^«»Ss-Aich in «Uh 9 btr n Mgs'AnftL •> fowiit bitt 01. en unb Sjffiflfcit denen öl 7* nie th ■nng der Prämie i M^^nde ( Ubach, kk'NtrtzrrWN Heu. ÜüüP tn8 als vfeupitz !chnung. Sldjhingk: Sommeriad r 34, Sei Mtzz--; Wtfaft Me mtk ädet frftifftr dch Mtoxtx 38 betreiben werbt, jete ich meinen otri u. yochachlend W mb l’*! “paula Kur= -M rsns. IM einen WM* Nr. 23». Der OOtzeuer *»jd«n «scheint täglich, ■Ht Uu»n«hme bei Montags. Die Gießener WeetrttelCaffrt »erden dem »nzeiger Wöchentlich dreimal dch^iegt. Erstes Blatt. Dienstag den 1V. Octobcr 1893 Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. VierretjLßriger Jklmmratiiidsi 2 Mark 99 Ptg. °M Bringerlohn. Durch bu Post bqoffll 2 Mark 50 Psg. Rebochon, tpebwM« unb Druckerei: Fernjprecher 5L Zimts« ttnb Anzeigeblatt filr den Ureis Gieren. rL'^-U-L-Lr.ÄL LL | r-eot-i '■trn Kühe bei k"Mch sein k< ‘ • fitt Hots tfiBjem Kraul Fräulein Scttfltr fjnlrt ui einem1 ernben wurde, cräblt, v*d E cn ihrer Lfswng ung der deutsch / eine Deutsche HrMeni der R 2ie zu Horen (ihren balttn/ ’ U i'w hsodlerßodt gilt, Se tfäriften, M s, in es von It fuhr der Erze fiunn zu verfol ptqenhänben an 7 Monaten an < u» 1893: 48,9 - ft.il««. ' >6 I.rt®’« ®c S’ 320 3^, g- silninnt 5135 wkib> *"^ 48800 weil - „ff und . Jn W«to !CIinben, iu ' ducT emiendn T ngen. 15 io traurig iß „dracht hat, rot Id Iheater svl Mr da? Volk sei - Ever gehen Ä6fr Mensch," 't)n aus dem Ra °°°, wenn Du zu Morgen, cer Pauotmonn y ' Äebenu ^ictnin», die voi Lr‘ :om Äbriati gai rheil der ^nlichen, ans dichte« Bevölker tnbutto und jt 'n feinem begegn, Jw.jfeem Vord -rt?b6lt der Po 1« \ ’Kummer39 *itn ab und bi ** H stets n",4 kOrt,° borg, 7°Ut°>t, ltu ü »i. 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Sestern wurde bc n Sanitätsrath D1 nz des bischöflich Dr. Diesenbach '■ perirt, inbtrj*1 reseitigt wh- «uj M^r/HennN Ermordung t ir Dresdener Me Trcegung-!- Anm Beer, die 2* bchnde der totaj )pser eines SufWoiH? b die kleine Leiche - , „„t, md) b«* i.n »«. ents M-bchi" l11» Mt« iinb *”/ eit W Asch-'h-'i „hMblLdtlOs!', 8,rfal >,t M* n,[ g-st-r» t 4t«) ”* °°» “*5 9u . » tit nach 0 folge *,*9 schwundt" 1^, -urÜlkvttskH / ji ts 0 r. nbßfben, S»7Ä sein und mit einer kirchlichen Einrichtung zusammenzuhängcn. Vielleicht waren die Tätowirungen, die jetzt bisweilen in verschiedenen Mustern beide Vorderarme vollständig bedecken, zunächst Abzeichen der Cavalieri Lauretani oder die Angehörigen deS privilegirten Collegio Jllrrio, denen Papst SixtuS V. die Dertheidigung des heiligen Hauses von Loreto gegen die Einfälle der TUrken und Korsaren übertragen hatte, und wurden erst später von der Landbevölkerung, aber immer als ein Zeichen kirchlichen Ritterthums, weniger als ein Talisman angenommen. Schiffsnach richten. — Der Postdampfer „Illinois" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. October wohlbehalten tn Philadelphia angekommen. Verkehr, Lnnv- nnd Volkswirthschaft. Grünberg, 7. October. Fruchtpreise. Weizen X 1490, Korn vtl 13.30, Gerste X 13.50, Hafer X 16.40, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Wicken X Äin X 00.00, Kartoffeln X 3.60, Samen X —. — Die von der Firma Raffauf & Co. in Coblenz neuerdings in den Handel gebrachten Luppentafeln «nd präpartrte« Mehle haben mit Recht die Berücksichtigung derjenigen Behörden und Vereine gefunden, die sich für die Einführung und Verbreitung billiger, haltbarer, sowie leicht und tn kurzer Zeit zum Genuß fertig zu stellender Volks-Nahrungsmittel interessiren. Man kocht die Suppentafeln kurze Zett, nur mit Wasser, um eine fertige Erbsen-, Linsen-, Bohnen-, Grünkern- rc.-Suppe zu erhalten, welche an Wohlgeschmack, der aus dem Rohproduct, mit Aufwand von vieler Mühe und Zett hergestellten Suppe durchaus gleichsteht. Die Mehle sind aus den vorher präparirten Rohproducten durch feinste Vermahlung hergestellt. In Folge dessen sind sie nicht nur länger haltbar, svon feinerem Aroma und leichter verdaulich, sondern bieten ebenfalls noch den großen Vorthetl, daß ihre Verwendung in der Küche nur wenige Minuten erfordert. Wir können unseren Lesern, insbesondere den Hausfrauen, nur empfehlen, mit den Artikeln der Firma Raffauf & Co., welche solche großen Vortheile bieten, einen Versuch zu machen, indem wir überzeugt sind, daß derselbe zu ihrer Zufriedenheit ausfallen wird. Zu haben sind diese Artikel in allen besseren Colonial- waaren-Handlungen. — ein neuer Obstbaum. Die wilde Eberesche, welche in den gebirgigen Gegenden Sachsens und Thüringens überall an Straßen, an Feldrändern und im Walde zu finden ist, wird jetzt tn einen Obstbaum verwandelt, der ein vorzügliches Eingemachtes liefert. Es ist bekannt, daß man die Beeren der wilden Eberesche bisher den Vögeln überließ und sie nur zuweilen zur Herstellung von Apfelsäure und zur Branntwein- und Essigbereituna verwendete. Man verpflanzt jetzt Wildlinge der Eberesche aus dem Walde in den Garten, und nachdem sie eingewurzelt sind, werden sie durch Reiser der „Süßen Eberesche" veredelt. Selbstverständlich kann die Veredelung auch an den wilden Ebereschen, die an den Straßen und an den Feldrainen stehen, vorgenommen werden. Dagegen wäre eine Veredelung an den Ebereschen des Waldes nicht angebracht, weil sie sich hier nicht gut entfalten können und vielmehr einen freien Standort verlangen. Die Bartflechte überzieht und erstickt die Bäume. Die Gärtner empfehlen Stämmchen der süßen Eberesche zu 4 bis 4.50 Mk. Herr Forstmeister v. Lindenau in Auerbach hat nicht bloß das Verdienst, auf den neuen Obstbaum aus der Lehrerconferenz deS Schul- inspectionsbezirks Auerbach aufmerksam gemacht zu haben, sondern er giebt auch Wildlinge (die Waldarbeiter erhalten für das Ausheben derselben eine kleine Entschädigung) und Edelreiser im Preise von 18 bis 20 Pf. für den dortigen Bezirk durch Vermittelung des Herrn Lehrer Rolher ab. — Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen wtrthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen hat an den Bundesrath das Ersuchen gerichtet, in dem neuen, in Vorbereitung begriffenen amtlichen Waarenverzetchniß zum Zolltarif Obstabfälle ausdrücklich als zollfrei zu erklären. Für diese Abfälle muß gegenwärtig ebenso wie für das getrocknete Obst 4 Mark für 100 kg Zoll entrichtet werden. vorauf eine Kugel auf Harich ab, welche tiefen an die linke grust traf, dann aber sabprallte. Der General stellte sich selbst der Polizei und verlangte, zur Sommandantur geführt zu werden, welchem Wunsche auch entsprochen wurde. ♦ Breslau, 7. October. Dicefeldwebel Thiem, welcher cm 30. December 1890 feine Geliebte Pauline Klose ermordete, wurde heute früh vom Scharfrichter Reindel hingerichtet. Seine letzten Worte waren: „Ich bin unschuldig." • Stockholm, 8. October. In der Dynamitfabrik in Bintervike'n bei Stockholm erfolgte heute beim Verpacken von Dynamttkapseln eine Explosion, wodurch drei Arbeiter getödtet wurden. » Die Zahl der selbfierwerbeudeu Frauen ist in den Vereinigten Staaten sehr groß. Nach dem letzten CensuS giebt es 110 weibliche Advocaten, 165 weibliche Geistliche, 320 Schriftstellerinnen, 580 Journalistinnen, 2061 Künstlerinnen, 2136 weibliche Architekten, 2106 Vieh- züchterinen, 5135 bei der Regierung angestellte weibliche Clerks, 2438 weibliche Aerzte und Wundärzte, 13182 Musikerinnen, 46800 weibliche Farmer und Pflanzer, 21 071 weibliche Clerks und Buchhalter, 14 463 Besitzerinnen selbstständiger kaufmännischer Geschäfte und 155000 Schullehrerinnen. * In Mailand hat sich eine Reihe angesehener Männer zusammengethan, um im nächsten Winter ein Theater zu gründen, zu dessen Vorstellungen die Familienväter ihre Töchter entsenden können, ohne dieselben zum Erröthen zu zwingen. So löblich dieses Vorgehen Mailänder Bürger ist -- so traurig ist doch, daß unser Theater Zustände hervorgebracht hat, welche ein solches Vorgehen nothwendig machen. Das Theater soll und kann eine hervorragende Bildungsstätte für daS Volk sein — wie es jetzt ist — ist es vielfach das Gegentheil. * eine hübsche Geschichte wird über eine junge deutsche Sängerin, Fräulein Dory Boeckler, aus Paris erzählt. Fräulein Boeckler, Schülerin der Marchesi in Paris, wirkte kürzlich in einem Concert mit, welches dem Präsidenten Carnot gegeben wurde. Die Sängerin hatte ein deutsches Lied gewählt, und Carnot drückte ihr sein lebhaftes Gefallen an ihrer Leistung aus, namentlich die vollkommene Beherrsch- itrig der deutschen Sprache bewundernd. „Aber ich bin je. eine Deutsche!" versetzte Fräulein Boeckler, worauf der Präsident der Republik sagte: „Um so mehr freut es mich, Sie zu hören und zu sehen, daß Sie ihre Nationalität in Ehren halten." * Da Leipzig noch immer als die erste deutsche Buch- hnudlerstadt gilt, sie also auch am Auslandsverkehr für Bücher, Zeitschriften, Musikalien u. s. w. hervorragend beteiligt ist, ff ist es von Interesse, die sich fortwährend steigernde Aus- fihr der Erzeugnisse deutscher Litteratur und Kunst zu verfolgen. Es wurden an Litteratur- und Kunst- gegenständen ausgeführt nach Doppclcentnern in den ersten 7 Monaten an Büchern, Karten, Musikalien u. s. w. 1892 und 1893: 48,924, 57,107, Farbendruckbildern, Kupferstichen u s. w. 22,534, 22,137, Gemälden und Zeichnungen 2116, 2914, Statuen aus Marmor, Medaillen, Schaumünzen 119, 582. Summa 73,693, 82,740. Die Ausfuhr ist demnach um 9047 D. Ctr. oder 12 Procent gestiegen. Oesterreich er hielt von der Ausfuhr in den ersten 7 Monaten 1893 allein 25,870 D.-Ctr. oder 31 Procent der gesammlen Ausfuhr. Danach kommen die Bereinigten Staaten mit 18,433 D.-Ctr. oder 22 Procent. England, daS für die meisten deutschen Erzeugnisse ein sehr guter Abnehmer ist, kauft auch Diel deutsche Bücher und Kunstfachen,- es ist mit 10,345 D.-Ctrn. oder 13 Procent an der Ausfuhrsumme für die erwähnte Zeit beteiligt. Der deutsche Parnaß ist aber überfüllt und könnte noch weit mehr von seinen litterarischen Cn-zeugnissen abgeben, wenn Bedarf danach wäre. * Angenehme Aussicht. Ein wegen seiner unerschütterlichen Ruhe bekannter Reserveosfizier, der durchaus nicht pünktlich sein kann, strebt eines Morgens, als es ins Manöver gehen soll, in letzter Minute dem Bahnhof zu. „Aber Mensch," ruft ein Freund ihn zu, „Du hättest ja schon auf dem Kasernenplatze antreten sollen,- was sagst Du nun, wenn Du zum Bahnhof kommst?" — „Dann sage ich: yiSuten Morgen, Herr Hauptmann!" DaS Uebrige wird der Hauptmann wohl schon sagen." * Moderne Tätowirungen. In der antiken Landschaft Picenum, die von den Abruzzen, von Umbrien, vom Tronto und vom Adriatischen Meere etngeschlossen wird und heute einen Theil der italienischen Marken bildet, ist unter der bäuerlichen, aus umbrischen und etruskischen Elementen ge- mischten Bevölkerung ganz allgemein die Sitte der Tätowirung Derbreitet und zwar einer religiösen Tätowirung, die sich sonst mohl in keinem anderen gesitteten Lande mehr findet. Der Reisende begegnet kaum einem Bauern, auf dessen zur Arbeit entblößtem Vorderarm nicht wenigstens ein Kreuz ober die Symbole der Passion oder auch ein religiöses Motto in blauer Punktirung zu sehen wäre. Die „Gartenlaube" bildet in ihrer Nummer 39 eine Reihe ganz eigenthümlichen Tätowirungs- zeichen ab und berichtet weiter darüber: „Diese Tätowirungen werden fast stets bei Gelegenheit der häufigen Wallfahrten nach Loreto vorgenommen und meist von den Sakristanen, Kirchendienern, Todtengräbern und sonstigen, mit der berühmten Kirche im Zusammenhang stehenden Personen ausgeführt, die eben jene seit Jahrhunderten im Gebrauch befindlichen Cliches besitzen. Das Verfahren ist sehr einfach: das in Holz geschnittene, leicht gefärbte Muster wird auf die straff angezogene Haut ausgedrückt, und die Umrißlinien der Zeichnung werden alsdann mit der „Feder", einem mit drei Stahlnadeln versehenen Grabstichel punktirt- m die blutenden Stiche wird schließlich eine blaue Tinte eingerieben, die sich unauslöschlich im der Haut festsetzt. Die Behandlung ist natürlich schmerz- fyaft, jedoch sind meist schon nach 24 Stunden die kleinen Wunden wieder zugeheilt. Diese Tätowirungen von Loreto simd äußerst mannigfacher Art und umfaffen außer den rein r cligiösen Symbolen auch profane Liebeszeichen. Es ist wohl Iiaum anzunehmen, daß sie heidnischen Ursprung haben; im Gegentheil scheint ihre Grundlage durchaus mystischer Art zu -0- Blofeld bei «chzell, 6. October. Ihre heutige ZeAtng Nr. 235 (Erstes Blatt) welche soeben eintrifft, behandelt irigtinem „Eingesandt" die Ausführungen des Artikels vom 1. October er. über die Obstoerwerthung dahier. In dem .Eingesandt" sind ganz gute Gedanken niedergelegt; wir wollen sie von unserem ländlich-landwirthschaftlichm Standpunkte aus noch ein wenig erläutern. Unsere Hausfrauen mitten, daß selbst ganz sorgfältig abgenommenes Obst, auch wen« ei auf Stroh und in trockene« Räumen avfbewahrl wird, starke Steigung -um Faulen hat. In dem frischen Obste steckt noch viel Feuchtigkeit; trotz größerer Sorgfalt beim Pflücken laufen wurmstichige, verbällerte Exemplare unter die gesunden. Die beschädigten Stücke stecken mit ihrer Fäulniß die gesunden Nachbarn an und die Hausfrau sieht schon nach drei oder vier Tagen, daß fortwährend und sorgfältig ausgelesen werden muß, wenn der Vorrath nicht starke Einbuße erleiden soll. Seit 14 Tagen haben wir Regenwetter; zuweilen regnet es halbe Tage, mitunter auch nur etliche Stunden, halbe oder viertel Stunden lang. Das Erdreich unter den Bäumen ist naß. Das reife Obst fällt in die nafse Erde und bleibt bei den dringende« Herbstarbeite« mehrere Tage liegen. Der Wind schüttelt weiteres Obst dazu, die Stücke schlagen aufeinander, befchädigen sich und Eingesandt. Die Manöver mit ihren kleinen Freuden und größeren Leiden haben für den Kreis Gießen mm sckon feit 14 Tagen ihr Ende erreicht und trvtzdem wartet der Landmann immer noch vergeblich auf Regulirung der ihm auf den betr. Feldern gewordenen Schäden. Gerade in diesem Jahre, wo anerkannter Maßen der Landwirth unter schwierigen Verhältnissen zu wirthschaften hat, kann diese Lässigkeit nicht scharf genug gerügt werden. Sollte es wirklich, wie vielfach angenommen wird, wahr fein, daß die Taxation absichtlich so lange hinausgeschoben wird, bis der Bauer mit Einheirnsen der Kartoffeln, Rüben, Herbstfutter rc. nicht mehr länger wartet und lieber das Wenige noch Brauchbare nimmt, als sich der Gefahr ausfetzt, mit der folgenden Bestellung des Wintergetreides zu spät zu kommen? Was helfen den Leuten die staatlichen Unterstützungen durch die Nothstandscommission, wenn ihnen, wie in vorliegendem Falle, die Hilfe zu spät kommt und die ihnen zuerst gebotenen Vortheile wieder illusorisch macht. Gerade durch solche Vernachlässigungen werden gutgesinnte Leute ins Lager der Antisemiten und Socral- demokraten getrieben, die nicht müde werden, ihnen bei jeder Gelegenheit Hilfe zu versprechen. Sollte dieses Eingesandt eine Beschleunigung der Schaden- regulirung veranlaßt haben, fo ist fein Zweck erreicht. Im Interesse Vieler: N. N. Anmerkung der Redaction. Diesem „Eingesandt", dessen Aufnahme wir nicht verweigern wollten, können wir aus bester Quelle die Nachricht beifügen, daß feit acht Tagen drei Taxations-C^nmissionen auf den verschiedenen Manöverfeldern in Oberhefsen thätig sind. Die Commission des Kreises Gießen hat in der letzten Woche u. W. die fehr bedeutenden Flurschäden in den Gemarkungen Hausen, Steinback, Garbenteick und Grüningen abgeschätzt. Natürlick kann die Commission, die etwa drei Wochen zu arbeiten haben wird, nicht überall zugleich fein. THEE-MESSMER empfiehlt vorzügL Theemlechungen a M. 2.80 8.50.pr.Pfd. Prob»* [2391 packele 80 PL u. JL 1.- fco. (Doppelbrief) lehr beliebt u. verbreitet. \*0«l gehen rasch in Fäulniß über. Wer einigermaßen einen Einblick in unsere landwirthschantichen Verhällniffe hat, wird die Richtigkeit unserer vorstehenden Ausführungen anerkennen. Wenn nun das sorgfältig gepflückte, vorsichtig ausgelegte Obst in trockenen Räumen Anfangs schnell tn Fäulniß Übergeht, wie viel mehr mutz da» herabgesalleue, auf «affer Erde liegende, tagelang beregnete Obst - da» wegen Mangel an Arbeitskräften und «angel an Aufbewahrungsorten den Unbilden der Witterung ausgesetzt ist — verfaulen! Der Mangel an Aufbewahrungsräumen macht sich um deswillen fühlbar, weil die Leute 30 bis 70 Procent mehr Obst ernten, als sie sich gerechnet hatten, wie dies im „Gießener Anzeiger" von anderer Seite richtig gefchlldert wurde. Aus Vorstehendem ergiebt sich, daß vieles Obst zu Grunde geht, ohne daß es die Producente« verhindern könnte«. So ist es nicht bloß in Blofeld, sondern auch in (L-tammheim, Altenstadt, Himbach, Hainchen, EckartShausen, Calbach, Altwiedermus, Vonhausen; so ist es in Starkcnbura, am Rhein, in der Pfalz, in Baden, Baiern und Württemberg. Nehmen wir beispielsweise an, tn den genannten Orten und Ländern besänden sich hunderttausend Producenten mit reichem Obstlegen, so ist fünfzig gegen eins zu wetten, daß jedem ein Centner Obst bä der seit 14 Tagen herrschenden nassen Witterung zu Grunde geht. Nimmt man dreihundert Aepfel aus den Centner, das Stück also zu '/> Pfund an, so gehen in den hunderttaufend Gentnern dreißig Millionen Aepfel zu Grunde. Wir würden das prachtvolle Obst den Stadtkindern von Herzen gönnen, wenn es nur kostenfrei an die betreffenden Stellen geschafft werden könnte. DaS ist der Schlußsatz unserer Mttthetlung vom ersten Artikel und der Satz ist und bleibt richtig. Der Herr Einsender offerirt nun eine große Parthie Wagen, Säcke und Körbe, mit dem genügenden Personale, um das Einfüllen und Verladen besorgen zu helfen. DaS ist sehr dankenswerth, ändert aber an dem weiteren Verderben nichts. Die Landleute reserviren dasjenige Obst zum Verkaufe, welches sich am wider standssähtgsten zeigt; was fault, ist schwer verkäuflich. Wenn der Herr Einsender für daS mehr odcr weniger angefaulte Obst Verwendung hat, steht ihm solches nicht dlos tn Blofeld, sondern auch in vielen anderen Orten der Wetterau zur Verfügung. Wir fürchten nur, es ist die Transportkosten nicht werth und kostenfrei läßt es sich schwerlich nach Gießen schaffen. Die Herren mit ihren Fuhrwerken, Körben, Säcken nebst dem Personale zum Verladen und Einfüllen würden wohl kein lucratives Geschäft machen. Es scheint, der Herr Einsender hat sich an dem Satze „Obst liegt bei uns auf Bekern, Wegen und in Gärten unbeachtet umher und geht zwecklos zu Grunde" besonders hart gestoßen und er nimmt dabei Mangel an gutem Willen an, die edle Gottesgabe zu verwerthen. Diese Annahme wäre unrichtig, ebenso unrichtig wie die allensallsige Voraussetzung: Der Bauer, welcher eine Parthie Obst aus Mangel an Zeit, Arbeitskräften und Aufbewahrungsräumen verderben lassen muß, giebt nun das noch nicht angefaulte Obst umsonst her, damit es eventuell nicht verdirbt. Durch den Verkauf deS noch nicht an- gefaulten Obstes muß der Bauer die unfreiwilligen Ausfälle an verdorbenem Obste zu decken suchen. Der Satz des „Eingesandt": „Man sollte die Vorsehung bitten, den Blofeldern nie mehr einen solchen Obstsegen zu gewähren rc. rc." ist recht gut gemeint, weshalb wir auch dazu einige Erläuterungen folgen lassen wollen. Der Herr Einsender hat anno 1892 vielleicht (exempla trahunt) gelesen, daß in Italien und Spanien ein großartiger Weinsegen erfolgte. Nachdem alle Fässer, Kufen, Bassins, Bütten und Bottiche voll waren, blieb immer noch so viel übrig, daß Trauben verdarben und Most sauer wurde, so daß die Fässer schließlich theurer waren als der Most, weshalb man diesen forte laufen ließ. Man sollte da die Vorsehung bitten, „den Italienern nie mehr einen solchen Weinsegen zu gewähren" rc. rc. Das ist richtig — aber ebenso richtig ist auch der Satz: Wo nichts ist, kommt nichts um. Der heurige Obstsegen überraschte die Deutschen grabe so wie der Weinsegen die Italiener anno 1892. Die Leute ernten nahezu das Doppelte von dem, was sie sich schätzten, der Handel stockt und verflaut, es fehlt an Transportgelegenheit die Producte auf weite Entfernungen zu verfenden, alle Töpfe und Fässer sind voll, Witterung und Wege sind schlecht, Arbeitskräfte fehlen feit Wochen —--ergo! Der Herr Einsender bemerkt des Weiteren: Der Correspondent hätte besser gethan, in seinem Artikel der Masse des ObfteS entsprechende Preise mitzutheilen, es würden sich bann genugsam Abnehmer gefunben haben. Vielleicht! — Vielleicht auch nicht! — Das Kelter obst kostete seither 3 Mk., bas Tafelobst 4 Mk. und höher, je nach Qualität. Nun liegt Blofeld 16 Kilometer von Friedberg; bis daS Obst gepflückt, verpackt und nach Gießen geschafft wird, kommt es wahrscheinlich gerade so hoch, wie dasjenige, welches auf zwei Stunden im Umkreise von Gießen wächst, vielleicht noch etwas höher, denn der weite Landtransport verlheuert die Producte unver- hältnißmäßig. Uns fehlt die Horloffthalbahn Nidda—Echzell—Friedberg. Wenn der Bauer zur Herbstzeit tour und retour 32 Kilometer wett mit Obst fahren muß, gehl ihm ein ganzer Tag L 12 Mk. (Fuhrmann und Gespann gerechnet) verloren, womit der Profit verdorben ist. In Anbetracht der schwierigen Verhältnisse zeigte unser Artikel vom 1. October er. darauf hin, daß die Anschaffung von Trockenapparaten sehr zu empfehlen gewesen wäre, denn getrocknetes Obst ist leicht aufzubewahren, hält sich jahrelang und läßt sich versrachtm wann und wie cS beliebt. Wir wollen zum Schluffe kommen. Der geehrte Herr Einsender hat sich vielleicht davon überzeugt, daß sich trotz des allerbesten Willens beim Bauer Manches gegen seine guten Absichten entwickelt. So geht im Herbste oft vieles Futter zu Grund, weil es aus Mangel an Arbeitskräften und Zeit nicht geborgen werden kann. Futtermangel besteht aber trotzdem. Es ist heutzutage schwerer als je Bauer zu fein. Deshalb braucht man die Vorsehung nicht zu bitten, nie wieder einen solchen Obstsegen wie teuer zu gewähren; er kommt alle 100 Jahre nur zweimal, war 1847 und 1893 da und kommt vielleicht anno 1940 wieder. Das erleben wir nicht mehr. — Wenn man behaglich in der Sophaecke sitzt und eine Cigarre dazu raucht, ober sich bei Andreas Weidig den Schoppen munden läßt, sehen sich die landwirthichastlichen Dinge etwas anders an, als sie sich in der rauhen Praxis geben. Aus diesem Grunde haben wir un8 die Mühe nicht verdrießen lassen, die Sache etwas eingehend zu beleuchten. Wir hoffen, daß unser Artikel vom 1. d. Mts. in Nr. 234 (erstes Blatt) jetzt freundlicher ausgefaßt werden wird. Salvete valeteque! Spielplan der vereinigten Frankfurter Lta-ttheater. Qver«hau». Dienstag den 10. October: Die verkaufte Braut. Mittwoch den 11. October: Zweites Abonnement-Concert, unter Leitung des Herrn EapellmeifterS Dr. Rottenberg und unter Mitwirkung der Diolonistin Betty Schwabe. Donnerstag den 12. Oktobers: Fidelio. Freitag ben 13 October: Der Freischütz. Samstag ben 14. Octoder: Der Prophet. Sonntag ben 15. October, Nachmittags 3Vi Uhr: Der Zigeunerbaron. Abenbs 7 Uhr: Die verkaufte Braut. Montag ben 16. October: Gastspiel bes Hrrrn Heinrich Bötel. Der Troubabour. Schausptelhav». Dienstag ben 10. October: Lolos Vater. Mittwoch ben 11. October: Wallensteins Lager. Piccolomini. Donnerstag ben 12. October: Fift. Freitag ben 13. October: Wallensteins Dod. Samstag ben 14. October: Pitt unb Fox. Sonntag ben 15. October, Nachmittags 3>/, Uhr: Sohn ber Wilbniß. Admbs 7 Uhr: Soboms Enbe. Montag ben 16. October: Dora. Liebigstraße 63. zu oermiethen den 8l58j mtethen- Dammstraße 31. 8470 Schuhmacher ■ WMI im [8457 im 60. AdolfJSjeler, Gießen, Westanlage 785 lichen Sohnes sagen innigsten Dank, 8476 M. Leszinski und Frau. 8466 1 Uhr statt. 8465 Stiftler, Gerichtsvollzieher. 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Bl. ___Jean Kirch, Vorsiv^udcr. Damen - Confection. Ter Anfang meines Kleider - tsursus bcflim, 16. Cctober. Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung. Sooaeaftraße 12, entgegn. ___Achtungsvoll E. Kens. ijubnEynekl * Co., Berlin C. , Da» Ctfttf 10 Pfg. erhLlilich dei »oritz Lemmler, G. Stahl, Heinrich Wallach, «art Petri, Ehr. «rnolv. BMMB^njTo^Mederl»|eHBrädei^fhmldL^^J’4? Pr. Hammelfleisch, ä Dsd. 4S Pfg. [8473 Metzaer Lchmidt, Tiefenweg. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser unvergeßlicher Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Ludwig Haas VI., Oelmüller nach kurzem schweren Leiden im 70. Lebensjahr heute Abend 10 Uhr dem Herrn sanft entschlafen 01. Steinbach, den 8. Cctober 1893. Die franrmDm Hinterbliebenen Die Beerdigung sindet Mittwoch den 11. October, Nachmittag« Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, den zahlreichen Blumenspenden, insbesondere für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Dingeldey bei Beerdigung unseres lieben unvergeß- Geschäfts-Empfehlung. Einem geehrten Publikum zur gest. Kenntniß, daß ich mich hterseldi im Hause des Herrn Restaurateur Heb st reit al- ■ w "^ei^blassen habe. Unter Zusicherung guter und dauerhafter Arbeit M billigsten Preisen bitte ich um geneigten Zuspruch. ^78hz Albert Franke, Schuhmacher, Rentnern und Rentnerinnen, denen daran liegt, bei dem heutigen niedrigen Zinsfuß ihr Einkommen w vergrößern, empfiehlt sich der Abschluß einer Leib Renten Versicherung bei der 1838 gegründeten, auf voller Gegenseitigkeit beruhenden prechschcu Bfntfn=Derfidjerungs = Anflalt w Strlii, der größten Renten-Verficherung Deutschland». Gcsammt-Vermögen Ende 1S92: 8 2 Millionen Mark. Gegen eine Einlage von Mk. 10,000 gewährt die Anstalt eine lebenslängliche Rente Einmal versacht — iatmct