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April 1893 Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. viert ei jährige >»o*ef*e*U|rteti I 2 Mark 20 Pfg. mb vringerlohn. Durch die Post beHSG» 2 Mark 50 Pgtz. Redaktion, epebittoe und Druckerei: ®m*te*t 61. Aints- und Anzeigeblntt süv den Kreis Gietzen. Annahme eon Anzeige, zu der Rachmittafs für de» Hfenbro tag erscheinenden Nummer hi» vor». 10 UH Gratisbeilage: Gießener Kamikienölätter. ii! i a »i i ii ii i i !■■ i i■ ■ ii i ii — Aste An»o»cen-Vureanx des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den .Gießener 'Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend das Pflegegeld für auf Kosten der Landeswaifen- anstalt untergebrachle Waisenkinder, hier Anträge auf Erhöhung des Pfleggeldes. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und- der Justiz vom 5. April 1893 das Pflegegeld für auf Kosten der LandeSwaisenanstalt untergebrachte Waisenkinder in den Städten, unter welchen auch Gießen genannt ist, auf 160 JC. und in den übrigen Gemeinden des Landes auf 120 JL pro Jahr erhöht worden ist. Ebenso ist eine entsprechende Erhöhung der Unterstützung für Waisenlehrlinge von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz bewilligt worden. Gießen, den 10. April 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. (Sagern. Gießen, den 10. April 1893. Betr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir sehen der Einsendung der Berichte über den Zustand der Fortbildungsschulen im verfloffenen Winterhalbjahr innerhalb acht Tagen entgegen. Dieselben sind genau nach folgendem Schema abzufaffen: 1. Zahl der Klaffen, 2. ,, „ Lehrer, 3. „ „ Schüler, 4. „ „ abgehaltenen Stunden, 5. Vergütung für den ganzen Unterricht abzüglich der Vergütung für Heizung, 6. Leistungen der Schüler, 7. Betragen der Schüler, 8. Zahl der Versäumniffe der Schüler: a) erlaubte, b) wegen Krankheit, c) unerlaubte, 9. Dasselbe wie 8, a, b, c in Procenten (e/0) ausgedrückt, v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 10. April. Die ungünstige Ausnahme, welche die Comprornißvorschläge des Abgeordneten v. Bennigsen in der Militärfrage regierungsseitig gefunden haben, soll bei dem genannten nattonalliberalen Führer eine allerdings ganz begreifliche tiefe Verstimmung erzeugt haben. Es verlautet im Anschluß an diese Nachricht, Herr v. Bennigsen sei im Falle einer Reichstagsauflösung fest entschlossen, sich bei den alsdann folgenden Neuwahlen nicht wieder um einen Reichstagssitz zu bewerben. Sollte Herr v. Bennigsen sich wirklich mit einem derartigen Vorhaben tragen, so hätte die nationalliberale Partei noch vor dem eventuellen Wahlkampfe einen schweren Verlust zu verzeichnen, denn es würde gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht leicht sein, einen geeigneten Ersatzmann für Herrn v. Bennigsen in der politischen Führerschaft der gemäßigt-liberalen Partei zu beschaffen. Vielleicht wäre es da bester, wenn dieser hervorragende Politiker und Staatsmann eher auf sein Slaatsamt verzichtete, um sich dafür voll und ganz der Oberleitung seiner Partei widmen zu können- schon bislang dürfte der preußische Oberpräsident v. Bennigsen mit dem liberalen Politiker und Führer v. Bennigsen manchmal in Conflict gekommen sein! Uebrigens heißt es, noch ein anderes hervorragendes Mitglied der nationalliberalen Partei des Reichstages, Dr. Buhl, Vertreter des rheinbayerischen Wahlkreises Kusel-Wolsstein, sei ebenfalls gesonnen, sich wegen der Militärfrage aus dem parlamentarischen Leben zurückzuziehen. Herr Dr. Buhl soll im engeren Kreise erklärt haben, er behalte sich vor, noch vor der Plenarabstimmung über die Militärvorlage die Niederlegung seines Mandats in Erwägung zu ziehen. Der genannte Parlamentarier steht in der Militärfrage voll auf dem Bennigsen'schen Standpunkte, wie aus einem von Dr. Buhl vor feinen Wählern erstatteten Rechenschaftsberichte erneut hervorgeht. Ein Theil der nationalliberalen Wählerschaft von Kusel Wolfstein scheint aber für Annahme der Regierungsvorlage zu sein, welcher Umstand in Herrn Dr. Buhl wohl den Gedanken einer MandatSniederlegung wachgerufen hat. Berlin, 7. April. Nachdem der Bundesrath den Gesetzentwurf gegen gemeingefährliche Krankheiten soweit fertig« gestellt hat, daß derselbe der Volksvertretung unterbreitet werden konnte, liegt ihm von gesetzgeberischen Arbeiten hauptsächlich noch die Novelle zur Gewerbeordnung vor, welche den Gewerbebetrieb im Umherziehen betrifft. In dieser Angelegenheit waren schon längere Zeit hindurch von den zuständigen Reichsbehörden Erhebungen veranstaltet, als im Anfang November v. Js. Bayern beim'Bundesrath den Antrag stellte, über einen Gesetzentwurf von 13 Artikeln, betreffend die Aenderung der Gewerbeordnung, Beschluß zu fasten. Der Entwurf wurde in Verathung gezogen und hat seitdem verschiedentliche Erörterungen erfahren. Man ist im Allgemeinen einig darin, daß dem seßhaften Kleingewerbe ein Schutz gegen die Concurrenz des Hausirhandels gewährt werden muß, jedoch sollen auch die berechtigten Interessen des letzteren, sowie der Handelsreisenden nicht geschädigt werden. Es ist sehr schwierig, hier die richtige Grenze zu ziehen und gesetzliche Bestimmungen zu treffen, welche beiden Zielen gerecht werden. Die Verhandlungen dürften demnach in nächster Zeit wohl noch nicht zum Abschluß gebracht werden können. Bei dem gegenwärtigen Stand der Arbeiten des Reichstags, dem noch eine ganze Anzahl von Gesetzentwürfen zur Erledigung vorliegt, ist es, den „Verl. Polit. Nachr." zufolge, überhaupt nicht sehr wahrscheinlich, daß ihm eine Gewerbeordnungsnovelle über den Hausirhandel noch in der laufenden Tagung zugestellt werden wird. Ausland. Paris, 10. April. Die politischen Persönlichkeiten der französischen Republik können das Geflunker mit glänzenden Phrasen nicht lasten. So hielt der Präsident der Deputirtenkammer, Casimir Pürier, in Trohes bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Banket eine Rede, in welcher er namentlich betonte, die Republik sei gegen Angriffe und Ueber- raschungen geschützt. Was soll das heißen? Die heuttge französische Republik ist so wurmstichig, wie der Panarna- scandal gezeigt hat, daß es nur einer kräftigen Faust bedarf, um ihr den Garaus zu machen! Weiter erklärte Pürier, die Republik könne wohl ehemalige Monarchisten annehmen, aber nicht als Führer, sondern nur als Soldaten hätten sie dann in die republikanischen Reihen einzutreten. — Die zu einem Compromiß mit der Republik geneigten monarchistischen Elemente dürften indessen sich mit dieser ihnen angebotenen subalternen Stellung gewiß nicht zufrieden geben. — Anläßlich der Neuwahlen zur städtischen Vertretung von Paris haben die gemäßigt-republikanischen Abgeordneten die Pariser Gemeindewähler in einem Aufruf aufgefordert, gegen alle radicalen und focialistischen Candidaten zu stimmen. Die Kundgebung bezeichnet die etwaige Wiederwahl der bisherigen radlcal-socialistischen Mehrheit des Pariser Gemeinderathes sehr richtig als eine Gefahr für die Republik. Budapest, 9. April. Siegmund Brodh, der Herausgeber des „Neuen Pester Journals", hat heute eine Viertelmillionen Gulden für ein interconsessionelles Kinderspital zum Andenken an seine verstorbene Gattin Adele Brody gestiftet. Chnstiania, 9. April. Das Wikingerschifs hat heute Mittag seine Fahrt zur Chicagoer Weltausstellung angetreten. Kopenhagen, 9. April. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland haben in dem Glückwunsch-Telegramm, welches sie dem Könige gestern zum Geburtstage sandten, ihren Besuch in Fredensborg für diesen Sommer bestimmt zugesagt. Feuilleton. Dir verhängnißvolle Polonaise. Novelette von Carl 6 aff au. (Schluß.) Er wandte sich, er ging. „Teufel !" zischte ihm Oginsky nach. Er küßte der Hausfrau die Hand und war ebenfalls verschwunden. „Was fehlt Oginsky?" hieß es überall. „Warum geht er?" fragten andere. „Künstlerlaunen!" meinte Gablonsky und verschwand mit einem höhnischen Blick auf Olga in der Thür. Die Gesellschaft hielt sich noch ziemlich lange zusammen- Baronin Olga stand Folterqualen aus. Als der letzte Gast fort war, stürzte sie in ihr Boudoir. „Aurelie!" rief sie. „Nun, was ist zwischen Oginsky und Gablonsky im Glashaus geschehen?" „Ich hatte mich unter den Palmen versteckt, gnädige Frau, ich hörte alles." „Foltere mich nicht, antworte!" „Ein Duell in aller Form!" „Wann, wo?" „Ein amerikanisches Duell! Wem man zuerst mit hellem Wein zutränke, der soll sich selbst erschießen!" „Mein Gott!" „Ich verfolgte sie!" „Sprich, sprich!" „Es traf ihn!" „Barmherziger Gott! Vielleicht setzt er jetzt schon die Pistole an die schöne Stirn!" „Nein, die Zeit hat der Sieger zu bestimmen." „O, daran erkenne ich Gablonsky! Mein Gott, mein Gott, was thue ich?" „Schicken Sie ihn fort, weit, weit weg!" Frau v. LubowLky gerteth in eine förmliche Raserei, so daß die Zofe den Vetter Davinsky herbeirufen mußte. Dieser wußte auch keinen Rath, aber das eine versicherte er sie: „Fällt er, Olga, so soll Gablonsky nicht mit dem Leben davonkommen." „Ach, es war ihr doch ein Trost! Am folgenden Tage erhielt Olga ein Billet: „Theure Olga! Rufe mich nicht zu Dir, Heißgeliebte, schreibe mir nicht, ich darf Dich nicht sprechen, nichts von Deiner Hand lesen! Gott weiß, wie ich leide, aber ich will Dir täglich mehrere Male schreiben! Zweifle nicht an meiner Liebe. Ich bin Dein bis in den Tod! Oskar von Oginsky." Was war das? Ohnmächtig sank sie nieder. Zehn Tage waren vergangen. In Warschau hatte sich alles zum Losbruch vorbereitet. Graf Orlow gab heute einen glänzenden Ball, dort sollten die Führer die letzte Verabredung treffen. Olga hatte Oginski noch nicht wieder gesehen- sie hielt es nicht länger aus, denn ihr Herz starb vor Sehnsucht nach dem Geliebten. Hastig warf sie ein paar Zeilen an ihn aufs Papier: „Einzig Geliebter! Komme heute zu Orlows, ich will Dich nur sehen, nicht einmal sprechen, obwohl ich für ein Wort von Dir in den Tod gehen möchte! Deine Olga." Und er kam. Sie sahen sich, sie lächelten sich an, sie waren selig. Oginsky erntete Lorbeeren in Fülle. Gablonsky stand wie eine Statue aus Erz an der Salonlhür. Eben tanzte man ein Menuett. I „Ich muß Dich sprechen," flüsterte bei einer passenden Tour die Baronin Oginsky zu, „muß, und wäre es mein Tod." „Wo?" srug er. „Im Boudoir der Gräfin Orlow, sie ist meine Freundin !" „Ich komme!" Und sie sprachen sich, sie herzten sich, sie küßten sich, sie waren selig. „Liebst Du mich unwandelbar, Olga?" srug er dann. „Ewig, mein Geliebter!" Die Gräfin Orlowsky trat ein und ging mit den Liebenden wieder in den Salon, dort aber hieß es wieder: „Oginsky, Oginsky, an den Flügel!" Er folgte der Aufforderung- Gräfin Orlow stand mit Olga ganz nahe. Gablonsky stützte sich auf das Instrument. „Die Polonaise \" bat Olga dann herzlich. „Ich sollte sie ja auch schriftlich haben, Graf!" Oginsky nickte nur bleich wie der Tod, aber er spielte so entzückend, als ob Engel weinten. Gablonsky lachte laut auf und verschwand. Der letzte Ton war verklungen. Oskar von Oginsky stand auf und ging wie ein Trunkener durch den Saal. Im Vorsaale traf er Jean, den Kammerdiener, dem er zurief: „Jean, Notenpapier, Tinte, Feder! Schnell!" Er erhielt alles pünktlich. „Der Baronin Olga von Lubowsky gewidmet," lautete die Ueberschrift. Dann folgte die Polonaise und darunter standen die Worte: „An der Schwelle der Ewigkeit hört jede Lüge auf; Deine Bitte, Olga, um die Polonaise war das Signal zu meinem Tode. Lebe wohl! Oginsky." Zwei Secunden später Härte man einen Knall. Alles eilte in den Dorfaal. Da lag Oginsky in seinem Blute, die Kugel hatte ihm gerade das Herz durchbohrt. Im wahnsinnigen Schmerze warf sich Olga mit der Neueste Nachrichten» Bolff« lelegr-philche« Lorr esponbenz-Bur rav. Berlin, 10. April. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" wendet sich mit einem Artikel betitelt „Jmhümer" gegen die Brochüre: „Die Militärvorlage und der Antrag Bennigsen". Sie berichtigt mehrfach die Ziffern der Brochüre und bemerkt, die verbündeten Regierungen brachten die Militärvorlage ein, weil sie eine wesentliche Verstärkung der Feldarmee für die Sicherheit nach Außen unbedingt für nöthig halten. Da eine solche Verstärkung bei der gegenwärtigen Organisa« ilon schon aus finanziellen Gründen nicht durchführbar sei, habe man die zweijährige Dienstzeit abopnrt; letztere sei also niemals Selbstzweck gewesen. Der Antrag Bennigsen bedeute nicht nur eine Verminderung der Zahl, sondern auch eine Verminderung der Güte, wenigstens organisatorisch; außerdem fördere der Antrag die allgemeine Wehrpflicht recht erheblich weniger wie die Militärvorlage, da nach demselben, wenn man die allerdings unrichtige Rekrutenquote der Brochüre in Vergleich ziehe, nicht weniger als 720 000 Mann der allgemeinen Wehrpflicht dauernd entzogen blieben. Berlin, 10. Aprrl. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, wird der Kaiser am 14. April Abends in Swinemünde eintreffen und sich sogleich an Bord der kaiserlichen Jacht „Hohenzollern" begeben, woselbst sich auch der Staatssecretär v. Hollmann und der Admiral v. d. Goltz einfinden. Die Abfahrt erfolgt am 15. d. Mrs. Morgens unter Begleitung der Aviso „Wacht". Die „Hohenzollern" trifft in Kiel voraussichtlich am Nachmittage des 15. d. Mts. ein. lieber den Zeitpunkt der Heimreise ist bisher noch nichts festgesetzt. Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 10. April. Die „Börsenztg." erfährt von zuverlässiger Seite entgegen anderweitigen Zeitungsmeldungen, der Abg. v. Bennigsen denke gar nicht daran, sich seinen parlamentarischen Pflichten zu entziehen. Berlin, 10. April. Eine hiesige Eorrespondenz will bezüglich der deutsch-russischen Handelsvertragsverhandlungen wiffen, die russische Regierung habe den Antrag auf Ermäßigung der Eisenzölle zur Zeit als undurchführbar abgelehnt. Die deutsche Regierung habe infolgedeffen definitiv diejen Punkt aus dem Rahmen der Verhandlungen Ausscheiden (affen. Berlin, 11. April. Im hiesigen Königlichen Schlosse werden bereits die Vorbereitungen für die bevorstehende Ueberstedelung des Kaiserlichen HoshaltS nach Potsdam getroffen; diese soll am nächsten Sonntag erfolgen. Berlin, 11. April. Heute nimmt das Abgeordnetenhaus seine Arbeiten wieder auf, zunächst steht die Aeuderung des Wahlverfahrens zur Berathung. Berlin, 11. April. Dem Abgeordnetenhaus soll ein Nachtrag zum Bafferbauetat zugehen, wodurch für den Elbe-Trave-Canal als Beitrag Preußens 7 Millionen bereitgestellt werden. Berlin, 11. April. Der Entwurf zu dem Gesetze betreffs Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten ist dem Reichstage zugegangen. Wie«, 10. April. In einer gestrigen von mehreren Taufend besuchten Arbeiterversammlung sprach Doetor Ellenbogen über Volksbildung und Schule. Redner bezeichnete es als stark verfehlt, daß die Liberalen Oesterreichs und die Freisinnigen Deutschlands im Kampfe gegen Feudalismus und LlericaliSmuS die Schule deren Händen nicht ganz entriffen Hätten. Dadurch werde die Schule von jeder herrschenden Partei für ihre Zwecke auSgebeutet. Redner bezeichnete die Maßregeln zur Hebung der Volksbildung Seitens der maßgebenden Factoren als verfehlt. Die Arbeiterin Dvorzak forderte alle Arbeiterfrauen zur Theilnahme an der Maifeier auf. Rom, 11. April. Die Mitglieder der hiesigen französischen Eolonie erließen ein Manifest, wegen der Anwesenheit des deutschen KaiserpaareS an den HochzeitSseierlichkeiten nicht theilzunehmen. weißen kostbaren AtlaSrobe über den Blutenden hin, küßte ihn und schrie: „Oskar, Oskar, warum thatest Du daS? — Ha, Gab- lonSky, das ist Dein Werk!" schrie sie dann verzweifelt. Man brachte ihr OginSkyS Abschied. Sie küßte das Blatt und brach in eine fürchterliche Raserei au5; zuletzt gelang eö der Gräfin Orlow, sie doch etwas zu beruhigen und heimzugeleiten. Am anderen Morgen brach der Sturm in Warschau los, Olga hatte eine lange Unterredung mit ihrem Vetter DaviuSky. „Du bist mein Erbe," schloß sie. Der alte Woywode lachte grimmig: „Keine Sorge, Olga, Du weißt, ich schieße sicher." Am anderen Nachmittage trat DavinSkh, den Arm in einer blutigen Binde' bei der Baronin ein. „Nun, Detter?" srug sie. „Wir schlugen unS vor dem Krakauer Thore." „Und?" „Beim zweiten Kugelwechsel bezahlte GablonSky seine Schuld mit dem Tode!" Sie sank in eine Ohnmacht, Nachts holte man die besten Aerzte. Umsonst! Gerade vier Wochen später, als die siegreichen Ruffen unter Suwarow die Hauptstadt Polens besetzten, trug man eine lobte zur letzten Ruhe: es war Olga von LubowSky. Aurelie, die Zofe, blieb bei ihrer Herrin bis zu deren Tode, dann ging sie in ein Kloster. DavinSky zog mit seinem reichen Erbe in die neue Belt. Jetzt erst ward die Geschichte der verhangnißvollen Polonaise bekannt und damit auch daS unglückliche Geschick Polens besiegelt. SRebtib, 11. April. Die Delegirten von 40 Arbeitervereinen beschlossen, am 1. Mai zu feiern. Lissabon, 11. April. Ein Individuum gvb einen 91c» volverschtiß auf den König ab, ohne zu treffen. Der Attentäter ist verhaftet. — Nach Schluß der Redaction ging unS folgende Privatdepesche, d. d. Lissabon, 11. April, zu: Die Meldung von dem Attentat auf den König ist nnbcftäligt. Der Vorgang, der zu der irrigen Meldung veranlaßte, beschränkt sich darauf, daß ein Mann, während ber (Röntg vorüberfuhr, schreiend unb feinen Stock schwingenb gegen denselben vorging. Der alSbald Verhaftete ist augenscheinlich geistesgestört. totales unb provinzielles. Sieben, 11. April 1893. — Tagesordnung für die Sitzung ber Ltabtverorbaeten Donnerstag den 13. April 1893, Nachmittag- 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Holzabgaben aus der Hand im Etats- jahr 1892/93 aus dem Stabtwald. 3. Der betrieb des Schlachthauses; hier: Düngerverwerihung. 4. Decretur von Kostenrechnungen. 5. Gesuch der Actienbrauerei Gießen wegen Herstellung eines gepflasterten Ueberganges im Leihgesterner- weg. 6. Fortsetzung der Wasserleitung auf dem Schiffen- bergerroeg zwecks Anschluß des Patz'schen Hauses. 7. Der- befferung des TrottoirS vor der Waage auf dem SelterSberg, wie des Zugangs zu den neuen Kliniken überhaupt. 8. Baugesuch des Löb SÜß für die Bettergaffe. 9. Fortsetzung der Schottstraße. 10. Den Fluthgraben in ber Katharinengasse. 11. Herstellung eines Kinderspielplatzes in ber Norbanlage. 12. Anbringung von Plakattafeln unb Anschlagsäulen. 13. Untersuchung bed Wassers in ben stäbttschen Brunnen. 14. Gesuch des W. Faust um Concession zum WirthschastS- betrieb für das Haus Grünbergerstraße 30. — Neue« Theater. „Der neue StiftSarzt", Preis-Lustspiel in 4 Acten, betitelt sich die gestern au'geführte Novität, deren hauptsächlicher Werth in der geschickten Placirung älterer und jüngerer StistSdamen beruht, die mit ihren Schrullen unb Nörgeleien wohl im Stanbe ftnb, einen jungen Mann, ben neuen Stiftsarzt, zur Verzweiflung zu bringen, die aber schließlich boch burch die urgemüthliche Grobheit eines alten MebicinalratheS zur Vernunft gebracht werden. Herr Director BaarS lieferte und durch die gestrige Vorstellung ben Beweis, daß er nicht nur über gutes Opern- unb Operetten-Personal, fonbern auch über ganz respektable Kräfte im Lustspiel verfügt. Fangen wir bei ben Damen an, in erster Linie Frau Flora Baars, welche eine elegante Bühnen Erscheinung, eine liebenswürdige Vertreterin ber Erna war unb durch ihr ungezwungenes Spiel entzückte; hoffentlich haben wir recht bald Gelegenheit, Frau Director Baars wieder bewundern zu können. Frl. Mathilde Schuhmacher stellte den verzogenen Liebling ihres Papas zur vollsten Zufriedenheit dar. Frau Elara Hertzog spielte mit edlem Anstande unb feinem Berftändniß die schwierige Partie ber Adelheid», imponirend durch vornehme Ruhe unb Noblesse; bie Damen, speciell Frau Emilie Hein unb auch noch Käthe Schuhmacher waren zwei Klatschbasen comme 11 faut unb sorgten in erster Linie dafür, daß die LachmuSkeln in steter Bewegung gehalten wurden. Die übrigen PensionSdamen, sowie die Darstellerin der Marie Löwe, Frau Schlegel, waren zufriedenstellend. Herr Wilhelm Hertzog repräsentirte den altenMedicinalrath mit kaustischem Humor; Applaus unb Hervorruf auf offener Scene lohnten bie gute Darstellung. Die Herren Hobv, Schlegel unb Beermann, von denen ersterer ben Stiftsarzt, letztere den Baron Rehfelb unb Helmholtz spielten, waren sich ber gestellten Aufgaben bewußt unb lösten dieselben mit Geschick; nur dürfte ber Stiftsarzt im britten Acte ber Meta gegenüber nicht in bem Maße trunken sein, wie es ber Darsteller martirte, beim eine feine junge Dame würde einem solchen Herrn unbedingt eine höfliche Verbeugung machen unb davon gehen. Im Allgemeinen hatte bas Lustspiel einen tüchtigen Lach-Erfolg unb können wir ben noch in Aussicht genommenen ferneren Lustspiel - Aufführungen mit Vergnügen entgegensetzen. Auch eine recht balbtge Wiederholung des Lustspiels „Der neue StiftSarzt" dürste sich empfehlen, denn wir können und nicht erinnern, daß feit langer Zeit so viel unb herzlich in einem Lustspiel gelacht wurde, als gestern. Wie wir hören, gelangt morgen Millöckers beliebter „Bettelstubent" zum zweiten und letzten Male zur Aufführung. ** Gießen steht in dieser Woche im Zeichen der Rekrutirnng. Da sind ed zunächst die Zwanzig und Mehrjährigen aud ber Stabt unb Umgegend», bie sich einer Prüfung über ihre Befähigung zum Dienste für bad Vaterland zu unterziehen haben. Don gleichen Gefühlen ftnb biefe Prüflinge allerbingd nicht burchbrungen, denn währenb ber eine „genommen" werden möchte, um im nächsten Jahre sich mit ber Infanterie-, Artillerie- ober Eavallerie - Uniform „spannen" zu können, kann ber anbere bem „Gezogensein" auch nicht den minbeften Geschmack abgewinnen; bad Scheiden aud seinem Dorfe, der Abschied von seinem „Schatz" scheinen ihm so schwer, daß er mit begreiflicher Aufregung dem Spruche ber Ersatzcommission entgegensieht. Fast für alle zur Musterung kommenben jungen Männer bebrütet bet ZiehungStag einen Wendepunkt im Leben, für bie Tauglichen ben Eintritt in bad Heer, für die Un- tauglichen aber bad bestimmtere Hineinleben in ihren Beruf unb nicht in letzter Linie — bie Grünbmtg einer Familie. Daß an einem solchen, einen so bedeutenden Wendepunkt bezeichnenden Tage auch einmal etwa- flott gelebt wirb, ist barum nicht zu verwunbern unb fein Menich wird bad eiroad lebhaftere Auftreten ber „Rekruten" an einem solchen Tage verurtheilen, so lange bie „jungen Leute" sich sonst in den Grenzen des AnstanbeS bewegen. — Auch eine andere Sorte von „Rekruten" macht in dieser Woche sich und den Heben Angehörigen viel zu schaffen. Sie besitzen weder das Einjährigen - Zeugniß noch die Berechtigung zum dreijährigen Dienst, unb boch sollen auch sie „gezogen" werben. ES sind dies dir Schulrekruten. Bon dtesen sechdjährigen Bürschchen hat mancher den Tornister, den ihm daS Ehristkindchen gr* bracht, schon probirt unb sich von ber Schule ein Bild gemacht, bad von brat ber Wirklichkeit recht verschieden ist. Wer die kleinen Kerle auf bem Wege zur Schule in Begleitung ihrer Eltern u. s. w. sieht, kann auch an ihnen wahrnehmen, daß gleiche Ansichten über bie Wichtigkeit ber Schule bei ihnen nicht zu finden find. Während ber eine stolz mit seinem Tornister dahinschreitet, folgt der andere mehr bem Zwange ald dem eigenen Triebe, wogegen em dritter Courage genug besitzt, um lebhaft Einspruch gegen den ersten Schulgang zu erheben. Nun, gute Worte und freundliche Behandlung söhnen auch diese kleinen Protestler bald mit der Schule aud. — Daß unsere kleinsten Schüler eine besonders lange Schulzeit vor sich haben, dürfen wir ihnen nicht verrathen, da sie sonst boch eiroad stutzig würden; den „Herren Eltern" aber, welche sich bereitd mit Zukunstdpläne» für ihre Söhne beschästigen, sei im Vertrauen mitgetheilt, daß ihre Lieblinge — in diesem Jahrhunden nicht mehr con- firmin werden können. * • Verhaftet wurde gestern ber Haudbursche eine# hiesigen Bäckermeisters wegen verschiedener zum Nachtheil feines Dienstherrn begangener Unterschlagungen. * * Die schon erwähnte Reise bed SroßherzagS «ab ber Prinzeffin Alft nach Italien beginnt am Mittwoch, den 19. b. Mtd., unb ist zunächst nackr Florenz gerichtet. Die Dauer bed Aufenthaltd ist auf etwa drei Wochen bemessen. • • Nach einer neueren Bestimmung der Postbehörde sollen die Absender von Telegrammen nach Orten ohne eigene Telegraphenanstalten für bie Folge soviel wie möglich veranlaßt werden, die Gebühr für die erforderliche Bestellung durch Eilboten beim Aufgeben ber Depesche gleich mit zu entrichten. SS ist neuerbingd zu oft vorgekommen, baß Abreffaten von Telegrammen bie Annahme verweigerten, wenn sie eine Silbotengebühr entrichten sollen, so daß für die Post wie für den Absender unangenehme Weiterungen erwuchsen. Die Eilbotengebühr beträgt 40 Psg., während sie sich anbernfaQd auf 60 bis 80 Pfg, ja b'd auf 1 Mark erhöhen kann. ♦ ♦ Vier Nathschlage für Radfahrer. 1. Langsam fahren/ bie meisten Nützlichkeiten werden nur durch zu rasches Fahren hervorgerufen. 2. Sich zur Regel machen, dem Publikum auszuweichen, da bied in ben meisten Fällen bem Rabfahrer leichter ist ald bem Fußgänger. 3. Keine unnötigen Alarm- zeichen geben, um baburch bad Publikum nicht in höchst überflüssiger Weise zu ängstigen unb zu verwirren. 4 Das AuSsühren von Kunststückchen, wie sreihänbig fahren u. s. w. unterlassen. * ♦ Für die am 3. Juni in Weimar tagende Hauptversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung haben den Bericht über die allgemeine Volkdschule Geheimrath Professor Meyer-Bonn und Rickert-Danzig übernommen. • • Ter 54. mittelrheiaische Tarntag tritt am nächsten Sonntag in Bingen zusammen. Geflügel Ausstellung in Darmstadt. Herr E. Schwan jun. hier erhielt für die beste Leistung in Hühnern und Tauben den Ehrenpreis bes lanbwirthsch. BezirkSvereins Gießen, Herr Schwan erhielt ferner: einen ersten Preis für schw. Holländer unb für Silberfasanen, einen zweiten Preis für blaue Pfauen, einen britten Preis für Japanische Seibenhühner, einen zweiten Preis für Smaragb-Enten, zwei britte Preise für Japanische Höckergänse. * ♦ Der Verband deutscher HandelSgärtttrr, Gruppe Heffen unb Heffen-Naffau, veranstaltet am 15. unb 16. April in der Frankfurter Stadthalle eine FrühjahrS-Blumen- unb Pflanzen-Börfe. AuS dem Muster-Register. Im Monat März 1893 wurden an Mustern unb Modellen von im Großherzogthum Heffen lebenden Urhebern neu geschützt: Am Amtsgericht Alsfeld 9 Muster (Flächenmuster), Amtsgericht Gießen 49 Muster (Flächenmufter), Amtsgericht Mainz 3 Muster (plastische Muster), Amtsgericht Ortenberg 2 Muster (plastische Muster). Darmstadt, 10. April. Deine Königliche Hoheit her Großherzog haben sich gestern Nachmittag 4 Uhr 19 Minuten nach Romrod zur Auerhahnbalz begeben unb werden Mittwoch Vormittag hierher zurückkehren. Vsrmifcbtcs. * Spandau, 10. April. Gestern Vormittag wurde hier ein Mordversuch auf den Burschen Peschrl bed zur Artilleriewerkstatt commanbirten Hauptmanned von Coger gemacht unb zwar von dem früheren Burschen Wolschkc, welcher nach seiner öntlafiung zur Reserve in der Geschützgießerei arbeitete. Wolschkr, welcher sich seit einiger Zeit dem Peschrl in scheinbarer Freundschaft aufbrängte, kam biefen gestern früh besuchen unb warf ihm nach einigen de- grüßenden Worten eine Schlinge über den Hals. Da es Peschrl gelang, einige Finger in bie Schlinge zu schieben, ergriff ber Mörder ein in der Stube stehendes Beil unb versetzte damit dem Peschei drei wuchtige Schläge. Auf bie Hilferufe bed Ueberfaflenen eilte diesem sein Hauptmann zu Hilfe, jeboch gelang ed bem Mörber, obwohl ihm noch ein Soldat entgegentrat, einstweilen zu entkommen. Derselbe hat sicherlich beabsichtigt, zuerst den Burschen unschädlich zu machen, um nachher den Offizier, welcher noch zu Bette lag, zu überfallen und zu berauben. * Eine 19jährige Hnngerküaßlrnn, Ramend Bertha Flegel aud Rothenburg in Schl., wurde vor einigen Tagen aud einem Berliner Krankenhaufe geheilt entlaffen. Dieselbe war bei einem Restaurateur in Diensten und hatte, aud Furcht vor Strafe, am 7. April sich heimlich entfernt. Sie hatte sich bann in eine leerstehende Wohnung begeben, in ber sie ohne jegliche Nahrung 21 Tage lang verharrte, bid sie in halb verhungertem Zustande aufgefunben wurde. Ein schweres Nervenfieber (sogenannter Hunger Typhus), bad MkM. hm C.TtzNL» z in HWnn unb laubtn bin BeMsvereinö Gießen Hen m Preis für schw. Holländer itm Preis für blaue Pfauen, ntiche Seidenhühner, einen ten, zwei dckte Preise für loebdSgartntt, Gruppe Hessen im 15. und 16. April in der -ilhjahrs-Blumen' und . Im Monat März 1893 'n von im ®ro$WN \tW to Wj* Iler), Orienbrn 2 Mm Nwg«- “ «ta M* / 3 „ A--Hchl°li "b erher M-kkehren- ---- chtes. Mi» „ S»J" sßotf frt<, freundM t bl, nQe über JjJ y sieben, in die Schl^S ö .( unb ' Stube E U die i w^tiö\Äa9upt®flDn **&* &: I * 3« «4»“ ■* «*■ giimmi 8 w L»-'b-,7L. Di-s'« lratknk ^jvillch! be«, O.7!K' t.‘y *■>«.» M. y^lifirtitber telt't,®un? b« eine Xrtth1 ?" Wirt “J*‘ ®Äenlln -ie kleinen N^^^und- betei‘6«lten; den im 5BmTau,n n t8plänen •ÄÜJ 6eß ^roßheezogz mb bfr °m Muw,ch b r 8”‘"i Strikt« $" brn »°»'° tafe «Utmmung d„P,. -Nammen nach Orten Ä?Ä#' '-*1* d-r'N'Zl 'ÄÄÄ3S' urchen sollen, so baß K ! unangenehme Weiterungen b'A' 40 », »«brenb J VI9', la bis auf 1 Mark Hut. 1. Langsam fahren; nur durch zu rasches Fahren '9el machen, dem Publikum N Fallen dem Wahrer Keine unnöihigen Alarm- Milutn nicht in chvchst iibn- ab zu verwirren. 4. Dale freihändig fahren u. s. w. i Weimar tagende haupt- Berbreituug von Volksbildung neine Volksschule Geheimrath ' ckert-Danzig übernommen. Inrntag tritt am nädifitn jetzt von der Patientin glücklich überstanden ist, war die Folge der sonderbaren Hungerkur. * Gefährliche Wache. Der Sergeant Wilhelm, welcher früher bei der 8. Compagnie deS 20. Regiments stand, berichtet auf einer an einen Freund in Wittenberg gerichteten, am 7. Februar d. I. von Mpwapwa auf dem Marsche nach Bukoba (am Victoria-Nyanfa) abgesendeten Postkarte u. a. Folgendes: „In der Nacht vom 5. zum 6. Februar wurde uns durch einen Löwen ein Soldat vom Posten weggeschleppt. Wir haben ihm zwar den Mann wieder abgejagt, doch war der Aermste so zugerichtet, daß er gestern seinen Verletzungen erlag. ♦ Ein hoher Herr hat sich bei der Militärmusterung in Nürnberg gezeigt, welcher eine Größe von nicht weniger als 2,7 Meter hat. Er besitzt eine Schrittweite von 1,13 Meter und sein Stiefel weist eine Länge von 40 Zentimeter auf. ♦ Auf der in den Tagen vom 29. April bis 1. Mai in Braunschweig stattfindenden Allgemeinen deutschen Ausstellung von Hunden aller Rasten werden nicht weniger als 145 Klassen vertreten sein. Gelegentlich der Ausstellung wird ein bisher in Deutschland noch nicht veranstaltetes Preishüten für deutsche Schafshunde abgehalten. • Lustiges. Lieutenan t (zu einem Kameraden, als eben ein Pensionat vorbeikommt): „Wie dreist Einen diese Krabben ansehen — gerade als ob jede hunderttausend Thaler mitbekäme!" — Schmeichelei. Der berühmte Rechtsgelehrte Erskine fragte die schöne Herzogin Gordon, ob sie nicht bald wieder nach Edinburg kommen werde. „Nein," aatwortete sie, „es ist eine traurige Stadt!" „Ei," sprach Erskine, „das ist, als ob die Sonne sagen wollte: Ich will heute nicht aufgehen, es ist ein trüber Morgen." ♦ Au8 der ZustruetionSstuude. Lieutenant: „...Also, ich habe Euch gestern auseinandergesetzr, was für strenge Strafen auf dem ^Berrath militärischer Geheimnisse stehen. Sie, Ringlmaier, was könnte z. B. solch ein militärisches Geheimniß sein?" — Ringlmaier: „Wenn mir Herr Lieutenant wieder mal einen Brief for's Fräulein vom Herrn Oberst zu besorgen geben thäten!" Verkehr, Land- rrnd Volk-wirthschafi. ®le%tn, 11. April. Marktbericht. Aui dem heutigen Wochemnartt kostete: Butter pr. Psd- X 1,10-1,15, Hübnerehr per Stück 6- A, 2 Stück 11- A. Käse vr St. 4-8 A, Ermatte pr. Et- 8 A, Erbsen pr. Liter 20 A, Linsen pr. Liter 30 A, Tauben pr. Paar x 0,60—1,00, Hühner pr. Stück X 0,90—1 20, Hahnen pr. St X 1,10-1,60, Enten pr- St. X 1,50 bis 1,80, Ochsevsteisch vr. Pfd 65—72 «A, Jtufc und Rindfleisch pr. Psd. 50—56 A, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kalbfleiich pr- Pfd. 40-50 A, Hammelfleisch pr. Md. 40 -70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50—4,50 X, Weist kraul vr Stück 5 - 12 A. Zwiebeln pr- Gentner 12,50—0,00 X, Milch v'. Liter 12—18 A, Enteneier pr. St. 6 A- ntp wären rerhtl“ rolrb roDbI ¥an*er Ulü ndl vU luuUli wenn er von den Darmstadter Loosen liest: Für nur 1 Mark zu gewinnen 20000 M., 10 000 Mk., 5000 Mk. u. s. w. Nun, gewonnen müssen sie werden, deswegen wagen Sie ruhig den geringen Einsatz von nur 1 Mk. Kaufen Sie aber bald, denn die Ziehung findet schon gleich im Anfang detz Wonnemonats statt und da nur wenig Vorratb bet den hiesigen Verkaufsstellen und der General - Agentur von Lud. Muller & Co. in Nürnberg und Berlin mehr ist, sind die Loose voraussichtlich bald ausverkaust und Sie versäumen sonst den Zug in Darmstadt! Briefkasten. Frl. ».! lieber den Wrrih der von Ihnen genannten Seife können wir nicht urtheilen, über dtesiibe liegt weder Analyse noch zuverlässige Garantie vor, und bekanntlich find die meisten billigeren Seifenarten, auch wenn sie angenehmes Parfüm haben, durchaus nicht zu empfehlen, weil sie künstliche Mischungen haben, die mitunter auf die Haut von dem verderblichsten Einstuffe sind. Wollen Sie eine untadelhaite, der Haut zuträgliche Seife verwenden, so kaufen Sie Doerings Seife mit der Gute, die ebenso unverfälscht rein und mild wie sie fettreich ist. Der Preis (40 Psg.) ist in Anbetracht ihrer Güte und geringen Abnutzung ein billiger. (F. N.) [92 Engros-Verkauf: Benner &. Krumm, Giessen. — Mutterleid und Mutterfreud bringen die lieben Kleinen. Wie häufig hat sich bisher ein Mutterherz über Wundfein des Kindes. Schupoen und Schorfbildung aus den Wangen, Borkenbildung auf dem Kopf 2C. Sorge gemacht. Dies ist zukünftig vollständig überflüssig bet dem Gebrauch von A- Flügg.s Myrrhen Crbme, ein Mtttel, welches von den bedeutendsten Haut- und Kinderärzten empfohlen ist. Das Mtttel tst durch Patent in den meisten Staaten unter anderen in Deutschland (Nr. 63592), England, Frankreich und den Vereinigten Staaten geschützt, ö Dose Mk. 1.— nebst einer ausführlichen Gratis- broichüre über die rationelle Behandlung der Hautkrankheiten in Gießen in allen Apotheken erhältlich. Apotheker A. Flüggem Myrrhen-Cr^me ist der patenttrte ölige und verdickte Auszug des Myrrhen-Harzes. [3464 Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und gediegene Stosse für Damen, Herren und Kinder, sowie etoflt t« Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Preis- stellung und schnellster Bedienung. Annahme und Musterlager in Gießen bei liyz L. 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Nachmittags 5 Uhr, Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden; es können an Ort und Stelle versteigert werden, jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beiunbeschreiblicher Jetten Leichtigkeit über jedes Papier, VST Weil die Spitzen eine «ngel bilden. 3190 Borräthig in allen Papier- und SchreibWaarenhandlnngen. öS D- ava Feinste chinesische Thees im Preise von Mk. 3.—, 3.50 und 4.— 2701] per y2 kg in Packeten von 125 und 250 gr. J ä Mk. 1,70, 1,80, 1,90 Md x ä und 2,00 das Pfund, ▼ J HWMIH MM unübertt. in Aroma und Kraft. Z Ä HIIIZ/ In Gießen bei J. M. Schulhof. In Steinbach bei Hch. Kraemer I. In Lich bei A. Bing u. H. Zimmer VII. Es wird bemerkt, daß ein Theil träge zu dieser Stiftung geleistet haben. dieser Pflanzen sich noch zum Ver« PILSNER BIER Protocollirte 9000 1362 Hafermehl Jeifgeöotenes. 3343 in bkstkn Qualitäten zu billigstkN Preisen. Ernst Balser, Mäusburg Anftrag cbm Mornkwkg, Gr. Bürgermeister von Darmstadt. Dr. Bechsner, Gr. 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April 1893. 2) Chaussirarbeit, (verlängerte Liebjgstraße und Aulweg) zusammen 1022 qm. 3) Maurerarbeit, veranschlagt zu (vecl. Liebigstr.) rund 61 Mk. Pläne, Bedingungen und Mastenberechnung liegen von heute ab aus dem Stadtbanamte zur Einsicht offen, woselbst die Angebote auf vor- geschriebenem Formular bis zum ge« nannten Termin vcrschlosten einzureichen sind. Angebotformulare sind vom Stadtbauamt zu beziehen. Gießen, den 8. April 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. [3443 aus Ersten Pilsner Pilsen straffe), sollen Samstag, 15 April ds. Js., Vormittags lO1^ Uhr im Wege des öffentlichen Angebots verdungen werden, nämlich: Abtrag cbm 1) Erdarbeiten für die Stephan« straße 1350 für die verlängerte Bleichstraße 575 für die Liebigstr. 161 zusammen 2086 Versandt täglich frisch ab Waggon oder ab Eiskeller in Originalgebinden von 25, 50 und 100 Liter. Generalvertreter: Kl. 8. Staudt, Frankfurt a. M, BexirkHlernsypeciier 1585. MmW LchckWr! für Gymnasium, Real- und Höhere Töchterschule 2400 486 11886 Actien- Brauerei in Böhmen. Sciiutinnrke. setzen eignet. Gießen, den 10. April 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 3439 Verdingung. Die nachstehend verzeichneten Arbeiten zur Anschüttung der Straßen- körper für die Stcphanstraffe und die verlängerte Bleichstraffe, sowie zur Herstellung eines Verbindungsweges zwischen Aulweg und ErdkauterwegsverlängerteiLiebig- Wafserdichte Wagen- und Waggondecken zu Fabrikpreisen. [1796 jbnil Wittich II , Sattler. Knorrs^ßuniien- Eine Locomobile- Dreschmaschine billig zu verkaufen. Off. unter 3378 a. d. Erped. [3378 Für Confirmanden! Größte Auswahl in fertigen Anzügen aus Buckskin- unb Kammgarn-Stoffen. Hemden in allen Qualitäten. Schwarze Cachemires in verschiedenen Qualitäten bei billigsten Preisen. [1792 Marktstr. J. Schmücker Marktstr. i 8. norm. H. M. Jughard. 8. <\CHER OTTO FLECK Börsenplatz!! 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Ltock miet den ntltenlogie tu otr< JtoplaneflafTe IS. 3447| Ein stadtkundiges Bürschchen wird wegen Erkrankung de» HauSburschen auShülfSweise gesucht. ____Echlotzgasse Nr. IS 3263'] HansbUefchs auf sofort ge. Zwei Mädchen finden freundliche Aufnahme. Wo? sagt die Expedition diese« Blatte«.(3452 I 3i7b] Iüng. MLvSen o. Londe such. alSb.Stell d Perm 8o>dlokv,Bbnbist'- 43. Vers ehönerungs« Verein. Wir bringen hiermit zur Kenntniß der verehrlichen Mitglieder, daß in den nächsten Tagen die Mitgliedskarten für das laufende Jahr gegen Zahlung des Jahresbeitrages von 2 Mark ausgegeben werden. Anmeldungen zum Eintritt in den Verein wolle man gefälligst an Herrn Ad. Zürbach richten. Tollten einzelne Mitglieder dem Verein einen höhere» Jahresbeitrag als den statutengemäß festgesetzten von 2 Mark zuwcnden wollen, so wäre dies im Interesse der Wirksamkeit desselben sehr dankenswerth. 1219] Nordanlage, Ecke der Ederfir. 1, ist der L Stock 5 Zimmer u. s. w., alsbald zu vermtethen. 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