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Bekanntmachung, betreffend Ergänzung und Berichtigung der dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beigefügten Liste. Vom 1. Mai 1893. Gießen, den 10. Mai 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Hausen. Nachdem in einem Gehöft zu Hausen die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist, haben wir die Sperre des betr. Gehöftes und weiter verfügt, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine aus der genannten Gemarkung bis auf Weiteres nur zur sofortigen Abschlachtung und nur auf Grund thierarztlicher Gesundheitsscheine ausgeführt werden dürfen. Gießen, den 10. Mai 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 10. Mai 1893. Betr.. Die Vertilgung der Blutlaus. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien bezw. Ortspolizeibeamten des Kreises. Nach dem in obiger Angelegenheit erlaffenen Reglement vom 3. Februar 1888 — Kreisblatt Nr. 32 — hat im Laufe des Monats Mai durch die zu bestellende Commission eine Untersuchung der Aepfelbäume auf das Vorhandensein der Blutlaus stattzufinden. Wir beauftragen Sie, diese Untersuchung vornehmen zu lasten und über das Resultat zu Ende Mai zu berichten. In die Commission sind möglichst dieselben Männer zu wählen wie in früheren Jahren, da bei denselben eine bessere Erfahrung im Auffinden der Blutlaus vorausgesetzt werden darf. Besondere Aufmerksamkeit muß bei der Besichtigung denjenigen Bäumen geschenkt werden, an welchen in den letzten Jahren die Blutlaus gefunden wurde. In den Berichten ist anzugeben, ob sie sich hier wieder gezeigt hat. Wird das Jnsect gefunden, so ist mit der Reinigung der Bäume nach den Vorschriften des Reglements alsbald vorzugehen. Wegen der besten Art der Vertilgung verweisen wir auf unser Ausschreiben vom 9. Juli 1887 — Kreisblatt Nr. 160. _______________v. Gagern.___________________ Gießen, den 10. Mai 1893. Betr.: Die Besichtigung der Gemeindefaselthiere. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die (Srostherzogl. Bürgermeistereien der zum Körbezirk Grünberg gehörenden Gemeinden des Kreises. Die Besichtigung der Gemeinde - Zuchtstiere, Zuchteber unb Böcke durch die Körcommission des Körbezirks Grünberg wird an folgenden Tagen staltfinden: Montag den 15. Mai: Münster, Nieder - Bessingen, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Villingen, Röthges. Dienstag den 16. Mai: Göbelnrod, Saasen, Linden- ftrutb, Harbach, Hattenrod, Ettingshausen, Queckborn. Donnerstag den 18. Mai: Weitershain, Rüddings- hausen, Odenhausen, Kesselbach, Londorf, Climbach, Allendorf a. d. Lda und Treis. Samstag den 20. Mai: Beltershain, Reinharbshain, Winnerod, Bersrod, Beuern, Allertshausen, Geilshausen, Lumda. Dienstag den 23. Mai: Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Grünberg und Lauter. Sie wollen die Besitzer der Bullen, Eber und Böcke anweisen, an den bezeichneten Tagen zu Hause zu bleiben und die Thiere der Körcommission bei deren Eintreffen vorzuführen, sich auch selbst bereit halten, um der Commission ' auf Nachsuchen förderlich sein zu können. v. Gagern. I Bekanntmachung, betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach. In der Zeit vom IO. bis einschließlich 23. Mai d. I. in den Stunden von Bormittags 9—12 Uhr und von Nachmittags 2—5 Uhr liegen auf dem Rathhaus zu Steinbach die Arbeiten des ersten Hauptabschnitts des I. und III. Bercinigungsbezirks (Felder zwischen der Staatsstraße nach Lich und der Kreisstraße nach Garbenteich, sowie zwischen dem alten Anneroder Weg und der Staatsstraße nach Lich) nämlich: die allgemeinen Meliora- tionsplänc mit Erläuterungsberichten nebst den dazu ergangenen Beschlüssen der Vollzugscommission und den Prott)- collen über die Prüfung dieser Arbeiten zu Jedermanns Einsicht offen. Termin zur Entgegennahme von Einwendungen gegen diese Arbeiten habe ich auf Mittwoch den 24. Mai l. I, Nachmittags von 3—5 Uhr in das Rathhaus zu Steinbach anberaumt. Die in diesem Termin nicht Erscheinenden sind mit Einwendungen ausgeschlossen. Gießen, den 6. Mai 1893. Der Vollzugscommissär: Nebel, Amtmann. Lehrer-Conferenz des Couserenz-Bezirks Lich-Hungen Mittwoch den 17. Mai, Vormittags 10 Uhr in Lich. Gießen, den 10. Mai 1893. Büchner, Schulrath. Deutsches Reich. Darmstadt, 10. Mai. Heute Machmittag 121/., Uhr ist der XXVII. Landtag von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog geschlossen worden. Die hierbei von Sr. Kgl. Hoheit von dem Throne an die Stände gehaltene Anrede hatte folgenden Wortlaut: Meine Herren Stände! Es war Mir ein ernstes Anliegen, Sie bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit um Mich zu versammeln und Sie noch vor dem Auseinandergehen dieses Landtags zu begrüßen. Sie verstehen, daß Ich dies nicht ohne innere Bewegung zu thun vermag- denn Ich sehe Mich hier an der Stelle Meines nun in Gott ruhenden, vielgeliebten Herrn Vaters, der in vollster Manneskraft den 27. Landtag des Großherzog- thums eröffnet hat, dem es aber zu allgemeiner Trauer nicht beschieden sein sollte, dessen Schluß zu erleben. Empfangen Sie in Seinem wie in Meinem Namen Dank für die Hingebung und Treue, mit welcher Sie sich auch während dieser Landtagsperiode der Erfüllung Ihrer land- ständischen Pflichten unterzogen haben. Allerdings sind die Ergebnisse dieser Periode an eigentlich gesetzgeberischen Arbeiten im Vergleiche zu früheren Perioden weder zahlreich, noch von besonders hervorragender Bedeutung- wohl aber hat Ihnen die noch immer günstige Finanzlage des Landes gestattet, Meiner Regierung für kirchliche Bedürfnisse, für das Unterrichtswesen in allen seinen Abstufungen und Richtungen, für die Landwirthschaft und das Gewerbe größere Mittel als je zuvor zur Verfügung zu stellen. Ganz besonders ist dies letztere auch der Fall gewesen in Ansehung der Herstellung öffentlicher Bauten jeder Act, der Förderung des Schiffahrtsverkehrs durch Hafenanlagen und andere zweckdienliche Einrichtungen, in Ansehung des Straßenbau- und namentlich des Eisenbahnwesens. Möge die in allen diesen Richtungen von Ihnen bewiesene Fürsorge die von ihr erwarteten Früchte zeitigen, insbesondere dazu beitragen, daß die wirthschaftlich schwierigen Verhältnisse der Gegenwart bald einer besseren und befriedigenderen Lage weichen. Leider sind in dem Augenblicke, in welchem Ich Sie verabschiede, die Verhältnisse in unserem Gesammtvaterlande hoch ernste geworden. Entsprechend den Gesinnungen gegen Kaiser und Reich, welche Ich in Meiner Verkündigung vom 13. März vorigen Jahres zum Ausdruck gebracht habe, kann Ich einen in den jüngsten Tagen von der Gesammt- vertretung des deutschen Volkes gefaßten, verhängnißvollen Mehrheitsbeschluß nur auf das Tiefste beklagen- Ich erhoffe aber von dem oft bewährten gesunden Sinne Meines Hessischen Volkes, daß es an seinem Theile in den durch jenen Beschluß hervorgerufenen Wirren die richtige Lösung finden wird. Mit dieser Hoffnung und mit der Versicherung Meines steten landesfürstlichen Wohlwollens entlasse Ich Sie, Meine Herren Stände, in Ihre Heimath, sowie zu Ihrer gewohnten Beschäftigung. Darmstadt, 10. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben für die Brandbeschädigten irr Zell Eintausend Mark gespendet. Darmstadt, 10. Mai. Wegen des Ablebens Seiner Durchlaucht des Fürsten Adolph zu Schaumburg- Lippe ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vonr heutigen bis zum 18. l. M. einschließlich angeordnet worden. Berlin, 11. Mai. Kaum erst eine Woche ist seit der Auflösung des Reichstages verflossen und schon stehen wir irr Deutschland inmitten eines ziemlich heftigen Wahltreibens, Fast alle Parteien haben ihre Wahlaufrufe bereits veröffent^ licht, in den meisten Wahlkreisen sind von den concurrirenben Parteien sogar schon die Candidaten aufgestellt und,die Wahlversammlungen beginnen eine stehende Erscheinung in unserem öffentlichen Leben zu werden. Zunächst trägt aber die ganze Wahlbewegung noch einen recht wirren Character und nur einzelne wenige feste Züge treten bis jetzt aus diesem Bilde hervor. Vielleicht ihr bevorstehendes Signum bildet einstweilen der Zerfall der großen dentschfreisinnigen Partei irr die „freisinnige Volkspartei" und in die „freisinnige Vereinigung", denn in dem Vorgang spiegelt sich die anhebende Zersetzung unserer alten Parteien offenbar wider. Vorläufig wollen die beiden freisinnigen Gruppen ihre gemeinsamen liberalen Grundsätze hochhalten unb einander keineswegs bekämpfen. — Die Sozialdemokraten werden für die Berliner Bezirke folgende Candidaten aufstellen: Parteikassirer Metallarbeiter Al win G erisch für den ersten, Parteisecretär Schriftsetzer Richard Fischer für den zweiten, Stadtverordneter Kaufmann Vogtherr für den dritten, Stadtverordneter Paul Singer für den vierten, Clavierarbeiter Robert Schmidt für den fünften und Schriftsteller Wilhelm Liebknecht für den sechsten Wahlkreis. Berlin, 10. Mai. Der neue Reichstag tritt wahrscheinlich schon Ende Juni zusammen. Er wird sich ausschließlich mit der Militärreform befassen, alle anderen Arbeiten bleiben für eine spätere Tagung Vorbehalten. Berlin, 10. Mai. Die auf gestern anberaumte antisemitische Versammlung in den ConcordiasLlen winde wegen der geringen Betheiligung nicht abgehalten. In den gegenüberliegenden Joel'schen Sälen sand gleichzeitig eine stark besuchte socialistische Versammlung statt, worin Vogt- Herr unter großem Beifall über die Reichstags-Auflösung unb bie Aussichten ber Partei sprach. Dresden, 10. Mai. Der sächsische Bundesrathsbevollmächtigte Geheimrath Böttcher, Abtheilungsdirector im Ministerium des Innern, ist heute Mittag gestorben. München, 10. Mai. Freiherr v. Pfetten (Wahlkreis Aischach) und Zinth (Wahlkreis Kaufbeuren) nehmen kein Reichstagsmandat mehr an. München, 10. Mai. Die hiesigen Liberalen ventiliren die Aufstellung einer Candidatur des Professors Dr. Günther (dfr.). Ausland. Paris, 10. Mai. Der Redacteur des „Ganlois" interviewte den Marschall Canrobert über die zweijährige Dienstzeit. Dieser sagte u. A.: Ich würde niemals einem solchen Gesetze zustimmen- unsere beiden Armeen sind nicht zu vergleichen. Auf die Zahl der Soldaten kommt es nicht an, mit einer Handvoll entschlossener Männer kann man Alles wagen. Wenn Caprivi sagt, Jena sei nicht mit Sedan zu verwechseln, irrt er sehr. Die Geschichte wird ihm Unrecht geben. Paris, 10. Mai. Nach einer Meldung der „Patrie" hat der Kriegsminister angeordnet, daß in den Grenz - garnisonen den Offizieren und der Mannschaft bis auf Weiteres kein Urlaub ertheilt werde. Von anderer Seite ist die Nachricht noch nicht bestätigt. — Wie der „Petit Pansien" aus Petersburg meldet, soll der Kriegsminister Wannowski sofort nach Bekanntwerden des Reichstagsvotums den General Ganetzky, Commandanten der Militärbezirke Wilna und Kowno, zu sich berufen haben. Die unter dem Commando Ganetzkys stehende Artillerie und ebenso diejenige des Generals Gurko werde unverzüglich auf Kriegsfuß gestellt werden, die Grenzwachen würden verstärkt und ein Theil der Kosaken Ganetzkys nach Westen detachirt werden. Rom, 9. Mai. Der Papst empfing heute die deutschen Pilger, etwa fünfhundert an der Zahl, unter Führung des Dr. v. Steinle. Der Bischof von Eichstätt verlas eine Adresse in lateinischer Sprache und überreichte alsdann 48,000 Mk. Der Papst erinnerte zunächst in seiner lateinisch gehaltenen Erwiderung an die im April stattgehabte Audienz der Der- treter der katholischen Presse Deutschlands, deren neuerdings geleistete hervorragende Dienste für die katholische Sache er hervorhob. Alsdann belobte er die Pilger, die aus allen Theilen der Welt zur Feier seines Bischofsjubiläums herbeigeeilt seien, und folgerte daraus das Erwachen des Glauben- unter den Völkern trotz der gegenteiligen Anstrengungen der Verbreiter von Irrlehren. Alsdann ermahnte der Papst die Pilger, sich mit der Arbeiterfrage zu beschäftigen, über welche er in seinen Encycliken sich ausgelassen habe, und die Der« ehrung der heiligen Familie zu verbreiten, deren Vorbild besonders für die Arbeiter heilbringend sei, sowie die Jugend im christlichen Sinne zu erziehen. Zum Schluß ertheilte der Papst seinen apostolischen Segen. London, 10. Mai. Die „Times" veröffentlicht das Gespräch ihres Pariser Correspondenten mit einem Diplomaten, der Deutschland besucht hat und angeblich die Verhältnisse genau kennt- derselbe betrachtet die Ablehnung der Mi« lirärvorlage als Friedenspfand und hofft, ber neue Reichstag werde ebenfalls die Vorlage ablehnen. Washington, 10. Mai. Nach dem Bericht des land- wirths chastlichen Bureaus beträgt der DurchschnittS- stand des WinterweizenS 75,3 Procent, also um 2,1 Procent weniger als am 1. April. Der Durchschnittsstand des WinterroggenS beträgt 72,9 Procent, derjenige für Gerste 88,6 Procent. In den für Winterweizen besonders maßgebenden Staaten wurde die Ernte durch kaltes Wetter schwer beschädigt- infolge deffen wurde ein großes Areal mit anderen Saaten bestellt. Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 11. Mai. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Bathurst vom heutigen Tage, französische Offiziere hätten in Ni am b untang diebritischeFlagge nieder« geholt und gleichzeitig einen eingeborenen Häuptling fortgeschleppt. Niambuntang liegt in der Nähe von Panchang am Gambia innerhalb der britischen Grenze. Bremen, 11. Mai. Die Direktion des „Norddeutschen Lloyd" teilt mit, daß die Meldung, wonach an Bord des in Newyork angekommenen Lloyddampfers „Gera" 130 Personen an den Blattern erkrankt seien, unrichtig ist. An Bord der „Gera" sei nur ein leichter Pockenfall vorgekommen. Dem Dampfer ist ein Aufenthalt dadurch nicht entstanden, die sämmtlichen Passagiere wurden unbeanstandet gelandet, bis aus 116 Personen, welche mit dem Erkrankten vor deffen Erkrankung in der gleichen Abteilung untergebracht waren. Diese Personen wurden zur Beobachtung nach Hoffmanns-Js« land überführt. Paris, 11. Mai. Wie „L'Evönement" meldet, wird die Verstärkung derTruppen an derO st grenze methodisch und regelmäßig fortgesetzt, ebenso die Ausdehnung und Verbefferung der Concentrationslinien. — Das „Echo de Paris" berichtet, die Kasernirungen des verschanzten Lagers von Verdun werden beträchtlich vergrößert. — In Epinal sollen zwei neue Kasernen erbaut und die Garnison verstärkt werden. Zwischen Blesme und Revigny auf der Bahnlinie PariS-Nancy wird eifrigst an der Verdoppelung der Geleise gearbeitet, wodurch im Mobilisirungösalle zwei unabhängige Linien zur Verfügung stehen sollen. Bukarest, 11. Mai. Aus der Provinz werden zahlreiche Ueberschwemmungen gemeldet. Der Schaden ist sehr beträchtlich, auch mehrere Menschen sind umgekommen. Viele Brücken und Straßen sind zerstört, zwei Stadttheile von Bukarest sind überfluthet. ES sind alle Rettungsmaßnahmen getroffen. Der Verkehr auf den Eisenbahnstrecken Bukarest- Jaffy und Bukarest-Severin wird seit heute früh durch Um« steigen ermöglicht. Depeschen des Bureau „fcerolb*. Berlin, 11. Mai. Gegen zwölf Anarchisten wurde Anklage wegen Verletzung bc8 § 130 beS R.-Str.-G. erhoben. Zwei Angeklagte sind flüchtig. Localer unb provinzieller. Sieben, 12. Mai 1893. * * Behufs Bildung der Spruchliste für die am 5. Juni d. I. beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden folgende Namen aus der Urne gezogen: 1. Lorenz Kremer II. in Ober-Mörlen. 2. Jacob Appel II. in Eichelsachsen. 3. Beigeordneter Höhler in Angenrod. 4. Heinrich Korell in Eudorf. 5. Gemeinderechner Grcb in Altenschlirf. 6. Philipp Hofmann VI. in Heuchelheim. 7. Wilhelm Haustein in Gießen. 8. Jacob Wilhelm Bender in Dorf-Gill. 9. Heinrich Hofmann VIII. in LangSdorf. 10. Georg Seum II. in Wallernhaufen. 11. Christoph Schwalb VIII. in Großen-Buseck. 12. Johannes Müller II. ReinhardShain. 13. Andreas Karl Keller in AngerSbach. 14. August GroS in Reichelsheim. 15. Otto Karl Martin Henkel in Inheiden. 16. Johannes Frank II. in Stockheim. 17. Konrad Ohler in Gießen. 18. Peter Schmidt II. in Nieder-Ohmen. 19. Wilhelm Fehner in Bad-Nauheim. 20. Johannes Kromm in Nieder- Wöllstadt. 21. Heinrich Koch XIV. in Alsfeld. 22. Peter Philipp Schäfer in Höchst a. d. Nidder. 23. Wilhelm Althaus in Großen-Buseck. 24. Wilhelm Konrad Görlach in Eber- stadt. 25. Heinrich Ramspeck II. in Alsfeld. 26. Ludwig Hanner in Büdingen. 27. Louis Möller II. in Lauterbach. 28. Heinrich Schudt 11., Neumühle bei Muschenheim. 29. Erich Wasserschleben in Gießen. 30. Johannes Carle II. in Weber« Ohmen. Neue« Theater. Der gestrige Abend brachte uns Hermann SubermannS neuestes Stück „Heimath". Der Inhalt desselben ist in großen Zügen folgender. Der in strengen, altmodischen Grundsätzen ausgewachsene Oberstlieutenant a. D. Schwartze will seine ältere Tochter Mazda zwingen, den Pfarrer ihres kleinen Städtchens zu heirathen. Doch diese, ein lebenslustiges Mädchen, widersetzt sich dem väterlichen Willen und läßt sich lieber aus dem Vaterhause b erflogen, als daß sie die verhaßte Verbindung eingeht. In Berlin, wohin sie sich nun wendet, bildet sie sich zur Sängerin aus und feiert als glänzende „Diva- überall Triumphe, während ihr Vater sich zu Hause nur langsam von dem Schlaganfall erholt, der ihn ob ber „Schande", die seine Tochter dadurch, daß sie die Bühnenlaufbahn betreten, über fein HauS gebracht, getroffen hat. Heimweh und ein gewisser Trotz lassen sie dann eine Einladung zur Mitwirkung an einem Musiksest in der Vaterstadt annehmen, bei welcher Gelegenheit der Pfarrer ihre Wiederaufnahme inS elterliche HauS durchsetzt. Doch sie kommt nicht als verlorene Tochter dahin, sondern als selbstbewußte, stolze Künstlerin, deren verwöhnte, freie Lebensanschauung mit der steifen und altmodischen Sitte deS Hauses überall in Widerspruch geräth. Ein neuer, großer Conflict entsteht dadurch, daß sie mit ihrem früheren Geliebten, dem Manne, der sie schmählich betrogen und sie dann schnöde verlassen hat, zusammentrifft. Wundervoll ist die Begegnung der Beiden ausgemalt, jener der heuchlerische Streber und ängstliche Philister und sie, die selbstbewußte, überlegene und stolze Künstlernatur' So überrascht der Vater die Beiden und will den Versührer, trotz seiner Lähmung, zur Rechenschaft ziehen, jedoch dieser erklärt sich bereit, die frühere Geliebte zu heirathen, unter der Bedingung, daß die Frucht des früheren Verhältnisses, Magdas Kind, vom Hause fern bleibt. Der Vater ist mit dieser, der bürgerlichen Reputation genügenden Lösung natürlich höchlich zufneden, doch Magda, deren stolzer, freier Sinn sich schon gegen die unnatürliche Verbindung mit dem „fremden Manne" gesträubt hat, jagt den Feigling, der ihr ihr höchstes Gut nicht lassen will, aus dem Hause. Der Vater will sie mit der Pistole in der Hand zur Nachgiebigkeit zwingen, um ihre verlorene bürgerliche Ehre wieder herzustellen, doch da schleudert sie ihm in höchster Noth die Worte ins Gesicht: „Wer sagt Dir denn, daß dieser Mann nach den Gesetzen Eurer Moral mich heirathen muß, daß er mich heirathen kann? Wer sagt Dir denn, daß er mein Einziger mar?" „Dirne!" ruft der Vater und erhebt die Waffe von Neuem, aber ein weiterer Schlaganfall macht seinem Leben ein Ende. Niedergedrückt durch das Gefühl, den Tod des Vaters verschuldet zu haben, will die Sängerin nur noch der Bestattung beiwohnen und dann wieder hinausziehen aus ber Heimath, ber sie so tierberbenbringenb war, in bie Frembe, die ihre eigentliche Heimath Ist. — DaS Stück ist eine sociale Dichtung von seltener poetischer Kraft, ausgezeichnet durch eine große, oft vielleicht übergroße Schärfe in der Zeichnung der Charaktere. Besonders fesselnd ist die Schilderung unseres deutschen Beamtenlebens. Der beste Theil ist vielleicht der zweite Act, während im dritten die Effecte schon mehr „gemacht", allerdings genial „gemacht" erscheinen. Der letzte Act jedoch fällt riesig ab. Mit allzu großer Genauigkeit zeigt er den Kampf der beiden feindlichen Lebensanfchauungen, der zwar ungemein geistreich begonnen, aber zu keinem befriedigenden Ausgleich gebracht wird. — Die Hauptrolle des Dramas, die der „Magda", hatte Frau Director Baars übernommen und führte sie mit vollendeter Slunft durch. Ihre Auffassung ber äußerst schwierigen Partie und ihr herrliches Spiel rissen alle Zuschauer in ehrlicher Bcwunberung fort. Schabe ist, baß die Stimme ber hochbegabten Künstlerin im Affecte sich nicht noch etwas mehr bem Spiel anpassen läßt, das heißt in ihrer Klangfülle mächtiger werden kann. Den „Oberstlieutenant Schwartze" verkörperte Herr Hertzog in musterhafter Weise, nur hätten wir gewünscht, daß die Lähmung deS rechten Armes etwas mehr zur Geltung gekommen wäre, daß also beispielsweise dessen Bewegungen nach dem Kopfe hin unterblieben wären. Herr Hobö als „Pfarrer", Herr Beer mann als „Regierungs- rath" und Fräulein Hofmann als „Marie" verdienen unser uneingeschränktes Lob. Die undankbare Rolle der „Auguste" lag in Händen des Fräulein Schuhmacher I. Obwohl die Leistung der Dame redlichen Willen und tüchtiges Studium zeigte, können wir doch nicht umhin, zu gestehen, daß die Durchführung derselben matt und farblos war. Aus der vollständig aus dem Ton des Stückes fallenden, possenhaften Figur der „Franziska" wird sich nie etwas Besonderes machen lassen, wir können daher mit der Wiedergabe derselben durch Frau Hein ganz zufrieden fein. Herr Alsdorf („Max") zeigte sich seiner Aufgabe nicht gewachsen- das HauS war ziemlich besucht und spendete der mit großem Interesse hingenommenen Aufführung reichen Beifall. Z. * ♦ Eisenbahnfrevel. Dor einigen Tagen wurde an der Oberhess. Eisenbahn, Strecke Lich, in der Gemarkung Gießen, von zwei jungen Leuten ein Baumpfahl vor einen ankommenden Zug auf bie Schienen gelegt. Der Zug ging über ben Pfahl weg, ohne Schaben zu nehmen. Als die Thäter wurden zwei Studenten ermittelt) und verhaftet. Einer derselben durchschnitt sich im Haftlocal mittels einer Glasscherbe die Pulsadern und wurde, da es rechtzeitig entdeckt wurde, in die Klinik verbracht, woselbst er bis zu seiner Wiederherstellung überwacht wird, um dann dem Gericht übergeben zu werden. ♦ * Einbrüche. In der Nacht vom 9. auf 10. wurden zwei Einbrüche in hiesiger Stadt verübt und zwar einer bei einem Wirth in der Marburgerftraße und der andere bei einem Wirth in der Frankfurterstraße. In beiden Fällen hat der Dieb nur geringe Beute, wenig Geld und einige Kisten Cigarren, gemacht. Der Thäter ist noch nicht ermittelt. * * Keilerei. In verflossenen Nacht fand in der Nähe des Bahnhofs zwischen Studenden eine Keilerei statt, wobei es einige blutige Köpfe absetzte. * * Bei ber heute morgen stattgehabten Milchrevisiou würbe schlechte Milch angetroffen und beschlagnahmt. Anzeige gegen den Verkäufer wurde erhoben. * * Ein Ladeabrand in ben Neuen-Bäuen würbe gestern Nachmittag zwischen 4 unb 5 Uhr von ber Nachbarschaft wahrgenommen unb gelöscht, ehe berselbe zu größeren Dimensionen sich auSbehnen konnte. * * Schwer verwundet. In bie hiesige Klinik wurde gestern ein Junge von 11 Jahren gebracht, welcher in seiner Heimath Philippstein bei Weilburg mit einer Dynamitpatrone gespielt. Durch die Exploston derselben wurden dem Jüngere an der einen Hand drei, an ber anderen Hanb zwei Finger abgerissen. * e Kirchliche Tienstnachricht. Psarrverwalter Friedrich Althen zu öberftabt ist zum Pfarrer ber Gemeinbe Eber- stadt ernannt worden. * • In den fünf hervorragendsten Steuerrommiffariat»- bezirken de» Landes betragen für da« Etatsjahr 1893/94 die NorMalstenercaPitalien, und zwar bei ber Gewerbesteuer, Grundsteuer, (Kapitalrenten ft euer unb (Sin« kommen ft euer. 1) Darmstadt bezw. 718,344 1,470,920, 572,279, 4,317,145 Mark, 2) Gießen bezw. 285,227, 711,840, 137,813, 1,497,545 Mk., 3) Mainz bezw. 1,709,127, 2,236,613, 507,845, 6,959,825 Mk., 4) Offenbach bezw. 628,275, 887,723, 155,054, 2,492,405 Mk., 5) WormS bezw. 464,593, 1,190,723, 149,112, 1,787,050 Mark. Des weiteren ergeben sich als Steueransätze bei .ben vorftehenb genannten vier Categorien von Steuern: 1) Tann« stabt bezw. 114,935.04, 205,928.82, 97,287.42, 690,743.22 Mark, 2)Gießen bezw. 45,636.30, 99,657.60, 23,428.20, 239,607.18 Mk., 3) Matnz bezw. 273,460.32, 313,125.78, 86,333.64, 1,113,571.98 Mk., 4) Offenbach bezw. 100,524, 124,309.20, 26,359.20, 398,725.62 Mk., 5) WormS bezw. 74,334.84, 166,701.24, 25,349.04, 285,928.02 Mark. Die gesammten Normalsteuercapilalien des Landes belaufen .sich auf 59,698,848 Mark, bie gesammten Steueransätze auf 9,135,691.50 Mark. * * Die Socialdemokraten haben bis jetzt in hessischen Wahlkreisen folgende Qanbibaten proclamin: Prinz für Friedberg-Bübingen, Orbig für Gießen, Ulrich für Offenbach-Dieburg. • • Einen schönen Ansang im Bau von Arbeiterwohnungen nach Bodelschwingh'schem Muster hat ber evangelische Arbeiter- Verein zu Friedberg i. b. Wetterau gemacht. Derselbe baute im vorigen Jahre vier Doppelhäuser, also acht Arbeiterwohnungen. Jede Wohnung ist einstöckig unb enthält brei Zimmer unb eine Küche. Außerbem ist im Bodenraum ein weiteres Zimmer unb im Kellerraum eine Waschküche mit Kessel angebracht, au den Hosraum, in welchem sich Stallungen unb Brunnen befinden, schließt sich ein Gärtchen an. Die Bewohner halten Z'egen, Schweine unb Hühner. — Der Preis einer Wohnung beträgt 4100 Mark, 300 Mark muß der Käufer anzahlen, 3800 Mark werden mit 6 pCt. verzinst, 2 pCt. gehen von ben 6 pCt. vorn Kapital ob; die Leuts wohnen demnach für 152 Mark- sie sind sehr glücklich und zufrieden in ihrem eigenen Heim unb erweisen sich dankbar für die Wohlthat. In 1893 will ber evang. Arbeiter-Verein in Friebberg, bessert vermögenbere Mitglieder gegenwärtig eine Baugenossenschaft bilden, zwei weitere Doppelhäuser bauen, wozu Gott seinen Segen geben wolle! Möchte Fried- berge Vorgang recht viele Nachfolge finben' ** Eine für Eisenbahnreisende interessante Entscheidung ist kürzlich in Hamburg in brr Berufsinstanz bestätigt worden. Ein Schneidermeister fuhr nach dem dortigen Berliner Bahnhof unb übergab einem Kofferträger seine beiben Koffer, während er sich selbst ein villet löste. Inzwischen war ein Koffer im Gedränge verschwunden. Der Reisende verklagte den Träger aus 80 Mark Entschädigung, aber die Gerichte wiesen bie Klage ab. Die Ueberwachung des Gepäcks bis zur Einlieferung an die Expedition sei Sache des Reisenden. Lang GonS, 10. Mai. Heute Morgen, kurz nachdem der Schnellzug vorbei war, brannte eS an der Böschung ber Main-Weser Bahn bei ber Lochmühle. Dem schnellen Eingreifen des GenSdarmen Schwarz gelang es, das Feuer von dem Walde abzuhalten und zu löschen. Derselbe hatte sich Leute von der Lochmühle zur Hilfe genommen. Ebenso war die Frau deS Bahnwärters Luh bereits mit AuSmachen deS FeuerS beschäftigt. Daffelbe ist anscheinend durch Funken oder herauSgesallene Schlacken der Locomotive entstanden. Vom Lande, 8. Mai. Der diesjährige Honig wird von Sachkennern als ein sehr edles Product bezeichnet. Biele Bienenzüchter haben bereits bei dem blüthenreichen Lenz größere Mengen Honig geschleudert und durchweg ist derselbe sehr zähflüssig, hat wenig Waffergehalt und hat eine nie da- gewesene Süßigkeit unb hochfeines Aroma unb canbirt sehr leicht, schon nach wenigen Tagen. Die vorzügliche Qualität des Honigs ist wohl gerade eine Folge der Trockenheit. Der Preis beträgt Mk. 1.20 per Pfund. Dermifcbtci. * Berlin, 7. Mai. Daö Gerücht von dem Selbstmorde eines Garbeoffiziers, der sich bei Rahnsdorf baS Leben genommen haben sollte, weil ihm wegen Miß- hanblung seines Burschen eine harte Bestrasung bevorftänbe, ging vor einigen Tagen durch die Presse. Auch fehlte eS nicht an dunklen Andeutungen, daß der Vater des Offizier» eine Begnadigung seines Sohnes leider zu spät erwirkt habe. Wie nun auS FriedrichShagen verlautet, wird der Müggelsee fortdauernd nach einer Leiche abgefischt, und dieser Umitanb wird dort mit dem Selbstmord deS Offiziers in Verbindung gebracht. ES hat sich nämlich herauSgestellt, daß ber Lieutenant M. von der 8. Batterie eines Anillerie Regiments im Osten der Monarchie wegen des vorerwähnten Geschehnisses eine FeftungSstrafe zu verbüßen batte. Nach einem hinterlassenen Schreiben hat ber blutjunge Offizier beschlossen, den Tod der Strafe vorziehen unb seinem Lebe» in Müggelsee ein Ende zu machen. Er vertauschte die Uniform mit bem bürgerlichen Kleide und kehrte in seine Wohnung nicht mehr zurück. Kurz nach seinem verschwinden traf die Be- gnabigung ein. • Nasch entschlossen. Folgende kleine militärische Be- gebenheit wird auS Schweidnitz erzählt: Bei der Bc- sichtigung des bortigen Jnfanterie-RegtmentS Gras Moltke durch ben DivisionScommandeur v. Liegnitz stellte Letzterer an die Mannschaften die Frage: „Kinder, was würdet Ihr gen, kurz nachdem der an der Böschung der Dem schnellen Ein- [dang es, das Feuer chen. Derselbe halte genommen. Ebenso •reiti mit Ultimaten heinend durch Funken motiöe entstanden. tat bei*1- ®?' i ««* s j> totats P d-M It unb h°t [ tarn «»“** ‘t . der Trockenheit. w ■SWS 718,344^ «in. ^b.iVte 05 w? tV'*1’- mR ö,ES •»st * b-lausen.sich ^^eransätze auf )eht in Wchw 7".' Prinz'st! e^tl, Ulrich far »oiArdiiteriochunm ’ evangelische Arbener- gemacht. Derselbe \u' ali° acht Arbeiter^ k'g und enthält drei >st im Bodenraum ein eine Waschküche mit welchem sich Stallungen un Gärtchen an. Die nd Hühner. - Der !ark, 300 Mark muß n mit 6 pCt. verzinst, apital ab; die Leute sind sehr glücklich und erweisen sich dankbar evang. Arbeiter-Verein Mitglieder gegenwärtig weitere Doppelhäuser wolle! Möchte Fried- iben! nefjantt Snilteibung •rufiinftanj betätigt , dem dortigen Brr- Lv^nNäger seine ein Billet löste. In- ,e verschwunden. Der Mark Entschädigung, b. Die Ueberwachung )ie EWdition sei Sache von dem Selbst' ÄVSfi ".’tab w.;n Zerbiß ' Ossirtttö jV y ines ™,„,s s vorervE^ch eintW i-° L E 5*^31 pinben «a' tletue t »E @r«i W'V. „aebtt 3C machen, wenn im Gefecht Eure Offiziere und Unteroffiziere weggeschossen worden wären?" Sofort trat ein" Gefreiter der fünften Compagnie vor die Front und rief: „Kameraden, unsere Vorgesetzten sind gefallen, folgt meinem Commando!" Und mit Hurrah stürmte das Regiment vorwärts. Ueber diese Entschlossenheit war der genannte Commandeur so erfreut, daß er den Gefreiten auf der Stelle zum Unteroffizier ernannte. * Gefchäftsvergroßerung. Ein Weingroßhändler in Berlin läßt sich einen abessynischen Brunnen bauen. Während ein in demselben Hause feit langen Jahren bediensteter Kutscher mit Interesse das Hantiren der Brunnenarbeiter beobachtet, tritt der Weinhändler hinzu, um sich von dem Fortschreiten bc<> Werkes zu überzeugen. Da beglückwünscht ihn der alte Kutscher treuherzig mit den Worten: „Ne, Herr **, wie ick mir freie, bet SeIhrJeichäft wieder so verjrößernl..." * Bordeaur, 11. Mai. Ortsvorsteher Savignon wurde verhaftet, weil er seit 18 Monaten seinen Sohn in einen Käfig einsperrte, um ihn angeblich vom Irrsinn zu heilen. Schiff-nachrichten, Der Postdampser „Waesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. Mai wohlbehalten in Newyork jnflefoinmen. __ Verkehr, Eano- rrnd Volkswirthschaft. Limburg, 10. Mai. Fruchtmarks Rother Weizen X 13.85, weiher Weizen X 00.00, Korn X 11.20, Gerste X 10.10, Hafer X 8.20, Erbsen X —. — .. ■ ■ ...... ■ - - Literatur und Aunst. — Die soeben erschienene 7. Lieferung des 15. Bandes der „Meisterwerke der Holzschneideknnst" (Verlag von J.J. Weber in Leipzig) enthält Porträt und Biographie von Peter von Cornelius sowie folgende Abbildungen: Denkmal König Ludwigs 1. von Bayern In Kissingen von Konrad Knoll. — Das Treppenhaus des Natur- historischen Hof-Museums in Wien. — Aus dem Chamonixthel: Das Mer de Glace und die Montblanckette. Der Weg nach der FlLzüre. — Die Verhaftung des Wilderers von August Dieffenbach — Fingerhackeln von Emil Rau. — In der Mädchenschule von No6 Bordignon. — Im Trauerbause von Luis Alvarez. kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 14. Mai, Exaudi: In der Stadtkirche: Vormittags 9'/, Uhr: Professor v. Reisch le. (Einführung und Verpflichtung der Kirchenvorsteher). Vormittags HV< Ubr: Kinderkirche. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2'/r Uhr: Gottesdienst (mit Christenlehre für die Neuconfirmtrten aus der Matthäusgemeinde). Pfarrer Schlosser. In der Frtedhofscapelle: Vormittags 8Vi Uhr: Frühgottesdienst. Pfarroerwalter Dr. Grein. Um ll1/» Uhr: Versammlung der Neuconfirmirten aus der Lucasgemeinde in der Capelle. Pfarrer Dingeldey. Am 2. Pfingstfeiertage findet Beichte und heil. Abendmahl im Hauptgottesdienst statt. Katholische Gemeinde. Sonntag den 14. Mai, 6. Sonntag nach Ostern: Samstag: Nachmittags um 4‘/8 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6>/, Uhr erste hl. Messe; um 71/» Uhr Austheilung der hl. Communion; um 8‘/g Uhr zwette hl. Messe; um 10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmtttags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Andacht. Anmerkung: Dienstag und Freitag Abend um 6*/e Uhr ist Maiandacht. «ottrsdmlst der israeütischen Keligionsgeseltschaft. Freitag Abend 7»o Uhr, Samstag Vormittag 8” Uhr, Samstag Nachmittag 4°° Uhr, Samstag Abend 8,s Uhr. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 12. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser ll1/», Luft 14 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. Aufruf zur Hilfe für die Braudbeschädigteu zu Zell bei Alsfeld (^berhessen). Ein gewaltiger Brand verwandelte am 5. Mai l. Js. einen großen Theil unserer Gemeinde in einen Schutt- und Trümmerhaufen. Nicht weniger als 42 Hofraithen (ungefähr 130 Gebäude) sind von den Flammen verzehrt worden. Namenloses Elend ist bei uns eingezogen. Biele Familien sind obdachlos und haben ihr ganzes Eigenthum verloren. Von diesen find einige gar nicht, viele nur schlecht versichert. Wir bedürfen daher der schleunigsten Hilfe und fordern Ihre Nächstenliebe auf, der armen, so schwer heimgesuchten Gemeinde Zell freundlichst beistehen zu wollen. Gaben aller Art, wie Nahrungsmittel, Kleidungsstücke, Wäsche,H'auögerälhe unddergl.,insbesondere auchGeldgaben werden mit herzlichem Dank von Grobherzoglicher Bürgermeisterei Zell in Empfang genommen; ebenso ist daü unterzeichnete HilfScomito zur Empfangnahme von Gaben gerne bereit. — Auch die Expedition des „(tziefiener Anzeiger" ist bereit, Geldspenden für die Abgebrannten in Empfang zu nehmen und darüber in diesem Blatte zu quittieren. Zell, 7. Mai 1893. Das Hilfscomitö: D i p p e l l, Bürgermeister in Zell, Simon, Gastwirth in Zell, Lepper, Landwirth in Zell, Andr. Köhler, Landwirth in Zell, Konr. Kraus müller, Landwirth in Zell, Konr. Bambey, Landwirth in Zell, Bausch, Lehrer in Zell, C a r r a, Lehrer in Zell, Jäger, Pfarrer zu Billertshausen. NB. Um Weiterverbreitung dieses Aufrufes in anderen Zeitungen wird gebeten. Die Seiden-Fabrik 6. Henneberg (k.u.k.Hofl.), Zürich sendet direct an Private: schwarze, weitze u-.farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual- u. 2000 oersch. Farben. Dessins rc) porto- und zollfrei. Muster umgehend- [492 Bekanntmachung. Die diesjährige Grassamenernte aus den Gießener Stadtwaldungen soll unter den bei der Forstbehörde üblichen Bedingungen im Submissionswege vergeben werden. Liebhaber wollen ihre mit der Aufschrift „Gießener GraSsamen" versehenen Offerten bei der unterzeichneten Stelle einreichen, woselbst Montag den 5. Juni, Morgens 11 Uhr, dieEröffnung erfolgt. Gießen, den 10. Mai 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ___Gnauth. [4425 Verdingung der nachstehenden Arbeiten einschließlich theilwetser Lieferung der Materialien zur Anlage der Eisenbahn von Niederwalgern nach Weidenhausen: a. Erd-, Fels, und Böschungsarbeiten, Maurerarbeiten zu Brücken und Durchlässen, sowie Wegebefestigungs- arbeiten in den Loosen III und IV (80000 cbm Bodenbewegung. 777 cbm Mauerwerk, 25 cbm Werksteine, 98 cbm Kalk und 4900 qm Chaussi- runflcn); . Erd-, Maurer-, Asphalt-, Zimmer-, Steinhauer-, Dachdecker- u. Klemp- nerar beiten zur Herstellung des Empfangsgebäudes, Güterschuppens und Nebengebäudes des Bahnhofes Niederwalgern, sowie der Nebengebäude der Stationen Stedebach, Lohra, Gladenbach und Weidenhausen; c. Vorstecken von 7500 m Gleis eine schließlich Herstellung der Kies- dettung. Termin: Donnerstag, 25. Mai 1893, Nachmittags 3Uhr für die Arbeiten unter a, Vormittags 11 Uhr für die Arbeiten unter b, Nachmittags 5 Uhr für die Arbeiten unter c im Amtszimmer des Abtheilungs - Baumeisters Hentzen in Gladenbach (Regierungsbezirk Wiesbaden). Lageplane, Bau- werrszeichnungen, Berechnungen, Bedingungen u. s. w. können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlagen zu a für 2,60 X, zu b für 4,50 X bei sümmt- lichen und für 1,50 X bei einzelnen Gebäuden, sowie zu c für 50 H bei kostenfreier Einsendung der Beträge von Abtheilungs - Baumeister Hentzen bezogen werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Hannover, den 1- Mai 1893. [4277 Königliche Eisenbahn-Direction. Conlurgverfthren. Nachdem der Antrag mehrerer Gläubiger, über den Nachlaß des am 4. dieses Monats verstorbenen Obersteigers Dern in Bieber das Gon« cursverfahren zu eröffnen, zugelassen ist, wird gemäß § 98 der C.-O. ein allgemeines Veräußerungsverbot er- lassen. [4417 Gladenbach, den 10. Mai 1893. Königliches Amtsgericht Abth. DE. Ieilgeöotenes. Riesen-LachSHLriuge, Schellfische und Knurrhähne empfiehlt in frisch geräucherter Waare 4430] F. Otto, Grünbergerstraße 24. Arbeiter finden die größte Auswahl in Hemden, Blonsen, Hosen, Westen, Röcken, Schürzen, Socken, Strümpfen, gewirkten und gestrickten Jacken und Jagdwesten re. in nur guten Gualitiitrn zu billigsten Preisen bei Robert Stuhl, 3331 , Nenstadt 23. ersuchen Sie gefl. Schusters Caffee. Verkaufsstelle Gießen: Heb. Wallach, Markt 8. Lohnende Verkaufsstellen werden soliden Händlern an allen Orten übertragen. 1246 M. Schuster, Bonn, Dampf-Kaffee-Brennerei, gegr. 1857. 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