1893 Freitag dm 13. Oktober Erstes Blatt «t. 241 Aerrffprtchtr 6L Amts« und Anzeigeblatt für den Ureis Gieffcn. c” ThStigket, hn I bie ErMmg * teinr. ■ ■••Nmt eon Injeigen zu der Ko^mittag« ffk bat feig«*«" tM erfcheinmden Rümmer bil Bonn. 10 Uhr. 0K Kopenhagen, 11. October. Der Kaiser von Rußland wird am Freitag auf der hiesigen Schiffswerft der Lequng des Kiels für eine Lustyacht beiwohnen. Wie der- lautet, erfolgt die Abreise des Kaisers und seiner Familie.im Laufe der nächsten Woche. Deveschen deS Bureau .Herold". Berlin, 11. October. Die Mehrausgaben infolge der neuen Heeresorganisation werden schon jetzt für die Zeit vom 1. October 1893 bis 1. April 1894 durch erhöhte Matricularbeiträge der Bundesstaaten bestritten. Berlin, 11. October. Die Vorschläge des preußischen Handelsministers über die Organisation des Handwerks nebst Zubehör werden jetzt auch in den verschiedenen Bundesstaaten erörtert. Einstweilen ist eine starke Gegnerschaft gegen die Vorschläge des preußischen Handelsministers zu bemerken, weshalb man mit besonderem Interesse der Kundgebung des morgen zusammentretenden deutschen Gewerbe- kammertageS entgegensieht. Berlin, 11. October. Auf der Tagesordnung der morgtgen Sitzung deS Bundesraths steht Beschlußfasiung über die Wiederbesetzung der Stelle eines nichtständigen Mitgliedes des Reichsversicherungsamtes, Wahl eines Mitgliedes der Reichsschuldencommission und mehrere Ausschußberichte über Petitionen. _ 11 _ „ Berlin, 11. October. Nach der „Nordd. Allg. Ztg. ist das Plenum der bürgerlichen Gesetzbuchcom- mission zu Beginn dieser Woche zur Fortführung der Arbeiten von Neuem zusammengetreten. Berlin, 11. October. Nach einem bei der Gesellschaft für Erdkunde eingegangenen Telegramm ist die Grönland- OOOOOCX MT primnrtin Mchk unter Garantie^. Hems Chronr^ ichch k <32 ietS nur daraus g- Ilten W * -rportbieres J £ - unter M Weise gerejtju ®. Mhrl. Publikums k lkllicke! Deutscher Reich. Darmstadt, 11. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Domänenrath Siebert, den Oberamtsrichter Dr. Weiß von Laubach, den Seminardirector Dr. Quentell von Friedberg. Darmstadt, 11. October. Durch Kaiserliche Cabmets- ordre, datirt Coblenz, 1. September, wurde Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Solms-Hohensolms.Lich, Obersten ä la suite der Armee, der Character als General-Major verliehen.. Der russische Flottenbesnch in Frankreich. Der Zeitpunkt des von den Franzosen so sehnsüchtig erwarteten Gegenbesuches eines russischen Geschwader« in ?mil einem geradezu frenetischen Enthusiasmus ausnahmen. Inzwischen ist nun allerdings durch den bekannten „kalten Diisserstrahl" aus Petersburg das Feuer der Russenbegeisterung jkvßeits der Vogesen einigermaßen gedämpft worden, aber bemod) ist noch hinlänglich „Glühstoff" übrig geblieben und zweifellos werden die Ruffenfestlichkeiten in Toulon, Paris, Lyon usw. eine mehr als genügende lärmvolle wie glänzende Umrahmung aufweisen. Jndeffen aus diese äußerliche Sette der bevorstehenden Miwöchigen gallisch-moSkovitischen VerbrüderungSfeier kommt rs wahrlich nicht allzuviel an, die Hauptfrage bleibt doch dte- briifle nach den politischen Wirkungen des ganzen Schaustücks. 3° dieser Beziehung aber haben gerade die Bemühungen deS osficiellen Rußlands, die Franzosen zu einer Einschränkung thI tr lärmenden Festesfreude und ihrer chauvinistischen Kund- gedungen zu veranlaffen, inzwischen eine dankenSwerthe.Klarhett ' 1 'z-L »f» I «lle «nnoncen-Bureaur bei In. und «ultanbt« nttiew Hratisbeitage: Hteßener AamittmolaNer. j »»»..» Cocafc« «nd prsvtnrielles. Gießen, den 12. October 1893. Militärisches. Heute Vormittag hat die am 2. d. M. formirte 13. Compagnie des Infanterie - Regiments „Kaiser Wilhelm" daS als Kasernement eingerichtete ehemalige Schulhaus in der Neustadt bezogen, die 14. Compagnie ist in der neuen Kaserne untergebracht worden. Die beiden Compagnien verbleiben in den für sie eingerichteten Räumen, bis der m Aussicht genommene Bau eines normalmäßigen Baracken- Kasernements vollendet ist. Letzteres wird demnächst in Angriff genommen werden, damit es möglichst tm Herbst 1894 bezogen werden kann. Das neue (4.) Bataillon untersteht dem Major Emm ich/ zum Chef der 13. Compagnie ist $ $ Man hat hierbei an der Newa genügend zu erkennen gegeben, daß die russische Regierung durchaus nicht eine Aus- beutung der Entsendung des Admirals Avellan nach Frankreich iw Sinne der dortigen Revanchepatrioten wünscht und will, bafe sie überhaupt nicht beabsichtigt, durch den Flottenbesuch in Frankreich irgendwie gegen den Dreibund zu demonstriren. D°r Vorgang soll einfach nur den Character einer unerlaß- liHen internationalen Höflichkeitspflicht tragen, deren Erfüllung tnidlich geschehen mußte, wollte Rußland nicht die französische Republik empfindlich beleidigen. Hiermit zerfallen alle Hoffnungen, die man En den chauvListischen Kreisen Frankreichs auf den Besuch der russischen Giäste gebaut hatte, es ist nicht daran zu denken, daß das Eretaniß die feste, aller Welt erkennbare franco-russische Mtanz zeitigen werde, die schon so lange in den Köpfen der nristen Franzosen wie in . denen der nr sisch-panslavistischen Kriegsfanatiker spukt. Rußland hat keine Lust, sich den Franzosen zu Liebe in seiner auswärtigen Politik zu com- promittiren, an dieser Richtschnur soll auch bei dem Besuche, dm jetzt die russischen Kriegsschiffe an der Südküste Frankreichs abstatten werden, festgehalten werden, und so müssen sich die Franzosen wohl oder übel darein finden, daß dergestalt ihre überschäumende Freude anläßlich des Erscheinens der nordischen „Brüder" ein bischen eingeschränkt wird. Wenn überhaupt der ganze Vorgang für eine der beiden betheiligten Parteien einen greifbaren politischen Gewinn zeitigen sollte, so würden dies zweifellos weniger die Franzosen, ans vielmehr die Ruffen sein. Rußland führt sich durch den Besuch seines Geschwaders in Toulon zugleich als neue Mittelmeermacht ein, ist doch das Geschwader unter Admiral Avellan bestimmt, nach Beendigung seines Besuches m Frank- reich im Mittelländischen Meere zu kreuzen- falls btt Franzosen wirklich den Ruffen eine Kohlenstation emräumen, wie es heißt, nun um so beffer für die letzteren! Dann würde die russische Flottenfahrt nach Toulon allerdings eine Immerhin erkennbare politische Spitze aufweisen, aber eine Spitze, die sich nicht gegen den Dreibund, sondern gegen England kehren würde. Dies weiß man auch sehr wohl in England, daher der mit der Ankunft der Russen in Toulon zeitlich zusammenfallende Besuch eines stattlichen, englischen Geschwaders an den Küsten Italiens. Die Beorderung des englischen Mittelmeergeschwaders auS den griechischen Gewässern nach Italien bedeutet eine offenbare Gegendemonstration des „meerbeherrschenden Albions? gegenüber dem Erscheinen eines russischen Geschwaders im Mittelländischen Meere, in London gibt man hiermit nach der Newa rote auch mach der Seine hin ein Avis, daß England seine Interessen tun Mittelländischen Meere gegen eine etwaige Cooperation Rußlands und Frankreichs zu wahren wissen werde. Vorerst wird sich aber Rußland wohl damit begnügen, jetzt seine Flagge in dem großen Binnenmeere zwischen Europa und Afrika nur zu zeigen und hierdurch den bisherigen Mittelmeer- Mächten gleichsam zuzurufen : Entschuldigen die Herrschaften, wir, die Russen, sind nun auch da! Weltausstellung ernannt worden. . Pari«, 11. October. Der Gesundheitszustand Mac Mahons erregt trotz der Besserung große Besorgnisse. Präsident Carnot richtete an die Gemahlin Mac MahouS einen Brief, in welchem er seine Sympathie für Mac Mahon ""^Marseille, 11. October. Für die hier stattfindenden R u s s e n f e st e bewilligte der Municipalrath weitere 35000 Francs. Zu dem auf der Präfectur abzuhaltenden Banket ist auch Baron Mohrenheim geladen. Admiral Avelane erhält Seitens der Stadt als Dedication einen kostbaren Chronometer. , R,m, 11. October. In Corldone haben mehr ats 50000 Landarbeiter ihre Thätigkeit eingestellt - erziehen große Trupps bewaffneter Bauern in der Gegenv «jCrilK. Don der Regierung wurden Soldaten sowohl nach Corleone als auch nach Piana bet Greci abgesanbt, woselbst gleiche Vorkommniffe stattfinben. Stuttgart, 12. October. Gestern Abenb würben auf daS kürzlich eröffnete jübische CafS in ber oberen Schloßstraße aus bem gegenüberliegenden Liederhallen-Garten vier Revolverschüsse abgefeuert. Eine Kugel durchschlug das Fenster, prallte an der gegenüberliegenden Wand ab und fiel alsdann zu Boden. Verletzt wurde Niemand. Der Thäter ist entkommen. Neueste Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau. Berlin, 11. October. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Die Frage, ob für die deutschen Güter, welche nach dem Schlüsse der Chicagoer Ausstellung noch auf der privaten Ausstellung in San Francisco ausgestellt werden, eben- alls Frachtermäßigung auf deutschen Bahnen gewahrt wird, ist zu verneinen, da die Gewährung von Ver- I günstigungen von der Vorlage von Bescheinigungen abhängig st, welche von dem Reichscommissar unmittelbar vor der Rücksendung der Chicagoer Ausstellungs - Güter auszufer- München, 11. October. Die Oberbayerische Handelskammer hat sich gegen eine Beschickung ber | Weltausstellung in San Francisco unb Antwerpen auS- gesprochen. Die Hanbelskammer erklärte sich gleichzeitig für bie Förberung ber Organisatton ber Hanbwerker, hält aber bie Bilbung von Fachgenossenschaften ber Hanbwerker für gegenstanblos. Ferner schließt sich bie Hanbelskammer ber Glabbacher Eingabe an bie Reichsregierung an, bie Herbeiführung ber Haftpflicht ber Binnenschifffahrts-Gesellschaft zu unterstützen. , . . Pari«, 11. October. Dem Vernehmen nach ging bem Marschall Mac Mahon von bem Minister beS italienischen Hauses ein Telegramm zu, worin König Humbert bem Marschall anläßlich dessen Erkrankung seine Sympathie ^^London, 11. October. Reuter - Meldung aus Rio de Janeiro: Heute wurden mit zeitweiligen Unterbrechungen zwischen den Forts und dem aufständischen Geschwader Schüsse gewechselt. Die Stadt ist ruhig, die Geschäfte werden fortgeführt. Der Präsident erließ ein. Manifest, worin er*erklärt, falls die Congreßwahlen für ihn ungünstig aussielen, würde er den Willen des Vaterlandes zu respectiren 5ut Teilung ö0, Strasse 61. ^Döring, ' 7 IK !öon 7-8 m ' besinnt sich । ässe 5. It Vorm. >r Nachui. Mß richt ; wieder 'ctober.X o meiner Wohnung - und hcWre- expedition dieser Gesellschaft glücklich in FrederikShaven Berlin, 11. October. Nach dem „ReichSanzeiger" sind in Hamburg neuerdings drei Cholerafälle, vor.denen einer mit tödtlichem Ausgang, festgeftellt worden. Sm Flußschiffer von der Oberelbe ist cholerakrank m Hamburg angekommen. In Stetttn kam ein Todesfall vor. Berlin, 11. October. Eine gestrige Versammlung von bei Rechtsanwälten, Notaren und GerichtSvollztehtrn beschäftigten Bureauvorstehern und Schreibern endigte mit Tumult und einer Schlägerei. In der Versammlung wurden die geringen Löhne dtscuttrt und eine angenommene Resolution soll dem Justizmintster, der Berliner Anwatt» kammer und dem Kammergerichtsprasidenten mit der Bit e um Abhilfe unterbreitet werden. er- Leipzig, 11. October. Die „Neuesten Nachrichten er fahren zu der Günser Depeschenepisode, ObechabS- arzt Ernesti habe vor der kaiserlichen Depesche an BiSmarck dem Professor Schweninger das allerhöchste Mißfallen übe da« Ausbleiben der geforderten Berichte °usgedrückt und in so brüskem Tone dies nachzuholen gefordert, daß Schwenig , beabsichtigte, sich über Ernesti zu beschweren. AlS neuer Grund für die Unterlassung ber Berichterstattung an den Kaiser wurde angegeben, man wollte durch ein alarmiren e Telegramm über den Gesundheitszustand Bismarcks jene höchste Stelle, welche bisher fast allein von allen Souveränen Deutschlands keine Notiz von der Krankheit genommen habe, nicht direct zu dem ersten Schritt zur Versöhnung anregen. Schließlich wird, entgegen den Meldungen der Blätter, auf Entschiedenste versichert, die Veröffentlichung deS Cabttiet schreibens sei nicht durch Schweninger, sondern wahrscheinlich von einer der Regierung nahestehenden Stelle veranlaßt worden. Die Cabinetsordre ruhe wohlverwahrt in Kissingen, konnte also nicht via Kissingen in die Redactionen wandern. • Paris, 11/October. Der „Figaro" will wissen, England würde nächstens den Besuch erwidern, welchen das Geschwader unter Gervais im August 1891 bei seiner Rückkehr aus Kronstadt im Hasen von Portsmouth gemacht babe. Der Besuch der englischen Flotte soll tn ^CTbour0 oder Marseille durch das Mittelmeergeschwader, welches Admiral Seymour nach den italienischen Gewässern führte, erfolgen, wahrscheinlich aber schon im November. , . fSi I Paris 11. October. Der Präsident der Pariser Handels kammer, Lamay in Belleville, ist ,um Gen-ralb-trteb»- birector der sllr da? Jahr 1900 g-pimlen Pariser Birrteljihnen X»teefetei»»reUt 2 Kar! 20 W Srtngtrlobn Durch btt Poft beider 2 «art 50 Pfg Rehaction, »nKH*ee unb Druckern: KHichener Anzeiger Aenerat-Mnzeiger. Hauptmann Weim er, zum Chef der 14. Compagnie Haupt« mann v. Scheven ernannt worden. Z Soeben wird in der JohanneSkirche die Orgel aufgestellt- die Einweihung des Gotteshauses findet bestimmt im nächsten Monat an einem noch näher zu bestimmenden Tage statt. Zur Eröffnungsfeier erscheint eine illuftrirte Festschrift. *• Frau Maria Matz-Langttorfi, Großh. Hess. Kammersängerin, die während der Gießener Studienzeit Sr. Königl. Hoheit unseres Großherzogs die hohe Ehre hatte, demselben Gesangsstunden zu ertheilen, hat sich jetzt in Darmstadt als Gesang-lehrerin niedergelassen. ** Warnung Schon Mancher hat dadurch, daß er sich auf öffentliche Aufforderungen hin als Interessent an einem überseeischen Nachlaß unter einer bestimmten Privatadresse meldete, sehr trübe Erfahrungen machen müssen. ES giebt in überseeischen Ländern, namentlich auch in den Bereinigten Staaten, Rechtsanwälte, die ein Gewerbe darau- machen, solche Erbenaufrufe zu erlassen und dann die Interessenten, die sich melden, zu schröpfen. Auch kürzlich laS man wieder eine solche Aufforderung in deutschen Blättern, bei der es augenscheinlich auf unredlichen Gewinn abgesehen war. ES kann jedem vermeintlichen Erbinteressenten nur dringend Vorsicht anempfohlen und gerathen werden, etwaige in über« seeischen Ländern geltend zu machende Erbansprüche nur durch die zuständigen kaiserlichen Consulate weiter zu verfolgen. -1.- Bon der Rabenau, 10. October. DaS Kirchen« g esang fest, das am 1. October in der sinnig geschmückten Kirche zu Londorf gefeiert wurde, hat einen überaus wohl- thuenden und schönen Verlauf genommen. ES betheiligten sich daran, wie schon bekannt, die Kirchenchöre von Allendorf a. d. Lda., Beuern, Grünberg und Londorf — mit Ausnahme von Allendorf so ziemlich dieselben, die bereits im Jahre 1891 ba« Kirchengesangfest in Grünberg vorzugsweise angeregt und zur Ausführung gebracht hatten. Die Hauptprobe, die kurz nach 12 Uhr begann, zeigte sofort, daß die Einzelvereine unter der Leitung ihrer Herren Dirigenten (die Herren Lehrer Adam in Allendorf, Musch in Beuern, Mohr in Grünberg und Schäfer in Londorf) tüchttg gearbeitet hatten. War somit die Hauptbedingung zum Gelingen des Festes vorweg Cr öeküeS die nachherige Ausführung, einen wie trefflichen Gesammtdirigenten man in der Person des Herrn Lehrers Schäfer in Londorf gefunden hatte. Die Chöre gingen eract, wurden frisch und lebendig vorgetragen und konnten auch verwöhnteren Ansprüchen sehr wohl genügen, eine Thatsache, die umsomehr hervorgehoben zu werden ver« dient, als ja der große, mehr als hundertstimmige Festchor durchweg aus ländlichen Kreisen hervorgegangen war. Gleich der erste Choral „Nun lob, mein Seel, den Herrn!" der sich hoffentlich recht bald wieder im kirchlichen Gebrauch unserer Gemeinden einbürgern wird — war von hinreißender Wirkung auf die Versammlung, die alle Räume des weiten Gotteshauses bis in den letzten Winkel hinein füllte, und zu der nicht nur das Lumda- und Buseckerthal, sondern auch der benachbarte EbSdorfer Grund seine Bewohner in großen SchaareU geschickt hatte. Mit sichtbarer Freude und mit wachsender Thetlnahme folgte die Festgemeinde den weiteren Darbietungen. ES waren — abgesehen von dem EingangS- chorAl im Ganzen acht Chöre, die zum Vortrag gelangten, vorzugsweise Choräle, wie sich das aus der Eigenart der gottesdienstlichen Feier von selber ergab- doch waren auch Motette und geistliches Volkslied nicht ganz ohne Vertretung. Die Gemeinde selbst fand in dem liturgisch gehaltenen Eingang nicht nur, sondern auch im Fortgang des Gottesdienstes und ebenso am Schluffe desselben wiederholt und reichlich Gelegenheit, in den episch - dramatischen Verlauf des Gottes- dienstes einzugreifen und durch Choralgesang sich zu betheiligen. Die vier Abtheilungen der gottesdienstlichen Feier, die ihrem ganzen Inhalt nach ein anbetender Lobpreis des Herrn war („Nun lob, mein Seel, den Herrn!" und zwar als Kind in der Krippe, als Lamm am Kreuz, als Sieger in der Öfter- glorie, als König in der Himmelsherrlichkeit), waren durch Bibelstellen untereinander verbunden, die von Herrn Pfarrer Vogel aus Beuern, der überhaupt deS priesterlichen Dienstes am Altäre waltete, gelesen wurden, während die Festansprache von Herrn Pfarrer Volp auS Allendorf über Plalm 103, 1—5 gehalten wurde. Bon den Lobgesängen des alten Testamentes, von den Psalmen ausgehend und dann den evangelischen Choral in seiner früheren Schönheit schildernd, wie er erst jetzt wieder und zwar hauptsächlich durch den Dienst der Kirchengesangvereine unseren Gemeinden vorgeführt wird, kam der Redner auf die gegenwärttge Feier zu sprechen, deren Sinn und Bedeutung er an der Hand des Programms der Gemeinde erschloß und warm an daS Herz legte. Mit ihrem festlichen Ton in den Rahmen der ganzen Feier sich einfügend, war die Rede sehr wohl geeignet, Verständniß und Liebe für diese Form von Gottesdiensten zu wecken, die man mit Recht „musikalische Gottesdienste" genannt hat, da sie das Evangelium zunächst nicht predigen, sondern in die Herzen hinetnfingen wollen. Der Feier am 1. October ist dies auch ohne Zweifel gelungen. Den Schluß bildete die Anbetung nebst einem Verse auS dem deutschen Te Deum mit nachfolgendem Segen und Stillgebet. Als Organist hatte Herr Lehrer Ziegler in Londorf fungirt, die Collecte war zunächst zur Deckung der Unkosten, ein etwaiger Ueberschuß für die Heidenmission be- stimmt worden. — Wenn man auch um der beschränkten Räumlichkeiten willen von der Veranstaltung einer besonderen Nachfeier Seiten« der Gesammtvereine hatte absehen müssen, so war doch daS nachfolgende, wenn auch nur kurze Zusammen sein der einzelnen Vereine, wie eS sich hin und her und völlig ungezwungen ergab, nicht weniger schön und durch Gesanges- Vorträge noch besonder- gewürzt. Auch der mittlerweile ein- getretene Regen konnte die Freude über die empfangenen Eindrücke nicht stören und die festliche Stimmung nicht mm- dern. AlS man endlich sich trennte, da geschah'S unter dem allgemeinen Wunsche, doch recht bald wieder eine ähnliche Feier veranstaltet zu sehen. Will'S Gott, soll der Wunsch auch bald in Erfüllung gehen! Auf alle Fälle sind wir dessen gewiß, daß jede Gemeinde, in deren Mine die verbündeten Vereine dann feiern, den Tag ebenso fröhlich und dankbar begrüßen wird, als eS Londorf am 1. d. Mts. ge- than hat. A AlSfeld, 11. October. Die Obstau-stellung im Saale deS „Deutschen Kaiser" für die Kreise Alsfeld und Lauterbach ist gestern Nachmittag geschlossen worden. Der Besuch der- selben war ein recht guter und machte dieselbe ihrem Beran- stalter, dem Oberhesfischen Obstbanverein, alle Ehre. Die reichlich beschickte Ausstellung lieferte einen deutlichen Beweis, welchen Aufschwung die Obstbaumzucht in beiden Kreisen genommen. Wirklich prächtige Obstsorttmente fanden sich in reicher Zahl und einzelne Obstsorten zeigten eine Vollkommenheit, die man vor einigen Jahren in diesen Kreisen für unerreichbar hielt. Selbst echte, im Vogelsberg gewachsene Trauben fehlten nicht. Auch die Becrweinindustrie, ebenfalls ein noch ganz junger Zweig, war auf der Ausstellung gut vertreten, namentlich durch die Weine deS Herrn D. Repp- Homberg. Die auf der Gallerie des prächtig becorirten Saales placirte Gemüse-Ausstellung zeigte sehr schöne Pro- ducte beß Gemüsebaues unb wahre Riesenexemplare von Sfrür» bissen ber verschiebenften Arten. Reichhaltig waren hierin besonders bie schönen Sortimente bes Herrn G. Kurtz jr. bahier. Die Ausstellung der verschiedensten Kartoffelsorten des Herrn Backhaus-RudloS erregte vieles Interesse. Unter der mit der Obstausstellung verbundenen Ausstellung von Obstbäumchen, Hoch- und Zwergstämme, zeigte besonders die Firma Ko h m - Gelnhausen vollendete Baumformen. Diplome erster, zweiter und dritter Klasse lohnten die respec- tiven Aussteller für ihre schönen Leistungen. G. Glauberg, 8. October. Das Jahr 1893 ist für uns Landwirthe einNeidjahr im übelen Sinne des Wortes, denn Futter und Getreide sind schlecht gediehen und dabei hat Letzteres auch noch einen schlechten Preis. Obst und Kartoffeln aber sind gut gediehen, aber sie gelten nichts. Da ist eS nun erfreulich, melden zu können, daß doch gute Erträge Vorkommen und zwar bei Handelsgewächfen. Solche sind bei uns die Zuckerrüben und die Zwiebeln. Erstere haben in den letzt vergangenen drei Wochen an Gewicht und an Zucker zugenommen. Letzere, die Zwiebeln, haben noch schöne Erträge und guten Preis erzielt. So rechnet sich ein hiesiger Pflanzer etwa 2200 Mk. für Zwiebeln heraus, ein Ertrag, wie er dieses Jahr an anderen landwirth- schaftlichen Producten auf gleich großer Fläche wohl schwerlich erzielt werden durfte. Darmstadt. 9. October. Der PosthilsSbote Georg Mohn in Michelstadt war am 1. Mai d. I. auf den Postdienst verpflichtet worden. Er mußte sich heute bereits vor dem Schwurgericht wegen mehrerer Verbrechen im Amte verantworten. Der äußerst kärgliche Gehalt (täglich 1 Mk. 30 Pf.) steint dem bisher braven Manne nicht ausgereicht zu haben. Mohn behielt Ende Juli den Betrag einer Postanweisung für zahlte sie aber am 10. August au«, nachdem er am 9. August abermals einen Anweifungsbetrag befraubirt hatte, ör unterließ bie vorgeschriebenen Einträge in fein Annahme- buch unb fälschte im ersten Falle bie Quittung bc6 Abreffaten. Nach bem Ausspruch ber Geschworenen ist Mohn als Beamter nicht zu betrachten- er wurde unter Annahme mildernder Umstände wegen Urkundenfälschung unb Unterschlagung zu acht Monat Gefängniß verurtheilt, im Uebrigen aber frei- gesprochen. Sangen, 9. October. Währenb bes KlangeS ber Hörner einer vorbeimarschirenben Capelle fiel am Sonntag ein etwa sechs Meter langes Stück Mauer bis auf das Fundament zusammen. Die Wahrheit ber Geschichte ber Mauern von Jericho, bte von Manchen bezweifelt würbe, finbet nun roieber mehr Glauben. Bensheim, 11. October. Gestern Abenb gegen 10 Uhr wurden einem Schäfer au6 dem Bayerischen, ber mit seiner etwa 230 Stück zählenben Schafheerbe nächst dem Bahn- Übergang oberhalb Bensheim verweilte, von dem Heidelberger Schnellzug 66 Schafe überfahren unb getöbtet. Die Thiere waren vermuthlich, währenb ber Schäfer schlief unb bie Hunbe schlecht wachten, au« dem Pferch au-gebrochen und trieben sich aus dem Bahndamm herum. Der Bahn- Wärter war dem nahenden Zuge entgegengelaufen unb hatte da- Haltesignal gegeben, ber Zug konnte aber nicht mehr zum Stillstand gebracht werden und fuhr mit voller Fahrgeschwin- digkeit in die Thiere hinein. In der ganzen Länge de« Zuges lagen die zerstückelten Schafe auf dem Bahndamm umher. Jedenfalls sind die Thiere dem Licht der Locomottve entgegen und so bircct in den Tob gelaufen. Der Schnellzug, besten Pastagiere burch ben grausigen Anblick nicht wenig erschreckt würben, fuhr mit fünf Minuten Verspätung von der Unfall- stätte weiter. Mainz, 11. October. DaS KreiSamt hob die Ber- seuch terklärung deS Rheines auf unb bemerkt dabei, daß bie Benutzung ungekochten Rheinwaster« nicht mehr be- benklich sei. A Main,, 11. October. Das Schicksal beS Capell- meisterS Kern vom 118.Jnfanterie-Regiment ist nunmehr besiegelt. Derselbe würbe, wie schon telegraphisch mitgetheilt, wegen MajeflätSbeleibigung zu einer FestungSftrafe von einem Jahr unb Degrabation verurtheilt. Von ber Strafe kommen zwei Monate Untersuchungshaft ic Abzug. Gegen 12 Uhr heute Vormittag wurde Kern unter militärischer Bedeckung nach Köln verbracht. Heute Morgen war eS dem Berurtheilten gestattet, von feinen Familienangehörigen Abschied zu nehmen, zu welchem Behufe er von einem Lieutenant unb zwei Feld- mcbcln in einer geschlossenen Droschke nach seiner Wohnung verbracht wurde, was zu einem großen VolkSauflauf sühne. Der schwergeprüften Frau unb ben hochbetagten Eltern be« ebebem hier sehr geschätzten Capellmeister« wendet sich au« allen hiesigen Kreisen da« lebhafteste Mitgefühl zu. 3« Osthofen wurde gestern der seitherige Abgeordnete Fnedrich Ludwig Hirsch (nationalliberal) von AlSheim von sämmtlichen 30 erschienenen Wahlmännern be« Bezirk« Hosen einstimmig wiebergewählt. —- Dermifdrte». Frankfurt a. M., 11. October. Bei ber heute Nach mittag begonnenen Ziehung ber Pferdemarkt-Lotterir kamen größere Gewinne auf Nr. 5713 (Gewinn Nr. Nr- 116,036 (49), 9h. 41,237 (23), Nr. 27,599 (2,/ Nr 56,487 (28). Es find sämmtliche 120,000 Loose «z. gesetzt worben. • Dillenburg, 9. October. Täglich daS Lebte freiwillig aufs Spiel zu fetzen, ist eine Passion, bie bei einem Englänber vielleich weniger Verwunderung erregte, al« bei einem biederen Nassauer. Schon wiederhol, wurde von bem Fahrpersonal ber Abenbzüge der Deutz ßener Bahn auf Station Dillenburg Anzeige erstattet, btj in ber Nahe beS Kirchhofs, woselbst wegen deS starken fe faße« kein Zug zu stellen ist, ein Mann überfahren Worbes sei. Die jebedmaligen, sorgfältigst vorgenommenen Nächst schungen nach den Ueberreften be« muthmaßlich verunglückt« blieben jeboch ft et« refultatlofl. Als nun kürzlich eines Abend, eine jener großen Lokomotiven, welche zur Beförderung der Güterzüge bis auf die Wasserscheide Verwendung finden, zo» rückkehrte, bemerkte der Locotnotivführer wiederum ein« menschlichen Körper auf bem Bahngeleise. Die Maschi* wurde zum Stehen gebracht unb zufälliger Weise stand sie f«, bafj bie verunglückte Person unter ihr liegen mußte. Loc» motivführer und Heizer poftirten sich vor resp. hinter di Maschine und da der Gefangene keinen SuSweg sah, mujtt er sich wohl ober übel in baS Unvermeidliche fügen unb feinen Versteck verlassen. Groß war baS Erstaunen der Beides, als sie in ihm einen Dillenburger Arbeiter erkannten. Außer einer kleinen Wunde am Kopfe, wohin ihn die Maschine „gt- ftofjen" habe, hatte er keinerlei Verletzungen erlitten. Ass die Frage, wie er zu solchem Unsinn käme, entgegnete er seelenvergnügt, er habe eS nun schon sieben oder acht Ma! probirt und nun auch gern baß Dutzend voll machen wolle«. Etne tüchtige Tracht Prügel scheint ihm jedoch bie Lust zur Fortsetzung seines waghalsigen Unternehmens genomma zu haben. * Neuß, 11. October. Der muthmaßliche Mörder ber am Sonntag mit aufgeschlitztem Leibe aufgefunbenen kleines ^at^ würbe in Hochneukirch bei einem abermaligen Attemc. fest genommen. • Mannheim, 11. October. AuS Liebeskummer ertränkten sich im Neckar gemeinsam bie 19jährige ®nt Gönzler von Nußloch und die 20jährige Katharina Oemmtt von Mannheim. * Stettin, 8. October. Eine seltene Unterbrechung erlitt heute die Sitzung de« Schwurgerichts. Zur Ver- ^1^08 stand eine Anklage wegen Körperverletzung mit tödlichem AuSgang. Als bei der Vernehmung de« Angeklagten geschildert wurde, in welch unmenschlicher Weise auf ben bet einer Prügelei Getödteten mit Messern eingehauen worden war und die entsetzlichen Wunden beschrieben wurden, befiel einen Geschworenen ein heftige« Unwohlsein, sodaß er der Verhandlung nicht länger beiwohnen konnte. Da ein Hüls« geschworener nicht auSgeloost war, mußte Vertagung eintreten. • Gelangen, 11. October. Heute Abend 7 Uhr geriet ber Dachstuhl eines Flügels ber mebicinischen Abtheilung der Universitätsklinik in Branb. DaS Feuer nahm ziemliche AuSbehnung an. Sämmtliche Kranke sind geborgen. Die EntstehungSursache ist noch unbekannt. * Berlin, 11. October. Gestern hat sich ber 19jä&nge Arbeiter A. Kleitz mit Cyankaly vergiftet, weil fttr Vater ihm nicht gestatten wollte, seine 17jährige editbtt, baS Dienstmädchen Marie Knoll, zu heirathen. Rav ck da« Mädchen ihrem Geliebten in den Tod gefolgt, fte hat stch der Wohnung eines Photographen in der Sl-Hotzftraße erhängt. * Wilhelmshaven, 6. October. Sine unsinnige Wette, die wieder ein Menschenleben erforderte, wurde kürzlich hier zum AuStrage gebracht. Der Arbeiter Reich wettete mit einem ArbeitSgenoffen, in 10 Minuten fünfzig Schnäpse trinken zu können. Er trank dieselben in 4 Minuten und legte sich sodann draußen zum Schlafen hin, wo er auch die Nacht im strömenden Regen verbrachte. Am andern Morgen wurde er in bewußtlosem Zustande auf* gefunden und ins Krankenhaus geschafft, wo er bereits an demselben Tage verstarb. Die Behörde ist jetzt mit Srmive- langen beschäftigt, inwieweit andere Personen an diesem Vorfälle schuldig sind. * BreSlau, 11. October. Der zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilte Maurer Stanelle, einer der an ben Excessen in ber MatthiaSstraße beteiligt gewesenen, hat sich in ferner Gefängnißzelle erhängt. • Agram, 11. October. In früher Morgenstunde wurde hier ein heftiges mehrere Secunben langes Erdbeben verspürt. Mehrere Häuser weisen bedeutende Risse auf. • Die am 1. October eingeführte BahnhofSsperre auf ben rheinischen Bahnhöfen giebt der Provinzpresse reichlichen Stoff zur Berichterstattung über Vorfälle komischer und ernster Hrt. Äu3 der Fülle solcher Nachrichten sei folgende Mittheilung der „Barmer Ztg." hervorgehoben. In Witten kam dieser Tage eine Frau, nach Äthern ringend, zum Schotter, löst sich eine Fahrkarte 3. Klasse und stürzte, nachdem sie dieselbe an der Sperre hat „durchknipsen" lassen, in aller Eile durch den Wartesaal 1. und 2. Klaffe auf den Bahnsteig. Der Zug war bereit« eingelaufen. Schon steht sie auf bem Trittbrett, ba wirb sie von zwei Beamten, die ihr nachgelaufen sind, wieder heruntergehott, denn sie hat ja nur eine Fahrkarte 3. Klaffe und hat ba« unerhörte versehen begangen, damit burch ben Wartesaal 2. Klaffe zu laufen. Wa« nun geschieht, ist einfach unglaublich. Sie wird durch ben Wartesaal zweiter Klaffe wieder zurück auf den Flur geführt und bann durch den dritter Klaffe geleitet. Der Zug hielt geduldig so lange, bi« diese« Verfahren beendet war. Bri btr r 3) 9h ,^^ich dgz g . iOtt ätle .tt -ste ••«Ts 9{nonunttien X'"S K»- lt,|t' ®ie »• W N * [ llefltn mußtr. i »1* *» ^staunen der Sg- ^er erkannten, z. 'ho die Maschine 'k""gm erlitten. » ' käme, entgegnele l'eben oder acht $ ° b°a «achen ivolll i® ^°ch dir Vch mrhMns 9tnoDT uthmaßliche MSrd ^aufgefundemkie- 1 abermaligen ftt us LiebeSkur l bie ISjShrige ge Katharina G- seltene Unterfnr genchtS. Körperverlep?'. i 'mutig bei ÄngM'.. ■r SBtifi auf bin in ei'ngchauen morben M tomdr», Wi )Wi \M n dn nnte. Da m M inßte Vertagung ein- Abend 7 Uhr grrirli ischen Abtheilung k Zeuer nahm zimlit find geboten. ? hat fich der 19jL';. lergiftet, Bf ie NDige /- u heirathen. Tod M J' >nin^MM- S/ne un^nniji i ersordrrtr, =■ Der Arbeiter ) Mmtrn für at selben ,m Schlafen P,IJ -gen verbrachte- w Ittofem ;t tüo er bereit». ieistWMt^ irsonen an *v acht Jahm ZB- w an den Ms ", 6- k» "* eI®orjen|i“»h'’ n8e« St“1 “ -» SBff« •* . rfe >»**..• nifthee und ”K* 5S&?*: '«***5* ja nur e*nt ♦ Prinz Heinrich auf de« Lande. Prinz Heinrich befand iirf) kürzlich mit seinem Hofmarschall auf der Jagd in der Aähe eines Dorfes bei Kiel. Beim Absuchen eines AckerS krschien plötzlich ein Bauer und verwehrte den beiden ihm anbekannten Herren das Betreten seines AckerS. Nach langem fjin« und Herreden beschwichtigte endlich der Prinz den alten Mann und nahm ihn mit in den nahe gelegenen Krug, um ihm ein GlaS Bier zu spendiren. Als der Bauer getrunken hatte, fragte er den Prinzen: „Na, nu seggen Sei mol, wer sünd sei denn eigentlich?" „Ich", sagte der Prinz, „bin Prinz Heinrich und dieser ist mein Hosmarschall." „Wat," sagte der Bauer, „Prinz Heinrich? Dann geb' ick ok noch eenen ut!" d. h. er wollte nun auch ein Glas spendiren. — Bei einer Spazierfahrt in der Umgebung von Kiel nahm Prinz Heinrich mit seinem Begleiter in einer Dorsschenke !en Kaffee ein. Gleich nach seiner Abfahrt kam eine Bauers« srau in die Schenke gestürzt und sagte zu der Wirthin: Weißt Du denn auch, wer die Herren waren?" „Nein," sagte die Wirthin, „wer denn?" „Na, Prinz Heinrich und sein Adjutant!" „Was?" erwiderte die Wirthin, „hält' ich tas doch eher gewußt, dann hätt ich zwei Mark für den ft aff« verlangt!" • EhrlichkettS-Maschtueu. Immer mehr wird in Amerika die Muskelkraft des Arbeiters durch die derArbeitS« maschine ersetzt. Das weiß man schon längst. Aber auch die moralische Kraft des Geschäftsmenschen wird immer mehr iurd) eigens dafür erfundene — man möchte sie nennen: — ShrlichkeitSmaschinen überflüssig gemacht. In der In« r^striehalle auf der Chicagoer Weltausstellung sind derartige Maschinen aufgestellt. Am auffälligsten ist das Cash-Re- e ister. In jeder Bar (Schänke), in jedem Cigarrenladen, in jedem Droguen- und Spezereigeschäft, kurz in jedem Ver- kiufSgeschäft kleineren Stils sieht man diesen sonderbaren Apparat. ES ist eine blankweiße, glänzende, vernickelte Blech- caffette von der Größe einer Nahmaschinencassette. Davor befindet sich eine Claviatur mit Tasten bezw. Knöpfen, ähnlich denen bei der Schreibmaschine. Wir kaufen einen Gegenstand für 25 Cents und geben dem Commis dafür ein Fünfzig« 6-ents-Stück hin. Der Commis geht an den hinter ihm stehenden Apparat, drückt auf einen der Knöpfe, in diesem Moment ertönt ein schrilles Glockenzeichen. Selbst der Kunde, der noch nie diesen Apparat gesehen hatte, oder gerade andere Sorgen im Kopfe hat, wird jetzt aus ihn aufmerksam und blickt neugierig hin. Eine unter der Claviatur befindliche Lade mit Fächern, in denen Geldstücke und Banknoten forlirt liegen, springt automatisch auf, der Commis wirft in d-»S 50-Cents Fach unsere Münze hinein und nimmt aus dem 25-Cents-Fach eine 25-Cents-Münze heraus, schiebt dann die Ände zu und giebt uns unseren Rest. Gleichzeitig mit der Stabe springt oben auS der Blechcassette, wie die Figur einer Schießscheibe,^ eine Karte heraus, auf der deutlich, weithin sichtbar, „25" gedruckt steht. Haben wir vergessen, wie viel nufere Rechnung ausgemacht hat, so erinnert uns die Karte daran. Denn über der Karte, den Apparat krönend, ist eine s»rbige Blechtafel angebracht, deren Inschrift, gewissermaßen amf die unterhalb herausgesprungene Zahl hinweisend, lautet: ,Dies zeigt den Betrag Ihrer Einkäuse an." Wäre statt fl25" die Zahl „15" herausgesprungen, so hätten wir zweifellos ten Commis darauf aufmerksam gemacht, daß unsere Rech- vvng nur 15 Cents ausmacht, wir daher 35 Cents und nicht 215 alö Rest herauszubekommen haben. Man sieht also, das Cash-Register stellt den Commis unter die öffentliche Con« trole deS Publikums. Wenn Publikus — und das ist Jeder, der kauft — nicht mitschwindelt, so kann auch der Commis niicht schwindeln und Publikus, der anonyme Consument, schwindelt nie, nach der unumstößlichen Ansicht des amerika- niischen Kaufmannes. * Unschuldig verurtheiltk Ein interessantes Wieder« Aufnahme-Verfahren ist, so schreiben Berliner Blätter, beim Landgericht I Berlin im Gange.^. Vor einigen Monaten wurde ebne Bande von Schlächtergesellen abgeurtheilt, die sich zu d4, bet Metzger Vogt. Danksagung 8404 8557] Lin Ann»« v- 14-15 fahren, gef. A. Lietz, Gärtner, Sonnenstr. 24- 5 pfct — Frankfurter «ank^iScont 5 *L SdcHb«M>Hc»et 172.20 129 69 137.00 115.50 98.26 267.76 9(h)0 85» 3VL- 196JN 151-2» 10654 1081» 91* 83* 20.44 38* Blumentische Servlrtische. Waschgarn ituren. Schirmständer. Britannia- u. Nickeiwaaren. Solinger Stahlwaaren. Haushaltungsmaschinen. Speiseschränke. Waschmaschinen Mangeln. Wringmaschinen. Flaschenschränke. 139 301 Ba. RfinM-tortVBcL tuLbcui; still. 3°/. Reichsanleihe »'/>'/. do. 3*/e Preuß. Confol« Zur Erthellung jeder näheren Auskunft ist der Unterzeichnete ger- bereit. Bedingungen und Antragformulare werden unentgeldlich verabreicht. Berndorfer Rein - Nickel - Kochgeschirr. Emaillirtes Kochgeschirr. Gusseisernes Kochgeschirr. Inoxydirtes Kochgeschirr. Lomü. E-L^Act. Bufchtherader L^B^Act- Elbthal-Vahn-Lct. Gott Hard-Bahn-Act. Schweizer Siordost.-B^Act. Mainzer Marienburger E^V^Act. 8543] «Htt Fächer, roth und schwarz, wurde wohl aus Versehen au« dem Tot- lrttenzimmer in Steins Garten vom 7. auf b.m 8. October mttgenommen. Um gefl. Rückgabe daselbst wird ebenso höfl. als dringend ersucht. weg zittert und noch da« Wallthor schüttert. Di« durstigen «rüder empfehlen mr bevorstehenden Jahreszeit: Amerik. Oefen „Kronjuwel4, Belgische Oefen. Füll-Regulir-Oefen und Wormser Oefen: ferner Feuergeräthschaften. als wie: Ofenxchlrme, Kohlenkasten u. Ofenvorsetzer in geechinackTolL Ausführung, Feuergeräthestlnder, Verdampfschalen, Kohlenlöffel, Schüreisen etc. Th. Haubacli, der Jtifjiftr Fkur-Vkrtchkr-ip ZiIill in Gießen. Nachzahlung ausgesetzt ist. Bei Vorausbezahlung der Prämie mr mehrere Jahre werden erhebliche Vorthelle gewährt. Neues Theater, Giessen. Freitag den 13. October: Auf Verlangen: Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Acten v. E. v. Wildenbruch. Sonntag den 15. October: Da» Mädel ohne Geld. 8559] Ein gelblich brauner Gpitlhnnd mit kurzem Schwanz und weiß gesteckt entlaufen. Abzugebcn Wallthorstraße 53. Wirthschafts Eröffnung. Beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in dem Hause Schloß gaffe Nr. 9 dahier, „zur Stadt München", die Wirth- schäft übernommen habe und halte mich unter Zusicherung aufmerksamster Bedienung und Verabreichung bester Speisen und Getränke empfohlen. Mit Bezug auf vorstehende Bekanntmachung empfiehlt der Untn- zeichnete dieLeipziger Feuer-Verficherungs-Anftall, Wekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß wir unser« zuletzt von Herrn S. Elsoffer in Gießen verwaltete Agentur für Gießen und Umgegend an Herrn Th. Haubach in «ießen übertragen haben. Leipzig, den 30. September 1893. Leipziger Aeuer-Verficherungs-Anstalt. 8556] Unserem lieben.Freunde Eduard Ü . . I SchlnHcourir 1 Uhr 15 Mtn. 85 6514»/e Ung. Gold-Nentc 09.85 5»/e StiL Rente 85.65 r/e Porlugieiea 99.751 4*/, Grtech. Monopol-Lal. LourSbericht m E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 12. October 1898. 8570] »«sucht drei möbl. 3üm*«t in guter Lage. Anerbietungen unter D. E. an die Expedition diese« Blattes 8564] Mädchen von außerhalb suchen alsbald Stellung- „ Bermiethfrau Sparr, KaplanSgaffe 10. 8536] Ein Han»«LPch«n, welche« serviren und alle Hausarbeit kann, findet sehr gute Stelle, de«gl. auch Herrschaft»- kSchtn findet sehr gute Stelle bei hohem Lohn in kleiner Familie durch Frau chüttenderger, SäterSweg 67, in dem Gäßchen bet Herrn Metzger Schreiner. 8558] Al« Küchen- und Hausmädchen suche sof. Stelle. Näh. KaplanSgaffe 5. 8538] Ein «Lpchrn mit guten Zeugn. wird gewünscht.______Gartenftraße 23 8537"] Suche auf sofort ein Srhr- Mädchen, welches da« Zuschnetden und Kletderm. aründl. erlernen will. Lats« D«mstädterB»W-Na. Müller, Schneiderin, Wolkengaffe 17,1. Dretzdernn ^^lcl. 8544] Für ein hiesige« Eolontalwaaren-, L EnaroS.G-schäft wirk ein L«tzrling ge- sucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Mtttel«eerb«h> Act. Adscheid bet Blankenberg a. Sieg, im März 1892. 8551] Peter Müller, Landwirth. Eia Junge für leichte Hau«arbett gesucht. 18571 ®d'aL Gebrüder rcheel. 8551] Mein Kind, Johann Peter, litt 'rns-r-Z-tt-n->n--nb°7,nzckia-nkr°phu. gegrünbtt im Jahrc 1819, lösen Ausschlag. Als alle autzerltchen | ö ° 7 . ., Mittel, wie Etnreiben von Salben und zur Uebernahme von Versicherungen auf Gebäude, sowett die« ge'e^ur Baden, nicht« nützten und die Schuppen gestattet ist, Moblliar aller Art, Waaren, Maschinen und Gegenstände der S “miM • Sanbroirt^iaft zu Prämien, die hinslchllich der »lüigtril bmtn anberei Dr bXm«Xs'Ä’ !°liben Anstallen nicht nachNehen unb bei denen bei Verücherte o.c »inet dorf mit so gutem Erfolg, daß sett zwei Monaten Ausschlag und Flechten ganz verschwunden waren. Dem Herrn Doetor meinen besten Dank. _____________am runden Tisch. Einem ________ ... 6566] Som 16. bi» 20. d». Mt». Maurer für ryeaernns»anlag«n geht mein MSdelwaaen von Darmstadt leer znrück. Weber, MSd«l- H224 tran»portenr, Wiener Hof, Girst««. ÖÄ4 zu seinem heutigen Wieaenfeste ein dreifach tejm eaia< bereitet. I8M1 donnernde« Hoch, daß der ganze Selter«^ < m « , < ----- Geschäfts-Empfehlung Einem verehrt- Publikum empfehle mich besten« al« OkenpUtztr unb r AeuerungSanlagen bei billigster Berechnung. Achtungsvoll Hochachtungsvoll Heinrich Jochem. Sliirhllc tithiuillqllkllk der;Well ist der Salzschlirser VONtsaein»vrnnn«n. Größter Hellerfolg gegen Gicht-, Nieren- und Blasenleiden, Harngrie«, Nieren-, Blasen und Gallensteine RheumattSmen, Magen- und öeberleiden, Hämorrbotden. Verstopfung rc. — Gebrauchsanweisung, Analysen ur) Brunnenoerfandt durch die vraaaenverwaltnn- to Lalzschlirf, sowie durch alle Mineralwafferhandlange-' und Apotheken- Handel vorkommeade angebliche Salzschlirfer saft 8562] Wer richtet »eschästSdücher eia! Offerten erb- sub B. K. an die Exped- d- Bl-_______ ___________________ 8563] Leere Kisten, sowie Packhen kaufen ««ttenheimer ch «chnlthei». 8548] Wer liefert Lola Cigarren? Off- unt. C 983 an die Ann -Expedttton D. Schürmarin, Düffeldors._______ 8541] Ein Mädchen empfiehlt sich im Bügeln in und außer dem Hause Kirchenplatz 15. 3«/i*/e do. Itaectua: T. — ®tvd -ns «erlag vrühl'fchm »rnderr. Ehr. Vtetsch) i» Gießm. X*e >H|i Rmm • •***•