Nr. 213g Erstes Blatt. Sonntag den ll>. September 1893 Der OU-e»er A«,ei«er täglich, wti Ausnahme de» Montag-. Die Gießener Wa»ltte«»tt1ter »erden den, Anzeiger /-»tzchentlich dreimal dngelegl. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähnger ASonnementspret»» 2 Mark SO Pf,, mit Uruiacrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Marl 50 Plg Rtbactwn, dRXöitÄ» und Druckerei: -chatßratzeHlr.?. Fernsprecher 51. Zlmts- und Anzeigeblutt für den Kreis (Siegelt Hratisveitage: chießener Aamikienölätter Amtlicher Theil Alle Annoncen-Burcaux des In- und ÄullanM nehm« Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegm. 3., Die Frage: „Welche Maßnahmen empfehlen sich, um der Wiederkehr eines Nothstandes, wie des diesjährigen, für die Folge nach Möglichkeit vorzubeugen", eingeleitet durch Herrn Landwirthschaftslehrer Leithiger-Alsfeld. Laubach, am 31. August 1893. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberhessen Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Eine Wetterauer Landhochzeit (Nachdruck verboten) — politische Wod^ttfd^atu Gießen, den 9. September 1893. In dieser Woche hat die zweite Steuerconferenz ihre Berathungen in Berlin begonnen, aber noch nicht zu Ende geführt. Es heißt sogar, daß der Abschuß sich noch weiter hinausziehen werde, weil man wider Erwarten auf gewisse Schwierigkeiten gestoßen sei. Die Aufgabe der Conferenz besteht bekanntlich darin, die in Frankfurt von den Finanzministern irt den Hauptzügen hergeftellten Reichs- steuerentwürse im Einzelnen auszuarbeiten. Die Ergebnisse dieser Berliner Berathungen werden zunächst den einzelnen Bundesregierungen zugehen, und erst wenn diese zu den aus- gearbeiteten Entwürfen Stellung genommen haben, werden die Vorlagen dem Bundesrath unterbreitet, aus dem sie dann an den Reichstag gelangen. Zunächst hat die Berathung der Weinsteuerfrage stattgefunden und an diese diejenige der Tabaksteuerfrage sich angeschlossen. Außerdem stehen namentlich die Inseraten- und Quittungssteuer aus der Tagesordnung, während in Bezug auf die Einbringung der Börsensteuer schon längst völliges Einvernehmen besteht. Neu hinzugekommen ist nach neuerlichen Zeitungs- Meldungen das schon einmal aufgeworfene und wieder fallen gelassene Project der Biersteuer. Es soll die Absicht bestehen, die bestehende Biersteuer in der Weise crtragsfähiger zu machen, daß man bei Brauereien bis zu 150 dl Production Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich einer Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat August 1893 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen; Hafer JL 19.30, Heu JL 14.20, Stroh 7.90. Gießen, den 8. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Ausfchutzfitzung des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Der auf Mittwoch den 27. September d. I. anberaumten Hauptversammlung soll um IO1/» Uhr eine Ausschußsitzung vorangehen, zu der ich die Mitglieder des Ausschuffes hierdurch ergebenst einlade. Laubach, am 31. August 1893. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Blofelderin geheirathet hat und deren Anwesen übernimmt. Um V22 Uhr fand die standesamtliche und unmittelbar darnach die kirchliche Trauung statt. Die Braut trug ein schwarzes Seidenkleid, einen Kranz von Orangeblüthen mit einem zwei Meter langen Schleier; der Bräutigam war im schwarzen Anzug mit weißer Binde. Die Zahl der eingeladenen erwachsenen Hochzeitsgäste beträgt etwas über zweihundert, wozu noch 40 bis 50 Kinder zu rechnen sind. Verbacken wurden sechshundert Pfund Weizenmehl, aus welchem etwa dreihundert Kuchen, als Zimmt« und Gußkuchen, Zwetschen- und Apfelkuchen, Formenkuchen und Kringel her- gestellt worden sind. Abgesehen davon hat der Bräutigam in Bisses zwei Centner Weizenmehl verbacken und den Freunden und Verwandten in Bisses, Schwalheim, Echzell, Gettenau und a. O. Hochzeitskuchen zugesandt. Drei Tage (Montag) vor der Hochzeit begann eine tüchtige Köchin aus der Stadt, unterstützt durch entsprechendes Hülfspersonal, ihre Thätig- keit. Es wurde nur ein zwei Centner schweres Schwein und ein Rind geschlachtet, weil man die übrigen Fleisch-, Wurst- und Schinkenwaaren von den befreundeten Metzgern bezog, die buchstäblich einen Wagen voll dieser Dinge ins Haus lieferten. Das Mittagsmahl bestand in Fleischbrüh (Sago-) Suppe mit Rindfleisch, Schweinefleisch und Beilagen, Braten und Gemüse. Nach dem Effen pflegt ein von Musik angeführter Zug durch das Dorf stattzusinden. Der Umzug unterblieb, weil die Witterung etwas ungünstig wurde. Gegen 4 Uhr gab es Kaffee und Kuchen. Der braune Trank ward in einem großen kupfernen Kessel bereitet, mehrere große Blecheimer mit gemahlenem Kaffee stehen neben an. Ein Kuchenverschneider hat stundenlang vor und nach dem Kaffee zu thun, um die Berge von Kuchen zu zerlegen und aufzuschichten. Sobald die Gäste versorgt sind, beginnen vier Mädchen ihren Rundgang durch das Dorf- sie Nagen in der einen Hand auf Präsentirbrettern Hochzeitskuchen, auf welchem große Zuckerstücke liegen, in der anderen Hand Kaffeegeschirre und Bekanntmachung. Zwecks Ausführung tiner Canalifation wird der Seltersweg und zwar vom Kreuzplatz bis zum Teufelslustgärtchen in der Zeit von Montag den 11. d. M. Vormittags bis Dienstag den 12. d. M. Abends für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 7. September 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. P.: Roth. künftig 6 Mk., bei solchen von 150—500 hl 7 Mk., bet einer Production von 500—15000 hl 8,25 Mk., und bei einer darüber noch hinausgehenden 8,50 Mk. pro hl erhebt. Die Stellung der parlamentarschen Parteien zu den neuen Steuerplänen ist noch nicht völlig geklärt, wie eS ja die Pläne selber noch nicht sind. Soviel steht schon jetzt fest, daß die freisinnige Volkspartei, die deutsche Volkspartei und die Sociälisten von den geplanten Steuern höchstens der Bvrsensteuer zustimmen werden. Eine ähnliche Stellung wird voraussichtlich das Centrum einnehmen. Die Conserva- tiven werden dagegen der Regierung sicherlich ihre Unterstützung in diesem Falle nicht versagen, während die Haltung der Nationalliberalen vorläufig sich noch der Beurteilung entzieht. Die Entscheidung wird wahrscheinlich, wie bet der Militärvorlage, bei den kleinen Gruppen: den Antisemiten, der freisinnigen Vereinigung und den Polen liegen. Die ersteren scheinen, wie aus einer Erklärung des Gießener Reichstagsabgeordneten Köhler hervorgeht, entschlossen, der Opposition gegen die Miquel'schen Pläne sich anzuschließen. Ganz unbekannt sind bis jetzt die Absichten der Polen. Dagegen scheint nach mehrfachen Verlautbarungen in den der freisinnigen Vereinigung nahestehenden Blättern diese schon jetzt entschloffen, der Regierung in der Tabakfrage gegen anderweitige Zugeständnisse entgegen zu kommen. In Preußen kommt die Wahlbewegung immer mehr in Fluß. Wir haben unlängst an dieser Stelle auf die Möglichkeit eines Wahlcartelles zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen in Preußen hingewiesen. Nach Aeußerungen der nationalliberalen „Nationalzeitung" scheint bei den Nationalliberalen keine Geneigtheit zu bestehen, ein für den ganzen Staat verbindliches Cartell mit irgend einer Partei abzuschließen. Vielmehr will man hier die Wahlbündntffe in den einzelnen Wahlkreisen je nach den verschiedenen Derhältniffen verschieden gestalten. Damu hat sich dann auch die Leitung der freisinnigen Volkspartei einverstanden erklärt. In England ist die H om er ule-Bill, die das Unterhaus mit beträchtlicher Mehrheit angenommen hat, an daS Oberhaus gelangt. Da dieses eine überwiegend conservative Mehrheit besitzt, so ist nicht daran zu denken, daß die Bill angenommen wird. Gladstone will in diesem Falle das Unterhaus nicht sogleich auflösen, sondern erst einen zweiten Versuch im Oberhause machen. In Belgien ist nun endlich die Wahlref 0 rm zu Stande gekommen. Damit ist ein allgemeines Wahlrecht hergestellt - die Gleichheit des Rechtes fehlt noch insofern, als reiche und gebildete Personen mehr als eine Summe (zwei, höchstens drei) abzugeben befugt sind. bringen diese Gaben nicht blos den Verwandten, sondern auch den Armen und Kranken. Es ist ein schöner Zug des Oberheffen, daß er an seinen Freudentagen der Armen und Kranken nicht vergißt. Inzwischen haben sich am Hochzeitshause Dutzende von Kindern gesammelt, die alle mir Kuchen beschenkt werden. Es kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß kein Haus in Blofeld ist, welches nicht mit Hochzeitskuchen bedacht wurde. Nach dem Kaffee beginnt der Tanz in dem benachbarten Wirthshause „Zum grünen Wald", wo ein neuer, geräumiger Saal alle Gäste bequem fassen kann. Der junge Ehemann muß nach und nach mit allen Frauen und Jungfrauen tanzen. Inzwischen wird die Riesenarbeit fortgesetzt, das Abendessen für die Hunderte von Festgästen vorzubereiten. Ein gewandter Metzger tranchin die Rinds-und Schweinebraten- Waschkölbe voll Bratwürste stehen umher. Häupter-, Gurken- und Kar- toffelsaläter mit Riesenvorräthen von (Sompot und Beilagen thürmen sich auf. Die Tische stehen den ganzen Tag und die Nacht mit Wein und Kuchen beladen. Alles ist vonreff- lich zubereitet und mundet ausgezeichnet. Nach dem Abendessen werden die Geschenke dargebracht. Dann wird wieder getanzt bis Mitternacht. Um diese Zeit wird wieder Kaffee und Kuchen gespeist. Bei manchen Hochzeiten wirb, der ,/Jungfernkranz" aufgeführt, nämlich: Tänzer und Tänzerinnen bilden für sich einen Kreis, in welchen der Bräutigam resp. die Braut mit verbundenen Augen eingeführt werden. Das Lied: „Wir winden Dir den Jungfernkranz", wird von den Personen, welche den Kreis schließen und sich bewegen, gelungen. Bräutigam und Braut bestimmen eine Person unter den Tanzenden- den Bestimmten werden die Augen ebenfalls verbunden, sie werden sich gegenübergestellt und müssen sich einen Kuß geben, dann werden die Binden abgenommen. Sehr oft wird aus diesen ein Paar. Gegen Morgen, etwa um drei oder vier Uhr, gibt es wieder einen kräftigen Imbiß aus allen möglichen Fleisch-, Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgmben Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. N. Aus der Wetterau, 8. September 1893. Man liest hier und da in den Blättern, daß in entfernteren Gegenden, speciell auf dem Lande, Hochzeiten abgehalten werden, die sich durch die Anzahl der eingeladenen Gäste, durch die Fülle der bargebotenen Speisen und Ge- tränke, sowie durch die Sitten und Gebräuche, welche bet den Hochzeitsfesten beobachtet werden, auszeichnen. Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen, um derartige interessante Familienfeste kennen zu lernen, wir dürfen uns üur in der Wetterau, oder besser in der Provinz Oberheffen, umsehen und werden alljährlich solchen Hochzeitsfestlichkeiten begegnen können, die sich überall sehen lassen dürfen, denn wir haben Gottlob! immer noch — und trotz schwieriger Zeitläuften — einen Bauernstand, der etwas leisten kann. Eine solch stattliche Hochzeit findet seit gestern (Donnerstag den 7. ds.) in Blofeld statt- sie dauert heute noch fort und wird wohl morgen (Samstag), möglicherweise auch erst Sonntag, je nachdem die Borräthe ausdauern, ihr Ende erreichen. Das Dötflein Blofeld liegt gar lieblich auf dem Höhenzuge, der das Nidda- und Horloffthal scheidet. Die Häuser ziehen sich an der Berglehne hinauf, aber nicht ganz bis auf den Gebirgskamm. Dieser ist mit schönem Laubwald bestanden, der das Dörfchen gegen rauhe Nord- und Ostwinde schützt. Daher kommt es, daß Blofeld Jaft immer Obsterträge hat; dieses Jahr beugen sich die Baume unter dem gewaltigen Segen und eine Fallobstmasse liegt unter vielen Bäumen, wie sie an anderen Orten als Jahreserträge erwünscht wären. Ihre Zeitung brachte neulich eine kurze Notiz darüber. Wir kommen zu den Festlichkeiten zurück und bemerken, daß der Bräutigam von Bisses (bei Echzell) stammt, eine. Gefunden: l Armband, 1 Spazierstock, 1 Regen- fchirm, 1 Sonnenschirm, 1 Contobuch, 1 Taschentuch, 1 Paar Handschuhe und 1 Stück Stoss. Zugelaufen: 1 Pinfchcrhund und 1 Hahn. Gießen, den 9. September 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.: Roth. _______________ Hauptversammlung deS landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen. Zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung beehre ich mich, die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Land- wirthschaft auf Mittwoch den 27. September d. I. Vormittags ll1/2 Uhr in das Gasthaus zum „Prinzen Karl" in Gießen hiermit ergebenst einzuladen. . Gegenstände der Verhandlungen werden fern: 1, Die Bekämpfung der Kartoffelkrankheit, eingeleitet durch Herrn Landwirthschaftslehrer Andrae zu Büdingen; 2., Die Errichtung von Landwirthfchaftskammern, eingeleitet durch Herrn Landwirthschaftslehrer Dr. von Peter in Fried- berg und Deutsche» Reich. Jagdschloß Wolftgarten, 8. September. D,e Besserung de» Kniegelenkes ist soweit vorgeschritten, daß Seine König- liche Hoheit der Grobherzog seit dem 4. d. M. zeitweise mit entsprechender Unterstützung umhergehen- auch har Aller« hvchstderselbe bereit- verschiedene Ausflüge zu Wagen in die Umgegend unternommen. Berlin. 8. September. Der Kronprinzvon Italien wird, wie nunmehr bestimmt ist, auch den Stuttgarter Kaiser« tagen beiwohnen. Ursprünglich sollte der Kronprinz Victor Emanuel nur an den Kaisermanövern in Lothringen theil- nehmens« aber schon zu Anfang derselben wurde aus Metz mitgetheilt, daß der italienische Thronfolger den Kaiser auch nach Karlsruhe begleiten werde, und jetzt wird der Prinz von Neapel also auch in Stuttgart zugegen sein. Die Anwesenheit des italienischen Thronerben während der ganzen Dauer der Kaisermanöver in Süddeutschland ist wohl eine deutliche Antwort aus die Angriffe, welche seine Deutschlandsfahrt Seitens der frcmzvfifchen und russischen ChauvinistenblStier erfahren hat! — Der deutsche Botschafter in Paris, Graf Münster, soll nach einer Meldung des Pariser „Figaro" gesonnen sein, von feinem Posten zu scheiden und überhaupt die diplomatische Laufbahn zu verlassen. Als seinen desig- nirten Nachfolger nennt das Pariser Boulevardblatt den Vertreter Deutschland- am Madrider Hofe, Herrn v. Radowitz. Die Bestätigung dieser „Figaro"-Melbung bleibt abzuwarten- allerdings steht Graf Münster schon im 73. Lebensjahre, er ist aber in jeder Beziehung noch sehr rüstig, auch ist kein Anlaß vorhanden, der seinen angeblich bevorstehenden Rücktritt erklärlich machen würde. WaS Herrn v. Radowitz anbelangt, so war er bekanntlich vor Antritt seiner Madrider Stellung Botschafter in Constantinopel, er wurde hauptsächlich vom goldenen Horn nach Madrid versetzt, um den deutschspanischen Handelsvertrag zu Stande zu bringen, was Herrn v. Radowitz ja auch gelungen ist. — Die russische Presse fährt, wie dem „B. T." auS Petersburg telegraphirt wird, in ihren Ausfällen gegen Deutschland fort „Italien," so schreibt die „Rowoje Wremja", „Italien hat offenbar Anlaß, sich gegen daS republikanische Frankreich kühl zu verhalten- dennoch ist eS absolut unverständlich, wozu König Humbert da- französische Nationalgesühl durch die Entsendung seines Sohnes zu den deutschen Kaiser- Manövern offen zu beleidigen nöthig hatte. Die italienische Uniform des Prinzen Victor Emanuel sei eine seltsame Dissonanz unter den Uniformen ausschließlich „preußischen Schnitts" im'Gefolge des deutschen Kaisers. Diese Dissonanz könne weder durch die Stimmung des italienischen Volkes, noch durch politische Erwägungen deS italienischen CabinetS erklärt werden. Den demonstrativen, herausfordernden Eharacter der Anwesenheit deS Kronprinzen in Metz abzuschwächen, liege somit kein Grund vor. Der Kronprinz erscheine al- Werkzeug einer directen Beleidigung gegen Frankreich." Die „Nowosti" sagen: Die Manöver seien eher eine politische Demonstration gegen Frankreich und Rußland alS in strategischer Hinsicht bedeutend. „Wir haben eS mit einer Demonstration zu thun, die Frankreich verwirren und reizen soll- am empörendsten an der ganzen Geschichte ist die von der deutschen Preffe erhobene Anklage, die französische Presse bausche die Bedeutung der Manöver allzusehr auf und mache daraus ein Eretgniß von europäischer Bedeutung." Die deutsche Preffe wisse in ihrem Chauvinismus nicht, wie sie Frankreich reizen solle. Bei der Bedeutung der europäischen Presse sei der Chauvinismus der deutschen Preffe eine Gefahr für den Frieden Europas. Ausland. — In Toulon herrscht wegen der bevorstehenden Ankunft deS russischen Geschwaders bereits festliche Stimmung. Braten- und Wurstsorten bestehend, dann wird weiter getanzt bis um 7 oder 8 Uhr, worauf Kaffee gereicht wird. Bon da an wird ein wenig geschlafen- die älteren Personen haben sich zum Theil nach Mitternacht zurückgezogen. Die Jungen gehen gar nicht zu Bette. Während der Nacht werden allerlei Scherze und Späße gemacht, einer der Musikanten ist ein kleiner Hauptschwerenöther, welcher eine Maffe Schnaken und Sputzen vorzubringen weiß. Früher kam e- vor, daß der Braut ein Schuh gestohlen wurde, den die Brautführer auS- lösen mußten. Bei dem TrauungSacte sucht heute noch zuweilen eins der Brautleute dem andern die Fußspitze aus den Schuh zu setzen - wem eS gelingt, der soll — so geht die Sage — in der Ehe die Oberhand behalten. Fast in allen Fällen gelingt e» den Damen, sonst gäbe eS nicht so viele Pantoffelhelden — auch auf dem Lande. Der zweite Hochzeitstag verläuft ähnlich wie der erste mit Tanzen, Essen und Trinken; die Jungen führen zuweilen einen Mummenschanz oder andere lustige Spiele auf, während die Alten behaglich beisammen sitzen. Die auswärtigen Gäste ziehen meistens am zweiten Tage schon ab. Eine amüsante Scene ist es, wenn die Köchin mit dick verwickelter Hand und wehklagend erscheint, weil sie sich den Arm verbrannt hat, waS aber nur fingirt ist. Es regnet Brandpflafter, d. h. Silberstücke in ihren großen Kochlöffel, so daß sie vergnügt in ihre Küche zurück segelt. So vergeht der zweite und der dritte Tag- erst wenn unter den Borräthen aufgeräumt ist, verzieht sich der Schwarm der HochzeitSgäste. Richt selten wird am vierten Tage (also am Sonntage) der eigentliche Schluß gemacht. Alle großen Hochzeiten werden auf Donnerstag adgehalten, weil das Wort „Donnerstag" die meisten Buchstaben den übrigen Wochentagen gegenüber enthält und diese zahlreichen Buch« staben sollen eine lange Ehe und ein lange- Leden bedeuten. Bon allrn Seiten trifft man umfassende Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange der erwarteten russischen Gäste, auch ist vom Stadtrath schon ein bedeutender Eredit für die officiellen Empfangsfeierlichkeiten bewilligt worden. Inzwischen wollen neuere Petersburger Meldungen wissen, der russische Flotteabesuch in Toulon sei wiederum verschoben worden — sollte man aber an der Newa wirklich so grausam fein und die Franzosen noch länger zappeln laffen? — Der Strike der englischen Bergleute hat fortgesetzt ernste Unruhen im Gefolge. So riesen die strikenden Bergleute am Donnerstag in ChidSwell sehr bedenkliche Ruhestörungen hervor. Die Tumultuanten bewarfen die Polizisten mit Steinen, worauf die Polizisten mit Gewehr und blanker Waffe wiederholt vorgiagen. Es kamen in dem Handgemenge zahlreiche Verwundungen sowohl auf Seiten der Tumultuanten wie auch unter den Polizisten vor. Auch in Heckmorthwike verursachten die strikenden Grubenarbeiter arge Ruhe- störuNgen, sie bewarfen die Polizisten ebenfalls mit Steinen und zerstörten schließlich sogar die Bergwerksgebäude. — Ueber den Gesundheitszustand des Papstes waren in den letzten Tagen wieder einmal beunruhigende Gerüchte im Umlauf. Dieselben werden inbeffen^on Dati- canischer Seite als vollkommen unbegründet entart, der Papst befinde sich vielmehr sehr wohl, zum Beweise beffen wird darauf hingewiesen, daß er am Donnerstag vier Cardinale und fünf Prälaten empfangen habe. — In Argentinien geht e- offenbar drunter und drüber. In Tucuman sind neue Unruhen au-gebrochen, weil die Wahl des neuen Gouverneurs von der Centralregierung in BuenoS-AyreS für ungesetzlich erklärt wurde. Die Insurgenten griffen die Kasernen an und bemächtigten sich der Munition. Neueste Wolffs telegraphisches (Korrespondenz - Bureau. Berlin, 8. September. DaS „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht eine CabinetSordre, wonach der Jnspecteur der Feldartillerie in allen seine Person betreffenden Angelegenheiten dem Kaiser unmittelbar unterstellt wird. Alle Eingaben persönlicher Natur über die Offiziere seine- Stabes und der Feldartillerie-Schießschule, sowie Vorschläge über die zur Schießschule zu versetzenden und zur Truppe zurückzuversetzenden Offiziere sind dem Kaiser von dem Jnspecteur unmittelbar Vorzügen. Berlin, 8. September. Wie der „Reichsanzeiger" bekannt gibt, beauftragte der Kaiser gemäß dem Gesetze vom 17. März 1878 den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, PosadowSki, mit der Stellvertretung des Reichskanzlers in den Finanzangelegenheiten deS Reiches. Köln, 8. September. Der „Köln. VolkSztg." zufolge ist die heute von St. Goar angekommene Frau eines Schiffs- capitänS unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. Hamburg, 8. September. Der von Rotterdam am 5. September hier angekommene englische Dampfer „Gallina" hatte sechs verdächtige Kranke an Bord, die in das Krankenhaus geschafft wurden. Bei einem ergab die ärztliche Untersuchung Cholera- die übrige Mannschaft wurde iu Quarantäne gebracht und daö Schiff deSinfizirt. München, 8. September. Der deutsche Mathematikertag wählte zu Vorsitzenden die Professoren Weber- Göttingen und FrobeniuS«Berlin. Der nächste Versammlungsort ist noch nicht bestimmt. Metz, 8. September. Der Kronprinz von Italien hat sich gestern längere Zeit speciell bei der rheinischen Landwehrbrigade aufgehalten und sich eingehend über deren Zusammensetzung insormirt. Bei dteser Gelegenheit unterhielt sich der Kronprinz auch mit einzelnen Offizieren und Mannschaften. Metz. 8. September. Das heutige Manöver fand bei Cource lles und Pange statt. Daö 8. Corps war durch die 5. bayerische Division verstärkt, während bei dem 16. CorpS eine Cavalleriebivisiou sich anschloß, die sich bisher bei dem 8. Corps befand. General Graf Haeseler com- mandirte daö 16. CorpS. Der Kaiser in der Uniform der Leib-Garde-Husaren führte daS bei diesem CorpS befindliche, auS 12 Regimentern bestehende Cavallerie - CorpS. Der Kronprinz von Italien folgte den Manövern mit großer Aufmerksamkeit. DaS lothringische (16.) CorpS wurde ton einem übermächtigen Feind bedrängt, hatte aber in außerordentlich günstiger Stellung daö linke Nied-User besetzt- in dieser Stellung liegt bad Schloß Urville. Nachdem die Vortruppen daö 16. CorpS über die Nied zurückgedrängt hatten, entwickelte sich auf beiden Seiten Artilleriekampf. DaS 8. CorpS konnte mit seinem rechten Flügel kein Terrain gewinnen, dagegen gelang eS der 5. bayerischen Division, welche den linken Flügel bildete, den Uebergang über die Nied bei Pange zu forcircn. Daö 16. CorpS mußte infolge beffen seinen rechten Flügel zutückziehen. Mittlerweile war au- Metz bie 59. Beigabe angelangt. Nunmehr ging der Kaiser mit bem ganzen Cavallerie-CorpS auf den rechten Flügel des 16. CorpS vor und attakirte in schwierigstem Terrain glänzend die den linken Flügel de» Gegner» bildende bayerische Division. Nach der vollkommen gelungenen Attake wurde da» Gefecht eingestellt. Die Leistungen der Truppen waren trotz der großen Anstrengungen und nach den BiwakS in der letzten Nacht bei Regen ganz ausgezeichnet. Speciell war die Haltung der Landwehrbrigade bei dem 8. CorpS sehr gut. Nach der Kritik befilirte bie bayerische Division vor dem Kaiser. AlSbann rückten bie Truppen ab, theilS nach Metz, theilS nach den Bahnhöfen. In 43 Sonderzügen wirb daS ganze 8. ArmeecorpS und der größte Theil beS 16. innerhalb 24 ©tunben bie Fahrt tn bie Heimath antreten. Bei ben heutigen Manövern stauben nahezu 60 000 Mann im Feuer. RewHork, 8. September. Nach Melbungen au» Columbia hat bet Gouverneur von Süd-Carolina einen Spezialagenten nach den Inseln von Süd-Carolina gesandt, um bie Wirkungen b e S CyclonS zu untersuchen. Dieser Agent be* richtet nun, baß über 20,000 Personen, größtentheilS Neger, durch Hunger, Durst unb Krankheiten bem Tobe nabegebracht worben feien. Der Gouverneur fordert baher in einem Aufruf zur Unterstützung der Nothleidenden auf. Depeschen de» Bureau ..Herold'. Berlin, 8. September. Reichskanzler Graf Caprivi begibt sich nach Beendigung der kaifermanöver sofort nach Karlsbad. Berlin, 8. September. Als demfche Bevollmächtigte für die am 1. October beginnenden zollpo litifchen Unterhandlungen mit Rußland werden genannt: Freiherr v. Thielmann, als preußischer Gesandter in Hamburg, Freiherr v. Lamezan, Generalconsul in Antwerpen, und wirklicher LegationSrath Pritsch, bisher Vortragender Rath im Auswärtigen Amte. Dte russische Regierung ist von der Ernennung dieser Vertreter bereits in Kenntniß gesetzt worden. Berlin, 8. September. Die Steuerconferenzen im Reichsschatzamt bereiten den Theilnehmem große Schwierigkeiten. Die Sitzungen beginnen täglich früh um 10 Uhr unb endigen erst spät am Nachmittag. Berlin, 8. September. Die „Voss. Ztg." erfährt, fcaj die Steuerconferenzen sich nicht mit Erwägungen über die Verdoppelung der Brausteuer, sondern nur mit der Wein- und Tabaksteuer besaffen. Berlin, 8. September. Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht einen GouvernementS-Befehl vom 5. September 1893, welcher bestimmt, daß, nachdem das Auftreten der Cholera aaiatica in Berlin amtlich festgestellt worden ist, den nach Berlin abcommandirten Mannschaften auswärtiger Garnisonen eine Cholerazulage von täglich 2V1 Pfennig bis auf Weiteres gezahlt werde. Berlin, 8. September. Amtlich. Heute wurden abermals zwei an der asiatischen Cholera erkrankte Per- sotten auS dem Krankenhause al» geheilt entlaßen. Die anderen vier Personen gehen ihrer Genesung entgegen. Berlin, 8. September. Die „Post- versichert, an allen bei der Ausarbeitung deS Gesetzentwurfs der Tabaksteuer in Betracht kommenden Stellen bestehe die Abficht, wenn der Plan der Fabrikatsteuer eine feste Gestalt gewinnen sollte, bie (Sontrolbeftimmungen unter allen Umftänben so einzurichten, baß die Frage der stehenden ff einen Existenzen nicht inS Gedränge kommen, sondern diese nach wie vor frei athmen können. Berlin, 8. September. Die „Kreuzzeitung" meldet au» Petersburg, infolge des UeberhandnehmenS deS Schmuggels verfügten die Minister der Finanzen unb bekriege- eine sehr bebeutenbe Verstärkung ber Zollwachen an ben Flüssen Weichsel, Niemen und Duna. Schneidemühl, 8. September. Die btirch baS Brunnenunglück zu Schaben gekommenen Hausbesitzer haben in einer Versammlung beschlossen, ben Kaufmann Semrau nach Berlin zu schicken, um Erkunbigungen einzuziehen, ob nur Schabenersatzklage einen Erfolg erziele. Schleswig, 8. September. Zur Berfchöncrung beS hiesigen reftaurirten Dornes stiftete bie Kaiserin mehrere Fenster mit prächtigen Glasmalereien. Paris, 8. September. Gestern Abenb fand bie Bildung eines AuSfchuffeS von über 80 Pariser Zeitungen statt, welcher die Leitung ber Festlichkeiten für ben Besuch ber russischen Mannschasten übernehmen will. Sofia, 8. September. Durch ein Rundschreiben be» Ministers beS Innern an bie Präfecten wirb bie Auswanderung der bulgarischen Untertanen muselmännischen Glaubens ohne specielle Erlaubniß der Regierung in Zukunft verboten. Dadurch soll die Maffenausammlung türkischer Auswanderer nach den Hafenstädten, welche gesundheit-gefährlich, hintangehalten werden. Kopenhagen, 8. September. „BerlingSke libenbe* bementirt das Gerücht, baß in biesem Jahre noch eine versuchsweise Mobilisirung ber Armee ober Theile derselben stattfinden solle- e» würben nur die Reservisten auf einer allgemeinen Musterung mit den neuen Bestimmungen für bie Einberufung im Mobilisirung-falle bekannt gemacht werben. totale# und provinzielles. Gießen, 9. September 1898. • • Se. König!. Hoheit der Großherzog kommt am 14. ober 15. bs. MtS. zu längerem Aufenthalt nach Friedberg, wahrscheinlich um bie Nauheimer Bäder zu gebrauchen. Die Großh. Bürgermeisterei Friedberg hat bereit» Anordnungen zur Ausschmückung der Straßen getroffen. • • Der AnSmarsch des Regiments Kaiser Wilhelm in» Manöver erfolgte heute früh 7 Uhr. Die 7. Compagnie führte bie Fahnen mit sich. Der Marsch de» Regiments geht heute nicht weit, zwei Bataillone komme» nach Wetzlar, zwei Compagnien nach Nauborn, je eine Compagnie nach Münchholzhausen unb Garbenheim. • • Bogel,derger Hihen Clnd. Der bieSjährige Herbst- auSflug be» Vereins finbcl Sonntag ben 17. September 1898 auf ben Hoher od-kopf statt. Zusammenkunft Mittags 12 Uhr im Slubhauie. Mitglieber unb Freunde beS Verein» nebst Damen sind eingelaben. Der Getreidemorkt. Im Getreidegeschäft wollen sich noch immer keine Anzeichen eine» Umschwünge« zum Besseren bemerklich machen. In der abgelaufenen Bericht» - Woche wirkten an mehreren Hauptgetreideplätzen namentlich dringliche RealifationSangebote auf ben Handel in Roggen wie in weizen verstauend auf die gefchäftliche Tendenz ein. «uherbem läßt auch die nach wie vor unsichere Lage de« amerikanischen Markte« noch keine deffere Stimmung im einheimischen GetreidegeschSft zum Durchbruch kommen, wenn schon die amerikanischen Getreideberichte in ben letzten Tagen ein wenig günstiger lauteten. * >°i°n; ' ienant« bltt in ‘"‘Jetftti, Ulü ^derRath ? bon bB *‘6 geitf • "führt, be un9en über bi «« der West, ^r" verSffev eptewber 1893 der Cholen tn ist, den na} igrr ©ainiloüa 16 QufSBei^, fourbtn abtv erkrankte Per- entern. Ue wtyyti. schert, an afln Tabakfteuei bsicht, totnn bo gewinnen sch ständen so c einen Sjiftenu ach wie vor fr ivg" meldet ati irhmens bet inanzen und W r Zollwacha u h das, Brunnen haben in einer vtmrau M Mn, tXv bncrung des ijerin mehren fand die Bildmz Zeitungen ftatt, den Besuch der M. undschreibeu -eS wird die lui* niuseimännischev cung in Zukunsl imlung türkischr e gesundhB- üngske Tideni!' Jahre noch eine mee oder Töeiie blt Keseroistea n Bestimmngeu btW gemach' tte-, iptember 1893, omfflt m ■ Friedberg, gebrauche"- ?,f eil- W«'“ 2usav»enku'"' oer und Sr-d- •(Aflft wolle" Beste- ngeS ' K..« SS L-: M Mtlv in» L Compaq Regiments geh ch Wetzlar, nachMünchh°^ Gelbe Kurkartm frei, Tageskarten 50 $ffl ^flcfijaNunfl. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel bt6 ZwergcomikerS Herrn Janez Mallv unter Mitwirkung der Kurcapelle. Domesttken- Nreiche. Hermann und Dorothea. Montag den 11. September, Nachmittag« von 4 dis 6 Udr: Concert der Kurcapelle auf Der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Wohlthätigkeits-Concert zum Besten der hiesigen Kinderheilanstalt Elifabethhaus unter gütiger Mitwirkung der Violinvirtuosen Herrn I. W. L. van Oordt und G. Köckert aus Lüttich und de« Herrn Dr. Schmidt aus Friedberg, sowie der Kurcapelle, tidumm. Platz 1.50 Mk., Nichtnumm. Platz 1 Mk., ohne der Mildthätigkeit Schranken zu setzen Dienstag den 12. September, Nachmittags von 3*/i bis 6'/, Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasie oder von 3Vi bis 8 Ubr: Concert von der Capelle bi8 4. Grotzh. Hess. Jns.-Regts. Nr. 118 auS Main,, unter Leitung deS Capelliretster« Herrn Ebrich. In letzterem Falle Eintritt wie Sonntag. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des Herrn Janez Mally. Lumpaci-Vagabundus. Mittwoch den 13. September, Nachmittags von 4 bis 6 Uhr: Eoncerl der Kurcapelle auf der Terrasie. Abends von 8 bi- 10 Uhr im Saale: Solisten-Concert der Kurcapelle. U. 81.: Concert für vier Violinen von Maurer. Eintritt wie Sonntag. Während der Vorträge ist die Thür verschlossen. Donnerstag den 14. September, Nachmittag« von 4 bis 6 Ubr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abend« 8 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 15. September, Nachmittags von 3Ve bis 6Vs Ubr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Letztes Gastspiel de« Herrn Janez Mally. Dr. Faust« Zauberkäppchen. Hafer zeigte im Gegensätze zn Roggen und Weizen eine merkliche Erholung, indessen dürfte dieselbe kaum anhalten, da die Berichte von auSwavts matt lauten. Preisnotirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm von 145 Mk. bis 158 Mk., Roggen von 125 dis 132 Mk., Gerste von 125 bis 180 Mk., Hafer von 153 bis 183 Mk. 0 Lehuheim, 8. September. Das dritte Bund essest deS „Ohm-Lumda-Thal-Sänj:eibunbes", verbunden mit der Fahnenweihe deS hiesigen Gesangvereins „Liederkränz", jütrb nächsten Sonntag, den 10. und Montag, den 11. d. Mts. dahier abgehalten werden. Mainz, 7. September. Die jüngst dahier abgehaltene Ausstellung für Bäckerei, Conditorei und verwandte Gewerbe hat im Vergleich zum Voranschlag einen Ueberschuß von ca. 8000 Mk gebracht. Dagegen habe der BackerverbandStag lange nicht die erwartete Einnahme erbracht, die für ihn arrangirten Feste haben solche Kosten im Gefolge gehabt, daß das Gesammtunternehmen mit einem Defizit abschließt, dessen Höhe aber noch nicht seststeht und durch die Garantiezeichner, die Bäcker und deren Lieferanten, zu decken ist. Ma. Raffel, 8. September. Die Platzgebühr in den „Harmonika"«Eisenbahnzügen. Eine Neuerung, die bei dem reisenden Publikum mit Recht schon viel böses Blut gemacht hat, die Lösung einer Platzkarte von 2 Mk. bei Benutzung der durchgehenden Nachtschnellzüge von Hamburg nach Frankfurt über Kassel-Hannover bezw. Berlin-Kölw rc. — Eisenbahnzüge, welche bekanntlich im VolkSmund „Harmonikazüge" genannt werden — beschäftigte in ihrer neulichen Sitzung die hiesige Handelskammer. Die Handelskammer Gießen ersuchte nämlich die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover in einer gemeinsamen Eingabe auf die Uebelstände aufmerksam zu machen, welche diese Ver- theuerung der Fahrpreise, namentlich für den Nachbarverkehr im Gefolge habe. In der sich nun entspinnenden Debatte über diesen Gegenstand wurde u. A. darauf hingewiesen, daß diese DurchSgangSzüge, wenn sie auch zwar für Reifende auf weite Strecken vortheilhaft feien, doch den Nachbarverkehr Uhr, Nachmittags 4« Uhr. Dienstag den 12. September, 2. Tag: Vorabend 7« Uhr, Morgens 7" Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, FestesauSgang 7" Ubr. ... Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 9. Septbr, Mittags zwtschm 11 und 12 Uhr: Wasser 12'/«, Lust 9'/, Grad Rübsamen sche Badeanstalt. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Versal chung tritt sofort -u Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt ofort zusammen, verloscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — «er» fälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn schi Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt äerdrückt man die Asche der achten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die «eideufabrtt Ee5£,.®".er Vorm. 8 Uhr zu Münchholzhausen, „ 11 „ „ Hörnsheim, I Nachm. 2 „ 9ttederkleen, „ 4 „ „ Oberkleen. Zusammenkunft beim Gemeinde- Vorsteher. Theilweise kommt sehr schönes Tafel« obst zur Versteigerung. Groß-Rechtenbach, 5. Septbr. 1893. 7643] Das Bürgermeister-Amt. Gkmindeobstmsleigerimg 1. 2. 3. rothen Gräben^. Die Herren Gemeinde-Vorsteher werden um ortsübliche Publikation dieser Bekannt, am eantMag de« 16. d. M., von Vorm. 9 Uhr, tn der Gemeinde Wißmar, beginnend „am Grubenberg", am Freitag den 15. d. 9R., von Nachm. 1 Uhr ab, in der Gemeinde Launsbach, Montag den 18. September er., von Vorm. 9 Uhr, in der Gemeinde Krosdors-Gleiberg, beginnend „an ben macbung ersucht. Krosdorf, ben 8. September 1893. 7651 Das Bürgermeister-Amt. 7641] Schöne junge Hündchen zu verkaufen. Seltersweg 21. 7665] Guter «uhmist zu verkaufen- Hammstraße 7. Steinkohlen-Lielerung. 1 Die Lieferung der zur Heizung der Stadtkirche im kommenden Winter nöthigen Steinkohlen soll auf dem Weg der Submission vergeben werden. Angebote wolle man bis zum 15. September d. I in der Wohnung des mitunterzeichnetön C. Schwan sen., Seltersweg 64, ' abgeben, woselbst auch die Bedingungen zur Einsichtnahme offen liegen. Gießen, 9. September 1893. Der evang. Gesammt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann. C. Schwan sen. | Aepfelweinfatz, ca 400 Ltr., sowie «iumachfätzcheu verkauft [7670] Carl Hoffman«. In dem Concurse des Kaufmanns H. Repp in Gießen erfolgt jetzt Schlußvertheilung. Nach dem auf; der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen niedergelegten Ver-^ zeichniß betragen die zu berücksichtigenden Forderungen 6924.59 und es entfallen auf dieselben, da die Maffe sich auf JL 474.33 berechnet, 6 W20^0 Gießen, den 8. September 1893. 7650 I Boeck, Concursverwalter. Jeisgeöotenes. Höniga-Reis-Stärke, Unübertroffenes Fabrikat ran Stärken der Wäsche, empfiehlt hu Emil Fischbach. Steinkohlen 7634] Zum Bezug von Steinkohlen in Fuhren und in Waggon- empfiehlt sich Carl Hensel, Wollthorstraße. THEE in frischer Sendung emgetroffen. 7415 J» M- Schulhof. Apfelmost aus der Apfelweinkelterei von Emil Schmall im Zapf in der 7540 Wauration Herbert, Mäusburg 1. 9ir Alexander Jlavei GIESSE X, Marktplatz, 7<4T 7«| 12. d. M. bleibt unser Geschäft geschloffen. tllustr. Katalog der gratis IHrijrrlioff & Goslar 7660 7'61 [7635 Marburg. deutsche- und ausländisches Fabrikat. [7659 7671] Die Direktion. Vorzüglicher 81 tz. [7676 per sofort gesucht. (7633 Näheres folgt. 76391 Ein guter geräumiger ÄeOer zu vermiethen Große Mühlgasse 21. (7687 Der Vorstand. [7614] Bier im (Olas. comptotr, vertiu, gr. Haml (Nähere- auf gefl. Anfrage) Entree 30 Pfg. Anfang K Uhr. Es labet freundlichst ein [7636] neue ^u'txn. Dr. Markwald 7645 767$ AchtungsvoUsr nunmehr wohne. 7674 Der evangelische Gesammt-Kirchenvorftaud. Dr. Naumann. «od (C Bier im (Olas. Da* C'omltl. parentirt französischer Verschnitt, per Lite,flasche JL 2.—, sowie franz8*l*che Cofaacn unter Originaloerschluß in verschiedenen Preislagen Stiftungen und Geschenke zur inneren Ausstattung der neuen Johanncskirche. Sonntag den 10. September. Nachmittags 4 Aßr und Abends Abe, sowie Montag den 11. September. Abends 8 Ahr. Nachfolgend verzeichnete Gaben unb Stiftungen find »ns fier die Kirche weiter zugewendet worden - 1. Von Frau Deca» MSbius baar 20 Mk. 2. Von Herrn Fabrikant Louis (^murflius die Auheu- thüre an der Sakristei der Kirche im Werthe von 400 Mk. (Betrag ist bezahlt). 3. Von Frau Josephine Schreiber, geb. Ricker, baar 200 Mk. Für diese Gaben und Stiftungen sprechen wir auch ans diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Gießen, am 9. September 1893. Wanufactur-, Woll'- und Kurzwaaren-Kandtnng. Meine Verkaufsräume bleiben Montag den 11. und Dienstag den 12. September ferner Frima Retacttos: U. Ssteyda. — Dorf «ch Berta« der BrÜhltchen Druckerei (Fr. »ht Htttfd) ta Wm. Die hantige R»**rt »mfaht 10 GettstNo Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während de« langen^Kranksein« und bei Beerdigung unserer lieben Tochter und Schwester Käthchc» Dapper sagen besonder« Herrn Pfarrer Dingeldey und den Schwestern, sowie für die trostreichen Worte am Grabe Herrn Pfarrer Dr, Naumann, des« ükeichen für die überaus zahlreichen Blumenspenden den innigstem Tank. [7b?6] Die trauernden Hinterbliebenen. Dan. Wirths Ihdjfolgtr Westanlage 89 Marktstraße 29 empfiehlt Pr. Nutz- u. mel. Kohlen, Anthracit-ttohlen Brennholz Ul Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Schuhmacher. Filiale (Oietzen. Samstag den 16. September 1*93: Feier des 10jährigen Stiftungsfestes: Concert, Vortrag und Tanz im Concerthaus Lahnstein. fVcnt«!*- fit Ein Lehrling I Montag den 11. und Dienstag den in ein stolonialwaaren Geschäft 19 h 9» hfptftf itnfpr (tWrftnft Grosse Gesangs ■ Soiree des Künstler-Ensembles MARGOT unter Mitwirkung der Dompteuse Miss Diana mit ihrem vorzüglichen Hundetheater und der Soubrette und Schauspielerin Kathie Pleriny vom R. R Privileg. Karltheater in Wien. ■ Reichhaltige«, amüsante« «nd decente« Familien - Programm. ■ Gießener Zitherclub (Wohlthätigkeitsverein). Laut Vorstandsbeschluß findet statt Ausflug zunächst am 17. d. Mts. im €’af< <*ühlholts (Concert mit darauffolgendem Danze statt. 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