S.Ä Et Stabt Si’Äta w ebauin frere, . ,0J- 8W tn 50 C i ? °-^LZ unb giZ • Lombarden M. ; 6 «trßaain^. “ tu tuettn;.- JW«1* j01 ^uen erftOEc L2lw*» >tW00)L * eine recht bevee er in England eine rß vom 1. Allgusi: «s veranlaßte old ■ M im Louie.de n die Uebnzeugm vv vrvsttkw würde lich-ruifilche Zollkch ern als unsere Eile d somit deren Kohle bren Gewinn M noch 2 Procent dap utzle durch ihre » ü Pnlusl nvch Me lat, als man nach V lörfe. vom 4., vni 28./VI J189 SoL- bichn- ..Ä.. 1880r HD. M IxL 2930 2i 17.- "V. 77.50 102.95 / 21.70 I 46.-j \ 95.ti^ 771 IMS 21.1 4X« 9511 5445 6135 94.40 9360 7590 1035 M W 1001 KM 80.1 54.' 6L 95J 941 71- Eilend', gerat itt-ftfr. borden w. o. iold . W-) Silber .M 103.90 *91.- 64.30 100.25 101.55 81.20 1ßO. 1198^01196.- 153.65| IM.' . / 97.801 91.Ü 1137.601158.50 uk ' 95.50 > W-- fn ’ 99'| । \ W »bant V25'65 l? Msta, rüning- Mvrrtt ich 119.- 17^ 334.50 156.30 11460 333.- 151) 1191 TiU 102< t.IU1U 97.50 103' 102- 91! 96! IdO 9610 jfi*!,10130 > K M.i »*’ ho«.',,,.. 8110 99.50 91.- I« rlivgwn r? xAS Nr. 185. Erstes Blatt. Mittwoch den 9 August 1893 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, ■U LuSnahmc dr- MontagS. Dir Gießener Anmittenkttiier nrerden dem Anzeiger tvechentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kemral-Wnzeiger. Bierkeljähriger AßOUnementsprei» » 2 Mark 20 Psg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Lxpedrtia» und Druckerei: -chnlftraße Kr.2. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. Hratisöeitage: Gießener JamikienMtter Deutsches Reich im Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinmden Nummer bis Borm. 10 Ubr Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. dem (Songreffe entspann sich eine lebhafte Debatte. Für die Zulassung sprachen französische, englische und holländische Delegtrte. Bebel und Cahan-Newyork griffen die Anarchisten lebhaft an: Unter den Anarchisten seien ebenso viele Der- leumder als Köpfe. Die Debatte wurde Mittags abgebrochen ReichStagSstichwahl in Alsfeld-Lauterbach der | Antisemit Bindewald gegen den Nationalliberalen | Backhaus zum Abgeordneten gewählt worden, demnach ist die Stimmenmehrheit für den neuen Vertreter von Alsfeld- Lauterbach doch bedeutender als ursprünglich verlautete. Herr Bindewald gedenkt sich, wie verlautet, der „Fraction Böckel" im Reichstage, also der mit dem „Ahlwardtianismus" im Streit liegenden antisemitischen Gruppe anzuschließen, Frankfurt a. M., 8. August. Auf der heute hier beginnenden Ministerconferenz werden vertreten sein das Deutsche Reich durch Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn, Geheimen Ober-Regierungsrath Rausching, Wirkt. Geheimen Rath Aschenborn, Preußen durch Excellenz Dr. Miquel und zwei Secretäre, Bayern durch Dr. Freiherr v. Riedel und zwei Secretäre, Sachsen durch Staatsminister v. Thümmel und einen Secretär, Sachsen-Meiningen durch Geheimen Staatsrath Ziller, Sachsen-Altenburg durch Geheimrath Th. Göpel, Sachsen-Weimar durch Wirkt. Geheimerath Heerwart, Württemberg durch Staatsminister Dr. v. Riecke, Ministerial- rath Zeller, Baden durch den Präsidenten des Finanzministeriums Buchenberger, Hessen durch den Finanzminister Weber, Mecklenburg-Strelitz durch Staatsminister v. Dewitz, Gera- Reuß durch den Geheimen Staatsrath Engelhadt, Elsaß- Lothringen durch den Unterstaatssecretär v. Schraut/ Schwarz- burg-Rudolstadt durch Staatsminister v. Stark, Schwarzburg- Sondershausen durch Staatsminister Petersen. geschossen. Zürich, 7. August. Socialisten - Congreß. In der heutigen Vormittagssitzung wurde beschlosien, daß am ersten Tage ein deutscher Delegirter, am zweiten ein französischer, am dritten ein englischer, am vierten ein belgischer, am fünften ein österrelchifcher und am sechsten ein italienischer Delegirter die Verhandlungen des Congresses leiten solle. Für den heutigen Tag wurde der deutsche Reichstagsabgeordnete Singer zum Präsidenten, der Redacteur der Pariser „Revue Sociale", Argyadsre, zum Vicepräsidenten gewählt. Ueber die Frage der Zulassung der Anarchisten zu heutigen Sitzung berathen, ob Anarchisten auf dem Congreß zuzulasien seien. Zwischen Bebel und Landauer (Unabh.) kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Bebel stellte einen Antrag, welcher heute Nachmittag berathen wird. Zürich, 7. August. Socialistencongreß. Bald nach Eröffnung der Nachmittagssitzung brachten Hopson (England) und Volders (Belgien) einen Antrag auf sofortigen Schluß der Debatte Über die Frage der Zulaffung der Anarchisten zu dem (Songreffe ein. Hierüber entstand eine große Aufregung. Alsdann wurde der Schluß der Debatte mit großer Mehrheit angenommen. In der desinitiven Abstimmung nach Nationalitäten ergab sich, daß zwölf derselben für und eine, Belgien, gegen die Ausweisung eintraten. Frankreich und Holland enthielten sich der Abstimmung. Nach Bekanntgabe derselben entstand ein großer Tumult. Die Anarchisten verließen unter Protesten den Saal. Der Beschluß wurde von dem größten Theile der Delegirten mit lebhaften Bravorufen Ave Annoncen-Bureaux de» In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. entgegen genommen. Zurich, 8. August. Socialistencongreß. Heute beginnt die Berathung über die Generalstrikes. Braila, 8. August. Gestern wurden amtlich acht Erkrankungen und sechs Todesfälle an der Cholera constatirt. Paris, 7. August. Die französische Flagge wurde gestern nach der Insel Kohsichang überbracht. — Den siamesischen Zollbeamten wurde gestattet, ihre Posten wieder einzunehmen. — Der französische Kreuzer „Forfait" liegt gegenwärtig vor Chantaboon. — Zwischen dem siamesischen Hofe und Kohsichang werden rege Unterhandlungen gepflogen. Die Gut- heißung des Ultimatums ist beiderseitig erfolgt. Morgen wird der französische Gesandte Pavie fein Amt wieder über« Kiel, 7. August. Das Panzerschiff „Baden" hat das Rohr sitzende Geschoß nach zwei vergeblichen Versuchen mittelst Electrizität bei Schleimünde glücklich ab« Berlin, 7. August. Kaiser Wilhelm verweilte am Sonntag, wie eine Meldung aus Cowes besagt, zumeist an Bord der „Hohenzollern"- Nachmittags dinirte er bei der ... Königin Victoria. Am Montag früh trat der Kaiser auf der j und wird heute Nachmittag fortgesetzt werden. .Hohenzollern" die Heimreise nach Deutschland an und ge- Cowes, 7. August. Der Kaiser verblieb gestern an dachte er im Laufe des Dienstag wieder in Kiel einzutreffen. Bord der „Hohenzollern", woselbst auch Gottesdienst abge- Die Besserung im Befinden des Herzogs! halten wurde, und dinirte dann bei der Königin. Ernst von Sachsen-Coburg hält erfreulicher Weise an, Cowes, 7. August. Die „Hohenzollern", mit bem ber hohe Patient konnte bereits am Samstag das Bett Kaiser Wilhelm an Bord, verließ Vormittags um 8 Uhr wiederum verlassen, wenn auch vorläufig nur auf kurze Zeit, den Hasen. n „ Es steht demnach zu hoffen, daß der greise, von ganz Deutsch- I London, 7. August. Bei der Abfahrt der „Hohenzollern land so verehrte Monarch die Folgen des Schlagflusses, den I von Cowes gab das englische Kriegsschiff „Neptun das er vergangene Woche erlitt, bald wieder vollständig überwunden I Ehrensalut. AIS die „Hohenzollern an dem Schlosse haben wird. Osborne vorbeifuhr, senkte sich die Kaiserstandarte zum Ab- — Zu den Meldungen der letzten Tage, wonach neue I schiedsgruß, von dem Schloß Osborne wurde der Gruß in aussichtsreiche handelspolitische Verständigungs- gleicher Weise erwidert. Die deutschen Kriegsschiffe, die Verhandlungen zwischen der deutschen und der ! vorausgefahren sind, treffen mit der „Hohenzollern bei russischen Regierung entweder schon eingeleitet worden Beachyhead zusammen. fiin ober doch wenigsten« beoorstehen sollen, will die jüngste Rom. 7. August. Der Minister de-Inner« heilte den Petersburger Nachricht über den deutsch-russischen Zollconflict | Vertretern der fremden Mächte mit, die in zwei kleinen Gericht sonderlich passen. Sie besagt nämlich, daß die Er- ! meinden der Provinz Alessandria auSgebrochene Cholera böhuna des finnländischen Zolltarifs gegen I sei erloschen. In Italien kämen jetzt nur vereinzelte Cholera- Deutschland dieser Tage zu erwarten fei, das System der I fälle vor, in Neapel wäre die Cholera im Verschwinden ve- russischen Zollchicanen gegen den deutschen Nachbar wird also griffen. Es seien energische Maßnahmen getroffen, um die konsequent durchqeführt. Bekanntlich war bis jetzt das Groß- Einschleppung und Verbreitung der Cholera zu verhindern, sürstenthum Finnland nicht mit in den Wirkungskreis des In Udine und Pontebba ist die ärztliche Überwachung der russischen Maximalzolltarifs gegenüber den deutschen Maaren I Reisenden, sowie DeSinfection der Wasche wieder emgesührt. einbegriffen, wie denn anderseits auch der deutsche fünfzig- Athen, 7. August. Die feierliche Eröffnung des procentige Zollzuschlag auf russische Erzeugnisse von den nach- Canals von Korinth ist heute erfolgt. Nachdem der "ey . Die Bergleute in den Ashleworth weislich aus Finnland stammenden Producten nicht erhoben Metropolit den Gottesdienst celebnrt hatte, hielt König Georg » ' • °n Heywood haben sich dem Kohlen - wird. Nunmehr läßt aber Rußland auch die finnlandische I c(ne Ansprache, woraus die Königin zum Zeichen der Er- anaefcbloffen. — Die Locomotiv-Werke der London- Ausnahme gegenüber Deutschland fallen und so wird denn der Öffnung ein quer über den Canal gespanntes „Band durch- North^Western-Bahn stellen infolge Kohlenmangels vom Lettischen Regierung nichts übrig bleiben, als diese neueste fd)nttL Die Yacht des Königs, „Sphakterion , an deren Donnerstag bis Montag ihren Betrieb ein, wodurch russische Herausforderung durch Ausdehnung des fünfzig- 93orb sich der König nebst der königlichen Familie, das diplo- Arbeiter um ihren Verdienst gebracht werden. procentigen Zollzuschlages auch auf die finnländischen Maaren ^tische Corps, dieMinister und der General Turr befanden, Die Kahl der strikenden Berg- zu beantworten. Wie bei einem solchen Stande der Dmge pQffirte den Canal als erstes Schiff. Ihm folgten vier von £oncbo“: 7; aeimunaenen Arbeiter weitere Verhandlungen zwischen Berlin und Petersburg ge- dem Prinzen Georg commandirte^ griechische Torpedoboote, | leute, fotüU ber jur Jrbelt e J 0 TOlfTinn Leihen sollen, das ist fteilich ein Räthsel! ! — Mit einer Mehrheit von 11OO Stimmen ist in der ein russisches und ein englisches Kriegsschiff, sowie mehrere verwandter Geschäftszweige wird letzt auf eine halbe Mill griechische Passagierdampser mit den übrigen Gästen. Auch geschätzt. ber österreichische Lloyb hatte einen Vertreter entfanbt. Loudon, 7. August. Aus Bangkok wirb ber //Times ° Washington, 6. August. Die gestern hier abgehaltene telegraphirt, baß ble Siamesen sich vom Unken User ev bemokratische Parteiversammlung stellte wieberum Mekong zurückziehen. Crisp als Canbidaten für ble Präsidentschaft im Repräsi- London, 7. August. Nach dem „Daily Telegraph tantenhaufe auf. Crisp hielt hierauf eine Rede, worin er herrscht Petersburger Meldungen, zufolge in Rutzlano, hervorhob, daß die Demokraten jetzt zum ersten Male seit namentlich unter den Landwirthen, große Unzusriedenyeit 30 Jahren in der Lage seien, die schlechten Gesetze abschaffen wegen des ausgebrochenen Zollkrieges, well gerade bet zu können. Das amerikanische Finanzsystem müsse einer Re- der jetzigen ausgiebigen Ernte ein Sinken der Gette deprene Vision unterzogen und größere Sparsamkeit in den öffentlichen an und für sich unausbleiblich war, durch den Zollkrieg aber Ausgaben eingehalten werden. Die Steuern seien gerecht zu noch erheblicher gestaltet worden ist. vertheilen und herabzufetzen. Kopenhagen, 7. August. Nach einer Bekanntmachung ------------ des Justizministeriums sind alle aus Neapel kommenden Depeschen detz Bureau „Herold". Schiffe als choleraverdächtig zu behandeln und ist Berlin, 7. August. Der „Post" zufolge theilte der gleichzeitig die Einfuhr von Lumpen von dort verboten thüringische Staatsminister dem Weimarer Correspondenten worden. aus der Durchreise mit, die Frankfurter Conferenzen Warschau, 7. August. Eine aus PodoUen h,er angedauerten vier Tage. Das Hauptbefteuerungsobject fei kommene Frau erkrankte unb würbe in bas Spital gebracht, zweifellos ber Tabak, nebenbei fei eine Zünbholzsteuer trw asiatische Cholera constatirt wurde. Die Behörde vorgeschlagen. hat die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. Berlin, 7. August. Dem „Reichsanzeiger" zufolge beab- sichtigt nach einer amtlichen Mittheilung der hiesigen russischen Berlin, 8. August. Der Possendichter und Humorist Botschaft die russische Regierung, auch den sinnländischen gtuarb Justinus ist gestorben. — Die Morgenblätter I Zolltarif Deutschlanb gegenüber um fünfzig Procent zu ^Iben: Ingenieur Paasch würbe von ben Charitsärzten erhöhen. derartig geisteskrank befunden, daß sie ihn auch verhand- Hannover, 7. August. Der hier zufammengetretene lungsunfähig erachteten. Anthropologen-Congreß wurde von Professor Virchow , eröffnet. Gras Bismarck begrüßte als Regierungspräsident e . die Versammlung Namens der Regierung. TorfM00rvraN0e IN HolstetN. Coblenz, 7. August. Auf dem Moselbahnhof fand heute I Durch die außerordentliche Trockenheit des vorigen früh ein Zusammenstoß statt, indem ein Personenzug mit Monats waren die Torfmoore, deren die Karte von Holstein einem Güterzug zusammenstieß. Mehrere Personen erlitten viele zeigt, in einen Zustand versetzt, in welchem die kleinste leichte Verletzungen. | Unvorsichtigkeit genügte, um einen Brand zu entzünden, der Zürich, 7. August. Der internationale Congreß «sich in wenigen Stunden über Quadratmeilen fortpflanzte, der Metallarbeiter wurde heute in Anwesenheit von Urn Leben und Eigenthum der Anwohner, sowie die an« etwa 250 Delegirten eröffnet. Die Begrüßungsrede wurde grenzenden Forsten zu retten, mußten große Arbeiten aus- in französischer, deutscher und englischer Sprache von dem geführt und an verschiedenen Stellen die Truppen aufgeboten Vorsitzenden des Züricher Ausschusses gehalten. In der am werden, wodurch es denn nach Hinzutritt naffer Witterung Nachmittag stattgehabten öffentlichen Versammlung ist die Rede ^lang, des Feuers Herr zu werden. Bebels wegen ihrer revolutionären Schärfe besonders auf- Der bedeutendste Brand betraf die große Moorflache gefallen. Die Ruhe wurde nicht gestört. zwischen Wrist, Bramstedt und Barmstedt. Dort war eine Zürich, 7. August. Socialistencongreß. Vor- Strecke von etwa 10 Kilometer Länge und Breite bei Ge- I Mittagssitzung. Unter dem Vorsitz Singers wurde in ber | legenheit einer Schießübung in Branb geraden. Das Feuer hatte so plötzlich um sich gegriffen, daß eS am 9. Juli die im Biwak liegende Artillerie buchstäblich auSseugte, Sättel und Gepäck verbrannten zum Theil, während Menschen und Pferde einen äußerst eiligen Rückzug antralen. Am 10. wurde daS Pionier.Baraillon telegraphisch zu Hülfe geholt, daS schon einige Tage vorher im Bokelholmer Moor gelöscht harte, drei Bataillone Infanterie und ein Telegraphen Detachement folgten. Nun wurde ringS um die brennende Fläche ein Graben bi8 unter die Moorschicht gegraben und eS gelang, daS lieber» springen des Feuers über denselben durch Tag und Nacht fortgesetzte Löscharbeit so lange zu verhindern, bis der Himmel ein Einsehen hatte und Anfang vorletzter Woche durch zehnstündigen Regen daS Feuer so weit dämpfte, daß nun direct gegen daffelbe vorgegangen und durch AuSgraben und Ablöschen der unterirdisch weiterglimmenden Brandherde die Gefahr beseitigt werden konnte. Gegenwärtig sind bis auf ein geringes Wacht-Detachement die Truppen wieder in ihre Standorte zurückgekehrt. Sie blicken auf eine anstrengende Zeit zurück — 14 und mehr Nächte im Biwak — abwechselnd durchgeregnet und angebraten. Die Erfahrungen, die man bei dieser Gelegenheit gemacht hat, dürften aber bei zukünftigen ähnlichen Ereignissen äußerst werthvoll sein. Landschaftlich muß man im Moor verschiedene Bilder unterscheiden. Wo Heidekräuter (Erika vulgaris und tetralix) eine gleichmäßige fußhohe Decke, der Tors eine schwache Schicht über Sandboden bildet und der Fuß überall hintreten kann, sieht eS nicht anders aus wie die Lüneburger Heide oder die Geesteheiden überall in Norddeutschland. Ueber diese Strecken ist das Feuer dahingegangen wie ein Präriebrand, mit dem Winde vorgehend, mit hoher Rauchwolke, langsamer aber sicher auch gegen den Wind anbrennend, ab und zu mit Heller Flamme, wenn eine Fichtenschonung erfaßt wurde, Menschen und Thiere bedrohend und durch Menschenhand ohne vorbereitete Gräben nicht zu hemmen — aber die Gefahr geht rasch vorüber, wo die Heide schwarz gebrannt und der Rauch verzogen, ist das Feuer zu Ende, die schwarzen Stoppeln der Erika beginnen, wenn eS regnet, in einigen Tagen sich mit kleinen grünen Spitzen zu überziehen, und nur der Förster sieht in den verbrannten Schonungen die Kunst langjährigen Fleißes endgültig vernichtet. Anders war es in den mit lieferen Torfschichten versehenen Thetlen, z. B. dem königlichen Großen Moor bei Lentföhrden. Hier entzündete sich durch den über die Oberfläche dahinstürmenden Brand die Torfschicht so tief, wie die Wurzeln der Pflanzen nach unten reichen, etwa 50 Zentimeter tief. Die noch tiefer liegenden, schon ganz zu einer gleichförmigen Masse vereinigten Schichten brennen wegen Mangels an Luft führender Röhren meist nicht von oben an, sondern kommen nur da in Mitleidenschaft, wo die Moorenltnr tiefe Gräben gezogen hat, in denen die Torfschicht mehrere Meter hoch zu Tage tritt, sonst voll Wasser, jetzt aber infolge des ZurÜcktretenS des Grundwassers trocken wie Zunder bis auf die tiefste Sohle. Es entzünden sich von vornherein nur einzelne, über die ganze Fläche vertheilte Stellen, manchmal auf weite Strecken ohne Zusammenhang, wie denn auch der oberirdische Brand bei Windstößen unregelmäßig in Sprüngen sich fortpflanzt. Wenn eS möglich wäre, gleich nach dem Abbrennen der Heidekrautschicht genügend Leute zur Hand zu haben, um die einzelnen Stellen, an denen das Feuer die untern Schichten ergriffen hat, löschen zu lassen, so würde man des Feuers noch Herr werden können. Ist dieser Zeitpunkt versäumt, haben sich die Feuerherde erst zu großen Flächen zusammengezogen, so ist Menschenhand vorerst nicht im Stande, zu löschen. Zudecken mit Sand, daS vielfach empfohlen wird, und AuSgießen mit Waffer hilft gar nichts, der Brand glimmt unterirdisch weiter und kommt nebenan wieder zum Vorschein. Im Lentsöhrder Moor sind die Brandstellen noch nach mehrtägigem Regen nicht alle abgelöscht gewesen, sie wurden schließlich einzeln auSgegraben und die qualmenden Torsklötze in besonders dazu gegrabenen Wasserlöchern ertränkt und ausgerührt/ ließ man die Torfstücke ganz und tauchte sie nur unter, so glimmten sie im Innern weiter und entzündeten sich wieder, so wie das eingegoffene Waffer abgelausen war. Die Landschaft im abgebrannten Moor erinnerte an Sodom und Gomorrha. Anfangs lag noch ein weißer Rauch über der schwarzen Fläche, einzelne Rauchwolken tanzten darauf umher und flatterten windhosenartig in Trichterform darüber hin, später sah man nur noch eine einzige endlos schwarze Fläche. Bon einer Wache, die die Pioniere in den späteren Tagen auf einem Hügel mitten im Großen Moor hatten, um von dort mit dem Fernglas aufsteigende Rauchwolken zu finden und zu signalisiren, sah man ein wahrhaft trostloses Bild, ringsum schwarze Fläche, am Horizont die Hünengräber zwischen verkohlten Schonungen und darüber ein trostlos grauer Regeuhimmel. In der Heide sah man ab und zu verkohlte Hasen und anderes Gebein, kein Bogel, kein Jnsect läßt sich in der ganzen Gegend mehr sehen, nur die hier so berüchtigte Kreuzotter — die Schlange, die man, tote der Pionier sich in kühner [Übertragung au6 dem ©jercierregle» ment ausdrückt, daran erkennen kann, daß sie „sprungweise vorgeht" — schien in großer Zahl sich verkrochen und gerettet zu haben. Die Bewohner der Umgegend sahen die Sache mit echt holsteinischer Ruhe an; da zunächst meist fiScalischeS Gebiet in Gefahr war, kümmerten sie sich wenig darum, ja eS kam vor, daß noch in der Zeit der größten Trockenheit, alS eS bei Lentföhrden schon brannte, in den Nachbaarmooren harmlose Torfstecher große offene Feuer anzündeten, um sich ihr Mittagessen daran zu bereiten. totales nnö provinzielles. Gieße». 8. August 1893. •• In den Ruhestand versetzt wurde auf sein Nachsuchen Herr Oberfteuerinfpector Finanzrath Otto Hörr bei dem hiesigen Hauptsteueramt. •• Naubaufal.' In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in der KaplanSgaffe zwei junge Leute (Studenten) unvermuthet von zwei Menschen angefalleu. Die An- gefallenen wurden durch Mefferstiche verletzt, dem einen außerdem die Uhr entriffen. Trotz sofort erstatteter Polizei- lieber Anzeige konnte man den Thätera bis jetzt nicht auf die Spur kopimen. E. Echzell. 7. August. Der heutige Schweinemarkt, welcher von gutem Wetter begünstigt war, verlief in be- friebigenber Weife. Die Preise von sämmtlichen Sorten hatten in den letzten zehn Tagen etwas nachqslaffen, weil man befürchtete, die nasse Witterung würde die Entwickelung der Kartoffeln ungünstig beeinflussen, also auch auf diesem Gebiete hohe Futterpreise Hervorrufen. Seit einigen Tagen zeigt sich aber besseres Wetter: in den beiden letzten Tagen hat es nicht geregnet, die nasse Periode scheint vorüber zu sein, daS beförderte die Kauflust, weshalb die Preise anzogen. — Man hat mit dem AuSdreschen deS Getreides begonnen, die Dreschmaschinen stehen auf den Feldern und erfüllen mit ihrem Pfeifen und Summen die Lust. Manche Halmfrüchte, die herbeigefahren werden, sehen sehr übel au6; auch zeigen sich die Engerlinge an manchen Orten, besonders da, wo Wälder in der Nähe sind, also die Weibchen der Maikäfer bequem ihre Gier ablegen konnten, in unzähliger Menge. Dem Ginsender sind Fälle bekannt, wo die Kartoffel- faat wegen der großen Trockenheit nicht aufging, weshalb Dickwurzel gepflanzt wurden, die jetzt von den Engerlingen vernichtet werden. Der Grundbesitzer hat daher trotz zweimaliger Feldbestellung dieses Jahr nichts zu ernten. DaS 1893r Jahr ist der Landwirthschast sehr wenig hold. — In unsrer Nachbargemeinde Bingenheim wurde vorgestern, Samstag Nachmittag den 5. d. MtS., der neugewählte Bürgermeister verpflichtet, in sein Amt eingewiesen und ihm die Acten übergeben, nachdem der Streit in der Gemeinde bereits ein Jahr lang gedauert hat. DaS OrtSgericht und daS Standesamt verblieben jedoch dem früheren Bürgermeister. Auf diese Weise hat jede Partei, die sich gleich stark und nur mit einer Mehrheit von einer Stimme gegenüberstand, ihr Recht erhalten. Hoffentlich beruhigen sich jetzt die GemÜther. Offenbach a. M., 6. August. Der deutsch-russische Zollkrieg hat hier bereits zu verhältnißmäßig größeren Arbeiterkündigungen geführt. Mörlenbach. 6. August. Die Familie des hiesigen Kirchendieners und Schreiners Adam Müller empfing durch Telegramm aus Kiel die schmerzliche Nachricht, daß ihr ältester Sohn, der Matrose Adam Müller, bei dem Unglück auf dem Panzerschiff „Baden" mit verwundet worden sei. △ Mainz. 7. August. Am verflossenen Samstag sand vor dem hiesigen Militärgericht die Verhandlung gegen den der Majestätsbeleidigung bezüchtigteu Capellmeister Kern vom 118. Jnsanterie-Regiment statt und endete, wie allgemein verlautet, mit einer sehr harten Bestrafung des Angeschuldigten. Da über Urtheile deS Militärgerichts vor der Bestätigung durch den Kaiser bekanntlich die größte Verschwiegenheit gewahrt wird, ist indeß die von verschiedenen auswärtigen Blättern gebrachte telegraphische Mchricht, daß Siern zu 8 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Soldatenstand verurtheilt worden fei, nicht als richtig anzusehen, zumal das Militärgericht für Majestätsbeleidigung eine solch hohe Strafe gar nicht kennt. Die allseits sehr bemitleidete Frau des CapellmeisterS Kern hat sich gestern Abend nach Berlin begeben und will versuchen, bei dem Kaiser und der Kaiserin mündlich Gnade für ihren Mann zu erbitten. — Bei dem im Anschluß an die internationale Bäckerei- Ausstellung demnächst hier ftattfindenden Bäckerverbandstag kommt auch ein Antrag zur Berathung, der die Wiederaufnahme der süddeutschen freien Genossenschaften in den allgemeinen deutschen Bäckerverband bezweckt. Die freien Genossenschaften wurden seiner Zeit auS dem allgemeinen Bäckcrver- band ausgeschlossen, weil sie keine Innungen werden wollten. — Zu der Bäckerei-Ausstellung haben sich rund 300 Aussteller angemeldet, darunter 60 aus dem AuSlande und zwar auS Holland, England, Rußland, Oesterreich und Belgien. P. Mainz, 7. August. In der Zeit vom 12. bis 20. August tagt hier der Centralverbandstag deS 23 000 Mitglieder zählenden Deutschen Bäckerverbands Germania. Derselbe wird auS allen Gauen Deutschlands zahlreich besucht- auch auS Oesterreich, Holland, England, Rußland, der Schweiz usw. sind Vertreter angemeldet. Gleichzeitig findet unter dem Protektorat des Großherzogs von Hessen in sämmtlichen Räumen der Stadthalle, im Hallegarten und auf dem anstoßenden Brückenplatze eine internationale Ausstellung für Bäckerei, Cond itorei und verwandte Gewerbe statt. Dieselbe wird auS dem In- und Ausland reich beschickt, sie wird für den Fachmann, wie den Laien eine Fülle lehrreichen Materials bieten und insbesondere darthun, einen wie hohen Grad der Vervollkommnung die Technik in den letzten Jahren erreicht hat. ES wird sich zeigen, in welch ausgedehntem Maße der Maschinenbetrieb neuerdings in den verschiedenen Zweigen der Bäckerei Eingang gefunden hat und wie er nützlich angewandt wird. Gin Besuch der Ausstellung wird sich also sicher verlohnen. Die Hessische LudwigSbahn gewöhn von ihren hessischen Stationen und Aschaffenburg auS an Sonn- und Feiertagen, sowie am 12., 14., 17. August auf einfache Fahrkarten nach Mainz freie Rückfahrt am Tage der Ausgabe. Wöllstein, 4. August. Bor Kurzem verstarb in Frei- lauberSheim ein Junggeselle in einem Alter von über 60 Jahren, der in seinen jüngeren Jahren sich einige Zeit in Amerika aufhielt, woselbst er noch zwei Brüder hat. Derselbe lebte in einem Hause für sich allein, war äußerst sparsam und hatte fast keine Bedürfnisse. Bei der Aufnahme seiner Hinterlassenschaft durch zwei Notare deutete ein zu- gezogener entfernter Verwandter auf einen alten Feuereimer, der noch nicht inveutarisirt fei. Der gegenwärtige Polizeidiener bemerkte dabei, daß derselbe der Gemeinde gehöre, also nicht aufzunehmen sei. Durch Zufall untersuchte der Verwandte den Feuereimer näher und wundene sich über die sonderbare Bildersammlung, die sich in demselben befanb. Bald wurden diese Bilder aber alS Obligationen erkannt im Werthe von 12,600 Mark DaS ganze Vermögen bei ManneS betragt über 60,000 Mk. Erben sind die zwei Brüder in Amerika und zwei Stiefgeschwister in Wöllstein. Ein Testament ober dergleichen liegt nicht vor. Vermischtes. • Marburg, 5. August. Mit der gestern erfolgten Feier der Studenten aus Anlaß deS Semesterschlusses wurde eine kleine Demonstration gegen daS neuerdings ausgesprochene Unheil der Universitätsbehörde gegen die am Studentenstrike beteiligten Vertreter der studentischen Korporationen verbunden. Die sämmtlichen hiesigen studentischen Verbindungen zogen nämlich mit einer Musikkapelle durch die Stadt nach Wehrda, voran die bestraften Vertreter, jeder in einem bekränzten Wagen. Der Wichsier der Hasso-Nassovia saß auf dem Wagen, in dem Herr van Both saß, beloben mit einem riesigen Strauße. Der Rückzug erfolgte AbenbS gegen l/,10 Uhr unter strömendem Gewitterregen. Bor ber Elisa- bethenkirche (der (Seitenfront dieser gegenüber wohnt Geh. Rath Külz in seinem Institute) wurde Halt gemocht und von der Musikcapelle erst daS Lied „Im Wald und aus der Haide* gespielt, worauf nach einem Hoch auf unsere Alma mater gemeinschaftlich daS Lied „Stoßt an, Marburg soll leben* gelungen wurde. Dann löste sich der Zug auf. ES unterliegt keinem Zweifel, daß die Demonstration gegen Geh. Rath Külz gerichtet war, wie man in der Bürgerschaft auf Grund der Mittheilungen von Studenten auch immer mehr zu dem Glauben kommt, daß der Besuch unserer Universität im nächsten Semester ein erheblich geringerer sein wird, als bisher. Für Marburg würde das ein harter Schlag sein. Ms. Kassel, 7. August. Großes Brandunglück. Das an der Bahn Kassel • Altenbeken gelegene Städtchen Willebadessen, zum Kreise Warburg gehörig, ist vorgestern von einem schweren Brandunglück heimgesucht worden. Wir können darüber folgendes Nähere mittheilen: Nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr entstand plötzlich in der Wohnung eines penfwnirten Lehrers Feuer, das bei der herrschenden Trockenheit, genährt von reichlichen Trntevorräthen, mit furchtbarer Schnelligkeit um sich griff. Dies war um so verhängnißvoller für die dicht angrenzenden Nachbargebäude, als eS zwar nicht an Wasser, wohl aber an genügenden RettungSperfonen und Löschmannschaften fehlte, weil die Mehrzahl der männlichen Bewohner auf dem Felde bei der Erntearbeit weilte. Ehe die Feuerwehr also recht wirksam eingreifen konnte, standen schon eine Anzahl Gebäulichkeiten in vollen Flammen, dazu erhob sich ein starker Wind, eS entstand Flugfeuer und bald loderten hier, bald dort die Flammen empor! Namentlich gegen die mit Erntevorräthen bis oben hin vollgepropficn WirthschaftSgebäude, auS denen die Wuth des entfesselten Elementes haushohe Feuergarben emporfdjleuberte, vermochten die rastlos arbeitenden Feuerwehren wenig ober nichts auS- zurichten. Don ollen Seiten in die Enge getrieben, reichten die Kräfte der aus der Umgegend vollzählig erschienenen Feuerwehren nicht auS — ein volles Stadtviertel brannte und die ganze Stadt drohte bei dem herrschenden Winde ein Raub der Flammen zu werden — deshalb wurden die Feuer- ' wehren aus den 40 bezw. 20 Kilometer entfernten Städten Warburg und Paderborn telegraphisch beordert, mit Extrazügen der Bohn trafen sie alsbald ein und es gelang den vereinten Kräften gegen 8 Uhr Abends das Feuer einzu- dämmen, nachdem der Wind sich etwas gelegt hatte. Im Ganzen sind einige fünfzig Gebäude, darunter 27 Wohnhäuser, ein Fünftel des Städtchens, total eingeäschert. Auch einige Schweine sind verbrannt. Leider haben wieder eine große Anzahl der Abgebrannten nicht versichert. Auch mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt. • Leipzig, 6. August. Die dauernde Gewerbe- auflftellung, über deren Entwicklung schon wiederholt berichtet wurde, zeigt sich immer mehr als eine für Aussteller nutzbringende Einrichtung. Der während der ersten drei Betriebsjahre feststellbare Umsatz erreichte die ansehnliche Höhe von 747 000 Mk. Der Umsatz läßt sich aber nur zum Tbeil ermitteln und zwar hauptsächlich bei Motoren, die sehr zahlreich und von den bedeutendsten Firmen Deutschlands ausgestellt sind und bei Maschinen der verschiedensten Art, weil die Käufer in solchen Fällen durch die von ihnen gewünschte Betriebssetzung von Motoren ober Maschinen der Ausstellungsleitung bekannt werden. Die vier Ostermessen, * welche die Ausstellung durchgemacht hat, zeigen ganz auffallende Zunahme in Bezug auf die ermittelte Umsatzsumme. * Beckum, 5. August. Eine originelle Pfändung nahm hier ein Gerichtsvollzieher vor. An einem am Süd- thor stehenden Birnbaum ist ein mit zwei Siegeln befestigtes Plakat zu sehen, das folgenden Wortlaut hat: „Die Früchte auf diesem Baum — Birnen — sind gepfändet.* * Wien, 5. August. AuS Innsbruck wird gemeldet: Gin zur Sommerfrische beim Brennerwolf weilendes 18jährigeS Mädchen, NamenS Emma Zerzer, stürzte gestern beim Edelweißfuchen ab und blieb tobt. • Erbe« gesucht. Friebrich Walter (ober Walther), ber vor länger als 25 Jahren nach Amerika auSgewandert ist und bort baS Geschäft eines Linsenglasschleifers (lensgrinder), vielleicht auch Optikers, betrieben haben soll, ist dort im Alter von ungefähr 64 Jahren gestorben. Derselbe soll auS dem Großhcrzogthurn Hessen stammen und hat direkte Nachkommen und ein Testament nicht hinterlassen, so daß seine nächste» Verwandten zur Erbschaft gerufen fein sollen. Verwandte mögen sich unter Angabe deS Verwandtschaftsgrades und Beifügung einer deSfallsigen Bescheinigung an Rechtsanwalt Dr. Seibert in Darmstadt wenden. »HtJ .. * >. auf >*f^ i;'i* ” finobel cd»« , Vs In r;-;nr iS» *■»'"'' H lin“* < :ppMon J« n L-cha ** " ;'ca nclt, ®ttbinbungtl ,,e ;«* 5 . ™ kinm 6t S* f0i Qn| , 5001 der 6iija, öer >°ohnt Gh ^°cht und öon d Ws der Haide" JW Alma mater bur9 soll leben« Quf* ES unter- gegen Geh. Rath lchaft auf Grun^ fr Nr zu dem W im nächsten lls bisher. Für iranbunglütf, egene Städtchen l'g, 'st vorgestern t worden. Wir !n: Nachmittag« r Wohnung eine« rschenden Troeken- i mit surchtbarn verhängnißvvlln als es zwar nicht angspersonen uni der männlicher itit weilte. Ehl > konnte, standen Flammen, dazu 'jgfeuer unb halt ir! Namtntliä) a nolltzr'-rv^n 'M fesselten tderte, vermochten oder nicht- an«- getrieben, reichten öhlig erschienenen ldiviertel brannte senden Winde ein vurden die Feuer- ttsernten Städten cdert, mit Eftra- ind es gelang den das Feuer einzu- gelegt hatte. Im ide, darunter § Städtchens, ine sind verbrannt, der Abgebrannten vehrleute wurden de Gewerbe« schon wiederholt s eine slir W ihrend der ersten i)tt die ansehnlich- sich aber nur zum Motoren, die W ■mtn to'*"“ ««[»1»«*a": «i- in MM" „ mnsutnnie. töntet.' SB °te- •2*1 soll/ '.'! rofl an5 »r-s Sf *srt* ♦ Vom Knobeltisch. Es ist eine alte Erfahrung, schreibt das „Verl. Tagebl.", daß der Treppenwitz der Welt« xcschichte auf Schritt und Tritt folgt. Man kann das so recht erkennen, wenn man einmal zur Frühschoppenstunde eines der bekannten Weißbierlocale im sogenannten quartier latin aufsucht, wo sich die Herren Studenten mit heißem Bemühen quälen, im Knobeln einander das Bier und die dazu gehörigen Schnäpse „anzuhängen", deren unbeschränktem Genuß sie sich gerade in dieser erquickungsbedürstigen Sommer- zeit, wo das Semester seinem Ende zuschleicht, mit besonderer Inbrunst hingeben. Der Mannigfaltigkeit der Combinationen, welche die Zahlenreihe der drei Würfel zuläßt, entschlüpft so leicht keine der Persönlichkeiten, die das Tagesinteresse an die Oberfläche schwemmt. Die großen historischen Personen wie die flüchtigen Erscheinungen des Augenblicks müssen ihre tarnen in gleicher Weise dem Studentenhumor leihen, der in erfindungsreicher Grübelei immer neue „Bestimmungen" auSdüftelt und mit diesen Namen bezeichnet. Die „Bestimmungen" werden bald Gemeingut aller knobelnden Kreise, sie nehmen ihren Weg überS Weltmeer, aber sie kommen und schwinden, wie die Namen, die sie tragen. Welcher knobelkundige Mann ist heute so zurückgeblieben, daß er seinem Gegner einen Wurf wie „Pauline Lucca" oder gar „Classen- Nappelmann" zumuthen möchte? Selbst Eleonore Düse, die Wochen hindurch „getrudelt" wurde, gehört schon in das Reich der Erinnerung, und nur die allerhöchsten Semester wählen noch einmal einen „Bismarck und Lasker" ober einen ,, (leinen Windthorst". Die Männer des Tages sind auch beim Knobeln an der Tagesordnung. Da ruft ein dicker Studio, der nur noch den „Gnadenwurf" hat: „caper, caprivi, caprero“, und die Anderen vertiefen sich alsbald in diesen zeitgemäßen Wurf. Der Dicke wird ein Streichholz los, und der „Reingefallene" bestimmt schleunigst: „Baumbach gegen zwei Fronren". Am meisten muß jedoch Herr Ahlwardt herhalten, dessen gefeierter Name den Knobelcomment außergewöhnlich bereichert hat. Durch „Ahlwardt hupt auf Böckeln" ist auch dieser Führer vorläufig für die Unsterblichkeit gerettet, und mit „Pocken — Pecken — Pucken — Pocken — Pickenbach" ist der dritte Name dcS Antisemitismus eingereiht. » Folge« deS Sonntagsruhegesetzes. Folgendes Geschichtchen erzählt der „A. St.«A.": Die Frau Fabrikant X. bekam am Sonntag Besuch von zwei bekannten Damen. Um die Gäste mit irgend etwas zu tractiren, schickt sie ihre beiden Jüngsten vach der A.'schen Conditorei, um von dem so beliebten Kirschkuchen holen zu lassen. Nach einer Zeit langen Wartens kehren die kleinen Sendboten wieder zurück. Als jedoch die Frau Mama dem Korbe die leckere Speise entnehmen will, findet sie diesen vollständig leer. Auf ihre erstaunte Frage, vv denn die Kleinen keinen Kirschkuchen gekauft hätten, erfolgte Le naive Antwort: „Ja, wir haben für das Geld Kuchen gekauft, ober der Herr Conditor hat gesagt, wegen der S o n n t a g s r u h e dürften wir ihn nicht mit über die Straße nehmen, wir müßten ihn gleich bei ihm aufessen, und das haben wir such gethan." . . . * Da8 Spiel, welches der Zufall manchmal im Kriege treibt, ist in einem Artikel des „Figaro" an einigen interessanten Beispielen nachgewiesen. Als die französische Armee ihre Stellungen für die Schlacht am 18. August 1870 einnahm, besetzten die Truppen zwei Gehöfte, welche die Namen großer Niederlagen oder Unglücksfälle Frankreichs trugen, Moskau und Leipzig. Verschiedene Offiziere sahen darin eine schlechte Vorbedeutung, und General Frossard konnte sich bei dem Prozeß gegen Bazaine nicht enthalten, zu sagen: Konnte man auf Sieg hoffen auf einem Schlachtfeld, dessen Hauplstellungen Moskau und Leipzig hießen? Der Ueberfall des ersten französischen Corps bei Beaumont durch die Preußen am 30. August ist angeblich nur erfolgt, weil der Generalstabsoffizier Mac Mahons, der an General Failly Befehle bringen sollte, abgefangen wurde. Er hieß Grouchy, und zum dritten Male wurde dieser Name für Frankreich verhängnißvoll. 1797 bei der Expedition nach Irland wurde die französische Flotte durch einen Sturm zersprengt. In der Bantry-Bai sammelten sich die Schiffe, nur der Oberbefehlshaber General Hoche erschien nicht. Nachdem sein Stellvertreier General Grouchy acht Tage vergeblich gewartet hatte, segelte er nach der Heimath zurück. Zwei Tage später traf Hoche ein, aber die mit so großen Hoffnungen unternommene Expedition war vereitelt. Bei Waterloo hätte ein Eingreifen der Truppen GrouchyS wohl Napoleon ermöglicht, die englische Mitte zu zersprengen. Er blieb aus, und die Schlacht endigte mit dem Sturz der Macht des Welteroberers. Bei Beaumont wurden die Franzosen durch eine deutsche Artillerielinie zum Weichen gebracht, die auf den Höhen von St. Helena stand, und mußten sich über die Berge van Failly zurückziehen, rem früheren Besitz der Familie ihres commandierenden Generals de Failly. Verschiedentlich ist es auch borge« kommen, daß Regimenter mit gleichen Nummern sich auf beiden Seiten gegenüberstanden. Die 7. Kürassiere und die 57er bei Mars-la-Tour, das 107. und 108. Regiment bei Champigny, die 86er bei Beaumont hatten z. B. die Regimenter gleicher Nummer sich gegenüber. Aehnlich spielte der Zufall tm Loire-Feldzug. Vor der Schlacht van Le Mans wurden eines Tages zwei preußische Reiter.Unterasfiziere gefangen und vor den commandierenden General des 17. Armeecorps de Colomb geführt. Auf die Frage nach ihrem Truppenverband erwiderten sie: 3. Cavallerie-Brigade, General v. Colomb. Abkömmlinge einer alten französischen Familie führten die Truppen, die sich bekämpfen. Daß in der preußischen Armee eine Reihe von Offizieren dienen, die französische Namen ! tragen, ist bekannt. Sie entstammen meist aus Refugiäfamilien. Der „Figaro" nennt den bei Spicheren gefallenen General b. Francois, die Generäle du Drossel, Montbarry, Montbö, La Roche- er könnte die Liste mit leichter Mühe sehr erweitern, wenn er aber auch den General v. Sandrart darauf setzt, so ist das ein Jrrthum. Die Familie b. Sandrart ist deutsch. * Der dielgeschmähte Geschäftsreisende hat in einem Franzosen einen warmen Lobredner gefunden. Die Zeitschrift „Lyon republicain“ schreibt: Don allen Kräften, die für Handel und Industrie thätig sind, müssen wir am interessantesten, originellsten und populärsten, aber am meisten sympathisch die Geschäftsreisenden nennen. Zwar behauptet man häufig, sie seien unausstehliche Schwätzer boll Dreistigkeit. Man zeigt sie uns nur, wie sie die Tafel beleben, die Casos und die BahncoupoS, und ansehnliche Profite einstreichen, dank der Naibität bon Landleuten, welche ihre Redseligkeit berblenbct. Das ist das Porträt des classischcn Schwadroneurs, waS freilich nicht heißen will, daß es irgendwie dem Geschäftsreisenden der Gegenwart und Wirklichkeit gleiche, dem Geschäftsreisenden, den wir an der Arbeit sehen und den wir hochschätzen, weil wir nach dem bollen Wcrthe die Rolle schätzen, welche er im Handel unseres Landes spielt. Der Reisende ist ein Kämpfer, man muß ihn nicht in der Ruhe sehen. Auf der Tour, mitten in der Mühsal, in den Schwierigkeiten seines harten Berufes soll man ihn beobachten, will man sich Rechenschaft geben bon der Wichtigkeit seiner Aufgabe. Der bollkommene Reisende muß Proben der berschieden« artigsten und seltensten Fähigkeiten geben, deren unentbehrlichste sind: Bildung, Geschmeidigkeit, Rechtschaffenheit, Takt und eine Philosophie, die ihn stets bor Entmuthigung bewahrt. Dazu braucht er einen Magen bon Stahl, um so lange als möglich den täglichen Vergiftungen durch die Hoteltafeln zu entgehen, die er im Galopp genießen muß, sowie des Essens in Wirthshäusern, Büffets :c., ohne zu gedenken der Con« sumtion, die er zwangsweise geschäftshalber mit Clienten zu bertilgen genöthigt ist. Am Abend, wenn alle Geschäfte erledigt sind und die Interessen des Chefs gewahrt sind, sucht der Wackere sein Bett auf, mit Sehnsucht nach dem fernen heimathlichen Herde. Dennoch muß er am frühesten Morgen wieder bei gutem Humor sein, um für das „Haus" zu arbeiten. Das Haus, das sagt alles im Munde eines Geschäfts« reisenden. ♦ Einem commanbitenben General, der bor erst kurzer Zeit in einem besonderen Corpsbefehl das Tragen bon Cibilkleidern streng untersagt hat, kommt eines Sonntages früh sein eigener Adjutant, ein Rittmeister bon Z., in einem engen Gäßchen in Cibilkleidung entgegen. Der Rittmeister, dem es ganz klar ist, daß ein Ausweichen unmöglich, denkt, hier nützt nur Unberfrorenheit - er tritt, sein Hütchen ein wenig lüftend, an Exccllenz heran und fragt den General, „ob er nicht wisse, wo hier Rittmeister bon Z. wohne, er sei sein Bruder." Excellenz bedeutet den Fragenden, daß Rittmeister bon Z. gleich am Ausgange des Gäßchens am Markte wohne, und geht, den Dank des Fragenden kaum beachtend, weiter. Als am nächsten Morgen der Adjutant Rittmeister bon Z. dem General den üblichen Rapport gemacht hat und sich entfernt, ruft ihn Excellenz mit den Worten: „Herr Rittmeister, noch einen Augenblick!" nochmals zu sich und sagte: „Was ich Ihnen nach mit- theilen wollte, Herr Rittmeister, wenn Ihr Herr Bruder Sie noch einmal besucht, dann gehen Sie drei Tage in Arrest!" * ein Titel. Nach der letzten Cur« und Fremdenliste von Bern eck im Fichtelgebirge beherbergt gegenwärtig das Städtchen zwei — „Ochsenmaulsalat-Fabrikantentöchter" aus Nürnberg. * Frage an die Juristen. Laut Urtheilsveröffentlichung in den „Münchner Neuesten Nachrichten" haben sich die Herren August Salm st ein und Wilhelm Heymann van Ansbach wegen Mißbrauch der Fabrikzeichen von Maggis Suppenwürze des Vergehens wider daö deutsche Markenschutzgesetz schuldig gemacht. Diese beiden Herren sind die Inhaber der Firma „Freiherr von Molitor & Cie., deutsche Armee« conservenfabrik in Ansbach." — Dürfte der Begriff der Firmenwahrheit nicht auch im deutschen Handelsrecht schärfer gefaßt werden? ♦ HeimalhSgefuhl. In einem schwäbischen Städtchen hat der Herr Amtsrichter große Metzelsuppe. Das Dienstmädchen trägt mit ganz verweinten Augen die Speisen herein. „Ja, Bärbel, was haben denn Sie heute — was ist denn passirt?" — „O, Herr Amtsrichter — die Sau ist von meinem Ort!" * Naive Freude. Mutter (Bäuerin beim Besuche ihres Sohnes in der Universitätsstadt): „Ach, wie sieht es hier unordentlich bet Dir aus! — Ich freue mich nur, daß Du wenigstens die theueren Bücher recht geschont hast!" Derlei?», £anÖ« und volk»«>irthschaft. »Ufttn, 8. August. Marktbericht. Aut dem heutigen Wochenmarkt kostete: Hutter pr Pft- X M5—1,20, Hühnereier per Stück 6— 2 Stück 11 H, Jtfife pr. ®t. 5—8 4, Äfifematte pr. 3 A. Erbsen vr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 0,90—1,50, Hahnen pr. St X 0,50-0,75, Enten pr. St X 1,80 bis 2M Ockserrfleisch pr. Pfd 56-64 H, Kub- und Rindfleisch pr. J3fb. 36-46 A, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 46—50 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40-68 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 8,00—15,00 X, Weißkraut pr. Stück 5-12 A. Zwiebeln pr. Cenhter 9,00-9,50 X, Milch pr. Liter 16-20 A, Enteneier pr. St. 6— A, GLnseeler 11—12 A- __________ - LrdeitSverficherttngS-Gesellschaft »« Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). ES sind vom 1. Jmruar bis Ende Juli 1893 3435 Versicherungen über 23 854 700 Mk. beantragt worden. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 453 Mitglieder, die mit 2 628 100 Mk. versichert waren. Der Ver- stcherungsbestand stellte sich Ende Juli 1893 auf 58 000 Personen mit 396 Millionen Mark Versicherungssumme. Bei der alten Leipziger Gesellschaft,gdic eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle lieber; schüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem l'/rpSt. der Summe der gezahlten Zusatz- pramien, was mit Rücksicht auf anderweite Auslassungen über diesen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, ft wäre der Dioi- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich hoher als 42 pCt. ____________ — Zu, Fulterrroth. Es ist hinlänglich bekannt, daß die Pferde-, Sau- oder Viehbohne im gettockneten Zustand ein sehr nahrhaftes Mastfutter abgiebt und bei dem in Deutschland herrschenden Futtermagel als Ersatz sehr wohl in Rücksicht zu ziehen wäre. Rach einem Privatbriese des Herrn Earl Uhlherr in Jaffa, Sy'ien (Kleinasien), uerden dort irn Gelobten Lande jetzt sehr viel sogenar.nte Saubohnen und auch weiße Ackerbohnen angebaut, die ein kräftiges und sehr nahrhaftes Mastsuttermebl liefern und in ganzen Schiffsladungen nach England geben. Was für England rentirt, sollte doch auch für das deutsche Reich gut fein. Die reine unverfälschte Waare stellt sich auf den Doppel-Centn er (also 100 kg) auf 14,50 bis 15,50 Mk. gegen Kasse. Vielleicht bedarf es nur dieses Hinweises, um Interessenten, seien es nun Händler oder landwirthschaftliche Vereinigungen, zu veranlassen, sich mit Herrn Uhlherr in Verbindung zu fetzen; er ist ein Deutscher und bezog schon sehr viele Maschinen aller Art au5 Sachsen, über 12 Jahre ist er im Lande und bei den Fellachen sehr beliebt. Eingesandt. Gießen, 8. August 1893. Von Seiten der preuß. Staatsbahn-Verwaltung sind mit Beginn dieses Monats die Schnellzüge 75 und 76 der Main-Weser-Bahn in den Dienst des Fernverkehrs gestellt worden. Dewzusolge besitzen dieselben den neueren Comsort der internationalen Schnellzüge, die Zahl der Fahrgäste ist im Interesse der Einhaltung der Fahrzeit eine begrenzte und um den Localverkehr von ihnen abzulenken, wirb von dem Fahrgast eine Platzkarte von Mk. 2. - erhoben. — Besonders schädigend wird hierdurch unser Verkehr mit Frcmksurt a. M. berührt und es hat darum mit Fug und Recht diese Neuerung eine hochgradige Entrüstung in den interessirten Kreisen hervorgerufen. SeitDecennien ist uns namentlich der betr. Frühzug nach Frankfurt a.M. ans Herz gewachsen und wir hatten nur zu beklagen, daß derselbe nicht gleich anderen Schnellzügen Abtheile III. Klaffe mit fuhrt. Diese Verkehrserleichterung zu erzielen, dafür brach noch jungft (wie uns bekannt worden ist) unsere Handelskammer eine Lanze leider war ihr Mühen vergeblich und nun erhalten wir als Abkühlung für jene sanguinischen Wünsche oben berührte rigorose Erschwerungen unseres Verkehrs. Wir unterschätzen nicht den Werth, welchen die sogen. Harmonien-Züge für den Fernverkehr haben und gernzahlt der Reisende, welcher weite Str.cken durchmessen will, jenen verhaltniß- mäßig geringfügigen Zuschlag für den gebotenen Somfort, aber dies Stempel trifft nicht zu für die wenigen Kilometer, welche uns von Frankfurt und näheren Schnellzugs-Stationen dieser Strecke trennen. Ist nun der Fernverkehr in solcher Zunahme begriffen, daß ihm auch bezüglich der Ansprüche der Neuzeit Rechnung getragen werden mutz, nun wohl — so lege man derartige Sonderzuge ein, mie M« in Relation Cöln-Berlin rc. geschehen ist. In keiner Weise ««btsertigt es sich aber, Zugverbindungen, in welche sich seit langer Zeit der Localverkehr eingelebt hat, diesem zu entziehen, dem Localverkehr Opfer aufzuerlegen, um nach jener Richtung hin mitmachen zu können. Wenn dem EisenbahnfiscuS die Decke etwas kurz geworden ist, derselbe ohne Verletzung bestehender Interessen keine Neuerungen estffuhren kann, so möge er eS einfach beim alten Zustand belassen. Wie unS ein Inserat der Handelskammer vom 2. d. M. belehrt, fand es Die Röntgt. Direction Hannover für angezeigt, betreffs der beabsichtigten Verfchiebung eines Localzuges jüngst deren Ansicht zu erbitten, wie wir annehmen, um Reclamationen oorzubeugen. Wie laßt sich Diese zarte Fürsorge in Einklang bringen mit oben Serügtem Perfabren, wo ohne jedwede Rücksprache mit unseren handelspolitischen Vertretern, mit einem Federstrich von oben herab weit wichtigere Interessen sans facon durchkreuzt werden? Es dient uns einigermaßen zur Beruhigung, daß die Großh. Handelskammer mit der gebotenen Energie die Sache in die Hand genommen hat und mir glauben auch annehmen zu dürfen, daß untere Verwaltungsbehörden nicht säumen werden, thaikraftig zum Schutze berechtigter Interessen einzutreten. Enua pro wnltia. Cheviot od. Bvxktn für einen ganzen Anzug zn Mk. 5.75 Velour od. Kammgarn für e. ganzen Anzug »«^.7.75 je 3 Meter 30 cm berechnet sur den ganzen Anzug versenden btrect an Jedermann |bbyb Erstes Deutsches Tuobversandtgeschäft Oettinger & Co., Frankfurt a. M., Fabrik-Depot., Muster franco ins Haus. Nicht passendes wird zurückgenommen. Lanolin Toilette-Cream Lanolin der Lanolinfabrik, Marlinikenfclde bei Berlin VorzüglichP^s-saut. -- ■ »fr {Reinhaltung und ®e» \l )V UnrzÜdlich hedung wunder Haulstellen vurfuyiivn und Wunden. echt^>- jur Erhaltung guter Haut. de. Vorzuglicn fondcrrbki Heinen K.ndrrn. 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September verlegt wurde, soll eine Verloosung von Vieh und land- wirthschaftlichen Geräthen verbunden mit einer Pl ämiirung von Kalbinnen und Bullen letztere im Älter bi- zu zwei Jahren, wovon jedoch i'iemeindebullen ausgeschlossen sind, stattfinden. [5189 Bei Äu<^abe von 8000 Stück Loosen bestehen die Hauptgewinne in 12 Stück Vieh, welches auf dem Markte angekauft wird. btn. nn< bit anbei ■ erMt ivurdr As fri^öptt, dc cain sich aber fy früher nebtn Liebe ®®n fit aber be> f tx ~ em ß 4** »■ j* Inn i Wn“ Ä!i 1125 Li n 5l< f Snade bit -A» w. «K« höet” mit < tÄSf öekehtt ***«»? 6775] Zwet junge Tllbdx* zur Erlernung der Küche und et« KeSver» lehrttng auf sofort gesucht- Hotel Kaltweaser, ___Wetzlar a. Latza-__ ?üchti-t älnurrr und Haudlangkr nach Zell gesucht. [6*32 Näheres Heinrich Rinn V. und Joe Httb,brand in Heuchelheim. Wermietliunqen. 5834| Der untere Stock der Villa Pletaoh am NahrungSberg ist mit oder ohne Mansarde (5—7 Z.) nebst Gartenaelände re-, vom 1- October l. I. zu vermtethen. Näheres im Srebenhause bei Herrn Hoß. 58301 Der zweite Stock Grünberaer» straße Nr. 28, 5 Zimmer mit allem Zu, behor. ist bis zum 1. October zu Server vollständige Festzug Nachmittags IVs Uhr abmarfchirk. Die Eltern schwächlicher Kinder werden gebeten, dafür sorgen zu wollen, daff Jemand in der Nähe deS Zuges ist, um sich derselben nöthigenfallS annchmen zu können. In dem Sälchen der öeib'schen Wirthschaft im Philosophenwald wird eine Sanität*wache eingerichtet, damit, wenn nöthig, sofort Hülfe zur Hand sein kann. Erwachsenen Personen ist daS unbefugte Hereindräugen in den Zug, sowie daS Betteten der Spielplätze und daS Eingreifen in die Spiele strengstens untersagt. An den Eingängen zum Festplatz wird zur Bestreitung der Kosten von allen nicht zum Zuge gehörigen Fest-Theil» nehmcrn ein Eintrittsgeld von 30 Pf. erhoben; gröffere Beträge werden dankend angenommen. LÜenn daS Jngendfest als solches auch fernerhin in derselben Weise für unsere Stadt erhalten bleiben soll, so ist cS nöthig, uns mit freiwilligen Beiträgen güttgst unterstützen zu wollen. tcÄ2* Zugführer und Spielordner werden zu einer Besprechung auf DienStag, den S. d. M., Nachmittags 6‘ 2 Uhr, in die trib sche Wirthschaft im Philosophenwalo hierdurch freundlichst eingeladen. Gieffen, den 5. August 1898. fi*:' 5* vtf* Io?-' ’ bestrenommirteS Fabrikat empfiehlt zu Fabrikpreisen [5751 Ernst Bloedner. Fl>rb«chkl filtiirgrl, Herz- und Doppelfalzform, h-chroth, blan grlümpff nni fdjwari glafirt, altrenommirtes Fabrikat Oon Leon Coutourier, Forbach Uermischie Anzeigen. 6715] 6 npreble micb im Hnfertigea von Same** und »inbetfieiber* bei guter Bedienung. «tnna Lchmtbt Neuen Bäue H 68331 Etz» nm im «ashoUrtk» von Wäsche «nd Ätciber* geübt, bat noch tage frei. Au erfragen in der Expeb. b. BL____ 6693] Studentische Corporation sucht für nächstes Semester ein itzaeiplocot. 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