1893 Sonntag den Erstes Blatt Nr. 135 ^unt 4 H Zlrnts- und 2lnjet$cMatf für den ICrets (ßiefeeit chratisöeii'age: chießener Isamilienkkätter ^tAsschz Ladeilgeschliftes 4 Alle Annoncen-Burraux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS Montags Die Gießener Mnmtlien b lätter «erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal Keigelegt. Katz en st ein ckdn Gießen auf und empfahl die Wahl des socialdemokratischen Candidaten. Nachdem Herr Metz die Ausführungen seines Herrn Gegners widerlegt, brachte er ein Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Nidda, 8. Juni. In der hier neuerbauten Capelle wurde am letzten Samstag zum ersten Male seit nahezu vier Jahrhunderten ein katholischer Gottrsdienst durch Herrn Kaplan Thomas aus Offenbach abgehalten. Friedberg, 7. Juni. Unter dem Vorsitz des Herrn Amtsrichters Landmann beschäftigte sich gestern und heute das hiesige Schöffengericht mit einem Viehbetrugsprozeß, der seiner Zeit in seiner Entstehung und auch jetzt bei seiner Erledigung in der ganzen Wetterau berechtigtes Aufsehen erregt hatte. Angeklagt waren die Handelsleute * Vom Laude, 9. Juni. Das in Nr. 129 ds. Bl. von Herrn Prof. Dr. Lehmann in der Sitzung des „Vereins für öffentliche Gesundheitspflege" abgegebene Gutachten über die Bereitung des Brodes hat auf dem Lande "weg 46, >ser in KaisMM», r. . [sm vierteljähriger A-,»ne«entsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit vriugerlodn. Durch bie Poft bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Webaction, Expedition und Druckerei: Schutlirahe Är.7. Fernsprecher 51. N' sowie Zu- ; Mehmbam i dauert jedoch Minister und der ersten volkswirthschaftlichen Sachverständigen, nach einem Vergleich der Aufwendungen anderer Staaten seien die Kosten aus dem Antrag Huene nicht unerschwinglich. Nach dem Anträge Huene würden auch nicht alle Wehrsähige herangezogen, vielmehr würden schon 1894 nach Maßgabe des diesjährigen Musterungsgeschäftes etwa 90,000 taugliche Wehrpflichtige nicht eingezogen, welche Zahl in Folge der Zunahme der Bevölkerung ständig wachsen müsse. Bukarest, 9. Juni. AuS der Moldau wird andauernder Regen gemeldet, welcher Ueberschwemmvngen verursacht und die Ernte schädigt. Depeschen des Bureau »Herold'. Leipzig, 9. Juni. In dem Anarchistenproz eß lautete das Urtheil gegen Graffer auf ö1/« Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen Schönberger 8x/2 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, Lanius 1 Jahr Ge- fängniß, Michael Müller l'/z Jahr Gefängniß, Schürmann, Johann Müller und Goltz wurden freigesprochen. Czernowitz, 9. Juni. Die Materialbahn von Bordujeni zum linken Suczawa-Ufer wurde mit über 20 Waggons spurlos weggeschwemmt. Ein großer Dampsbagger wurde von "den Fluthen umgestürzt und versank. Newyork, 9. Juni. Das ehemalige Fordtheater ist ein- gestürzt. Es befanden sich verschiedene Regterungsbeamte in dem Gebäude, in welchem etwa 400 Personen arbeiteten. Mehr als 200 Menschen wurden verschüttet. Bis jetzt wurden 40 Leichen und 70 Verletzte unter den Trümmern hervorgezogen. ____________, Funfkirchen, 10. Juni. Die Bemühungen der Behörden, zwischen den Strikenden und der Bergwerksverwaltung einen Ausgleich herbeizusühren, sind e r g c b n i ß l o s. Es werden Ruhestörungen befürchtet. Athen, 10. Juni. In Zante wurden neuerdings Erdstöße verspürt. Alexandria, 10. Juni. Reutermeldung. Der Khedive befahl, die Yacht „Fayoum" Mitte Juli zur Reise nach Konstantinopel auszurüsten. Voraussichtlich begibt sich der Khedive darauf nach der Schweiz.___________________ Localer unfc provinzielles. Gießen, 10. Juni 1893. *• Gestern Nachmittag 4 Uhr wurde durch Stürmen vom Stadtrhurme Feuer gemeldet. Es brannte das Lagerhaus der Firma Ed. Silbereisen. Dank dem raschen und rührigen Eingreifen der Berufs- wie Pflicktfeuerwehr wurde man nach kurzer Zeil Herr des heftigen Feuers. Auch war es ein glücklicher Umstand für die Bekämpfung deS Feuers, daß genügend Wasser vorhanden war, denn nickt nur die Wasserleitung gab reichlichen Zufluß, sondern auch die Wieseck, nachdem letztere gestaut worden war. Es kann hier wiederholt anerkannt werden, daß unser Löschwcsen durch das Institut der Pflichtfeuerwehr eine vortreffliche Vervollkommnung erfahren har. Der durch den Brand angerichtete Schaden ist ziemlich bedeutend. 91 i «i* y. t-1 ui* ;i.OO ♦♦ Die Leipziger Concert- und Coupletsänger werden im „Cafe Leib" heute Samstag, Sonntag und Montag humoristische Soireen veranstalten. Die Leistungen der Gesellschaft, welche zuletzt in Darmstadt gastirte, erfreuten sich dort, wie allerwärts, lebhaften Beifalls und stets zahlreichen Besuchs. Wer einige vergnügte Stunden verleben will, dem sei der Besuch dieser Soireen bestens empfohlen. ♦♦ Zur Regelung der Penfionsverhältniffe der Volksschul- lehrer läßt jetzt das Großh. Ministerium, Abtheilung für Schulangelegenheiten, eine Statistik aufnehmen. So wird u. A. die Frage gestellt, wie zahlreich die Familie des Betreffenden ist und ob er noch einen Nebenerwerb hat. ** Wie in den vorderen Jahren, beabsichtigt die Groß- herzogliche Centralstelle für die Gewerbe auch in diesem Sommer, etwa in den großen Ferien der Volksschule, Unter richtscurse zur Ausbildung von Lehrern der Handwerkerschulen abhalten zu kaffen, zu welchen an die Theilnehmer Unterstützungen nach Maßgabe der hierfür verfügbaren Mittel gewährt werden können. Der Unterricht soll in Freihandzeichnen, darstellender Geometrie und Fachzeichnen in der Art und Weise, wie solches an den Handwerkerschulen gelehrt wird, geführt werden. Die Auswahl unter den einlaufenden Anmeldungen bleibt Großh. Centralstelle für die Gewerbe Vorbehalten. Bei d/n nächstjährigen Cursen sollen etwa Zurückgestellte dann das Vorzugsrecht erhalten. Deutsches Reich. Darmstadt, 9. Juni. Von der Mittheilung des „Berl. I Tagebl." über die angeblich bevorstehende Verlobung des I Großfürst en-Thronfolgers von Rußland mit der I Prinzessin Alix von Hessen ist in hiesigen bestinformirten I Kreisen nicht das Geringste bekannt. Berlin, 8. Juni. Die Wahlbewegung zieht ihre letzten und weitesten Kreise, alle Parteien mustern nochmals die Reihen ihrer Anhänger für die dicht bevorstehende Wahlschlacht. lieber deren Ausfall in diesem Augenblicke noch Muthmaßungen anstellen zu wollen, wäre höchst unnütz, schon deßhalb, weil eben die Entscheidung unmittelbar herangenaht ist. Außerdem sind aber die Grundlagen, auf denen man Berechnungen über die Ergebniffe der Reichstagswahlen vom 15. Juni anstellen könnte, so schwankende und ungewisse, daß diesmal jede Voraussage über den Characler der Wahlen ein bloßes Rathen wäre. Sind erst einmal die Hauptwahlen vollzogen, dann läßt sich über den muthmaßlichen Ausfall der Stichwahlen schon eher mit einer gewissen Sicherheit urtheilen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt in einer Polemik I gegen die der Militärvorlage feindlichen Blätter auf die bekannte Aeußerung des jetzigen Reichskanzlers über die „Zahlenwuth" zurück. Das offiziöse Organ erinnert daran, daß der Kanzler, unmittelbar bevor er von der Zahlenwuth sprach, ausdrücklich aus die Tendenz zimmer mehr Altersklaffen wehrpflichtig zu machen und die Soll-Ziffern der Armee durch „Großväter" zu erhöhen, Bezug genommen habe. Dieser Tendenz trete aber gerade die Militärvorlage mit ihrem Bestreben, durch die Verstärkung zu verjüngen und Werthe, aber nicht Zahlen zu schaffen, entgegen. Als der Kanzler am 27. November 1891 die betreffende Reichstagsrede gehalten habe, da habe er noch nicht wissen können, ob und unter welchen Modalitäten bie verbündeten Regierungen in der Lage sein würden, auf die zweijährige Dienstzeit der Fußtrnppen einzugehen. Ohne dieselbe aber eine bedeutende Heeresverstärkung vom Reichstage zu verlangen, sei aussichtslos erschienen. Weiter erinnert die „N. A. Zig." daran, daß Graf Caprivi indeß schon damals geäußert habe, er halte es für nicht unwahrscheinlich, daß mit dem Militärgesetz von 1890 die Ausbildung und der Ausbau unserer Militär- Organisation noch nicht beendet sein werde und es daher nicht ausgeschlossen sein werde, daß die verbündeten Regierungen wegen einer weiteren Steigerung unserer Wehrkraft Schritte unternehmen würden. — Die Stichwahlen zum Reichstage sollen diesmal, entgegen der seitherigen Gepflogenheit, an ein und demselben Tage vorgenommen werden. Diese Neuerung dürste sich wohl auch für die Zukunft empfehlen. Berlin, 9. Juni. Die Socialdemokraten rechnen zuversichtlich auf einen Zuwachs von vierzehn Mandaten (bisher hatten sie 36) im kommenden Reichstag, welche sie dem Centrum und den Freisinnigen zu entreißen hoffen. Will sprechen, Reinert werden z„ Nerreste Nachrichteir» Wolffs tclegrephischeS Correspondenr-Bureau. Berlin, 9. Juni. Der „Reichsanzetger" sucht die Behauptung , der Antrag Huene widerspreche den Wi ndt h orst'schen Resolutionen, weil durch Annahme des Antrages die zweijährige Dienstzeit nicht gesetzlich eingeführt, dagegen die allgemeine Wehrpflicht durchgeführt werde, als falsch nachzuweisen. Der Antrag Huene lege die zweijährige Dienstzeit für die Fußtruppen gesetzlich so lange fest, als die Compensation dafür ebenso gewährleistet wird. Die Resolutionen Windthorst forderten nur die Regierung auf, die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Erwckgung zu nehmen. Dieser Erwägung werde durch den Antrag Huene praktische Folge gegeben. Die Resolutionen Windthorfts sprachen ferner die Erwartung aus, daß von Plänen Abstand genommen würde, wodurch alle wehrfähigen Mannschaften zum activen Dienst herangezogen würden, indem dadurch dem Reiche unerschwingliche Kosten erwachsen würden. Der „Reichsanzeiger" hebt hervor, nach dem Urtheil der deutschen Finanz- richt . -MM 19. 3«"‘ 1898' . 15 W «r «es-*1* Gichmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. insofern Beachtung gefunden, als Prof. Lehmann sich gerade über das sog. Bauernbrod ungünstig äußert. Er hat darin nicht so ganz unrecht. Mit der fortschreitenden Technik auf dem Gebiete des Mühlenwesens haben unsere Landmühlen nicht Schritt zu halten vermocht und so kommt es nach wie vor, daß manches mit in das Brod gemahlen und gebacken wird, was eigentlich nicht hinein gehört. Die Brodfrucht wird zum größen Theil viel zu wenig vom Unkrautsamen gereinigt. Aber die Müller trifft nicht allein die Schuld- daS Publikum ruft nach billigem Brot, der Bäcker muß billiger Mehl zu erlangen suchen. Mehle, die einen großen Procentsatz Unkraut, Raden, Feldwicken, Mutterkorn, Futtergerste, Ackerbohnen, Futtererbsen u. s. w. enthalten, werden verarbeitet und so ein Brod bereitet, welches schädlich ist. Der Nimbus, der daS sog. „Bauernbrod" im Allgemeinen in der Stadt umschwebt, ist ein unverdienter. Der Städter ißt das Bauernbrod, weil es ihm gegenüber dem in der Stadt bereiteten eine Abwechselung gewährt, der Bauer dagegen ißt zur Abwechselung gern ein Stück Stadtbrod, eben weil es einmal etwas anderes ist. In der Thal ist denn auch der Absatz Don Stadtbrod in den Dörfern ein nicht geringer, rote umgekehrt auch viel Brod vom Lande nach der Stadt gebracht wird, hauptsächlich deshalb, weil es billiger ist. So viel steht indeß fest, daß nach dem Unheil des Prof. Dr. Lehmann,in den Städten ein viel besseres Brod gebacken wird, als auf dem Lande, dafür spricht schon der Umjtani), daß die Stadtbäcker ihr Mehl aus Großmühlen beziehen, die aus verschiedenen Gründen nur bessere Getreidesorten verarbeiten und Einrichtungen besitzen, mit denen das Getreide einer gründlichen Reinigung unterworfen werden wird. Die auf dem Lande vielfach verbreitete Ansicht, daß die Stadter alles essen, was ihnen zum Verkauf angeboten wird, herrscht auch hinsichtlich dcS Brodes. Auf dem Lande wohnende Kleinbauern und Arbeiter beziehen ihr Brod mit Vorliebe aus der Stadt, trotzdem eS theurer ist. Es soll damit nun nicht gesagt sein, daß alles Brod, was die Landbäcker liefern, schlecht sei, cs giebt rühmliche Ausnahmen, aber im allgemeinen wird ter Werth des LandbrodeS überschätzt. EL ist Thatsache, daß z. B. ein Landbäcker, der sonst viel Brod in die Städte liefert, für seinen Hausbedarf eine besondere Sorte bäckt. Gerade weil das Brod eines der reichlichsten Nahrungsmittel ist, sollte man weniger auf dessen Billigkeit, sondern in erster Linie auf dessen Beschaffenheit sehen. Magenbeschwerdeu und sonstige Unpäßlich- käten, die zu Krankheiten ausarten können, Haden in vielen Fällen ihren Grund in dem Genuß schlecht zubereiteten und mit schlechtem Mehl hergestellten Brodes- deßhalb gilt auch hier der Satz, daß das billigste noch lange nicht das beste ist. § Aus dem Wahlkreis Gießen, 9. Juni. Wie in Oueck- born, so wurde auch in Grünberg eine von socialdemokratischer Seite einberufene Wählerversammlung abgehalten. In beiden Versammlungen referirte Herr I. Krämer aus Müncken. Die Militärvorlage, das „Militärsystem", die heutige Staatsordnung wurden vom Redner verurtheilend kritisirt, verschiedene Mißstände des öffentlichen und staatlichen Lebens beleuchtet und die Stellung der socialdemokratischen Partei zu diesen Fragen geschildet. Nachrühmen muß man den Ausführungen des Redners, daß sie klüglich in Anbetracht der erschienenen Zuhörer maßvoll gehalten waren. Die Versammlungen wurden geschlossen, ohne daß Gegenredner austraten. Nächsten Sonntag finden in Ruppertenrod social- demokratische und antisemische Wählerversammlungen statt. h. Reiskirchen, 9. Juni. Auf den gestrigen Abend hatte das freisinnige Wahlcomitve eine Wählerversammlung einberufen. Dieselbe war gut besucht. Herr Landtagsabge- ordneter Metz von Gießen sprach über die einzelnen Punkte des freisinnigen Programms und erwähnte auch die Gegenparteien. Seine mit Beifall aufgenommenen Ausführungen endigte er mit der Bitte, Herrn Landrichter Dove zu Frankfurt a. M. zu wählen, da dieser für den hiesigen Wahlkreis der passendste Vertreter des freisinnigen Programms wie der Volksrechte sei. Als Gegenredner trat Herr ä«»lllW" Amtlicher Theil. Gefunden: 1 Brille mit Futteral, 1 Notizbuch, 2 Paar Handschuhe, 1 Regenschirm, 1 Portemonnaie, 1 Maßstab, 2 Spazierstöcke, 1 Taschenmesser, 2 Hundehalsbänder, 1 Lesebuch, 1 Coupon und 1 Brause von einer Gießkanne. Zugelaufen: 1 Hund. Gießen, den 10. Juni 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. 116. SÄ Icl. 46. ] Gut geuihrte ffttW |6* htm werben stets angckust. ßtfltt, fßrerbemjiier, rüchtigt «flWiMnn im ftöfy mx& t M Soxmt wW- __________Lüin» Strttn. 1 An rchttime-rstlü «Nt tz. Lach große MWM» rugeS Mädchen i, taaSflber in einem Smde gilait vaMof-raßt 49, U. 3| 8in AmfWLdylt auf > IJ SchreinerMt v. Lehr *1*4] Li Tie LuSführ *ib Brifrblt Jhrcfci dahin sc >-."icnanschlag l .Ingebote find efniurtitfren. troftorf, dm DerL M WM Tirn^dg, Jlitt foltfl aus un iwfttrti nächste lieb in Äccord ?.nirttatbeittr L'^ndxrchen.g Pfiasterarbeite! cdausster. u. S tiieilitfmmg ?aubringen Großh. Arge zurück. Antisemitismus! Böckelismus! AhlwardtiSmus! sind drei ganz passende Steigerungsstufen- von der einen zur anderen ist immer nur ein kleiner Schritt. Herr Dr. Böckel giaubt indessen, das Schimpfen gehöre zur Wahlarbeit — und daher wird weiter „geweihräuchert" und „geschumpfen" biS zum guten Ende. nn. Darmstadt, 9. Juni. Nachdem von Seiten der land« wirthschaftlichen Central-Genossenschaften des Deutschen Reichs schon vor einiger Zeit die Frage wegen Beschickung der Weitaus st ellung zu Chicago durch einen gemeinsamen Vertreter angeregt war, haben nunmehr die landwirthschaft- lichen und die Molkerei-Genosienschaften in Hessen einstimmig beschlossen, einen eigenen Vertreter dorthin zu entsenden. Herrn Molkerei-Jnstructor Siedel zu Offenbach wurde der ehrenvolle Auftrag zu Theil, diese Jnstructionsreise nach Chicago zu unternehmen und dort die wichtigsten Erfindungen und Neuerungen auf dem Gebiete des Molkereiwesens rc. kennen zu lernen, um diese event. später für unsere hessische Landwirthschaft zu verwerthen. Zur AuSsührung dieser Reise wurde dem Genannten eine Summe von 5000 Mk. bewilligt, wovon 4000 Mk. die landwirthschaftlichen und Molkerei. Genoffenschaslen und 1000 Mk. die Großh. Staatsregierung beitragen werden. Auch die Großh. Centralstelle für die Gewerbe hat bereits auf Regierungskosten einen Vertreter in der Person des SecretärS F. Reuter nach Chicago gesendet, während von der Großh. technischen Hochschule hier die Herren Geh. Baurath Prof. vr. E. Schmitt für Eisenbahnbau, Prof. Landsberg für Brückenbau, Prof. F. Lincke für Maschinenwesen und Geh. Hofrath Prof. E. Kittler für Electrotechnik mit RegierungSdotationen im Betrage von je I 8000 und 4000 Mk. sich in den großen Ferien ebenfalls zur Weltausstellung nach Chicago begeben werden. Darmstadt, 9. Juni. Dem Ziegenzucht-Verein Pfungstadt wurden auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung zu München acht erste, sechs zweite und zwei dritte Preise zucrkannt. Offenbach, 8. Juni. Im Stadt bade wurden im Vor- jrhre 89,883 Bäder, gegen 80,539 im Jahre 1891, abgegeben. Die letzte Jahresrechnung schließt mit einem Betriebs- I Ueberschuß von 5977,36 Mark ab. △ TOflinj, 9. Juni. Ein Hauöeinstürz, bei welchem I wie durch ein Wunder kein Menschenleben verloren ging, ist I heute Abend hier erfolgt. Das im Umba. begriffene große Hau- der Schulz'schen Klavierfabrik auf der großen Bleiche I hier, ein ehemals dem Universitätsfonds gehöriges, sehr ausgedehnte- Gebäude, in welchem sich früher die Stadtbibliothek I befand, gerieth heute Abend, als eben die Arbeiter die Bau- I ffätte verlassen hatten, in seinem Obertheil ins Schwanken und stürzte vollständig ein. In dem Bau war zufälliger । DermiM»te#. * Frankfurt a. M., 9. Juni. Rittmeister v. Reitzenstein, der Zweite in dem großen Dlstanzritt Berlin-Wien, wird am nächsten Sonntag im Großen Juni-Hurden- rennen Herrn W. Moessingers „Mutyi" reiten und sich auch in der Großen Steeple-Chase im Sattel befinden. Tas wirksam mittel \ ift Gio mirte b seife. 9 Habe» j ff enge Roheren Kaares Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemtflen am 10. Juni, Mittag» zwischen 11 und 12 Ub : Wasser 17, Luit 20 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. "Hilfe «Ucu SÄ ÄS'fi.'S? ((a(.« irmtirt rein, n Vino hochfeiner rot! Mk. 1.- Gek 8888 Maier Löb von Wohnbach, Leopold, MoieS und August Seewald, letztere von Gambach, in etwa fünfzig Fällen Land- wirthe in den Orten Berstadt, Bellersheim, Melbach, Södel, Wölfer-Heim, Wohnbach u. s. w. dadurch in ihrem Vermögen geschädigt zu haben, daß sie unter der Vorspiegelung, reine Holländer Rasserinder zu verkaufen, solche verkauft hätten, die diese Eigenschaft nicht besessen hätten. Zum Prozeß wurden a s Sachverständige zugezogen die Herren Thierarzt Dr. Franz Kceuder von Lich, der frühere Landwirth und Ort-gerichl-- mann Helferich von Gießen, der Taxator der Oberhessiichen ViehoersicherungSanstalt Schlottner von Wohnbach, Müller und Landwirth Falck und Landwirth E. Preußer, beide von Friedberg. Die Anklage, die von der Strafkammer für die Provinz Oberhessen vor das hiesige Schöffengericht verwiesen war, wurde vertreten von Herrn Gerichtsassessor Neuenhagen i. V. des Amtsanwalts. Die Vertheidigung wurde gesührt von den Herren Justizrath Dr. B. Geyger von Frankfurt a M. und Rechtsanwalt Dr. Stein aus Gießen. Als Belastungszeugen waren 34 Personen, als Entlastungszeugen 26 geladen worden. Die Beweisaufnahme dauerte acht Stunden. Die Amtsanwaltschaft hatte, da in den meisten Fällen eine Vermögensschädigung nicht nachgewiesen werden konnte, Freisprechung für diese beantragt, während für den Rest der unter Anklage gestellten Fälle die Entscheidung dem Gericht anheimgegeben wurde. Die Vertheidigung beantragte in allen Fällen für alle Angeklagten Freisprechung und Verurtheilung oer Staatskasse in die Kosten deS Verfahrens und zur Erstattung der durch die Vertheidigung verursachten nothwendigen Ausgaben. DoS Urtheil, daS nach vierstündigem Plaidoyer gefällt wurde, lautete im Sinne der Dertheidignng auf Frei- iorechung. Es wurde dabei dargethan, daß mit Ausnahme von drei Fällen überhaupt keine strafrechtlich bedeutsame Jrnhumserregung stattgefunden Habe, und daß in diesen drei Fällen kein Causalzusammenhang zwischen Jrrthumserregung und Vermögensschädigung nachgewiesen sei -i- Stammheim i. d. SB., 9. Juni. „Es geht doch nichts über eine regelrechte Ausschneiderei", sagte Schneider N. zu Wagner H. und gab ihm>en „Reichsherold" zu lesen. Steht da schwarz auf weiß gedruckt, welche Heldenthaten die Anti- i.miten in Echzell verübt haben wollen und ich war doch dabei, daß alles gerade dabei umgekehrt ging. Als die Versammlung auS war, bekamen die Helden solches Leibweh von ihren ' Thaten, daß sie schleunigst hierher nach Stammheim sandten, I um Dr. Böckel herbei zu holen. Sie ließen ihm sagen: I Gr möge schleunigst nach Echzell kommen, die Sache sei schief gegangen und es sei UebleS zu befürchten. Da machte sich I Dr. Böckel auf die Strümpfe und half retten, so gut es ging. I Die patriotischen Lieder, die in Echzell gesungen worden sein I sollen, sangen einige Bürschchen mit ihren Schätzen! „Du, | Du liegst mir im Herzen" — und ähnliche Dinge. Und wer | d>e Hunderte von Menschen hat hereinfluthen sehen, dem wird I es ganz wehe, wenn er daran denkt. Bekanntlich gab es I eme Anzahl von Geistlichen in unserer Provinz, die sich früher I ff'" den Antisemitismus interessirten. Nachdem dieser „Anti- I semitismuS" sich aber zu einem „Böckelismus" ausgebildet | batte, wollen die Pfarrer von der Bewegung nichts mehr | wissen. DaS ist dem Herrn Dr. Böckel ausdrückich gesagt I uad dazu bemerkt worden: das Beschimpfen der übrigen I Parteien schrecke alle verständigen Leute vor dem Antisemitismus I Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stavt Bietzen. Evangelische Gemeinde. Getraute. JohanneSgemeinde. I Dm 3. Juni. Paul Friedrich Richter. Buchbindermeister zu I Gießen, und Wilhelmine Luise Caroline Josephine Bepler, l achter I deS TapezterS Heinrich Bepler zu Gießen. Getauft«. MaithäuSgcmeinde. Dm 4. Juni. Dem Taglöhner Jakob Renner HI. eine rochier, I Karoline Auguste, geboren den 18. April. I Denselben Dem Maurer Andrea» Krug ein Sohn, Karl I Ludwig, gehören den 2. Mai. I Denselben. Dem HilfSschutzmann Karl Sommerkorn eine Tochter. I Elisabeth, geboren den 8. März. MarkuSgemeinde. Den 4. Juni. Dem Schlosser Ludwig Horn ein Sohn, WUhelm I Heinrich Otto, geboren den 10. Mai. Denselben. Dem Bremser Crnst Heine eine Tochter, Johanna I Marke Luise Karoline Wilhelmine, geboren dm 5. Mai. Dmselbm. Dem HilfSheizer Heinrich Peter Gering ein Sohn, Karl Konrad Willy, geboren den 8. Mai. Lukasgemeinde. Dm 4. Juni. Dem HUssheizer Johanne- Michel ein Sohn, Ludwia, geboren den 10. Mai. Denselben. Dem Fuhrmann Peter Trech-ler ein Sohn, Heinrich, | geboren den 5. Mai. I Denselben. Dem Schaffner Karl Ludwig Walther eine Tochter, ! Frieda Veronika Käthchen, geboren den 14 Mai. Denselben. Dem Locomotivheizer Wilhelm Kellner ein Sohn, August Willy, geboren den 4. April. Denselben. Dem Foraer Johanne-Lemp ein Sohn, WUhelm, geboren dm 4. März. Johanne-gemeinde. Dm 4 Juni. Dem Dimstmann Heinrich Karpf ein Sohn, Gustav Adolf, geboren den 3. Mai. Den 9. Juni. Dem Gymnastallehrer Dr. Georg (Stemm ein Sohn, Ludwig Wilhelm Friedrich Han- Carl, geboren dm 4. Mai. veertzt-ta. Matihäu» gemeinde. Den 6. Juni. Elisabeth Hartmmn, Tochter de- Schneider- Georg Hartmann, alt 2% Jahre, starb den 4. Juni. MarkuSgemeinde. Den 6. Juni. Karl Friedrich Hedderich, Landwirth zu Zell, all 55 Jahre, starb zu Gießen den 4. Juni. LukaSgemeinde. Dm 4. Juni. Dietrich Heinrich Lohmann, Rentner, alt 71 Jahre, starb den 2. Juni. Den 6. Juni. Margarethe Brömer, ledig, alt 64 Jahre, starb dm 4. Juni. Dm 9. Juni. Elisabeth Bender, geb. Gräf, Wittwe de- Vereins« dimer- Philipp Bmder, alt 43 Jahre, starb dm 7. Juni. JohanneSgemeinde. Den 3. Juni. Margarethe Roß, geb. Dieffmbach, Willwe des Landwirth» Konrad Roß, all 72 Jahre, starb den 1. Juni. Den 7. Juni. Ludwia Weicker, Hoßpitalst, ein Wittwer, all 75 Jahre, starb dm 4. Juni. 3V Die Standesamt» -rnchriLte» können «ach «ns zugegavgener «ittheUnng erst am Mittwoch veröffenUicht werde«. Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld stnd ferner bei UN- eingegangen: von L. H. 5 X, Frau Ha der kor» 3 X, G. S 2 X. Ungenannt 3 x Zusammen 13 X Jn-gr'amM 420 X Hiermit schließen wir unsere Sammlung. 250 X wurde» bereit- am 19. Mai und der Rest mit 170 X heute an da- Ooaritt für die Brandbeschädigten in Zell übedanbt, worüber die Post- Quittungen zur Einsicht oorliegm Sllm Gebern hierdurch derzl'ch« Dank! Die Expedition de- „Gießener Anzeiger". Und dann die Behauptung: „Ein Volk in Waffen greise Rie- i wand an", weil ein VolkSheer für einen Angriffskrieg nicht da sei!!! Wir brauchen nur 23 Jahre zurück zu gehen, da sehen wir, wie das I französische Volk Deutschland den Krieg erklärt. Jawohl, das Volk drängte den widerstrebenden Kaiser zum Krieg und nur 6 ober 8 Abgeordnete wollen den Krieg nicht, aber nicht etwa, weil sie den Krieg im Allgemeinen und den gegen Deutschland im Besonderen verabscheuen, sondern weil sie ihn noch nicht an der Zett halten. Weiter in der Zeit zurück liegt der 20. April 1792, an welchem Tage die gesetzgebende Versammlung in Pari- den Krieg gegen das deutsche Reich (Oesterreich) beschloß und den König zwang, an Oesterreich welchem Vreußm zur Seite stand, den Krieg zu erklären. Sind dies nicht zwei in schönster Art vom „Volk" erklärte und herbei- gesührte Krieges Wer aber nicht sehen will, sieht nicht»! Nach der spielmdm Leichtigkeit, mit der Herr Liebknecht die schwersten Ausgabm der Politik, freilich vorerst nur auf dem Boden der Phantasie erledigt, wäre man verlangend gewesen, etwa» von Wesen und Gestattung deS ZukunstSstaaies zu hören, d ssen Verwirklichung ja als Universalmittel in allen socialdemokrattschm Versammlungen angepriefen wird. Die vorwitzige Frage aber erstirbt einem auf der Zunge, denn Herr Liebknecht erklärt ben Unvorsichtigen al» „reif für das JrrenhauS". In der Sicherheit de» Redner», der sich selber keine Fragen stellt, ober zu stellen braucht, erklärt er uns neugierigen Ungläubigen bann später noch, „der Zukunftsstaat sei kein Zwang»- unb Polizei-, fein Kasernenstaat, wie man bie Dummen glauben machen wollte, vielmehr von alledem da« gerade Gegm- thell, kurz eitel Friede, Wonne und Ergötzen. Außer der „vernichtenden' Krikik der gegnerischen Parteien, wobei auf ben im Rabau concurtirenben AniisemttiSmu- als Neuling ber Löwenantheil siel, sei noch ber rührmbm Sorge erwähnt um daS allgemeine Wahlrecht, ba» bekanntlich zu ben Rechten und Freiheiten gehört, welche bem beutschen Volke verschafft zu haben, der „veraltete" Nattonalliberalismus behauptet: „Wir hätten, wäre diese Geeschlange nicht aufgetaucht, etwas vermißt." Robe-pierre, ber Terrorist unb Tyrann, wirb verherrlicht und seine Blutherrschaft, während welcher er Tausende durch Köpfen I allerdings gründlich munbtobt machte, als herrlicher Bau gepriesen, j Wie lange stand denn dieser herrliche Bau ' Im Sommer 1794 fiel de» Baumeister« Haupt und wenige Jahre spä'er lag Frankreich zu Füßen eine» glücklichcn Soldaten! Au» ber Geschichte scheint Herr Liebkuecht seine politischen Folgerungen nicht zu schöpsen: vielleicht hat er seine Weisheit von Herrn Glabstone selbst, benn er, Liebknecht, behauptet mit anerken- nenswerther Sicherheit: „Enal and wirb sofort mit einer Kriegserklärung kommen, wenn es Rußland wagen sollte, in Gemeinschaft । Cingefatidt Gießen, 10. Juni 1893. In der am 5. dieses Monats stattgehabten, von Socialdemokraten einberufenen Versammlung, in welcher Liebknecht sprach, befanden sich unzweifelhaft eine sehr große Anzahl von Zuhörern, die der socialbemokratischen Partei nicht angehörten, auch fiel es auf, daß unter den Anwesenden Diele anscheinend daS wahlfähige Alter noch nicht erreicht hatten. Nachdem wir die* vorausgeschickt, gehen wir zur Besprechung einzelner von Liebknecht berührter Punkte über, denn die von dem Redner behaupteten Ungeheuerlichkeiten, die Der, drehungen und Entstellungen, sowie die Widersprüche gegen geschichtliche Thatsachen fordern diese geradezu heraus. Nach einer ganz schiefen Darstellung der Entstehung der Vor- I läge geht er zu deren Bekämpfung über; zunächst sucht er die Macht | ber Feinde Deutschlands, besonders ber Russen, für möglichst gering auszugeben, preist baS schweizerische Heersystem unb verquickt bie» mit ber Bemerkung, baß Frankreich gar nicht an ben Krieg benke! Ist dies nicht eine Behauptung, die man nur Leuten bieten darf, die von der Vergangenheit unb ber Gegenwart so viel wissen, wie bie Kuh vom Sonntag! Mit der größten Unverfrorenheit behauptet er, von der angegebenen Zahl der russischen Soldaten stünden die Hälste auf dem Papier und ihre Qualität sei gleich Null. Woher weiß er ba8v Hat er selbst Rußland bereift und sich dort seine Kenntniß gefreit? Die Nachrichten, die wir ßeuten verdanken, welche Rußland in ben letzten Jahren bereist unb sich Monate lang bort aufgehalten haben, lauten ganz ander-. Rußland hat eine kolossale Armee sehr gut geschulter Soldaten auf den Seinen, von welchen ein sehr großer Procentsatz so nahe an bie beutsche Grenze geschoben ist, wie nur angängig Dabei ist ber Rüste ein tapferer Solbat, gebulbig im Ertragen von Mühseligkeiten und mit noch anberen soldatischen Vorzügen versehen; gut geführt leistet er Erstaunliches, wie er auf vielen Schlachtfeldern gezeigt, wie besonders der Feldzug von Suwarow in Italien im Jahre 1799 bewiesen. Wer aber aus ber Geschichte nichts lernen will, ber lernt eben nichts. Es ist immer gefährlich seinen Feinb gering zu schätzen, unb wer bies gelhan, ist noch allemal buich empfindliche Niederlagen unb beten Folgen bestraft worben. — Sonderbar ist bie Begrünbung für bas Verlangen eines „Volksheeres" nach dem Muster- I bilb ber schweizerischen Miliz. Sonberbar beshalb, weil wir unser Heer, welche« boch ein „VolkSheer" ist unb nicht etwa auS angeworbenem Gesinbel besteht, wie eS anderwärts zu finben ist, absolut verschlechterten, wenn eS nach bem schweizerischen System eingerichtet würbe. Weiß eS .Herr Liebknecht nicht, daß schweizerische Offiziere über bas System anberß benlm, unb daß vor Kurzem ein schweizerischer Stabsoffizier, ber bie Leistungen seiner waffentragenben Lanbs- leute mit ben Leistungen ber Truppn ber Nachbarstaaten verglichen hat, bas Heer seines LanbeS wegen ber mangelhaften, weil zu I kurzen Ausbilbung für gänzlich außer Staube hält, den wohl unb | gründlich auSgebilbeten Heeren irgenb eines ber Nachbarstaaten seines | Vaterlandes mit Erfolg Wiberstanb iu leisten? Briefkasten. — Stud. 8. R. hier. Sie haben bie Briefkasten-Rott» nicht richtig aufgefaßt: ber Herr will nicht nach Frankfurt rnarschiren, fonbern viel weiter. Wenn Ihnen an einem Nachtmarsch Gießen- Frankfurt gelegen, rathen wir Ihnen, durch ein kleine» Jnferat zur Beiheiligung einzuladen. Red. Verkehr, CattO, ttttö Volkrwirthschast. Gtetze», 10 Juni. Marktbericht, flut bem heutigen Wochenmarkt kostete. Sutter pr M X 0,85-1,00, Hühnereier per Stück6- A. 2 Stück 11- Käse pr. 6t. 5-8 4, Käsematte pr. 6t 8 A, Erbsen vr. Liter 18 A, Linsen pr. Utter 28 A. Tauben pr Bear X 0,70-0,90, Hühner pr. Stück X 1,10-1,60, Hahnen pr. St X 1,70-2,00, Enten pr. St X 1,80 bi- 2,00, Ochfensteisch pr.Md 6r-72Z.Kuh, unb Rindfleisch pr. Pfd.45-54 A, Schweine, Hei (fr pr. Pfd. 60-70 A. Kalbfleisch pr Pfd. 40-46 A. Hammel, Heisch pr. Psb. 40 -70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00-7,00 X, Weißkraut pr Stück 5-12 A, Zwiebeln pr. Lenin er 12,00—00.00 X. Milch PT Liter 12 18 A, Enteneier pr. St 6- A. Gänseeier 11—12 A, Kirschen pr. Psb. 14-18 H. W*8 Willig * 1 MlaS acjefoi in dcn, ,w- E i'ofie öon bhe r.itten « r aarten vnstetg nntxt a«f » ^ahtndokN pc 9 Uhr- AHM S •.e.-en der § cM (rtl y, jjumgarti Ten zu Haus Sieben, de' ^robh- Ober mit Frankreich auch Deutschland anzugreifen.* Dir glauben vor, läufig, daß es England macht wie immer und sich um bie Vorgänge auf dem Eontinent nur so weit kümmert, al- e» dabei ohne erheb, liche Anstrengung etwa- verdient. Wir brauchen zu dieser Ansicht noch nicht einmal an die Erklärungen einiger jetzt lebenden Lenker der englrschen Politik zu denken, uns genügen die Erfahrungen der ergangenbett. Frankreich soll nach Liebknecht gar nicht an den Krieg denken! Bedarf diese Befrauptung auch nur eine» Worte» zur'Wider- Ifflung? Wir glauben: nein. Die Allianz ober Verstänbigung mit Rußland sei für Frank reich kein Vortheil, Rußland sei nicht» al» ein Stein, der Frankreich in die Tiefe ziehe. Ob sich die französischen Staatsmänner, wenn sie solche Weishett frören, nicht an die Stirne «üblen i* Leider kommt e» augenblicklich rooriger darauf an, wie Liebknecht die Sache »nstebt, al» darauf, welche Bedeutung und welchen Rückfralt die Franzosen in einer Allianz ober einer Verständigung mit Rußland finden und um« ßefebrt. Aber angenehm mögen dm Franzosm derartige Aeußerungen immer klingen. Auch die von Bismarck „gefälschte" Emfer Depesche mußte wieder berhalten. Nun, e» gibt Menschen, die glauben ben Versicherungm Moltkes unb Roon» unb deren Namen, sie glaudm auch dm amt» lichm Veröffentlichungen de» Reichskanzler» Eaprioi, des,'m Politik Herr Liebknecht al» die Politik der Ehrlichkeit characterisirt, wie auch wir, und ben wir nicht im Verbacht einer besonberm Vorttebe für seinen Amt-vorgänger halten, sie alauben ihnen in bietet Hinsicht mehr, wie Herr Liebknecht, unb zu bieten Leuten gehörm auch wir unb hoffentlich bie meisten unserer Mitbürger. j Weise Niemand mehr anwesend unb auch auf der sonst sehr | frequenten Straße waren in dem kritischen Moment keine Passanten, sobaß, wie schon bemerkt, kein Menschenleben gefährdet wurde. Der Einsturz erfolgte durch Ueberlaftung üeS Mauerwerks. Unter dem Schutt sind die Trümmer eine- großen KlavierlagerS begraben. △ Mainz, 9. Juni. Der durch die große Trockenheit hervorgerufene Futtermangel hat jetzt zu einer großen Zufuhr auswärtiger Futterstoffe geführt und treffen jetzt täglich aus Böhmen, Tyrol und Niederbayern per Bahn und per Schiff große HeutranSporte hier ein. Trotz der hohen Transportkosten stellc sich daS auswärtige Futter im Preise immer noch bedeutend billiger als daS hiesige. WormS, 8. Juni. Bei dem gegenwärtigen nied ren Wassersiand wurde im Strombett deS Rheines unweit der Hafenanlagen ein Eich stamm aufgefunden, der viele hundert Jahre dort gelagert haben mag und nach feinen gewaltige Dimensionen auf die respectablen Bestände der Rheinwälder in der Vorzeit schließen läßt. Der mit vieler Mühe gehobene Stamm mißt im Durchmesser 87 Ctm. und hat eine Länge von 17 Metern. (W. Ztg.) M atibl Ein g -stzrstufrl |ud Pr. Ka 0. kästen. Franksml matidilnr m flp ktnrm Nachtmnsch fflirtr ""■*** ÄtTSfi^ M ÄS®§ Ltzi'A-'L "-'«Hs; u® Rubi iUr >chls QTa'Saitf) u , lnjSnfdienäSt^i 5taaf: °"e fiieb&lÄ’JSfi« SW tfd)te-Gmr_ ^un-c» kSfpftSSö* aSS-äs' Wen pr, «<»„ ..7' "»iewM S-ewSnEfAÄS S/uosÄ1’^®?« ZMM -u^ * Weder 1 Kirchenbüchern t Gietzen. e Grmeillde. sgeweinde. rtch Richter, BuWKmM w Proline Josephs Net, lotytt Gießen. urfte. sgemeinde. MAMRemerlll. ktaerchrr, W ÜnbttaS Ärug t\n Soin, Äarl m M Sommtoxu tat TW«, itmeinbt. r Ludwig Horn ein Lohn, WWv lat Gruft Heine eine Tochter, Jsstmi e, geboten dm 5. Mai. r Heinrich Peter Gering ein Lohn, 8. Mai. emelnbe. Met Johannes Michel ein Sohn, i Peter TrechSler ein Sohn, Heinrich, Karl Ludwig Weither eine Tochter, n dm 11 Mai- Hetzer Wm Kellner ein Sohn, ii Prines Lew? elnW WM tfÄ*«** tzigtr- SSJ1W ** starb den 4. IM- ÄL •*** " 3* 'N 4. Juni. äjöi.»***ns* c Miwede? Ätol-3* SSä- en 'N 07. 6*w * 3* je stf®***** iblaoieni« Heugrasversteigeruog. Montag den 19. d. M. wird das Heugras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Schiffen- berg, Watzenborn und Leihgestern, sowie von den Schneisen und Mähplatten in der Forstwartei Baumgarten versteigert. Die Versteigerung findet auf dem Gemeindehause zu Watzenborn statt und beginnt Morgens Nähere Auskunft, hauptsächlich liegen der Eintheilung der Ritter- putSwiese, ertheilen Forstwart Schlag zu Baumgarten und Güteraufseher Dern zu Hausen. Gießen, den 10. Juni 1893. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. 5220 Heyer. Aröeitsvergebung. Dienstag, den 13. lfd. Mts., Mittags 2 Uhr, sollen auf unterzeichneter Bürger- '.»eisterei nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, veranschlagt zu «M Maurerarbeiten .... 50.— Steinbrechen,Fahren u.Setzen 61.— Pflasterarbeiten .... 76.80 ^haussier- u. Pflasterarbeiten 277.50 Kieslieferung.....7.50 Daubringen, am 9. Juni 1893. ^roßh. Bürgermeisterei Daubringen. __Walter. [5210 Die Ausführung von «aflretcher, “nb Wettzvtnder - Arbeiten in der Kirche dahier soll vergeben werden. — Kostenanschlag liegt hier zur Einsicht offen. Angebote sind mir bis zum 17. d. M. rin,ureichen. (5208 Krofdorf, den 9- Juni 1893. Der Bürgermeister: Kleine. Jeikgeöotenes. 52251 Ein gut erhaltener «ranken- Kahrstnhl zu verk. Wolkengasse 22,1. St. Pr- Kalbfleisch 5223]G» Schmidt, Tiefenweg. Ital. Rothwein. garantirt rein, 65 Pf. per Flasche mit Glas. Vino d’Äpulia, hochfeiner rother ital. Tafelwein, Mk. 1.— per Flasche. Gebr. Adami, 3888 Mäusburg. Das beste und wirksamste Waschmittel der Neuzeit ist Gioths parfü- mirte weiße Teigseife. Nur ächt zu haben in jedem Seifengeschäft und = Wähler! = Montag, den 12. Juni er., Abends 8'|4 Uhr in Steins Garten MMItt Wler lrrsiiiiiiiihin?. Herr C. Meinert aus Konradsdorf und Herr Dr. Osann aus Darmstadt werden sprechen. Alle Freunde der Candidatur des Herrn C. Meinert werden zu dieser Versammlung höflichst eingeladen. Der national'tiöerate Wahlausschuß. Kinderwagen, gut erhalten, billia zu verkaufen 5209] Marktplatz 5. III. Stock. Reuenweg 22. Neuenweg 22. Für Arbeiter! Billiger Verkauf von Kosen in sächsischem Stoff in VuckSkin u. a. Sorten; ebenso SiUkchen, Wefle«, genagelten Schuhen, Stiefeletten, Hemde«, Blousen, blauen leinene« Hose« und Säckchen u. s. w. verkauf von getragenen Kleider«, Schoben u. s. w. (3867 22 Neuenweg 22. Sonnenschirm n. ssnionteas in größter und modernster Auswahl zu sehr billigen Preisen empfiehlt [4372 J. Weitzenkorn, Schulstraßc 9. Schulftraße 9. 91er Weißwein, per Ltr- von 50—70 H in Gebinden v. 25 Ltr. an, garant. eig. Kelterung. [34Ä Lorenz Gder, Weinbergbesitzer, Wörrstadt, Rheinhessen. Bekanntmachung. Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forftwirthschaftlichen Be- trieben beschäftigten Personen, hier Beitragsleistung für 1892. Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forft- ttnrthschaftlichen Berufsgenofsenschaft für das Jahr 1S92 liegt von heute an während vierzehn Tagen auf der unterzeichneten Bürger- meis^rei zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forftwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaft Einspruch erheben (s. § 21 der Verordnung vom 11. Juli 1888, Regierungsblatt S. 83). a a Gießen, den 9. Juni 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. [5242 pr. Fl. JC. 2.50 w n » 3 u. 1.- 1.30 1.40 1.20 1.40 1.50 1.50 2.— 2.— 2 — 2 — 2.— Alicante Mnscateller Burgunder California (Riesling) Samos Marsala Bordeaux Medoc Chateaux Margeaux Menescher Ausbruch Rüster Ausbruch Tokayer Ausbruch JL Capwein ,, (süss) JL 1.50 u. Portug. Gebirgswein Tarragona Valdepennas Malaga Xeres Pajarete Malaga JL 2.50 u. Madeira 2.50 a. Portwein Sherry 2.50 1.10 1.30 1.40 2 — 1.40 1.60 1.80 1.80 2.— 2.60 Span. Rothwein Aragon pr. Fl. vM —.95 „ Cötes Priorato (herb u. mild) Süd-Weine und Spirituosen Eigener Import von FRIEDRICH Leo, Giessen. Franz. Cognac, p. ■/< Literfl. JL 3.— a. 4.— I Batavia-Arac. p. */t Literfl. JL 3.50 Deutscher Cognac „ /z8 Uhr. [5239; Eintritt 20 Pf. Sonnenschirme in bedeutender Nuswahl billigst bei [4073 _____________A. Fangmann, Bahnhofstraße 29. Stiftungen und Geschenke zur inneren Ausstattung der neuen Johanneskirche. Nachfolgend verzeichnete Gaben sind uns weiter für die neue Kirche zu- gewendet worden: 1. Von Ungenannt (Frau A. P.) baar 25 Mk., 2. Von Herrn Rechner H. Döring und Frau baar 250 Mk. Für diese Gaben sprechen wir auch auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Gießen, am 10. Juni 1893. [5231 Der evangelische Gesammt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Atelier Emil Giessow Preisgekrönt ’f- ä ei toi >; 7 GEWERBE^ AUSSTELLUNG LEIPZIG *eri*t von E. Wasaerwehleben, Bankgeschäft. Tie feste Stimmung, welche die deutschen Börsen »um Schluß der Vorwoche an den Tag legten, hielt auch noch bei Beginn der laufenden Berichtspeliod« an. Die beruhigenden Aeußerungen de» Grasen Kalnokv in dem ungarischen TelegationS- Ausschuß über die gegenwärtige politische Lage und insbesondere die Betonung der freundschaftlichen Beztehunam Rußland» zu seinen Nachbarstaaten gab der Wiener Spekulation von Neuem Veranlassung, ihrer Hausse-Neigung zu folgen. Da indem durch österreichische Zeitungen die Nachricht verbreitet wurde, daß die Rothschtld- gruppe in den allernächsten Tagen ihre Thätigkeil wieder aufnehmen werde, so sandte Wien am Montag recht feste Dorborsen Eourfe. Der Frankfurter Börse war diese Anregung um so willkommener, al» auch gleichzeitig Depeschen au» Berlin einlirfen, welche den Abschluß einer neuen rumänischen Anleihe meldeten und dadurch die Hoffnung erweckten, daß bald weitere FinRnztransaclionen folgen würden. ES wurde darauf hingewiesen, daß die russische Regierung jeden Fall» von dem ihr zuftrhenden Rechte der Kündigung der sech»procentigen Goldanleihe in Bälde Gebrauch machen werde und daß die dafür auszugebenden neuen Titel vor aussichtlich auch an den deutschen Märkten eingeführt roerben würden. Im Verlaufe der Woche konnte fich jedoch die beffere Tendenz nicht behaupten. Der neueste amtliche Saatenstandsbericht auS Ungarn hat den Erwartungen nicht entsprochen und zudem sind durch die heftigen Regengüsie, welche in den letzten Tagen in den Donouländern niederfielen, einzelne LandeSthcile überschwemmt und ihre Ernte vernichtet worden. Diese Momente führten zu ReaUsationen, welche aber nur zu weichenden Coursen vorgenommen werden konnten, da dem Angebot keine Käufer gegenüber standen und außerdem die von den westlichen Plätzen einlausendi n Berichte die KlschästSunlust noch vermehrten. Die Einführung der neuen Börsensteuer in Part» hat dort eine hochgradige Geschäft-stille zur Folge, so daß die Umsätze kaum den zehnten Theil derjenigen Beträge ausmachen, die sonst an ruhigen Tagen an der Pariser Börse umgesetzt worden sind. Es zeigt sich hieraus deutlich, wie wenig ergiebig eine hohe Börsensteuer für den Staatsschatz ist, — und man kann deshalb nur wünschen, daß die deutsche Regierung auS diesem drastischen Beispiel eine Lehre ziehen und sich für den Fall, daß der kommende Reichstag die Militärvorlaae an nehmen sollte, nach anderen Wegen umsehen werde, um die dafür nöthiaen Mittel zu beschaffen. Auch die Lage de» Londoner Marktes ist nicht geeignet, Vie Unternehmungslust zu fördern. An die großen Verluste, welche das englische Kapital durch die australische KrisiS erlitten hat, reihen sich neuerdings zahlreiche Fallimente nordamerikanischer Banken und Bankiers, wodurch die Londoner Finanzwelt wiederum binct und inbirect geschädigt wird, da sich ein großer Theil amerikanischer Werihe in den Händen deS englischen Publikums befindet. Angesicht» dieser täglichen Hiobsbotschaften blieb selbst die Ermäßigung deS oificiellen DiscontsatzeS der Bank von England von 4 auf 3 Proccnt ohne Eindruck. Das einzige Gebiet, daS durch den billigen Geldstand profitirte, war der Rentenmarkt- insbesondere erfreuten sich die dreieinbalbprocentigen deutschen Anleihen reger Nachfrage und haben ihre Course wesentlich erhöht; die dreiprocen- ligen dagegen, welche schon Ende der Vorwoche ihren EmtssionScoms nicht unbedeutend überschritten hatten, waren eine Kleinigkeit matter, was wohl darauf zurückzusühren sein dürfte, daß die Speculation den hohen Preis benutzte, da» ihr seiner Zeit aus der Zeichnung zugetheUte Material mit Gewinn abzustoßen. Nächst den deutschen bestand in Berlin namentlich für russische Fonds lebhafter Begehr, woraus man die schon erwähnte Vermuihung ableitete, daß eine neue russische Anleihe in Sicht sei. Die größeren Schwankungen hatten Griechen durchzumachen, je nach den Gerüchten, welche über die Lösung ihrer finanziellen Schwierigkeiten in Umlauf kamen. Nach den neuesten Depeschen übernimmt das Haus Hambco in London die Moratoriums Anleihe nicht fest, sondern vermittelt nur den Umtausch der fälligen Zinsscheine in die neuen Bond«, für den Fall, daß das Abkommen zu Stande kommt. Ob Griechenland auf diesem Wege im Laufe von wenigen Jahren seine volle Zahlungsfähigkeit wieder Herstellen kann, erscheint sehr fraglich, da die natürlichen Hilf? quellen des Landes durchaus nicht so ergiebig sind, daß aus ihnen noch bedeutend mehr geschöpft werden könnte, al» bis jetzt schon geschieht. Von den außereuropäischen Papieren sind nur Egypter gebessert; Mexikaner haben sich noch nicht wieder erholen können und Argentinier sind matt auf die Nachricht, daß in Buenos AyreS eine Ministerkrisis ausgebrochen sei. Den Bankactien kam der Hinweis auf die in Aussicht stehenden G-schäfte zu statten. Da aber für die ausgestreuten Gerüchte die Bestätigung einstweilen aus- blleb, so folgten sie bald der Gesammtrichlung und schließen unter dem oorwöchent- lichen Niveau. Creditaciiln erfuhren eine Steigerung von 3 fl., gaben aber den ganzen Gewinn wieder ab; Commandit und Handelsgesellschaft büßten ihre zu« st erzielten Avancen und noch je weitere l‘/j Procent ein. Unter ben TranSporlwerthen zeichnen sich die östlichen deutschen Bahnen durch feste Haltung au», Marienbu ger gewannen annähernd 2 Procent- die östelreichischen dagegen waren nur zum Theil behauptet, indem sie durch den scharfen Rückgang der Lombarden in Mitleidenschaft gezogen wui den. Die Litzteren waren stark angeboten, da die Regierung von der Verwaltung eine Vermehiung de» rollenden Materials und eine Erweiterung einzelner Bahnböfe verlangt, welche einen Kostenaufwand von mehreren Millionen Gulden erfordern. Von den fchweizerischen Eisenbahnen sind Qtorboft niedriger, seitdem deren Dividende auf nur 4>/, Procent geschätzt wird. Für Prince Henri war wieder bessere Meinung vorherrschend auf die günstigen Einnahme-Ausweise hin. Schifffahrtsactien wurden offaiit auf die Gerüchte, daß in Hamburg choleraähnliche Elkrankungen vorgekommen fein sollen; auf Norddeutsche Lloyd übte außerdem der neuerliche Dampfer-Unfall ungünstige Wirkung auS. Die Tendenz des Mont an mar kies zeigt eine der allgemeinen Börsenstimmung direct entgegengesetzte Bewegung. Da vieses Gebiet von Wien unabhängig ist, bildet es schon längere Zeit immer in den Fällen, in welchen die Donauplätze bauffiren, den Angriffspunkt der Baissiers. Einen Grund für die Bianco-Abgaben bildeten die tadelnden Auslastungen der rheinischen Blätter über die Unthätigkeit des Kohlensyndicats und die niedrige Dividendenschähung der Gelsenkirchner Beigwerks- actien; selbst bei einer Ermäßigung der Abschreibungen auf die Hälfte deS vorjährigen Betrages soll diese Gesellschaft nUr 4—5 Proccnt an ihre Aciionäre ver- theilen können. Auch kamen noch Gerüchte in Umlauf, daß sie gezwungen sei, zur Beschaffung liquider Mittel eine Prioritätsanlethe aufzunehmen. Die hierdurch erzeugte Mißstimmung verbreitete sich auf die übrigen Kohlenaciien und machte erst aus die Nachricht, daß die englischen Kohlenwerke den Verkaufspreis um 50 -9, erhöht haben, einer besseren Metnuna Platz. Gelsenkirchener verloren 2 Procent, sind aber jetzt wieder etwa» erholt; Htbernia endigen annähernd auf bem Schlußstanb ber Vorwoche unb Harpener gewannen sogar etwa 1 Procent. Eisen- werlhe machten bie Bewegungen ber Kohlenwerthe mit, zollen aber zum Schluß ber allgemeinen lenbenz gleichfalls ihren Tribut. Ludwigshafen-Berbech. Hessische LudwigSbahn. 226^0 110 80 225.60 1 110 60 I Oest Rordw-BahnLit^. Gotthardt..... *00> . 157.30 201»— 158 60 Pfälzische Nord bahn . 112.80 139.- 113.— 188 — 3taL. Mittel meer . . 101.50 102.40 Ba«l>Cktiau Deutsche RcichSdank Berlin. HandelSgeseUich. Deutsch« Bank . . . DeutscheGenostenschftsb. o.Soergel,Parrisiu»4tEo. 150 50 141.10 159.30 117.70 150 60 142.75 161.45 118 30 Dresdener Bank. . . Mitteldeutsch« fcreMtb. . Wiener Bank-Verein . WüNtemb. Bereinsbank Deutsch« Per ein»dank . 144.50 99.30 103*4 126.50 106 35 146 70 99.45 102» 4 126.70 106.50 B in ding-Br auerei . . Stern- do. (Oberrad) Bad. Anilin- u. Soda- febttf .... Htbernia Bergw.-Ges. . 168.10 147.50 336.— 100.60 168.15 147.50 836.50 103.05 Deutsch« Verlagsanstalt Farbwerke,vorm. Meister, Luciu» 4 Brüning. Riebeck'scheMontanwerke Lochumer Gutzftahl 194.— 320J0 158 20 117.70 191.25 319 — 157 — 119 95 Vtaupheiete. 4»/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 91 ab . . . W/^rmff^w^fbbr. 4»'lEreutz^üp^Act.-Bk^> Pfandbr. . . . Wk do...... 4®/o Preuß. Eentr.-Bod^ Sred.-Psandbr. bi» 103.50 97.50 103.— 98.— 103.50 97.50 103.— 98.— 4o/oDeutsch«Grundfchld.' Lk^Pfandbr. . SViVe do...... M/°/o Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 4«/.. Meininger Pfandbr. 4-/. do. do. unkündbar bi» 1900 102.20 97.50 »1— 101.35 103.— 102 20 97.50 96 80 101 35 103.30 1885 ..... 101.05 101.05 Cdtr. 1860t fL5OO=eoote , 1854rfl.2b0- , 4v/o Meininger Prümien- Pfandbr. . . . 128.— 127.60 129.95 128 25 128 — Braunschweig. 30 Dhlr^ Loose .... »,'P Oldenburger Loose . 8l/^/oKüln-MindnLoofe 106.— 128.65 132.75 104 55 128 60 133 35 etnurUanif*« «iserrdahn-vond». M/oEhic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 5°/c>Ehic.MUw.s.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 6% Eentr. Pacif. I Mrtg. rückzahlb. 1896 . . 113.95 113.90 40/0 Chicago Burlington NebraSka 1927 . . 41ijlt Calffomia Pacif. 83.90 83.75 106.30 108.65 106 70 103.65 I. M., rückzahlb. 1912 62/sPaciswfMistouri um» folidated I. M. r. 1920 103.40 107 — 104.9 Divease CMigoiionm. 6°/: Buderus-Obligat. 105- 105.45 »o/o Eifenbahn-Rmtenb.' Obligat. . . 101.40 101 40 iteniff iMfwvmi. Sonntag den 18. Juni, Nachmittags 3', Nhr: Grosses Preis-Wettfahren verbunden mit der Einweihung der neuen Wellfahrbahn. Abends: Conecrt der gedämmten hiesigen RegimentSeapeüe (50 Mann). Tanz- und Volksbelustigung. Montag den 19. Juni, Nachmittags 4 Uhr: Jugendwettsahren, Neigensahren, Kunstfahren des Meisterschaftsfahrers von Deutschland Herrn Albrecht. Abends: Concert der gesammten hiesigen Regimentscapelle. Tüll!- und Polkobrlulligung. Bierpreise an beiden Tagen 3/io Liter 1<> Pfennig. 6227 Das Comite. Course ber Frankfurter Börse. Cour* vom 9./VI. MaaifanUibm« 9./VL 2./VI. 2JVI. Coop« vom 4 f3 Hessische Obligation. , Bauern .... , Baden..... 105.35 107 20 105.45 107.15 4 >/^>/oPortug.-S. 88 u.89 5o/o amort. Derb. Gold- 3190 31.65 104.60 104.40 Rente - . . . SO.— 79.20 M/v Sächsische Rente. . 87.05 87.— 5°/o SerbifcheEifenbahn 3*/t% BremerDtaatSanl. 98.50 98 20 Hyp.-Obl. U A. . 4°/o Schweb. Oblig.l88t)r 81.30 80.70 , Hamb.StaatSrente 40/oOeftr. Golbrente 98.30 98.30 103 85 104 25 97 90 97.70 l°/o Türken cono. Lit. D. 22.05 22.— , GriechischeDtonopol- 50/0 Argent. Gold - ÄnL 50.40 51.10 Anleihe . . . 4'/o Rumänische Rente . 6V0 Rust. Eonsol« 6. UI 50.45 51.25 0. 1887 ... 84.45 84.50 3*/i°/o Ggppt. priv. Anl. 96.50 96.60 —.— 99.20 •iUtiMfrtuVtiotitAUn. fo do. do. M/o Livorneser . . . 64 20 64.— L—Vin.6mtfi. 84.70 84.25 40/0 Rust.Südw Cisenb. 96.— 95.96 3J 'o do. Ergänzungsnetz 50/0 Nordwestbahn Gold 81 90 108.50 81.25 108.35 WladUawka» gamt. 40/0 gar. 6arbin.Sec.ftfr. 95 75 81 95 95 40 91 20 ConrSbericht eon E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurt« Börse vom 10. Juni 1893. Schlutzcours« 1 Uhr 15 Min. 3 pLt. Reich»anleihe 3*/t pEt. do 3 pEt. Preuß. Eonsole 3i/t pEt. do. 86.85 101.00 86.90 101.00 4 pEt. Ung. Gold-Rente 5 pEt. Ital. Reni« 3 pEt. Ponugie'en 4 pEl. Griech. Monopol-Lnl. 96.O 9181 21 91 5190 Di»co nto-Eommand.»Anch Darmstädter Bank-Aci. Dresdener Bank-Act. Stordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Lct Den. Eredit-Aet. Ital. Mittelmeerbahn Lct 185 90 137 50 144.10 11620 103.62 282 25 10100 Lomd. E--B.-Act. Bufchtherader E^B.-Act. Elblhal-Bah»Act. Gotthard-Bahn-Act. schweizer Rordost.-B^Let. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B^Aet. 88 37 380 87 300.00 167.« 118.10 11060 61« 'Geiienk. Be y» -M'.t. 128301 Der. KönigS-Laurah^Aci. Lenden». fest. 99 30 R7,tz4t>«nr-Dr*coni 4 pEt. — Frankfurter Bank^KScsal 4 pttl Der heutigen Nummer liegen zwei Zfiag blätter der Äationalliberaleu Partei bei. Refcaction: >. Schevda. — Druck und Verla, ber Brübl'i d«, Druckern