1893 Freitag den 14. April Amts, ttnb Anzcigeblatt für den Äreis Gietzen. Hratisbeikage: Hießmer Aamikienbtatter Amtlicher Theil Mir««? — «■efttilivn. ___—■— ■ itoeNoi« » " ln|tigte ,u der Nachmin«4» ffc MfCRbai tag erscheinenden Nummer hi« vor». 10 llhr. Ult Annoncen.Bureanx W In- und InKenbtfl nehm« I*|ttge* für den .Gießener Anzeiger» entgegen. vierteltähriger AßonnemenlsPret»» 2 Mark 20 Ptg. mU Vringerlobo. Durch die Potz bezogt 2 Mark 50 Pf«. «tboction, En>»diri»n und Druckerei: rchnkßrntz« Kr.t fterniprech« 61. einer Ansprache des Vorsitzenden Dr. König. Die Betheilig- ung ist zahlreich. Unter den Thetlnehmern befinden sich Bergmann, Gurlt, Bardeleben, Hahn, Esmarch, Bruns, Küster. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Czerny-Heidelberg gewählt. Graudenz, 12. April. In der Festung Thorn wurde ein Serbe unter dem Verdacht der Spionage verhaftet und von einer Osfizierspatrouille ins Gefängmß abgeliefert. Brüssel, 12. April. Die Syndikate der metallurgischen Arbeiter, Drucker und Lithographen, sowie der Verband der in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter sind heute Morgen in den Aus st and eingetreten. Mehrere metallurgische An- stalten in den Vorstädten Brüssels stellten die Arbeit ein. In der Cartouche-Fabrik in Curegham (Brüsiel) find 1500 Arbeiter ausständig - in Enseval bei Dervters, mehreren Webereien in Louvain und vier Maschinenbauanstalten sind die Arbeiten ebenfalls eingestellt. In Lüttich ist kein Ausstand. Rom, 12. April. Der Papst, welcher sich eines guten Befindens erfreut, empfing heute etwa 4000 Affilierte vom dritten Orden des heiligen Franziskus, der Mehrzahl nach Italiener. Dieselben defilirten nach Verlesung der Adresse, welche vom Papste beantwortet wurde, von 9,/2 Uhr früh vor dem Papste. Der Papst forderte die Wallfahrer auf, im Glauben auszuharren, und ertheilte ihnen den Segen. Die Defilirung war um 12 Uhr des Mittags noch nicht beendet. Rom, 12. April. Senat. Auf den Antrag CavalettoS wurde unter wärmsten Beifalls-Kundgebungen einstimmig beschlossen, daß dem Königspaare vom Präsidium eine Glückwunschadresse zur silbernen Hochzeit überreicht werden soll. Konstantinopel, 12. April. Der mit der Säuberung des Vilajets Adrianopel von Briganten beauftragte General Edib Pascha berichtete dem Sultan telegraphisch die Gefangennahme eines Gefährten des berüchtigten Athanas, der den Ort bezeichnete, an dem er und vier feiner Genossen ihren Antheil an dem Lösegelde verborgen, das für die auS dem Orientexpreßzuge seinerzeit entführten deutschen Reisenden bezahlt worden ist. Eine an den bezeichneten Ort entsendete Commission fand daselbst anstatt der angegebenen 1400 Pfd. 2100 Pfd. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Der Sultan drückte Edib Pascha seine Zufriedenheit aus. Rewyork, 12. April. Ein heftiger Cyclon hat in den Staaten Kansas, Iowa, Nebraska und Missouri sehr verheerend gewirkt. Mehrere kleine Städte sind angeblich zerstört und man befürchtet, daß viele Menschen umgekommen sind. Chicago, 12. April. Der General-Director der Weltausstellung hat den ursprünglich auf den 10. April festgesetzten Endtermin für die Annahme von AusstellungS- Objecten bis zum 30. April verschoben. Die Verlängerung gilt jedoch nur für Gegenstände, für welche bereits Raum in der Ausstellung bewilligt ist. Ausland. In Belgien spitzt sich die durch die Frage der Der- fassungsrevision hervorgerusene CrisiS immer bedenklicher zu. In der Hauptstadt Brüssel kam es am Dienstag, als es bekannt geworden war, daß die Deputirtenkammer den zur Revisionsvorlage gestellten Anrrag des radicalen Führers Janson abgelehnt hatte, wonach das allgemeine Stimmrecht mit Wahlberechtigung vom 21. Lebensjahre an einzuführen sei, zu Unruhen, welche erst durch ein starkes Polizeiaufgebot unterdrückt werden konnten. Die Bürgergarde ist einberufen worden, da weitere Unruhen nicht unwahrscheinlich sind. Bed.nklich ist auch die vom Generalrath der Arbeiterpartei Belgiens beschlossene Proclamirung des sofortigen allgemeinen Strikes als Demonstration für das allgemeine Stimmrecht. Der Strike hat bereits in allen Bergwerken des Kohlenbeckens von Charleroi, mit Ausnahme derjenigen von Fromeries und Dom, begonnen. In Frankreich scheint eine neue Scandalaffaire heraus- zuzlehen. Der Erfinder des Melinits, Turpin, welcher wegen Berrathes des Melinitgeheimnisses zu mehrjähriger Gefängniß- strafe verurtheilt worden war, ist jetzt durch ein Decret des Präsidenten Carnot begnadigt worden, er feiert aber seine Rückkehr in das bürgerliche Leben in eigenthümlicher Weise. Turpin kündigt nämlich durch einen Redacteur des „Figaro", der ihn im Gefängnisse „interviewte", sensationelle Enthüllungen an, wonach das französische Kriegsministerium wegen angeblichen Melinitverkaufes an das Ausland bedenklich bloßgestellt werden würde. Man kann der weiteren Entwickelung der Affaire mit Interesse entgegensetzen. Wt. 87. et#t8 Stott ungen zur gründlichen Umgestaltung des Gymnasialunterrichts wenig Beifall fanden und besonders auch eine Entbürdung der Jugend als unzulässig bezeichnet wurde. „Ueber die Forderung, die Jugend zu entbürden, führte Prof. Uhlig- Heidelberg etwa aus, hat man vergessen, daß die Schule die künftigen Träger der schwersten und verantwortungsreichsten Aemter anstrenge und andauernde Arbeit zu gewähren hat. Vermindern wir die Ansprüche, so vermindern wir auch die Tüchtigkeit und überfüllen die höheren Berufe noch mehr." Aus den Verhandlungen läßt sich erkennen, daß der Verein es im Allgemeinen mit unserem Gymnasialunterricht beim Alten lassen will. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Die nächste Versammlung soll in Bamberg statt- finden. ______________________ Bekanntmachung, betreffend die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berussgenoffenschaft für das Großherzogthum Hessen. Die Umlage der land- und sorftwirthschaftl. Berufsgenossenschaft für 1892 beträgt 222456.1 JL (100 464.90 JL für Unfallentschädigungen, 75348.67 JL als Ausleihung zum Reservefonds und 46 642.53 JL Verwaltungskoften). Da sich die Gesammtfumme der beitragspflichtigen Steuerkapitalien auf 13751911.7 JL (8021 948,5 Gulden) beläuft, ergibt sich ein Ausschlag von 1,618 auf die Mark Steuerkapital (oder 2,773 auf den Gulden). Es wird dies nach Vorschrift des § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Erhebung dieser Umlage demnächst in einem Ziele unter Zusendung besonderer AnsorderungSzettel gemeindeweise statt- finden wird. Darmstadt, den 21. März 1893. Der Vorstand der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft. Nover, RegierungSrath._______________ Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Erda, Kreis Wetzlar. Die Maul- und Klauenseuche zu Erda im Kreise Wetzlar ist erloschen. Gießen, den 11. April 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n. Deutscher Reich. Berlin, 12. April. Neueren Nachrichten aus Berlin zufolge wird das deutsche Kaiserpaar bei seiner bevor- stehenden Reise nach Italien nicht den Weg durch die Schweiz, sondern denjenigen über den Brenner nehmen. Dagegen gedenken die Majestäten bei der Rückfahrt die Schweiz zu berühren und werden sie durch eine Abordnung des schweizerischen Bundesrathes begrüßt werden- Zeit und Ort dieser Begrüßung sind indessen noch nicht festgestellt. — Die Frage einer Reform der deutschen Eisenbahn-Personentarife wird jetzt von bayerischer Seite erneut angeregt. Die bayerische Regierung läßt officiös erklären, daß voraussichtlich in nicht ferner Zeit Verhandlungen unter den betbeiligten Regierungen wegen der gedachten Reform wieder ausgenommen werden könnten. — Die internationale Sanitätsconferenz in Dresden hat ihre Arbeiten beendigt, obschon dieselben noch ihres formellen Abschlusses harren. In der am Dienstag abgehaltenen Sitzung der Conferenz wurde der Bericht der zur Prüfung einer Anzahl von Specialfragen eingesetzt ge- wesenen dritten Commission berathen. Auch hier bekundete sich die Uebereinstimmung in den Ansichten der großen Mehrzahl der Delegirten, so daß von den materiell beendigten Conferenz- arbeiten nach allen Richtungen hin befriedigende Ergebnisse zu erwarten sind. Dresden, 9. April. Der deutsche Gymnasialverein zählt gegenwärtig etwa 2600 Mitglieder. Er hat den Zweck, die Angriffe auf das moderne Gymnasium abzuwehren. Es ist daher erklärlich, wenn in der gestern hier abgehaltenen Jahresversammlung dieses Vereins die Bestrebter WfctMt MvH« scheint täglich, »it Ausnahme bei Montag« Bit Gießener vrttn dem Anzeiger »tchenrlich trrimel ".tigdtgi. Depeschen des Bureau „fcerolb-. Berlin, 12. April. In parlamentarischen Kreisen verlautet, eine erneute Ahlwardtdebatte sei im Reichstage nicht zu erwarten, da es feststehe, daß Ahlwardt weitere Actenstücke nicht besitze. Berlin, 13. April. In der nächsten Zeit soll die Eröffnung von Cholera st ationen a n der Weichsel bereits beginnen. Berlin, 13. April. Die Zugeständnisse, welche Rumänien in dem am 9. April vorläufig festgestellten Handelsvertrag mit Deutschland gemacht hat, scheinen sich in der Hauptsache auf die Verpflichtung zu beschränken, die Zollsätze des Tarisß nicht zu erhöhen. München, 12. April. Der Militäretat soll ein neues Postulat zur Gründung von Mannschaftsbibliotheken bei den Truppentheilen zur Unterhaltung und Belehrung der Soldaten vorsehen. Straubing, 12. April. Hier hat sich ein nieder- bayerifcherBauernbund gebildet, welcher jeden Anschluß an die bestehenden politischen Parteien perhorrescirt. Paris, 12. April. Der „Matin" veröffentlicht einen Artikel, worin anschließend an die Nachricht, der Papst würde der Fürstin von Bulgarien die goldene Rose übersenden, gesagt wird, der Papst begehe dadurch einen großen politischen Fehler - er würde dem Dreibund in die Hände arbeiten, indem er durch die Verleihung der goldenen Rose den Fürsten Ferdinand anerkenne. Lyon, 12. April. Die Handelskammer beruft einen Congr eß der Freihändler Frankreichs ein, um für die bevorstehenden Kammerwahlen ein gemeinsames Vorgehen aller Freihändler zu beschließen. London, 13. April. Der „Standart" und „Daily News" Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphische« Correfpondenz-Bureau. Berlin, 12. April. Der Kaiser nahm gestern im Casino des Garde Füsilier-Regiments an dem Abschiedsessen für den Major v. Goldbeck und den Hauptmann v. Claer theil. Am Abend wohnten der Kaiser und die Kaiserin der Vorstellung im Opernhause bei. Heute Vormittag nahm der Kaiser die Vorträge des Geheimeraths v. Lucanus und des Ministers v. Heyden entgegen. Zu der heutigen Frühstückstafel hatte der italienische Botschafter Graf Lanza eine Einladung erhalten. Berlin, 12. April. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die königliche Genehmigung, daß gleichwie bereits das gegenwärtige Haupt der Linie Stolberg-Wernigerode, so auch die gegenwärtigen Häupter der Linien Stolberg-Stolberg und Stolberg Roßla, sowie deren Nachkommen erster Generation den erblichen Fürstentitel und das Prädicat Durchlaucht iühren dürfen. Berlin, 12. April. Auf eine Eingabe, die ein hiesiger jüdischer Bürger birect an den Kaiser über das Treiben der antisemitischen Händler gerichtet hatte, ist ihm vorgestern folgende Antwort zugegangen: „Ihre Jmmediat- Eingabe vom 15. März d. Js., betreffend die Verhinderung der Verbreitung antisemitischer Druckschriften auf den hiesigen Straßen, ist auf allerhöchsten Befehl zur Prüfung und Bescheidung an mich abgegeben worden. Euer Wohlgeboren eröffne ich demgemäß ergebenst, daß, wie längst Jedermann wahrnehmbar, den Ausschreitungen der mit antisemitischen Druckschriften Straßenhandel betreibenden Personen polizeilicherseits mit Strenge entgegengetreten wird, soweit die geltenden Gesetze hierzu eine Handhabe bieten. Was die von Ihnen erwähnten Dexirbillets „Nach Jerusalem hin, aber nicht zurück" betrifft, so hat sich ergeben, daß dieselben zum großen Theile den Bestimmungen des § 6 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 nicht entsprechen. Insoweit dies der Fall, sind diese Druckschriften beschlagnahmt worden. Der Polizeipräsident gez. v. Richthofen." Berlin, 12. April. Der Congreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde heute eröffnet mit Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. wE“ AaerichtttrS Logis im ' Ql?.?tntlJn,l6 Ammern nebst Ä SlLUnb rrockenplq Oberes Z iö 11 W 3 Rimmer mit Sßben» uibwamauiiiu«*. • fr» Mbv wb jL_ MMsteüMrsmMMM KK-- h S'« m 7» >' k. n3uli taNi räi S " ” i”1 2J Ein Logis ju vermiet^ _____Ederstrahe ttz. Stube und Bubebär an tinidne nju Dttmfttyen SchlehM 12. oj Mansardenwohnung, 3 Zimmer > Eouidor per 1. Mai zu vermiethm. K4 Atuling, Sieinstrahe 52a. 4| MmgG 15* im Vorderhaus »er Stock zu vnmieihm - ff* Xaßavn. iOj Der seither von Frau Professor ?6u8 beweinte 3. Stock meiner s ist zum 1. Juli zu oermielben- _____________Pros Cndttu 0) kleines TEmlvgiS zu oet-. tn- M\ \\\; Wwe.t Kanzleiberg 5 isteundl. Wohnung, 3 Zimmer Balkon im 2. Slock, Wasser!, re- per ult zu vermleihen- «rieb, verlängerter Asterweg 48- 1311 kleines LogiS zu verwichen- ____________________Sandgasse tt- 3 1 Nn Logis zu verwichen- Mergafle IL zunst^M-1 yMk btrSiW bester >adeu »i Meine Bekanntmachung. Im Interesse des Publikums macht man noch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Reclamationen gegen Einkommen- unb Eapitalrentensteueranfätze 1. Abtheilung immer, aber auch Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abtheilung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteueransätze 2. Abtheilung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nur an den Amtstagen Dienstags und Samstags) während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das zur Beschlußfassung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann. Gießen, den 1. April 1893. Der Vorsitzende: _______Süffert. _________________ Ltener-«ommifsariat Gietzerr. Amtstage: Dienstags und Samstags Vormittags von 8'/, bis 12 und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr. sagen, der Kaiser von Oesterreich habe durch deu Qnn- pfang den Fürsten Ferdinand anerkannt. London, 13. April. Die „Times" meldet aus Wien, die österreichischen Socialisten beschlossen, am ersten Mai zu feiern. Madrid, 13. April. Die Regierung bot den Vertretern Deutschlands neue Concesfionen betreffs Einfuhr industrieller Produkte und Rohstoffe an. Petersburg, 12. April. In dem (Gouvernement Perm herrscht große HungerSnorh, welche täglich viele Opfer fordert. _____________ Pontqpridel, 12. April. Der Einstieg in daS Bergwerk wurde im Laufe des TageS durch Feuer unmöglich- erst Abends gelang eS, 53 Leichen aufzufinden. Lüttich, 12. April. Im Kohlenbergwerk Convent wurde eine größere Menge Dynamit gestohlen. Der Thäter ist unbekannt. Ctcalts und provinzielle». Meßen, 13. April 1893. ♦ ♦ Seine Königliche Hoheit der Sroßherzog kamen gestern Vormittag mit dem Zuge 8 Uhr 22 Miu. auf der Rückreise von Romrod nach Darmstadt hier an und reisten um 8 Uhr 29 Min. nach Frankfurt weiter. * * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen gestern u. A. deu Eisenbahnbaumeister Stahl. ♦ e Oesientliche Sitzung bei ProvinzialauSschuffeS der Pronin, Oberhesseu vom 8. AprU 1893. 1. Beanstandung deS Voranschlags der Gemeinde EttingShause.n für 189 3/9 4. Zum Bau eines neuen SchulhauseS ist der genannten Gemeinde eine Extraholzfällung bewilligt. Soweit der Reinertrag zur Deckung der ersten Baurate, welche im obigen Voranschlag vorgesehen ist, nicht hinreicht, findet Capital- aufnahme statt. Der Gemeinderath hat indessen 1698 Mk. weiter zur Aufnahme eingestellt, wozu er, da eS sich um Deckung laufender Ausgaben handelt, nach Ansicht des KreiSamtS nicht berechtigt ist. Letzteres hat deshalb, da für 698 Mk. anderwcite DeckungSmittcl vorhanden sind, die Erhöhung der Umlage um 1000 Mk. für nöchig erachtet. Der Kreisausschuß ist dieser Ansicht beigetreten- nunmehr hat die Gemeinde RecurS gegen den Beschluß des ersteren ergriffen, welcher indessen kostenfällig abgewiesen wurde. — 2. RecurS des Ho fmetzgerS Georg Möhl zu Gießen gegen einen Polizeibefehl des Großh. Polizeiamts wegen seines Häute- TrockenspeicherS. Wie bereits früher untgetheilt, wurde der RecurS des pp. Möhl gegen den Polizeibefehl, welcher ihm daS Trocknen frischer Thierhäute auf dem Boden seines neuerbauten NebenhauseS untersagte, seitens des KreisauSschusseS abgewiesen. Hiergegen hat Möhl Berufung an den Provinzial- AuSschuß verfolgt. Der Vertreter des Recurrenten stützte sich daraus, daß dieses bloße Aufhängen der Häute zum Trocknen nicht als eine Anlage im Sinne deS § 16 der Gew.-Ordnung angesehen werden könne, vielmehr nur ein Anhängsel deS Schlächtereibetriebs, wofür fein Mandant die Concession besitz«, bilde. Der Vorstand deS PolizeiamtS dagegen sieht daS Häutetrockncn als selbständige Anlage an und bemerkt, daß die größte Zahl der Metzger die Häute in frischem Zustande verkauften. Der RecurS wird wiederum abgewiesen, dem pp. Möhl auch die Kosten und eine Aversionalvergütung von 20 Mk. auserlegt. — 3. RecurS deS Joseph Fürth in Friedberg gegen einen sein Bauwesen betr. Polizeibefehl deö dortigen KreiSamts. Rubrikat hatte bei Ausführung baulicher Veränderungen an seinem Wohnhause auch in der Grenzumsangswand Fensteröffnungen ohne Genehmigung Herstellen, dieselben aber aus den Erlaß deS Polizeibefehls wieder zumauern lassen. Er bestreitet indessen, daß das eine Fenster erst jetzt gebrochen worden sei, diese Oeffnung bestehe vielmehr schon jahrelang und sei er darum zur Vermauerung desselben nicht verpflichtet. Durch die Zeugen wurde bic Behauptung des pp. Fürth bestätigt und danach dem Recurse, insoweit sich derselbe aus die Vermauerung der früher vorhandenen Oeffnung bezieht, stattgegeben. Die Kosten fallen der Stadt Friedberg zur Last. — 4. Besch werde verschiedener Einwohner von Friedberg wegen Anforderung von Canalbeiträgen. Die Geschwister Bogt, Chr. Cordes & C. F. Frick in Friedberg, welche zu den Kosten der Canalanlagc herangezogen worden sind, haben dagegen mit der Begründung reclamirt, daß die Anlieger nur zur Tragung der Kosten der Neuherstellung oder deS Aufwandes für Umänderung schon bestehender Canäle verpflichtet seien, dieser Fall aber nicht zutreffe. Seitens der Stadt Friedberg ist dagegen betont worden, daß in dem Canalnetz theils ganz neue Canäle gebaut, theilS die schon vorhandenen nach Ausführung von Reparaturen :c. in dasselbe eingereiht worden, daS Canalnetz sonach als ein Ganzes anzusehen und alle Anlieger, welche ihre Abzugscanäle in dasselbe eingeführt hätten, gleichmäßig zu den Kosten beizutragen verpflichtet seien. Die Festsetzung der Beiträge der einzelnen Anlieger hat, wie behauptet worden, durch den Gemeinderath unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Verhältnisse stattgefunden. Der KreiSauSschuß hat die Beschwerden verworfen, wogegen nun RecurS verfolgt worden ist. In der heutigen Verhandlung gab Stadtbaumeister Zörb an Hand des vorliegenden Planes die nöthigen Erläuterungen. Der Anwalt der Beschwerdeführer sprach sich dahin auS, daß, da eine Zusammenstellung der Kosten, wozu seine Clienten beizutragen hätten, nicht vorliege, serner der RepartitionS- woduS nicht der gesetzlichen Anordnung entspreche und, weil endlich die Reclamanten zu den Kosten der früheren Canalanlage nicht herangezogen worden seien, dem Recurse wohl stattgegeben werden müsse. Der ProvinzialauSschuß beschloß, die Recurrenten CordeS & Frick definitiv, die Geschwister Vogt zur Zeit von der Leistung fraglicher Beiträge zu entlasten und die Kosten der Stadt Friedberg aufzuerlegen. — 5. RecurS deS PH. Schomber II. aus Beuern gegen einen Polizeibefehl des KreiSamts Gießen, den Umbau seiner Scheuer betr. ES handelte sich hier um die Errichtung einer Brandmauer, welche Schomber umerlassen har und daher schon gerichtlich bestraft worden ist. Der Anwalt deS Re- currenten erklärte, daß sein Client nicht die Behörde habe hintergehen wollen, sich vielmehr auf die Handwerksmeister verlassen habe, welch letztere sich der Uebertretung der Bauordnung schuldig gemacht hätten. Die Herstellung der Brandmauer würde einen unverhältnißmäßigen Kostenaufwand verursachen, weshalb er bitte, den angefochtenen Polizeibefehl aufzuheben. Der RecurS wird abgewiesen und pp. Schomber in die Kosten verurtheilt. — 6. Beanstandung deS Voranschlags der Gemeinde Kirtorf pro 1893/94. Der Gemeindevorstand hat den durch Großh. Ministerium der Finanzen erhöhten Gehalt deS Gemeindeforstwarren bei Ausstellung des rubr. Voranschlags um 100 Mark zu gering in Ansatz gebracht, weshalb Großh. KreiSamt Alsfeld Beanstandung erhob, welcher der dortige KreiSauSschuß beigetreten ist. Hiergegen ist RecurS zwar eingelegt, aber nicht weiter gerechtfertigt worden. Der RecurS wurde auS formellen Gründen zurückgewiesen. — 7. Antrag der Gemeinde Wölfersheim auf Enteignung der Hofraithe der Konrad Klee Ehefrau und des Chr. Dauernheim von da behufs Verbreiterung der Ortsdurchfahrt. Die Nothwendigkeit der Abtretung ist von den Expropriaten nicht bestritten worden, eS handelt sich daher nur um die Höhe der zu gewährenden Entschädigung. Die Expropriaten erklären, mit dem von den Experten abgeschätzten Betrage nickt bauen zu können- beide machen Anspruch auf Ueberweisung anderer Wohnungen. Die Experten erklärten, daß die Herstellung eines den bescheidenen Verhältnissen der Expropriaten entsprechenden Häuschen- den Betrag von mindestens 2500 Mark erfordern werde. DaS Urtheil erging dahin, daß 1. die Eheleute Klee und Dauern» heim zur Abtretung ihrer Hoftaithe an die Gemeinde schuldig seien, 2. die Gemeinde als Entschädigung an Konrad Klee Ehefrau 1145 70 Mk., an Chr. Dauernheim 1508.22 Mk. zu leisten und die Kosten des Verfahrens zu tragen habe. "ReueS Theater. Morgen geht die erste Operetten-Novität der Saison in Scene und zwar Millöckers „Der arme Jonathan". Herr Director Baars hat mit derselben, gleich wie mit „Mikado" große Erfolge erzielt und war einer der ersten Unternehmer, der nicht die großen Honorarkosten scheute und die Novität für eine Anzahl Städte, u. a. auch für hier ankaufte und sie in fein RepeNoir ausnahm. Gelegentlich eines Gastspieles, das Herr BaarS in Meiningen absolvirte, schreibt die dortige „M. Ztg.". „Gestern bereitete uns das Operetten-Ensemble deS Herrn Director BaarS einen großen Kunstgenuß durch die Aufführung der Operetten- Novität von „Der arme Jonathan" von Carl Millöcker- der Componist hat mit dieser neuesten Schöpfung den Beweis geliefert, daß er auch im Stande ist, eine Salon-Musik zu schreiben, welche sich den Vorbildern der edelsten Meister der Tonkunst würdig anreiht- gleich die erste große Arie der Miß Harriet „Willst Du mein Liebster sein," war von mächtiger Wirkung und erntete rauschenden Beifall. Desgleichen sind der Primadonnen- und Jonathan-Walzer wahre Perlen gefälliger Salon-Musik - von drastisch-komischer Wirkung waren ferner daS Quintett und Finale im zweiten Acte, welche da capo verlangt wurden. DaS anwesende Publikum, welches sich aus den höchsten Gesellschaftskreisen refrutirt hatte, folgte der Vorstellung mit großem Interesse und kargte nicht mit BeifallSspenden." — Auch hier wird die Operette mit den ersten Opern- und Operetten-Kräften in den Hauptrollen besetzt, das Interesse unseres kunstliebenden Publikums in Anspruch nehmen. AIS erste Lustspiel-Novität geht am Sonntag von KadeldurgS und SchönthanS „Zwei glückliche Tage" zum ersten Male in Scene. * * CircuS und Theater Wallenda trifft heute Abend 9 Uhr 30 Min. mittelst ExtrazugeS hier ein. * ♦ Nach Chicago. Mit dem gestrigen Nachtzuge kamen 20 junge Mädchen aus Mainz hier durch, welche für eine deutsche Restauration auf der Weltausstellung in Chicago als Buffetdamen engagirt wurden. Die Mädchen, Töchter von Mainzer Bürgersleuten, reifen in Begleitung eine# Mainzer MetzgermeisterS nebst dessen Frau. Der Metzgermeister wird als Küchenmeister in einer Restauration thätig fein. Eine größere Anzahl Kellner sind schon in voriger Woche nach Chicago abgercift, woselbst sie bereits an diesem Sonntag einzutreffen gedenken. ♦ ♦ Der erste Hauptgewinn der Frankfurter Pferdelotterie (ein vierspänniger Landauer, 1 vierspänniges Geschirr, 1 russischer Rapp-Wallach, 1 deSgl. Stute, 1 schwedischer Rapp-Wallach und ein russischer Schimmel-Wallach) fiel auf Nr. 80567, der zweite (ein zweispannigeS Coupe, 1 zwei- spännigeS Geschirr, zwei mecklenburgische Stuten)auf Nr.47 976. — Unter Anderem fielen drei höhere Preise in die Collecte deö Kaufmanns H. Wallach hier. * ♦ Postpersonal Nachrichten. Dem Ober - PostdirectionS- fecretär ©immer aus Straßburg (Elf.) ist die Borsteherstelle deS Kaiserlichen Postamts in BenSheim, übertragen worden. Versetzt sind: die Ober-PostdirectionSsecretäre Göbel von Cöln (Rhein) nach Gießen, Obenan» von Darmstadt nach Sttaßburg (Elsaß) und Ockel von Darmstadt nach Hagen (Wells.) behufs Uebemahme von Postkassirer stellen, die Postsecretäre Mund von Straßburg (Els.) und R a d e ck von Frankfurt (Main) nach Darmstadt bebufS Ueber« nähme von Büreaubeamtenftellen I. Klasse bei der Ober-Post- birection Darmstadt, der Postsecretär Leister von Bad- Nauheim nach Saarbrücken behufs Uebernahms einer Ober- Postsecretärstelle daselbst, die Ober-Postasfistenten Henrich von Michelstadt und Kissel von Aachcn nach Mainz, die Poftassistenten G g. Müller von Slberseld nach Michelstadt und Heintze von Offenbach (Main) nach Hechingen. — Ernannt sind die Postassistenten StrauS in Friedberg (Hessen), Busch und Bergmann in Mainz, Schade in Gießen und Wedel in Heppenheim (Bergstr.) zu Ober Poft- assiftenten, der Büreauassistent Wittenbecker und der Tele graphenaisistent Spahn in Darmstadt zu Ober Telegraphen- afsistemen. — An gestellt sind: als Pollsecretär der Post- pracricant Marbach in Offenbach (Main), als Bureau affistent der Postasfistent Traub in Darmstadt, aI8 Post- afsistenreo die Postassistenten C. E. Schmidt in Mainz, Geißler in Alzey, Jos. Schäfer in Grünberg (Hessen) unb Kammer in Gießen. — Der Postbirector HallwaLS in BenSheim ist in ben Ruhestanb getreten. • • Schuldienst - Nachricht^ Am 29. März wurde der Lehrer an der Realschule und dem Progvmnasium zu Alzey Heinrich Kolb zum Lehrer an der Realschule za Darmstadts unter Belassung in der Kategorie der volkSschullebrer, mit Wirkung vom 1. April an, ernannt- — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Ksenburg und Bübingen in Meerholz auf die erste Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Langenbergheim präsentirte Schullehrer Heinrich Frank zu Selter- für diese Stelle bestätigt. • • Erledigte Lehrerüellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gern einbeschule zu Offstein mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzendc Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Frankenhaufen mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit ber Stelle ist Organistenbienst verbunden. • • Einstellung von Einjährig - Freimiligen. Der Großh. Bürgermeisterei Darmstadt ist vom General-Commanbo mit- getheilt worben, daß für bic Garnison Darmllabt die beiden Einstellungs-Termine ffhr Einjährig - Freiwillige — 1. April unb 1. October — für das Jadr 1893 nochmals versuchsweise bestehen bleiben sollen. Auch im Jahre 1892 habe bei ben im Frühjahr beim Infanterie - Regiment Nr. 115 Eingestellten nur für Wenige zur Wahl jenes Termin» ein BebÜrsniß vorgelegen, unb würde, wenn bic Zahl dieser Leute nicht eine bemerkenSwerthe Zunahme erfahren sollte, daS General-Commanbo von ber enbgiltigen Einführung der trag- lichen Maßnahme auf militärdienstlichen Gründen Abstand nehmen müssen. AlterthnmSfunde in cderhesien. ©üblich von Eberst abt, in der Lehmgrube einer Rusfenfabrik, gewahrte vor einigen Tagen Herr Kofler au» Darmstadt im vorüber- fahren die Anzeichen vorgeschichtlicher Wohnstätten. Eine kurze Untersuchung, welche derselbe im Verein mit Herrn Professor Dr. Hettner aus Trier anstellte, ergab eine trichterförmige Grude unb zwei viereckige Wohnstätten. Die letzteren hatten eine Länge von 2,5 bis 3 Meter und eine Tiefe von 1,5 bis 2 Meter. Die Räume waren mit Resten von Thier- knochen, Kohlen, Asche, gebrannten Lehmbrocken und Gefäß- scheiben ungefüllt. Es gelang ben Herren mit Hülfe ihrer Federmesser eine beschädigte kleine Schale dem Boden zu ent» nehmen. A Mainz, 12. April. In der letzten Sitzung des Kreistages des Kreises Mainz wurde auf Antrag deS Dr. Masserell beschlossen, die Regierung zu ersuchen, ber Kammer eine Vorlage zur Errichtung von Anstalten für jugenbliche Uebelthäter unb Geisteskranke zu unterbreiten. 'Jiadj der Angabe beS Antragstellers haben bic verwahrlosten Kinder und die Geisteskranken in der dies feitigen Provinz derart zugcnommen, baß bie bestehenben Anstalten zu beten Unterbringung bei Weitem nicht mehr auSreichen unb baher eine Vermehrung solcher Anstalten al» eine bringende Nothwendigkeit erscheint. — Nach Unterschlagung einer beträchtlichen Summe ist der Gehilfe eines hiesigen Gerichtsvollziehers flüchtig gegangen. — Wie hiesige Blätter mittheilen, fei ein Mainzer Bierbrauer bei Groß Gerau von drei Wegelagerern in räuberischer Absicht Überfallen worden, doch fei der Ratibversuch mißglückt. ~ ■ Zur Frage der Feuerbestattung in Hessen. In ber „Rosenau" zu Frankfurt a. M. hielt gestern die evangelische Conserenz für baS Großhcrzogthum Hessen ihre Jahresversammlung ab. Aus ber TageSotbnung staub u.A. bic Frage ber Feuerbestattung. Da» Referat über biefen Gcgenftanb hatte Herr Pfarrer Sahl-Offenbach übernommen. Die von bem Referenten ausgearbeiteten acht Thesen lauten: 1) Die verschiedene Art der lobtenbeftattung steht einerseits mit der angestammten Lebensweise und ber religiösen Ent Wickelung ber Völker im Zusammenhana, wird aber auch anbererseitS burck mehr zusällige unb äußerliche Ursachen be« bingt. 2) Im Allgemeinen war bie Sitte de» Begraben», als bie natürlichste unb einfachste Bestattungsweise, bic älteste BestattungSart, wechselte aber mit ber Feuerbestattung ab, wenn auch allmählich bie letztere unter ben Völkern Europas in ber vorchristlichen Zeit allgemeine Eilte würbe, eine Sitte, die erst mit dem Vorbringen beS Christenthums schwand. 3) Obschon daS neue Testament keine Vorschrift über die Bestattung der Tobten enthält, so war doch, im Anschluß an die übliche BestattungSweise deS jüdischen Volke», da- Begraben von Anfang an christliche Sitte, sondern auch der religiösen Empfindung der Mehrheit der Christen, indem sie mit einer ganzen Reihe christlicher Lebensanschauungen unb Gefühlen, mit ber Sprache ber Bibel, unserer geistlichen Lieber u. s. w. bricht. 4) Die Agitation gegen die altchrist liche Sitte wurde erst in ben letzten Jahrzehnten, und zwar hauptsächlich durch angebliche ober wirkliche Mißstände der gegenwärtig allgemein üblichen ®cfiattung»weife hervorgerufen, Mißstände, die aber durch bic bloße fakultative Feuerbestattung nicht aufgehoben werben. 5) Da bie christliche Lehre von der Auferstehung zu einem verklärten LeibeSleben sich wohl mH ber Verbrennung beS entseelten Leibe» ne reinen läßt, so ist c», bei allem prinzipiellen Eintreten für die altchriftlichc Sitte de» Begraben», ungerechtfertigt, eine Abweichung von biefer Sitte einfach eine Lo-sagung vom christlichen Glauben zo nennen. 6) Sehr erwünscht wäre e», wenn wenigstens von iämmtlichen deutschen evangelischen Landeskirchen einheitliche Bestimmungen darüber getrosten würden, in welcher weise eine der Würde der Kircke und zugleich auch dem Gefühle der Kirche entsprechende amtliche Bctheiltgung ber Geistlichen 1 ’Äb ln < a» 29. rn. «SÄ?"* 1er 2*«" te S» r.^.'L, ÄÄ,«- . Wern jabrltofh m Qn der ^Soniftenbien?!0^ bon '^chen Lehrer llle zu $6rflhi t ^föibc > Mk° S "'** mit »er Stille ist Setitoiffhe# »,r fi, . Ä“'*“** , l8?3 nochmals Versuchs- «>*K “•Ä2.1“ ÄW IE-, ta £s81?ran|htt i'“«' Gründen Abstand Wn. Südlich von Eber- Russensabrik, gewahne vor °us Darmstadt hn Barüber- Etlicher Wohnstätten, derselbe im Verein mit Herrn anstellte, ergab eine trichter- e Wohnstätten. Die letzteren ! Meter und eine Diese von waren mit Arsten von Tanten Lestmdrocken und Gesätz- den Herren mit hülse ihrer ne Schale dem Boden zu ent» In der letzten Sitzung der iz wurde auf Antrag des Regierung zu ersuchen, der ichtung von Anstalten ter und Geisteskranke übt deö MrnMerd staden ir Teistedkranlen in der dird' ommen, daß die bestehenden zung bei Weitem nicht mehr mehrmg solcher Anstalten als erscheint. — Nach Ilnter- i Summ ist der Gehilfe eines ijtis gtjtmgen. - M hi-s'«e tainiti Bierbrauer bei Grotz- in räuberischer Absicht übet« Raubversuch mißglülkt. _ -estattmg i« Hesse». inffurt«.m. »iell«ef«r” te ir la« SroWtriogti» Utum-Ä* ÄS«* bttiobttnlieltatWiisW'g “I™®'ÄMe llrf«»« bl- l'ge und E fypbtnS, war die Sktte «6> r »'“Ä **» re unter den w w **ÄSI: b,8 MO-» * iut W Mir **'L -M»° d-r *- .Lbie6«'1* Di- °»d * n letz'-» ZL ®®w« [t oder wlrku^ „gerufen/ t Mh mit ? "-s, wenn 'ven Lidi»6 : >°are *nj« < ,uglei» °"^Mlich-u an einer ans Anlaß der Feuerbestattung veranlaßten Feierlichkeit stattfinden könne. 7) Es ist ein Widerspruch, wenn eine Staatsbehörde im eigenen Lande eine Feuerbestattung verbietet, zu gleicher Zeit aber die ausdrückliche Erlaubnis ertheilt, daß die Leiche eines Unterthanen desselben Lundes zur Feuerbestattung in einen Nachbarstaat übergesührt wird. 8) Die Entscheidung, ob Begraben oder Feuerbestattung, kann endgültig nur vom juristischen Standpunkte oder von dem der Hygiene getroffen werden." Der Borfitzende der Eonferenz, Herr Rechtsanwalt Curtman-Gießen, hatte zur fünften These folgenden Zusatz beantragt: „Demnach steht dem ernstlich ausgesprochenen Willen einer Person, nach dem Tode verbrannt zu werden, Seitens der Kirche kein Hinderniß entgegen." Verschiedene der anwesenden Geistlichen sprachen sich gegen den Zusatz aus- die christliche Kirche theilte den Grund- satz der Juristen nicht, daß jeder Eigenthümer mit seinem Besitz, hier also mit seinem Körper, machen könne, waS er wolle. Wie wir der „Franks. Ztg." entnehmen, bekannten sich ohne Ausnahme die sämmtlichen Redner, der Referent und die Herren Prof. Dr. Wetffenbach-Friedberg, Dr. Littmann-Friedberg, Pfarrer Wiener-Alzey, Pfarrer Eise nm eng er-Ober- Roßbach, Pfarrer Grünewald- Offenbach u. A., zu entschiedener Gegnerschaft der Feuerbe- stattung, für deren Nothwendigkeit die Naturwiffenschaft noch feine Beweise erbracht habe. Am Schluß der fast dreistündigen Berathung wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: „Die Eonferenz billigt in allen wesentlichen Punkten die Sahl'schen Thesen über die Feuerbestattung. Sie muß die gegenwärtige Bewegung für Leichenverbrennung, deren Nothwendigkeit weder auö nationalöconomischen, noch aus hygienischen, noch aus ästhetischen Gründen erwiesen ifL im Interesse der christlichen Sitteentschieden mißbilligen, kann aber die Leichenverbrennung im Falle besonderen Verlangens des Verstorbenen weder fiq antikirchlich, noch antichristlich erklären." Vermischtes. * Bietigheim (Amt Rastatt), 11. April. Ein po li- tifcher Mord wurde gestern Nacht hier begangen. In einem WirthShausgespräch machte der Bürger Essig dem Gemeinderath GanS gegenüber die Bemerkung: „Du kommst daS nächste Mal auch nicht mehr aufs Rathhaus!" Gans wurde wegen der Androhung eines Wahldurchfalls in hohem Grade aufgebracht, entfernte sich aus der Gesellschaft und lauerte dem Bürger Essig in der Nähe auf. Als Essig, nichts ahnend, nach Hause ging, wurde er von Gans überfallen und mit einem Messer in die Brust gestochen, so daß er nach weniger Zeit starb. Essig hinterläßt eine Frau und sieben, theils noch kleine Kinder. Der Thäter wurde der „N. Bad. L.-Ztg." zufolge nach Rastatt gebracht. ♦ Der Hunderttausendste Einwohner Charlottenburgs wurde, > wie die „Charl. Ztg." in einer besonderen Beilage verkündigt, am 6. d. MtS. geboren. Es ist ein Mädchen, Tochter deS Packetbriefträgers Werner, Kleiststraße 16. Dem Mädchen fällt eine von dem Stadtrarh Töbelmann ausgesetzte Präm ie von 300 Mark zu. ♦ Recht erbauliche Zustände werden durch nach- folgendes lakonisches Telegramm aus Sansibar in grelle Beleuchtung gerückt: Eine am Sonntag unter französischer Flagge segelnde Dhau wurde von dem englischen Kanonenboot Philomele angehalten. Die Dhau halte 60 Kinder an Bord, die in Sansibar durch Araber geraubt waren. In letzter Zeit wurden wiederholt Sklaven-Schiffe durch Beamte deS Sultans angehalten. * lieber ein Berkehrseuriosum wird aus einem thüringischen Ort berichtet: Eine Getreidereinigungsmaschine, ganz aus Eisen gebaut (Trieur), wird von der königl. Eisen- bahndirection Köln zum Ausnahmetarif befördert- dagegen ist laut Verfügung der kgl. Eisenbahndirection Erfurt dieselbe Maschine als Sperrgut zu behandeln. Eine Folge davon ist, daß ein und dieselbe Maschine von der Station Kalk (Köln) nach Station Wutha (Erfurt) aufgegeben, ungefähr halb so viel Fracht kostet wie umgekehrt von Wutha nach Köln. ♦ Für den Dauermarsch Berlin Wien haben sich u. A. acht Offiziere gemeldet- auch das österreichische Militär bringt der Sache Interesse entgegen. Für die Oesterreicher ist der Nennungsschluß auf den 20. April festgesetzt, der Termin für die deutschen Meldungen lief am 10. April ab. Der Einsatz ist auf 10 Mark festgesetzt. Viele der Gemeldeten haben mit den Vorbereitungen bereits begonnen und es liegen Meldungen über Tagesleistungen bis zu 75 Kilometer vor. Schiffsnachrichteir. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. April wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampfer „Pennland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. April wohlbehalten in Neayork angekommen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 15. April: Vorabend 6« Uhr. Morgens 8« Uhr. Nachmittags 4« Uhr, Sabbathausgang 8°° Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschaft. «Abend 6" Uhr, Samstag Vormittag 8«J Uhr, Samstag _ oo nhr, Samstag Abend 6” Uhr. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 14. Woche. Vom 2. April bis 8. April 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkettsziffer: 17,25°/« bezw. 7,39 nach AuSsckl. der Ortsfremden. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15.J«hr Diphtherie 2 (1) - — 2 (1) Lungentuberkulose 2 (1) 2 (1) — — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Andere bekannte Krankheiten 2 (1) 1 (1) 1 — Summa: 7 (4) 4 (3) 1 2 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommm. - ■ ....... Verkehr, Cattfc- unb Volkswirchfchaft. Limburg, 12. April. Frachtmarkt. Rother Wei,en X 13.75, weißer Wetzen 13 50, Korn 10.65, Gerste JL 9 60, Hafer 7.70, Erbsen JL — —. Literatur und Ttunst. — Journal für moderne Möbel. Herausgegeben von practtschen Fachmännern. VIII. Adtheilung, 5. Heft. Pretö 1.50 Mk. Verlag von W. Kohlhammer in Stuttgart. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Dieses neueste Heft, welches sich den voraus- gegangenen nicht nur würdig anretht, sondern das fortgesetzte Bestreben der Verlagshandlung, „um wenig Geld Vorzügliches zu bieten", deutlich e,kennen läßt, enthält: Büffet, Stlberschrank, Stuhl, Wandschlänkchen, Bücherschrank, Sopha, Tellerbrelt und Tisch nebst Details in natürlicher Größe, sowie Preisberechnung und einen interessanten Aussatz „Die Bildneret der Renaissance". Ganz seid, bedruckte Foulards Mk. 1.3» bis 5.85 p. Mtr. (ca. 450 versch. Disposit.t — sowie schwarze weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.85 per Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc . (ca. 240 versch. Qual, und 20(0 versch. sFarben, DesstnS rc-), porto- und zollfrei. Muster umgehend. Seiden-Fabrik 6. Henneberg (k u. k. Hon.), Zürich. Pfarrer, Lehrer, Beamte rc. empf. allerorten den vorzügl. Holl. bet B. Becker in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose t- Beutel. 8 JL fr. [3648 Wichtig für Hausfrauen. Beruh. 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Mts. werden in hiesigem Gemeindewald versteigert: 7 Eichen-Stämme von 15 bis 46 cm Durchmesser und 3 bis 8 m Länge, 1 Kiefern-Stamm mit 40 cm Durchmesser und 6 m Länge, 4 Birken-Stämme, zu Schiebkarren geeignet, 41 Eichen-Derbftangen, 17 rm Eichen-Scheit, 142 „ Eichen-Knüppel, hierunter 26 rm 2x/2 m lang, 86 „ Birken - Knüppel, hiervon 12 rm 3 m lang, 13 „ Nadel Knüppel, 60 „ Eichen-Stöcke, 4670 Eichen- und Birken-Wellen. Der Anfang ist Vormittags 9 Uhr auf der Jägerschneise an Adtheilung Birkenstock. Großen-Linden, 11. April 1893. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. ___________Leun.________3533 Dienstag den 18. April, Nachmittags 2f/t Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die den (Earl Jughardt II und Christian Aug- Hardt IV. gehörigen Grundstücke: Flur 4,97 — 4231 qm Acker, stößt auf den Wismarer Weg, Flur 4,98 = 4219 qm Acker daselbst nochmals freiwillig meistbietend versteigert werden. Es wird bemerkt, daß Feldbereinigungskosten nicht mehr auf den Grundstücken haften. Gießen, 13. April 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. I. V.: Bogt. 3558 Versteigerung Samstag den 15. dö. MtS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz Nr. 20 dahier: 1. ca. 3000 Cigaretten, 1 Drehbank, 1 großen Thermometer, 2 Metallbarometer, 1 silberne Taschenuhr, 1 Standuhr in Goldoerzierung, 1 Gerätbeschrank, 2 Tische und einiges Küchengeschirr, 2. 1 Pianino, 1 Ladeneinrichtung, 1 Parthie Uhrenfedern, 16 Mille Cigarren, mehrere Sophas, Verti- cows, Tische, Stühle, Bilder, Spiegel und anderes Möbel, sowie 1 Schwein. Versteigerung ad 1 sicher, ad 2 theU- weise. Born, 3553 Gerichtsvollzieher. Aeikgeöoienes. Stadt. Sdjlfldilljm. Freibank. [3546 Heute und morgen: Ochfenfleifch, nicht ladenrein, per Psd. 30 Pfg. Erhielt einen Transport gute Acker Pferde, sowie auch für Bäcker und Metzger geeignete Laufpferde. 3548] Kessler, Pferdehändler. Pr.sr. Angel-Schellfische per Pfund 25 Pfg., la. Hecht, Zander, Cabliau, lebende Karpfen und Mastgeflügel bei [3565 _____________C G. Kleinhen«. 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