>tfe. n und mBblirtes Zimmer ju oer- Rodheim-rftriiße 40. immer mit Tabimt unb .immer, beide möblkt, zu ankiurlerjkahe 3t, Ul üb^en mit Kost zu m- _______LindenM l I. gut mSblßionntr mit tn fiimt tu ötrmktbffi. Ludwig^platz 13, M. Wi xxl vn- Lanlage 11, Mansarde. ei’. Ws? eSVf- 3*Boc(f -_*• flh Nassauer. b,„ «X“ —^Ebvrstrrhe itz ,u D,nMm- ^LMwergerwkg 63. Ml ttth, WDI,th,r -Wallthorstr^r^. ÄEtes Zimmer, Kost, zu orrmiethen- Neuenweg 32. MndergehendeautmSb' L einen oder zwei Herren Franksurtnstraste^. u. Simmet mit oder ohne -ue Löberstraße Wirte? Zimmer mit Eä- Herrn zu oermielizen. ____Kreuzpicch 13^ erZimmnzuvermieihen. und tzelintzwea, 3. El- Pe Anzeigen. at> u. «achhilftstuvdtt Griechisch, Französisch ilgebra werden billigst er- iQt b»e Gsped. d- Bl. ^ül ftiiii undHaüs tih-n burdi ffraufiMw m?2. .__— io6. SlädSea, weiche in l- Kt «»‘l'.ftÄ er totnybj!A^x^A. ftifften sucht BesW^ inundauherdemMst ^,,lnn?aaste 12,4 Sl chtHichi-n ^egen un! -L-S.S euto»S6ll',lli<,’t U» ^peM^--- mrvsr MM xchncider. kcrland * 511 xt s»cueE5 sBsä jberJÄ^f^ Nr. 58 Donnerstag den 9. März 1893 Drr ttetkwer A",el«er erscheint täglich, ■rtt SuSnobmc de« Mmitng«. Die Gießener W«mirie»b ttlter »erden dem Lnzeeger Wöchentlich brttme( beigdegu Gießener Anzeiger Kemrat-Anzeiger. vierteljähriger AdonnemeatsprelS > 2 Mark 20 Psg. mit Urmgcrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Rebochon, Exprdms» und Druckerei: Kch.lSr.heKr.^ Fernsprecher 5L 21 tnt& unb Anzeigeblutt für ben Areis Gieren. | chratisöeikage: chießener Aamikienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsche» Reich. Berlin, 7. März. Die Budget-Commission des Reichstages nahm die ihr überwiesene Novelle zum Reichspostdampfergesetz mit großer Mehrheit an. Zum Berichterstatter im Plenum wurde Abgeordneter Scipio (natl.) bestellt. Ausland. — In der Montagssitzung der franzöfifchen Deputirten- lammet kam der Gesetzentwurf, betreffend die Beleidigung von Souveränen und auswärtigen Gesandten, welcher seinen Ursprung bekanntlich dem Panamascandal verdankt , zur Berathung. Der Minister des Auswärtigen, Develle, trat in längerer Rede energisch für die Vorlage ein. Er betonte, daß die Vertreter der auswärtigen Mächte in Frankreich den weitgehendsten Schutz gegen Verleumdungen und Beleidigungen zu beanspruchen hätten. Der Minister wies auch auf die bedenklichen internationalen Folgen hin, welche sich aus der Langsamkeit des französischen Justizverfahrens ergeben könnten, und hob noch hervor, daß die Verantwortlichkeit der Regierung durch den Gesetzentwurf keineswegs eine Vermehrung erfahren würde. Nachdem hierauf der Radicale Milleraud gegen die Vorlage gesprochen, ergriff der Cabinetschef Ribot selbst das Wort, um Namens des Gesammtministeriums ebenfalls die Vorlage zu befürworten, wobei er der chauvinistischen französischen Presse gewissermaßen eine Vorlesung über internationale Anstandsregeln hielt. Ribot errang mit seinen Darlegungen lebhaften Beifall, trotzdem sprachen nachher die Abgeordneten Millevoye und Pelletan gegen die Vorlage, so daß der Ministerpräsident nunmehr sein schwerstes Geschütz durch Stellung der Vertrauensfrage auffuhr. Das schlug auch durch, denn mit 257 gegen | 188 Stimmen beschloß hierauf die Kammer, in die Berathung der einzelnen Artikel einzutreten, welche im weiteren Verlaufe der Sitzung die Annahme des ganzen Gesetzentwurfs ergab. — Aus Ostafrika kommt die Kunde vom Ableben des Sultans Sahyid Ali ben Said von Zanzibar, welcher an der Wassersucht gestorben ist. Der verstorbene Sultan folgte seinem Bruder Sayyid Chalisa am 13. Februar 1890 auf dem Thron von Zanzibar nach, seine Regierung hat also wenig über drei Jahre gedauert, sie wurde zudem durch daS Eingreifen der Engländer zu einer bloßen Schattenherrschaft herabgedrückt. Der älteste Sohn des Sultans Sayyid Chalifa, Sayyid Chalid, wollte den Tod seines Onkels Sayyid Ali benutzen, um sich durch einen Handstreich zum Herrscher von Zanzibar aufzuschwingen. Die Engländer landeten indessen rasch Marinetruppen, welche Sahyid Chalid gefangen in sein Palais abführten, worauf die Engländer Sayyd Hamed zum Sultan proclamirten. Deutscher Reichstag. 60. Sitzung. Dienstag, 7. März 1893. Aus der Tagesordnung: Marine-Etat. Der Referent Abg. Fritzen theilt u. A. mit, daß der Siaats- secretär in der Commission die Einsührung der zweijährigen Dienstzeit in der Marine für unthunlich bezeichnet habe. Abg. v. Henk (cons.) bedauert, daß der Marine seit einigen Jahren geringes Wohlwollen entgegengebracht werde. Man höre die Ansicht, daß die Flotte bei einem künftigen Kriege keinen entscheidenden Einfluß üben werde. Aber wir werden nicht aus so rasche Siege rechnen können wie 1870, und die feindliche Flotte werde deshalb mehr Spielraum haben. Man sage, wir sollten uns auf die Küsten- vertheidigung beschränken; aber selbst dazu bewillige man nicht die nöthigen Mittel. Unsere Flotte müsse auch in der Lage sein, Offensiv- Vorstöße zu machen und dazu bedürfe man neben den Bacillen des Meeres, den Torpedobooten, auch der Schlachtschiffe. Er bitte deshalb, rechtzeitig die Mittel für das, was Roth thue, zu bewilligen. Auch um Bewilligung der von der Commission gestrichenen Trockendocks bitte er. (Beifall rechts.) Der Titel Chef des Marine-Amts wird genehmigt. Debaitelos werden die von der Commission beantragten Abstriche der Forderungen für eine neue Auditeur-Stelle und einen neuen Maschinen-Ober-Ingenieur genehmigt. Bei den Matrosen-Artillerie-Abtheilungen beantragt die Commission die Streichung folgender Stellen: je ein Oberdeckoffizier, Deckoifizier, Feldwebel und Dice,Feldwebel, 6 Oder-Maate, 11 Maate, 28 Obermatrosen und 113 Gemeine. Abg. Hahn u. Gen. beantragen Bewilligung. StaatSsecretär Viceadmiral v. Hollmann befürwortet die Forderungen mit Rücksicht auf die Rothwendigkeit einer Verstärkung der Besetzungen unserer Küstenbefestigungen. Bei Streichung jener Forderungen werde geradezu ein Nothstand entstehen. Abg. v. Henk (cons.) tritt gleichfalls für die Bewilligung ein. Abg. Scipio (natl.) erklärt, seine Freunde bewilligten die Forderung im Interesse des Schutzes von Cuxhaven, welches als Ausgangspunkt des Nordostseecanals gesichert sein müsse. Nachdem sich noch Abg. Lingens (Ctr.) für die Forderung erklärt, wird dieselbe bewilligt. Beim „Betrieb der Flotte" hat die Commission zusammen 535000 Mark gestrichen. , ~ Der Referent theilt mit, daß bei dieser Gelegenheit die Frage der Kohlenbezüge aus dem Auslande in der Commission zur Sprache gekommen sei. Es sei zum Bezüge englischer Kohlen geschritten worden, weil es nicht gelang, die heimischen Zechen im regelmäßigen Verfahren zur Angabe angemessener Offerten zu bringen. Die Commission beantragt, in einer Resolution auszusprechen, daß die Marineverwaltung hierbei den gebotenen wirthschastlichen und finanziellen Rücksichten entsprechend gehandelt habe. Abg. Dr. Hammacher (natl.) bestreitet, daß die westfälischen Zechen der Marineverwaltung übertriebene Preise abgeforbert haben. Bei der zweiten Submission seien überhaupt nur englische Händler zu Offerten aufgesordert worden. Der Unterschied zwischen der englischen Gesammtforderung und der westfälischen betrage nur circa 5000 Mark. Aus die heimischm Zechen sollte umsomehr Rücksicht genommen werden, als von dem höheren Preise der westfälischen Kohle ein beträchtlicher Thetl auf die Transportkosten entfalle. Der westfälische Preis von 9 Mark, der der Marineverwaltung zuletzt gestellt wurde, sei geradezu ein Verlufipreis. StaatSsecretär v. Hollmann bittet von Abstrichen bei diesem Capitel Abstand zu nehmen. In der Hauptsache handle es sich hier um Schutzwerke und vermehrte Indienststellung zu AuSbildungS- zwecken. Mit einem Artillerie-Schulschiff sei nicht mehr auSzukommm. Ferner bedürfe es einer dritten Torpedoboots-Division. Die Kohlenofferte der heimischen Zechen sei so außerordentlich hoch gewesen, daß von einer Aufforderung zu einer zweiten Submission nichts zu erwarten war. In derselben Zeit, in der der Marineverwaltung 12.50 Mark abgeforbert würben, hätten dieselben Zechen bie Kohle in Hamburg um 3 Mark billiger angeboten. Das machte insgesammt einen Preisunterschieb von 300000 Mark. In einer Zeit, in ber ber Marine ber Brobkorb so hoch gehängt werbe, bürfe bieselbe nicht unnütze Ausgaben machen- Wenn man bie „nationalen Bestrebungen" bahin verstehe, ber Marine bie Kohlen zu vertheuern, so lasse fich boch bie Marineverwaltung nicht als melfenbe Kuh betrachten. Abg. Bebel (Soc.): Hanbelte es sich um eine geringe Differenz, so könne man wohl verlangen, baß bie Marineverwaltung bas Inland bevorzuge, aber im vorliegenden Falle hätten die westfälischen Zechen übertriebene Preise gefordert. Angesichts des Kohlensyndicats müßten bie Reichs- unb Staatsverwaltungen umsomehr barauf achten, baß bie Kohlenpreise nicht zu hoch getrieben werben, als bie Prioatinbustrie bem Synbicat viel weniger Wiberstanb leisten könne als bie Staatsverwaltung. Leiber gehe ber preußische Staat mit ber Bildung deS Kali-Ringes mit schlechtem Beispiel voran. Abg. Dr. Hammacher (natl.): Daß die Marine im Mai v. I. die hohen Offerten abgelehnt habe, billige er, nicht aber, daß bie Marine im September bei geringen Preisbifferenzen bas Ausland bevorzugt habe. _ ,, Abg. Graf Kanitz (cons ) erklärt ein Urtheil über das Kohlen- syndicat noch für verfrüht; hoffentlich werde es sich vor Mißbräuchen hüten. Abg. Dr. Brömel (bfr.) legt mehr Gewicht auf die beantragte Resolution, als auf die frommen Wünsche des Vorredners. Das Capitel wird mit den von ber Commission beantragten Abstrichen bewilligt unb bie Resolution nahezu einstimmig angenommen. Bei bem Capitel „Jnstanbhaltung ber Flotte unb ber Werftanlagen" spricht Abg. Dr. Hirsch (bfr.) seine Genugthuung über ben Fortfall ber Bestimmung aus, baß Arbeiter über 40 Jahre bei ben Werften nicht mehr angenommen werden sollen und hofft, daß die anberen Reichs- unb Staatsverwaltungen biefem Beispiele folgen. Er bittet um Berücksichtigung ber Petition eines Werstarbeiter», bem eine ihm aus ber Werft-Unterstützungskasse gewährte Unterstützung von monatlich 23 Mark, auf bie ihm vermöge feiner Beiträge ein Anspruch zustehe, nach Empfang von 16 Mark Altersrente um biefen letzteren Betrag gekürzt worben. L o o Staatssecretär v. Hollmann sagt Untersuchung bes Falles unb event. Berücksichtigung zu. Die Leistungsfähigkeit bet anzu- nehmenben Arbeiter zu beurthellen, müsse man ben betreftenben Be- hörben überlassen. DaS Capitel wirb bewilligt. Die Weiterberathung wirb vertagt. Abg. Graf Ballestrem (Ctr.) beantragt, morgen Anträge aus Feuilleton. Reqniescat. Erzählung von G. von Berlepsch. (Schluß.) Das Moidl ist hier wohlbekannt, aber schon lang nimmer dagewesen, — mein Gott, wie lang! Bei ihr ist es mit allem schon „eine Ewigkeit" her, wenn sie sich aus etwas besinnt oder von etwas spricht. Sie ist eben alt und steht jetzt aus ihren Stock gebückt da, wo sie in jungen Jahren um drei Kreuzer Taglohn als Näherin geseffen und den Martin, der damals noch jung war, gern gesehen und gern gehabt hat — aber ohne Hoffnung und ohne Glück, weil sie immer ein blutarmes Hascherl gewesen. Zwei helle, muntere Aeuglein blicken unter dem schwarzen Filzhut hervor aus einem Runzelgesicht, so fein, daß man sich wohl denken kann, wie es vor fünfzig Jahren ausgesehen haben mag; bte Feinheit hat der Moidl nichts genützt, in jener Liebe nichts und sonst nichts; sie ist ihr Lebtag eine arme Näherin blieben. Aber der Martin ist auch ledig blieben — wenn auch nicht ihretwegen — und das hat sie gefreut. Jetzt ist es längst vorbei mit solchen Gedanken; wie sie aber hörte, daß er so jäh gestorben sei, da machte sie sich auf, um ihm noch ein „B'hüt Gott4 zu geben. Sie sprengt Weihwasser auf den Sarg und betet für die arme Seele. So gut hätte er es haben können auf der Welt, und muß vor lauter Eifer, daß ihm von seinem Reich- thum nichts auskommt, zu Grunde gehen! Und sie in ihrer Armuth und Gebrechlichkeit steht noch ba’! Zu Mittag wirb bas „Schiebum" für den Martin geläutet, eine ganze Stunde lang. Die Stube füllt sich roieber bis über bie Thür hinaus mit Betenben. Die alte Moibl ist aber nicht mehr habet; sie hat unterdessen ihren beschwerlichen Heimweg zvriickgelegt. Doch am anderen Morgen zum Begrübniß ist sie wiederum da. Sie geht am Schluß des langen Zuges, ber sich burchs Dorf, zwischen ben braunen Hütten unb Häusern ber Kirche zu bewegt. Voraus, je mit einem schwarzen Fähnlein, bie Schulknaben unb Mäbchen; bahinter bie vier ehrzüchtigen Jünglinge, welche ben Sarg trugen, frei auf ber Schulter, mit gekreuzten Armen. Es sinb auch bereits zu Jahren gekommene Männer mit ernsten Gesichtern, in eigentümlicher Tracht, feuerrotem Wamms, Kniehosen Jammt breitem Lebergürtel; auf bem Kopse einen mächtigen moosgrünen Hut mit flatternbem Banb, genau noch wie zu Anbreas Hofers Zeit. Laut betenb folgen bie Ceibtragenbcn dem Geistlichen. Ein Getrappel unb Stimmengewirr unb über allem bie langgezogenen Rufe ber Vorbeter: „Herr, gib ihm bie ewige Ruh!" Das ganze Dorf geleitet den Christel-Martin zu Grabe, wegen ihm ist heute noch einmal Feiertag. Sechs Messen werben hintereinanber gelesen unb hernach giebt's Mahl beim Pfarrwirth, bas auch sechsmal mehr kostet als eine Gais. Von bem weiß er aber nichts mehr, sonst möchte es ihn wohl bitter ankommen, auf feine lebenslange Sparsamkeit, in der er sich und anderen nichts vergönnt hat. Da sie ihn hinabsenken in die Erde, wirft ihm die Sonne noch einen Strahl nach, wie aus Erbarmen, daß feine Thräne in seine Grube fällt. Keinem von allen, die ihn hergeleiteten, thut bas Herz weh bei bem Wort: „Herr, gieb ihm bie ewige Ruh!" Der Krämer unb sein stattliches Weib machen ernsthafte Gesichter, boch ihre Gebanken sinb schon anberswo. Unb bie meisten freuen sich auf ben Schmauß beim Pfarrwirth. Vielerlei giebts unb Wein genug. Den Buben hüpft schon ber Magen; bie können es kaum erwarten. Die letzte Messe ist gelesen. Hapfenweis geht es jetzt ins Wirthshaus, wo alle Stuben offen sinb, auf jedem Gang noch ein Tisch mit Zinngeschirr und Gläsern. Unb in der Küche ein Brodeln und Braten wie bei der Kirchweih. So für ein Hundertundvterzig, hatte der Krämer gemeint, müsse mans richten; eS sind aber Hundertdreiundfünfzig. Ohne viel zu reden sitzen sie da, Männer und Weiber für sich, auch so die Schuljugend. Sie essen, als wären sie im Taglohn. Es macht heiß, so eng beieinander, besonders ben Weibern in ihren schwarzwollenen Röcken unb Hüten; aber das stört sie nicht. Bebächtig unb grünblich wirb zugelangt. Nur die Buben sangen beizeiten an, Unfug zu treiben mit bem Wein, bis ber Wirth einmal fest ba- zwtschenfährt. Unb ber Christel-Martin, der hat, von den Menschen auS, jetzt die ewige Ruh. Die Schollen decken ihn und alle Ehre und Schuldigkeit ist ihm widerfahren. So fein still ists auf dem Gottesacker. Das Gold an ben Kreuzen blinkt in der Sonne. Manche Namen glänzen, als erzählten sie von ewiger Freude. Und so ein lindes Sommerlüftchen weht über Blumen unb Graß unb bie Berge blauen herein, wie Friedenswächter gegen die Unrast der Welt. Ja, da ist gut ausruhen! Die alte Moidl denkt sich daS oft, wenn sie auf dem Gottesacker ist. Alle, die zu ihr gehörten, sind längst schon vorausgegangen; sie mit ihren Gebrechen ist allein noch üb- rig unb möchte boch so gern eingehen in die himmlische Heimath, von der sie fich die schönsten Vorstellungen macht. Der Martin hätte es eher noch eine Zeit machen können, als sie. Aber weil es schon so ist und er ohne Beicht hat gehen müssen, so will sie brav beten für ihn. Während allen sechs Messen war sie in der Kirche. Nun schlurft sie an ihrem Stock allein draußen zwischen den Gräbern, dieweil es beim Pfarrwirth ans Schmausen geht. Sie ist die Erste, die zu dem frischen Grabe kommt und ihm einen Weihbrunn giebt. Jetzt in der Ewigkeit, denkt sie, kann der Martin, dem sein Reichthum nimmer gehört, die Gutthat der armen Moidl wohl brauchen. lern Hause auf die Tagesordnung ,u setzm. damit der Antrag auf Aufhebung des IesuttengesetzeS noch vor Ostern berathen werden könne. Bei Abstimmung über den Antrag wird Auszählung nöthtg. Für den Antrag stimmen 61, dagegen 76; daS Haus ist somit oeschluhunfihig. Morgen: Fortsetzung der Beratbung des Marine-EkatS. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correlvonden,-Bureau. Paris, 7. März. Die Nachricht von dem Rücktritt deS GeneratstabSchef Miribel hat sich nicht bestätigt. — „Jour" behauptet, zahlreiche französische Capitaliften suchen, durch den Panamascandal beunruhigt, ihr Geld im AuSlande an» zulegen. In mehreren englischen Banken seien in den letzten Wochen über 300 Millionen französischen CapitalS eingelegt. Rom, 7. März. Die Journale fahren fort, sich mit der Meldung von der Thetlnahme deS Deutschen Kaisers und der Kaiserin an der silbernen Hochzeit des Königs- paareS zu beschäftigen. „Italic" sagt: Die Reise sei ein neues Zeugniß der Sympathie und der herzlichen Zuneigung des HauseS Hohenzollern für das »taliemsche Köntgspaar. Offenkundig werde dadurch erwiesen, daß in den Beziehungen Deutschlands zu Italien sich nichts geändert hat. Auch die Provinzblätter besprechen die Nachricht sympathisch. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 7. März. Die Militär-Commission be- sahte sich heute mit der in der Vorlage verlangten Verstärkung der bestehenden Bataillone. Hinze hat sich im Prin- zipe für die Verstärkung der Bataillone an der Ostgrenze ausgesprochen (dieselbe soll inSgesammt 4000 Mann betragen), ohne sich in seiner Stellung zur Gesammtstärke binden zu wollen. Richter bemerkt sehr heftig, darin liege wieder ein Angebot auf die Erhöhung der Präsenzstärke, welche die Freisinnigen nur im geringsten Maße bewilligen. Berlin, 8. März. Angesichts deS trägen Ganges der Commisfionsverhandlungen Uber die Militärvorlage wird in parlamentarischen Kreisen vielfach die Ansicht ausgesprochen, daß die Entscheidung über den Sommer und Herbst hinaus vertagt und sonach erst nach den preußischen und bayerischen Landtagswahlen in der nächsten Winlersession diese heikle Aufgabe gelöst werden solle. Paris, 8. März. Die Handelskammer von Panama sprach sich dem Präsidenten von Columbien gegenüber zu Gunsten der Verlängerung der Concession für die Ausführung der Arbeiten aus. Brüstel, 7. März. Der König verweigerte den Empfang deS Ausschusses, welcher das Brüsieler Referendum veranstaliete. »veil der Socialistensllhrer Volders Mitglied des Ausschusses sei, erklärte sich jedoch bereit, die übrigen Mitglieder einzeln zu empfangen. Madrid, 7. März. Hier haben bei den vorgestrigen Wahlen ölt Republikaner mehr als 4000 Stimmen gewonnen. Die Socialisten gewannen etwa 1100, die Klerikalen nicht ganz 1000 Stimmen. In der Hauptstadt enthieltet» sich der Wahl etwa 60 pCt., in der Provinz 40 bis 70 pCt. der Wähler. Die Republikaner haben bedeutend seit den Wahlen von 1890 gewonnen. — Nach den bis jetzt bekannten Resultaten sind 2 70 Ministerielle gewählt. Localer unfc provinzielles. Gießen, 8. März 1893. — Provinzialausschuß Sitzung. Samstag den 11. März I. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial- AuöschusseS der Provinz Oberheffen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Reclamation gegen die Beigeordnetenwahl in Wallenrod. 2. Reelamalion gegen die Bürgermeisterwahl in Hattenrod. 3. Beanstandung der Beigeordnetenwahl in Lich. 4. Gesuch des Theodor Albrecht auS Düdelsheim um Erlaubniß zum Betrieb einer Gastwirthschast in Büdingen. 5. ReeurS des PH. Schomber II. in Beuern gegen einen Polizeibefehl deS Großherzoglichen KreiSamis Gießen, die Errichtung einer Brandmauer betreffend. *♦ Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen am 7. März 1893. Zur Verhandlung kam gestern die Strafsache gegen den Kaufmann Koppel Münz von Büdingen wegen Meineids. Die Anklage vertrat der Großherzogl. Staatsanwalt Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, als Geschworene wurden auSgcloost die Herren Georg Keil, Christian Güngerich, Philipp Heinrich Stotz, Heinrich Scheerer, Jacob Conrad Winter, Friedrich Schmidt, Adam Hofmann IV., Georg Ludwig Brückmann, Peter Schneider II., Heinrich Muth V., Friedrich Sandmann und Hermann Pfannmüller. — Der Kaufmann Koppel Münz von Büdingen ist angeklagt, daß er am 7. December 1891 zu Büdingen den vor dem Großherzogl. Schöffengericht Büdingen m der Strafsache gegen Heinrich Johan»» Albert zu Büdingen wegen Beleidigung geleisteten Zcugeneid wiffeiulich durch ein salscheS Zeugniß verletzt habe. Die heutige umfangreiche Beweisaufnahme ergab folgenden Sachverhalt: Schon seit einiger Zeit war einem Theile der Einwohuerschast Büdingens daS B'nehmen deS Koppel Münz auf dem Bürgermeisterei- und Orts- gertchtSbureau aufgefallen und daß er feine Freundschaft mit dem Bürgermeister dazu ben»»tzte, um während seines Aufenthalte- aus diesem Bureau sich auch mit den Geschäften und Angelegenheitei» deS daselbst verkehrenden Publikums zu befassen. ES waren in Büdingen schon Plakate angeschlagen worden, worin eS hieß: „Der Koppel Münz ist Dice- Bürgermeister in Büdingen." In der gegen den Kaufmann Heinrich Johan»» Alben von Büdingen wegen Beleidigung bei dem dortige»» Schöffengericht anhängigen Strafsache, in der auch daS Gebühren deS Koppel Münz auf der Bürgermeisterei zur Sprache kam, wurde dieser als Zeuge ver- non»ine»» und halte auf specielleS Befragen trotz wiederholten Dorhalkens von Seiten deS OberamtSrichterS Rabenau nach seiner Beeidigung wiederholt versichert, er habe noch niemals auf dem Bürgermeisterei-Bureau geraucht, er wiffe, waS Anstand sei. Zur Illustration der auf der Bürgermeisterei herrschenden Zustände und der Gepflogenheiten des Koppel Münz daselbst war diese Tharsache von erheblicher Bedeutung, da Gegenstand der Beleidigung in der erwähnten Strassache gegen Albert deffen Behauptung bildete, die Bürgermeisterei sei ein Judenbureau. Das Zeugniß deS Koppel Münz, noch niemals auf dem Bürgermeisterei-Bureau geraucht zu haben, wurde durch eine Reihe von Zeugen widerlegt, welche bekundeten, daß sie den p. Münz öfter mit einer Pfeife in der Hand und im Mund auf der Bürgermeisterei gesehen und Tabakrauch daselbst wahrgenommen hätten. Auch in der heutigen Verhandlung behaupteten verschiedene Zeugen mit aller Bestimmtheit, daß sie den p. Münz auf der Bürgermeisterei betroffen hätten, während derselbe eine Pfeife rauchte, während der Angeklagte, wie früher, diese Thatsache entschieden in Abrede stellt. Die Geschworenen (Obmann: Herr Bürgermeister Heinrich Scheerer) sprechen nur daS „Schuldig" bezüglich der den Thatbestand deS fahrlässigen Falscheides enthaltenden Hülfsfragc auS, worauf Derurthcilung deS Angeklagten in eine Gefängnißftrafe von neun Monaten nebst Kosten erfolgte. ** Der Kunstverein für dasGroßhcrzogthum Hessen hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab, dabei hatten die Ergänzungswahlen zum DerwaltüngSrath folgendes Resultat: 1) für Darmstadt die Herren Dr. Bennighof, v. Berswordt und Dr. Sahl, 2) für Mainz die Herren Landrichter Bücking, Dr. Otto Gastell und Dr. Strecker, 3) für Offenbach die Herren Fabrikant Eugen Philipps (wiedergewählt) und Maler Renk, 4) für Gießen die Herren Director Heß (wiedergewählt) und Profeffor Dr. Streng, 5) für WormS die Herren Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim und N. Reinhard (beide wiedergewählt), Kreisbaumeister Groß und Stadtbaumcister Hofmann. • • Der diesjährige 10. Bundestag des deutschen Radfahrer- bundes wird laut Beschluß des letzten Bundestages zu Köln a. R. dieses Jahr und zwar Anfangs August in Leipzig statt- finden. ♦ * Waisenkinder. Die Zahl der im Großherzogthum Heffen befindliche»» Waisenkinder belief sich im letzte»» Rechnungsjahre auf 2146. Die Verpflegung und Erziehung dieser Kinder ersorderle einen Aufwand von 231 675,64 Mk., wozu 188270 Maik aus der HauptstaatLkasse zugcfchoffen wurden. * ♦ Diebstahl. Vorgestern Morgen gegen >/,5 Uhr wurde zum Nachtheil eines hiesigen Hausburschen ein äußerst frecher D i e b st a h l ausgesührt. Während der Hausbursche noch schlief, hat der Dieb von außen das nicht verriegelte Fenster aus- gedrückt und dann mit Hülfe einer langen Latte, an deren Ende ein Nagel eingcschlagen war, eine qi» der Wand hängende Taschenuhr mit Kette abgehängt. Der Hausbursche erwachte in dem Moment, in welchem die Latte mit der Uhr wieder aus dem Fenster hinausgezogen wurde. Ei»» hiesiger Taglöhner wurde, als des Diebstahls verdächtig, gestern ermittelt und in Haft gebracht. ♦ ♦ Verhaftet wurde ein Handwerksbursche, der beim Betteln in einem hiesigen Laden ein aus dem Ladentisch liege»»des Portemonnaie gestohlen hatte. Mainz, 6. März. Die Maturitätsprüfung im Gymnasium erreichte Samstag gegen 6 Uhr Abends ihr Ende. Herr Oberschulrath Sold an zollte am Schluß sämmtlichen 23 Examinanden großes Lob, da alle bestanden, besonders aber wurde betont, daß die Klasse geradezu eine Mustelklasse gewesen fei. Sämmtlichen Schülern konnte im Betragen die Note „sehr gut" gegeben werden, was nur höchst selten vorkomme. Aus dem vorderen Odenwalde wird dem „Reichßh." mitgecheilt: Bor ca. drei Wochen starb in einem kleineren Orte des vorderen OdenwaldeS dessen langjähriger Bür g e r- meister, und hat nach dessen Ableben der frisch gewählte Beigeordnete sofort die Amtsführung übernommen und darauf los geamtet, wobei er auch ein junges Paar ehelich ver- Kunden hat. Es stellte sich jedoch nachträglich heraus, daß der Herr Bürgermeister noch gar nicht als Standesbeamter verpflichtet war und begab sich deshalb dieser Tage das zuständige Amtsgericht nach dem betreffenden Orte und ward, nachdem daS junge Ehepaar und die Zeugen wieder herbeigeschafft waren, eine nochmalige Copulation borge» nommen. Hoffentlich ist dieser Ehebund jetzt ein recht fester. Vermischter. M. Krofdorf, 8. März. Dem Bericht über die goldene Hochzeitsfeier der Wilhelm Euler'scheu Eheleute sei noch zugefügt, daß dem Jubelpaar im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers ein Geschenk von 30 Mark durch Herrn Bürgermeister Kleine überreicht wurde. Ebenso überreichte Namen« der Gemeinde Herr Schulheiß Leib ein Geschenk von 30 Mk., Herr Pfarrer Geibel ein Geschenk des Consi- storiums in Gestalt einer Bibel. An der Feier nahmen von den nächsten Verwandte»» die Kinder, Schwiegertöchter, 16 Enkel und 1 Urenkel theil. Daß e» an mancherlei Tafel- genüffen nicht fehlte, dafür hatten freiwillige Geber auS der Gemeinde und der Umgebung durch Spenden von Kuchen, Fleisch, Wein, Bier u. s. w. gesorgt. * Berlin, 8. März. Gestern Nachmittag über fiel en in Friedrichshain drei Personen leinen jungen Arbeiter, knebelten ihn und verletzten ihn mehrfach durch Messerstiche - die Thäter entflohen und hat die Polizei bisher keine Spur gesunden. Der Zustand des Arbeiters ist gesährlich. * Berlin, 7. März. Der geplante Di stanz mar sch Berlin-Wien stößt auf Schwierigkeiten, da sich die Turner zurückgezogen haben. Trotzdem soll der Marsch statisinden. Der Nennungsschluß ist auf den 10. April festgesetzt. ♦ Ei» fahrendes Herren Garderoben Geschäft ist in B e r l i n die neueste Erscheinung auf dem Gebiet der Straßenreklame. Ein ziemlicher Wagen, rings von Glaswänden umgeben, fährt mit Schellengeläut durch d>e Straßen. Jrn Innen» erblickt man Hofen, Westen, Jacketts in allen Farben, elegante schwarze Anzüge und Leibröcke, jedes Stück wir Preisen verzeichnet und wie ;um Anproben bereit. DaS Originellste aber ist die Bekrönung des Wagens durch eine auS drei arbeitenden Schneidern bestehende Gruppe in höchst naturwahrer und humoristischer Auffassung. Die Welt, daS sieht man deutlich, ist im steten Fortschreiten begriffen. ♦ Mannheim, 7. März. Die Badische Brauerei und die Eichbaumbrauerei haben die Forderungen der Brauer- gehülsen angenommen. Dadurch ist der Boycott beseitigt. * KönigShütte, 7. März. Drei siebzehnjährige Burschen haben dem Arbeiter Zymolong aufgelauert und ihn durch zahlreiche Mefferstiche ermordet. * epremberg, 8. März. Die hiesige Stadtmühle, welche ein sehr bedeutendes Etablissement ist, brannte total nieder. Der Schade»» ist sehr bedeutend. • DaS Lied vom braven Mana. Dieser Tage rückte in Liegnitz die erste Compagnie de- dortigen Grenadier-Regiments zu einer FelddtfnftÄbung aus und vassirte dabei die Katzbachbrückc. Durch daS Geräu'ch der marschirendei» Truppen wurde daS Pferd eines ländlichen Fuhrwerks scheu und drängte den Wagen mit den Jnsaffen, einem Mann und zwei Shidbcn, die Böschung rückwärts hinunter in die Katzbach hinein. Der infolge des HochwafferS stark angeschwollene Strom riß nicht allein daS Pferd rasend schnell mit sich fort, sondern Vö’tt auch die Bretter deS Wagen- von der Unterlage, so daß die drei Jnsaffen in die Finthen stürzten. Sofort riß ein Sergeant, Fitzner mit Namen, seinen Mantel herunter, sprang, obgleich er des Schwimmens unkundig, in die Fluthcn und ergriff, nachdem er den Wagen erreicht, die beiden Kinder, während der Mann selbst auf das Ufer loSsteuerte und dort von den Grenadieren durch Zure chen der Gewehre gerettet wurde. Sergeant Fitzner hatte mit den Wogen einen lebensgefährlichen Kampf zu bestehen und schob deshalb den Knaben, welchen er im rechten Arm hielt, nach dem User zu, wo dieser durch den inzwischen gleichfalls in den Fluß gesprungenen Unteroffizier Saft ergriffen und glücklich gelandet wurde. Während diese- RettungSwerkcS hatte der Strom den Sergeanten Fitzner mit dem anderen Knaben schnell fortgenssen, so daß er den Boden unter den Füßen verlor und um Hülse rufen mußte. Ein Unteroffizier, Namens Weiß, sprang nun zur Rettung seines Kameraden und des Knaben in die Fluthcn, erfaßte jenen schwimmend on der linken Schulter, nahm »hm den Knaben ab und brachte Beide an daS Ufer. Inzwischen war das Pferd mit dem Wagen etwa 100 Meter stromabwärts gerissen worden. Unteroffizier Weß schwamm dem Ge'ahrt nach, zerschnitt die Zugstränge, löste die Steuerkette von dem Wagen und brachte endlich auch daS wild um sich schlagende Pferd glücklich anS Land. Der Wagen verschwand bald daraus in bei» Finthen. Die braven und wackeren Retter wurden von der Compagnie mit großem Jubel empfangen. * Ein kalligraphische- Kunststück. AuS Freiburg i. B. wird berichtet: Ein seltsames calligraphischeS Kunststück hat ein Mitglied deS hiesigen Stadtorchesters für die Welt-Au-- stellung in Chicago fertig gebracht. Auf eine Weltpostkarte lat er nicht weniger als einundzwanzig Musikstücke geschrieben. Den Anfang bilden 17 Nationalhymnen für Harmoniemusik, darunter sechs 18—24stimmig, bann kommen vier Sätze für Streichorchester, barunter daS Wagner sche „Idyll" unb der Egyptische Chor anS Mehuls „Joseph und seine Brüder". Derselbe Künstler hatte zur letzten Musik- unb TdeaterauSstellung in Wien eine ähnliche Postkarte mit Musikstücken eingesanbt. ♦ Charleroi, 7. März. Jt» der Grube Martin et Nr. 4 stürzte ein 600 Meter tief gelegener Stall ein und begrub 18 Pferde unter den Trümmern. ♦ Die französische Rheingrenze. Der Hauptmann im französischen Generalstabe I. Molard hat ein Werk heraus- gegeben, daS nicht verfehlen wird, berechtigte- Aufsehen zu erregen. ES wird darin für Frankreich rundweg die „Rheingrenze" verlangt auS geschichtlichen, geographischen, militärischen und politischen Gründen. Folgende Stellen möget» alS Proben bienen: „Der Rhein ist kein beutscher Fluß, wie die deutschen Geschichtsschreiber sagen, sondern ein Grenzfluß. Er thcilt Westeuropa 'in der That in zwei große Gebiete DaS französische Gebiet vom Atlantischen Ocean bis zum Rhein, die deutsche Region vom R e n bi- zur E.b.'. Au' beiden Seiten dieser Grenze wohnen Gallier und Germanen, seit zweitausend Jahren Gegner, wie eS heute noch Franzosen unb Deutsche sind. Wir waren eS, wir sind eS, unb wir werben eS bleiben bis zum Tage der endgiltigen Abrechnung: Erbfeinde? DaS ist nicht eine Redensart, sondern die einfache Feststellung einer geschichtlichen Wahrheit". DaS Buch schließt mit den Worten: „Wir wollen unseren Enthusia-mu- und die Triumphbogen nicht für Diejenigen aufheben, die unS Kraftstücke vorsühren, sondern für Diejenigen, die eines TageS von neuem die breifarbige Fahne an bem Ziele aufpflanzen, daS unser Ziel schon früher war, eS heute noch »st unb stets fein wirb: am Rhein!" * Warum hat er da- nicht gesagt! Der Ungar Janaz auS Gr.-Kanicza befinbet sich besuchsweise in Wien. In einer Dogclhandlung. erregt ein sprechenber Papagei ferne höchste Dewunberung. Er bezahlt ihn mit 200 fl. unb läßt ihn an seinen Freunb Gcza schicken. Zurückgekehrt in bie Heimath trifft er sein Spezi. „ServuS, Geza!" „^croal, lieber Freunb, Reise gut bekommen?" „Ausgezeichnet! Wo» macht Papogei?" „O danke für die Aufmerksamkeit. War 'n Buchen zähe!" „Wer? Papagei?" „Freilich! Mußte sechs Stunden braten!, „Woa-? Du host Papogei gebraten?" „Freilich hob i!" „Geza, Du bist a Rindvieh? Woar ja ge- I lehrter Papogei! Konnte ja sprechen! „Ah, warum hat er I da- nicht gesoagt!" >n""" elegant, r?tB1Qn '’1 ^deutlich, Brauerei «„x ft ’S *■ n- ■ bet Neou leit ihn durch ^^brunur! tutenb. ' !" *fttin Mtte Mei bi, *mien$IaWto ’ scheu und drängte und zwei Knaben, dach hinein. $fr e Strom riß nicht 0X11 sondern [Ufte \o die rt x'^ ein Tngem, cr' sprang, obgleich iuthen und ergriff, Kinder, während und dort von den re gereitet wurde, ogen einen lebens- ^esW den Knaben, i User zu, wo biejer Fluß gesprungenen h gelandet wurde, r Strom den Ser- ichnell sortgerissen, rlor und um Mse Weitz, sprang nun toben in die Fluchen, Schulter, nahm ihm s User. Inzwischen Meter stromabwärts ramm dem Gesährt Ltkuerkette von de» d um sich schlagend ■fdjmanb halb barauf en Retter wurden 16 Freiburg i.B. Asches Kunststück hat i für die Welt-Aui« if eine Weltposlkarte nzig Musikstücke kationalhymneu für mmig, bann tommen :ex das Wagner'sche MehulS „Joseph und t zur letzten 9Ri# huliche Pschrte mit Grube Mariinet jener Stall ein und i)er Hauptmann im Mt ein Werk herauS- Ees Wehen runbweg bie ,,M^ -aph'scheN/M^sch" [len mögen als Proben * wie die deutschen Grenzfluß-, Er .*'•*■* 'i « “5 °DaöA-ninbcr, denn jede der damit hergc- stellten Suppen verdient das P'ädcal »Vorzüglich!" Zum Korben der Suvpentaflln wird nur Waise, ohne jede andere Beigabe verwendet. — (tln Beweis für die Eüie und Vorzüglichkeit von Pfeiffer L DillerS staffee»Effenz ".Dosen in da-uus zu folgern, datz dieselbe sogar in den je nstcn HötelS 15afeö u> d Pensionaten Verwendung findet. Der oe bältnißmätzig billige P eis gestattet cs jeder SauSfrau einen V rsuch zu macke», um sich von den guten Eigenschaften der in den meisten Colonrnl und Materialwaann- Gesckätlen erhältlichen Pfeiffer & DillerS Kaffee Essenz, gegenüber anderen neuen Fabrikaten, d,e nur auf Nachahmung beruhen, zu üb.rzeiig'i'. Tlirr ■■»■AAMRn Kal». Kri-Hofl. Baden- 9llederlageziel>ea. Man ttcrlanßt *5. Muster mit Vingabc kev Gewünickten Holzverfteigerung Holzversteigerung. Fürstliche Oberförsterei. 2181] I. II. G örnert. 2198 1) 2) 2196 2123 3970 120 29 30 282 91,11 6,13 20,90 Ed. Hoffmann, Gutsbesitzer. Die daselbst in der Zeit vom 1. April 1893 bis Ende März 1894 erwachsenden Pferdehäute an den Meistbietenden. Die Abfuhr von Asche und Mulm, die Reinigung der Senkgruben und die der Oefen an den Wenigstnehmenden vom 1. Aprrl 1893 bis Ende März 1894. Eichen-Wellen, rm EicheN'Stocke, EichernStärnrne von 20—35 cm Durchmesser, bis 8 m Länge — 9,25 fm. Zusammenkunft jedesmal um 10 Uhr Vormittags, am ersten Tage Holznummer 9 oben im Hubberg (nahe beim „Aussichtsthurm"), wo« in Ser MflUchen Odersinflerei Hohensolms. Freitag den 10. März 1893, Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr im Scheuernwald unmittelbar bei Hohensolms: 1. District Scheuernwald: 94 Fichtenstämme mit 38,9 fm, 5 Kiefern« und Lärchenstämme mit 2,49 fm, 7 Fichtenstangen mit 0,86 fip; Effelsberg versteigert: 14,52 fm Eichen-Stammholz, Bekanntmachung. In der Veterinär-Anstalt dahier sollen vergeben werden: matenlisch) mit Aufsatz, auch als Doppelpult zu gebrauchen, 1 rothe Plüschgarnitur, bestehend aus Sopha und 6 Ctlihlen, 1 Plüschsopla, 2 grobe Spiegel, 1 Lisch, 1 Nachttisch, 1 Regulator, 3 Polsterstühle u s. w- LouiS Rothenberger, I Gerichtstaxator. Montag den 13. d. Mts. von Vormittags 9 Uhr an, Freitag den 10. März l. I., Vormittags 9 Uhr ansangend, soll im Leihgesterner Gemeindemald nach? verzeichnetes Holz versteigert werden: Dvnnersksg den 9. Mäi?, Nachmittags 2 Uhr, wird im Wiener Hof, Nruenweg 6211 versteigert: 1 schöner Herrenschreibtisch (Diplo- Zusammenkunft und Anfang vor dem Wald am District Jungenholz im sog. Sauloch. Londorf, den 6. März 1893. Großh. Bürgermeisterei Londorf. Aumann. 2205 Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Schindanger. Leihgestern, 6. März 1893. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. 2153 Bleidenberg und Grundwald: 163 Stämme Kieferngrubenholz mit 18,32 fm, 93 Kiefernstangen. Das Holz aus den Districten „Buchenberg", „Bleidenberg" und „Grundwald" wird im District „Eichelsberg" mit versteigert und wollen sich die Käufer daffelbe vor dem Termin ansehen. 4. District Eichelsberg: 160 Fichtenstämme mit 38,64 fm, 40 Kiefern- und Lärchenstämme mit 9,88 fm, 1 Eichenstamm mit 0,26 fm, 580 Fichtenstangen mit 34 fm, 39 Kiefernstangen mit 3,57 fm, 48 rm Buchenscheit- und Prügelholz, 42 rm Fichtenschett- und Prügelholz, 10 rm Buchenstockholz, 56 rm Fichtenstockholz, 2830 Wellen Buchenast« und starkes Durchforstungsreisig, 3550 Fichtenwellen, 30 rm Birkenbesenreisig, 45 rm Birkenstangen zu je 5 rm. Hohensolms, den 3. März 1893. Holzverfteigerungen in Gräflicher Obersörflerei Kaubach. Dienstag den 14. März d. I. 1) im Hubberg: 135 rm Buchen«Stammprügel, 50 rm Aspen- rc. Prügel, 500 rm Buchen« Stammreiser in Schichten, 100 rm Astreiser, 1 Aspenstamm von 39 cm Durchm. und 5 m Länge; 2) im Lenzesberg: 145 rm Buchen-Stammprügel, 110 rm «Reiser, 20 Eichen (Wagnerholz) mit 3,52 cbm; 3) aus dem Reviere Ruppertsburg: Kohlreiser und Lesholz abtheilungsweise. Donnerstag den 16. März d. I. 1) im Eichberg: 300 rm Buchen-Scheiter u. -Prügel, 45 rm Stöcke, 60 rm -Reiser; 18 Buchenstämme (Schnittholz) von 35—56 cm Durchm. und 4—12 m Länge = 17,26 cbm; 2) im Altengericht v. Wingerten (unvorgezeigt): 60 rm Buchen« und Salweiden Reiser in Schichten; 3) im Giehern (unvorgezeigt): 7 rm Eichen-Scheiter (theilweise Glaserholz), 31 rm Buchen-Stöcke, 84 rm «Reiserprügel, 1 Eichenstamm von 55 cm Durchm. und 6 m Länge; Kohlreiser flächenweise. Holzversteigerung imGörzhäuser Wald. Montag den 13. März d. I., des Morgens um 10 Uhr, kommen in meinem Wald 665 rm Buchen-Scheit« u. Knüppelholz, 203 „ Buchen-Erdstöcke, 60 Haufen Buchen - Reiser, sowie eine Parthie Eichen - Nutzholz meistbietend zum Verkauf. Das Anfahren des Holzes kann durch meine Geschirre besorgt werden. Hof Görzhausen, 7. März 1893. von Vormittags v uyr an, i senden. «utiutit i'l den Waldungen der Ge-! Glbßen, den 7. Sltara 1893- meinde Londorf, Districten Katzen- Die Dtrectton der Großherzogllchen nphpen. Rückenstall. Bellevue und Veterlpar-Anstalt. „ Radel- „ „ ' „ -Derbstangen, „ ,, -Reisstangen. den erheblich unter der Taxe abgegeben. Krofdorf, den 6. März 1893. [2197 Der Oberförster: Frhr Spiegel- Holz -Versteigerung l™tben in Ud-'°"b't:. Win HW -7" ‘ W und zu Atzbach. ES werden versteigert: 2 Ficktenlämme — 1,61 fm, 2 rm Kiese n - Scheit- und KnüppUholz, 9 rm Buchen-, --96 rm Eichen-, 104 rm Fichten-, 18 rm Lärchen-, ICO rm Küfern- und Weichholz- und 536 rm W eichholz-Reiser; unter letzterem befinden sich 104 rm Besenreiser, 48 rm Ginster und 32 rm Dörner. Das Holz liegt in den Distr. Pferdshecke, Cteinbusch, Es.Upfad und Groß- Eichelstück, im Gemeindewold von Atzbach. Die «rennholz'Derffeigerttng in Witzwar findet nicht am 14 , sondern am 15. dS. M1S., von Vorm. S Uhr, daf. statt. Krofdorf, den 7. März 1893. 2192 Der Bürgermeister: Kleine. rm Eichen-Scheit, „ Eichen-Knüppel, unter wel- o. District Buchenberg: 80 Fichtenstämme mit 21,64"fm, 46 Fichten- chen 52 rm von 2 und 3 m stangen von 10—14 cm Mittendurchmesser mit 4,94 fm; 3. District Länge, ~ ~ • -• - ..... Nutz- n. Brennholz- Verkauf in der Königs Obersörsterei Krosdors. Samstag den 11. d. Mts., Vorm. pünftl 91/., Uhr beginnend, kommen im Weißbrod'scheu Gasthause in Salzböden au? dem Schutzbezirk Salzboden zum AuSgebot: Distr.«1 62(Hohenschicd). Eichene 93 rm Reiser. Fichtenr 1500 Derbholzstangen, 6COO Reiserholzstangen, 3 rm Scheit, 62 rm Stockholz Distr. 66, 71, 74 (Hemmstotz und Eulenkopf). Bachen r 9 rm Scheit, 52 rm Kl üppel, 20 rm Stockholm, 200 rm Reiser Weich» holzr 14 rm Reiser Distr. 67 (Alte» stall). Eichenr 38 Stämme und Derb- holzstanaen — 2,18 fm, 2 rm Schichtnuh« bolz Buchen: 7 rm Scheit, 43 rm Knüppel, 13C0 rm Reiser. Nadelholz: 54 St. und Derbkoliftanaen — b,<0 fm, Holz-Versteigerung< ’ mit' ihrem Angebote bis zum 26. d. Mts. an die Unterzeichnete zu b rm Reiser. Dtstr. 68 (Hirschsprung). Buchen: 1 >m Scheir, 9 nn Knüppel, 675 rm Reiser Distr. 77 (Hardt). Eichen:. 140 Derbholzstangen, 30 rm h^i 1 Oft fÄafÜnkarUn? selbst mit dem Ausgebote der^Buchen-Schichtreiser begonnen werden wird; Eichen: 390 rrn Reiser. Buchen: am zweiten Tage bei der Eichbergswiese. 415 rm Reiser Laubach^ den 4. März 1893. Die Nadelholzstangen wcr=,2194J Gräfliche Qberförfterei. 2190 Prof. Dr. Pflug. Die Bau-Holzversteigerung im EttingShausener Gemeindewald vom 1. und 2. März ist genehmigt. Ettingshausen, 7. März 1893. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Bekanntmachung. । Im ConcurSverfahren über das Vermögen des Landwirths Heinrich Bingel ;n Sichertshausen ist zur Beschlußfaffung über einen vom Gläubiger - Ausschüsse zur Annahme empfohlenen Vergleichs-Vorschlag des Gemeinschuldners Termin aus Mittwoch, 29. März 1893, Vormittags Uhr vor dem Königlichen Amtsgericht zu Fronhausen anberaumt. Fronhausen, den 2. März 1893. 2199 Penningh, Gerichtsschreiber Kgl. Aintsgerickts. nagöoprpacfjtung. Am Donnerstag den 16. d, M., Norm. 10 Uhr, soll die Feldjagd der Gemarkung Witzmar vom 1. April er. ab auf 5 Jahre im Wege des Meistgebots in meiner Amtsstube dahier verpachtet werden. Krofdorf, den 7. März 1893. 2191 Der Bürgermeister: Kleine. Montag den 13. März, Nachmittags von 2 Uhr an, werden erbvertheilungShalder Mar- burgerstratze 20 111 die auS dem Nachlaß deS Herrn Güterexpedienten Roienberger stammenden Möbel meistbietend versteigert: Besonders kommt zum Ausgebot: 1 gutes Pianino, 2 Sophaö, Stühle, verschiedene Tische, 1 runder von Eichenholz, mehrere^Bettstellen mit Sprungfedermatratzen, 1 fast neue dreilheil. Motzhaarmatratze, 1 Stehpult, 2 Comwoden, 1 Console, 1 Waschtisch, 2 Nachttische, 2 einihürige und 1 zweitbür. Kleiderschrank, Spiegel, Käfig, 1 Küchensch'ank mit Glasaufsatz, sämmtlich-s Küchengeschirr, 1 Waschiops mit Einrichtung, 1 große eichene Bütte 2 ILine Bütten, Waschkörbe, Zaber, ca 2 Ma ter Kartoffeln, 2 Uhren, 1 Rohrsessel, 1 Singer - Nährnasch ne u a. Gegen stände. Louis Kothenberger, 2212 Taxator. Jeilgeöotenes. D ® Q. 9> ff ZT 1 W: ce" =• 2 to o xr c S o. a> n =T O: =3 tc c ,c o N pril Lavroiss«. _______________ Wohnung v 2 Zimm. n. Küche u. Zub Per t. April, eo- früher, ein großer Zu erfr. in dtr Exped- d. Bl- in frequentester, iMhoy inmitten 2162] E. Geselle u. e Lehrling gef. bester Lage i/Mvl-H ber utabt v. ftr. Hainer. Schuhm-, Bahnhosstr 15. mitjed gewünschlemZubeh. u.Wohnungtu - Perm- Wo? sagt die Exp. d. Bl. (1735 TUChtigC KUßClltG, Z 923] Ein geräumiger Laden in bester Biehwärter, Melker, Kleinknechte rc. (au«"- Lage der Stadt ist per sofort ober spater oen)a^[t brauchb deutschrebende Leute) oer» zu vermiethen- Näheres mittelt in JabreSlohn schnell unb billiger Neustadt 78, eine Treppe. a. Qnb. Agent- Riebenyahls »erwietii.« 92T] Eine große belle Werlftätt« ist lkompt., »erlitt, gr. Hamburgerstr. 16. per sofort z 79, eine^ Treppe. 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