1893 ,'tt. 8 Zweites Blatt Hralisßeikage: Hießmer Aamikienö tatter leidet« für kn ,»i.».ner Bn|tittr" enty^m. Feuilleton und Zum n |intrrMitbfflen: muß) [161 705 12® 440 ! Holz-Versteigerung. Freiwilliger Verkauf. Donnerstag den ^.Januar Die WiMch°st „znm G° nm Hch steigert Nähere Auskunst -t.h-ill ../l— ? Dr Fahr. RtchlSc Dr. Fuhr, Rechtsanwalt. werden: Tagen nach der Genehmigung 177 wird 341 Gnauth. 8 [345 0 231] Schöne Wohnung, 6—7 Zimmer, leru iln ca__ Dienstag den 10. Januar I»a hieaden EistvbahWgr. 'tö9'W'12l'\^L-—'"T Vergebung von Wagnerarbeit. Die Anfertigung und Lieferung zunächst eines gedeckten Kehrichtwagens soll im Wege des öffentlichen Angebots Montag den 23. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, vergeben werden. Zeichnung (Lichtdruck), Beschreibung und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamte offen, woselbst bis zum genannten Termine Angebot und Werkzeichnung verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen sind. Zufchlagsfrist acht Tage. Giehen, den 6. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Abfahrt. ™ 4''.5 4» 6;8 M 9»IS 157 438^2TW3 1893, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald in den Abtheilungen 21a, 23 und 24 Biertriiäfrrtflet J^eexeecelsptdÄl 2 «Wart 20 Psg. o» Bringerlohn. Durch die Post bezvH« 2 «Rar! 50 W WeUrtion, LN»editt— and Druckerei: Kerntprecher 5L Gießen, am 31. December 1892. Spar- und Leihkaffe Gießen. Doering. ^eßtJ?djr danke Dir, liebe Schwester. Jlsa war mein guter Sngel — ich bin tief in unseres Lieblings Schuld. „Vergeben Sie mir, gnädiges Fraulein, bemerkte der Doctor kühl, „der Patient soll noch nicht Mel reden Offerten mit Preisangabe unter M 1 an die Exped. d. Bl- 'ige. kannten die ttauriy Nach. ' gefallen hat, nnseie liebe ößmutter agiert, s Aschaffenburg, sich in ein. besseres Jenseits Montag den 16. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, soll im Garnison - Lazareth zu Gießen für 1893/94 die Lieferung der erforderlichen Verpflegungsbedürfniffe und die Abnahme der gewonnenen Brotreste, Küchenabfälle und Knochen verdungen werden. [233 Die Bedingungen sind int Geschäfts» -zimmer des Lazareths einzusehen. Großherzogliches Garnison - Lazareth. A. Bauholz. Nadelstämme von 17—32 Ctm. Durchm., 5—10 Mr. Länge, 47,21 Fstm. haltend, Nadel-Derbstangen, 0,60 Fstm. haltend. B. Brennholz. Mnmbcn Lag erscheinmkn Nummer bi» Bor». 12 Uh». ___ _____zi z zum Gam- brinus", Wetzsteingasse 39, soll aus freier Hand zwecks Vermögensauseinandersetzung verkauft werden. ' " "t [311 Irrwege. Novelle von F. von Pückler. md)t „Ich bin Dein Vater, Isabella! Ich komme, endlich mein Kind aufzusuchen, nach welchem ich mich fett zwölf Jahren gesehnt habe." „Mein Vater?!" c . Es lag mehr Schreck als Freude tn dem Ausruf un Constantin Volkert erkannte dies wohl, aber er sagte lächelnd. „Ja, Isabella! Ich bin Dein Vater. Und tote schön Du $1 e ihr so ’ o m ~ . sollte nichts davon erfahren, daß sie elend geworden set. Und endlich kam der Tag, daß Waldstein zum ersten ^Miller ilsti Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 . sechsmonatlicher Zyhlungstermin und Abfuhrtermm bts zum 15. Mat ß3o (führt 2-4. Rtaffe).__ 7^-inir«rw po M p- |20 4W ? 8W3L—7-3^ reöig, geb. gngleit. ■ , 9. Januar 1893. [395 ■ tai Uft 10. d. M., ■ vfdvsinftr^e lö) M statt. ■ 9650 911« 2t« 55 « ' 31«; 4 1^1 j 1521 10’J I los; : &1« Spar un- Leihkasse Metzen. Außer den feststehenden Zahltagen, Mittwochs und Samstags, wird bei unterzeichneter Kaffe noch ein besonderer Zahltag Dienstag den 10. Januar 1893 abgehalten. N ""Ueutw-iuu 0 l * ,er'«*ne* fre vorzüg- | Eleg^zeigtem ^hl hübsche doch nun von Leidenschaften durchwühlte, kupferrothe Gesicht gesehen zu haben, sie wich abermals zurück, als ber t^embe, ihr beibe Hände entgegenstreckend, ausrtef: „Isabella, kennst Du mich denn wirklich nicht mehr wieder? „Nein," entgegnete sie unsicher, „tch wetß in der That dessen Lob zu vernehmen. , Jetzt stürzte Fräulein Sophie laut und erregt wie immer in die Krankenstube und zu ihrem Bruder hm. Mein armer Alfred! Nun endlich darf tch zu Dir. Man har mich unverantwortlich von Dir ferngehalten, trotzdem ich vor Angst beinahe vergangen bin, ob Du auch gut ver- 408 (6. Fortsetzung.) Zum ersten Male sagte die arme Isa sich das alles ■ ,rernte bitterlich darüber, nur vor Fräulein Sophie nicht- fie ÄÄ °der^zu litte gesucht. Näheres bei der Exped. d.'Bl. festgesetzt bi6 Jum 31. Januar l. I. bei der unt°rr°ichn°ten Stelle einzureichen, woselbst am 1. Februar l. ^ormütags ll Uhr, die Eröffnung stattfindet. - Die Gebote können für das Schmit-und Schwellenholz, sowie andererseits für das Bau- und Grubenholz tm ganzen und auch abtheilungsweise eingelegt werden. Nähere Auskunft ertheilen dte unterzeichnete Stelle und bte betr. Forstwarte, zunächst Forstwart Brück dahier. Gießen, den 3. Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisteret Gteßen. Gnauth. antiud«® Nutzholz-Verkauf. Aus dm Waldungen der Stadt Gießen. 4-6 km ton Gieß-n entfernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend. das sagend-, u Schnitt-, Schwellen- und Grubenholz rc. geeignete Elchen stammyolz vergeben werden: __ neue Welt. Sie war eine ganz vorzügliche Reiterin und sie wußte das auch, es konnte ihr nicht schwer fallen, die oei^,cbenc” Evolutionen im Sattel zu lernen und bann wmtte ihr Ruhm unb Bewunberung, statt bem Hohn und Widerwillen, den sie hier täglich von Sophie v. Waldstem ertragen mußte. „Mein — Vater," srug sie nochmals mit stockenbem Athem, „ist es benn auch — kein Jrrthum?" Nein," lächelte Constantin Volkert, denn er war es wirklich, „mit jenem hinreißenben Ausdruck, der ihm einst die schöne Gräfin Alice gewonnen, „Du bist mein Kind und ich komme, um Dich zu bitten: HM mir! Sieh, Dein Auftreten im Circus wird allgemeines Aussehen erregen, ich werde glänzende Einnahmen machen, em berühmter Mann werden und allein durch Dich, Isabella! Ich habe lahrelang mit Unglück zu kämpfen gehabt, aber Deine schone Erscheinung wird mit einem Male mein Glück begründen. O, Kind, Kind, kannst Du Deinen Vater abweisen, wenn er L)tcy bittet: Hilf mir!" (Fortsetzung folgt.) geworden bist, welche elegante Figur! Dazu das wunderschöne, blonde Haar! Nun, meine Kleine, Du wirst m> der Manege Aufsehen erregen; ich freue mich schon auf Dein Die junge Dame fuhr jäh empor, glühende Röthe färbte ihre Stirn und Nacken. . 3n den Circus?" rief sie mit blitzenden Augen, „nie mals" Ich bin keine Kunstreiterin!" Aber Du sollst eine werden, Kind," lächelte Volkert, ihre Hand erfassend, „beßhalb komme ich her um Dich zu holen; Du wirst boch nicht länger biesen sremben Leuten verpflichtet fein wollen." „Nein," entgegnete Jia heftig, „aber ich will eine Stellung suchen, bie mir mehr zusagt; ich kann nicht vor einer großen Menge mich probuciren. „Doch, Herzchen, Du wirst es lernen unb ich sage Dir, es ist bas Schönste, was Du Dir denken kannst, aus dem Rücken des Pferdes durch bte Manege zu fliegen, umbraust von dem Applaus einer ungezählten Menschenmenge. Selbst Ptiuz-U sind unser- Zufchauet. Du kannst mich, D-in-n armen Vater, wieder glücklich machen. Wie Syrenengesang tönten Constantin Volkerts Worte ans Ohr des jungen Mädchens und ihr verbittertes Gemüth sog dieselben begierig ein. Gerade jetzt m diesem Augenblicke, wo der Boden unter ihren Füßen schwankte, wo Fraulein von Waldsteins herzlose Worte sie aufgeruttelt- hatten aus dem sorglosen Tändeln der Madchenzahre winkte ihr eine und ich möchte Vorschlägen, des Fräuleins Pflege noch bei- SUbC^$orläufig n-°rd- ich sie n-rir-t-n," b-harrt- Sophie ziemlich spitz, „ich habe sie ein wenig in den Garten gerieft, damit sie sich ausruhen kann. Zum Abend — Will ich sie jedenfalls wieder hier haben, unterbrach sie Waldstein energisch, „ich bin ruhiger, wenn sie um Ieikgeöotenes. Sililiilsdiulie größte Auswahl zu billigsten Preisen; besonders empfehle Rex mit Kunstlauf. A. Kilbinger, Seltersweg 19. [133 nicht )eD, W* 19.3*'1SS3' btt'S^älL m t di iff “ ~Ahhi_ ntrht. , Währenddem war das junge Mädchen ins Speisezimmer erlich darüber, nur vor Fraulem Sophie nicht, ste 9 . Glas Milch durstig zu leeren, dann wandte erbarmungslos ihre abhängige Lage klar gemacht, Preten, um em ” *rtrtf'r,,n- hofc fie ^end aeworden sei. f ro*r ein warmer, sonnenheller Apriltag, über den Uno enouch ram uci ^ug, baß Waldstem jum eriiei Sträuchern und Büschen hing ein lichtgrüner Schleier und m“Ä»FSä» --»w-“ 5" Ä'5 Ä.C« vegt, „so wird es doch noch gut werden Du ble bst^ Krankenzimmer gekommen und mit langen Zügen sog sie den uns, Gott erhört mein Gebet! O, tote bin ich glücklich. balsamischen Duft ringsumher ein. Aber jene sorglos sonnige Und sie brach in einen Strom heißer Thronen aus, der balsamsichen n g M ^bburtstage wollte nicht fler nicht versiegen wollte, bis ber Patient endlich seine Hand ö * erfüllen; es war ihr, als sei sie eine andere auf ihren Scheitel legte. "worden Je mehr sie über Fräulein Sophies harte Worte „Sei ruhig, meine Isa! Ich bin auch sehr glücklich, g . , . &atte rie eingesehen, daß sie im Grunde Dich wieder zu haben. Nun wollen wir miteinander rech gehabt; Schloßt Waldstein konnte nicht ihre Heimath heiter leben. . . | vAeXtwn henn sie war ia nicht Onkel Alfreds Tochter. Und Das atme Mädchen fühlte bei ^WottenelnenSch bl b , s Gedanke, dies alles zn lassen und in die irn Hetzen, abet sie bezwang sich nnd lächelte nut mühsam. °q wa^^9 futd)t6at schwet. . ,®uter, lieber Onkel! c^mmer tiefer war sie in den Park hmeingeschntten; sie Der Arzt kam jetzt ins Zimmer und als Isa hinüber I t | 1 ^hen, dafür lag aber der zmg, um Fräulein Sophie zu ^len, schilderte er He : [id) nat)e welcher an den ersteren stieß. Jetzt von Waldstein, wie rührend das junge Mädchen bei ber Pfleg i gedämpfte, vorsichtige Schritte hinter sich, sie wandte 'SÄ'!: -- «'.**.«««I ••• ”• und jammerte nicht, nur beten sah ich sie oft. hnr!u-' liches Fräulein, Herr von Waldstein!" Der Kranke nickte gerührt; er kannte feinen blonden 'Liebling, aber dennoch that es ihm wohl, auch von Anderen 26 Raummeter Nadelscheitholz, 149 „ Nadelknüppelholz, 41,5 „ Stockholz, 6120 Nadel-Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Pfarrweg. Annerod, 6. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 324 (.nioew> _____—---- MMchemr Anzeiger ägas Kmerat-ZLoose 182.40 182.50 Redaction: Ä. Scheyda. — T)ni4 und vertag der ®rüui'1d)t«i Drurferd (Fr. Chr. Pietsch) tn Fletzen. 54.30 96.95 104 70 127 35 55.80 97.55 78 60 102.7t 20.60 43 80 105.25 106.85 104.20 87.70 97.30 9745 98.85 102.— 97.— Adler- Drogerie 6/L 28 10 liefert feinen Mitgliedern jährlich 8 dentsche (Original« werfe (feine Übeife^nngen): Romane, Novellen, allqe. melnverständl-.wlssenfchaftl. Cltteratur, zus. mindesten» 150 Orucfbogcn starf, für vierteljährlich M. 3.75; für gebundene Bände M. 4.50. Satzungen und ausführl. 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Mittel gegen Insecten u.sonst Ungeziefer, Parfümerien und Toilettemittel. Fussbodenanstriche. Farben und Lacke ailer Art, Medizinische Mittel, lose — comprimirte — in Gclatinccapseln und Pastdlenform, Medicinische Wurzeln. -Kräuter, -Rinden. -Hölzer. -Blätter. -Blüthen. -Früchte etc., soweit deren Kleinverkauf freigegeben ist. [316 von der Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm ouß gradirter Soole dargcstellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und LeichtlöSlichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eis- salz, Mutterlauge, letztere in Salmen- tannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann Carl Bieler auf dem Kreuz in Giesten. Grossh. Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim [662] Der erste Börsentag des neuen Jahres verlief im Gegensatz zu der lang- | anhaltenden Depression der vergangenen Wochen tn aufstrebender Tendenz. Die 1 abschließenden Verhandlungen über die Gonvertirungsoperationen in Oesterreich- ; Ungarn waren anberaumt worden und stellten der Börse endlich die Erfüllung ihrer sehnsüchtigsten Wünsche in Aussicht, die Neujahrsempfänge waren befriedigend verlaufen, die Bücher des alten Jahres geschlossen und man begann eine neu« Rechnung, von der man bessere Resultate erwartete, und so war es begreiflich, daß man mit frischem Muthe an die Arbeit ging. Leider konnte tndesien diese bessere Tendenz nicht behauptet werden. Schon die nächsten Tage brachten eine erneute Abschwächung der Eourse, das Geschäft wurde stiller, die Stimmung gedruckter, die Batssespeculation machte erfolgreiche Vorstöße gegen einzelne Gebiete, sodaß man , sehr bald wieder in das Fahrwasser des Pessimismus htnemgerteth. Die Wiener Börse hat zwar ihre festere Stimmung behauptet, weil sie reichliche Anregung tn den Nachrichten fand, die über die Verhandlungen in Budapest, über die Resultate । derselben und über die Betheiligung einzelner Banken in die Oeffentltchkett drangen. ; Sie wurde dadurch auch für die deutschen Börsen zu einer wesentlichen Stutze der Course, aber sie konnte doch den ungünstigen Einfluß nicht aufwiegen, der durch , die Pariser Vorgänge und die Strike im Saarkohlengebiet ausgeübt wurde. In Parts ist die Panamaenquete zwar noch nicht wieder zusammengetreten, aber schon hört man doch von neuen Verhaftungen und die oppositionellen Blätter fahren | fort, Verdächtigungen auszusprechen und neue Enthüllungen zu bringen, die das . Ansehen der Regierung auf das Schweifte schädigen. Mehr aber noch, als diese politische Seite der Sache, beunruhtat die Börse der überaus starke Rückgang der Rentencourse. Innerhalb weniger Wochen ist die 3% Rente letzt um reichlich a% gefallen, und da die Speculation in Parts gewohnt Ist, für unsere Anschauungen überdies hohe Engagements in diesem Effect zu unterhalten und ebenso hohe Summen täglich umzusetzen, so bedeuten diese fünf Procent Differenzen, die sich auf hunderte von Millionen belaufen. Diese müffen in der kommenden Liquidation regulirt werden, und man sieht daher dieser Abrechnung mit begreiflicher Aufregung entgegen. Nebenher laufen aber noch große Engagements in Türken, von denen man ebenfalls nicht weiß, ob sie aufrecht erhalten iwerden können, der Rückgang der Rentencourse schädigt eine ganze Reihe von Gesellschaften, die ihre Reserven und unverwendeten Betriebsmittel darin angelegt haben; auch diese Course gehen also zurück, sodaß die Situation sicherlich nicht ohne Gefahr ist. Der Strike der Bergarbeiter im Saarkohlengebtet hat dre Woche hindurch gedauert, ohne an Ausdehnung zu gewinnen, und es schien fast, als sollte die Bewegung mit einer schnellen Niederlage der Ausständigen enden. L>eit Freitag ist die Angelegenheit jedoch in ein neues Stadium getreten, da Arbeiteroersammlungen im Ruhrgebiet eine große Geneigtheit gezeigt haben, gemeinsame Sache mit den Strikenden zu machen. Die Folgen einer solchen Ausdehnung der Arbeitseinstellung waren unberechenbar; denn auch in dieser Zett der Arbeitslosigkeit würde es unmöglich sein, andere Arbeitskräfte tn genügender Zahl herbeizuziehen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ob indessen auch bei einem allgemeinen Strike die Arbeiter Aussicht haben, bessere Löhne bewilligt zu erhalten, ist doch noch zweifelhaft, denn es bleibt zu bedenken, daß der Betrieb augenblicklich keine starke Steigerung der Forderkosten mehr erträgt. Es müßten die Kohlenpreise sich also erst erhöhen, ehe eine Lohnaufbesserung zugestanden werden könnte. Ob aber diese durchzuführen fein wird, das ist abermals zweifelhaft, weil hier die rückgängige Conjunctur mitspricht und die Verhältnisse heute jedenfalls nicht so liegen wie im Jahre 1889, wo die - Industrie einen ungewöhnlich starken Bedarf an Feuerungsmaterial um jeden Preis decken mußte. Wie die Sache aber auch auslaufen mag, soviel steht jedenfalls fest, daß «in partieller oder allgemeiner Strike beiden Parteien unermeßliche» Schaden zufügen wnd, der in dieser Zett mangelnder Verdienste besser erspart geblieben wäre. Die Nachrichten, welche über die Beilegung des Streites über den Steuerabzug auf die Staatsbahnprioriläten-Coupons in die Oeffentltchkett dringen, werden viel besprochen. Dieselben sind indessen widersprechend, weil die einen die fretwrlltge Nachzahlung des Steuerabzuges und Vollzahlung des Märzcoupons tn Aussicht stellen, die anderen indessen angeben, die Staatsbahn-Verwaltung denke nrLt daran, auf ihr Abzugsrecht vollkommen zu verzichten und werde sich nur zu einem Vergleich bereit finden lassen. Die Lösung dieses Widerspruchs ist noch nicht gegeben, indessen ist nach dem bisherigen Verhalten der Verwaltung jedenfalls der Verdacht sehr naheliegend, daß eS sich bei dieser neuesten Phase des Streites nur um einen neuen Versuch handelt, den schwebenden Proceß zu verschleppen oder gegenstandslos zu machen. Die größte Vorsicht auf Selten der Prioritatenbcsitzer ist daher jedenfalls 0eb°te£m Freitag wurden die gesunkenen Course wieder etwas in die Höhe getrieben. Angaben über bessere Aussichten auf den Abschluß eines deutsch-russischen Handelsvertrags und Deckungen, namentlich tn Montanwerthen mit Rücksicht auf die Ausdehnung des Strikes, wirkten dahin. Dadurch sind die anfänglichen Verluste etwas verkleinert worden und zum The« auch ganz verschwunden. Im Bankenmaikl hat die Abschwächung überhaupt nie großen Umfang angenommen, weil die Verhandlungen tn Budapest ein zu gewichtiges Moment für die AufwartSbewegung bildeten. Disconto-Commandit, als die am meisten bethetltgte deutsche Bank und in Anbetracht ihres vorherigen starken Courtzrückgangs gewannen 3%, die übrigen Actien ' sind aber fast unverändert. Selbst Credit sind nicht bester. Deutsche Bank litten ctwas unter dem Miß-rfolg der Manesmann'schen Röhrenwalzwerke. Bahnwerthe sind nicht wesentlich verändert. Die Schweizeractten zogen anfänglich etwas an und gingen bann wieder auf ihr vorheriges Niveau zurück, und von österreichischen . Actien weisen nur einige Nebenwerthe Coursveränderungen auf. Im Montanmarkt ' entfaltete die Sp culation ihre größte Tätigkeit und sie erzielte auch durch ungünstige Berichte größere Erfolge. Bochumer wurden geworfen, weil die anlängliche Be- . theiligung deS Vereins an der Actiengesellschaft für Kleinbahnen anscheinend durch I die Firma Krupp in Essen übernommen wurde. Diese haben sich auch nicht wieder : vollständig erhoit, während Laura den ganzen Verlust wieder eingeholt haben. Aus > Kohlenactien wurde anfänglich mit Angaben über niedrige Kohlenpreise und dre Strikenachrichten ein scharfer Druck ausgeübt, später wirkte gerade die wahrschein- 40/0 Pfälz. LudwigSbahn (Bexbach) . . . , Hessische LudwigSb. 68/69 garant , EUsabethb. steuerfrei Gold . . . . bo/o Oestr. Staatsbahn. 40/0 do. do. 30/0 do. do. L—VIII. Emiss. S-Vo do. ErgänzungSnetz ♦ M. M. Rothschild, | 5 Gießen, Bahnhofstraße Nr. 6. ♦ ♦ Hierdurch beehre ich mich anzuzeigen, daß ich hier Bahn- ♦ ♦ Hofstraße 6 ein ♦ ♦ Special-Geschäft ♦ ♦ in Kaffee, Thee, Cacao und Chocolade T ▼ errichtet habe. Besondere Sorgfalt widme ich der Kaffeebrennerei, ▼ indem mit Verständniß gewählte Sorten nach bewährter Methode ♦ ohne jeden Zusatz geröstet werden. ▼ ▲ Ich bin bestrebt, etwas Gutes prciswerth zu liefern ♦ ▲ und empfehle mein Etabliffement dem Wohlwollen des vecehrlichen J Publikums. Hochachtungsvoll ▲ ♦ M. M. Rothschild. ♦ ▲ Gießen, den 2. Januar 1893. 164 ♦ Deftr 1860rfL600'-tinofe 125.85 127 75 I Braunschweig. 20 Thlr^ '18b4r fl.250- , ,ocon 1 40/. Meininger Prämicn- Psandbr. . . . । liche Ausdehnung desselben in der umgekehrten Richtung und beschränkte auch hier die Verluste auf nicht nennenswerthe Differenzen. Geld ist nach dem Ultimo schnell sehr viel billiger geworden und eine Ermäßigung der Bankrate wird bereits in Betracht gezogen. Der Renlenmarkt Hal indessen wenig davon profitirt, denn für deutsche Fonds besteht wegen der bevorstehenden Neuemissionen einige Zurückhaltung, und die übrigen Werthe wurden durch den Pariser Markt stark beeinflußt. Lediglich die österreichisch-ungarischen 4°/o Hessische Obligation. w Bauern .... , Baven..... M/o Sächsische Rente. . 3*/,% BremerStaatSanl. , Hamb.Staatsrente 40/0 Oestr. Goldrente . , GriechischeMonopol- Anleihe . . . 5®/o Rumänische Rente . 4Yo Ruff. ConsolS S. in Wermietljuilgen. 165] Ein schönes Logis, 3 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, alsbald zu vermiethen. __Näheres in der Expedition d. Bl. 294) Ludwigftraße 12: unterer Stock, 5 Zimmer mit Zubehör, zum 1. April zu vermiethen.___ 129] In meinem Neubau in der Stein- straße sind Logis von 5 Zimmern zu ver- mtethen.__________Loui» Hellmold. 1301 Zwei Zimmer, Cabinet und Küche mit Wasserleitung alsbald zu vermiethen im Eckhause Asterweg 50. __H Ruckstuhl II. 168) Kleine Wohnung billig zu oer- miethen._________ Marktstraße 8. 365] Ein LogiS auf sofort m vermi-then __Neuenweg 2. "127)'MSdlirteS Zimmer, eoent. mit Cabinet, mit 1 ober 2 Belten an 1 ober 2 Herren zu vermiethen. 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