Verlage der Königlichm Hofbuchdandlung von E. S. Mittler 4 Sohn in Berlin zur Ausgabe gelangen wird. — Jugend-Gartenlaube. Vierteljährlich 1 Mk. Verlag der Kinder-Garlenlaube in Nürnberg. In Heft 4 Band IV (1893) wird wieder reicher Inhalt geboten. Am Anfänge steht das Gedicht „Geleimt". „Trotzköpfchens Großthaten" führen weiter in den patriotischen Schilderungen im Beginn deS Krieges 1870/71. Eine gute Erzählung ist „Die alte Bidet" von Käte Dorn (mit Farbm- vruckbUd). „Die Elbe von der Quelle bis zur Mündung", mit zwei vortrefflichen Illustrationen, gibt eine anschauliche Schilderung des deutschen Stromes. Eine schöne Sage wirb in der „Königseiche" von G. Just berichtet (mit Farbendruckbild) „Knabe und Eich- Hörnchen" ist ein hübsches Gedicht. Endlich Räthsel, Kleine Ecke", Briefkasten. Äir können die äußerst wohlfeile Jugend-Gartenlaube allm Eltern nicht warm genug empfehlen. — Die Nr. 1 deS 30. Jahrgangs deS Daheim liegt un« vor und beweist aufs Neue die Gediegenheit des altbewährten Famitten- blattes, das in ungezählten deutschen Häusern zum wahren Hausfreund geworden ist. Den Jshrgang eröffnet ein grohangelegter Roman „Die Wunde der Zeit", von Ernst Remin, dessen vaterländische Dichtung aus der Zeit deS Großen Kurfürsten „Neue Bahnen" im vorigen Jahrgang des Daheim außerordentlichen Beifall fand. Gleichzeitig beginnt eine Humor- und gemülhoolle Vorstadt- gefchichte von Heinrich Seidel „Penelope" zu erscheinen. Ferner gibt A. v. Perfall eine seiner reizenden Jagdscizzen: „GemLtreiben" und P. v. SzczepanSki schildert das amerikanische Kadettenheim Westpoint. Den allbeliebten Beilagen deS Daheim: „Frauendaheim" und „Hausmusik" hat sich im vergangenen Jahrgang wiederum eine neue „Der Hausgarten" eingereiht, die der Pflege deS Gartens und der Zimmergärtnerei bient, während „AuS der Zeit — für die Zeil , jetzt wesentlich erweitert, sich völlig zu einer kleinen illastrirtm Zeitung auSgestaltet hat. Die Voranzeige der Redaction für den 30. Jahrgang verspricht außerordentlich viel, — daß daS Versprechen gehalten wird, darauf kann man sich beim Daheim verlassen. Nr. 1 alS Prabcnummer liefert jede Buchhandlung unentgeltlich._____________ Verkehr, Land- nnd Votkswirthychnfi. — Winterfeste Roggenarien. Wie die „Wimer landw. Ztg." berichtet, müssen nach ben auf bet österreichischen Versuchsstation der Domäne.Heraletz gemachten Erfahrungm als vollkommm winterfest folgende Roggenspielarten bezeichnet werden: Pirnaer Gebirgsroggen, ChrestensenS Riesen, Göttinger, HeineS oerbeffertcr Zeeländer, Alland, CorrenS, RimpauS Schlanstedter. Auch der von der Domäne Heraletz auS Schweden bezogene Winterroggen „Gißle- berg" überwinterte vorzüglich. Soweit die Versuchsresultate bekannt find, ergaben auf der Domäne Heraletz (bei PollerSkirchen, Böhmen) die einzelnen Roggenspielarten folgende Erttäge pro Hectar Körner Stroh u. Spreu 8601 Bekanntmachung. Federweißer Bahnhofftrahe 23. [8603 Da« Comite. 8607 |7M Geschirr, vielen Reit» und Fahrgegenständen rc. rc. Loose tz » gtart ,u blieben durch Heine. »astach, stUsttn «retsche» Journal - Lesezirkel der 7766 85801 1.25 z.- Hamburger Engros-Lager 8586 5 Gelfen. Bergw^Act. Kfrchenplatz II. GIESSEN Kirchenplatz II. 5 ptl — Fraaksurter Bent-Di»cenl 6 ptt Ä^che*: & Schetzda — Druck und 8r.ag GrShl'sche» Vruckerri /o Reute 85.55 8% Portugirim 99.90 4°/e Griech. Monopol-Anl. 3% Reichsanleihe W/e do. 3®/o Preuh. ffonsol« 3W»j do. Löminilichc KflatzarliKkl Jntterstoffe X für "Am ^^^Damen- u. Herren- * 1O Neider. W. Rinn, Klein Linden. Aeilgeöotenes. Zwiebeln, Wetterauer Waare, 50 »o. mit W Die Beerdigung unseres Kameraden und lang, jährigen Vorstandsmttgliedes F lernt Valentin Dietz t Samstag Nachmittag 2J/> Uhr von der alten Klinik statt. [8587 Zusammenkunft bei Wirth Seibel, Frankfurterstraße. Val. Dietz Hausverwalter des Gesellschaftsvereins ;r, Hahn, Oberlehrer. 86JI 8631 194 i 151H 1U5« 108* Eonrsbericht m E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 13. October 1893. Darmstädter Pferde- und Fohlen-Mack am 16., 17. und 18. Oktober 1893. Berloosnng a« 18. Oktober, »achmittag» 4 Uhr, »ex «eit- und Wagenpferden, Wohle«, eine« elegante« Zweispänner eü zwei Pferde« «nd eompletem Geschirr, einem Stuhlwagen mit Werd v gestern Abend 11 Uhr nach kurzem schweren Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Giessen, den 12. October 1893. Die tieftraueruden Familien Dietz und Kramer. Die Beerdigung findet Samstag den 14. October, Nachmittags 2% Uhr, von der alten Klinik aus statt. ssss Bekanntmachung. In Gemäßheit des Art. 23 des Volksfchulgefetzes bringen wir hierdurch zur allgemeinen Keunttnß, daß die AorMtdungsfchule Montag den 16. Oktober im Schulhause in der Schulstraße beginnen und von da ab wöchentlich zweimal abgehalten werden wird, und daß zum Besuch derselben alle Knaben verpflichtet stnd, welche während der letzten 3 Jahre aus der Volksschule entlasten worden sind und sich hier aufhalten. Der Unterricht sindet von 5 bis 7 Uhr Abends, bezw. 2 bis 4 Uhr Nachmittags statt; daneben ist für solche Schulpflichtige, welche Abends schwer abkömmlich sind (.Kellner u. dergl.), eine besondere Klaste mit den Unterrichtsstunden von 3 bis 5 Uhr Nachmittags eingerichtet. Es haben sich erstmals einzusinden: Montag den 16. Oktober, Nachmittags 2 Uhr: Alle schulpflichtigen Kaufleute, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder und Geometer. Montag den 16. Oktober, Abends 5 Uhr: Alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schloster, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Lackirer, Tapezirer, Mechaniker, Gärtner und alle sonstigen Bauhandwerker. Dienstag den 17. Oktober, Abends 5 Uhr: Me übrigen Schulpflichtigen. Unter Hinweis auf Art. 25 des Gesetzes, wonach Lehrherren, Dienstherrschaften und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nöthige Zeit bei Meidung polizeilicher Strafe einzuränmen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die be- theiligten Eltern, Vormünder rc., den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntniß zu geben. Gesangverein „Harmonie". Samflag lei 14. Drtolrer, Muds 8 |lft: Feier des 47 jährigen Stiftungsfestes mit Conccrt und Tanz auf dem Lahnstein. Freunde des Vereins haben freien Zutritt. 860" ____________________ ____ ______Ter Borstand. Oeffcntliche Volksversammlung Sonntag den 15. Oktober, Nachmittags 31, Uhr im Saale des „Caf6 Leib“. Tagesordnung: Die geplante Tabaksteuer. Referent: Herr Dr. Ouark-Frankfurt. Die Interessenten der Tabakbranche, besonders alle Tabak« ur Cigarrenarbetter von Gießen und Umgegend sind hierzu eingeladen. Zur Deckung der Kosten wird ein freiwilliges Enträe erhodrr Mädchen nach DarmSadt. 8589J Suchen auf 1. oder 15. November ein braves reinliches «ädchen, welches kochen und die Haushaltung ordentlich besorgen kann. Solche«, welche« schon bei Kindern war, erhält den Vorzug, da wir einen zweijährigen Knaben haben. Briese zu senden an <♦ Wtnttzer, Darmstadt, Hochstraße 27. W Für Stellesuchende ifTSTe „Deutsche Vacanzen - Post" in Ehlingen am Neckar v. grfluter Wichtigkeit. Probe, Nr. grat. Aufn. ost. Stell, kostensr.'s6495 Güterverkehr. Am 15. d«. Mt«. gelangt zum Tarif für vorbezeichneten Verkehr der Nachtrag IV zur Einführung. Nähere Auskunft ertheilen die Güterabfertigungen. Gießen, den 9. October 1893. Großh. Direktion (8582 der Oberhesstschen Eisenbahnen. Bienenzüchterverein Giessen und Umgegend. Versammlung: Tonntag den 15. d. M., Rachmü'.^: 2 Uhr, bei Welsing. Vortrag: Honig. Letzter Termin zur kostenloien Erhebung der Beiträge. Mennietyungen. 8604] Kleines Familienlogis an ruhige Leute zu oermiethen. Dammstraße 8. 8590] Alicestraße 26 ist der erste und dritte Stock, je 6 Zimmer mit Zubehör, sofort zu oermiethen.______________________ 8579] In meinem Neubau, Diezstraße Nr. 8, ist der Parterrestock. 5 Zimmer mit allem Zubehör, Wasserleitung rc., zu oermiethen. S. SpteS, Neuenweg 29. 8602] Ein möbl. Zimmer, auf Wunsch mit Kost, zu oermiethen. Neuenweg 30. 8598] Eine umnöbl. Stube an e. ruh. Frau zu oerm. Große Mühlgafie 21. 8591] MöbltrteS Zimmer zuoermiethen. BiSmarckstraße 22. 139 401 öa. «SnigS-La-rah^Act. Tendenz i schwächer. 8581] Zuverlässiger Manu, verh , sucht irgend einen BertrauenSvosten in einer Fabrik oder größ- Geschält uMer bescheid. Änfpr. Ertord. ff aut. k