w 10Vhr. 1116 uh. )s 8 Uhr, Turnhalle. Uten gegen Zahlung von chmidt, Marllsiratze 1, len Zutritt. Mx ibruar hr ab [902 Simccrt ♦ Der Worftntit). 19. Februar 1893, and. ieubd 8 UbY‘‘ REEN mrtetts el (N« Nr. M iftr. P141 lerie 20 Pfa _ 125 äller perVor^ jaben^$er®ori^ utd h» ,ahr. G jfniö 8 Ift, len: J ER .7 Ball- M" y® • . «f# - 1893 Rt. 34. Zweite» Blatt. Donnerstag de» 9. Februar ®CT •mtMt «scheint täglich, ■* AaLnahm» btl Montag». •k etetmer ■tehtn Hm Inyif« Wgchmtltch Hifldtft Kichener Anzeiger Hemrat-Mnzeiger. BtrntllÄbrign JH»semnd»»rtO: 2 Morl 20 Pfg. mt! Bringrrlohn. Durch dir Poy drzog» 9 Mark 50 Pfg Rrbectien, eptbW* and Druckerei. S«r»1precher 51. Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis (ßiefeen» Hratisbeitage: chießener Kamikienökätter Feuilleton allen nur ein Wort ver- Er sann einen Augenblick nach, dann zu überraschen schien. // selbe von vom mit immer gleicher kühler Paar Stiefel, wovon der Alle Innonem-Wnrranx H» Ja- mr» leMeM w*n* »«,eigen für Hn .Gießener «»zeiget entgegen. »«nähme »an «n,eigen zu der «achmittag» für den folgenden Lag erscheinenden Nummer btl varm. 10 llha. Ruhe zu bewahren, und fragte dann streng: Sie zu haben?" gegangen. Sie hat dabei das Fenster mehrmals öffnen und schließen gehört . . .* „Wen glauben sagte er kurz: „Lassen Sie die Leute eintreten. aus?" „Zerlumpt und versoffen — sonst weiß ich nichts mehr ihm." „Sehr bedauerlich," bemerkte der Richter lächelnd. „(hüt Aussage Ihrer Wirthin sind Sie in der Nacht 14. auf den 15. September noch spät im Zimmer herum- Und alsbald erschien in der Thür ein höchst merkwürdiges Kleeblatt: Fräulein Gretchen Pfeil, ein überaus verlumpt aussehender Strolch, in scheußliches Grau gekleidet, mit einem schmutzigen Verband um die linke Hand, und ein Schutzmann. Der verliebte Doctor starrte tue Gruppe fassungslos an. Das schöne Gretchen aber wandte sich mit einer flehenden Geberde an den Richter und rief: „O bitte, bitte, Herr Justizrath, lassen Sie den armen Herrn Doctor frei, ich habe ihn!" Herr Müller bedeutete sie trotz der ihm aus Gretchens Munde widerfahrenen Rangerhöhung ziemlich ungnädig, die „Aber wenn ich von dem stände, Herr —" „Bitte," machte der Jurist Gelassenheit. „Besitzen Sie ein „Ah ja. Ich war sehr erregt und konnte schlecht schlafen in jener Nacht," seufzte der Doctor. „Wodurch?" forschte der Richter. „Das will ich nicht sagen," antwortete der Doctor. „Ueberhaupt bitte ich Sie, Herr Richter, dieser lächerlichen Scene ein Ende zu machen. Es scheint, daß Sie mich wahr» hastig im Verdacht haben, bei meiner mir übrigens gänzlich unbekannten Nachbarin eingebrochen zu haben . ." „O bitte," meinte der Richter fast gemüthlich, „ich habe ja gar nichts von einem solchen Verdachte geäußert. Es ist psychologisch interessant —" Was für Herrn Untersuchungsrichter Müller psychologisch so interessant war, blieb leider unausgesprochen, denn in diesem Augenblicke ereignete sich etwas durchaus Unvorhergesehenes. Ein Schutzmann trat ein und machte dem Richter mit leiser Stimme eine Meldung, die diesen aufs Aeußerste linke einen etwas vorstehenden Flicken in der Sohle rechts vorn trägt?" „Die habe ich gehabt. Ich hatte mir die Sohle beim FeuerauStreten versengt. Weil der Flicken mich aber beim Auftreten belästigte, habe ich die Stiefel einem Schnorrer geschenkt." „Wann soll dies gewesen sein? Ihre Frau Wirthin hat die Stiefel noch am 13. September Nachmittags um die Kaffeezeit bei Ihnen gesehen." „Das kann stimmen," gab der Doctor zu, „bald nachdem die Frau ausgegangen war, kam der Schnorrer." „So, so, hm, hm," machte der Richter. „Nun hören Sie, Herr Doctor Rotbfeder: In der Nacht vom 14. auf den 15. September ist in dem Ihrer Wohnung benachbarten Hause der verwittweten Frau Geheimerath Münsch eingebrochen worden. Der Einbrecher hat vom Garten aus die erste Etage des Hauses erklettert und, da er bei der Arbeit gestört wurde, auf demselben Wege daS HauS wieder verlaffen. Unterhalb des Fensters im Garten der Frau Geheimerath fanden sich diese Hosenträger —" „Sie werden eben dorthin geflogen sein, als ich sie hinauSwarf." „Bitte . . . Im weichen Boden des Gartens findet sich die Spur der Stiefel des Einbrechers. — Es sind Ihre Stiefel . . ." „Herr Richter!" fuhr der Doctor jetzt mit vor Zorn dunkelrothem Gesichte auf. „Bitte!" antwortete der grausame Inquisitor wieder ganz kalt. „Sie haben uns ja erzählt, wie Sie Ihrer Stiefel ledig geworden seien. Ihre Frau Wirthin weiß nichts davon- es ist auch in keinem anderen Hause der Straße etwas von jenem angeblichen Schnorrer bekannt. Wie sah der- ich den Herrn Schutzmann gerufen und der hat den Kerl festgenommen." „Det stimmt. So is et gegangen," bestätigte der Strolch wieder höchst behaglich. „Det Mächen hat wat los, die is nich von schlechten Eltern." Hierauf entstand eine kurze Pause allgemeinen Schweigens. Der Untersuchungsrichter stand im Geiste trauernd vor den Trümmern seiner Combination. Da kam ihm ein Gedanke. „Zeugin Pfeil," fragte er, „sind Sie mit dem Herrn Doctor Rothfeder bekannt?" „O nein, Herr Justizrath," flüsterte Gretchen erröthend. „Was veranlaßte Sie denn, so warm in seinem Interesse zu handeln?" „Aber, Herr Justizrath —" stammelte sie, indem von Neuem eine heiße Blutwelle ihr Gesicht übergoß. „Na, Herr Jerichtshof," ließ sich da plötzlich die Stimme des „scheelen Aujust" vernehmen, „thun Se doch man nich so. Det sieht ja en blinder Maulwurf, det die Zwei in einander verliebt sind. — Na," fuhr er in mildem Gönnertone fort, „ick will Ihnen die Sache leicht machen, Herr Jerichts- Hof. Det Mächen mit die scheenen blauen Dogen hier hat ja so Recht. Ick bin't jewesen, un hier" — dabei streckte er dem bestürzten Richter den linken Fnß bis dicht unter die Nase — „det is der verhängnißvolle Stiebel . . . Wissen Sie, et is mir schonst ganz recht, det ick man wieder ene Zeitlang in en jutes Loscht uf Staatskosten komme, denn et wird doch schonst recht kiehle det Nachts, und wat der rothe Ede is, der hat wir jestern in die Kneipe die la Mäng hier nich schlecht verstochen, da muß ich den Herrn Gefängnißarzt mal consultiren." „Also gestehen Sie," fragte Herr Müller, „den Einbruch im Hause Victoriastraße —" „Nummer so un so viel un so weiter verlebt zu haben, ja woll, Herr Jerichtshof, det haben wir, et iS aber nischt dabei rausgekommen. — Aha, da haben Se ja ooch det nette Riemenzeug, wat ick dunnemals in'n Garten gefunden hab, — ick sage Ihnen, Herr Criminal, det is wat für uns Fachleute!" Dabei wies er auf die Columbus-Jubiläums Hosenträger. Es war das Schicksal dieser wunderbaren amerikanischen Erfindung, daß ihre wahre Bestimmung als menschliches Hilfs- Kleidungsstück von Keinem anerkannt wurde, der sie braucht. Dafür erwiesen sie sich aber als brauchbar zu den wichtigsten anderen Dingen. Denn nachdem bereits Richter, Polizei und Einbrecher die erfolgreiche Anwendung dieser Träger zum Die-Wand-Hinaufklettern anerkannt hattenerfolgte in dem Gespräch, welches Herr Dr. Rothfeder sogleich nach seiner Entlassung mit der Zeugin Gretchen Pfeil hatte, auch ihre Anerkennung als Bindemittel in noch viel discreteren und höheren Fragen. Und kein Reclame-Jnserat hat jemals das Verdienst der Columbus-Ausstellungs-Hosenträger so glänzend erwiesen wie die kleine Anzeige, welche ein paar Tage darauf in den Zeitungen der Stadt erschien: Gretchen Pfeil Dr. Friedrich Rothfeder, Gymnasial-Oberlehrer, Verlobte. Dir wundrrbarkn Hosenträger. Novellette von Eethegus. (Schluß.) „Als Hosenträger ist es das in der That wohl kaum," bemerkte der Richter, „dagegen dürfte das starke Riemenwerk gerade in dieser scheinbar sinnlosen Verknotigung, wie wir es hier vor uns sehen, ein vorzügliches Hilfsmittel zum Klettern und Steigen sein, zum Beispiel bei Einbrüchen." „Den wahren Einbrecher. Hier dieser Mensch ist es." „Das ist der scheele Aujust, Herr Untersuchungsrichter," bemerkte der Crimtnal-Schutzmann. „Erst vor sechs Monaten entlassen." „Del stimmt," bemerkte der Strolch, indem er dem Beamten gemüthlich zunickte. „Ruhe!" donnerte der Richter. „Fräulein Gretchen Pfeil, worauf begründen Sie Ihre Aussagen gegen diesen Mann, in der Nacht vom 14. auf den 15. September den Einbruch im Hause Victoriastraße Nr. 37 verübt zu haben?" „Der, — ach, — der Herr Sergeant," begann Gretchen, indem sie auf den etwas verlegen werdenden Criminal-Schutz- mann deutete, „hat mir ja heute Morgen das mit dem Stiefel- Abdruck erklärt, und wie ich nun vor einer halben Stunde hier wegging, da war ich so traurig wegen der Anklage gegen den Herrn Doctor —" „Gretchen!" rief hier die Stimme des Herrn Doctors, was ihrem Besitzer einen scharfen Verweis des Richters zuzog. „Und da," berichtete die Zeugin weiter, „da mußte ich immer aus den Boden sehen . . Und da sah ich auf der weichen Erde, — auf dem Kcrrlsplatze, wissen Sie, Herr Justizrath, der ist nicht gepflastert — vor mir auf einmal immer eine Spur mit so einem Eindruck am linken Fuße, genau wie der Herr Sergeant mir erklärt hatte. Und die war von dem Kerl hier, der ging vor mir her. Da habe Holzversieigerung in der Fürstlichen Oberförstern Kch. Es sollen versteigert werden: Montag den 13. Keöruar l.I. von Kormittags 9y2 Hlhr an a. im Kolnhäuserkopf: 92,4 rm Buchen-, 46,4 rm Eichen-Knüppel- 3,8 rm Stockholz verschiedener Art; 2710 Stück Buchen-, 690 Eichen - Wellen. 2 Fichten-Stämmc mit 1,42 fm. 162 Fichten-Stangen mit 4,02 fm b. im Höler (Kolnhäuser Seite): 38 rm Buch en-Scheiter; 80 rm Buchen-, 11 rm Eichen-, 20 rm Nadel-Knüppel; 15 rm Buchen-, 36 rm Eichen- und 60 rm Nadel-! Stöcke; 1150 Buchen-, 1130 Eichen- und 3090 Nadelholz-Wellen. ■ Die Zusammenkunft ist dort, wo sich der chaussirte Weg von Koln-^ hausen nach dem District Fuchsstrauch und nach dem District Höler theilt, am Kolnhäuserkopf. Iienslag den 14. Aeöruar f.§. von Korrnittags 912 Ahr an im District Höler (Kolnhäuser Seite) — sogen, kleine Pfaffentannen — I 256 Stück Kiefern - Bauholz re. mit 130,80 fm, 16 Fichten mit 17,79 fm, 538 Fichten-Stangen von 11,75 fm, 5 Kiefern-Stangen von 0,66 fm. Die Zusammenkunft ist auf der sog. Hüuserfchneise beim Thor. Lich, am 30. Januar 1893. 1100 Dr. Dieffenbach. 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Fronhausen, 6. Februar 1893. 1175 Ruth, Bürgermeister. Icikgeöotenes. WT Special- IQ Cassee- u. Theehanölung Bahnhofstraße 6. Gute Bemasquelle für toben und gebrannten Cassee, ferner Thee, Caeao und Chocolade. (916 Reelle Bedienung! Billige Preise! M. M. Rothschild. Unser ilsener ist beliebt wegen seines vorzüglichen Ge'chmackes und weil es außerordentlich gut bekommt. Es kostet [17 per i/z Ltr.-Flasche 15 Pfg. Gebr. Röhrle, Erportbierbrauerei. Schellfische frisch und billig im „Rebstock". [1151 Conditorei Bettler Süd-Anlage empfiehlt täglich frisch Berliner Pfannkuchen, «reppel, »affee- u^d^Thee- gebäck. — Anfertigung von Cremes und Gefrorenem in vorzüglichster Qua- lität zu mäßigen Prei^n________ 477 Kreppe! """ b°> pr. Hennings 414] Sellersweg 14. "~8Ööj Täglich frische Echellfisch^ Cablia«, Zander grNne Häringe rc. empfiehlt E. Dort, Walltherstraße 45. 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