Nr. 290 Der Oktze»er rrfr^int täglich, ertt Rusnahmr bei Montags. Dtr Gießmer »««ltirNlkttler •erben bem Anzeiger WGchuttltch dreimal b «Gelegt. Erstes Blatt. Samstag den 9. December ■■■• — •' -** •*** -E ^>»1 - - ' ' - _< ——• _______ _ __ Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. 1898 Bierieljährtger JMwuuuÄbpxeUt 2 Mark 20 Pfg. mN Bringerlohn. Durch die Post 2 Mark 50 P^. Rebection, Lxpedit^*o und Drucker?! Fernsprecher 5‘ 2lints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. sotßmbm Lag erscheinenden Nummer bis vorm. wu»7 1 Hratisöeikage: Hießen er Aamikienötätten Amtlicher Theil. Bekanntmachung. In Folge anderweiter Verwendung des Großh. Steuer* Affeffors Jäger ist der Großh. Steuer-Affeffor Feick, durch -Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen, Abth. für Steuerwesen vom 4. December l. I. zur Nr. F. M. St. 29722, mit der interimistischen Verwaltung des Großh. ©teuer« Commiffariats Gießen bis aus Weiteres beauftragt worden. Gießen, den 6. December 1893. Großh. Steuer-Commissariat Gießen. ____________________Süffert.___________________ Bekanntmachung. In Bezug auf die Geschäftsordnung des unterzeichneten Gerichts ist Folgendes bestimmt: 1. Allgemeiner Amtstag, an welchem Jedermann, ohne vorgeladen zu sein, den Richter sprechen kann, ist Donnerstags von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr Nachmittags. 2. Die Sprechstunden des Gerichtsschreibers sind jeden Werktag von 10 bis 12 Uhr Vormittags. Lich, den 5. December 1893. Großherzogliches Amtsgericht. Wehner. Deutsches Reich. Darmstadt, 6. December. Nach einer neuerdings vorliegenden offiziellen Kundgebung ist am hiesigen Hofe von einem Besuche des Königs von Württemberg in den nächsten Tagen — entgegen einer neuerlichen Meldung — nichts bekannt. Berlin, 7. December. Heber angebliche Verstimm* ungen zwischen Berlin und Stuttgart, als deren Niederschlag die Abberufung des württembergischen Gesandten am Berliner Hofe, v. Moser, betrachtet wird, gehen allerlei Feuilleton. In der Winternscht. Eine Erzählung aus dem Walddorf. Von Otto Fr. Koch. (Nachdruck verboten.) Tiefer Schnee ringsum . . . Die weiße Decke lagert sich über Wälder und Berge, überall liegt die Flockenhülle ausgebreitet, die die Dichter in ihrer bilderreichen Sprache das „Leichentuch der Natur" nennen. An Hecken und über dem Einschnitt der Wege liegt es gethürmt, wie maßlos herabgeronnener Schutt eines zerborstenen Schneehimmels. Das Leichentuch der Natur! Sie ist doch gar nicht gestorben, sie schläft nur und warm umhüllt das winterliche Kleid die frierenden Glieder der Erde in ihrem Schlaf, aus dem sie alljährlich wieder erwacht, seit Menschen leben, wenn die Frühlingswinde mit lauem Hauche blasen. Dann wird das Winterkleid dünn und brüchig, zuerst an einzelnen, dann an vielen Stellen. Wohl ist der weichende Winter Willens, es wieder auszubesiern, und er wirft mit neuen Schneegestöbern die breitklaffenden Riffe und Löcher zu, aber es sträubt sich jetzt die langsam aufwachende Erde gegen dieses Streben. Wie mit vielen tausend Armen hebt und regt sich keimendes Leben aus der Mutter Erde fruchtbarem Schooß, es wehen von Neuem die warmen Winde und durch die triefenden Baumwipfel tönt es wie leises Bachesrauschen aus weiter, unbestimmter Ferne. Jetzt aber ist's noch Winter, starrer, trotziger Winter! Ich stehe am Fenster des kleinen, trauten Zimmers im Försterhause am Ausgange des einsamen Walddorfes und mein Blick schweift über die tiefverschneite Dorfstraße, hinter der sich ernst und schweigend wie ein dunkles Gehetmniß der Wald aufbaut. Auf der Straße und den Häusern zu ihren Seiten, in denen längst die Lichter erloschen sind, auf den Bäumen des Waldes, die ihre Kronen beugen unter der Last des weißen Geriesels, liegt stiller Glanz des Mondes. Da huscht es aus dem Schatten der Häuser am Fenster vorüber und flieht in langen Sätzen hinein in den Wald: ein Füchslein, das der knurrende Magen aus dem leeren Bau trieb und das sich scheu zu den Stätten der Menschen ge* schlichen hatte, ob es wohl etwas wittere, den grimmigen Hunger zu stillen. Aber wohlverschlossen erwiesen sich alle sensationelle Mittheilungen durch die Tagespreffe. Es heißt, ter von der württembergischen Regierung so dringend befürwortete Ausfall der geplant gewesenen Kaisermanöver in Württemberg und weiter der energische Widerspruch der württembergischen Vertreter im Bundesrathe gegen das Wein- steuerproject hätten an maßgebendster Berliner Stelle ungemein verstimmt. Andere Meldungen wollen aber wissen, es handle sich in der ganzen Angelegenheit mehr um persönliche, als um sachliche Differenzen. Hoffentlich stellt sich der Zwischen* fall als ein Sturm im Glase Wasser heraus, durch welchen das bisherige so freundschaftliche Verhältniß der württembergischen Regierung zu den leitenden Berliner Kreisen nicht weiter berührt wird. — Aus der bayerischen, wie aus der badischen Abgeordnetenkammer sind bemerkenswerrhe Vorgänge zu erwähnen. In letzterer beantwortete der Finanzminister eine von allen Parteien gestellte Interpellation über die Reichsfinanzreform und die neuen Steuern dahin, daß die badische Regierung für die geplante Finanzresorm im Reiche, sowie für die Stempelsteuern und für die Tabaksabrikatsteuer, aber gegen die Weinsteuer sei. Der Minister begründete hierbei kurz die Stellungnahme der badischen Regierung in jeder dieser Fragen. — Die bayerische Abgeordnetenkammer ihrerseits nahm einstimmig den von liberaler Seite gestellten Antrag an, wonach Art. 138 der Militärstrafgerichtsordnung authentisch dahin auszulegen sei, daß der Ausschluß der Oeffentlichkeit nur vom Beginne des Verhörs bis zum Schluffe der Verhandlung zulässig sei. Der Kriegsminister v. Asch erklärte sich Namens der Regierung gegen den Antrag. Ausland. — Die Franzosen erfreuen sich nunmehr wieder eines neuen Cabinets in Gestalt des saft durchweg gemäßigt- republikanischen Ministeriums Pcrier. Aber kaum hat dasselbe das Licht der politischen Welt erblickt, so zeigt es sich schon, daß die neue Regierung ebensowenig auf eine feste parlamentarische Mehrheit rechnen darf, wie die allermeisten ihrer Vorgängerinnen. Denn gleich bei seinem parlaHühnerställe im Dorfe und so mußte der rothe Räuber mit einem Knochen vorlieb nehmen, den er aufstöberte unter frost- überglastem Rinnstein. Es ist Winter, starrer Winter, und draußen im Walde hungert das Wild . . . Warum ich wohl vor wenigen Augenblicken noch an das Springen und Bersten des weißen Bahrtuches, an das Nahen des Frühlings dachte? War es dein frohes Singen, du kleiner befiederter Gesell? Du saßest noch vor ein paar Tagen auf der ragenden Schirmtanne nahe meinem Fenster, du freutest dich des milden Windhauches, der durch deine Flüglein strich. Und ich verstand dein Schmettern, denn du und deine Genossen ohne Zahl, ihr selbst seid mir die allezeit fröhlichen Lehrmeister eurer Sprache gewesen und ich lauschte weit lieber eurem vieltönigen Vortrag unter den rauschenden Hochwaldbäumen, als später dem des würdigen Profeffors im öden Klassenzimmer der Lateinschule. Und dein Sang lautete: „So schön ist's unter dem Himmel der Heimath, die ich liebe, und schier unbegreiflich dünkt mich der weite Flug so vieler Genoffen nach den Fluren des Südens, wenn sich hier der Winter einstellt- es ist dann der Hauch, der mich heute umfächelt, rauhes Blasen des Wintersturmes?" . . . „Und weiter sangst du von Lenzesblüthe und süßer Minne. — Armer Sänger, dein Lied klang zu früh! Du liegst jetzt wohl starr und tobt hinter der Hecke, auch über dich ist das Leichentuch gebreitet. Auf Frühlingsahnen und Liebeswerben fällt ja so oft tödtender, kalter Reis!" — — Daran denke ich, während ich am Fenster stehe und über die Darsstraße blicke, auf der es im Mondschein flimmert und flirrt, wie vom Glühen zahlloser, zerstreuter Diamantensplitter. Da schreitet ein hochgewachsener Mann über die Straße. Er trägt in der Linken die schwere Hellebarde, wie ein Kämpe aus grauer, sagenumwobener Ritterzeit, in der Rechten hält er das mächtige, gebogene Horn und hinter ihm trottet mit gesenktem Kopse ein zottiger Hund. Der Mann steht "jetzt still, aus dem Hörne bringt breimal ein dröhnender Ton. „Zwölf Uhr," höre ich den Wächter rufen, dann geht er langsam vorüber. Hinter mir rauscht es aus dem breiten Kachelofen vom Brande der Holzscheite, Wärme füllt wohlig das kleine, trauliche Gemach. Hell brennt die Lampe,- sie wirft ihren Schein über Bücher und Schreibgeräte auf den Tisch, über Bilder und Jagdwaffen an der Wand. Waldmann, mein Dachshund, schläft vor dem Ofen । und knurrt zuweilen kampflustig im Traume, der ihn wohl in den Steffel der Meister Grimbart versetzt. Sonst ist's ganz I still um mich her. mentarischen Debüt in der Kammer wäre bas neue Ministerium bei einem Haar verunglückt bei der Abstimmung über einen von ihm zurückgewiesenen Antrag. Derselbe fiel zwar, womit die Regierung vorläufig gesichert war, aber die absolute Regierungsmehrheit betrug nur 31 Stimmen und auch dies wurde lediglich dadurch ermöglicht, daß 40 Abgeordnete der Rechten so gefällig waren, gegen den Antrag und also für die Regierung zu stimmen, während sich etwa 80 republikanische Abgeordnete der Abstimmung enthielten. Das Cadinet Perier hängt demnach eigentlich nur von der Gnade der Rechten ab und bei dieser Sachlage dürfte dem jetzigen französischen Ministerium wohl nur eine kurze Lebensfrist belieben sein. Deutscher Reichstag. 16. Sitzung. Donnerstag den 7. December 1893. Die erste Berathung der Stempelsteuerge.setznoveHe wird fortgesetzt. Abg. Dr. Hahn (nl.) erklärt, daß seine Freunde dem Theile der Vorlage, der die Erhöhung der Börsensteuer betrifft, zusttmmen, daß ihnen aber der von der Sptrttussteuer handelnde Theil wenig sympathisch sei, da er große Belästigungen bringe. Seine Freunde könnten der Quittungssteuer nur näher treten, wenn für dieselbe Abstufungen eingeführt würden. Er freue sich, daß sich Gelegenheit biete, den gegen seine Freunde erhobenen Vorwurf besonderer Börstn- freundlichkett zurückweisen zu können. Uebrtgens sei die Börse seit der Zeit, da Lasker in diesem Hause scharfe Kritik an ihr übte, besser geworden, was allerdings nur eine Folge des neuen Actten- gesetzes sei. Redner wendete sich beiläufig gegen die Angriffe, welche seitens der Herren Bebel, Richter und Anoeren gegen die Armee und speciell das Osfiziercorps gerichtet worden sind, wurde aber vom Präsidenten ermahnt, sich an der Vorlage zu halten. Was die Anlagen der ausländischen Anleihen betreffe, bet denen große Summen verloren wurden so könnte man sagen, das Publikum sei selbst Schuld daran, es brauchte ja nicht zu speculiren; aber es fehlte leider eine amtliche Auskunftsstelle. (Zuruf: Geheimer PapterrathI) Leider werde das Publikum durch die Preffe vielfach irregeführt; die Presse bringe, was ihr von Interessenten mitgetheilt werde und erfülle ihr Amt als Geheimer Papterrath nicht. Eine Verminderung der Börsenspeculatton mag für die Börse nicht angenehm sein — das Publikum erleidet keinen Schaden dabet. Viele Provtnztalbankters veranlaßten das Publikum zu Speculationen und unterstützten wenigstens die Neigung dazu. Die Berliner Börse hat durch den Sei Du im Geiste bei mir, lieber Leser, ich will Dir die Geschichte eines freudelosen Menschenlebens erzählen, das seinen Abschluß sand in einer kalten, mondscheinbeglänzten Winternacht im Walddorf. • ♦ * Jahre sind verstrichen seit meiner sonnigen Kinderzeit, seit den Tagen, an denen ich umherstrich zwischen den hohen Waldesbäumen- eine lange Zeit trennt mich nun schon von dem „Lenz des Lebens". Aber noch frisch und lebendig hasten die Erinnerungen an diese frohe Zeit im Gedächtniß des Mannes, der jetzt die vergilbten Blätter in Händen hält, auf denen mit großen ungefügigen Schriftlichen die Geschichte deines Lebens verzeichnet steht, niedergeschrieben von deiner schweren Hand, alter Jochen Klaus. Und wie es rauscht in den Blättern in meiner Hand, aus denen eS emporquillt wie grüßender Laut deiner Heben, sanften Stimme, da sehe ich auch vor mir dein treues Antlitz, Zug um Zug! Ich sehe die breite Stirn, die Locken des üppigen Haares, die so weiß sind wie der Schnee da draußen. Ich blicke in deine blauen Augen und wundere mich wieder einmal über ihren hellen, milden Glanz, ganz wie damals, als ich noch ein kleiner Junge war. Ich bemerke das eigene, schmerzliche Zucken deines Mundes, deine hohe Gestalt richtet sich vor mir auf, die die Bürde der Jahre nicht zu beugen vermochte, die nur zusammensank, wenn du dich allein wußtest aus den Feldern, wo du die Schafe des Dorfes triebest- dann rannen wohl auch aus den Augen, die so kindlich blicken konnten, unaufhaltsam heiße Thränen in deinen ^Bart- du rangst die Hände im Gebet um Verzeihung für deine Schuld. Wenn ich aber beb dir weilte, stundenlang, halbe Tage lang, dann haftete sroheS Lächeln aus deinen Zügen, du wurdest nicht müde, mir zu erzählen von deinen Seefahrten und ihren Abenteuern, du bautest für mich aus Baumrinde gar kunstvoll die stolzesten Schiffe, du lehrtest mich, wie man den scheuen Hänfling zähmt und den störrischen Buntfink gefügig macht, daß er anhebt mit seinem schwermüthigen Gesang. Wenn die Brüder und Spielgenoffen durch die Fichten schwärmten, wenn ihre Papierdrachen flogen über der Haide, dann saß ich bei dir am Waldrande, während um uns die Schafe weideten, und ich horchte mit glänzenden Augen und heißen Wangen deinen Erzählungen. (Schluß folgt.) ■nationalen Aufschwung dm größten Vortheil gehabt, erheblich mehr al- beispielsweise die Landwlrthschaft. Tie Bauern sind deshalb doch gute Patriotm. Nun solltm sich aber die Börsenkreise nicht ablehnend verhaltm, wenn auch ihnen Opfer für die Allgemeinbeit zugemuthet roeröen. (Beifall rechts, lebhafte Unterbrechungm seitens der Socialdemokraten und VoUSparteiler.) Aba. Liebermann von Sonnenberg (Deutschsocial) beglückwünscht die nationalliberale Partei zu der Rede deS Vorredners, proleftht aber einer Bemerkung desfelbm gegenüber dagegen, daß es etwas Erfteuliches sei, roenn ein preußischer Lieutenant eine jüdische Bankierstochter heiraihe; daS giebt keine gute Mischung. (Heiterkeit.) Der Finanzminlst.r möge seine große Beanlagung dazu benützm, daß wir bald ein Börsen - Organisationsgeietz erhaltm. ES ist zu bedauern, daß man sich auf ein schwaches Surrogat als Ergebniß der Börsen-Enauete gefaßt machen muß. Die Antisemiten bekämpfm weder jüdisches noch (Kapital überhaupt; sie unterscheiden vielmehr zwischen schädlichem und nützlichem Capital. Ersteres finbet sich nicht an der Börse. Wenn alle Unzufriedenheit nur der L-ocial- demokratie zu Gute kommt, so hat diese keinm lebhasterm Förderer als den Reichskanzler, der durch seine Reden die größte Unzufriedm- heit hervorgerufen habe. Aber es ist glücklicherweise nicht wahr, daß alle Unzufriedmheit eben nur der Socialdemokratie zu Gute komme. Richter hat gesagt, man werde nun wobl Räubergeschichten von der Börje erzählen. Ja, waS kann man denn sonst von der Börse erzählen? (Heiterkeit.) Singer behauptete, die Landwirthe wollten sich nicht einschränken. Er möge nur einmal nach Osten gehen, dort werde er sehen, wie sehr dort die LebmShaltung heruntergegangen ist. Singer möge doch seine Gmossen zur Einschränkung anhalten; der Prozeß Löwy hat da einen Einblick gewährt. (Singer ruft: Ein Mann, der Ehrenscheine unterschreibt und nicht bezahlt, steht Löwy näher.) Sie wiederholm damit Insinuationen, die ich schon wiederholt als unwahr nachgewiefen habe. Sie machen sich damit zu Genossen von Wucherern. (Singer ruft; Unverschämtheit! Frechheit! — Großer Lärm. Lebhafte Zwischenrufe.) Ich verbitte mir, mir Vorfchriftm darüber zu machm, was ich zu sagen habe. Der Präsident wird mich schon zur Ordnung rufen, wenn ich dazu Anlaß geben follte. (Richter ruft: Wenn aber der Präsident nicht aufpaßt! Vicepräsident Frhr. v. Buol rügt, daß ein Mitglied des Hauses einem anderen Unwahrheit vorwerfe.) Redner führt dann die Noth- wmdigkeit einer gründlichen Reform der Börse aus und verlangt insbesondere Unterdrückung der Differmzgeschäfte. Wenn es bisher nicht möglich war, die Unterscheidungsmerkmale zwischen Lieserungs- und Difterenzgeschästen festzustellen, so muß man eben weiter danach suchen. Uebrigens sind sowohl von juristischer wie von kaufrnännijcher Seite Vorschläge für solche Merkmale gemacht worden, die als Grundlage dienen können. Zu bedauern ist, daß d,e Quittungssteuer mit der Börsensteuer verquickt worden ist; hoffmtltch gelingt eS der Commission, die Vorlage zu jetlegen. Vicepräsident Frhr. v. Buol ruft nachträglich auf Grund des stenographischen Berichts den Abg. Liebermann v. Sonnenberg zur Ordnung und rügt die Zwischmruse Singers. Abg. v. Komierowskt (Pole) spricht sich im Allgemeinen für die Vorlage, insbesondere für die Börsensteuer au8 und wünscht, daß der Commission die Berichte der Börfe-Enquete-Commission unterbreitet werden. Staatsfecretär v. Bötticher ist gern bereit, das ganze Material der Börsen-Enquete-Commifston oorzulegen, sobald er sich im Besitz desselben befinden werde. Abg. v. Ploetz (cons.) vertheidigt den Bund der Landwirthe gegenüber dem Reichskanzler. Der Bund habe allerdings ein festes Programm: Scharfe Heranziehung der Börse zur Steuer und Börsenreform, Doppelwährung und Aufrechthaltung des Fünsmark-ZollS. Wenn wir das erreicht haben, so werden wir mit weiteren Wünschen kommen. (Heiterkeit.) Die Vorlage anlangend wünscht Redner schärfere Besteuerung der Differenzgeschäfte und einen procentualen Checkstempel, sowie eine besondere EmifsionSsteuer. Der daraus resultirende höhere Ertrag könnte zur Deckung für den Wegfall deS Quittungs- und Frachtbriefstempels dienen. (Beifall.) Staatsfecretär Graf PosadowSky: Der Quittungs- und Checkstempel war ursprünglich als TranSmisstonsabgabe geplant, wird aber eine andere Behandlung gewünscht, so wird die Regierung bezügliche Vor schläge gern entgegennehmen. Eine besondere Emissionssteuer erweist sich als nicht durchführbar. Abg. Dr. Osann (nall.) kann sich mit einem Theil seiner Freunde nicht davon überzeugen, daß eine Reichs-Einkommensteuer undurchführbar sei. In 6 bis 10 Jahren werden wir dieselbe haben. DaS ganze Volk hat die Worte des Reichskanzlers vor der Bewilligung der Militär Vorlage dahin verstanden, daß zur Deckung nicht auf Steuern zurückgegriffen werde, welche die breite Masse belasten. Der Reichskanzler hat diesen Wechsel sehr schlecht eingelöst. (Beifall links.) Die Stempelsteueroorlage geht in vielen Punkten nicht weit genug. ES fehlt die EmifsionSsteuer. ES sind schon schwierigere Sachen vollbracht worden, auch auf finanzpolitischem Gebiet. Die Differenzgeschäfte sind zu unterdrücken; ich würde wie einer Bestrafung deS Hazardspiels so auch einer Bestrafung der Börsenspeculation zustimmen. Die Lotteriesteuer kann auf lOpCt. erhöht werden. Dagegen kann ein Theil meiner Freunde für den Quittung?- und Frachtbriefstempel nicht stimmen. Abg. Meist (Soc.) legt Papiere vor, welche beweisen sollen, daß eine große sehr patriotische Firma, die nach Millionen Umsätze hat, große Wechjelstempelsteuer.Defraudationen verübt habe. Redner empfiehlt ferner die Reichseinkommensteuer und verwirft entschieden die Steuer Vorlagen der Regierung. Staatssecreiär Graf v. PosadowSky bestreitet unter Mit- theilung deS Wortlauts der betreffenden Aeußerungen, daß die Steuervorlagen mit den Versprechungen deS Reichskanzlers In Widerspruch ständen. Abg. Graefe (Resormp) erklärt, daß seine Freunde für die Börsen- und gegen die Quittungssteuer stimmen. Sie behalten sich vor, in der zweiten Lesung anderweite Steuervorschläge zu machen. Aba. Gras Arnlm-MuSkau (Ro.): 233enn die Börse heute verödet ist, so ist daS eine Folge der allgemein ungünstigen Geschäftslage, Sie wieder in der Rothlage der Landwlrthschaft ihren Grund hat. Mit den Handelsverträgen beffert man die Lage nicht, wenn man nicht gleichzeitig die Lage der Landwlrthschaft bessert. Unterbleibt dleS, so wird auch die neue Börsensteuer keine Mehrer träge bringen. Rückstchtlich der Börfen-Enquete Commission möge man sich keinen großen Hoffnungen hingeben nach der Haltung der Re- gierungSoertreter in der Commission. Staatsfecretär v. Bötticher erklärt die Besorgniß deS Vorredners hinsichtlich deS Börsen-Enquete-ErgebnlffeS für unbegründet. Abg. Dr. Meyer weist die Angabe zurück, daß die frei finnige Vereinigung durch Hülfe der Börse gewählt sei. Die Vorlage wird an eine 28er-Commission verwiesen. Nächste Sitzung Samstaa 2 Uhr. Tagesordnung: Initiativanträge (Aufhebung von Strafhaft von Abgeordneten, WirlhfchaftS- verelne, Abänderung des JnvaliditätS- und AlterS-VerficherungS- gesetzeS). Neueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 7. December. Die Budget-Commission hat sich nochmals mit dem Gesetzentwurf, betreffend Gewährung von Unterstützungen an Invaliden av.S Kriegen vor 1870, beschäftigt und den gestrigen Adänderungsantrag Singers zu § 6, Abs. 2, ausgehoben. ES wurde ein Antrag angenommen, welcher dahin geht, diese Novelle in den Nahmen der früheren Gesetzgebung einzufügen. Im Uebrigen wurde die Novelle angenommen. Berlin, 7. December. Ahlwardt, welcher gegen» j »artig in Plötzensee eine Strafe von 5 Monaten verbüßt, 1 will eine nochmalige Verhandlung deS JudenflintenprozeffeS herbeiführen und har bereits einen Antrag um Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Er glaubt, durch nachträglich erhaltene Beweismaterialien die Richtigkeit der seiner Zeit erhobenen Behauptungen beweisen zu können. Berlin, 7. December. Der BundeSrath berieth in seiner heutigen Sitzung die Denkschrift über daS Patentgesetz vom 7. April 1891, sowie die Denkschrift über da« Gesetz, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern, vom 1. Juni 1891. Außerdem wurde die Neuwahl von 5 Mitgliedern der Commission für Arbeiterstatistik vorgenommen, sowie die Ausschußberichte über den Entwurf der Bestimmungen wegen NachmittagSpausen der in Spinnereien beschäftigten jugendlichen Arbeiter berathen. Berlin, 7. December. Die deutsch-socialen Antisemiten Liebermann von Sonnenberg und Genoffen haben einen Antrag eingebracht, den Personen, die nicht in Deutschland geboren und erzogen find, die dauernde, berufsmäßige Beschäftigung mit der Seelsorge, dem Jugendunterricht und der Erziehung zu verbieten. Berlin, 7. December. Nach dem „Reichsanzeiger" kamen vom 24. November bis 7. December 19 Cholerafälle im Oder- und Elbegebiet vor. Bilbao, 7. December. Heute findet ein großes Protest- Meeting gegen den spanisch-deutschen Handelsvertrag statt. Die Spitzen der Handels- und Jnduftriewelt werden daran theilnehmen. itoeater rrn- pesvinzleller. Gießen, den 8. December 1893. Z. Neues Theater. „Das Schloß am Meer", Schauspiel in 5 Acten von Oskar Waltherr. — Neben manchen sentimentalen ©eenen zeigt das gestrige Stück viele Situationen von wirklich dramatischer Kraft, so vor Allem an den Stellen, wo „Roderich" in die Handlung eingreift. An dieser Figur hängt mehr oder weniger der Erfolg des Ganzen, durch sie treten die anderen Charactere erst eigentlich scharf und markirt hervor, sobald jedoch Roderichs Gestalt vom Schauplatze weg ist, verschwimmt in fast allen Fällen die Characterisirung der anderen Personen und bann treten jene sentimentalen ©eenen ein, die nur an unser Mitgefühl appelliren, ohne uns völlig zu befriedigen. — Die Wiedergabe des Stückes zeigte in allen Theilen eine sorgfältige Einstudierung und gehörige Durcharbeitung. Die Trägerin der Hauptrolle „Hedwig", Frau Anni Reiners, zu deren Benefiz die Vorstellung war, beherrschte ihren Part so meisterlich in allen Nüancen, daß sie nicht nur die wirkungsvollen Momente mit vollkommener Bravour zum Ausdruck brachte, sondern auch da, wo der Dichter den Darsteller ziemlich im Stiche läßt, den Beschauer angenehm über diese Punkte hinwegzutäuschen wußte. Neben den rauschenden Beifallsänßerungen erwähnen wir noch drei prächtige Rosen- bouquets, durch die die Künstlerin für ihre trefflichen Leistungen geehrt ward. Die Figur des „Roderich" war in Herrn Stückel ganz passend vertreten, wenigstens so lange wir noch den jungen Roderich vor uns hatten, in den späteren Parthien glauben wir, wären dieser Rolle noch manche dankbare Seiten abzugewinnen gewesen, besonders durch ein energischeres Betonen der Momente, in denen uns Roderich als der gereiste Mann entgegentritt. Herr Niemeier (Maximilian), Herr Reiff (Ferdinand) und Fräulein Wehn (Gräfin) ließen nichts zu wünschen übrig. Sowohl die „Frau Feldern" des Frl. Schumann, als der „Franz" des Herrn Gohr hätten, Erstere besonders im Reden, Letzterer in den Bewegungen, etwas bedächtiger erscheinen können, wodurch der Ausdruck des Alters mehr hervorgetreten wäre. Recht betrübend war es, daß trotz der gebotenen tüchtigen Leistungen das Haus so schlecht besetzt war. Herr Director Reiners thut Alles, um dem Publikum etwas Vollendetes zu bieten. Er hat, wie wir dies schon des Oefteren hervorgehoben, ein sehr leistungsfähiges .Personal engagiert, führt fortwährend die neuesten Stücke auf, verpflichtet hervorragende Gäste und sorgte endlich für die so viel begehrte Zwischenactsmusik. Wir meinen, was an ihm liegt, hat er gethan, eS sei nun Sache des Publikums, hier helfend beizuspringen durch recht eifrigen Besuch der Vorstellungen. Hoffentlich verfehlen diese Zeilen ihren Zweck nach dieser Seite hin nicht. Z. Seit einiger Zeit hält der hiesige Cchachclub seine regelmäßigen Spielsitzungen jeden Dienstag Abend im „Aquarium", dem Local des Herrn Jaskowski, ab. Der Schachclub verfügt über eine ansehnliche Bibliothek, sowie ein ausreichendes Spielmaterial und besitzt auch ein kleines Baar» vermögen, so daß er mit ganz geringen Beiträgen auskommen kann. Es wäre zu wünschen, daß dem Club von Seiten Derer, die sich sonst für das edle Spiel interessieren, eine freundliche Theilnahme entgegengebracht wird. Anmeldungen entgegenzunehmen ist Herr JaSkowSki vom Clubvorstande ermächtigt. Anfängern würde bei genügender Betheiligung durch theoretische Gurte Gelegenheit geboten werden, daS Spiel von Grund auf zu lernen. ** AIS Mittel, die Kinder zur Artigkeit anznhalteu, gilt in diesen Tagen der Hinweis auf daS nahende Weihnachtsfest. Die neue Puppe, der ersehnte Baukasten, das gewünschte Steckenpferd — all daS rdlrb von bem Weihnachtsmann nur gebracht, wenn bie Kinder recht folgsam und artig sind. Nur in dem letzteren Falle dürfen sie — so erzählen zu öfteren Malen Papa und Mama — jenes so wichtige und ernste Schriftstück abfaffen, daS für bie jüngeren Kinber ber Brief an ben Weihnachtsmann, für bie älteren ber Wunschzettel heißt. Jetzt sinb bie Tage ba, ba ber Wunschzettel geschrieben wirb, aber wenn er nützen soll, muß er burch andauernde Artigkeit unterstützt werben. ES ist bieS ein weit verbreitetes Erziehungsmittel, baS trotzbem aber nicht ganz ungefährlich ist. DaS ftinb soll folgsam und artig sein, auch roenn kein befonberer Lohn ihm winkt. Die Strafe, welche Eltern aus bteser ErzlehungSmethobe ziehen, ist oft, baß die Kinber nach dem Weihnachtsfeste in besto ungezügelterer Weise sich gehen laffen, denn bann sinb keine Geschenke mehr zu verscherzen, dann find besondere Preise auf bie Artigkeit nicht mehr gesetzt. Daher muß auch tiefe Gepflogenheit mit Verstänbniß auSgeübt werben. § Nappettenttd, 7. December. ES bürste ein seltener tjaü sein, baß eia Gesetz, welches inS Leben gerufen worben ist, um Arbeitern im Falle ber Erkrankung burch finanzielle Unterstützung theilweisen Ersatz für ben auSfallenben Berbienft zu geben, eben bie Veranlassung gibt, baß Arbeiter an der Arbeit und somit dem Verdienst gehindert werden. Zwei Rotten hiesiger Holzmacher, bestehend auS 16 Mann, roeldje schon über 20 Jahre als solche gearbeitet haben, werden von Gr. Oberförsterei Hainbach zur Arbeit nicht zugelaffen, weil sie keine Ausnahme in ber Ortskrankenkasse erhalten können. Nach ben Bestimmungen beS OrtSkranken» kaffengesetzes sollen Arbeiter in biejenige Ortskrankenkaffe einer Gemeinde aufgenommen werben, auf beren Gemarkung sie beschäftigt werben. Da bie hiesigen Holzmacher in staatlichen Walbungen, welche in ber Gemeinbe Ermenrob liegen, beschäftigt werben, so verweigert bie hiesige Ortskrankenkaffe bie Annahme ber Holzhauer. Die Gemeinde Ermenrod verweigert ihnen gleichfalls die Annahme, da die Holzhauer in staatlichen Waldungen beschäftigt und hierdurch die Gemarkung öfters wechseln. So ist denn eine Anzahl Leute schon wochenlang ohne Arbeit und Verdienst geblieben in einer Zeit, die ohnehin nicht viel ober keinen Verdienst gibt. Unwillkürlich drängt sich hier die Frage aus: welche »ranken- kasse muß nun bie qu. Arbeiter aufnehmen? Denn yir Aufnahme ber Arbeiter sinb ja boch eben tiefe Kaffen ge- grünbet worden. Die Beantwortung dieser Frage liegt im Interesse der Allgemeinheit. Laubach, 6. December. Am 4. b. MtS., AbenbS 8 Uhr fanb im Kircher scheu ©aale bahier eine öffentliche Versammlung beS jungen christlich. socialenVereinS für Laubach unb Umgegenb statt. Trotz echten „WusterwetterS" war bie Versammlung von etwa 100 Zuhörern au« Nah unb Fern besucht. Nachbem der Vorsitzende, ©e. Erlaucht der Graf zu ©olms-Laubach, die Versammlung aufgefordert hatte, ihrer Entrüstung über das jüngste Attentat auf ben Kaiser unb ihrer Liebe und Treue gegen daS ReichSoberhaupt durch den Ruf „Hoch lebe der Kaiser" Ausdruck zu geben, ergriff der Redner des Abends, Herr Chefredacteur Oberwinder au« Berlin, das Wort, um in fesselnder unb vielseitiger Weise das Thema „Was wollen bie Christlich-Socialen?" zu be- hanbcln. Er ging au« von ber neuen Zeit, ber Zeit ber Maschinen, in ber burch gänzlich veränberte ProbuctionSweise bie sociale Noth entftonb; er zeigte, baß ba« vermeintliche Heilmittel bafür, die schrankenlose, wirthschaftliche Freiheit, sein Versprechen nicht gehalten, unb führte weiter auS, baß eine neue Zusammenfassung ber Kräfte nur möglich uni au«- sichtsvoll ist auf bem Boden der Autorität, der Religion, be« ChristenthumS. Darauf entwickelte sich eine kurze DiScussion, in ber ein gegensätzlicher Stanbpunkt nicht vertreten wurde. Nachdem der Vorsitzende bem offenbar allseitigen Gefühl be« Dankes gegen Herrn Oberwinder Ausdruck gegeben hatte, auch bie Nichtmitglieber bringend zum Besuch unserer Monat«- Versammlungen aufgeforbert worben waren, würbe bie Versammlung geschlossen. — Etwa zwanzig Herren melbeten sich barnach zum Eintritt in ben Verein. Gr. A. «M Groß-Felda, 7. December. Der gestrige Weihnacht S- markt nahm einen sehr guten Verlauf. Prächtige« Winterwetter mit mllber Temperatur führte Schaaren von Marktbesuchern au« ber Umgegenb herzu. Die Krämer, namentlich solche mit WinterbekleibungSartikeln, machten gute Geschäfte. Ein Viehmarkt war mit tiefem Markt nicht trerbunben. -t Schotten, 6. December. Der Vogelsberg hat nicht blo« große Schätze an Brennmaterial über ber Erbe, fonbern auch i n betreiben. Kürzlich würbe von neuen Braunkohlenlagern beim Heffenbrücker Hammer berichtet. Wir sinb heute in ber Lage zu berichten, baß sich in ber Gemarkung unserer Nachbargemeinbe Breungeshain ein großeSTorflager befinbet, baS in aller Nähe auflgebeutet wirb. Der Eigen» thümer bes Torflager« ist ber Staat- er hat e« an Herrn F. Eichelmann, Backsteinfabrikant unb Ziegeleibesitzer zu Berstabt i. b. W. verpachtet, welcher sich auf tiefe Arbeiten versteht. ES tourbtn bereit« mehrere Tage Versuche gemacht, bie aber ber ungünstigen Wasser- unb WitterungSverhältnifle wegen unterbrochen würben. Der Pächter zahlt für ba« Hectar (— 4 hessische Morgen) ober 10000 Quadratmeter 500 Mark Pacht, wonach sich ber Quabratmcter auf 5 Pfge. berechnet. Auf biefe Weise wirb au« ber sterilen Fläche ein schöner Ertrag erzielt. — Unsere Vogelsberger kleinen Land- wirthe könnten au« ben großen Weibeflächen, welche recht bescheibene Erträge liefern, viel höhere Einnahmen erzielen, wenn sie sich nur von ihren alten Gepflogenheiten etwa« lo«-- machen wollten. Der Vogelsberg ist sehr wafferreich. Dal feuchte Element eilt fast ungenutzt von bannen. Wenn sich die Gemeinden dazu entschlöffen Meliorationen vorzunehmen, könnten viele Gemeindemitglieder einen lohnenden Verdienst haben, wodurch das auszuwendende Verbesserung-Kapital boch toieber in ber Gemeinbe selbst verbliebe. Nach wenigen Jahren aber wäre ba« aufgeroanbte Capital wieder vollständig ersetzt, denn Grundstücke, welche ent« unb bewässert werden, tragen alßbalb ba« Doppelte von bem, wa« sie vorher trugen. Ihre Zeitung hat schon öfter« Beispiele au« der Provinz Oberhessen über solche Verbesserungen gebracht. Wenn Grunbstücke in solcher Weise verbessert worden sinb, dann können ihnen weber Dürre, noch Kälte, noch Nässe viel anhaben unb solche Nothftänbe unb Viehdecimirungen, wie sie ber heiße Sommer unseligen Anbenken« brachte unb die noch lange nachwirken werden, kämen so leicht nicht wieder vor. E« ist aber auch nöthig, daß sich unsere kleinen Landwirthe noch mehr um ben Wiesenbau kümmern, al« e« seither geschehen ist. Sie können gar nicht« bessere« thun, al« ihre Söhne grünblich im Wiesenbau unterrichten lassen, benn wa« in M-« ®‘91 W'-Ä jritWT bftB w ftnb w Malksgcba' <»i manchen leidigen^ ^aracitr AsWienansse Kiebloerbiente «riuft °°d cm *•** ioto -- f r(rf4l‘bt .aKmensnomei jntneflt die Steifer enig' ’M Slöyring. Nachmittag । soeben seine! Maria Daba Lier ringttrol ter eiter lidtn nab weil feine DaLm fortzuse mittels! Nevolo aus sich selbst habe seine ? habe auch der wurde verhaft e Ftauls Seniorenchef Louiö Wer • DieS sand am 30. bei Herr La unb eine gro eingtfunben hc war festlich erschienenen [ jog ben feierl faamtlttn InS unb bie mit l mit einer tirstt welche DvM hrrauSgrzogen, zu Haden, wo empfangen soll Albrecht zu Z grünber biefer. 'chöoen Feier t pckz bie Altei Die Feier roy Herrn Hauptle Atdrr schön v ichünen, fonnij «richaffen. £ echauß'scheu H Fachkennin «äuwr sind pr 2hrer Durchs . 9eld)mad auSge k'acon aug bem ütttt zu gewinn ■*“' »ch, I, fr « < W tart ,i statt, bei ’Mui Watftaft, i «chl-i Wann “"iHiliitra o. M«i iw H°! ä? * SSi; ’°rod fkrdurch die ®t, 2 •’** *» geblieben io ”en ^»dienst gibt 11 • WSranh W Denn w d'ese Schn je- Frage liegt in Abends 8 Uhr gliche Versammelns für Laubach Wetters» war die 16 md fytn Mt Ut Bras za «fort hatte, ihrer ll den Kaiser vod überhaupt durch bm geben, ergriff der r Obeminder an! 3 vielseitiger Weise Socialen?" zu bc- Zeit, der Zeit der te ProductionSweise i das vermeintliche gastliche Freiheit, :e weiter aus, datz ir möglich uni ans- it, der Religion, des !nt turje iDiicuffio^ vertreten wurbt. ieitM TrM des xtti yybtn hatte, uch unserer MonatS- ren, wurde die Verirren meldeten ffch Gr. A. ttigeWeihnachts- Prächtiges Winter- chaaren von Markt- Krämer, nameM chten gute Geschäfte, icht verbunden, ogelsberg hat * !i der Erde, sondern neuen Braunkohlen« htet. Wir sind heute r Gemarkung unserer roßeSTorfkager wird. Der Eigen- r hat es an Herrn Ziegeteibesitzer zu , aus diese Arbeiten itte Versuche gemacht/ öitterungsverhältniffe .oooo Ml»«« B fttrili« gl* 'ebener !(ei"«"Sa* S* *2 Sss !le aus der en 0(brflt,M«n t Mben A M rlte, nflL wir sie hdec^Lnch la^ t n>/^r Xn.;ahe noch -- 'Ä< t, Jw« 1,16 milderen Gegenden der Obstbau ist, daS ersetzt im rauhen BogelSberge der Wiesenbau. Wer heutzutage nicht tüchtig mit vorwärts strebt, der kommt hintendran und hat mit Recht das Nachsehen. Friedberg, 5. December. Man will berechnet haben, daß in der hiesigen Stadt gegen 500 Personen a n der Influenza erkrankt sind- die Aerzte find über Gebühr angestrengt. Die beiden unteren Klaffen deS Lehrerseminars find auf 8 Tage in ihre Heimath beurlaubt worden, um die Anstaltsgebäude einer gründlichen Desinfection zu unterwerfen. In manchen Familien sind fast alle Mitglieder von der leidigen Krankheit ergriffen, die zum Glücke keinen bösartigen Character hat. Bad-Nauheim, 5. December. Der langjährige hiesige Brunnenaufseher August Rack, der vor einem Jahre in wohlverdienten Ruhestand getreten war, hatte sein Haus hier verkauft und in Fulda, der Heimath seiner Frau, sich wieder ein eigenes Anwesen erworben. Doch nur einige Wochen sollte er sich seines neuen Heims erfreuen; am vorigen SamStag ist er im Alter von 71 Jahren an einem Hirnschlage verschieden. Die aus allen Ländern Europas hier zusammenströmenden Curfremden werden nicht ohne wehmüthiges Jntereffe die Nachricht von dem Ableben des liebenswürdigen Greises entgegennehmen. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 6. December. Der Schreiner Ferdinand Glöhring, geboren am 17. Juli 1873, erschien gestern Nachmittag auf dem 9. Polizeirevier und gab an, daß er soeben seine Braut erschaffen habe. Letztere, die ledige Anna Maria Dahm aus Höchst bei Gelnhausen, sei den 1. Dec. hier eingetroffen, er habe dieselbe heimlich auf einer Mansarde der elterlichen Wohnung, Heidestraße Nr. 16, beherbergt, und weil seine Eltern ihm verboten, das Verhältniß mit der Dahm fortzusetzen, habe er dieselbe mit ihrer Einwilligung mittelst Revolvers erschaffen. Einen zweiten Schuß habe er auf sich selbst abgeben wollen, aber in demselben Augenblick habe seine Braut noch einmal nach ihm gegriffen, und so habe auch der zweite Schuß dieselbe getroffen. Der Thäter wurde verhaftet. * Frankfurt a. M., 7. December. Heute verstarb der Scniorenchef des Bankhauses L. u. E. Wertheimber, Herr Louis Wertheimber, im Alter von 73 Jahren. * Die Einweihung des Solmser Alten HeimS zu Braunfels fand am 30. November Nachmittags 2 Uhr statt, zu welcher der Herr Landrath Stackmann, mehrere Bürgermeister und eine große Anzahl von Geistlichen und Vorstehern sich eingefunden hatten. Der schöne Speisesaal des Altersheims war festlich decorirt und faßte kaum die große Anzahl der erschienenen Festtheilnehmer. Herr Oberpfarrer Bingel vollzog den feierlichen Act der Einweihung und sprach die versammelten ins Heim eingezogenen Alten des Solmser Landes und die mit den DIaconissinnen erschienenen Waisenkinder mit einer tiefergreifenden Rede an, in der er darauf hinwies, welche Wohlthat eS für sie sei, aus ihrer verlassenen Lage herauSgezogen, nunmehr eine christliche Heimstätte gefunden zu haben, wo sie liebevoll Pflege des Körpers und der Seele empfangen sollten. Ihre Durchlauchten Prinz und Prinzessin Albrecht zu Solms-Braunfels hatten es sich als die Begründer dieser Wohlthätigkeitsanstalt nicht nehmen lassen, der schönen Frier beizuwohnen und begrüßte Se. Durchlaucht der Prinz die Alten, sowie die Waisenkinder mit einigen Worten. Die Feier wurde eingeleitet und beschlossen durch den von Herrn Haupllehrer Beckert geleiteten Kind-rchor, der mehrere Lieder schön vortrug. Das Solmser Altersheim mit seiner schönen, sonnigen, gesunden Lage ist wie zu diesem Zwecke geschaffen. Der Umbau des für das Heim angekauften Schauß'schen Hauses ist durch Herrn Baumeister Seiler mit viel Fachkenntniß und Interesse ausgesührt worden. Alle Räume sind practisch, wohnlich und aus dem Erlös der von Ihrer Durchlaucht der Prinzessin veranstalteten Lotterie mit Geschmack ausgestattet und da es gelungen, einen bewährten Diacon aus dem Bruderhause Nazareth bei Bethel als Hausvater zu gewinnen, dem eine ebenso tüchtige Hausfrau zur Seite steht, so ist den Alten ein Heim gesichert, um welches sie mancher besser Gestellte beneiden könnte. Um 4 Uhr fand ein zahlreich besuchtes Festessen im „Solmser Hof" statt, bei welchem mehrere Toaste ausgebracht wurden. * Nordhaufen. 6. December. Ein beklagenswerthes Jagdunglück ereignete sich gestern in unserer nächsten Nachbarschaft, in dem zu der schwarzburg-rudolstädtischen Domäne Schloß Straußberg gehörigen Hainleiteforste. Der Domänenpächter Curt Schneidewind, ein in weitem Umkreise beliebter Mann von etlichen 40 Jahren, erhielt durch einen unglücklichen Zufall von seinem jüngeren Bruder einen Kugelschuß durch die Brust. Obgleich ärztliche Hilfe sofort zur Hand war, starb der Unglückliche nach zwölf- stündigem qualvollem Leiden in den Armen seines verzweifelten Bruders. * Berlin, 7. December. Die Cholera-Ueberwachung im Stromgebiet der Weichsel ist nach einer Bekanntmachung deS Oberpräsidenten von Weftpreußen überall eingestellt worden. * Saarbrücken, 7. December. Auf einem Weiher bei Sanct-Nicolas brach ein achtjähriger Knabe beim Schlittschuhlaufen ein und ertrank, ebenso sein ihm zur Hilfe eilender erwachsener Bruder. * Höchst, 6. December. Dem „Rh. Cur." zufolge starb hier vorgestern im 74. Lebensjahre der in weiteren Kreisen bekannte Hoffeuerwerker Herr C. Vidacovich. * Metz, 5. December. Der Kaiser hatte der Gemeinde Kürzel, in welcher Schloß Urville liegt, eine neue protestantische Kirche versprochen. Dombaumeister Tornow von hier wurde mit der Ausarbeitung eines ProjecteS beauftragt, das (Kostenanschlag 75000 Mk.) vom Kaiser bereits telegraphisch genehmigt wurde, so daß nach Ausarbeitung der Detailpläne die Grundsteinlegung, wie man annimmt, in Anwesenheit des Stifters, im Frühjahr erfolgen wird. Die Kirche ist für 600 Sitzplätze gedacht und im gothischen Stile geplant. * Kopenhagen, 7. December. Noch Meldungen aus Lenwig strandete heute Morgen bei Harbooere die Petroleumbarke „Don Juan" aus Christiansand. Das Schiff wurde sofort zerschlagen, 13 Mann der Besatzung ertranken und nur 3 wurden gerettet. * Trier, 7. December. Bei dem Arrangiren seines zerrissenen Güterzuges wurde der Zugführer Schäfer von dem heranbrausenden Coblenz - Trierer Schnellzuge zermalmt. * Loudon, 7. December. Während gestern Abend in der Drill Hall zu Bristol mehrere Tausend Personen einer Vorstellung dressirter Pferde beiwohnten, brach eine Gallerte zusammen und 200 Personen stürzten hinab. Glücklicherweise wurden jedoch nur zwölf Personen verletzt. — Erst jetzt ist durch Auffindung einer Leiche bekannt geworden, daß in dem letzten großen Sturm der schottische Dampfer „Nyanza" mit 18 Mann Besatzung an der Küste von Cornwall untergegangen ist. * Wien, 7. December. Der von Berlin nach hier über« gesiedelte Bankier Lejeune, aus Dresden gebürtig, hat bedeutende Summen unterschlagen und ist dann flüchtig geworden. Unter anderen ihm anvertrauten Depots veruntreute er ein solches des Grafen Schaffgotsch in Höhe von 20,000 Gulden. Ein Schreiben, welches der Defraudant seiner Frau hinterlaffen, besagt, daß er im Auslande Selbstmord begehen wolle. * Ein seltenes Glück hat ein 94jähriger Mann Namens Martin Christensen in Lynby in Dänemark vor einigen Tagen erlebt, indem er frisch und gesund der goldenen Hochzeit seiner jüngsten Tochter beiwohnen konnte. * 5,235,054 Kartenspiele sind im Jahre 1892—93 im Deutschen Reiche in 46 Fabriken hergestellt worden. Die Erzeugung von Spielkarten hat sich um ca. 800,000 Spiele vermehrt. Auch ein Zeichen der Zeit! * Aluminium. Das Aluminiumwerk in Schaffhausen hat nach Angabe der „Berg- und Hüttenmännischen Zeitung" im Jahre 1892 300,000 Kg. Aluminium erzeugt. Die Production soll in diesem Jahre auf 1,000,000 Kg. gebracht werden. Der Preis des Aluminiums, welcher im Jahre 1885 noch 1000 Mk. pro Kg. betrug, ist schon im Jahre 1886 auf 70 Mk. gesunken und beträgt gegenwärtig 5 Mk. das Kg. * Versäumter Anschluß. Gesängnißgetstlicher (zu einem neuen Sträfling): „Mein Sohn, was ist die Ursache Deines Hierseins?" — Sträfling: „Ich habe den Anschluß an einen Zug versäumt, Hochwürden!" — Gesängnißgetstlicher: „Und deßwegen bist Du hier? Wie ist das möglich, mein Sohn?" — Sträfling: „Ich war Bankkassirer und habe den Anschluß an den Expreßzug versäumt." * WaS es kostet, Lordmayor von London zn sein. Anläßlich des Lordmayorwechsels, der sich soeben in L o n d o n vollzog, wird daran erinnert, daß bei der Errichtung des Mansionhauscs (1753) an Gold-, Silber- und anderen Geschirren für 11531 Pfd. St. angeschafft wurden und von jedem Lordmayor für ungefähr 500 Pfd. St. hinzugesügt wird. Ueberhaupt belaufen sich die Kosten eines Londoner Lordmayors auf unglaubliche Summen. Das Essen, welches er bei seinem Antritte am 9. November giebt, kommt auf 3000 Pfd. Dt. zu stehen, also 60 000 Mark, wovon er selbst die Hälfte trägt, die andere Hälfte von den beiden Sheriffs bestritten wird. Das Gehalt für zwölf Monate beträgt 10000 Pfd. St. Man nimmt an, daß diese Summe ungefähr der Hälfte der Unkosten gleichkommt. Es liegt auf der Hand, daß der Posten eines Londoner Oberbürgermeisters nicht nur einen fähigen, sondern auch sehr reichen Mann erfordert, und daß es Niemand gelüsten dürste, ständiger Oberbürgermeister von London zu werden. * Weibliche Schutzmannschaft. Der Vorstand des Vereins „Jugendschutz" hat an den Polizeipräsidenten von Berlin eine Eingabe gerichtet, worin er um Einführung von „Polizei- matronen" bittet, die sich in verschiedenen Städten von Amerika bewährt haben sollen. Der Vorstand des Vereins ersucht den Polizeipräsidenten, an allen Revier- und Hauptwachen der Stadt Berlin, in denen Kinder, Mädchen und Frauen eingeliesert werden, gebildete Schutzdamen anzustellen, welche die Betreffenden sofort in ihre Obhut zu nehmen haben und die vor allen Dingen darauf zu sehen haben, daß die Unschuldigen von den schlechten Elementen in getrennten Räumen die Nacht über gesondert gehalten werden; sie sollen ferner die Einzelnen zum Verhör zu begleiten haben und sich ihrer annehmen, nachdem sie in ihre Lage eingeweiht sind. „Es ist weder von ungebildeten Frauen noch von vereinzelten Geistlichen, die erst nach der schrecklichen ersten Nacht auf der Polizeiwache mit einigen Mädchen sprechen, irgend ein erheblicher Einfluß auf diese zu erwarten. Wir bitten daher das kgl. Polizeipräsidium im Namen der Menschlichkeit mit der Anstellung solcher gebildeter Schutzdamen, die sich Tag und Nacht abzulösen hätten, sowie mit der erforderlichen Einrichtung der Räume der Polizeiwachen so schleunig wie möglich vorgehen zu wollen." Schiff-nachrichten. (MitgetheUt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.) Bremen, 7. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. November von Bremen und am 29. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Nachts, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 7. December. (Per ttansallantischen Telegraph.) Der Postdampser Stuttgart, Capitän H. Bödeker, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 23. November von Bremen abgegangen war, ist heute, 7 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 4. December. (Hamburg - Amerikanische Packetfahrt- Aciien - Gesellschaft.) Das Hamburg - Newyorker Post - Dampfschiff „Suevia", Capitän Bauer, ist am 3. December, 10 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 5. Decbr. (Hamburg - Amerikanische Packetfahrt- Actirn-Gesellschaft.) Das Deutsche Dampsschiff „Taormina", Capitän Koch, ist am 4. December, 5 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 5. Decbr. (Hamburg-Amerikanische Packetsahrt- Actien - Gesellschaft.) Der Hamburger Dampfer „Stubbenhuk", Capitän Thetle, ist am 4. December, 9 Uhr Morgens, von Hamburwohlbehalten in Baltimore angekoumen. Verkehr, CattO- und Volksrvirthsehaft. — Lebeii-verfi-errrng-- und Ersparnitz-Bank i« Stutt- Sari. In seiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrath auf ntrag der Direction gemäß S 25 letzter Absatz der Statuten die Dividende für die Versicherten für das Kalenderjahr 1894 folgendermaßen festgesetzt: 1. nach Plan A I (altes System): 34pCt. der ordentlichen und extra 17pCt. der alternativen Zusatzprämie; 2. nach Plan AII (neues System): 40pCt. der ordentlichen und extra 20pCt. der alternativen Zusatzprämie; 3. nach Plan B (System der steigenden Dividende): 3pCt. der Gesammt-Prämienzahlung. Die ohnehin mäßigen Tartsprämten der Bank werden durch diese hohen Sähe auf das mindeste Maß «bucht Würde die nach Plan A II für alternative Versicherungen zur Auszahlung kommende Dividende, wie dies bei vielen Gesellschaften der Fall ist, nur auf die ordentliche Jahresprämte verrechnet werden, so ergäbe sich je nach Versicherungsdauer und Eintrittsalter eine Dividende bis zu 70|>6t. dieser ordentlichen Peämte. Die Bank hat dieses Jahr besondere Weihnachtsprospecte herausgegeben, welche auf ihrem Bureau und bet ihren Agenten unentgeltlich verabfolgt werden. kirchliche Anzeigen der* Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 10. December, 2. Advent: In der Stadtkirche: Vormittags 91/! Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dtngeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. Kinderkirche Nachmittags 2>/, Ubr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde im Turnsaale der Stadtknabenschule (Kirchstr.) Donnerstag den 14. December, Abends 8 Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. (Das Gleichniß vom viererlei Acker, Matth. 13). Sonntag den 17. December wird im Abendgottesdienst eine besondere Abendmablsseier für die Matthäusgemeinde gehalten, wozu namentlich auch die in diesem Jahre Neuconfirmtrten aus der Matthäusgemeinde eingeladen werden- Anmeldungen dazu werden Samstag den 16 December, Vormittags zwischen 11 und 1 Uhr im Pfarrhause (Kirchstr.) und vor der Abendmahlsfeier von 4‘/s Uhr an in der Sacristei entgegengenommen. In der Johanneskirche: Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dtngeldey. Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottes- djienst für die Lukasaemeinde- Anmeldungen hierbei beim Pfarrer der Lukasgemeinde am besten Samstag den 9. December, Vormittags zwischen 11 und 1 Uhr in der Pfarrwohnung Bibelstunde am Montag den 11. December, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaale der Johanneskirche: Markus Cap. 9, von Vers 14 an, die alles überwindende Macht des Glaubens. Pfarrer Dr. Naumann- Andacht am Mittwoch den 13. December, Abends 8 Uhr, im Conftrmandensaal der Johanneskirche. Johannes der Täufer. Pfarrer Dingeldey. Am 3. Advents-Sonntag den 17. December: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst für die Jo- hannesgemeinde. Katholische ©emeinbe. Sonntag den 10. December, 2. Advents-Sonntag: Fest der unbefleckten Empfängniß Mariä SamStag: Nachmittags um 4'/, Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6«/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6«/» Uhr erste hl. Messe: um 7‘/g Uhr Austhetlung der hl. Kommunion; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 9 >/, Uhr Hochamt mit Predigt; Abends um öVa Uhr Christenlehre; darauf Andacht mit Segen. Cheviot und Loden ä Mk. 1.75 per Meter Belorrr u. Kammgarn ä „ 2.35 per Meter nabelfertig ca. 140 cm breit, versenden in einzelnen Metern birect an Jebermann Erstes deutsches Tuohversandtgeschäft Oettinger A Co., Frankfurt a. M., Fabrlk-Depöt. Muster bereilwilligst franco inS Haus. (6696 — Kür MalrexNacte, Kindernährmittel und Milchzucker, welche bk Firma Eb. Loeflund & Co., Stuttgart, im Merck Pavillon ausgestellt hat, ist ihr vom Preisrichteramt der Weltausstellung Chicago bte große Mebaille nebst Diplom zuerkannt worben. In hocheleganten Cartons ä 3 Stück kommt für das diesjährige Welhnaohtsfsst die allbeliebte Doering’s Seite mit der Eule in den hiesigen Niederlagen zum Verkaufe. Wir machen alle Hausfrauen, Herrschaften, die junge Damen- und Herrenwelt auf diese Gelegenheit aufmerksam und betonen, daß sich diese Cartons ihrer prachtvollen Ausstattung und Eleganz wegen als ein Geschenk erweisen, das nicht minder repräsentabel wie practisch, nützlich und willkommen ist. Trotz der diesjährigen eleganten Packung ist der Preis um keinen Pfennig gegen bas Vorjahr erhöbt worden. 10053 Engroe-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 5788) Tausendfache- Lob, notariell bestätigt, über Hollstnd. Tabak von B. Becker in Seesen a. Harz. 10 Pfd. sco. 8 Mk. hat d. Exp. d. 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Die uns in diesem Jahre vorgelegte Liste weist wiederum eine recht große Anzahl armer Kinder, Waisen und Halbwaisen, auf, die oft sogar am regelmäßigen Schulbesuche verhindert sind, weil sie der nothdürftigften Kleidungsstücke ermangeln. Wir richten deßhalb auch in diesem Jahre an die Bewohner Gießen» (Raucher und Nichtraucher), die herzliche Bitte, uns durch Uebermittelung etwaiger Elgarrenabsälle, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unfern Fonds erhöhen zu helfen, damit es uns ermöglicht wird, auch am diesjährigen Weihnachtsfeste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete Weihnachlübefcheerung bereiten zu können. Cigarrenabfälle und Geldbeiträge werden bei unseren Sammelstellen, Herren Friseur Gerhardt, Emil Kalbfleisch, Lehrer Franz, Ur. Heuser und H. Schnell gern entgegengenommen. __ Der Verein Jugendfreund. lU0d2J Em brave« junges »üdche« dauernd oder zur AuShülfe sofort gesucht. ________________Marburgerstraße 29. 10115] Sin HauSdürschen gesucht, «ass »vel. 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Am 15. d M- wird die an der Rebenbahnstrecke Stockheim — Gedern belegene Haltestelle Selters für den Gesammt- Güteroerkehr lausschließlich deS Verkehrs mir Corengstofffer,düngen, Lichen. lebenden Thteren und Fahrzeugen) eröffnet. Näheres enthält der mit diesem Tage zur Einführung gelangende Nachtrag I. zum Local Gütertarif Auskunst hierüber, wie auch über den wetteren Inhalt des Nachtrags ertheUen dieGüterabfertigungS- stellrn. Bemerkt wird, daß die in den Nachtrag aufgenommene Ergänzung der besonderen Bestimmungen zu den SS 56, 68 und 69 der Verkehrsordnung (Seite 5/6 des Haupt- tarif») die Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhalten hat. Gießen, den 6. December 1893. __________Grohh Direktion._____10113 Versteigerung. Dienstag den 12. December, Borm. IO Uhr, versteigere ich Lonnenstraße Nr. 7 dahier: eine Bibliothek von ca 1500 Bänden, wissenschaftliche und andere Werke, sowie Bilder, Landkarten und Geschäftsbücher. Catolog liegt in dem Bureau deS Unterzeichneten zur Einsicht offen Ferner Nachmittags 2»/, Uhr im „Adler" dahier (Marktplatz 20): 1 Schretbsecretär, 1 Sopha, 2 Tische, 2 Büchergestelle, 1 Kletderlchrank, 1 Waschtisch 1 Nachttisch, 1 Kleiderständer, 1 Spiegel, i Gardinen-Stange mit6Vorhän^n,2Rctsekoffer,2Btlder 1 silberne Taschenuhr mit goldener Kette, 1 goldener Fingerring, 1 Paar deSgl. Manschettenknöpfe, Herrenkleider und andere Sachen. Beide «ersteigerungen finden bestimmt statt. Samstag, 8. December, Abends 8 Uhr: Feierliche Eröffnung des neuen Vereins- locals bei W e i d i g in der Sonueustraße mit Commers. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. [7083 oopqpq T."C. -ambiag den v. d. M. Alter - Herren - Abend __im Wiener Hof. 10116 Junger Dächsel mit weißer »ruft entlaufen Vor Ankauf wird gewarnt. 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