1893 Rr. 10 Erstes »Utt. Amts- und Anzes Beglichenen biene ter Nachricht. Saiit, Justizrath. Der Oießener Anzeiger erscheint täglich, artt Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Dnmikie« d kälter werden dem Anzeiger «Schmtlich dreimal drigelegt. Vierteljähriger ASon«e«ent»»ret»r 2 Marl 20 Psg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchutstrntzeNr.L. Fernsprecher 51. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgend". Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. zeige. z Uhl, -Mi-' Wl * tliebles T.W* tslsa ijieb nach Innern imroeren mutier und Großmutter | Wittwe, ittcr. n Hinterbliebenen. »sch Nachmittag 2V, M °m 90.9D 21.30 5590 1950 380.00 195 M) 152.40 102=0 109$ 5800 91.(0 Stilllebens zu rauben?" „Aber, Alfred, ich bitte Dich, sei nicht so schroff." „Wenn ich geheirathet und eine Tochter hätte, stünde sie genau an Isas Stelle und Du vermöchtest sie nicht bei Seite zu schieben. Ich werde Isa Volkert adoptiren und wenn noch einmal eine solche herzlose Jntrigue von Dir gespielt wird, sind wir für immer geschieden." „Das Mädchen war mir stets unsympathisch. Dies hohle Wesen, welches nur lachen, tändeln und reiten konnte —" „Aber nie von seinem Nebenmenschen Bosts sagte, wie manche andere," unterbrach sie der Kranke streng und^die dicke Zornesader schwoll an seiner Stirn, .. noch heute einige freundliche Worte der Entschuldigung ige. ft' Schwiegersohn lüiizel t o4 h> n. d »■ * Irrwege. Novelle von F. von Pückler. (8. Fortsetzung.) „Fräulein Isa ist nicht da?" frug sie tonlos, „Du irrst Dich, Anna, und weßhalb sollte sie die Koffer gepackt haben ?" Doch saft im selben Moment eilte Herrn von Waldsteins Diener herbei und meldete, der gnädige Herr wolle das Fräulein sogleich sprechen. „Was ist geschehen? Sollte mein Bruder kränker geworden sein?" Der Mann zuckte die Achseln, er sah sehr traurig aus. „Ich gehe zum Herrn Doctor, es ist für alle Fälle bester." In seinem Bette lag der bleiche Mann, hilflos mit dem steif verbundenen Arme, saft verzweifelt immer von Neuem seines blonden Lieblings Brief durchfliegend. „Fort," murmelte er, während über sein zuckendes Antlitz rin Thräne rann, „auch dieser Sonnenstrahl ist erloschen. O, Alfred, Du stehst im Schatten des Glückes und niemals wird Dein Auge einen Sonnenblick auffangen. Isa, armes Mädchen, ich sollte Dir zürnen, die nur kalte Lieblosigkeit und jenes Mannes kluge Berechnung aus meinen Armen rissen! Alice, ich habe nicht Wort halten können, habe Dein Kind nicht behütet vor den Dornen des Lebens, — aber ich laste es nicht! Ich hole sie heim in dies Vaterhaus und in meine Arme!" Die Thür öffnete sich hastig, ganz verstört trat Fräulein Sophie ein. „Lieber Alfred, was ist p°'chehen? Du siehst ganz entsetzlich aus." Deutscher Reich. Berlin, 10. Januar. Am fürstlichen Hofe von Sigmaringen fand am Dienstag die Vermählung des rumänischen Thronfolgers Prinzen Ferdinand mit d-r Prinzessin Marie von Edinburg im Beidin zahlreicher erlauchter Gäste, an ihrer Spitze der deutsche Kaiser und der König von Rumänien, statt. Ein Theil der fürstlichen Hochzeilsgäste verließ noch am Dienstag Sigmaringen, die übrigen Fürstlichkeiten reisen am Mittwoch Mieder ab. Unter ihnen befindet sich auch Kaiser Wilhelm, welcher sich zunächst nach Karlsruhe begiebt und daselbst dem ;roffherzoglichen Paare einen Besuch abstattet. — Auf seiner Hinreise von Berlin nach Sigmaringen war Kaiser Wilhelm am Montag Vormittag in Ulm vom König von Württemberg begrüßt worden. Beide Monarchen pflogen im Salonwagen des kaiserlichen Zuges ein etwa halbstündiges Gespräch mit einander, worauf sich der König in herzlichster Weise vom Kaiser verabschiedete. Der Aufsehen erregende P r o c e ß vor dem T r i e r e r Gerichtshof gegen den katholischen Pfarrer Stück wegen Entführung eines evangelischen Mädchens behufs Erziehung desselben in einem Kloster ist noch am Montag zum einstweiligen Abschlüsse gelangt. Der Staatsanwalt beantragt- gegen Stöck neun Monate Gefängniß, gegen die Mitangeklagte Mutter des entführten Kindes, Wittwe Ludwig, sechs Monate Gefängniß. Die Verkündigung des Urtheils erfolgt am Donnerstag. Der Kaiser soll sich über den Verlauf des Prozesses einen ausführlichen Bericht haben erstatten lassen. Nun gut, Schwester, dann sind wir am längsten zusammen gewesen. Du willst behaupten, mich zu lieben und behandelst mein Pflegekind hinter meinem Rücken tote eine Magd. Entscheide Dich bis heute Mittag, schreibst Du nicht, — so sind wir für immer geschieden,- ich will keine boshafte, alte Jungfer zur Schwester. Nun geh!" Wie vernichtet wankte Sophie aus dem Krankenzimmer - sie hatte nicht geahnt, daß ihr Haß gegen Isa einst die eigene Existenz gefährden könnte. Stunde um Stunde verrann, sie saß unschlüssig, dte Hande Gießener Anzeiger General-'Unzeiger. tollte da die norddeutsche Brauereitndustrie Deckung für die Ibr Äd«ffliÄui“« fufrn? Wie möge, fie würde jedenfalls verderbenbr ngend ein, schon jetzt habe sie viel Unheil gestiftet. Man bereite ihr ein fröhes Besräbniß. Staatsiecretär Frhr. vonMaltzahn verthetdigt die statistischen Grundlagen der Motive. Wenn in Bayern die Zahl der^Brauereien zurückaegangen fei, fo lei das keine Folge der SNuererböhung, viel- hnfrp flrf» ha§ arbfiere Gopital btr Brauereiindustrie bemächtigt und fo seien große Actiendrauereien an Stelle vieler kleinerer Brauereien ftto bavr Finanzminister v. Riedel tritt der Behauptung dak in Bar) rn infolge des Malzsteuerzuschlags Taufende von Existenzen vernichtet worden seien. Nichtig sei, daß. die kleinerm und mittleren Brauereien sich heute in ^ner minder günstigen Lage befinden als früher. D-s ser aber eine Folge des Eingreifens ves (Nrostcavitals der Einstellung derEismafchinen in Großbetrieben u.s.w. ® geknüpften finamieUen E'wwtungen hätten fi* im 3 Us< meinen erfüllt. Unrlitis feiern Goldschmidts über den Bierconfum in Boyern; es gebe rn Bayern fflroelben in benen überhaupt fein Bier getrunken werde, weder Vormittags noch Nachmittags. Der GcnfumtMpan8 in bm @^enbm, in d. neu Bier getrunken werde, sei gering und ein Zusammenhang desselben mit dem Malzsteue^uschlag ^nicknackwesbar. Dto Brauereiindustrie prospertre, Braucre Gesellschaften, die früher rewe Dividenden zahlen konnten, befinden sich letzt in angenehmer Lage, und das Bier sei besser geworden. (Beifall.) Abg. Hug (Ctr.): Für dte nicht zur Brausteuergemeinschaft gehörigen deutschen Staaten erwachse durch die Vorlage eine erhebl che Erhöhung der SOialricutarbetträfle tie in «Hen nur durch die Er- »der directen Steuern gedeckt werden könnte. Er Hoffe, dtz litäroorlage soweit reducirt werde, daß diese Steuervorlagetr überflüssig werden. Abg. Gamp (Np.): Von den Steuervorlagen Habe die Er- bübuna der Börsensteuer die volle Zustimmung feiner Freunde. Geoen^die Brausteuer beständen mancherlei Bederkm. Er IHatte die in Erwägung gekommene CHompagnersteuer für einen glucflidjen ®r ft gehalten; auch eine Quittung«- vnd Jnseratensteuer wmde fich m- pfohlen baden. Was die Brausteuer antelange, so sei diese l^onsum- fteuer und solle es auch sein; sie sei also in fitzter Linie von dm Eonfumenten zu tragen. Daß übrigens das Biauerergewerbe sehr einträglich fei, bewiesen die Bierpaläste, welche^den G'und und Boden steigerten so daß an der Friedrichstraße pro lH'Ruthe bis zu 30000 Mr. bezahlt würden.^ Daß die Norddeutschen Wicke Belaste veAanglm, jet nicht richtig; man gebe nur dasselbe Bier, das man ln München erhält, für einen billigen Preis, dann werde sich auck das etofache Local füllen Er verstehe nicht, weshalb man seinem schwachen Bierconsum in die $raufteuer0emelnf(6Qft bineto- ziehen wolle. Hebet die Uebergangsobgaben und den Zoll auf aus ländische Biere möchten besondere Bestimmungen \ blenn®° * fl6„ aufgenommen werden. In vielen Punkten konnte und soll e man den Brauereien entgegenkommen und ihnen Erleichterungen schaffen. Abg. R 8ficke (wildliberal): Durch die Vorlage werde die norddeutsche Brauereiindustrie zu Gunsten der suddeutscheu! denoch- tbeiligt; es sei deshalb nicht zu verwundern, daß die süddeutschen bkinan »Minister so rasch für bie Vorlage gewonnen werben konnten. Bisher bade noch nie eine Regierung, wenn sie eine einzelne Kategorie von Gewerbetreibenden besonders hoch besteuerte, derselben die Abwälzung zu untersagen gewagt, das geschehe erft In tiefer »or 13 . Die beantragte Steuererhohung werde zur Vernichtung bet*tletnen 1 Brauereien führen. Die Brauereien auf dem Lande wirkten am beftm • ’Ss-1-1» 1 m Kartal 1 * X1 m * ** Verlar. im Schooß, und kämpfte heftig mit sich, aber gegen Mittag sandte sie den geforderten Brief doch ihrem Bruder sie hatte doch nachgegeben. Dem treuen alten Arzte thetlte Waldstein die ganze Angelegenheit mit, er mußte einige warme Zeilen an das junge Mädchen medersch^tben, die thm der Kranke dictirte; dann ward auch Sophies Brief beigefügt und die Adresse darauf gesetzt. „Sie wußten wohl nicht, daß Volkert in der Kretsstadt mit seinem Eircus war?" frug der Doctor ernst, „heute wollte er nach der Residenz aufbrechen." „Nein," antwortete Waldstein traurig, „ich ahnte nichts Schlimmes, aber ein Unglück kommt nie allein, das meine war noch das kleinere. O, und wie gern hätte ich den Arm ganz geopfert, wenn ich dagegen meinem armen Liebling die Erfahrungen hätte ersparen können, denen sie nun entgegengeht. Golt schütze sie!" * Der Circus Volkert machte seit etwa vier Wochen in der Residenz viel von sich reden- die Leistungen waren unübertrefflich, die Ausstattung brillant und stets abwechselndes Programm. Besonders die schöne Schulreiterin, Fräulein Bella genannt, Tochter des Circusdirectors selbst, erregte enthusiastische Bewunderung- ein nicht enden wollender Beifallssturm brach los, sobald sie hoch zu Roß in der Manege erschien und das blonde Haupt nach allen Seiten neigte. Keines der vielen Bouquets, kein einziger der aristokratischen Besucher ward von ihr in ihrer Wohnung angenommen, auch in den Zwischenpausen blieb sie unsichtbar, ein unbestimmtes je ne sais quoi umgab sie trotz aller Höflichkeit gegen die College» und errang ihr denn auch von denselben ein achtungsvolles Benehmen, wennschon sie heimlich spöttisch „Bella Donna d'e Giftige" genannt ward. Heute sollte sie ihr Benefiz haben und bereits als sie mit dem Vater beim Frühstück saß, trafen die ersten Geschenke schreiben." . Ä „Niemals! Ich werfe mich nicht weg um em Kunst- ächt iQ 10.3«*' 1893’ r 15 M. A -«al. Rente £SS>" M- !S>^ ^n. «br.QD^ w vubruna non freie S[,c^tnunltr Deutscher Reichstag. 17. Sitzung. Dienstag, 10. Zanuar 1893. Am Bunbesrathstische: Reichskanzler Graf Caprivi, Staats- tocretär Freiherr v. Maltzahn-Gültz, bayrifcher Finanzminister V' ^^Lsidknt v. Levetzow gedenkt mit waimen ^bUen des Ab- der Abaa. Lange und Dr. Peter Reichenlperger. Das Haus ehrt das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den der Tagesordnung steht die erste Berathung der Brau- CUe^taotMecretär Freiherr v. Maltzahn: Die Steuervorlagen bezweckm die Mittel für die Durchführung der neuen MlUai Vorlage zu beschaffen, da es nicht angängig fei, die Mittel dazu durch Erhöhung der Matricularbeiträge zu decken. Die Regierung habe diesen Standpunkt von vornherein eingenommen und es sei unrichtig, daß die Deckungsfrage erst in letzter Nummer erwogen wordxn sei. Die gtortoaen bezögen sich nur auf das momentane Bedürfniß, nicht auf bie no6 (Pikt bemrhdenben «ebüifniffe ba st» bie «utünftige Entwicklung der Finanzen nicht übersehen lasse. Die dem Reiche zur Verfügung ^stehenden Einnahmequellen seien noch keineswegs voll ausgmützt. Die beantragte Erhöhung der Brausteuer wurde di Deckung der Hälfte des aus der Militärvorlage erwachsenden Mehrbedarfs ergib n. Gegen die Erhöhung der $raufteuer fit in letzter Stunde eine lebhafte Agitation entstanden; «der wenn man erwäge, daß im Gebiete der Brausteuergemeinschaft 0.79 Mk-, in Baden aber 3 34 Mk, in Württemberg 4.25 Mk. und in Bayern 5 53 Mk. Brau- steuer auf den Kopf der Bevölkerung entfallen, werde man ^örten müssen, daß im Gebiete dir Brausteuergemeinschaft eine schärfere Heranziehung des Bieres sehr wohl ertragen w.rden könne Der Consument werde von ber ©teuer gar nicht betroffen werden. Einzel, betten müßten für bie Commission vorbehalten bleiben. ° Adg. Golbfchmidt (bfr.) bekämpft die Erhöhung ber Brau- fieuer, zu bereu Gunsten ber Hinweis auf Südbeutfchlanb keineswegs spreche. Die dortigen Steuererhöhungen seien von den besser fituhten Brauereien allerdings ertragen worden, hätten aber viele kleine Existenzen vernichtet. Dann fanden jene Erdöbungen unter günstigen wirthfchaftbch'N Verhältnissen statt, während'wir^uns fitz in einer Periode des Niederganges btfinben. Der Reickskanzler hoffe auf eine Besserung, wir auch; aber wie solle die Besserung kommen, wenn man die^Jnbustrie fcr.’geW b-nnruhig-. Di-d-°nira»i° Er- böhung würde den Bierconsum beschranken und die vom Staats- fecretär im Riichsschatzamt erhcfft.n Mehriinnahmen würdcn sich erheblich reduciren. Man berufe sich immer auf Bayern, vergiss- aber dast dort zwar mehr Bier, dafür aber weniger Kaffee, The- und'Branntwein getrunken werde, a^.^.Vorddeutschland. In Boyern sei die Brausteuer die Haupteinnabmequelle. während sich Preußen auf die directen Steuern stütze. Die vorddeutfcken Gast- roirtbe hätten viel erheblichere Unkosten al§ bie fubbeutfdien. Wer soll bie Verboppelung ber Brausteuer tragen? Das Publikum wirb nicht wollen, die Schankwirihe können e§ nicht -.bleiben nur die Brauer. Ader viele, namentlich kleinere Brauereien können die Mehrlast auch nicht tragen; sie werden bann ohne Gewinn, ja mit Verlust «Selten. Der Malzsteuerzuscklag in Bayern habe ein sta'kes Sinken des Confums zur Folge gehabt unb heute noch, nach 12 Jahren, sei der Consum dort geringer, als vor der Erhöhung D e Production habe sich allerdings erhöht, aber nur infolge des Exports nach Nord- beutfdjlanb, zu dem die bayrifcken Brauereien gezwungen seien. Der deutsche B erexport nach dem Zollausland sei zuruckgegangen; wo Schweigend, aber mit einem so vernichtenden Blicke zeigte er ihr Isas Bries, daß sie erbebte- sie las, rothe Flecken traten auf ihre fahlen Wangen, sie ließ das Blatt finken. „Wie kann das Mädchen eine gelegentliche Bemerkung meinerseits —" „Isa ist ein offener Character, Sophie, und Du mutzt sie tief getroffen haben, daß sie dies mir gegenüber erwähnt. Willst Du mir sagen, was Du damit bezwecktest, mir tn diesem Mädchen das einzige Glück, die schönste Freude meines Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Bekanntmachung, betreffend Schafräude zu Alten-Buseck. Rach Beseitigung der an der Räude erkrankt gew^enen ! Schafherde zu Alten-Buseck und, nachdem der bezuguch der beiden anderen Schafherden bestehende Raudeverdacht sich nicht bestätigt hat, haben wir die über die Gematkung Alten- Buseck verhängten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben. Gießen, den 9. Januar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. dem Branntweingenuß entgegen. Es fei unbegreiflich, wie ein und dieselbe Regierung zwei in solchem Gegensätze zu einander stehende Vorlagen wie das Trunksuchtsgesetz und diese Brausteuernovelle dem Reichstage unterbreiten könne. Tie bayerische Brauindustrie arbeite unter viel günstigeren Verhältnissen^ als die norddeutsche, sei aber trotzdem nickt auf Rosen gebettet, da von den Münckener Actienbrauereien fünf im vorigen Jahre überhaupt keine Dividende zahlen konnten und die kleinen Brauereim Bayerns in BedlSngniß seien. Es sei das die Folge des bayerisckm Steuersystems. Die Berliner Bierpaläste seien von bayerischm Brauereien errichtet, die sich für die glänzende Ausstattung ihrer Locale ihr Bier per Liter mit 60 Pf. bezahlen ließen, wobei fie noch 32 Pf. trotz der Fracht verdimten. Der norddeutsche Schenkwirts müsse stck durchschnittlich mit einem Liter vro Quadratmeter begnügen, während in Bayern 5 Liter aus dm Quadratmeter kämen. Die Spesen des norddeutschen Schankwirths feien unter allen Umständen höher als die seines süd- deutschm Eollegm; er könne die Steuererhöbung nicht tragen. Redner befürwortet noch dm Staffeltarif zu Gunsten der kleinm Brauereim und spricht schließlich die Hoffnung aus, daß auch dieser fiebente Versuch, das Bier höher zu besteuern, scheitern werde, umsomehr als die Begründung der Vorlage stümperhaft sei. Die Weiterberatbung wird vertagt. Morgen 1 Uhr : Fortsetzung der heutigen Vorlage, Interpellation Auer betr. die Nothstandssrage. Heucfte Nachrichten» Wolffs telegraphische« Correspondmz-Bureau. Berlin, 10. Januar. Der Secondlieutenant Prinz Friedrich von Solms-BraunfelS wurde gestern von dem Pferde eines Artillerieoffiziers so unglücklich geschlagen, daß die rechte Kniescheibe und das Schienbein zerschmettert wurde. Man brachte den Prinzen nach der königlichen Klinik. Berlin, 10. Januar. Amtlich. Vom 9. bis 10. Januar Mittags wird gemeldet: Hamburg drei Cholera-Erkrankungen, wovon eine tödtlich. Bochum, 10. Januar. Eine rege A gitati on für den Strikt wird hier entfaltet. Das Strike-Comite verbreitet zwei Extrablätter. Donnerstag findet im hiesigen Schützenhos die Hauptversammlung statt. Gelsenkirchen, 10. Januar. Wie die „Gelsenk. Ztg." meldet, ist der Verkauf von Revolvern polizeilich verboten. Gelsenkirchen, 10. Januar. Auf die Ermittelung des Urhebers des gestrigen Dynamitattentats sind von dem Bürgermeister 3000 Mk. als Belohnung ausgesetzt worden. Vier Führer der Strtkenden sind verhaftet worden, darunter Mattern, weil derselbe geäußert hatte, er wünsche, daß Gewalt angewendet werde. Die hierher einberusene Bergarbeiter- Versammlung ist verboten und das Versammlungslocal polizeilich geschloffen worden. Dortmund, 10. Januar. Der Kölner Bergwerks-Verein droht den Miethern der Zechenhäuser sofortige Zwangsräumung. Essen, 10. Januar. Der „Rhein.-Westf. Ztg." zufolge beginnen die Preise für sofort lieferbare Kohlen zu steigen. Aus der Ruhrorter Hafenniederlage wurden an eine Elberfelder Firma 100 Doppelwagen Kesselkohlen zu 12 Mk., an eine Essener Firma 70 Doppelwagen Flammkohlen zu 14 Mk. verkauft. Saarbrücken, 10. Januar. 11,171 Bergleute sind an- ge fahr en. Die Zeitung „Der Bergmannsfreund" theilt mit, daß wegen aufreizender Thätigkeit vorläufig etwa 500, sämmtlich agitatorische, Mitglieder des Rechtsschutzvereins entlassen worden sind- ferner wurden wegen der schlechten Lage des Kohlengeschäfts etwa 2000 bis 3000 Bergarbeiter bis auf Weiteres von der Grubenarbeit zurückgewiesen. Man müsse den Ausständigen zum Bewußtsein bringen, daß man nicht ungestraft, unter Contractbruch, in einen frivolen Strike eintrete. Paris, 10. Januar. Lesseps fügte seinen Angaben über die dem Minister Baihaut gegebenen Summen hinzu: Ich gab die Summe nur, weil mir das Messer an der Kehle saß, so wie man im Walde einem Räuber die Uhr ausliefert. Leffeps versicherte ferner, der Verwaltungsrath kannte alle Geldvertheilungen. Bezüglich der Reinach gegebenen Millionen für sie ein; es war ein köstliches Armband mit Brillanten und Perlen besetzt, doch sie schob es heftig zurück. „Was denken die Leute von mir," rief sie aus, „ich werde mich nicht mit Geschenken schmücken, die nur Dirnen annehmen." „Aber, Bella," begütigte Volkert mit habgierig funkelnden Augen, das wundervolle Schmuckstück aufnehmend, „nur nicht zu hochmüthig! Eine Kunstreiterin darf nicht denken wie eine Aristokratin, sie muß Aufmerksamkeiten auch anzunehmen wissen." „DaS werde ich niemals lernen, lieber Vater," entgegnete Bella noch immer erregt, „ich will meine Ehre wahren und sie nicht um einen goldenen Preis verkaufen." „Dir stecken eben noch immer die albernen Ansichten der Erziehung im Kopfe," erwiderte der Kunstreiter achselzuckend, „wirst Du denn auch die Werbung Mr. Princes nicht annehmen?" „Des Jongleurs? Rein, ich liebe ihn nicht; er ist mir zu roh." „Hm, ein Graf oder Baron soll Dir wohl auf den Knieen die Hand anbieken? Hochmüthige Thörin!" „Jedenfalls heirate ich nur auö Neigung. Aber lasten wir das, bester Vater 1 Wann ist heute früh die Probe angesetzt?" „Um zehn Uhr. Du mußt das jeu de rose mit den beiden anderen Damen reiten." „Gut. Sage übrigens Mr. Prince meinen Bescheid, damit er mich nicht mehr belästigt." „Und das kostbare Armband? Hier liegt die Visitenkarte des Gebers bei." „ES muß zurückgegeben werden, Vater, hörst Du, und Du wirst eß mir besorgen. Ah, da kommen Briefe, von Onkel Alfred einer. Auf Wiedersehen, Vater, in der Probe!" (Fortsetzung folgt.) erklärte er: Als wir Reinach Geld gaben, stellten wir ihm anheim, damit für den Erfolg der Emission zu sorgen, gleichzeitig sich daraus eine beliebige Remuneration zurückzubehalten. Präsident: Sie Übergaben Reinach Millionen, die et, wenn er wollte, in seine Tasche stecken konnte? Lesseps: Ganz richtig. Präsident fragt, wozu Reinach die Summen gebraucht. Lesseps weiß darüber nichts. Präsident: Von den 1,400,000 Francs der auf Inhaber lautenden Bonds sind solche für 975,000, deren Verwendung nicht klargeftellt ist. Lesseps: Es waren geheime Fonds der Gesellschaft. Präsident: Ließen die Statuten geheime Fonds zu? Lesseps: 600,000 Francs erhielt Cornelius Herz, als die Erlaubniß für Zulassung der Loosobligationen erstrebt wurde. Präsident fragt, ob Lesseps darüber in den Büchern Beweise habe. Lesseps kann dafür nur mit seinem Worte einstehen. Paris, 10. Januar. Carnot unterzeichnete ein Decret, durch welches General Saussier ohne Rücksicht auf die gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze in Activität belassen wird, weil er als Höchftcommandirender vorm Feinde befehligt hat. Depeschen de« Bureau „Herold*. Berlin, 11. Januar. Die Ausschüsse des Bundesraths haben ihre Thätigkeit ausgenommen. Es verlautet, der Bundesrath habe sich sehr eingehend mit der geschäftlichen Behandlung seiner „geheim" bezeichneten Drucksachen beschäftigt; es sollen darüber ganz bestimmte Normativvorschriften geplant sein. Berlin, 11. Januar. Der Reichskanzler ließ der Budgetcommission eine Uebersicht der Baukosten für das Reichstagsgebäude, im Gesammtbetrage von 21100000 Mk. zugehen. Berlin, 11. Januar. Mehrere Centrumsabgeordnete brachten im Reichstag ein Gesetz über eine Abänderung der Concursordnung vom 10. Februar 1877 ein. Berlin, 10. Januar. Redacteur Mayer von der „Kreuzzeitung" wurde heute früh auf dem Wege von seiner Wohnung nach der Redaction von dem ihm feindlich gesinnten Journalisten Dr. Berendt mit einem Revolver überfallen. Berendt feuerte auf Mayer sechs Schüsse ab, welche sämmtlich trafen. Der Angefallene ist leicht versetzt. Berendt wurde wegen Mordversuchs verhaftet. Berlin, 10. Januar. Einer Blättermeldung zufolge erfolgt die Constituirung der neuen Nationalpartei in den nächsten Tagen in Berlin. Breslau, 10. Januar. Hauptmann Miller und Lange halten in einem Telegramm an die „Breslauer Morgenztg." die Echtheit der Welfenquittungen aufrecht. Die Sache sei einem schweizerischen Parlamentarier übergeben worden. Bonn, 10. Januar. In der verflossenen Nacht um 2 Uhr 10 Min. fuhr der Güterzug 700 trotz verbotener Einfahrt in den hiesigen Güterbahnhof ein, als in demselben Augenblick der Zug 619 den Bahnhof verlassen wollte. Infolgedessen stießen die Züge zusammen; 3 Weichen, 60 Meter Geleise, eine Maschine und 6 Wagen wurden schwer beschädigt, Verletzungen von Personen kamen nicht vor. Bochum, 10. Januar. Auf der Zeche „Vollmond- Langendreer" sind 162 Mann ausständig. Im Revier Bochum ist sonst alles angefahren. Für morgen wird hier eine Ausdehnung des Strikes befürchtet. Essen, 10. Januar. Bergmann Mat ern, der Delegirte des Gelsenkirchener Reviers, wurde heute Vormittag verhaftet. Die polizeiliche Anordnung setzt die Polizeistunde für die Wirthschaften in Gelsenkirchen auf 7 Uhr fest. Zwei heutige Versammlungen wurden verboten. Die Versammlung in Rochold bei Borbeck wurde wegen der Wirthshaussperre untersagt. Eine sehr zahlreich besuchte Versammlung in Essen beschloß, die Kameraden an der Ruhr und an der Saar morgen im Ausstand zu unterstützen. Grube Christian Levin ist heute theilweise in den Strike eingetreten. Essen, 10. Januar. Bis heute Abend strikten auf acht Zechen insgesammt circa 55 000 Bergarbeiter. St. Ingbert, 10. Januar. Die Arbeiter der hiesigen Pulverfabrik striken wegen verweigerter Lohnerhöhung. Stuttgart, 10. Januar. Der König eröffnete heute den Landtag. Die Thronrede constatirt die weniger günstige Finanzlage des Landes, eine Wendung zum Besseren stehe kaum in Aussicht. Sie kündigt ferner die Besteuerung von Kunstwein, den Staatsvertrag mit Baden und eine Revision der Verfassung bezüglich der Zusammensetzung der Ständekammer an. Ludwigshafen, 10. Januar. Die hiesige Waggonfabrik kündigte einer Anzahl Arbeiter wegen Arbeitsmangel. Ludwigshafen, 10. Januar. Auf der Eisenbahnlinie nach Speyer gerieth ein Po st wagen in Brand. Ein Reisender zog die Nothleine, wodurch große Gefahr verhütet wurde. Nürnberg, 10. Januar. Starke Schneefälle verursachten bedeutende Verkehrshindernisse. Wien, 10. Januar. Nach polnischen Blättern wurden wegen Theilnahme an den Unruhen während der Cholera in Astrachan je 20 Personen zum Tode und zur Zwangsarbeit in Sibirien verurtheilt. Paris, 10. Januar. Nach einer stürmischen Sitzung, in welcher die Differenzen zwischen Freycinct, Loubet und Ribot in heftigster Weise zum Austrag kamen, demissionirte das gesammte Cabinet, nachdem es vorher General Saussier umfassende Vollmachten zur Aufrechterhaltung der Ordnung ertheilt hatte. Carnot nahm die Demission an, weil Freycinet durch BaihautS Erklärungen sehr compromittirt ist; ebenso auch Loubet. Ribot wurde die Bildung eines neuen Cabinets übertragen. Die Lage ist überaus schwierig und verwirrt. Es cursiren Gerüchte, Carnot wäre entschlossen, seinerseits zu demissioniren, falls das neue Cabinet nicht sofort gebildet oder die Kammersitzung neue Zwischenfälle herbeiführen werde. Paris, 11. Januar. DaS Ministerium ist noch nicht ! endgültig gebildet. Ribot dürfte Präsidium und Steuern erhalten, Develle Aeußeres, Loizillon Krieg event. Thomassin^ Marine Gervais, Ackerbau Biger. Bourgeois, Dupuis^ Siegfried und Diette behalten ihre Portefeuilles. Burdea» übernimmt wahrscheinlich die Finanzen. Paris, 11. Januar. Garnot wünschte angeblich, daß daS Kriegsministerium dem General Galiffet übertragen werde. Ribot und Bourgeois waren jedoch dagegen, upt de» Schein einer militärischen Diclatur zu vermeiden. Trotzdem gilt die Berufung Galjffets für wahrscheinlich, falls sich die Lage complicirt. Die Candidatur Constans wurde beseitigt. Paris, 11. Januar. Die Morgenblätter erklären übereinstimmend, nach den Erklärungen Lesseps sei die Eindämmung des Panamascandals unmöglich, neue zahlreiche Enthüllungen seien unvermeidlich. Der Generaladoocat versuchte wiederholt, Lesseps an der Nennung von Namen zu verhindern; der Gerichtspräsident bestand auf der Angabe. Petersburg, 11. Januar. Die Zollverhandlungen mit Deutschland wurden auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Beendigung dieser Verhandlungen dürfte kaum vor Ende Juni stattfinden. Newyork, 11. Januar. Der Export an Hornvieh wird abermals einen bedeutenden Aufschwung nehmen, da auf dem Gebiete der Vereinigten Staaten eine auSgebrochene Lungenseuche Dank einiger Opfer, die gebracht wurden, aufgehört hat. Cocatcs ttnö provinzieller. Gießen, 11. Januar 1893. — In der am Sonntag stattgehabten Hauptversammlung des Evangelischen Arbeiter-Vereins wurde zunächst der definitive Vorstand gewählt und sodann die Mittheilung gemacht über die Besetzung der Sonntage in diesem Monat. Danach werde» am 15. und 22. d. M. Vorträge gehalten werden, während am 29. im Lenz'schen Felsenkeller ein Familienabend stattfinden wird. Die Einübung der Gesang-Chöre hat Herr Lehrer Spitz zu übernehmen die Güte gehabt. — Die Eisbahn des Eisvereins war durch das vorgestern eingetretene Regenwetter und darauf folgenden Schneefall unbrauchbar geworden. Eben wird mit allen Kräften daran gearbeitet, dieselbe wieder in guten Zustand zu setzen, so daß sie voraussichtlich morgen wieder geöffnet werden kann. — lieber dem Ausflug, den der Oberhesfische Geschichtsverein nach Wetzlar schon lange geplant hat, schwebt ein boshaftes Verhängniß. Abermals mußte der Tag verschoben werden und ist nun ohne Aenderung der Tagesordnung auf Samstag den 21. Januar gelegt worden. Ein Vortheil erwächst daraus die Zeit zur Besichtigung des Doms wird dann etwas weniger verlängert fein. — Theater. Zum Benefiz für Herrn Martiensen. ging gestern Adolf L'Arronge's fünfactiges Lustspiel „Doctor Klaus" in Scene. Fürwahr, der Abend machte unserem geschätzten Herrn Regisseur alle Ehre. Sowohl die Auswahl des Stückes, wie die Wahl der Rolle zeigte von dem gelegenen Geschmack, wie dem trefflichen Können des Künstlers. L'Arronges „Doctor KlauS" ist feit seinem Erscheinen ein Repertoirstück aller deutschen Bühnen, und daS mit Recht; denn in ihm verbindet sich eine Fülle äußerst komischer ©eenen mit einer streng einheitlichen Handlung, der dramatisch höchft wirkungsvolle Momente in großer Zahl innewohnen. Doctor Klaus selbst ist in der Art, wie Herr Martiensen die Rolle auffaßt, eine so sympathische Persönlichkeit, daß er die Zuneigung des Beschauers sofort erwirbt; weder den schnauzigen Arzt, noch den hochnäsigen Gelehrten ließ der Künstler zu sehr hervortreten, sondern streng abwägend zwischen beide» Extremen wußte er die aurea mediocritas vorzüglich zu treffen. Wahrhaft ergreifend wirkte die Erzählung im 3. Acte. Wir danken Herrn Martiensen sowohl für den Genuß, den er unS gestern Abend verschaffte, wie für die Früchte seiner aufopferungsvollen Thätigkeit, die wir in der ganzen Saison genossen, im Namen des Gießener TheaterpublikumS; wir können das mit um so größerer Genugthuung, als wir gestern die guten Plätze deS Hauses wenigstens alle besetzt sahen. Daß der Künstler es nicht nur verstanden hat, sich die Herzen unserer Mitbürger zu erobern, sondern auch bei seinen College» eine beliebte Persönlichkeit ist, zeigte der prächtige Lorbeer- kränz, der ihm von dem Ensemble gespendet wurde. — Von den übrigen Mitspielenden verdienen unser besonderes Lob Herr Director ReinerS (Lubowsky), Herr Rupp (Colmar), Herr Halpern (Griesinger), ferner die Damen Frau Director Reiners (Emma), Frl. Brünner (Julie) und Frau Copp« (Marianne). Frl. C o p p 6 (Marie) war etwas zu jugendlich und auch Herr Stückel (Max) war nicht ganz fo, wie wir gewünscht hätten. — Neues Theater. Freitag den 13. Januar findet abermals eine Bene sizv or st el l un g, und zwar für Herrn Adolf Stückel, statt. Derselbe hat den neuen Misch Jakoby'schen Schwank „Daß Schützen fest" gewählt. DaS Stück geiselt die Vorbereitungen zur Schützenfeier einer kleinen Stadt auf daß Urkomischste, und können wir daher den Besuch des Theaters am Freitag auf daß Beste empfehlen. — Dienst • Versetzung. Seine Königliche Hohett der Grobherzog haben Allergnadigst geruht: am 7. d. M. den Rentamtmann des Rentamts Lampertheim Georg Schäfer in gleicher Diensteigenschaft an daß Rentamt Nidda zu versetzen. — Eonvertiten. Im Jahre 1890 traten im Großherzog- thum Hessen 153 Personen zur evangelischen Landeskirche über (gegen 163 im Jahre 1889) und zwar au« der katholischen Kirche 45 (gegen 80 im Vorjahr), au« anderen christlichen Consessionen 69 (gegen 73), ferner 39 Israeliten (gegen 10). Auß der evangelischen Landeskirche träte» 21 (gegen 13) zur katholischen Kirche über. Zum Juden- thum trat eine Person über. Zwei Personen erklärten sich confessionßlos. 'rovittzielles. M«, 11. Januar 1893 UArs «äs: 9 der Gesang-Chöre hat Herr ' Eute gehabt. '°S war durch das tot*n lrQUi folgenden Tchnech^ un-- ' allen Kräften daran ge- n Zustand zu setzen, so daß r geöffnet werden kann. m der OberheWe Geschichte, geplant hat, schwebt ein bos- tutzte der Tag verschoben werden Tagesordnung aus Samstag den Dortheil erwächst daraus: ^ws wird dann etwas weniger siz für Herrn Martiensen ’ünfactigtS LuMl„Doctor der Abend machte unserem ge- Lhre. Sowohl die Auswahl : Rolle Mr von ton gv cesslichen dünnen des Künstlers, ist seit seinem Erscheinen ein bühnen, und das mit Recht - e Fülle äußerst komischer Scenen Handlung, der dramatisch höchst cher Zahl innewohnen. Doctor >ie Herr Mackensen die Rolle Zersönlichkeit, daß er die Zuerwirbt - weder den schnauzigen elehrtcn ließ der Künstler zu 'eng abwägend zwischen beiden, oediocritas vorzüglich zu treffen, e Erzählung im 3. Acte. Wir m für den Genuß, bin er uni für die Früchte M ach wir in dn n MnputiiW; ««mm ZrKK SW- *1 WH«» r°b erdienen *’ /Colmar), ’4Öu Director fernerbieh»raU®opve inncr^ L§ zu sugendlich . ia Qanuw Kill»««' “?,?««« * > S«. «* ’S \ nfteigE 1890 «en und zmar im Israeli"" in 30 *' ftni(r 3» -J Milche üb)«» vti „.yciuciyc gut yciuiuu# । Louis Bühl, Gießen, Wallthorstraße 36, pre^swer!h°abgegebenaud? roerVen^«? eine Agentur unserer Gesellschaft für Gießen und Umgegend übertragen Rettungen auf Stroh zu liefern daselbst Frisch geschossene Hasen Z -mpfi-h« h, Klotz, Mausburg 17. Täglich: Frische Kreppet, feinst gefüllt und ungefüllt, Saffrehudjm, Thee- u. Meingebäck empfiehlt [464 luidwig Böll, Conditorei, Marktstratze 18. Vino d’Apulia, italienischer Rothwein, garantirt rein, Ersatz für Bordeaux, per Flasche Mk. 1.— incl. Glas bei [32] Gebr. Adami. Gießen, 10. Januar 1893. Die Specialdirection für das Großherzogthum Hessen. 467 Dr. Schaefer. Mische MerdtHechchkrilllgs-AilstM in Karlsruhe. Als Vertreter obiger Gesellschaft für Gießen und Umgegend empfehle ich mich zum Abschluß von Versicherungsanträgen und bin zur Ertheilung jeder Auskunft gerne bereit. Versicherung von Pferden gegen Todesfall, Unfall, Unbrauchbarkeit. Prämie 4—5 %, Entschädigung 80% des versicherten Werthes bei Todesfall und 60% bei Unbrauckbarkeit. Keine Abschätzung, keine weiteren Abzüge. Auszahlung innerhalb 14 Tagen. [468 Louis Bühl, Gießen, Wallthorstraße 36. Feinsten deutschen COGNAC ärztlich empfohlen Literflasche Mk. 2.—. (371 Liqueure und Wein-Essig von 6g. Scherer & Co., Langen. Alleinige Niederlage: Adolf Geisse vorm. G. C. Windecker Seltersweg S, Ecke am Kreuz. Kinderwagen in großer Auswahl zu billigen Preisen empfiehlt [183 Adam Hetz, Sattler. OOOOOOOOOOOOOOOOOO 0 ooooooooooooooo Bekanntmachung Räumungs-Aus verkauf sämmtlicher Herbst- und Winter-Waaren zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. 163 Schluß des Ausverkaufs am 15. Februar 1898. wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren 44i'J Beamtenfamilte mit 2 Kindern l «tu tftOtlg erfahrener Rockarbeiter 455 Laden mit Logis Ludw. Herbert Wwe. Mäusburg 1. 447] 443 466 folgreich zu concurrieren. 423 [442 439] lichsten Dank. [445 Schlotterer. 471 Schlotterer. [444 Gießen, den 11. Januar 1893. 465 454 Aufn. I. 451] MAGGI5 g. der vorzu« Dr. Juug, Nechttzanwair. Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Januar Nach« mittags um 21;2 Uhr, vom Sterbehaus, Mausburg 18, aus statt. Elise Pfahl Erft-Wärterin. Ehrenerklärung. In der Privatklagesache des Johann Konrad Brücke! in La n g - Göns für sich und Namens seiner Ehefrau, Privatklägers, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jung in Gießen, gegen die Konrad Ohly II. Ehefrau in Lang-Göns, Beschuldigte, ist durch den unterzeichneten Anwalt ein Vergleich zu Stande gekommen, inhaltlich desien die Konrad Ohly II. Ehefrau in Lang-Göns die gegen Johann Konrad Brücke! in Lang-Göns und dessen Ehefrau ausgesprochenen Beleidigungen als unwahr zurücknimmt und dieselben dieser- halb um Verzeihung bittet unter gleichzeitiger Uebernahme sämmtlicher Kosten, Zahlung von 10 JL an die Armen und Gestattung der Publi- cation im „Gießener Anzeiger". Gießen, den 10. Januar 1893. Namens des Privatklägers: pflichtigen auf Grund des § 32, pos. 2. Lit. a. b. c. d. e. f. u. Deutschen Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier bringen sind, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 10. Januar 1893. Der Oberbürgermeister: Gnauth. dem Bürgermeisterei-Bureau zu Bersrod offen. Bersrod, am 10. Januar 1893. Gryßherzogliche Bürgermeisterei Bersrod. Bücher. Suppenwürze, ebenso Fleisch-Extract in ein». Portionen b 12 Pfg. sind frisch eingelroffen bet 44b] Earl Echwaab, Hoflieferant, SelterSweg. dritten Tag im District LangSdorfer Grenzwald beim Nordstern. Hungen, am 9. Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. W ohltliätigkeits-Concert. In der von mir zum Besten des Alice-Vereines veranstalteten Auf- ührung habe ich so thatkräftige und wirksame Hülfe gefunden, daß es mir ein Anliegen ist, meinen herzlichen Dank dafür auszusprechen! Leider verbietet mir die große Anzahl der Mttwirkenden und ^.hcil- nehmenden Allen persönlich zu danken, ich muß deßhalb diesen öffentlichen Weg wählen, um meine Dankbarkeit, gleichzeitig im Namen des Alice-Vereines, zum Ausdruck zu bringen. Ich mochte keinen Namen nennen, Keinen besonders hervorheben, ondern nur versichern, daß neben den großen und ausgezeichneten Leistungen, auch die kleinste Hülfe mir hoch willkommen war und dazu beitrug, das erfreuliche Resultat in künstlerischer, geselliger und pekuniärer Beziehung herbeizuführen. 4(2 Im Namen des Vorstandes des Alice-Vereines: Freifrau von Gagern._________________ Die trauernden Hinterbliebenen: P. Kretzig und Frau. 438] Ein moblirtes Zimmer zu ver- miethen Grünbergerstr. 6, II. St. Loosungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlaffen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschloffen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen find deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militär- Um für die von Mitte Februar an eintteffenden Neuheiten für Frühjahrs- und Sommer-Artikel Platz zu gewinnen, arrangiren wir einen großen Fermiethungen. 458] Der mittlere Stock (3 Zimmer rc.) I anderw it zu vermtetben Steinstraße 36. Alle, die noch eine Forderung in Folge des G Wohtthäkigkeits Concert O haben, werden hiermit ersucht, ihre Rechnung sofort bei Herrn Ernst Challicr einzureichen. 457 Vermischte Anzeigen. Kaiser-Panorama Bahnhofstraße 23, Ecke LSwengaffe. Rur bis SamStag Abend ganz n.ue Pracht-Serie, d esen Sommer erst angefertigt, war noch nirgends ausgestellt: Seift von München durch Oberbayern, Alpftt, Königfee, angremendes Lyrol nach Salzburg. Diese Serie ist in der Ausführung einzig in ihrer Art und ist keine Prno- rama Verbindung im Stande, hiermit er- Huth & Co., Marktplatz 5, Gießen. o 00000000000000000 c oooooqoooooooooooo Nedactiou: 8L Schepda. — Druck und Verlag ba Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Ptetsrb> hi Gießen Die Keutigc -Nummer umfaßt 6 Seiten. Masken-Anzügc, Dominos verleiht itnb verkauft. Anfertigung nuch Matz. Uebernahme ganzer Bälle und Gruppe». Masken-Kappen, eigene Fabrikation.___ Wieder Verkäufern hoher Rabatt! TBG A. Kretzschmar 22 Marktplatz 22 frau Caroline Hohmeier, geb. Gcibcl im Alter von 64 Jahren, was mir Frermden und Bekannten der Verblichenen, um stille Theilnahme bittend, hiermit anzcige». Die trauernden Hinterbliebenen. Holz-Versteigerung in der Freiherrlichen Obersörsterei Nabenau. Es werden versteigert: Donnerstag den 19. Januar 1893 aus den Districten Hundsieg, Sicklergeheeg und Rinnwege: Stämme: Fichte 4 Stück — 2,70 fm. Scheiter rm: Nadelholz 13, Aspe 6. Knüppel rm: Buche 20, Eiche 3, Nadelholz 30, Aspe 12. Reisig rm: Buche 774, Eiche 68, Nadelholz 529, Aspe 26. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Distr. Hundsieg bei Brennholz Nr. 247. Papiermühle, den 9. Januar 1893. Freiherrliche Oberförsterei. Rabenau. Holz Versteigerung in der Freiherrlichen Oberförsterei Rabenau. ES werden versteigert: Dienstag den 17. Januar 1893 aus dem Districte Eichwald: Stämme: Eiche 16 Stück — 5,44 fm. Scheiter rm: Buche 437 I. Klaffe, 4 II. Klaffe, Eiche 3. Knüppel rm: Buche 92, Eiche 6. Reisig rm: Buche 506, Eiche 12. Stöcke rm: Buche 105, Eiche 4. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Planzgärtchen im Eichwald. Papiermühle, den 9. Januar 1893. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Berichtigung. Die von der Leipziger Parfümerie erlassenen Inserate sind ohne mein Wissen und Willen eingerückt worden und erkläre ich hiermit ausdrücklich, daß ich gen. Firma Toilettenseifen oder bergt weder bestellt habe, noch zu führen beabsichtige. Frau Anna Roth, Neuenweg 30, [450r Specialgeschäft in Corfetten. Todes-Anzeige. Heule Morgen */a5 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwester, Schwieger- und Großmutter Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Iran Eva Englert, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir unseren herz- Holzversteigerung. Es soll versteigert werden: Montag den 16. Januar d. I. in dem District Herborn: Bauholz: 3 Eichen-Stämme von 33—52 cm Durchm., 5,4 bis 8,1 rn Länge, 2,76 km 17 NadebSchntttholz-Stämme von 35—51 cm Durchm., 4 bis 10 m Länge, 13,58 fm, 256 Nadel-Stämme von 19— 32 cm Durchm., 8 bis 21 m Länge, 150 fm. Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. Januar d. I. in den Districten Herborn und Langsdorfer Grenzwald: Brennholz: Scheit 795 rm Buchen, 19,6 rm Eichen, Knüppel 24 rm Eichen, 45,4 rm Nadeln, Reisig 616 rm Buchen, 45 rm Eichen, 229 rm Nadeln, Stöcke 177,4 rm Buchen, 16 rm Eiche, 65 rm Nadeln. Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Vormittags um 10 Uhr; nm ersten und zweiten Tag im District Herborn am Bahnübergang, am Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 der deutschen Wehr- Q ordnung werden alle im Jahr 1873 geborenen Militärpflichtigen, sowie bie ;q in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt ober welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt ober ihrer Befreiung W vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder O Bismarckstratze 14 mittlerer Stock per 1. April anderweit zu vermiethen-1449 Villa nebß Garten, von Herrn Kronbauer bewohnt, per 1. April zu vermtetben. 436 __Näheres Frankeurterstraße 6, parterre. 437 Ein Logis zu vermikthen Lahnstraße 14. Agenten zum Verkauf von Bürffentvaaren, bei Colootalwaaren- rc. Geschäften eingetührt, gesucht. Offerten mit Referenzen an Bocks & Cie-, 452 Hachenburg (Westerwald). 4731 Stud. d. neuer. Vbilol. ertheilt bill. Nachhülfeunterricht- Näh. t d. Exv. d. Bl. Der Voranschlag der Gemeinde Winnerod für 1893/94 liegt vom 12. d. M. an zur Einsicht der Betheiligten acht Tage lang auf zu vermtetben. L: Dominos in großer AuSwabl zu verleiben bet Friseur H. Tichy, 321]__________SelterSweg 43. Wohne von heute ab Seltersweg 35. 357] 3 Zimmer, Küche und Zubehör tm Hinterhause. Lindcnplatz 5, 1». et- 456] LoaiS zu vermtetben. 8. Elsoffer, Marttstr. 27 11 wirb gefacht [459 Bahnhosstrafie 8, 111. Lt. Ein Mädchen mit guten Zeugnissen für Küche und Hausarbeit auf 1. Februar ober früher gesucht. 463] Frau 8t. S»-el, Markiftratze. Dienstmädchen-Gesuch. Rum 1. April sucht ein tüchtiges Mädchen für Küche und HauSdalt 453] Frau Thron», Liebigftraße 17. in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gym- Q xasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, ober als Haus- unb Wirth- Q schaftsbeamte, HanblungSgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, q Fabrikarbeiter ober in ähnlicher Eigenschaft sich bahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die RecrutirungS- stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar dieses Jahres O bei der Bürgermeisterei dahier, Zimmer Nr. 13, zu melden, und dabei, Q wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und Q, sucht eine Wohnung von 3—4 Zimmern mit Zubehör in der Nähe des Bahnhofs. Adressen ,u senden an» A MStler, Wetzlar, Bahnhofstraße. Suche kleines Haus zu miethen, später eo. zu kaufen. B.dingung: Gute Küche, 12—^OWobn- räume, etwas Garten u. Stallung. Einige Räume müffen schon per 1. 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