1893 Samsla, den 9. September 91t. 212 Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gissten Kratisbeikaqe: Hießen er Aamitienblälter. Deutscher Reich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Der Oktzeier Anzeiger «richeinl täglich, «tt Ausnahme de» Montag» Die Sirhener b litter •crttn dem Anzeiger gMHMlich dreimal VkigklegU um vermeintlich der an ihm herrschenden Gefahr zu entgehen. Hiervor ist umsomehr zu warnen, als man bei dem Verlassen bereits angesteckt sein kann und man andererseits durch eine geeignete Lebensweise und Befolgung der nachstehenden Dorsichtsmahregeln besser in der gewohnten Häuslichkeit, als in der Fremde und zumal auf der Reife, sich zu schützen vermag. 3. Jeder, der sich nicht der Gefahr aussetzen will, baß die Krankheit in sein Haus eingeschleppt wird, hüte sich, Menschen, die aus Cboleraorten kommen, bet sich aufzunehmen. Schon nach dem Auftreten der ersten Cholerafälle in einem Ort sind die von daher kommenden Personen als solche anzusehen, welche möglicherweise den Krankheittzkeim mit sich führen. 4. In Cholerazetten soll man eine möglichst geregelte Lebensweise führen. Die Erfahrung hat gelehrt, dah alle Storungen der Verdauung die Erkrankung an Cholera vorzugsweise begünstigen. Man hüte sich deswegen vor Allem, was Verdauungsstörungen Hervorrufen kann, wie Uebermah von Essen und Trinken, Genuh von schwerverdaultcden Speisen. Ganz besonders ist Alles zu meiden, was Durchfall verursacht oder den Magen verdirbt. Tritt dennoch Durchfall rin, dann ist so Man genieße keine Nahrungsmittel, welche auS einem Hause stammen, in welchem Cholera herrscht. Solche Nahrungsmittel, durch welche die Krankheit übertragen werden kann, z. B. frisches Obst, frische« Gemüse, Milch, find an Choleraorten nur in gekochtem Zustande zu genießen, sofern man über die unverdächtige Herkunft nicht zuverläsfig unterrichtet ist. Nach gleichm Grundsätzen ist mit derartigen Nahrungsmitteln zu verfahren, welche aus Choleraorten herrühren. Insbesondere wird vor dem •*» - Im Lause dieses Monats werden aus einem noch auszuwählenden Gelände bei Gienen die Hebungen der Infanterie. Regimenter Nr. 115 und 116 (verstärkt durch da- Jäger- Bataillon 11) ihren Anfang nehmen und es wird sodann die 49. Infanterie - Brigade bis zum 10. September auf dem belr. Felde exerciren. Sodann finden in der Zeit vom 11. bi« 15. September die Brigade. Manöver der verstärkten 49. und 50. Infanterie - Brigaden in dem Dreieck Lich— Wetzlar—Butzbach und in dem Bezirk Butzbach—Usingen— -------------------- ^riedbera—Hunaen—Münzenberg und im Anschluß hieran früh wie möglich ärztlicher Rath einzuholen, die Divisions-Manöver in dem Landstrich Hungen—Gießen o. Man genieße keine Nahrung. Maßnahmen gegen die Cholera. velshrvns über das Wesen der Cholera «nd das während der CholerazeN z« beobachtende Verhalte«. 1) Der Ansteckungsstosf der Cholera befindet sich in den Ausleerungen der Kranken, kann mit diesen auf und in andere Personen und die mannigfachsten Gegenstände gerathm und mit den- selbm verschleppt werdm. , ~ Solche Gegenstände sind beispielsweise Wäsche, Kleider, Speisen, Wasier, Milch und andere Getränke; mit ihnen allen kann auch, wenn an oder in ihnen nur die geringsten, für die natürlichen Sinne nicht wahrnehmbaren Spuren der Ausleerungen vorhanden find, die Seuche weiter verbreitet werden. 2. Die Ausbreitung nach anderen Orten geschieht daher leicht zunächst dadurch, daß Cholerakranke oder kürzlich von der Cholera genesene Personen den bisherigen Aufenthaltsort verlasse», Gebrauch ungekochter MUch gewarnt. 6. Alles Wasser, welches durch Koth, Urin, Kuchenabgange I oder sonstige Schmutzsloff« verunreinigt sein könnte, ist strengstens I jü vernietden.^ Wasser QU§ Kesselbrunnen gewöhnlicher Bauart, I welche gegen Verunreinigungen von oben her nicht genügend geschützt I sind, ferner aus Sümpfen, Teichen, Wasserläufen, Flüsien, sofern I das Wasser nicht einer wirksamen Ftlttatton unterworfen worden ist. I Als besonders gefährlich gilt Wasser, daS durch Auswurfstoffe von I Cholerakranken in irgend einer Weife verunreinigt ist. In Bezug I hierauf ist die Aufmerksamkeit vorzugsweise dabin zu richten, daß die I vom Reinigen der Gefäße und beschmutzter Wäsche herrührenden I Spülwässer nicht in die Brunnen und Gewässer, auch nicht einmal I in deren Nahe gelangen. Den besten Schutz gegen Verunreinigung I drs Brunnenwassers gewähren eiserne Röhrenbrunnen, welche direct I in den Erdboden und in nicht zu geringe Tiefe deffelben getrieben I sind (abessinische Brunnen). 7 Ist es nicht möglich, sich ein unverdächtiges Wasser im Sinne I der Nr. 6 zu beschaffen, dann ist es erforderlich, das Master zu kochen I und nur gekochtes Wasser zu genießen. 8. Was hier vom Wasser gesagt ist, gilt aber nicht allein vom I Trinkwasser, sondern auch von allem zum Hausgebrauch dienenden I Wasser, weil im Wasser befindliche Krankheitsstoffe auch durch das I .um Spülen der Küchengeräthe, zum Reinigen und Kochen der Speisen, i zum Waschen, Baden utw. dienende Wasser dem menschlichen Körper I zugesührl werden können. Ueberhaupt ist dringend vor dem Glauben zu warnen, daß das I Trinkwasser allein als der Träger des Krankheilsstoffes anzusehen I sei ufib daß man schon vollkommen geschützt sei, wenn man nur I i untadelhaftes oder nur gekochtes Wasser trinkt. 9. Jeder Cholerakranke kann der Ausgangspunkt für I weitere Ausbreitung der Krankheit werden und es ist deswegen I rathsam, die Kranken, soweit eS irgend angängig ist, nicht im Hause I »u pflegen, sondern einem Krankenhause zu übergeben. Ist dies nicht I aussührbar, dann halte man wenigstens jeden unnöthtgen Verkehr I von dem Kranken fern. 10. Es besuche Niemand, den nicht seine Pflicht dahin führt, I ein Cholerahaus. Ebenso besuche man zur Cholerazeit keine Orte, wo größere I Anhäufungen von Menschen stattfinden (Jahrmärkte, größere Lustbarkeiten usw.). _, _, , , , 11. In Räumlichkeiten, in welchen sich Cholerakranke befinden, soll man keine Speisen oder Getränke zu sich I nehmen, auch im eigenen Interesse nicht rauchen. 12 Da die Ausleerungen der Cholerakranken besonders ge- | fahrlich find, so sind die damit beschmutzten Kleider und die I Wäsche entweder sofort zu verbrennen oder in der Weise, wie es in । der gleichzeitig veröffentlichten DeSinfectionsanwetsung (II. Nr. 3) angegeben ist, zu destnftciren. 13. Man wache auch auf das Sorgfältigste darüber, daß Cboleraausleerungen nicht in die Nähe der Brunnen I und der zur Wasserentnahme dienenden Flußläufe usw. gelangen. I 14. Alle mit dem Kranken in Berührung gekommenen Gegen- I stünde, welche nicht vernichtet oder desinficirt werden können, müssen in besonderen Desinfectionsanstalten vermittelst heißer Dämpfe unschädlich gemacht oder mindestens sechs Tage lang außer Gebrauch gesetzt und arf einem trockenen, möglichst sonnigen, luftigen Ort auf- I bewahrt werden. I 15. Diejenigen, welche mit dem Cholerakrankm oder dessen | Bett und Bekleidung in Berührung gekommen sind, sollen die Hände und die etwa beschmutzten Kleidungsstücke alsbald besinfictren. (II. Nr. 3 der Desinfectionsanwetsung.) Ganz besonders ist dies I erforderlich, wenn eine Verunreinigung mit den Ausleerungen des Kranken stattgefunden hat. Ausdrücklich wird noch gewarnt mit ungereinigten Händen Speisen zu berühren oder Gegenstände in den Mund zu bringen, welche im Krankenraum verunreinigt sein können, z. B. EH- und Trtnkgeschirr Cigarren. 16. Wenn ein Todesfall rtntritt, ist die Leiche sobald als irgend I möglich aus der Behausung zu entfernen und in ein LeichenhauS zu bringen. Kann das Waschen der Leiche nicht im Leichenhause vorgenommen werden, dann soll es überhaupt unterbleiben. Das Leichendegängniß ist so einfach als möglich einzurichten. I Das Gefolge betrete daS Sterbehaus nicht und man bethetlige sich I nicht an Letchenfestlichketten. m Q, k 17 Kleidungsstücke, Wäsche und sonstige Gebrauchsgegenftände von Cholerakranken oder -Leichen dürfen unter keinen Umständen in | Benutzung genommen oder an andere abgegeben werden, ehe fte des- vieneljährigcr >6onafm die Wg keimt, wirb to mb jfffg al-bald y etmerR-" 4 fr y q. Zeigen. iXfljafit--' Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Ausland. — Die österreichischen Kaisermauover in Galizien haben mit der Anrede des Kaisers Franz Joseph an die von ihm in JaroSlau empfangene polnische Abelsdeputativn eine vielbesprochene Kundgebung hervorgebracht. In der kaiserlichen Rede wird nämlich der polnischen Verwaltung m Galizien wie auch dem polnischen Patriotismus uneingeschränktes Lob gespendet, obwohl die Verwaltung in Galizien Amtliche»' Theil. Bekanntmachung, belr. die Herbslübungen der Großh. (25.) Division; hier die Flurschäden. Alle Annoncen-vureaux de» In- und AuSlandr» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. fei worden. M , Straßburg, 6. September. Die Vorbereitungen zum Empfang des Kaisers sind in vollem Gange. Am Bahnhofe zu Neudorf wird ein großes Zelt errichtet, vor dem der Kaiser nach seiner Ankunft von Metz zu Pferde steigt, um sich auf das Paradefeld zu begeben. Am Tage der Kaiserparade (9. September) werden Sonderzüge nach Straßburg aus anderen Städten des Reichslandes abgefertigt, bet denen das einfache Billet zur Mckfahrt berechtigt. Sammt- liche elsässischen Kriegervereine sollen an der Parade theil- nehmen- ein bevorzugter Platz ist ihnen eingeräumt worden. Der Großherzog von Baden gedenkt bereits am Freitag Abenv hier einzutreffen und wird alsdann eine Serenade von zwanzig Vereinen des elsaß-lothringischen Sängerbundes ent- gegennehmen._________ __ Bersin, ? September. Die glanzvolle Kaiser» woche von Lothringen gehört nun bereits der Geschichte an, zweifellos werden aber die Metzer Kaisertage in der öffentlichen Meinung nicht nur Deutschlands, sondern auch ganz Europas noch lange nachhallen. Haben sie doch vor Allem durch die überaus bedeutsame Rede Kaiser Wilhelms bei der Galatafel der Civilbehörden in Metz eine politische Kundgebung gezeitigt, die überall ihrem Werthe und ihrer hohen Bedeutung nach entsprechende Würdigung findet. Denn klipp und klar sagte eS hierbei der kaiserliche Herr, daß die Lothringer deutsch seien und deutsch bleiben würden, und mtt markanter Betonung erklärte er zugleich, das Deutsche Reich sichere ihnen den Frieden, sie möchten daher ruhig ihren Beschäftigungen nachgehen. Dies ist eine Bekräftigung der Zu- gehörigkeit Lothringens und natürlich auch des El aß zum Deutschen Reiche, wie sie aus so hohem Munde besonderen Eindruck machen muß und einen solchen hat denn auch diese Kaiserrede allenthalben hinterlaffen. Beachtung verdient auch der schließliche Hinweis des Kaisers auf daS deutsche Schwert, nicht aber, als ob in dieser Schlußwendung em bedrohliches Symptom liege, sondern weil sich hierin der feierliche Ent- schluß bekundet, daß Deutschland im Nothfalle zu wahren wissen werde, was es sich einst so schwer errungen. Im Uebrigen hat der Verlauf der Kaisertage in Lothringen von Anfang bis Ende deutlich genug bewiesen, daß die German,- sirungsarbeit auch in diesem Theile des Reichslandes hocherfreuliche Fortschritte verzeichnen kann, daß auch hier das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit Altdeutschland immer lebendiger wird. Selbst die nach Metz entsandten Bertcht- erstatter der Pariser Blätter müssen diese Thatsachc, wenn auch widerwillig, zugeben, und in diesem französischen Zu» | geständnisse liegt wohl die beste Anerkennung der fortschreitenden Verdeutschung Lothringens. Als speziell bemerkens- werth verdient aus den lothringischen Kaisertagen noch die Begrüßungsansprache, die Bischof Dr. Fleck an den Kaffer in Urville richtete, hervorgehoben zu werden, da der Bischof hierbei rückhaltlos die Reichstreue und loyale monarchistische Gesinnung des lothringischen Klerus betonte. _ Nach längerer Pause hat wieder einmal eine I Reichstags Nachwahl stattgefunden, diejenige im Wahlkreise Kattowitz.Oppeln-Zabrze. Sie war dadurch I nothwendig geworden, daß der bisherige Mandatsinhaber, der I Centrumsabgeordnete Letocha, aus Gründen, die mit den I Meinungsverschiedenheiten im Centrum in der Militarsrage I zusammenhingrn, sein Mandat niedergelegt hatte. Herr Letocha I isi nun ift der Nachwahl mit bedeutender Mehrhett gegenüber seinen Coneurrenten, dem Antisemiten Liebermann v. Sonnen- I berg und dem Soeialdemokraten Markowski, wtedergewahlt —Wetzlar—Butzbach statt. I Zur thunlichsten Vermeidung von Flurschäden in Folge der Hebungen ergeht hierdurch an die Grundbesitzer die Aufforderung, ihre Grundstücke noch vor Beginn der Exercitien bezw. Manöver, soweit dies überhaupt möglich ist, abzuernten und diejenigen Grundstücke, welche während der I Hebungen noch mit Früchten bestanden sind, sowie die vor- I zugsweise zu schonenden Ländereien, wozu in diesem I Fahre besonders die mit Futterpflanzen bestellten gehören, durch Anbringen von etwa zwei Meter hohen Stäben mit 1 Strohwischen schon von Weitem erkenntlich zu machen. Zur rechtzeitigen Wahrung ihrer Interessen machen wir die Kreisangehörigen noch auf folgende gesetzliche Bestimmun- I gen aufmerksam: 1) Grundstücke, deren Benutzung bei Truppenübungen I gänzlich ausgeschlossen ist (Gärten, Parkanlagen, H^olz- schonungen, Pflanzgärten:c.) müssen, insofern deren Eigenschaft als solche nicht ohne Weiteres erkennbar I ist, an den Enden durch hochstehende Tafeln mit Aufschrift bemerklich gemacht werden. 2) Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen, I sondern auf andere Weise, besonders dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten Unterlasten haben, begründen keinen Anspruch auf Ver- gütung. 3) Arbeiten und Aufwendungen, von welchen bie Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleich- I falls nicht. Gießen, den 16. August 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior.________________ Gießen, den 16. August 1893. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen MN die Grsßh. Bürgermeister eie« des «reifes. Soweit Ihre Gemarkungen nach vorstehender Bekanntmachung und der Ihnen mit unserem Ausschreiben vom 11. d. M. (Kreisblatt Nr. 190) mitgetheilten Unterkunftsliste voraussichtlich von den diesjährigen Truppenübungen berührt werden, wollen Sie diese Bekanntmachung alsbald und sodann mit Zwischenräumen von 8 Tagen zweimal auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen. Zugleich beauftragen wir Sie, Ihren Polizeibediensteten und Feldschützen ganz besonders die Ueberwachung des Publikums auf den Uebungsfeldern und bei den Biwaks zur Pflicht zu machen, damit Flurbeschädigungen durch dasselbe möglichst vermieden werden. Durch Zuschauer verursachte Schaden werden aus der Mllitärkaste bekanntlich nicht ersetzt. I. V.: Dr. Melior. «1\. M ütyilqp krsily, Antw, Main; Giessen, mgedorf. MÄCT: M" in Hlin Wichtigkeit, ihr Aell. kostens:. [fr einander-ebw, in« und eN tbienung m eint fmattn aus gto Mse gesucht in mit Ängabtm it Staat tc unter oed. d- BI. trtm 1t ituU Vw. »W inbttfltrftrafr nben gute u. freund chc Ausrnchme Seltttl»« S. lWmev 6<$ltr litt wird in em chm Familie «1« osott gesucht stch an die ffpek ÄöbtfNtnM n M Grimmng )btr xox 6rWl ebenso siü \W egenheit jumStjn hule bei rttrich Wwt I (U p. vtt-sd. a-e, MR« OThnmt, für >i l«“'5-®?' ""och auch die Hinneigung der galizischen Polen zu Oesterreich über jeden Zweifel erhaben ist. Es 'gewinnt darum diese Shmbgebung deS österreichischen Herrschers fast den Character einer Demonstration zu Gunsten des Polenthum», daffelbe scheint offenbar berufen, in dem Taaffe'schen Oesterreich mehr denn je die erste Geige zu spiele«. — In Spanien soll die carliftische Agitation fortdauern. Einstweilen scheint die spanische Regierung je- doch noch keine carliftische Gchilderhebung zu befürchten, da gegen eine solche nirgends besondere Maßregeln getroffen sind. Nerreste Nachrichten. Wolst's telegraphische- Correspondenz - Bureau. Berlin, 7. September. Die Stadtverordneten-Berfamm- lung genehmigte heute ohne Debatte 10000 Mark al- Beihülfe zur Linderung des durch die Brunnencataftrophe in Schneidemühl entstandenen NothstandeS. Bremen, 7. September. Die Hauptversammlung des Guftav-Adolf-BereinS sprach die große Liebesgabe im Betrage von etwa 18 000 Mark der Gemeinde Troppau in Oesterreich-Schlesien zu. Als Ort der nächst, jährigen Hauptversammlung wurde Darmstadt gewählt. CourcelleS, 7. September. Bei dem heutigen Manöver commandirte der Kaiser daS 16. CorpS, das durch die aus der Pfalz über Falkenberg anrückende 5. bayerische Division verstärkt war. DaS CorpS kam gegen 9 Uhr an. Der Kaiser hatte den Höhenzug zwischen WaibelSkirchen und MemerSbronn besetzt und zur Bertheidigung eingerichtet. Das 8. CorpS versuchte nach einem Artilleriekampf von Norden auf den rechten Flügel des 16. Corps zu drücken. Um 10 Uhr b^°hl der Kaiser einen Offensivstoß seines rechten .Flügels, gebildet auS der 34. Division- mittlerweile waren die Bayern herangerückt und umfaßten den linken Flügel des Gegners, der zwischen der 34. und bayerischen Division vorging; die Cavalleriedivision attakirte zugleich- der linke Flügel deS achten CorpS wurde zum Rückzug gezwungen- dagegen machte der rechte Flügel einen schneidigen Vorstoß, wobei die 4. Husaren, 7. Dragoner und die hessischen Dragoner bis in die Batterien der CorpS-Artillerie des 16. CorpS kamen. Vorstoß konnte aber nach den großen Erfolgen des 16. CorpS auf dem rechten Flügel den Rückzug des 8. CorpS nicht aufhalten. Um 11 Uhr wurden die Bewegungen eingestellt. DaS Wetter ist trübe und windig- wenig Regen. Augsburg, 7. September. Der 22. Deutsche Juristen tag ist heute eröffnet worden. Zum Vorsitzenden wurde durch Acclamation der Wirkliche Geheime Oberjustizrath Dr. v. Gneist gewählt. Der bayerische Justizminister, Frei. Herr v. Leonrod, begrüßte die Versammlung im Auftrage des Prinzregenten und wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Die Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Augsburg, 7. September. In seiner Ansprache an den Juriftentag hob der Juftlzminister Frhr. von Leonrod die grogen Verdienste deS Juristentages um die einheitliche Gesetz, gebung in Theorie und Praxis hervor und forderte die Anwesenden zu weiterer Mitarbeit an den bevorstehenden wichtigen und schwierigen Aufgaben einer gesunden Gestaltung deS bürgerlichen Rechts auf. Der Vorsitzende Professor v. Gneist dankte im Namen des JuristentageS. Augsburg, 7. September. Juristen tag. In der Plenarsitzung berichtete Justizrath Wilke-Berlin über die Entwicklung der Gesetzgebung in den beiden letzten Jahren in Deutschland und Oesterreich. Die in den Abtheilungssitzungen behandelten Themata bettafen Abzahlungsgeschäfte, Pfandrecht an Grundstücken, Bankdepotgeschäfle und daS Verhäliniß zwischen Geld- und Freiheitsstrafen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 7. September. Der „Nationalzeitung" zufolge verlautet, daß bei der gestrigen Berathung der Tabak, fabrikatsteuer starke Gegensätze zu Tage getreten seien. Der „Voss. Ztg." zufolge stützen sich die Informationen der Commissäre über die Wein- und Tabaksteuer auf Besprechungen, welche in den betheiligten Einzelstaaten zwischen der Regierung und den Jntereffentenkreisen stattgefunden haben. — Eine nochmalige Conferenz der Finanzminister findet nicht statt, dagegen wird erwartet, daß die Finanz- Winister wenigstens in ihrer Mehrzahl den Berathungen deS BundeSratheS und deS Reichstages beiwohnen, in welchen die Steuervorlagen besprochen iverden. Berlin, 7. September. Die Verhandlungen über die Ausnahmebestimmungen der Sonntagsruhe in der Industrie und Handwerk führen anscheinend zu vielen Weiterungen. Auch soll die beabsichtigte Gewinnung einer gemeinsamen Grundlage für die Bestimmungen vielen Schwierigkeiten begegnen. Dennoch hofft man einen Ausgleich zu erzielen. Berlin, 7. September. Der „Reichsanzeiger" vtröffent- licht ein Verbot der Ein« und Durchfuhr von gebrauchter Leib- und Bettwäsche und gebrauchten Kleidern aus Rußland. Ausgenommen sind Wäsche und Kleidungsstücke, welche von Reisenden mitgesührt werden. Berit», 7. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg." dementirt die Gerüchte von einer bevorstehenden Ausgabe einer Reichs- und Staatsanleihe. Kiel, 7. September. Heute Nachmittag wurden die unter dem Verdachte der Spionage verhafteten Franzosen behufs Feststellung ihrer Persönlichkeit photographirt. Kiel, 7. September. Nachdem die englische Yacht „In- sect" polizeilich freigegeben, hat dieselbe heute die Rückreise nach Cowc- angetteten. Tilsit, 7. September. Die Ruhrerkrankungen Hierselbst sind im Zunehmen. NeuerdtngS sind wieder zwei, unddreißig Erkrankungen vorgekommen. Die Gesammtzahl der an der Ruhr Erkrankten beträgt 135, die der Todesfälle 9. Wie», 7. September. Der Handel-Minister ordnete die Anwendung der Bestimmungen der internationalen sanitätS-Conremirn in Dresden gegen alle Herkünfre auS den Häfen Südrußlands an. Paris, 7. September. In diplomatischen Kreisen verlautet, Graf Münster beabsichtige wegen seines hohen Alters von dem Posten eines deutschen Botschafters zurück- zu tret en. Der „Figaro" will wissen, der jetzige Gesandte Deutschlands in Madrid, Graf Radowitz, werde zu seinem Nachfolger ernannt werden. — In dem Generalrarh wurde der Wunsch ausgesprochen, Marseille möge der Standort deS neuen russischen MütelmeergeschwaderS sein. Brussel, 7. September. Einer Verordnung der Regie- rung zufolge, wiesen sämwtliche Gouverneure die Gemeindebehörden an, alle Vorräthe an deutschen Streich, hölzern mit Beschlag zu belegen und die Inhaber zu protokolliren. Neapel, 7. September. Gestern sind hier vier Personen an der Cholera gestorben. Rotterdam, 7. September. Gestern wurden hier zwei Cholerafälle constatirt. Algier, 7. September. Von 7000 Pilgern kehrten nur 5000 zurück, die übrigen sollen an der Cholera gestorben sein. Chicago, 8. September. Bei Cochour, nahe Chicago, sind zwei Personenzüge z u sa mm eng e ft o ß en. Die Eisenbahnwagen thürmten sich übereinander. 25 Personen sind verwundet, 10 tobt. Cocoles unb provinzieller, Gießen, 8. September 1893. *• Empfang. Dem gestern Abenb von Chicago zurück- gekehrten Herrn Commerzienrath Heyligenstaebt haben bie Beamten unb Arbeiter ber Firma einen außerorbentlich herzlichen, festlichen Empfang bereitet. Der Garten ber Villa Heyligenstaebt war burch electrisches Licht, Lampions aller Art unb anbere Jlluminationskörper feenhaft beleuchtet, Tannengrün unb Laubgewinbe schmückten Thüre unb Thor unb sinnige Transparente boten bem Heimkehrenben leuchtenbe Grüße. Ein gut besetzter unb wohlgeleiteter Sängerchor empfing ben von Allen freubig Bwillkommneten mit 'einem trefflich vorgetragenen Liebe. Drei weißgekleibete Mädchen (Kinber von Beamten) nahten sich hierauf dem Herrn Commerzienrath, der freubig überrascht unb sichtlich gerührt icar, am Eingänge beS Hauses unb brachten ihm Blumen unb eines berselben auch einen poetischen Willkommgruß dar. In ben Geschäftslocalitäten begrüßten bann bie Angestellten ihren zurückgekehrten Chef aufs Herzlichste. Der gan-.e Verlauf ber kleinen Feier zeugte wieder von bem herzlichen Einvernehmen, welches zwischen bem Chef ber Firma unb einen Beamten und Arbeitern besteht. Wir aber wollen diese kurze Notiz mit dem Wunsche schließen, daß die glücklich vollendete Reise für den Herrn Commerzienrath Heyligenstaebt in gesunbheitlicher unb geschäftlicher Beziehung den besten Erfolg haben möchte. ** Hksfisches Allerlei. 1605 würbe bas Gymnasium zu Gießen, 1606 dasjenige zu Bübingen errichtet, bie Universität zu Gießen 1607. 1622 würbe Oberhessen burch Kriege verwüstet. Die Herren von Schlitz würben 1725 zu Reichsgrasen erhoben. Die Tortur würbe von Lubwig IX. in Hessen 1771 aufgehoben. Das Läuten um 10, 12 unb 5 Uhr würbe 1629 an- georbnet, es sollte bie Menschen zum Gebete rufen, um Gott wegen ber Pest zu versöhnen. In ben Stäbten sollte mit allen Glocken, auf bem Lanbe nur mit einer Glocke baS Zeichen zum Gebet gegeben werben. Noch jetzt ist bas Läuten mn bitte Stunde in manchen Orten (auch in Gießen) üblich. Die Pest raffte zu damaliger Zeit die Menschen haufenweise weg, viele blieben unbegraben. Hunde und Katzen waren damals Leckerbissen. Räuberbanden durchzogen unsere Gegend, viele Orte wurden zerstört und verwüstet. Die Burg Ulrichstein wurde 1343 von Johann von Eisenbach aufgebaut, da sie feit dem vorhergehenden Jahrhundert in Trümmern lag. Einige Jahre später wurde die Burg von Heinrich von Riedesel ausgebaut und mit Mauern und Gräben versehen. 1347 erhielt die Feste Ulrichstein städtische Rechte. 1343 wurde ber Ritter Heinrich von Riedesel mit bem hessischen Erbmarschallamt belohnt, der älteste Sohn beS Erb- marschalls sollte basselbc erben unb ungeteilt besitzen. • • Vom Lbstmarkte. Preise für Tafelobst noch sehr schwankenb, aber feines Tafelobst viel begehrt. Man lasse beShalb bie besseren Apfelsorten, wie Winter - Golbparmänen, Kaiser-Reinetten, Rabau :c. möglichst lange hängen unb breche sie dann. In Mo st ob st Geschäft noch flau, da viel Früh- unb Fallobst verwendet wird. Preis meist 5 Mk. per Malter. Man verkaufe nicht voreilig zu billigeren Preisen, da Württemberger nachkommen. Ablieferungsbedingungen lauten meistens auf Anfang Dctober, da die Obstweinproducenten nur gut ausgebildetes Obst kaufen. Man lasse deshalb auch Schüttelobst möglichst lange hängen. Zwetfchen zum Brennen kaufen nachstehende Firmen: Max Homburger in Karlsruhe (Baden). Gust. Schwan Nachfolger in Darmstadt. Leonh. Mechler in GraSellenbach. Xaver Wanderspiel in Kappel-Rodeck in Baden. Lenerz in Cochem. Joh. Braun in Pfeddersheim bet Worms. • • Die Guter Abfertigungen sind von Neuem angewiesen, daS Publikum in verständlicher Weise über den Zweck der Declaration deS Interesses an ber Lieferung bei Aufgabe von Gütern aufmerksam zu machen. Währenb früher eine Wcrthbeclaration unb auch eine Declaration beS Interesses der rechtzeitigen Lieferung geschehen konnte, kann nach der neuen VerkehrSordnilng der Versender nur noch da- Interesse an der Lieferung im Frachtbrief declariren. Der hierfür zur Erhebung kommende Frachtzuschlag beträgt 5 vom Tausend ber declarinen Summe für je emgefengene 200 km, mindesten- aber 40 Pf., ist also bedeutend höher al- für bie früher zu- lässige Werth- und Jnteressendeelaration. Zweck und Wirkung der jetzt zulässigen Jnteressenbeclnration ist folgende: Nach der Verkehrsordnung und dem nationalen Ueberemkommen ist die Haftung der Elfenbah« im Falle deS Verluste- ober der Beschädigung deS Gutes nicht mehr auf ben Satz von 60 Mark für 50 kg beschränkt, vielmehr ist ber Schadenersatz stets in Hohe beS wirklichen DercheS (gemeinen Handels- werthes) bezw. deS ganzen Betrage- de- Minderwerthe- zu leisten. Hat also eine Declaration beS Interesse- an der Lieferung ftattgefunben, so kann im Falle des Verluste-, ber Minderung, ober bet Beschädigung noch ein weiterer Schadenersatz bi- zur Höhe deS beclarirten Betrage- beon- spracht werden, sofern die Höhe desselben nachgewiesen wird. Gegenstand der Jnteressedeclaration ist also ber den wirk- üdjen Werth des Gute- übersteigende Schaden, so baß nur derjenige Betrag zu declariren ist, welcher im Falle de- Der- lusieS ober ber Beschäbigung über ben wirklichen Werth hinau- geltenb gemacht werben soll. Die Jmeressenbeclararton hat sodann die weitere Wirkung, baß sie bei Überschreitung der Lieferfrist eine Steigerung deS ohne Nachwet- eines SchadenS ZU leistenden Ersatzes auf da- Doppelte herbeiführt. * • Za bet Frage ber Platzkarten schreibt em .Eisenbahner", baß bie Platzmiethe lebiglich al- ein Aequivalent ber Kosten für bie in ben Harmonikazügcn besonder- vorhandenen Einrichtungen zur Bedienung der Reisenden anzusehen ist. Diese Auffassung entspricht der weitverbreiteten Ansicht, daß die Platzkarten in Wirklichkeit nur einen willkürlichen Zuschlag Zum Fahrpreise bedeuten. Nach ben Auslassungen ber Eisen- bahnverwaltung sollen allerdings bie zwei Mark nur dafür bezahlt werben, baß man sich einen beliebigen Platz im Boraus üdjern kann. Wenn baS aber wirklich ber Fall ist, so müßte eS doch minbeftenß gestattet fein, auch ohne Platzkarte bie Harmomkazüge zu benutzen unb sich auf irgenb einen freien Platz nach eigener Wahl zu setzen, auf bie Gefahr bin, ben Zug verlassen zu müssen, fobalb alle Plätze verkauft finb. Die Platzkarten müssen aber gekauft werben unb bamit gestalten sie sich in ber That zu einem Zuschläge, ben die Verwaltung mit demselben Rechte auch beliebig erhöhen könnte» W. Inheiden, 7. September. Bei ber heute hier statt- I gehabten Bürgermeisterwahl würbe der seitherige Bürgermeister Reitz mit großer Majorität wiebergewählt. U. Ulrichstein, 6. September. In wilden, fetten, fruchtbaren Gegenden hohe Gra-erträge zu erzielen, ist kein Kunststück, wohl aber bei unS unb auf ber Felbkrücker Hohe, wo wir neun Monate Winter unb brei Monate kalt Haden. Trotzdem sinb unsere Erträge sehr befriebigenb und sie inte- reffiren viele freunbliche Le,er dieser Zeitung vielleicht ebenso sehr, als bie Nachrichten von günstiger gelegenen Wiesen. Wir haben in der Gemarkung Peter-Hainer Hos ungefähr 22 Morgen herrschaftliche Wiesen liegen, welche zu ca. 360 Mk. versteigert wurden, sodaß ber Morgen auf 16,40 Mk. zu stehen kommt. In ber Gemarkung Ulrichstein liegen etwa 36 Motgen Wiesen, welche 720 Mk. PachterlöS für Grummet- groß erzielten, sobaß bet Morgen 20 Mk. beträgt. G. SeißNidda, 6. September. Heute hat hier die Versteigerung beS Gemeinbeobste- ftattgefunben, welches sehr gut bezahlt worben ist. Nach mäßiger Schätzung wirb da- Malter (Doppelcentner) ber noch auf ben Baumen hängenben Obstsortimente folgende Preise erzielen: Die Aepfel stellen sich pro Doppelcentner auf 6 bis 7 Mk. gebrochen- bie gefallenen Aepfel (Mostobst) auf 5Mk. Birnen, welche bieseS Jahr recht rar sind, kommen auf 8 Mk. unb darüber; Zwetfchen auf 7 bi- 8 Mk. In RingShausen wird das ©immer Zwetfchen zu 2'/, Mk., daS Malter also zu 10 Mk., offerirt, eine Offerte, die wohl wenig Aussicht auf Beständigkeit hat. AuS Frankfurt wird gemeldet, daß der Doppelcentner Mostobst von ben Württembergern zu 4 Mk. offerirt worben ist. 0. Aos bem oberen Ribdalhale, 6. September. Die GrummetgraSver st eigerungen in unserer Gegend, als da sind in ben Gemarkungen Rainrob, Eichel-bors, Ober- Schmitten, StomfelS unb Langb, haben stattgefunben unb sinb auS ber Umgegenb gut besucht gewesen. Solche Preise, wie sie auS ber Wetterau berichtet werden, haben wir nicht, weil bie Erträge nicht so hoch sinb, als horten. Dagegen haben bie Neuanlagen in ber Gemarkung Ober • Schmitten ganz glänzenbe Erträge geliefert, wie sie selten anberßwo gefunden werden. Unsere Landwirthe können sich daran ein Muster nehmen unb daraus lernen, baß im Wiesen- unb Obstbau noch viele- Geld verdient werben kann, man muß eS nur zu ftnben wissen. Da unter ben Wiesen größere Flächen sinb, welche weniger hohe Erträge bringen, drückt sich ber Durchschnittsertrag herab - trotzbem berechnet er sich auf 23 Mk pro Morgen, waS für Grummetgras immerhin noch ein sehr annehmbarer Erlös genannt werben muß. Seit einigen Tagen haben wir prächtige- Septemberroetter, welche- bie Einbringung oeS Grummet- wesentlich fördert. In manchen Lagen haben bie Leute schon Enbe August mit ber Ernte begonnen, sie tarnen in- Regenwetter, mußten eine volle Woche mit bem Futter hcrumziehen unb büßten an Masse unb Qualität ein. Jetzt ist e» besser geworden. «11 Starkenburg, 5. September. Die hessischen Steuercommifsariat-gehÜlfen, welche sich am 3. September d. I. in Frankfurt a. M. zu einer Berathung betreff- Verbesserung ihrer Lage versammelt hatten, haben ii« A. beschlossen, bie in ben Gesuchen vom Jahre 1892 an bie beiben hohen Kammern ausgesprochene Bitte, e- mögen: 1) ben becretmäßig angestellten SteuercommtssariatSgehülsen ihre GehaltSdezüge, zuzüglich ber allen hessischen Beamten gewährten lOproc. Zulage au8 ber Staatskasse au-bezahlt, 2) diese Gehälter in Krankheitsfällen :c. vom Staate gesichert, Mar «vaugeltsche Gemeinde. Gottesdienst- 15. Sonntag nach Trinitatis, den 10. September: In der Stadtkirche: Vormittags 9st auf, um zu seinem Ziele zu gelangen er mußte dem hartnäckigen Widerstände des alten Rehes weichen. Dieses entwickelte die ganze Schärfe seiner Sinne, die ganze Ge- wandheit seines Körpers, und bekundete einen so festen, aufopfernden Muth, daß man nichts mehr von der ursprünglichen sanften Natur an ihm wahrnahm. Wahrlich, eS war ein rührendes Bild der zärtlichsten Mutterliebe! Wohl zwanzig- Katholische Gemeinde. Sonntag den 10.- September, 16. Sonntag nach Pfingsten: SamStag: Nachmittags um 4*/, Uhr und AbendS um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte- Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl- Beichte; um 6Vi Uhr erste hl. Messe; um 7‘/g Uhr Austhetlung der hl. Com- munion; um8Vs Uhr zweite hl. Messe; um 10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr MuttergotteSandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 9- September: Vorabend 6^ Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4« Uhr, Sabbathausgang 73® Uhr. mal hatte ich die Finger am Abzüge meiner auf den SBegc» lagcrer gerichtetes Flinte, aber daS Spannende, welchen Ausgang der Kampf nifynen würde, hielt mich von dem Gebrauch der Waffe af£‘- Mt einmal wendete die GaiS den Kopf, und wie ein Blitz setzte sie über das Kälbchen hinweg, nach rückwärts, auf einen neuen Gegner mit den stahlhartd Läufen losschlagend. ES war ein zweiter Fuchs, der mir seinen scharfen Sinnen die Gelegenheit ausgewittert hatte und sich nun mit gleichen Mordgedanken zu dem sonst Gemiedenen seiner Sippschaft schlagen wollte. Der erste, schon abgehetzte und ermattete Fuchs griff nochmals an, aber wie von einem Dämon besessen sprang das alte Reh stets zur f k »l we direkt cm» der Fabrik allo au» erster Hand v —. von Elten & Keussen, Crefeld, 8 BlIUPIIIIUiIl >° jedem Maaß zu b-ziehen Marl verlang. V VV IV7' >• Muster mit Anaabe de» Gewünschten._____ 57881 Angen. Geruch, liebl. Geschmack sind die Dorz. d-Holl. Labak v B. Becker in Seesen a. H- 10 Pfd- lose im Beutel fco. 8 Mk. mrivtrfität» - Bonn, 5. September. Durch einen Anschlag am schwarzen Brett der Universität wird bekannt gegeben, daß infolge der augenblicklich herrschenden Choleragefahr der etwa dntretenbe au6erorbent 4e Bebars an ärztlichen Kräften burch bie verfügbaren Sanitätsoffiziere nicht voll würde gedeckt werden können und daß dehhalb von bem Reichscornrnisfar für die Gesundheitspflege Rheinstromgebiet, Landrath Gescher in Coblenz, junge Aerzte, welche für den bezeichneten Dienst bereit und geeignet sind, für eine tägliche Vergütmig von 20 Mk. gesucht werden. Die im Interesse des Dienstes, insbesondere für Reisen gemachten Auslagen werden außerdem erstattet. Upsala, 6. September. Der Erzbischof promovirte heute feierlich den Großherzog von Sachsen-Weimar zum Ehren- doctor der Universität Upsala. Verkehr, Cant* unb Volkswirthschaft. - Wie die Fälschung von Futtermitteln an Umfang zunimmt, zeigt folgender Vorfall. An einer landwirthschaftlichen Versuchsstation wurde eine Probe Reismehl zur Untersuchung ein- gesandt, deren Fälschung alles bis daher Dagewesene übersteigt. Die Probe enthielt nämlich 19,25 pCt. gemahlenen Marmor und 9,23 pCt. feinen Zusatz werthloser ReiSspelzen und wenig Weizenkleie. Nur ein verhältnißmäßig kleiner Theil bestand aus wirklichem ReiS- futtermehl. Allem Anschein nach soll die Probe aus Italien stammen. Ebenso ist bei dem Ankauf von Kleie und Oelkuchen stets die größte Vorsicht zu gebrauchen, ba in dieselben viele Unkrautsamereien gemischt werden, die mitunter der Waare ein gefälligeres Aussehen geben. Mrchttche Anzeige« bet Stadt Gietzen. Trts-Statut, betreffklld die Rkgelauz der SjHultgjj^iin hsadelsgkivkrbt. In Gemäßheit de- $ 105 b, 2^jfciaeunb des S 142 der Novelle zur Gewerbeordnung, betreffend dei^^Mr^r'chutz. vorn 1. Juli 1891 wird ^erourch auf Beschluß der Stadt^^^ieten-Versammlung vom 14. August Wk und mit Genehmigung' Gro?^MlnifterrurnS des Innern und der IimMvom 1. d. Mts. für die Stobt Gießen verorbnet, wie folgt: s L Die stunden, währenb welcher an Sonn- unb Festtagen bie Beschäftigung im Hanbelsgewerbe stattfinben darf, werden a. für den Großhandel, das Bankgeschäft und die ausschließliche Comptoirarbeit in allen Geschäften auf zwei Stunden und zwar 1 opn 11 — 1 Uhr Mittag»; b. im Uebrigen auf vier Stunden unb zwar von 11—3 Uhr Nachmittag» eingeschränkt unb festgesetzt. 9 S 2. Vorstehende Bestimmungen treten alsbalb an Stelle be» Orts-Statuts vom 18. Mai 1893. Gießen, ben 7. September 1893. Groß herzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t b. Bekanntmachung. La. 15 cbm, seither am Nebenbau befl Bürgermeisterei - Gebäube» oer- wenbet gewesene, glatt behauene Sand« steine, sowie ein ca. 2 cbm fassendes Reservoir von Eisen sollen Montag den 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr, im Hofe der Bürgermeisterei versteigert werben. Gießen, den 7. September 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ____________Gnauth._______7600 Obstversteigenmg. Montag den 11. ds. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, soll bas ber Gemeinbe Grüningen zustehenbe Obst, bestehenb in sehr vielen Zwetschrn, Aepseln unb Birnen, versteigert werden. Zusammenkunft im Ort. Grüningen, 7. September 1893. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. 7630 Haden Sie Sommtrfproffni? Wünschen Sie zarte«, weinen, sammet- weichen Telit? — so gebrauchen Sie: Bergmanns Lilienmilch-Seife (mit der Schutzm. „Zwei Bergmünner*) von Bergmann lt Co in Druden, ä Stück 50 Pfg. in der Engelapotheke, Hlrich- apotbeke Pellkanapotheke. [4333 Strickbaumwolle in allen Farben unb Qualitäten, Diamant und ganz ächt schwarz, empfiehlt billigst J. H. Fuhr, 3008 Lonnenftraste 25. NB. Striefen von Strümpfen unb Beinlängen in bester Ausfübrung wirb billigst besorgt.________________ ______ Herren-Socken in guter Maare, mit ber Strickmaschine gestrickt, empstehlt [7272 H. Nübsamerr. Samstag d. 23. Septbr., Nachmittags 2*/i Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortegericht die den Gustav Mook Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr- 689e“/ioo — 53 qm (grab« garten in den Neuen Bäuen, Flur I Nr. 689e“/in0 - 307 qm Hof- raithe daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen. 12. August 1893. Grrßh. OrtSgericht Gießen. ___________I. A.: »ogt.________6973 Versteigerung. Samstag den 9. September, Nachmittags 2 Uhr, »ersteigere ick» dahier t ». Neuenweg 2: ea. 30 Raummeter lannenhol,. b. unmittelbar hieran anschließend Markt» vlatz 20 t 1 Wagen, 1 Gaffaschrank, 1 vollständige Ladeneinrichtung, 1 Hobelbank, 2 Sopha», verschiedene Schränke, Commodcn, 1 silberne und 1 goldene Taschenuhr, Schmucksachen und andere Sachen- Es siebt Keine "1 BESSERE SEIFE । für den t aglichen Oe brauch I । zur Erziehung zarter Haut und schonen Teints als SANITAS TOILETTE • FETT - SEIEE 1 C HAUMANN OFFENBACHS Nur 25 Pfg das, Stück in allen Seiten lunrenden Gescna'fen Buchen« u. 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