en ie 7. tahj* irütart gtf ^orte u|<. IW In der petgfn r“"' j8 50 Pffl- g, 0Ä Comite Nr. 186. Der Gkeßewer A,,ei«er «rschnnt täglich, erit Ausnahme bei Montags. Die Gießener werben dem Anzeiger wldtnitlht dreimal br-.qelegL Erstes Blatt. Donnerstag den 10. August tm Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. vierteljähriger >8en*emenbpret»i 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post dezoßi» 2 Mark 50 Pf-. Rebaction, Expeditis» und Druckerei: >4*(flt<|e Mr.r, Fernsprech« 61. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. Gratisbeilage: Gießener Kamitienbkätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den olgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux bei In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche in Münster. Nachdem in einem Gehöfte zu Münster die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, haben wir die Sperre des betreffenden Gehöfts und weiter verfügt, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine aus genannter Gemarkung bis auf Weitere» nur auf Grund eines thierärztlichen Gefund- heiisfcheins ausgeführt werden dürfen. Gießen, den 8. August 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend Anstellung eines Wasenmeisters für die Gemeinden Saasen und Lindenstruth. Johannes Mangel von Saasen ist zum Wasen- meister der Gemeinden Saasen und Lindenstruth ernannt und in dieser Eigenschaft verpflichtet worden. Gießen, den 8. August 1893. Großhsrzogltches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Deutscher Reich. Berlin, 8. August. Die Garde-Jnfanterie-Re- gimen ter sind kürzlich mit Mannschaftszelten ausgerüstet worden, die zum ersten Male in diesem Manöver zur Verwendung kommen sollen. Jeder Mann trägt, um den Mantel gerollt, ein Stück wasserdichtes Zeltleinen und längs des Tornisters drei Stäbe, welche ineinander geschoben werden können- zu einem Zelt vereinigen sich immer mehrere Soldaten. — Im Brennpunkte des politischen Tages- inreresseS für Deutschland steht bis auf Weiteres der seit DtenStag in Frankfurt a. M. versammelte Mini ster- congreß, der die Grundzüge einer Reform der Reichs- sinanzen festsetzen soll. Nicht nur die größeren Bundesstaaten, sondern auch die mittleren und kleineren Staaten sind neben dem Reiche selbst durch die Leiter ihrer Finanzen auf der Conferenz vertreten, die somit eine ungemein stattliche Anzahl von Theilnehmern aufweist. Die Hauptaufgabe der Conferenz Feuilleton. Geschichtsbilder aus Gietzen und Umgegend. Die Stadt Gießen mit ihrer malerisch schönen Umgebung bietet in den verschiedensten Beziehungen allerlei Wissenswerthes dar. Wenn früher an anderen Stellen auch eine und die andere geschichtliche Thatsache aus unserer Gegend erzählt wurde, so ist damit das Erzählenswerthe keineswegs erschöpft, das kann überhaupt nie erschöpft werden. Wenn sich aber die nachkommenden Geschlechter in die Geschichte der früheren oder späteren Vergangenheit versenken, io hat das neben manchen anderen Vortheilen auch den, daß dadurch die Liebe zur Heimath gesteigert wird. Die nachfolgenden Geschichtsbilder erheben nicht den Anspruch, das Ergebniß tiefer archivalischer Forschungen zu sein. Wenn sie aber den Leser unterhalten und erfreuen, so haben sie ihren Zweck erfüllt. I. Das Augu stinerkloster Schiffenberg. 1129—1323. Schon im zehnten Jahrhundert, also lange ehe auf dem Schiffenberg ein Gebäude errichtet wurde, erhob sich auf der Spitze des Gleiberg eine stattliche Burg. Das blühende Grafengeschlecht, das hier hauste, trat in die verschiedensten Beziehungen zu den alten deutschen Kaisern und dem Stammhause des alten welfischen Herrschergeschlechts bis zur Königin Victoria und ihren Nachkommen, also auch unserem Kaiserhaus. Der Nachweis dafür aber liegt außerhalb des Rahmens unserer heutigen Aufgabe. Die Gräfin Cleme ntia von Gleiberg beschloß im Jahre 1125 drüben im Wiesecker Walde ein Kloster zu gründen. Daß sie gerade die alte Scephenburc, den Schiffenberg als Bauplatz wählte, war kein Zufall. Erkor man doch für solche Zwecke mit Vorliebe eine solche Stelle, die für das Volk von uraltersher geheiligt war als Opfer-, GerichtS- und Zufluchtsplatz in feindlichen und gefährlichen Zeiten. Denn gerade da fand das nur äußerlich und oberflächlich zum Christenthum bekehrte Volk eine sichere Zufluchtsstätte, um seine althergebrachten heidnischen Gebräuche, wenn auch heimlich, ist klar vorgezeichnet,- es gilt einerseits, sozusagen das Knochengerüst für die erstrebte Reform der Reichsfinanzen aufzustellen, also die geeigneten Grundlagen für die nothwendig gewordene Neugestaltung deS Finanzwesens dcS Reiches aufzufinden, anderseits handelt es sich darum, eine Verständigung über die dem Reichstage zu diesem Behufe vorzuschlagenden neuen Steuern zu treffen, eine sehr schwierige Aufgabe. Zunächst werden allgemeine Vorerörterungen über die hauptsächlichsten Punkte der geplanten Reform an der den Delegirten der Bundesstaaten vorgelegten Denkschrift des preußischen Finanz- Ministers Dr. Miquel stattfinden, erst dann soll in speciellere Debatten eingetreten werden. Ort der Sitzungen der Mi- nisterconferenzen ist das ehemalige Palais deS Bundestages in der Eschenheimer Gasse, die Verhandlungen leitet der Staatssecrerär des Reichsschatzamtes, v. Maltzahn Gültz. Die Dauer derselben läßt sich durchaus noch nicht bestimmt angeben, schwerlich aber trifft die Annahme zu, daß die Frankfurter Ministerberathungen wahrscheinlich schon am nächsten Samstag zum Abschluffe kommen würden. Berlin, 8. August. Die „Anregung" der als officiös geltenden „Berl. Pol. Nachr.", zur Stärkung der Reichsfinanzen das einheitliche 5 0 Pfennig-Packet-Porto aufzuheben und dafür das Porto auf 5 Kilo Packele für wettere Entfernungen stufenweise zu erhöhen, erfährt jetzt auch in der „Nordd. Allg. Ztg." eine kräftige Abwehr. Der fragliche Artikel, der dem Staatssecretär Dr. v. Stephan selber zuge- schrieben wird, weist in überzeugendster Weise nach, wie segensreich die Einführung des einheitlichen 50 Psennig- Packettarifs für unseren gesammten Verkehr, wie für die verschiedensten Richtungen unseres wirthschaftlichen Lebens geworden sei und daß daher das einheitliche Packetporto mit Recht als eine ungemein volksthümliche Einrichtung betrachtet werden könne. — Die Blättermeldung, daß neue zollpolitische Verhandlungen zwischen Petersburg und Berlin eingeleitet worden seien, bestätigt sich nicht, vielmehr scheint der deutsch-russische Zollkrieg zunächst mit voller Schärfe weitergesührt werden zu sollen. Hierfür spricht die osficielle Ankündigung von der bevorstehenden Erhöhung auch deS finnländischen Zolltarifs gegen Deutschland, was man deutscherseits zweifellos durch Ausdehnung des fünfzigprocentigen Zollzuschlages auf die auS Finnland kommenden Maaren beantworten wird. — In der vielerörterten Frage, betreffend die Unanwendbarkeit der „höheren Gewalt" aus deutsch-russische Lieferungsverträge infolge des Zollkriege», soll sich die russische Regierung dahin entschieden haben, daß alle derartigen Einzelfälle der Entscheidung durch die Eivilgerichte zu unterliegen hätten. Frankfurt a. M„ 8. August. DaS Wechselmaklersyndicat veröffentlicht eine inofficielle Mittheilung, wonach der Finanzminister Dr. Miquel in einer heute Vormittag mehreren Herren vom Syndicat gewährten Audienz die Börsensteuer als unvermeidlich bezeichnet hat, da dieselbe die einzige populäre Steuer sei, ohne deren Einführung auf die Gewährung anderer Steuern nicht zu rechnen wäre. Eine Contingentirung der Steuer sei nicht geplant. Die Steuer würde in schonendster Weise erhoben werden. Frankfurt a. M., 8. August. Gutem Vernehmen nach zeigte sich bei der heutigen Berathung der Vertreter der verbündeten Regierungen über die allgemeinen Grundlagen einer Reform deS finanziellen Verhältnisses deS Reiches zu den Einzelstaaten eine erfreuliche allseitige Uebereinstimmung. Die Berathungen knüpften sich dem Vernehmen nach an eine vom Reichsschatzamt vorgelegte Denkschrift. ES sand eine : eingehende Besprechung der bei den Vorlagen für den nächsten ; Winter zu erstrebenden Ziele statt. Frankfurt a. M., 8. August. Nach Schluß der fjeuttyen Sitzung vereinigte ein Fest bin er im „Frankfurter Hof" die an der Conferenz theilnehmenden Vertreter der verbündeten Regierungen. ncticfk Hadtrlcbteit. WolffS telegraphisches Korrespondenz - Bureau. Helgoland, 8. August. Der Kaiser ist Vormittags 9 Uhr an Bord der „Hohenzollern" eingetroffen. Um IO1/? Uhr betrat er die Landungsbrücke, von dem Commandanten und den Behörden der Insel empfangen und von den Bewohnern und den zahlreich versammelten Badegästen enthusiastisch begrüßt. Der Kaiser begab sich mit Gefolge zu Fuß nach dem Tunneleingang und von da zu Wagen nach dem Oberlande. Hier finden Schießübungen mit 21 Centimeter- und Revolverkanonen statt. Sämmtliche Straßen und die meisten Häuser und Boote sind mit Flaggen und Guirlanden geschmückt. Das Wetter ist prächtig. Kola, 8. August. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht eine Depesche, welche ein hiesiges Getreidehaus vom Finanzministerium in Berlin empfing. Nach derselben wird vor dem 31. Juli aus Rußland ausgesührtes Getreide, auch wenn eS für ausländische Rechnung angekauft weiter auszuüben. Dem konnte aber nicht wirksamer entgegengetreten werden, als wenn das Christenthum solche Stellen sich selbst unterwarf und dienstbar machte. Das geschah aber am sichersten durch Errichten einer christlichen Kirche oder gar eines Klosters. Mit Dank und Freude empfing der Erzbischof M e g i n h e r von Trier das Anerbieten Clementias, die ausgedehnten, um den Schiffenberg Herumliegenden Besitzungen der Domkirche zu St. Peter in Trier zu widmen. Um den Bau des Klosters nach Kräften zu beschleunigen, schickte Megieser von Trier aus Bauleute und Handwerker in den Wald, die Bauern der umliegenden Dorfschaften, die unterdeß z. T. wieder verschwunden sind, wie Conradsrod am Fuße des Schifferbergs und Milbach an einer anderen Stelle jetzt mitten im Schiffenberger Walde, mußten beim Bau hilfreiche Hand leisten. Der sonst so stille Wald hallte wider von den Axtschlägen der Baumfäller, an anderer Stelle wurden die Bausteine gebrochen und in kurzer Zeit war da» Aussehen des alten heidnischen Heiligthums so vollständig verändert, daß seine Anhänger scheu davor zurückwichen. Schon nach vier Jahren war die dreischiffige romanische Kirche mit ihren zwei Chören, waren auch die Klostergebäude errichtet und das Ganze mit einer starken Mauer umgeben, und so konnten 1129 die Vorbereitungen zu einer festlichen Einweihung des neuen Augustinerklosters auf dem Schiffenberg getroffen werden. Nie hatten die sonst so stillen Wälder einen so großartig festlichen Aufzug gesehen, wie an jenem schönen Sommertage dem 17. Juni 1129. Schon früh hatten sich die Festgenoffen vom Gleiberg aufgemacht, um rechtzeitig auf dem Schiffenberg anzukommen. An der Spitze deS Zuges ritt der wappengeschmückte Herold und gleich hinter diesem die Gräfin Clementia und an ihrer Seite der Erzbischof Meginher von Trier in stolzem farbenprächtigen Festgewand, dann kamen der Graf von Geldern, der Gemahl Clementias mit seinen Neffen Otto und Wilhelm, in ihrer Mitte die Pfalzgräfin Gertrud, die Grafen von Vianden und Meinhard von Sponheim folgten dann. Im glänzenden Zuge fehlten nicht die Edlen Hartrad von Merenberg, Eckhard von Utphe, Mar- quard von Solms, Wetzel, Wolf und Kraft von Bilstein und andere Verwandte des Gleiberger Hauses. Auch der Erzbischof von Trier hatte ein stattliches Gefolge mitgebracht, den Domprobst Godefried, den Archidtakvn Arnold, den Kantor Eberhard, den Abt Richard und eine Anzahl von Priestern und Mönchen. Nicht minder zahlreich war die Zahl der Beamten des gräflichen Hauses Gleiberg. Da war Heinrich der Mundschenk, die Kämmerer Hermann und Ortwin, Hermann der Kanzler, auch der Truchseß, der Marschall u. A. fehlten nicht. Unter den zahlreichen Vasallen des Hauses waren im Zuge vertreten Siegfried von Hagen im Busecker Thal mit seinen Söhnen, Baldewin von Cleen und sein Bruder Guntram, Reimar von Linden und sein Bruder, Bernhard von GönS, Hezechin von Garbenheim, Gerhard und Lupold von Selters, Ruthard und Gebhard von Wismar, dann die Herren von Hagen, von Selters u. A. m., Alle mit ihrem bewaffneten Gefolge, denn bei der weiten Reise von Gleiberg nach Schiffenberg mußte die Sicherheit des Festzuges vor feindlichen Uebersällen gewährleistet sein. Deshalb waren auch die Männer in Eisenpanzern und in voller Bewaffnung, wähirend die Frauen in kostbaren, buntgewirkten Kleidern prangten. Der stattliche Haufen von etwa dreihundert Rossen war umschwärmt und gefolgt von dem Troß zu Fuß, der mit Lanzen, Pfeilen und Bogen und mit der Armbrust bewaffnet war. Damals stand von Gießen noch kein Stein, keine Brücke führte über die Lahn; so mußte der Zug eine Furt benutzen, um auf die linke Seite zu kommen. Um die Mittagszeit kam der Zug auf dem Schiffenberge an, wo sich zahlloses Volk ringsum aus den Walddörfern versammelt hatte und eine Pracht anstaunte, von der es keine Ahnung gehabt hatte. Aber mehr noch als diese fesselte alle Blicke der greise Propst Gerl ach in der Mitte seiner schwarzbekutteten Mönche, der von nun an ihr geistlicher Vater sein sollte. Die Einweihungsfestlichkeiten, der feierliche Gottesdienst, die Gesänge aus rauhen Kehlen und all' die glänzenden Cere- ist, zum alten Zollsatz eingelassen, doch wird strengster Nachweis über Identität und darüber verlangt, daß die Waare am 31. Juli die russische Grenze überschritten habe. Beniner, 8. August. In der heutigen (zweiten) Sitzung des Anthropologen-EongresseS sprachen Freiherr v. Adrian-Wien über den Wetterzauber der Altaier, Generalarzt Ornstein-Athen über die Psychologie alS Hilfsmittel der Anthropologie, Dr. AlSberg-Kassel über Rechtshändigkeit und Linkshändigkeit. An letzteren Vortrag schloß sich eine Diskussion an. Dr. MieS-Heidelberg sprach über merkwürdige Schädelbtldungen. Zurich. 8. August. Socialisten-Congreß. Die Debatten während des heutigen Vormittags führten noch nicht zum Beginn der eigentlichen Verhandlungen. DaS Präsidium hat im Namen der französischen Delegirten für heute Argyad^re übernommen. Zunächst gelangte ein Protest der gestern vom Congreß Ausgeschlossenen zur Verlesung, in welchem dieselben erklären, daß sie vergewaltigt worden seien. Der Congreß habe nicht daS Recht, sich internationaler Arbeitercongreß zu nennen. Lin Antrag des holländischen Delegirten Nieuwen- Huis und des belgischen Delegirten Volders, betreffend die nochmalige Erwägung des gestrigen Beschlusses bezüglich der Fernhaltung der Anarchisten vom Congreß, wurde abgelehnt. Nach erfolgter Prüfung der Mandate erklärte der Congreß 412 derselben für giltig, und zwar auS England 65, welche 44 Verbände und 70 Branchen vertreten, Australien 1, Oesterreich 34, Belgien 17, Bulgarien 2, Dänemark 2, Spanien 2, Amerika 3, Frankreich 38, Holland 6, Ungarn» Eroatien 10, Rumänien 5, Rußland, Serbien und Norwegen je 1, Schweiz 101, Deutschland 92 und 10 von den Deutschen bestrittene Delegirten - Mandate, über welche der Congreß« heute Nachmittag entscheiden wird, Italien 21, Polen 10. Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 8. August. Die Berliner unabhängigen Sozialisten werden gegen die Ausschließung ihrer Genossen vom Züricher Congreß in einer großen Volksversammlung Protest erheben. Landauer und Werner wurden auch von den revolutionären Metallarbeitern Berlins als Delegirte für den GewerkschaftScongreß gewählt. Berlin. 8. August. Der geplante neue Schnellzug Rom via Gotthard Frankfurt-Berlin wird vorläufig unterbleiben. Dresden, 9. August. Die Militärverwaltung hat für die Manöver besondere Maßregeln getroffen, um die Lasten der Einquartierungen zu erleichtern, damit der Mangel an Futter und Streu nicht vergrößert werde. Posen, 9. August. Die von auswärtigen Blättern verbreitete Nachricht, daß Cardinal Ledochowski nach Berlin und Posen komme, bezeichnet der Posener clericale „Curier PoznanSki" für Erfindung. Budapest, 8. August. Der „Budapester Correspondenz" zufolge siebt die baldige Aufhebung deS Futter- auSfuhrverbotS zu erwarten. CoweS, 8. August. Kaiser Wilhelm soll vor seiner Abreise sich sehr zufrieden über seinen Aufenthalt geäußert haben. Er schenkte dem Vorsteher deS hiesigen Postamts goldene Manschcttenknöpse mit einem Adler in Diamanten zum Zeichen seiner Zufriedenheit mit dessen Dienstleistung. Wie ein Besitz durch Zukauf verkleinert werden kann. Ein heroortretendeS Zeichen des bäuerlichen Charakters ist das Streben nach Grundbesitz und dessen Vergrößerung. monien verfehlten die Wirkung auf die Umgebung, namentlich auf die Bauern nicht. Nach der feierlichen Handlung wurde eine Urkunde auf- gesetzt, in welcher Meginher bezeugte, daß die edle Gräfin Clementla von Gleiberg durch die Hand ihres Gatten, deS Grafen Gerhard van Geldern einen Berg im Wiesecker Walde mit Namen Skephenburc und etwa 20 Huben umhcrgelegcnes Rodland mit dort entspringenden Quellen und mit Holzberechtigung zum Bauen und Brennen, mit Hutweiden und einigen Wiesen Gott und der Jungfrau Maria fr«, gewidmet, auch zwei Huben Ackerland im Dorfe Kon- radsrod dazu gegeben habe. Wie antzerS ist es jetzt nach fast acht Jahrhunderten. DaS stattliche Hau» Gleiberg ist gebrochen) sein Grafengeschlecht und all' die andern Geschlechter aus jener Zeit ausgestorben, auch daS Dorf Konradsrod ist schon seit vier Jahr- hunderten verschwunden, die Klostergebäudc auf dem Schiffen- berg sind längst eingestürzt und mir die Kirche hat sich mit Ausnahme te6 rechten Seitenschiffes bis auf den heutigen Tag erhalten. ^ct Gründung des Klosters erwachte neues Leben im Walde. Ansiedler zogen von allen Seiten herbei, die vorhandenen Dörfer vergrößerten sich, neue entstanden, neue Rodungen wurden angelegt, da und dort entstanden auch Heine Capellen. Aber auch der Klosterbesitz mehrte sich durch Schenkungen- doch waren die Güter weithin zerstreut von de"krau an bis m die Dillgegend. Papst Eugen (1145 bi» 1153) gab dem Kloster einen Schutzbrief und ertheilte ihm neue Privilegien zu den alten. Der wenhvollste Besitz des Klosters aber war derNeu- hos bei Leihgestern, einer der ältesten Höfe der Wetterau, mLÄ™ Z^t der Gräfin Clementia bestand und vor! bCmox KftCt Sch'sfenbcrg geschenkt wurde. Die dazu gehörigen Ländernen vermehrten sich zusehends, doch waren d.est auch Veranlassung zu zahlreichen Streitigkeiten. Erst 1460 wurde der Ncuhof zum ersten Male vermessen und en gf über 300 Morgen Wetterauer Maß, dabei waren Felder, Wiesen und auch fPeingärten. (Fonsetzung folgt.) Dabei schlagt mancher einen falschen Weg ein und »enbet falsche Mittel an, wodurch oft gerade das Gegemheil von dem erreicht wird, waS erreicht werden sollte. Daher die Frage: flann da» Grundeigenthum durch Ankauf von Grundstücken vergrößen werden? Diese Frage kann mit Ja und mit Nein beantwortet werden. Mit Ja für den, bet eigenes Geld in Händen hat, sofoN daS Erkaufte baar bezahlen kann und nicht zu borgen braucht- mit Nein aber für den, der hierzu borgen muß. Dem N. ist sein Besitz zu klein. Da ist im One etwas feil und er kauft frisch darauf loS, ohne zu bedenken, daß er eigentlich gar nicht kaufen kann, indem er kein baareS Geld in Händen hat. DaS macht ihm aber keine Sorge, er kann ja Geld geborgt bekommen, wenn er auch seine Stamm- Winhschaft als Pfand gerichtlich verschreiben und sämmt- liche Gerichtskosten, Steuern und Zinsen oft mit dem Reinertrag der ersten Ernten dieser zugekauften Grundstücke entrichten muß. ES ist daher nicht« verkehrter, alS wenn der Landmann und gerade der kleinere auf diese Weise seinen Grund vergrößern will, umsomehr bei den gegenwärtigen Zeitverhaltniffen, wo Grund und Boden immer mehr rat Preise sinkt, hervorgerufen durch geringe Rentabilität, infolge immer höher steigender Steuern, theuerer Arbeitskraft, größerer Ent- werthung der Getreidearten durch überseeische Concurrenz rc. Kommt vollends einmal Hagelschlag, MißwachS oder ein anderes Unglück über ihn, so fängt die Winhschaft an zu stocken, an eine Verbesserung derselben ist nicht zu denken, die Interessen und Abgaben können nicht entrichtet werden, die Gläubiger werden von einer Zeit auf die andere vertröstet, indem man hofft, eS wird besser werden. Es wird aber nicht besser, sondern immer schlimmer, dis der Ruin der ganzen Winhschaft hereinbricht. Mithin vergrößert nicht immer der, der zukauft, seinen Besitz, aber gewiß der, der die Tiefe feines Ackerbodens vermehrt, denn ein Sprichwort sagt: „WaS hilft Dir daS schönste Weizenfeld, wenn der Gläubiger den Kuchen davon schon zwischen den Zahnen hält." Dieses Sprichwort ist jedenfalls die beste Antwort auf obige Frage und zeigt die Wege, wie und wodurch bei? kleinere Landwirth seinen Grunbbesitz zweckmäßig unb Vortheilhaft vergrößern, aber auch verkleinern Fann. _ Cocales tmb provinzielles. Gieße», 9. August 1893. •* Bon der Universität. Erst jetzt bringt in die Oeffent- lichkeit die Nachricht von einem Jubiläum, das Ende vergangener Woche in aller Stille begangen wurde. Der Vor. stand der UniverfitätSkanzlei, Herr UniversitätSsecretür Schäffer, feierte die Wiederkehr deS TageS, an dem er vor nunmehr 50 Zahreu In den Dienst der Hochschule getreten ist. Die Universität ehrte den Jubilar durch einen prachtvollen silbernen Pokal mit entsprechender Inschrift, der von Sr. Magnificenz dem Rector und zwei Herren des engeren Senats in feierlicher Deputation überreicht wurde. Eine wahre Fluth von Glückwunschschreiben zeugte von der Beliebtheit, deren sich Herr UniversitätSsecretür Schäffer in allen Kreisen erfreut. Möge eS ihm vergönnt sein, noch lange seinem verantwortungsreichen Amt vorzustehen. ** Das Museum deS GeschichtSvereiuS im alten RathhauS auf dem Markt bleibt während der Ferien vom nächsten Sonntag an geschlossen. Etwaige Beitrüge für dasselbe nimmt jederzeit Herr RathSdiener Ochs daselbst in Empfang. ** Sitzung Großh. Handelskammer vom 1. August 1893. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Homberger, Kling- spor, Kraatz, Wortmann. Die Kammer war durch Großh. Ministerium des Innern und der Justiz aufgeforbert worben, sich darüber zu äußern, welches Interesse der für daS Jahr 1894 projectirten We ltausstellung in A ntwerpen im diesseitigen Bezirke entgegengebracht werbe und welche Betheiligung zu erwarten stehe. Die daraufhin von der Kammer bei den in Betracht kommenden Industriellen des hiesigen Bezirks veranstaltete Umfrage ergab das Resultat, daß der Ausstellung von keiner Seite ein Interesse entgegen- gebracht wird und auf eine nennenswerthe Betheiligung nicht zu rechnen ist. Demgemäß wurde beschlossen, an Großh. Ministerium zu berichten. — Seitens Licher und Hungener Interessenten war der Kammer eine an Großh. Direktion der Oberhesfischen Eisenbahnen gerichtete Petition zur Unterstützung übersandt worden, in welcher beantragt wurde, von der für den Winterfahrplan vorgesehenen Späterlegung des ZugeS Nr. 10 der Oberhessischen Eisenbahnen abzusehen. Diese Petition war mit so zahlreichen Unterschriften versehen, daß die Kammer hieraus die Ansicht entnahm und entnehmen mußte, daß für die beantragte Aenderung ein allgemeines Interesse der dortigen Gegend vorliege unb hat mit Rücksicht hierauf bie Kammer fragliche Petition feiner Zeit befürwortet. Die daraufhin von der Direction der Oberhessischen Eisenbahnen angestellte Sachuntersuchung hat nun ergeben, daß die Petition lediglich hat dienen sollen dem Privatinteresse einiger weniger, vielleicht sogar eines einzelnen dortigen Interessenten und daß bie zahlreichen Unterschriften sogen. Gefälligkeitsunterschriften waren, sowie daß bie beantragte Aenberung ben allgemeinen Interessen der bortigen Gegend geradezu zuwiderläuft. Die Kammer beschließt bt«- halb, ben Ueberfenbern ber Petition ihr tiefes Bedauern darüber auszusprechen, daß hier ber Versuch gemacht worden ist, eine zur Wahrung allgemeiner Interessen berufene Behörde zur Vertretung von einseitigen unb ben allgemeinen Bedürfnissen zuwiderlaufenden Sonderinteresseu zu mißbrauchen. — Mit Rücksicht auf die von der Königl. Eisenbahn-Direction Hannover getroffene Einrichtung, wonach für bie Benutzung der Schnellzüge Nr. 75 unb 76 eine Zuschlagskarte von 2 Mark zu lösen ist, beschließt bie Kammer, sofort mit aller Energie daraufhin zu wirken, daß diese Einrichtung für den Localverkehr von Gießen nach Frankfurt o. M. unb Kassel wieber in Wegfall komme. — Seitens ber Königl. Eisenbahn» Direction Hannover wirb beabsichtigt, ben jetzt von Gießen 9 Uhr 36 Minuten nach Marburg fahrenden Zug Nr. 99a auSfallen z u lassen und dafür den jetzt in Gießen endenden Personenzug Nr. 99 nach Marburg durchzuführen. Die Kammer hat sich gegen die fragliche Aenderung ausgesprochen, weil hierdurch der dortigen Gegend die einzige Spätverbinbung genommen unb den mit dem Schnellzuge Nr. 75 ankommenden Fahrgästen bie Weiterfahrt nach Orten, an welchen ber Schnellzug nicht halt, unterbunden werden würde. — Es gehen ber Kammer Nachrichten zu über zweifelhafte Firmen in den Nieberlanden, Italien unb ber Türkei unb werben Interessenten hierauf mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß wegen näherer Auskunft man sich an fcafl Büreem ber Kammer wenden möge. — Interessenten biene weiterhin zur Nachricht, daß nach einer im Mai-Heft deS deutschen HanbelSarchiv« enthaltenen Mittheilung ber Schweizerische BundeSratd in theilweiser Mobification beS Beschlusses vom 14. Febr. 1893 beschlossen hat, bie Forb erung von Ursprungszeugnissen für Poststücke bis auf 3 bezw. 5 Kilogramm Bruttogewicht (colis postaux) bei ber Einfuhr nach ber Schweiz fallen zu lassen- baß biefer Beschluß jeboch auf Uhren unb Uhrenbestanbtheile, sowie auf Maaren au« einem auSlänbischen Zollfreilager keine Anwendung findet. *♦ Verhaftet. Am 5. b. M. wurde ein in einem hiesigen Bäckerladen liegen gebliebene« werthvolles Packet entwendet. Die Diebin ist in der Person einer ledigen Fabrikarbeiterin au« Lützellinden ermittelt und zur Haft gebracht worden. *♦ Herbfi Mauover bet Sroßh. Hess. (25.) Division. Für die Herbstübungen der Großh. Hess. Division sind folgende Anordnungen getroffen. Bemerkt sei hierbei, daß in Anbetracht des landwirthschaftlichen. Nothstande«, soweit thunlich, Erleichterungen in Bezug auf QuaNierleistungen und Fourage- Iteferungen angeordnet wurden. Im Laufe deS Monats August exerciren die beiden Dragoner-Regimenter, sowie alSdann die 25. Cavallerie-Brigade, ferner die Jnfcmterie-Reglmenter Nr. 115 und 118 auf dem Griesheimer UebungSplatze, wobei sämmtliche auswärtigen Truppentheile im Lager daselbst untergebracht werden. Da» Infanterie-Regiment ')h. 117 sowie alSdann die 50. Infanterie-Brigade exerciren auf dem Sand bei Mainz und nur das Infanterie-Regiment Nr. 116, sowie darauf die 49. Infanterie-Brigade (einschließlich Jäger-Bataillon Nr. 11) halten ihr Exerciren im Gelände bei Gießen ab, jedoch so, daß baß Infanterie-Regiment Nr. 116 in seinen Kasernen verbleibt. Auch die letztgenannten Truppen auf den ständigen Exercierplätzen bei Mainz ober Griesheim üben zu lassen, ist nicht angängig, weil diese Platze auch von Theilen der 21. Division benutzt werden und daher voll besetzt sind. Die Abhaltung der Hebungen von fünf Regimentern unb zwei Brigaben auf ben staubigen, zum Theil beengten Sxercier- Plätzen anstatt in unbekanntem Gelände erfolgt nicht ohne Beeinträchtigung ber militärischen AuSbilbung dieser Truppen unb ist lediglich im Interesse der Schonung der Bevölkerung. angeorbnet worden. — Sämmtliche Infanterie-Bataillone werden mittelst Eisenbahn in da« Manövergelände nach Ober- Hessen befördert. DaS Dragoner-Regiment Nr. 24 marschin am 21. August von Darmstadt durch Rheinhessen über Kreuznach behufs Theilnahme an ben Kaisermanövem de» 8. Armeecorps ab. DaS Dragoner-Regiment Nr. 28, daS Feld-Artillerie'Regiment Nr. 25 unb zwei kleinere Train« Detachements erreichen baS Manövergelänbe in Oberheffen von Darmstadt auS mittelst Fußmarsches. DaS Feld-Artillerie« Regiment Nr. 25 hält vor Beginn ber Manöver eine Schießübung am 4. September in der Nähe von Friedberg ab und manövrirt für sich allein in AbthellungSverbänden tu der Umgegend von Butzbach. — Die Brigade-Manöver der durch das Jäger-BataiÜpn 9h. 11, 2 EScadronS Dragoner- Regiments Nr. 23 und die II. Abtheilung Feld-Artillerie- Regiment« Nr. 25 verstärkten 49. Infanterie-Brigade finden vom 11. bi« 15. September hi dem Dreieck Lich—Wetzlar— Butzbach statt. Die Manöver der durch 3 EscadrouS Dragoner-Regiments Nr. 23, die I. Abtheilung Feld-Artillerie- Regiment« Nr. 25 und eine Pionier-Compagnie verstärkten 50. Jnfanterie-Brigabe finden zu derselben Zeit in dem Bezirk Butzbach—Usingen—Friedberg—Hungen—Münzenberg statt. — Hieran schließen sich die DivisionS-Manöver vom 16. bi« 20. September, für welche der Landstrich Hungen— Gießen—Wetzlar—Butzbach in Aussicht genommen ist. — Arn 22. und 23. September manövrirt die 25. gegen dir 21. Division zwischen Altenstadt und Gießen. In ber Nacht vom 22. zum 23. September biwakiren sämmtliche Truppentheile mit Ausnahme der Division«- unb Brigade- Stäbe. Wenn sehr schlechte« Wetter daß Biwakiren verhindern sollte, werben Nothquartiere in Anspruch genommen. Im letzteren Falle werden die Truppen nach beendeter Hebung mit ihrer Verpflegung, Üochholz unb eventuell auch Lagerstroh in diese Quartiere einrücken. Eß wird sich bei ihrer Aufnahme also lediglich darum handeln, ihnen unter Dach und Fach Schutz gegen die Witterung zu gewähre« und werden die Truppen selbstverständlich mit jeder solchen Hnterkunst fürlteb nehmen. Nothquartiere werden in der genannten Nacht eventuell bezogen werden tn dem Raume Friedberg— Butzbach — M Unzenberg — Berstadt — Staden — Altenstadt — Affenheim. Stäbe und sämmtliche Truppen erhalten auch in diesem Falle Verpflegung und Fourage auß Magazinen. — Am 23. September werden die gelammten Fußtruppen mittelst Eisenbahn in ihre Garnisonen zurückbesördcrt. Die berittenen Waffen treffen am 26. September mittelst Fußmärsche« in Darmstadt wieder ein. — Die Verpflegung während der Herbstmanöver ist in folgender Weise geordnet. In ben M ar schquartier en wirb bie Verpflegung der Mannschaften durch die Quartier-Wirthe in Anspruch genommen. Die Fourage für die Pferde kann Seiten« der Gemetnden au« den nächsten Militär-Magazinen, oder wo diese zu entfernt find, au« besonder« hierzu eingerichteten BerabreichungSstellen abgeholt werden. Die Division wird den Kreisämtern birect Adi- s°°7 3 «ns den t ÜÄr- l014 « ie -A Ä»* -rre-innS uafawW"!’ totiiw Dr. fcrl Leike Ditteat zn L sich am Ae'k QftüM n. ■ W"/ : j Sieben- gtjit ;nWinzer gibt Mainz, «initt zu Se Ltic Leiviar in Inn; StaUt; Äiboil $lcd äu( Iftttdii Silllma Äbam R biet Silbtlm beim, Lichlm S p Meld, vr.» p Sroß Serau,. ta Theten Uläbi Viinz, Dr. T titlfl zvNorm- Dr. Fnebtilh tzc lir.g |1 Ktchen sdjrob fllph, ffilbtlm X CWi Fn la: )U Cfitnbai »ttbig zu tziä Atom Seiler ; flirt Verger zi i?nan, Dr. tubn TarmDth, gritir jm^Dr.Sid ju ^ie§en, Dr. F V- «iniiabt, tzm zu tannftabt, ' Sittttinb zu Dr. «ens j " Vkvhli^ bul Minister hm -'-ch, bntn mu Mtung btt zu, Jn beigen ^ahreSz, ir-N in (hinnt: 18 Ä1 1 ”fc ^fbcaeur b< 7.^'", dn ' iltS ft gellt * fcf c bezieh,. Ihr, or/T 8 trfl 2” aus “Mer fjren Me Seife h £"'"1 8 ^7--° i Li,trNf 9*1 41^7 d 3 "ilhen to JW auf *tt l? Wrarfif 1 ibtenk sW btut ßrf. *Ss* 2V«B tttjtt ., er Satnmtt Mta h ’'W t. 1893 u r f P r u n □ s, R iN ,a!rc" °us einem findet. hich^ wenttötnbtt. 1 Nritorbtüerin ^acht worden. -1 Divifio». Mr sind folgende ®ÖB in AnbettLä,i it thunüch, tzr, en und Murage« !s Monats Angus: owie alsdann die nterie-Regimentn ungsplatze, wobei 1« WW unter. 19hi 117 sowie :n aus dem Sand nt Nr. 116, sowie ch Jäger-Bataillon bei Gießen ab, h. 116 In seinen i Truppen aus den riesheim üben zn auch von Theilen r voll besetzt sind, imentern und zwei 'etngttn chncirv 'folgt tudjt offne $ dreier ^.ru^en i der BeErrnng santerie-Bataillone gelände nach Ober« Nr. 24'marschnt Rheinheffen übn chrmanövern dü ■ent Nr. 23, bot t kleinere Train- ibt in Oberheffen )asFrld-AMrne. rnüver eine Schieß- Friedberg ab und bänden in der Uw ^-Manöver der utdronS Dragoner- ng Feld-Artillerie- -rie-Brigade finden (f W-LMr- l fäcabronä Dra- ,g Feld-ArMrir-- >«Wl Wtta zeit in dem Dezm Nimzenberg fiatt- -Manöver vorn andsttich Hungen-- ivwmen ist.-«" e 25. gegen d" Gießen- 3» der wakiren N* ionß'- und Brigade' jirfien»*“™ ud) gerioMen- 3 ■ bttnbtttt UeblMg ,U# »«"“L® 3 *äSi ■8""« 3« SSt—g "’S*.* 10 . art(»oD,ten die näheren Mittheilungen zur Ausführung dieser Maßregel zugehen lassen, so daß jede Gemeinde ersehen kann, von welcher Steve die Fourage abzuholen sein wird. Für kleinere Detachements und einzelne Pferde wird die Division die Fourage aus den Gemeinden entnehmen, da andernfalls die Posten der Heranschaffung unverhältnißmäßig hoch sein würden. Um die Quartiergeber möglichst zu schonen, ist die Zahl der Marschquartiere verhältnißmäßig gering bemessen und sind den Truppen theilweise so erhebliche Marschleistungen zugemuthet worden, wie sie nur durch die besondere Nothlage des Landes gerechtfertigt werden können. In allen übrigen Quartieren, also während des ExercirenS der 49. Infanterie- Brigade bei Gießen, während des Manövrirens der Feld- Artillerie bei Butzbach, sowie während der Brigade-, DivisionS- und CorpS-Manöver findet die Verpflegung lediglich durch die Militär-Verwaltung statt. Manöver-Magazine, verbunden mit Bäckerei und Schlächterei, werden in Butzbach und Hungen angelegt werden. •• Sruemmngeu. Durch Entschließung Grobherzoglichen Ministeriums deS Innern und der Justiz vom 28. Juli laufenden Jahre» wurden die nachstehend bezeichneten Lchramts- Accessisten zu Lehramts - Assessoren ernannt: Dr. Gustav Siebertzu Worms, Wilhelm V ö l s i n g zu Homberg a. d. O., Dr. Karl Becker zu Alzey, Sebastian Jost zu Gernsheim, Ferdinand Wämser zu Mainz, Dr. Jakob Slöriko zu Gießen, Dr. Georg Grebm zu Darmstadt, Dr. Peter Dittmar zu Oppenheim, Hermann Hüffel zu Friedberg, Fritz Henk zu Gießen, Paul Hager zu Rimbach i. O-, Franz Reitz zu Friedberg, Dr. Wilhelm Büchner zu Offenbach a. M., August Braun zu Bingen, Ludwig Schütz zu Langen, Ludwig Hasselbaum zu Darmstadt, Adam Klas sert zu Schwaigern in Württemberg, Ludwig Balser zu Gießen, Joseph Enders zu Michelstadt, Dr. Eduard Dolp zu Büdingen, Karl Schmitt zu Langen, Dr. Philipp Made zu Mainz, Dr. Georg Jakob zu Friedberg, Ludwig Schmitt zu Gernsheim, Jakob Klassert zu Mainz, Otto Weimar zu Oppenheim, Karl Hönig zu Darmstadt, Franz Schmitt zu Gießen, Fritz Noack zu Gernsheim, Rudolf Block zu Gießen, Otto Wollweb er zu Beerfelden, Albrecht Küllmann zu Ober-Ingelheim, Theodor Hof zu Alsfeld, Adam Roth zu Gernsheim, August Todt zu Butzbach, Wilhelm Reeb zu Mainz, Joseph Geyer zu Bensheim, Wilhelm Schleußner zu Alzey, Georg Schilling zu Alsfeld, Dr. August Köhler zu Gießen, Ludwig Kircher zu Groß-Gerau, Dir. Karl Zimmer zu Gießen, Lehrer an der höheren Mädchenschule daselbst, Dr. Friedrich Roth zu Mainz, Dr. Theodor Ritsert zu Darmstadt, Heinrich Diehl zu WormS, Jakob Dingeld ey zu Ober-Jngelheim, Dr. Friedrich Schmidt zu Bensheim, Dr. Konrad Neß- hng zu Gießen, Lorenz Schneider zu Laubach, Dr. Heinrich Schrohe zu Mainz, Jakob Partenheimer zu Alzey, Wilhelm Reuß zu Wimpfen, Dr. Wilhelm Heräus zu Offenbach, Fritz Dietz zu Darmstadt, Karl H e n s i n g zu Dieburg, Eduard Pfaff zu Pfungstadt, Fritz Sommer- lad zu Offenbach, Victor Leroy zu Mainz, Berthold Weidig zt» Gießen, Dr. Sigmund Feist zu Bingen, Dr. Adam Keller zu Alsfeld, Joseph Diehl zu Dieburg, Karl Berger zu Mainz, Friedrich Kalbfleisch zu Groß- Gerau, Dr. Ludwig Schön zu Gießen, Ernst Seeger zu Darmstadt, Friedrich Henkel zu Darmstadt, Hans Kromm zu Gießen, Dr. Richard Trappzu Gießen, Dr. Eduard David zu Gießen, Dr. Franz Faust zu Dieburg, Heinrich Kinkel zu Wörrstadt, Emil Schwarz zu Mainz, Ludwjg Dietrich zu Darmstadt, Reinhard Walz zu Darmstadt, Heinrich Wittekind zu Büdingen, Karl Steinmetz zu Mainz und Dr. Georg Büchner zu Darmstadt. ♦* Abkühlung der Personenwagen. Der preußische Eisenbahnminister hat die Königlichen Eisenbahndirectionen veranlaßt, deren Nachgeordneten Dienststellen die sorgfältigste Beachtung der zur Abkühlung der Personenwagen während der heißen Jahreszeit gegebenen Vorschriften erneut und nachdrücklich in Erinnerung zu bringen. Darmstadt, 7. August. Gestern starb im Alter von 78 Jahren der Gründer de» Hessischen Landeslehrervereins und Redacteur des „Schulboten für Hessen" Johann Schmitt, der bis zu seinem Tode für den Verein thätig war. Mainz, 7. August. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichts sollte ein Kutschersknecht wegen Betrugs zur Aburtheilung gelangen. Während der Verhandlung stellte es sich heraus, daß der Knecht, welcher verheirathet und Vater von fünf Kindern ist, einen Hungerlohn von 86 Pfg. . per Tag bezieht. Der Knecht wurde freigesprochen, da die Verhandlung ergab, daß die Knechte während der Fahrt ihre Pferde aus den gemachten Einnahmen füttern und daß sie darüber ihren Herren keine Abrechnung vorzulegen haben. Die Summe, die der Knecht unterschlagen haben sollte, will er auf diese Weise verwendet haben. △ Mainz, 8. August. Als ein sicherer Beleg für die gegenwärtigen ungünstigen Zeit- und Geschäftsverhältnisse dürfte der beträchtliche Zurückgang der Wein ein fuhr in hiesige Stadt anzusehen fein. Nach officiellen Mittheilungen wurden im Juni dieses Jahres nur 8141 Hectoliter Wein gegen 9643 Hectoliter im Vorjahre, also 1493 Hectoliter oder über ein Fünftel weniger eingeführt. In gleichem Maße war die Einfuhr in den sechs Monaten vorher zurückgegangen. — Heute war auf dem hiesigen Wochenmarkt die Ob st zufuhr eine ganz coloffale. Besonders Birnen waren in solchen Massen vertreten, daß die Verkäufer solche, selbst nicht zu den niedersten Preisen, an den Mann bringen konnten und der größte Theil unverkauft blieb. Ebenso massenhaft war das Steinobst vertreten. — Eine heitere Wette wurde heute auf dem hiesigen Viehhof eingegangen und sofort zum Austrag gebracht. Der Großviehhändler Kock, Theilhaber der bekannten Viehhandlung Heister u. Cie. hier, neckte sich mit einem Collegen, dem Viehhändler Heß von Wiesbaden, über die Qualität von drei Ochsen. Nach ziemlich lauter Discussion erklärte Heß, Koch die drei Ochsen unentgeltlich zu überlasten, wenn er sie selbst nach dem etwa fünf Stunden entfernten Orte Hallgarten treibe. Koch schlug ein, redete kein Wort und machte sich unter großem Jubel aller Anwesenden sofort mit den drei Ochsen auf den Weg nach Hallgarten. Da Koch, wie auch sein College, sehr vermögend ist, hat er den Erlös für die drei Ochsen den Mainzer Armen zugedacht. Vermischtes. ♦ Frankfurt a. M., 7. August. Der Verband der Handelsgärtner Deutschlands hielt in den letzten Tagen seine zehnte Hauptversammlung hier ab. Aus den zweitägigen Verhandlungen ist Folgendes hervorzuheben: Es wurde beschlosten, die nöthigen Schritte einzuleiten, damit bei dem preußischen Ministerium für Landwirthschast eine besondere Abteilung für Gartenbau eingerichtet werde, wozu alle Aussicht vorhanden sein soll. Ferner wurde gewünscht, daß denjenigen Baumschulen und Gärtnereibetrieben, welche vom Staate, von Provinzialverbänden, Kreisen oder Gemeinden unterhalten werden, der Verkauf gärtnerischer Erzeugniffe untersagt wird. Höchstens soll der Verkauf junger unverpflanzter Sämlinge gewöhnlicher Waldgehölze gestattet fein, soweit dies im Interesse der Forstcultur liegt. In einer Eingabe an den Reichstag soll gebeten werden, daß bei Abänderung der Gewerbeordnung Bäume, Sträucher und Sämereien vom Ankauf und Feilbieten im Umherzichen ausgeschlossen werden. Auch die Einsührung eines Befähigungsnachweises für Gärtner kam zur Sprache, stieß jedoch auf mehrfachen Widerspruch, ein Beschluß über die Frage wurde nicht gefaßt. Dagegen nahm die Versammlung einstimmig einen Antrag an, wonach der Besuch der Fachsorlbildungsschuleu den Gärtnerlehrlingen zur Pflicht gemacht werden solle. Eine längere Erörterung tief ferner die Frage der Schutzzölle hervor, aber mit Rücksicht auf die noch bestehenden Handelsverträge wurden die Anträge zur Zeit abgelehnt und der Vorstand beauftragt, die Sache rechtzeitig wieder in Anregung zu bringen. Zum Orte der nächstjährigen Versammlung wurde Magdeburg bestimmt. * Trier, 8. August. Die Ehefrau Krickel aus Pohlbach, die wegen Anstiftung zur Ermordung ihres Mannes zum Tode verurtheilt worden war, ist heute in der hiesigen Strafanstalt hingerichtet worden. Der Mörder Bläsius wurde begnadigt. * Aus Krieglach, 5. August, veröffentlicht P. K. Rosegger folgenden Dank: „Wie soll ich einer solchen Dankesschuld genügen! Denn so ungeahnt groß und zahlreich waren die Ehrungen, die mir anläßlich meines 50. Geburtstages von allen Ländern, wo Deutsche wohnen, und allen Ständen erwiesen worden sind. Von so vielen guten und bedeutenden Menschen mit Auszeichnungen überschüttet zu werden — es ist ; beglückend und erdrückend. Wie gerne möchte ich nach allen Seiten hin und jedem Einzelnen persönlich danken, aber das ist nicht möglich. Und so muß ich die Tagesblätter bitten, den Ausdruck meines Dankes zu vermitteln. Wenn der tausendfach ausgesprochene Wunsch für mein künftiges Wohlergehen sich erfüllt, so ist ja noch Zeit und Gelegenheit genug, all die Liebe, die mir zu Theil wird, in Dichtung und That zu vergelten." * Metz, 6. August. Ueber den Plan der Kaifer- manöver verlautet hier, aus militärischen Kreisen stammend, Folgendes: Die beiden Armeecorps werden ganz in der Nähe von Metz aufeinander stoßen und die Aufgabe deS den Feind darstellenden 8. Armeecorps wird fein, das 16. Corps durch kühne Reiterangriffe zu durchbrechen und einen Theil dieses Armeecorps nach Metz hineinzuwerfen, den anderen aber gegen Saarbrücken und Saarlouis zu verfolgen. Diese Verfolgung dürfte sich besonders in der Gegend von Urville sehr interessant gestalten. Hier in der Gegend zwischen der deutschen und französischen Nied, in einer Ebene, auf der 1870 die Franzosen nach der Niederlage bei Spichern ihre geschlagene Armee ordneten, wird die Verfolgung zum Stehen kommen. Diy bisher Verfolgten sammeln sich und unter« nehmen — wahrscheinlich unter persönlicher Führung des Kaisers — gegen die Verfolger einen energischen Vorstoß. Gleichzeitig bricht der nach Metz geworfene Theil des 16. Armeecorps hervor und es beginnt eine ganz neue Schlacht, in der das 8. Corps, von zwei Seiten angegriffen, in wilder Flucht gegen Norden zu geworfen wird. Es ist schon von anderer Seite darauf hingewicfen worden, daß von diesen Verfolgungen im großen Style hohe Anforderungen an die Marschfähigkeit der Truppen gestellt werden. Damit die Infanterie einigermaßen mit der Kavallerie und Artillerie gleichen Schritt halten kann, wird sie vielfach auf Wagen geladen werden. Derartige Uebungen werden hier bereits sehr häufig vorgenommen. Eine Hauptrolle bei dem ganzen Manöver werden die Kavallerie und die reitende Artillerie, die stets zusammen operiren, spielen. ♦ Saarbrücken, 6. August. Bei prachtvoller Witterung ging die Gedenkfeier vor sich, welche heute Morgen der hiesige Kriegerverein zum Gedächtniß der Spicherer Schlacht im Ehrenthal veranstaltet hatte. Der evangelische Pfarrer Fenner hielt Feldgottesdienst mit Predigt. Darauf richtete Brigade-Commandeur Generalmajor von Bilfinger zündende patriotische Worte an die Versammlung und brachte ein dreimaliges Hurrah dem obersten Kriegsherrn, in das unter dem Dröhnen der Böller und dem Tusch der Musikcapellen die Menge begeistert einftimmte. An der erhebenden Feier nahmen theil die in der Garnison zurückgebliebenen Offiziere, der Bürgermeister- die Stadtverordneten, Krieger- und Militärvereine, auch auswärtige Vereine bezw. deren Vertreter. Prächtige Kränze wurden an den Gräbern niedergelegt. ♦ London, 8. August. Bei einem Ausflug auf das Meer, den 28 junge Leute aus Wales unternahmen, ohne auf die Warnungen der Matrosen zu achten, ertranken 22 derselben. * Apollo und Lenn». N. N. hat mit seiner jungen Gattin die bayerischen Alpen besucht und sich dann einige Tage in München aufgehalten. „Vergiß nicht, lieber Mann," flüsterte die reizende Frau ihm eine» Morgens, als er das Hotel verließ, zu, „daß wir meiner Mama eine kleine Ueber- raschung bereiten wollten. Du weißt doch, sie schwärmt so sehr für hübsche Statuetten. Wenn Du,vielleicht die drei Grazien .. — „Schon gut, ich will sehen, was sich thun läßt," brummte der Gatte, dessen Reisekasse schon bedenklich auf die Neige ging, in ärgerlicher Stimmung. Er durchwanderte die Straßen und musterte die Schaufenster der Kunsthandlungen. Endlich hatte er das Richtige gesunden — einen Apollo und eine Venus. Er trat in den Laden, um sich die Figuren zeigen zu lasten. Der Commis stürzte an das Schaufenster, um sie von ihrem erhöhten Standpunkt herabzuholen, trat auf der Leiter fehl und warf die köstlichen Kunstwerke zu Boden- Venus löste sich in zwei Theile und Apollo folgte ihrem Beispiel nach. Der Commis war starr vor Entsetzen, während über das Antlitz des Bankbuchhalters ein sonniges Lächeln huschte, denn im Moment war ein Gedanke in ihm aufgeblitzt, der wie er sich sagte, unter Brüdern mindestens zehn Mark werth war. „Was verlangen Sie für diese Trümmer?" fragte er möglichst gelassen. — „Wie, mein Herr, die wollten Sie kaufen?" — „Allerdings, wenn Sie einen billigen Preis stellen." — „Aber, mein Herr, die sind ja jetzt völlig werth- los." — „Ich biete Ihnen zwei Mark." — „Nun, wenn Sie durchaus wollen ..." — »Bitte, verpacken Sie die Sachen postgerecht, in einer Stunde werde ich sie abholen lasten. Die Verpackungsspesen bringen Sie mit in Anrechnung." Vergnügt ging er von bannen und der Commis blickte ihm verwundert nach. DaS Packet wurde an die Schwiegermama abgesandt und Max pries in dem Begleitbrief die wunderbare Schönheit der Figuren und drückte den innigsten Wunsch aus, daß sie heil und wohlbehalten ankämen. Dor einigen Tagen ist das junge Ehepaar zurückgekommen und hat natürlich der Schwiegermutter seinen ersten Besuch abgestattet. „Nun, wie haben Dir meine beiden Statuetten gefallen?" fragte er. — „O, sehr gut," entgegnete die Schwiegermutter mit einem spöttischen Lächeln, „ich war nur erstaunt, daß die Beine deS Apollo mit dem Oberleib der Venus zusammengepa'ckt waren, während den Beinen der Venus der Leib des Apollo beigegeben war." Tableau! „O, dieser Esel von einem ComrniS," knirschte Max zwischen den Zähnen, „daß dieser Mensch aber auch gar nicht auf meine Intentionen einzugehen wußte . . ." • Ein Jahrhundert verheirathet. In Zsornbolya (Banat) feierten, wie der „Pester Lloyd" berichtet, der uralte Johann Szathmary und feine Gattin dieser Tage bei voller Gesundheit das seltene Fest der hundertsten Jahreswende ihres Ehrentages. Die jetzige Generation kennt die Alten seit jeher als solche, wie sie heute sind, seit einem Menschenalter zählt man sie zu den Greisen und doch haben sich die Beiden das Wenige, was sie zum Leben brauchten, noch bis in die allerletzte Zeit durch ihrer Hände Arbeit erworben. Jetzt sind sie aber schon vollkommen erwerbsunfähig, und da auch von ihrer ganzen Verwandtschaft keine Seele mehr am Leben ist, so hat der Zsombolyaer Gemeinderath in seiner letzt« Sitzung beschlosten, dem hochbetagten Ehepaar ein ausreichendes Gnadengehalt anzuweisen. * Egoist. Ballgast: „Schnell, schnell, einen Doppelkümmel . . . es ist eine Dame in Ohnmacht gesallen . . ." — Anderer Ballgast: „Aber, mein Herr, da nimmt die Dame doch bester Wasser!" — Ballgast: „Was der Dame gereicht wird, ist mir egal, ich aber muß Doppelkümmel haben, denn ich bin fürchterlich erschrocken!" * Nette Familie. Richter (zu dem jugendlichen Angeklagten): „Sind Deine Eltern hier vielleicht im Saale anwesend?" — Angeklagter: „Nee, die werden irgendwo anders abgeurtheilt!" Citeratttr unt Arsnst. — Jugend-Gartenlaube (Verlag der Kinder - Gartenlaube in Nürnberg. Vierteljährlich 1 Mark) bietet in Heft 2Band7V (1893) das Gedicht „Ferien" von Käthe Dorn; bann die spannende Erzählung „Trotzköpfchens Großthaten". Die beiden Gedichte „Die alte Capelle- und „Die Fahrt überS Meer" find von wirklich prachtvollen Illustrationen begleitet, welche eine vortreffliche Leistung zeigen. Die Abbildung „Die Schiffe des Columbus" zu dem Artikel „Christoph Columbus und die Entdeckung von Amerika" geben ein anlchaulicheS Bild der damaligen Schifffahrt. Eine hübsche Erzählung ist „Großvaters Geige", ebenfalls mit schönem Farbendruckbild. Ferner bietet das Hest einen anschaulichen „Besuch in der Stahlfederfabrkk"; dazu noch Räthsel, Ausgaben, Briefkasten rc. Sicher ein reicher, schöner Stoff für die Jugend. — WSriShofer vlLtter. Die uns vorliegenden neuesten Nummern dieser ifluftrirten Wochenschrift für das gelammte moderne Naturheilverfahren enthalten wieder eine solche Fülle interestanten Materials, daß die Lectüre dieses Blattes auch für denjmigen anregend und belehrend ist, der nicht auf dem Standpunkt des Blattes steht. — Don der Volksschrift .Einige» «hristeulhum^ ist soeben Heft 4 erschienen und für den Preis von 50 Pf. von dem Verlag, Kiel, Falckstr. 9, sowie durch aste Buchhandlungen zu beziehen. M. v. Egidis mannhafte und für die Gegenwart befreiend wirkende Gedanken über den „Frieden" und.Wer die „Fürsten" aus dem letzten Hefte, welche so großen Anklapg gefunden haben, finden in diesem neuen Hefte, wo er über „Verwirklichen" spricht und das Unhaltbare unseres Parteiwesens auf politischem und gesellschaftlichem Leben überzeugend nachweist, eine zeitgemäße Fortsetzung. „Grunddeutsch ; trotzdem völkerverbindend" ist sein leitenber Gedanke. Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. Mtttlerer Barometerstand bd 0° R. = 744,7 mm. 8. August, MM. 12 Ubt 9. August, Morg. 8 Ubr Barometer: Thermometer: Hygrometerstand: min.753 mm, max. 755 mm „4- 15° R. „ + 24°R. Neigung f. trock. Wett. min. 752 mm, max. 755 mm , 4- 9°R. „ + 13Vt°B. Feucht. Bewölkt. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 9. August, Mittags zwischen 11 und 12 llhr Wasser 16V,, Luft 20 Grad. n Rübsamen'sche Badeanstalt. II. 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