Bahnhotstx. 5q APr« S. J. statt eten? wa8 eine ebenso gute meinen werthen Gälten den t Wetteten Räumen zu idere B . 'h'*» 8 gzelroff«» Die T&Vkit. K.A—- lhme von Hochzeiten pfohlen und, indem ich zu zeichne oll hard Stern. Lloyd eit. i dreimal, Pvfidamvimr 6-7 Tage, 10 Tage 2286 eßen. iedbrrg. berg- chemMnk. ?ft?r ä/teften und größttn l empM sich M Ker rbictet sich zu icder ge j ,er, Loberltr»^ WWMW a6 »ickhlwdmMkM-' jl5 iCdll- HN * 730 0 Wt. «S. Erstes Blatt Soimtag dm 9. April 1893 Der •Hrwt **|dt« erfchnnt täglich, e* LuSnahmr bei Montag« Dtt Meßmer we*tn dem Snzeitzri »Gchmtlich dreimal ‘.figrfegl Gießener Anzeig er Kmeral-Wnzeiger. Slrrttljäbrigei Jtf euere «diyrtti I 2 Mark 20 Pfg. *tt Bringerlohn. Durch die Post begsgad» 2 Mark 50 W Weboctten, Expeditta» und Druckerei: Aernlyrecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gietzen. ! Hratisöeikage: Hießener Kamitienbtätter W »«nahm, woti Aazeigee zu der »achmiNag« fLr de» |elg«nbm Tag -rscheinenben Nummer hi« vor» 10 Nhr. 1L. .1 N-" Ist- MI. -Lt-J. — ■■LEU I-V——!—»W, Alle Nnnoncen-Burcaux de« In- und Nuslanbe« nehm« SvzrigkN für dm ,Gießener Aezeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Da die Arbeitszeit auf Bauplätzen und in Werkstätten allgemein feit Ostern schon um 6 Uhr (Mittel-Europäischer Zeit) beginnt, so ist der A b g a n g des von Montag, 10. April, an eingelegten Arbeiter-Früh-Zuges von Großen- Bnseck auf 5 Uhr 25 Minuten (Mittel-Europäischer Zeit) oorgelegt, so daß derselbe um 3/46 Uhr in Gießen eintrifft. Gießen, den 8. April 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gaaern.___________________ Ocffentliche Aufforderung. Am 3. lfd. Mynats ist im Leihgesterner Gemeindewald, Abtheilung Schindanger 18, ein Brand ausgebrochen. Wir ersuchen hiermit Jedermann, der Auskunft über dessen Entstehungsursache zu geben imstande ist, uns oder dem nächsten Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes unverzüglich Mittheilung zu machen. Gießen, den 7. April 1893. Großherzogliche Staatsanwaltschaft. ________________Schilling-Tr.________________ Gefunden: 1 Haarpfeil, 1 Kappe, 1 Cigarrenetui, 1 Taschentuch, 1 schwarzer Handschuh, 1 Gabel, 1 Nohrstock, 1 Trauring, 1 Kalender, 2 Armbänder, 1 Brosche, 1 Manschettenknopf, 1 Sammtgürtel, 1 Kinderschuh, 1 Hundehalsband, 1 Hundeleine, 1 Schürze, 2 Taschenmesser und 1 Nähbeutel mit Inhalt. Zugelaufen: 1 Huhn. Gießen, den 8. April 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Nerrefte Nachrichten» Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau. Berlin, 7. April. Die internationale crimina- listische Bereinigung nahm die These des Staatsanwalts AppeliuS an, die das Strafmündigkeitsalter auf das vierzehnte Lebensjahr hinauszurücken empfiehlt. Bromberg, 7. April. Der „Ostdeutschen Presse" zufolge ist unter den 400 Flößern der Bromberger Schleppschifffahrt, die von der neunten Schleuse des Bromberger Canals Holz flößen, ein Strike ausgebrochen. In vergangener Nacht kam eS zu Ausschreitungen, wobei das Expeditionshaus erbrochen, Scripturen und Formulare in den Canal geworsen und andere Gegenstände entwendet wurden. München, 7. April. Historik er tag. Mit größter Aufmerkiamkeit folgte in der heutigen Schlußsitzung des Historikertages'die Versammlung den Ausführungen des Referenten, Professor He igel, über „Geschichte und gegenwärtigen Stand der Rechte zur wissenschaftlichen Archivbenutzung und die für ihre Erleichterung wünschenswerthen Forderungen". Seine Thesen wurden mit Ausnahme der fünften, welche die Publikation gedruckter Repertoire» verlangt und die der Referent selbst zurückzog, und mit der ebenfalls vom Referenten gebilligten Aenderung der These 3, daß das Normaljahr für die freie Benutzung von Archivalien statt 1848 1847 sein solle, en bloc fast einstimmig angenommen. Darauf beschloß die Versammlung die Berathung aller noch nicht verhandelten Thesen und Amräge wegen Mangels an Zeit auf die nächste Versammlung zu verschieben, die laut einstimmigem Beschluß Ostern 1894 in Leipzig statifinden wird. Präsident Professor Huber constatirte darauf, daß trotz der Meinungsverschiedenheiten über den ersten Punkt der Tagesordnung doch auch über diesen insofern eine Einigung erzielt sei, als alle die Ansicht vertraten, daß ein Resultat des Geschichtsunterrichts die Stärkung der Vaterlandsliebe sein solle. Er danke endlich dem Münchener Ausschuß, der noch mit der amtlichen Publikation der Verhandlungen betraut wurde, für seine opferwillige Thätigkeit und schloß damit den ersten Tag der deutschen Historiker. Konstantinopel, 7. April. Der Sultan empfing gestern Mittag den Landgrafen von Hessen, zu dessen Ehren ein Diner beim Fürsten Radolin stattfand. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 7. April. Der 16jährige Raubmörder Paul Schmidt, welcher im Februar einen Doppelmord beging, wurde heute zu 15 Jahren Gefängniß verurtheilt. Berlin, 7. April.' Der zweiten Berathung der Militärvorlage im Reichstage geht außer der Interpellation Menzer über den einheimischen Tabakbau noch die zweite Berathung über das Wuchergesetz voraus. — In offiziösen Correspondenzen wird jetzt der Antrag des Abg. Lieber bezüglich der zweijährigen Dienstzeit für annehmbar erklärt. Der Antrag wollte die zweijährige Dienstzeit für Fußtruppen auf 5 Jahre festlegen und bestimmen, daß ausgediente Mannschaften sofort zur Reserve zu entlassen seien; indessen sollte während des ersten Jahres die Erlaubniß zur Auswanderung verweigert werden dürfen. Altona, 8. April. Fünf Helgoländer werden sich wegen Aufruhr gegen die auf Helgoland stationirte Artillerie vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Stuttgart, 7. April. Der geschäftliche Theil des Geographentages wurde heute beendet. Auf Befürwortung Richthofens wird Bremen als nächster Ort für die Versammlung im Jahre 1895 gewählt. Auf Antrag KöppenS wird eine Commission gewählt behufs Regelung einer einheitlichen Schreibweise der geographischen Namen. Der Commission gehören an das hydographische Amt, die Gesellschaft für Erdkunde in Berlin, sowie Justus Perthes in Gotha. Der Centralausschuß und die Commission für wissenschaftliche Landeskunde wurden wiedergewählt. Vorsitzender Oberstudienrath Dorn schließt den Congreß mit den besten Wünschen für die Wissenschaft und die Schule. Er dankt dem Ehren- Präsidenten Geheimerath Wagner-Göttingen, dem Ortsausschuß, der Stadtgemeinde und endet mit einem Hoch auf Stuttgart. München, 7. April. Herzog Carl Theodor vollzog heute die zweitausendste Staaroperation in seiner Augenheilanstalt Schwabing. München, 7. April. Die 5. bayerische Division wird an dem diesjährigen Kaisermanöver des 8. und 16. Armeecorps theilnehmen und für diese Zeit dessen Oberleitung unterstellt fein. Paris, 8. April. M o n ch i c o u r t erhielt ein Telegramm aus Bogota, wonach der Concessionsvertrag für Panama von der columbischen Regierung unterzeichnet worden ist. Der neu zu bildenden Gesellschaft werden 10 Jahre zur Fertigstellung des Canals gewährt. Cadix, 8. April. Von den auswärtigen Arbeitern wurden mehrere Bäckerläden geplündert. Die Polizei mußte wiederholt einschreiten und wurde Verstärkung requirirt. Rom, 8. April. Nach der Audienz beim Papst werden der Deutsche Kaiser und die Kaiserin die Museen im Vatican besuchen. Kopenhagen, 7. April. Der Dampfer „Th ekla , welcher vor vier Wochen von hier nach Newyork abgegangen ist, ist bis jetzt noch nicht angekommen. Es befanden sich 700 Personen und die dänischen Ausstellungsgegenstände für Chicago an Bord. Man hegt hier die schlimmsten Befürchtungen. Loyaler uttfc provrirztelles. Sieben, 8. April 1893. ** Erteileuz Eisenbahnminister Thielen passirte heute Nachmittag auf der Reise nach Berlin den hiesigen Bahnhof. Erledigte Reichsgerichtsrathsstelle. Nach einer der „Frkf. Ztg." zugegangenen Mittheilung aus Darmstadt würde Herr Reichsgerichtsrath Buff zu Beginn der Ge- richtsferien in den Ruhestand treten und käme somit eine der von Hessen zu besetzenden Reichsgerichtsrathsstelle zur Erledigung. Da man in Leipzig die Stelle mit einem dem Anwaltsstande angehörenden Juristen besetzt zu sehen wünscht, Feuilleton. Dir verhängnißvoUc Polonaise. Novelette von Carl Cassau. Motto: Dir, Vaterland, und meiner Liebe! Bei der Frau Generalin Lubowsky fand große Soiree statt. Das Palais, eines der größten in ganz Warschau, war tageshell erleuchtet und Kutsche auf Kutsche fuhr jetzt an der Rampe vor, um ihre Insassen, Vertreter der vornehmsten adeligen Familien, hohe Würdenträger, Künstler und Gelehrte an der breiten Freitreppe des Hauses in reicher Livree empfangen, abzusetzen. Schon füllten sich die Salons mit der Elite der Gesellschaft, Damen und Herren in der kleidsamen polnischen Tracht, doch Frau Olga von Lubowsky im kostbarsten Gesellschaftsanzuge saß noch immer regungslos in ihrem Boudoir; sie starrte gedankenlos vor sich hin und zerpflückte mechanisch eine rothc Camelie mit ihren zarten Fingern. „Aber, gnädige Frau," mit diesen Worten kam jetzt Aurelie, die Kammerzofe, herein, „die Herrschaften sind bereits in den Salons und Sie sitzen noch hier?" Ihre Herrin hob den Kopf: „Ist Oginsky schon da?" „Nein, gnädige Frau!" „Nun, für die Anderen ist — mein Vetter DavinSky dort, die Honneurs zu machen! Wenn er kommt, sage mir Bescheid und führe ihn sogleich hier ein!" „Wie die gnädige Frau befehlen!" Frau von LubowSky stand jetzt unter der großen Ampel, welche das Boudoir tageshell erleuchtete. Sie war eine schöne Frau von ebenso stolzem Ebenmaß des Wuchses als edler Bildung des Gesichtes. Bezaubernd war das große dunkle Auge, der feine Mund, die edle Nase, die hohe Stirn. Kurz, die Dame war eine Schönheit ersten Ranges. Frau von Lubowsky lauschte. Wie ihr das Herz schlug — Oginsky — war ihre erste Liebe. Dem alternden General hatte sie, kaum sechzehnjährig, die Hand auf Befehl der Eltern gereicht; sie war jetzt Wittwe und unermeßlich, reich. Freilich einmal hatte sie geglaubt zu lieben. Graf Egon von Gablonsky hatte sich um die Gunst der schönen und reichen Wittwe beworben, aber in Folge eines Streites hatte sie sich im Unwillen von ihm getrennt und er, anstatt reuig zurückzukehren, er war davongegangen, sein Glück in der neuen Welt zu suchen. — Aber wie war es diesesmal ganz anders! Ihr volles Herz schlug dem armen, aber hoch gebildeten Grafen von Oginsky entgegen, abgesehen davon, daß er auf dem Piano ein Künstler ersten Ranges und der schönste Mann in ganz Warschau war. Jetzt erschien Aurelie wieder und meldete: „Soeben fährt der Herr Graf vor, gnädige Frau!" Sie eilte davon und ihre Wangen färbten sich um einen Ton röther, als sie einen Blick in den Spiegel warf. Die Thür öffnete sich und ein junger Mann im Alter der Generalin und in dunkle polnische Tracht gekleidet, trat ein, eilte auf Frau von Lubowsky zu und küßte ihr feurig die Hand. „Sie kommen spät, Oginsky!" sagte sie fast vorwurfsvoll. „Durfte ich früher kommen, Frau Baronin? Die Gesellschaft —" Die Dame ward plötzlich befangen und flüsterte: „Sie haben Recht! Ich eile auf dem geraden Wege in die Salons, gehen Sie mit Aurelie durch den Corridor!" Sie rauschte hinaus und der Graf sah sich nach der Zofe um. „Hier, gnädiger Herr!" sagte diese. Er verschwand durch die Salonthür, aber die Zofe murmelte: „Stets ganz apart! Wie schön ihm Schwarz steht! Na, wenn er wüßte —!" Dann eilte sie an ihre Beschäftigung. Als Graf Oginsky eintrat, stand Olga von Lubowsky schon in einem dichten Streife von Verehrern und Bewunderern, und erst später fand er Gelegenheit, der Hausfrau officiell die Hand zu küssen. Es floß viel künstlerisches Blut durch die Adern der Anwesenden. Hochadelige Damen trugen sinnige Lieder vor, biftinguirte Herren musicirten auf Geige und Guitarre, junge Mädchen fangen Duette, Männerchöre erklangen durch den Saal und dabei liefen die Lakaien mit ihren Silberplatten voll schäumenden Champagners hin und her. Plötzlich ertönte der Rus: „Oginsky, Oginsky ans Piano! Eine Mazurek, eine Polonaise soll er spielen!" Die Augen der Wirthi» suchten ihn, den edelsten, den schönsten Mann von allen Anwesenden trotz feiner Einfachheit und Armuth. Er trank eben am Buffet mit einigen Herren Champagner, als ihn der allgemeine Wunsch erreichte. Lächelnd verbeugte er sich und schritt zum Flügel, an dem er mit einem vielsagenden Blick auf die Dame des Hauses Platz nahm. Eine Weile prälubirte er unb ging bann in eine jener schwermüthigen Mazureks über, wie sie ber Pole so sehr liebt. Es war gerade, als ob die Nachtigallen im grünen Walde am Bachesrande sängen, wenn der Frühling bereit ist, Abschied zu nehmen. Alles war still im Salon, man hatte nur ein Ohr für Gras Oginsky und spendete ihm beim letzten Tone des so wird als Nachfolger Buffs Herr Reichstags- unb Land' lagsabgeordneter vr. Gutfleisch hier bezeichnt; doch liegt eine Bestätigung der Nachricht von betheiligter Seite noch nicht vor. ArbeiterHrnhzrrg Großen Bnseck—Vießen. Der Abgang deS von Montag den 10. d. MtS. eingelegten Arbeiter« FrühzugeS von Großen-Buseck ist nach neuesten Anordnungen auf 5 Uhr 25 Min. gelegt, so daß er 9/<6 Uhr in Gießen eintrifft. ♦♦ Rnhestands-Bersetznag. In den Ruhestand versetzt wurde am 30. März l. I. der Steueraufseher Johannes Bertling zu Gießen auf sein Nachsuchen und unter An« erkennung seiner treu geleisteten Dienste. •• Neue» Theater. Mit glänzender Ausstattung, wie wir hier noch nie gesehen, ging am gestrigen Abend die Operette „Der Bettelstudent" von Earl Millöcker in Scene. DaS HauS war nahezu ausverkauft und zollte das sichtlich animirte Publikum der flotten Darstellung un* getheilten Beifall. Herr Director BaarS verfügt über Kräfte, welche das Niveau der Mittelmäßigkeit bei Weitem überschreiten und wird in Folge dessen ein Ensemble gebildet, daS jeder großstädtischen Bühne zur Ehre gereichen würde. Wir können uns bei Herrn Director BaarS nur bedanken, daß selbiger mit seiner tüchtigen zahlreichen Ge« sellschast uns besucht, denn ein derartiges gutes Ensemble unb flottes Zusammenspiel, sowie brillante Ausstattung an Eostümen rc. haben wir hier noch nie gesehen. Die Aufführung war eine mustergiltige unb verdienen Darsteller und Orchester nebst Regisseur und Eapellmeister den ungetheiltestcn Beifall. Nachdem wir gestern den Tenor Herrn Neusch als guten Vertreter seines Faches kennen lernten, hörten wir heute zwei andere Tenore, Herrn Beehrmann als Symon und Herrn Schulhofs als Jan. Herr Beehrmonn scheint ein alter routinirter guter Opereltrn-Tenor zu sein, Herr Schulhoff verfügt über hübsche, weiche Stimmmittel, derselbe scheint schauspielerisch noch nicht ganz sicher zu sein, wird jedoch bei fleißigem Studium wohl Gutes leisten. Fräul. Kronegeld und Fräul. Ziem an n waren auch heute ihrer Aufgabe gerecht und werden wir von diesen Damen wohl nur Lobendes zu berichten haben. Frau Hein scheint eine tüchtige Vertreterin der komischen Alten zu sein, ebenso Herr Thiemann als Stornier; sein Ollendorf war, abgesehen von einigen überflüssigen Kalauern, eine gute Leistung, desgleichen die des Herrn Eonradi als Enterich. Die übrigen Partien, Ofsiciere, Musikgraf, Bagumil rc. waren ebenfalls bestens am Platze. Der allgemein gezollte stürmische Beifall war ein wohlverdienter.—Am Sonntag gelangt von dem beliebten Walzerkönig Strauß sein Meisterwerk „Der Zigeunerbaron" zur Aufführung. Wir können heute, nachdem wir zwei Vorstellungen gesehen und gehört haben, den Besuch der Baar s ' s ch e n Vorstellungen nur besten- empfehlen, da wir wohl sobald ein so flottes und gutes Ensemble hier nicht wieder hören werden. ** Neue» Theater. DaS rühmlichst bekannte Preis- Lustspiel: „Der neue Stifts-Arzt" vonL.u.M.Günther wird am Montag den 10. d. M. zum ersten Male hier in Scene gehen; dasselbe erfordert ein überaus großes Damen- Personal und war dies wohl mit ein Grund, weshalb wir dies feine Lustspiel, welches eine Zierde aller Hof- und größeren Stadltheater ist, hier noch nicht zu sehen bekamen. Herr Director BaarS hat obige Novität für das Stadttheater in Greifswald angekauft und hatte dieselbe einen solch durchschlagenden Erfolg, daß sie im Laufe der Saison zu verschiedenen Malen wiederholt werden mußte. Was bei obigem Lustspiele besonders gelobt wird, ist die feine Corn- bination desselben, sowie der elegante Dialog, welcher sich fern hält von allen banalen Trivialitäten und dabei doch musikalischen Vortragö eine Salve von Bravos und Händeklatschen. DaS bewog den Kiinstler, noch eine Polonaise als Zugabe zu intoniren, er spielte so leicht und doch so schwer- muthsvoll, als wolle eine Sirene ihren Geliebten vom festen Land in daS trügerische Naß der Wellen hinablocken. Man hätte ein Blatt fallen hören können, so stille war eS bei dem Spiel des Grafen im Salon. Deshalb hörte auch jeder zwei Herren verspätet eintreten. Der eine war ein weißhaariger und bärtiger Greis von großer Rüstigkeit, der andere ein jüngerer Cavalier von großer Statur, braun gebrannt von der Sonne, distinguirt in der Erscheinung. Olga von Lubowöky hatte nur Augen für Oskar von Oginsky- sie sah jene zwei nicht, sondern wandte sich an den Grafen mit den Worten: „Diese Polonaise müssen Sic mir aufschreiben, Grases soll mein LieblingSstück werden!" OSkar verbeugte sich. „Ihr Lob, Olga," entgegnete er leise, „wiegt mir daS Urtheil aller übrigen auf!" „In der Pause sehen Sie mich im GlaShause!" flüsterte ftr. „Ich muß Sie sprechen!" Er verbeugte sich nochmals und trat zurück, dann aber nahte sich der Wirthin der Metropolit von Warschau. „Schöne Musik, Baronin, nicht wahr?" sagte er laut. Leise aber setzte er hinzu: „ES ist alle- im besten Gange- wir unterhandeln mit Potcmkin, wie mit der Gräfin Lichtenau- beide lieben daS Geld und — Polen ist vielleicht zu retten? „Gott sei Dank!" „Ja um die Ehre! Aber zum Glück trifft auch KoS- ciuSzko eben ein! Sehen Sie, da steht er umringt von den Freunden unb den Egon von Gablon-kh hat er auch wieder mitgebracht!" ES war der Baronin, als habe sie eine giftige Viper gestochen, als sie den Namen hörte. „Wen hat er mitgebracht?" fragte sie tonlos. ,,Nun den GablonSktz- er hat parlamentarisches Geschick, Schlauheit, Energie? Die Liga rechnet viel auf ihn?" „So, ja, gut denn! Führen Sie Kosciuszko zu mir!" (Fortsetzung folgt.) van gesundem Humor nnb tretendem Ditze getragen wird. Da nur eine einmalige Aufführung deS „neuen Stifts- Arztes" fein wird, verfehlen wir nicht, alle Freunde eines guten Lustspieles auf die Montags-Borstellung hinzmveifen. ♦♦ Sircil nnb Theiter Walenda. Wie auS dem Anzeigen theil ersichtlich, trifft demnächst daS berühmte EircuS-Theater Wallenda hier em. — Die Specialität deS Besitzer-: Bor führung von dressirten Thieren aller Art hat sich seit dem letzten Hiersein deS Theaters bedeutend erweitert. Sin ganzer Thierpark ist eS, den er jetzt mit sich führt. Bier prächtige Löwen, zwei mächtige Elephanten, zwei Bären, Hunde, von der größten Dogge bis zum kleinsten Salon- und Damen- Hündchen, Katzen, Affen, PonnyS, Kakadus und Tauben, zum Theil gleich dutzendweise, sorgen allein schon für sich für ein sehr abwechselungSreicheS Programm. Aber auch die Künstler - Specialitäten sind in gewohnter Weise Kräfte ersten Ranges. •• Postvefen. Sämmtliche Briefträger und Briefkasten- leerer führen Postfreimarken und Postkarten zum Verkauf bei sich. Auch werden auf vorherige Bestellung Postwertzeichen bei dem nächsten Briefbestellgange überbracht. Die Bestellung kann durch Zettel erfolgen, welche in die Briefkasten gelegt oder den Boten übergeben werden- eine Gebühr ist für solche Bestellschreiben nicht zu entrichten. ♦♦ An sammtlichen Ostbanmen sind bereits starke Blüthen- knospen sichtbar. ES fehlt nur ein warmer Rogen, um Alle- binnen einiger Tage in einen BlÜthenflor zu verwandeln. Wie eS biß jetzt den Anschein hat, flieht eS in diesem Jahre viel Obst, vorausgesetzt, daß nicht noch starke Nachtfröste Eintreten. * lieber sogenannte Schlender-Bazare, den Ruin der kleinen unb mittleren Geschäftsleute, spricht die „National- Zeitung" ein sehr verständiges Wort: „Der große Umsatz allein kann die anscheinende Verschleuderung mancher Gegenstände nicht erklären. Wenn die Dinge in diesen Riesenbazaren billiger scheinen, so geschieht eS entweder aus Kosten der Güte, der Haltbarkeit, des Gewichts, deS Maßes. DaS Haus führt sicherlich auch gute Artikel. Es hört von einem kleinen Fabrikanten, der sich in argen Verlegenheiten befindet, und kauft ihm gegen Baar große Posten ab, die er unter dem Druck einer Zwangslage hcrgiebt. Aber häufiger geschieht eS, daß die Aufträge an die Fabrik für die Massenartikel etwa, wie folgt ergehen: auS einem Pfund Seife macht ihr mir nicht drei, sondern v er Stück- daß Band wird nicht 125, sondern 122 Millimeter breit gemacht - die Taschentücher sind um ein wenige- kleiner. Diese geringen Ersparnisse an Maß und Gewicht machen, wenn eS sich um Tausende von Stücken handelt, in den bis auf einen Zehntel Pfennig berechneten Preisen schon einen -solchen Ge- sammtunterschied, daß der Verkauf um fo viel billiger erfolgen kann. Und was vom Maß und Gewicht gilt, das gilt auch von der Qualität. Unsere Industrie stellt schließlich Alles her, was man von ihr verlangt, und sie versteht efl auch, minderwerthigen Dingen ein bestechendes Aussehen zu geben. ES soll nicht behauptet werden, daß daS, waS in diesen Geschäften verkauft wird, nicht vielfach daS werth ist, was man dafür bezahle. Aber deshalb ist es noch lange nicht werth, daß cS überhaupt gekauft wird, «eil eß den Ansprüchen eben nicht genügt, die erhoben werden müssen. Im Allgemeinen kaust nur billig, wer das Bessere und folgerichtig auch etwa» Theurere kauft. Ein Paar Stiefel zu 16 Mark, das ein Jahr auShält, ist billiger als zwei Paar zu 10 Mark, von denen jedes nur sechs Monate hält. Es flieht ja Fanatiker deS Ramsches unter den Frauen, dir grundsätzlich nur Ausverkäufe besuchen und auf die der rothe Zettel deS AuctionatorS eine zwingende Gewalt auSübt. Aber im Allgemeinen sollte man doch annehmen, daß unsere Frauenwelt, wenn sie ihre Eintragungen in daS Wirth- schaftsbuch macht, selbst dahinter kommt, daß — um ein ihnen geläufiges Bild zu gebrauchen — überall mit Wasser gekocht wird. Wie viele hat man nicht schon betheuern hören, daß sie nie wieder „billig" einkaufen wollen. Ob sie diese feste Vornahme auch immer gehalten haben, ist allerdings eine andere Frage." * Der Getreidemarkt. Die Osterfesttage setzten dem Getreidegeschäft naturgemäß enge Schranken, so daß sich dasselbe in der abgelaufenen Berichtswoche trotz deS begonnenen FrühjahrSterminS im Allgemeinen in ziemlich kurz gezogenen Grenzen bewegte. Weizen und Roggen gaben hierbei nach mehrfachen Schwankungen an den meisten Plätzen noch weiter im Preise nach, während sich Hafer fast überall kräftig behauptete. Bon welchem Einflüsse der auS Chicago gemeldete Zusammenbruch deS dort bestandenen Hausse RingeS in Weizen auf den europäischen Getreidemarkt sein wird, läßt sich augenblicklich zwar noch nicht mit Bestimmtheit beurteilen, verrnuthlich dürften aber die durch die Ehicagoer Vorgänge bekundeten Rückschritte im transatlantischen Weizengeschäft auch den europäischen Markt nicht unberührt lassen. — Notirungen an der Berliner Produktenbörse: Weizen von 143 biS 154 Mk. pro 1000 Kilogramm. Roggen von 114 bis 131 Mk., Hafer von 140 bis 157 Mk., Gerste von 125 bis 175 Mark. Zur Hagelversicherung. Wie die ersten Tage deS Apri! bereits bewiesen haben, findet zuweilen im Frühjahr eine ganz bedeutende W ä r m e e n t w i ck e l u n g^ statt, welche erfahrung-mäßig die der Landwirthschast so sehr nachtheiligen Hagelschläge sehr begünstigt. (56_ fei deshalb allen Landwirt hen angerathen, die Hagelversicherungen möglichst zeitft abzuschließen. •• Der Deutsche Werkmeißernerdand. der ungefähr 20,000 Mitglieder tn allen Theilen Deutschlands zahlt, hielt dieser Tage in Chemnitz eine Delegierten!) er sam m« l un g ab, die für die weitere Entwicklung deS BerbandcS von der größten Wichtigkeit war. Der aufgefteüie HauS- I.altSplan für 1893 und 1894 wurde mit sehr großer Mehr- beit genehmigt - unter anderem sollen für Unterstützungen 50,000 Mk., für die Werkmeister-Zeitung 4850 Mk. jährlich» außgegeben werden. Weiter begründete man nach den Vor- chlägen deS Ausschusses für Witwen- und Invaliden» Inrernutzung eine Witwen- und Waisen-, sowie eine Jnvalidenkasse und genehmigte die Anweisung deS dazu erforderlichen GrundcapitalS und die Erhöhung der Monats» beitrage. An den Abstimmungen nahmen 134 Delegierte theil. — 6e König!. Hoheit der Großherzig reift tm Laufe der nächsten Woche mit feiner jüngsten Schwester zu mehr- wöchentlichem Besuch der Königin Victoria von England nach Italien. — Laidwirthschaftlicher Be,irk»nerein Kriedderg. Sonntag den 9. April, Nachmittags 3 Uhr, findet im GasthauS „zum Löwen" in Nieder • Weisel eine Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Besprechung über den Ausbau des Getreide-, eingeleitet durch Großh. LandwinhschaftSlehrer Dr. von Peter. 2. Wo- will der Bund der Landwirthe. Referent H. Reitz in Butzbach. § Reiskirchen, 7. April. Der hiesige ca. 50 Mitglieder zählende Krieger-Verein wurde in den Landesverband der Kriegerkameradschaft „Hassia" ausgenommen. Schlitz, 5. April. Nach glaubwürdigen Mittheilungen wird im hiesigen Schlosse auch biefel Jahr wieder der Ka tfer ,\u zweitägigem Besuch der Gräflich Görtz'schen Familie mit Bestimmtheit erwartet. Die Ankunft Sr. Majestät ist zwar nach Tag unb Stunde noch nicht festgesetzt, jedenfalls wird sie aber, früherer Gepflogenheit gemäß, in hie Zeit der Auerhahnbalz, also in die erste Hälfte de- Monats Mai fallen. O An» dem Vogelsberg, 7. April. Die gegenwärtig sehr trockene Witterung hat auch Rain und Hecken ungemein auSgetrocknet, eine Gelegenheit zur Ausrottung der Hecken, von der, wie die häufigen Rauchwolken und Feuerfäulen im Felde bezeugen, außgtebig Gebrauch gemacht wird. Obgleich fast jede- Jahr in den Blättern vor einer allzastarken Ausrottung der Hecken gewarnt wird, schlägt man dennoch diese Warnung in den Wtnd und fährt in jedem Frühling mir der Ausrottung der Hecken luftig weiter. Wir können eß un- beShald nicht versagen, hiermit nochmals nachdrücklich den Nutzen der Hecke zu betonen. ES kst selbstverständlich, daß hiermit nicht der Hecke inmitten der Grundstücke ober auf calturfäbigem Boden baß Wort gcrebet werden soll, sondern nur der Hecke auf ihrem natürlichen Standorte, der steilen Böschung, dem Gerölldoden oder der trockenen Kuppe, auf der sonst Nichts fein Fortkommen findet Die Nachtheile, die hier die Hecke bringt, sind ganz verschwindend gegen ihren bedeutenden unb mannigfaltigen Nutzen, den Herr Forstassessor Weber in Schotten in einem früher erschienenen Artikel sehr zutreffend beschreibt. Die Hecke bindet, tagt te r Ausführung, am Hang den Boden durch da- Wurzelgeflecht unb verhindert ein Abrutschen und Abschwemmen ber Erde, sie verhindert die Bildung von Wasserrissen in den darunter liegenden Aeckern, indem sie meist etne zweckmäßige Wasservertheilung bewirkt. Man sieht mitunter, daß an Rainen die Hecken auSgerodet worden sind der paar Wellen Reisig wegen oder in der Hoffnung, GraSwuchS zu erzielen, und daß jetzt nach einigen Jahren baß Wasser die Erde ab- gespült hat, Theile drS oberen Grundstücke- abgerntscht sind, die Wurzeln ertrag-fähiger Obstbäurne bloßgelegt, die Bäume bergab geneigt und die unteren Grundstücke von Wasserriffen durchschnitten sind, unb baß nun an solchen Stellen mit großen Opfern an Zeit und Gelb Mauern aufgeführt ober sonstige Verbauungen von meist geringerer Dauer hergestellt werden. AIS Erhalter der Feuchtigkeit leistet jeder Busch im Felde nicht zu unterschätzende Dienste, zumal an Sommerhängen, die in ber Regel flachgründiger sind. Hiermit im engen Zusammenhänge steht die Wasserzurückhaltung bei starken Regengüssen, roaß einmal für die nächsten unter ber Hecke liegenben Grundstücke von Bedeutung ist, inbem biefclbe immerhin eine Verzögerung im Abfluß, ein bessere- Einsickern beS Wasser- in den Boden und ein lange- Anhalten der Feuchtigkeit bewirkt, bann aber auch im Vanbeßculiurintcreffc Beachtung verbient. Ganz besonder- üerbient aber die Hecke Beachtung al- Rist- unb Brutstätte für die Vögel. A Mainz, 7. April. Eine eigenartige Beleidigungsklage beschäftigte gestern den ganze» Tag daß hiesige Schöffengericht. Gelegentlich ber letzten Stabtverordneten- wählen hatte näml'ch ber socialbemokratische Stabtverordnete Dörr in einer Volksversammlung behauptet, die ftäbtifdien Stiftung-gelber gelangten meisten- in unrechte Hände. In der Stadtverorbnetenversammlung wegen dieser Behauptung heftig angegriffen, suchte Dörr den Beweis durch Angabe einer längeren Liste von Personen anzuführen, die angeblich unverdienter Weise die Stiftung-gelber erhalten. Hierbei hat Dörr auch die Familienverhältniffe ber genannten Personen beleuchtet unb in einem Fall zwei erwachsenen Töchtern eine» Stiftung-empsängers bezüglich ihre- sittlichen BerhalteaS cm sehr schlechte- Zeugniß ausgestellt. Letzteres hat nun die beiden Frauenzimmer veranlaßt, Beleidigungsklage gegen den Stadtverordneten Dörr anzustrengen, die gestern zur Verhandlung kam. Der Beklagte hatte eine lange Reche von Zeugen ausmarsch ren lassen, die indeß von dem Kern der Sache nichts wußten, weßhalb die Verhandlung zur Ber- nebmung weiterer Zeugen v.rtagt wurde. — In dem nahen Nieder-Jngelheim ereignete sich verflossene Nacht ein erschütternder Ungl ütf ßfall. Die aus drei Köpfen be> stehende Familie Schweikart ist durch «usstt ömen von Kohlen- ga» auS einem amerikanischcn Ofen erstickt. Da- Dienstmädchen, welche- an das späte Aufstehen der Herrschaft nicht gewöhnt war, fand dieselbe bewußtlos in den Betten. Sofort angestrllte DicderbelebungSversuche hatten, wie man un- von Nieber-Jngelhetrn schreibt, nur den Erfolg, daß der Ehemann vielleicht am Leben bleibt, während bei Mutter und Kind der Tod bereits eingetreten ist. E. Bingen, 7. April. Der Verkehr auf dem Güter» . Gailen i Ä?d 15 Soul' ** b°-Ä"L !*"(l« Weiin» e r- ß-d« ''8' ®’*9 "”e ®a^,M ■tt?**** Sfer Ä"Ä K-WL *-taÄ iur äuerottung btt jlfa »ifa «nb g,ut!|iuien in; “«I 9ima* ititb, C6gl,it «“ einer äu6, '/, schlägt man dennoch diese [ w jedem Frühling mit der •etter. Wir können rS uns nochmals nachdrücklich den m. Eß ist selbstverständlich, mitten der Grundstücke oder Wort geredet werden soll, natürlichen Standorte, der n oder der trockenen Rwppe, men stndrt. Die Nachtheile, d ganz verschwindend gegen faltigen Nutzen, den Herr in einem früher erschienenen bt. Die Hecke bindet, tagt Boden durch daß Wurzelgr« fiten und Abschwemmen der ng von Wasserrissen in den n sie meist eine zweckmäßige in sieht mitunter, datz an ovrden sind der tzaar Weiten Mg, Graswuchs zu erzielen, cen das Wasier die Erde obren Grundstückes abgrrutscht [er Obstbäume blosgelegt, die )ie unteren Grundstücke von i, und daß nun an solchen Zeit und Geld Mauern auf« unaen von meist geringerer l!s Erhalter der Feuchtig en icht zu unterschätzende Dienste, . in der Regel ssachgrüodiger w * Ä noüssen, was einmal für Die nGrundstücke vo..Bedeutung 'S.“ Ti- fOT9 «16 W ®'*" eeigenortiieSelei^S“.^, «" 8S M *** 1»De. 3» if«”8 •" “"‘AAw“”9 mg “'S'" ‘ durch N* rr «en bie w,rdl>» *Ä«. hi»8» r «nannte» chaliwsfe be 9 ^(rn (intt u Die %Lüon«^le? ®aß ®ien,u tzLr.S Ehrend «'■ troject RNdeSheiM'Bingerbrück ist bis auf Weiteres eingestellt, weil ein Kohlenschiff im Fahrwasser liegt. Schiffsnachvichten, (Mttgethrtlt durch den Agenten deS Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos tn Gießen). Bremen, 6. Av il. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampter Darmstadt, Capt. W. o. Schuckmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Mir» von Bremen abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten tn Newyork ange kommen. „ Bremen, 6. Apnl. Der Schnelldampfer Havel, Copllan Tb. Jüngst, vom Norddeuttchen Lloyd in Bremen, welcher am 28. März von Bremen und am 29. März von Souihamplon abgegangen war, ist heute 6 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. — Der Dampfer „Pennsylvania" der „Red Star Linie" tn - Antwerpen ist laut Telegramm am 4. April wohlbehalten in Philadelphia angekommen. „ , — Der Postdampser „Wacsland" der „Red Star filme" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. April wohlbehalten tn Newyork angekommen. Verkehr, €anö* ttnfc Volkrrvirthschaft. Gieße«, 8. April. Marktbericht. Auf dem beutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,20, Hühnereier per Stück 6- 4, 2 Stück 11- 4, Mfe pr. St. 4-8 4, Jtfifematte pr. St. 8 4, Erbsen vr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr Baar X 0,60—1.00, Hühner pr. Stück X 0,90—1 20, Hahnen pr. 6t- X 1,10-1,60, Enten pr. St. X 1,50 bi« 1,80, Ochsevfleisch pr. Bfd 65-72 4- Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50-56 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd 40-60 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40 -70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,60—4,50 X, Weiß kraul pr Stück 5-12 A. Zwiebeln pr. Zentner 12,50—0,00 X, Milch vr. fitter 12—18 4, Enteneier pr. St. 6 4 ArrsMg au» den Standesaintsregjs-ern der Stadt Gieße«. Aufgebote. April: 1. Fiiedrtch Schtmkat, Feinschmied zu Remscheid, mit Katharine Elisabeth Helene Bärin von hier. 6. Jacob MoseS Kotz Kaufmann zu Berlin, mit Emma Wolf Hierselbst. 6. Wilhelm Leib, Taglöhner von Gleiberg, mit Margaretha Waltz von Salzungen. 6. Johann Theodor Martin Carl Ohr, Locomottvhetzer bei der Main- Weser-Bahn dahier, mit Auguste Caroline Margarelha Flett hlerselbst. Shefchliestunge«. April: 4. Johannes Michel, HilfSheizer bei der Main-Weser- Bahn dahier, mit Maria Müller hlerselbst. 5. Karl Wilhelm Vogt, Pfarrverwalter zu Darmstadt, mit Anna Clara Antonie Wtndecker Sie« selbst. 5. Georg George, Bremswärter bet der Main-Weser-Babn dahier, mit Maria Pfeiffer hlerselbst. Ä Geborene. März: 26. Dem CorpSdlener Wilhelm Müller eine Tochter, Luise Hermine Elisabeth. 27. Dem Kaufmann Julius Klipstein ein Sohn. 29. Dem Graveur Max Rühl eine Tochter, Mathilde Christine Bei tha Elise. 30. Dem Schuhmachermeister Ludwig Wtedmeyer eine Tcckter, Hedwig Carola Luise. April: 1. Dem Schneider Heinrich Jahn ein Sohn. 2. Dem Handelsmann Isaak Walldorf ein Sohn, Oskar. 3. Dem Fiaschenbierhändler Christoph Gans ein Sohn. Gestorbene. . M2rz: 31. Pauline Seitz, 25 Jahre alt, Schulschwester an der Kleinkinderschule dahier. April: 2. Friedrich Dem, 1 Jahr alt, Sohn von Landwirth Friedrich Dern zu Garbenhelm. 3. Karl Rosenbaum, 1 Monat alt, Sohn von Taglöhner Ludwig Rosenbaum dahier. 4. Johanna Jughard, geb. Jughard, 69 Jahre alt, Wittwe von Kaufmann Heinrich Martin Jughard dahier. 4. Marie Schwalb, geb. Vogel, 66 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Ludwig Schwalb Ul. zu Staufenberg. Auszug ans den Airchenbücherir der Stadt (Siesten. Evangelische Gemeinde. Getränte. Mattbäusgemeinde. Den 3. April. Adam Volz, Schneider tn Gießen, und Christine Hahn, Tochter des verstorbenen Bürgermeisters Lukas Hahn in Lehnheim. m Den 5. April. Karl Wilhelm Vogt, Pfarroerwalter in Beerfelden, und Anna Clara Antonte Wtndecker, Tochter des Kaufmanns Gustav Windecker tn Gießen. Lukasgemeinde Den 3. April. Ludwig Wilhelm Belloff, Sattler, und Bertha Antonie Marte Koch, Tochter deS Schmieds Philipp Koch zu Gießen. Getaufte. Mattbäusgemeinde. Den 2. April. Dem Dienstmann Karl Reuter II. eine Tochter, Katharina Anna Marie, geboren den 11. März. Denselben. Dem Spenglermetster Theodor Waldschmidt ein Sohn, Wilhelm Theodor Hans, geboren den 8. März. Denselben. Dem Kreisamtsgehlifen Johannes Hach ein Sohn, Johanne« Eugen, geboren den 12. März. Den 3. April. Dem Schuhmachermeister Heinrich Groh eine Tochter, Marie Karoline, geboren den 23. Februar. Denselben. Dem Fuhrmann Karl Jughard II. ein Sohn, Fritz Karl, geboren den 2. December 1892. Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Luch eine Sohn, Heinrich, geboren den 30 Januar. Denselben. Dem Schreiner Georg Pfaff eine Tochter, Lina Katharina, geboren den 21. Februar. Den 6. April. Dem Arbeiter Otto Rühl ein Sohn, Otto Alfred, geboren den 1. Januar. Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Müller ein Sohn, Otto Ludwig Heinrich, geboren den 9. Februar. Markusgemelnde. Den 2. April. Dem Posthtlssboten Georg Pfaff eine Tochter, Marie, geboren den 2. März. Den 3 April. Ein unehelicher Sohn, Joseph Emil, geboren den 5. März. Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Hofmann eine Tochter, Marie, geboren den 12. März. Denselben. Dem Taglöhner Valentin Karl Heidelbach ein Sohn, Heinrich Ludwig Karl, geboren den 25. Februar. Denselben. Dem Bahnbofsarbetter Albrecht Rau eine Tochter, Luise Margarethe, geboren den 13. Februar. Denselben. Dem Metzgermeister Louis Sack eine Tochter, Elisabeth Lina Auguste, geboren den 13. März. Lukasgemeinde. Den 2. April. Dem StatlonsasfisterUen Johannes Letzing eine Tochter, Marie Sophie Klara, geboren den 8. Februar. Denselben. Dem Schmied Franz Brunow eine Tochter, Marie Ella, geboren den 27. Februar. Denselben. Dem Hüttenarbeiter Heinrich Wendland eine Tochter, Katharina, geboren den 26. Februar. Denselben. Dem Former Friedrich Schmidt ein Sohn, Karl Friedrich August, geboten den 30. November 1892. Den 3. April. Dem Bierbrauer Karl Zimmer eine Tochter, Margarethe Wilhelmine, geboren den 21. Februar. Johannesgemeinde. Den 2. April. Dem Schuhmacher Heinrich Schomber ein Sohn, Friedrich Christian Wilhelm, geboren den 7. Januar. Denselben. Dem Eisenbahn Stations-Dtätar Johannes Zörb eine Tochter, Elisabeth Ida Katharine Anna, geboren den 25. Februar. Denselben. Dem Schneider Heinrich Loos ein Sohn, Robert, geboten den 25. December 1892. . Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Nikolai ein Sohn, Louis Carl, geboren den 28. Januar. Denselben- Dem Vicefeldwebel Johann Ludwig Zehfuß eine Tochter, Anna Köthchen Ottilie, geboren den 14. Februar. Den 3. Aprtl. Dem Schneider Jakob Nolte eine Tochter, Luise Elise, geboren den 13. Januar. Denselben. Dem Schneider Friedlich Drahn ein Sohn, Franz August Friedrich, geboren den 15. März. Denselben. Dem Schuhmacher Heinrich Sand eine Tochter, Luise Marte Elisabeth Kathari, e, geboren den 2. März. Den 4. April. Dem Agenten Heinrich Schäfer ein Sohn, Johann Heinrich Ftiedrich, geboren d.» 18. Januar. Beerdigte. Matthäus gemeinde. Den 1. Aprtl. Luise Katharine Johannette Franziska Elisabeth Marie Georgette Böger, geb. Geißmar, Wittwe des verstorbenen Protocolltsten t. P. Philipp Böger, alt 76 Jahre, gestorben den 29. Mälz. Johannesgemeinde. Den 2 April. Pauline Seitz, Schwester tn der Kleinkinder- Bewahranstalt, alt 25 Jahre, starb den 31. Mä>z. Den 6. April. Johannette Jughardt, geb. Jughard, Wittwe des Kaufmanns Heinrich Martin Jughardt, alt 69 Jahre, starb den 4. April. Eingesandt. Gießen, 8. April 1893. In Nr. 80 des „Gießener Anzeiger" ist tn einem die Sonn- tagSruhe betreffenden „Eingesandt" von einem Stadtverordneten die Rede, der sich gebrüstet haben soll, den früheren Beschluß herbet- gesührl zu haben und aut dessen Bemühungen auch der neuere zurück- zuführen sei. Wollen die Herren G. A., E. F. und C. W. nicht geneigtest den Namen dieses Stadtoerordveten nennen? R. 8. Abwehr zur Sonntagsruhe. Wir müssen uns ganz entschieden verwahren gegen den Ausdruck einzelner Stadtverordneten, daß das „Eing'sardl" tm Anzeiger Nr. 80, „Die Sonntagsruhe betr.ffend", aus Gehäisigkeit gegen die Person gerichtet sei, sondern wir haben nur in Berechtigung allgemeiner Interessen, sowohl unseren eigenen Gefühlen, als denen fast der Konzen Bevölkerung Ausdruck gegeben, denn es ist eine bekannte Thal fache, daß bet derselben eine allgemeine Entrüstung herrscht über die nochmalige Umänderung der Zeit zur Eröffnung und Schließung der Geschäfte, nach einem einzigen Probetage. G. A. E. F. C.\\ ■ Y 7/Tsir- W und M Mressfiarten in verschiedenen 'Preislagen, sowie sonstige Drucksachen V werden angefertigt in der j Brühlschen Druckerei 1 (Giessener Anzeiger) Sdmlitrattt Maccaroni, feinste Wiener, „ beste Italiener, Maccaroni Bruch, per Pid. 30 H,1 Gemüsenudeln, nicht breiig kochend per Pfd. 40 H, Eier-Gemüfenudetn, extrafeine, Qualität i empfiehlt [IC 08 __Emil Fischbach. 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[3333 Frau Ernst Schaefer, Die, a. 8. 33 3] «in Schüler der oberen Klaffen der höheren Lehranstalten kann in einer guten Familie volle Pension erhallen- Wo? sagt die Exped- d- Bl-__________ 3356] Junge» Mädchen vom Lande sofort gesucht-__Neuen Bäue 5. 3376] Ein Mädchen empfiehlt sich im Bügeln in und außer dem Hause. Wolfstraße 16, 3. Stock. Zur Eröffnung der Sommer-Saison Sonntag den 9. April 1S93: Groeeer Heiterkeit*-Erfolg! ------- ------Groeeer Heiterkeits-Erfolg! Z= Grosses Concert (Militarmutik) Kom. Operette 3 Mraues, j Zar Aufführung kommen a. A.: Oavert Martha (Flotowj, Der WildeohBtZ (Lortzing). Montag den 10. April: Balletmusik a. Feraeiore (Rnbio*t-.-in). Ave Maria (8chubert-Lax , Die Scbllttaobeh- ^|i|gB^ug(spiclabcnd läafer, Walzer (Waldteufel), Grosse Phantasie a. d. Hegenetten (Meyerbeer) . .. Airfflilirilaa I Nur einmalige Aufführung! [3397 d Vegelhäodler etc. Potpourri Anfang »/,S Ubr. — Bier im Glaw. — Entree 30 Pfg. omt* Die Eröffnung* des 'M Die Directioe. 3404 $ Gambrinus. 8 Hotel-Restaurant Stern Balmhofatr. 50 Bahxihofstr. 50 SamStag, Sonntag n. Montag: Der Vorstand. 3881 Bernhard Stern 3192 sucht- Neustadt 3t 3383] Leltersweg 30. 6 3»2 7-». 730 1230 506 y». DU Ra»t|t KbnUl Mi 5* U*r früh fUl »»ich Ua:rrftr.t4ni Mt WuratriHM" « tu falte ZtsteiM but« eer 1. ■* 1 tleili Ende 1891 betrug die Zahl der Mitglieder 62 11 oder mehr 9 Hiernach Ende 1892 71 Mitglieder. (3344 oon auswärts gesucht. tznhn.-j: still- Reichskmnk.rtsser*‘ \übina*€hinen und nKai*eru-Fahrrlder, bei. findet Sonntag den 9. April d. J» statt Mit dem Grundsatz, Alles aufzubieten, was eine ebenso gute als rasche Bedienung erheischt, hoffe ich meinen werthcn Gästen den Aufenthalt in meinen mit allem Comfort ausgestatteten Räumen zu einem wirklich angenehmen zu machen. 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Capitalien. 116405 01 3) Kaufschilling von Immobilien. . . 6893 27 4) Werthpapiere . . 43858 60 .'>) Mobilien ... — 6) Rückstände fälliger Zinsen .... 2714 03 Paiudva. •* A 1) Capital-Einlagen . 172892 15 2) Stammantheile der Mitglieder . . . 4353 40 3) Provision und Nachlässe ..... 500 - 4) Reservefond. . . 71190 __ 178457 45 178457 45 3 pEt. AeichSanleihr M , pEt. do. 3 pEt. Preutz. Eoniols 31/1 pEt. do. 67 20 10120 87 20 101L5 4 pCt. Ung. Gold-Reul« 5 pEt. Ilal. 'N ent e 3 pEl. Portugiesen 4 pEt. Srtech. Monovot-stut. 97 20 93 3t 22.50 64 40 DiScLNto-Eomn.arch.'Lnth. 192.00 Lomb. E^B^Act. 99 50 Darmstädter Bank-ALt. 142.40 vuich'.herader E.-B.-Lct. 397.50 Dresdener Bank-An. 15200 Elblhal-B-hn-Act. 307.26 dtordd. Üloyd-Ac!. 115 80 lAotthard-Bahn.Uct. 158.90 Wiener Bankver. Lcl 107.87 Schwerzer diordost.'V^Lct. 111.90 Oest. Lredit-Act. 295 62 Mainzer E.-B -Act. 111.40 Ilal. Mittelmeer bahn Äd 106^0 Marienburger E^B. Aet. 64.40 Gelsack. Bergw^La. 1414» | «ct. «SntgS.Laurah.Met. 113.80