► lWnfrit, Wauftit, Donnerstag den 9. Februar 1893 Nr 34 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Aintr- unb Anzeigeblatt für -en Kreis Gieren Reboction, Expedirio« und Druckerei: -chnlstratze Ar.A, Fernsprecher 5L vierteljähriger ALsnuementrprei» i 2 Mark 20 Psg. xml Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Die Gießener ‘^•mintwöfällrr »erden dem Anzeiger »ilchenilich dreimal bttgtltgu Der Oteheuer Anjelger erscheint täglich, <*it Ausnahme deS MonraqS. ger. >rä,c. Rcbtnat 1893, «m hlefitzrn FabrikgrsW i6ek Mts i MKr Nr. 872), ler. [1141 erie 2V Pfg, 6 feine Kunst. M--- [W43 livgsstelle lern zu besehen. fcrttn unter B 590 an bit erbeten.____________________ jüngere- braveS RLd> '6t in tl. -aoSüaN auf ♦______fiöbtrftra&tj), L küfergefellt los. gesucht Ltwm, BMtMr. 43. VUbicinaVi Droge«.', « unb -ardtv-esthLft [1192 tliugssteüe durch einen mit Ritter versehenen jungen Mmn milie. vtto Lchsaf. _ dem Bureau eines hiesM tes wird per Ostern W l mit schöner ^andichrisr ulbilbung aufgenommtn. t unb eigenhändig geswne- ig nimmt die Expedition rief- and IPacketsiegel- | laiken »**||W In dr rühl’schen , Druckerei 96 50 9230 2060 5590 81.80 385.50 199^0 152.20 M 11070 99.00 96.30 Mschäst. ,at 1»SS. GoMenrr RtnU ^Wnopouänl- SS»* fö* kj-iur<5-;iUL Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» sür den I Cast*. (4Vk>V>mter Autorität verstanden werde, erfennen fdnc Freunde nicht an. Was man als die Bestrebungen der Socialdemokraiie hinstelle, sei der heutige Zustand. Wie M heute für den Arbdter dn FamUienlebm möglich f Expropriirt werde vor der heutigen bürgerlichen Gesellschaft alle Zage; aber diele bürgerliche Expropriation schäm nur die größte Unzufriedenbdi Fürst Bismarck bade auf diese Weise die Unzufriedenhdt gefördert und damit der Socialdemokratie Vorschub geleistet Man sage, die Socialdemokratie wolle daS Eigenthum con- fisciren; die Mehrheit detz Volkes aber habe kdn Eigmthum. Dm Vorwurf des Terrorismus anlangend, so sei durch daS Socialistm- fiesetz der größte TerrortSmuS ausgeübt worden. Im heutigen Staate d «einer frei; in demselben hungere der Arbeitende, der Faullmzer lebe gut. Die Socialdemokratie schließe keine Kompromisse mit dem herrschenden System. Der moderne EapitalismuS müsse beseitigt werdm. Revolutionen würdm aber nicht gemacht, sie machten sich von selbst. In der Vergesellschafterung deS Mmschen liege das revolutionäre Element der Socialdemokratie. Dieselbe sei eine Partei der freien Bewegung und selbst die Führer setzten sich willig der fr dm «ritte auS. Damit würdm immer neue Kräfte erweckt. Die deutsche Bourgeoisie sei hinter der anderer Länder weit zurückgeblieben. Die Socialdemokratie habe dm Arbeitern kdn Paradies versprochen, sondern gesagt: wir kommm nur durch mühsames Ringen zum Ziele, deshalb orgeniftrt Euch und laßt Euch nicht von anderen Parteien irreführen und Euch mit der dünnen Suppe der sog. Socialreform abspeisen. . , t Abg. Stöcker (conf.) erklärt Namens seiner Freunde, daß, da sie kein Mittel haben, diese Debatte zu schließen, sie auf das Wort nach dieser Rede Liebknechts verzichten, xutnal dieselbe bewiesen habe, daß selbst das beste Pferd der Socialdemokratie ein völlig lahmer Renner geworden ist. Präsident v. Levetzow: Wir gehen damit zu einem anderen Gegenstände über. Abg. LingenS ((Str.) gibt zur Erwäaung anhdm, ob eS sich nicht empfehle, Fabrikmspectoren aus inleUigentm Arbeitern heran- zubtlden. Solche Beamten würden große» Vertrauen bei den Arbeitern genießen. Sehr zu bedauern sei die gänzliche Dernachläfstaung der Religion in den Werkstätten. Durch die Religion würden Ordnung und Sitte mehr gefördert, altz durch die von dm Socialdemokraten geforderte Verkürzung der Arbeitszeit. Abg. Dr. Hirsch (bfr.) wünscht Vermehrung der Fabrik- inspectoren auch in den übrigen Bundesstaaten nach dem Vorgänge Preußen«. Nur möge man mit der Hebertragung der Kesselreviston an die Fabrikinspectorm erst die Erfahrungen Preußens abwarten. Er fürchte, daß die Fabrikinspectorm durch diese Revisionen zu sehr ihrer eigentlichen Thäligkeit entzogen würden. In die Berichte der Inspectoren sollten auch Mttlheilungen über Arbeitslosigkeit usw. ausgenommen werden. Auch sei dm Jnspecioren ein regerer Verkehr mit den Arbeitern zu empfehlen. Die Mittheilungen über die Arbeitervereine und ihre Wirksamkeit seien noch sehr lückenhast in den Berichten. In dm Arbetteroerbänden würden die Inspectoren die beste Auskunft über vorhandene Mißstände finden. Die Jnspecioren sollten auch ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Arbeitsordnungen lenken, die vielfach unzulässige Bestimmungen enthielten. Das beste Einvernehmen zwischm Arbeitgebern und Arbeitern herrsche da, wo die Arbeitsordnungen keine Strasbestimmungen enthielten. Schließlich fragt Redner, ob am 1. April endlich die Sonntagsruhebestimmungen auch für die übrigen gewerblichen Arbeiter in Kraft treten würden. Man hätte die Arbeiter darüber hören sollen. Endlich bedauert Redner die Zunahme der gewerblichen Unfälle. Es scheine, daß die Unfallvorschriften nicht überall genügend beachtet werden. SlaatSsecrelär v. Bötticher: Die Sonntagsruhe-Bestimmungen für alle gewerblichen Arbeiter könnten leider am 1. April noch nicht in Kraft treten. Das überreich vorliegende Material, welches hier in Betracht komme, habe noch nicht bewältigt werden können. ES fei auch nicht möglich, heute schon einen bestimu len Termin an- iugeben. Hoffentlich werde dieses Jahr nicht vorübergehen, ohne daß •er Bundesrath die ihm obliegende Arbeit erledigt haben werde. Dr. Hirsch wolle die Aufgaben der Fabrikinspectorm doch etwas zu sehr erweitern. Die Arbeitervereine sollten an dieFabrikinspectionen herantreten. Mil der Hebertragung der Kesselrevisionen an die Fabrikinspectorm habe man in Sachsen gute Erfahrungen gemacht. Für nächste« Jahr sollen an die Jnspecioren verschiedene Fragen ge richtet werben, namentlich über die Verhältnisse der jugendlichen Arbeiter. Beschwerden über Arbeitsordnungen seien ihm noch nicht ^gegangen. Abg. Wurm (Soc.): Die Berichte der Fabrikinspectorm seien eben so viel Anklageschriften gegen das Unternehme, thum, obgleich diejenigen Fabriktnsprctorm gemaßregelt würden, die mit den Arbeitern in Verbindung treten. (StaatSsecretär v. Bötticher: (sticht wahr!) Ein solcher Fall sei in Köln vorgekommen. Alle Arbeiterorganisationen seien den Unternehmern verhaßt. Arbeiter, welche sich mit Beschwerden an Fabrikinspectoren wendeten, würden entlassen. Aus den Berichten der Inspectoren gehe nicht hervor, daß sich die wirthschaftltche Lage bessere, sondern das GegenlheU. Leider hätten viele Jnspecioren gar keine Gelegenheit, die Aibciterverhältnisse kennen zu lernen. Oft würden sie von den Unternehmern auf daß Unverschämteste betrogen. Die ärgsten Klagen kämm aus Gegenden, in denen die Branntweinbrenner auf Kosten der Aermsten der Armen die „L,iebeflgabe' in die Tasche steckten. Vielfach unterstützten die Poltzdbehördm die Unternehmer und atlesttrten ihnen ohne Besichtigung, daß Betrieb und Maschinen in Ordnung. Die Accordarbeit verschulde zahlreiche Unfälle. Häufig fehle e« an den nothwendigstm Schutzmaßregeln zur Verhütung von Unfällen. Bei der Errrtchtung neuer Fabriken müßten immer die Fabrikinspectoren gehört werden. Freilich dürften diese nicht bloS NeseroelieutenantS, sie müßten auch Sachverständige sein. Auch Aerzte, aber nicht Kassenärzte, seien heranzuxtehen. DaS Unternehmerthum müsse durch Gesetze und strenge Handhabung derselben zur Humanität gezwungen werden. Für statistische Erhebungen möge man besondere Beamte anftellm. Hieraus wird die Wetterberathung vertagt. Morgen 1 Uhr. Anträge Ackermann betr. die Hebung deS Handwerk«. Xlcucftc Hacbdcbtcii, Wolff« telegraphische« Eorrespondmz-Bureau. Berlin, 7. Februar. Die von der deutschen Reichsregie- rung angeregte internationale SanitätSConferenz wird nach Einvernehmen der beteiligten Regierungen bereits im Laufe dieses MonaiS in Dresden zusammentreten. Leipzig, 7. Februar. DaS „Leipziger Tagebl." bemen- tirt auf daS Entschiedenste die Meldung, daß Verhandlungen wegen einer durch die Eboleragesahr bedingten Aussetzung der Leipziger Oster messe schweben sollen. DaS Blatt erfahrt, daß die Meffe unbedingt stattfinde. Pari», 7. Februar. DaS Srträgniß der indirecten Steuern für den Januar weist Mindereinnahmen im Betrage von 2,312,900 Franc» gegenüber dem Boranschlage auf und eine Mindereinnahme von 681,200 FrcS. gegen das (Jrträgnife im Januar 1892. Die Zolleinnahmen betrugen 4,026,000 Frcs. weniger als nach dem Voranschläge, 4,504,000 FrcS. weniger als im Januar 1892. Paris, 7. Februar. Die „Liberte" meldet, daß in Marseille die Cholera wieder auSgebrochen ist- seit vier, Tagen gab eS 50 Cholera-TodeSsälle. Rom, 7. Februar. Gestern Abend fand in ber beutf eben Botschaft eine große Ballfestlichkeit statt. Das Königspaar traf mit dem Grafen von Turin und den hohen Würdenträgern um 11 Uhr in ber Botschaft ein und würbe vom Botschafter SolmS am Fuße der Treppe empfangen. Der Botschafter reichte ber Königin ben Arm und geleitete sie in ben Feftsaal. Beim Eintritt bes KönigSpaareS spielte bie Musik die italienische KönigShymne. Der Ball wurde mit einer Quadrille eröffnet, welche bie Königin mit dem Botschafter tanzte. Rom, 7. Februar. Am heutigen Jahrestage beS Ablebens beS Papstes Pins IX. fand in ber Sixtinischen Capelle ein Trauergottesbien st statt, welchem ber Papst, bie Carbinäle unb daS diplomatische Corps beiwohnten. Athen, 7. Februar. Die außerordentliche Kalte dauert in ganz Griechenland fort und von allen Seiten werden Schneefälle unb Stürme gemelbet Depeschen deS Bureau „Herold*. Berlin, 7. Februar. Die „Kreuzzeitung" bezeichnet auf Grund zuverlässiger Erkundigungen die von einer Berliner Correspondenz kürzlich gebrachte Nachricht, wonach Kaiser Wilhelm zur Hochzeit des Herzogs von York nach England gehe, alS falsch. Berlin, 7. Februar. Nach dem „Berliner Börsen- Courier" sind die allgemeinen Verhandlungen über die Herstellung vertra gsmäßiger Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland nahezu beendet; nächste Woche beginnen die Spezialverhandlungen. Das Blatt erfährt, Rußland mache bezüglich des Eisenzolles keine Zngeständnisie unb erachte sich bis 1897 an ben gegenwärtigen Zoll ge- bunben. Der Zoll auf lanbwirthschaftliche Maschinen soll auf ein Minimum ermäßigt, betreffs bes KohlenzolleS von Ruß- lanb Zugestänbnisse gemacht werden. Berlin, 7. Februar. In der Kaserne des zweiten Garde-Ulanen Regiments in Moabit ist der Typhus ausgebrochen. Halle, 7. Februar. Im benachbarten Nietleben kamen zwei choleraverdächtige Erkrankungen und ein Todesfall vor. Hamburg, 7. Februar. In Langenhammer, Stadtbezirk Ottensen, wurde eine Pumpe gesunden, deren Waffer gänzlich mit Kommabazillen infizirt war. Die Pumpe wurde vernichtet. Die in ben letzten Tagen vorgekommenen Cholerasälle in Altona unb Ottensen werben darauf zurück- geführt. Wien, 7. Februar. Nach polnischen Blättern steht die Umänderung der Stadtnamen Dorpat in Juriew und Dünaburg in Dwinsk bevor. Lemberg, 7. Februar. Der Senat der Universität droht ben Studenten mit Relegirung, falls die Exzesse wegen Abhaltung einer Trauerfeier anläßlich der zweiten Theilung Polens fortgesetzt werden. Paris, 7. Februar. Gestern Abend circulirte das Gerücht, das Strafverfahren gegen Rouvier, Develle, Renaud unb Grevy werde eingestellt werden. London, 7. Februar. Der „Standard" behauptet, bie Näherung Rußlanbs an Deutschland sei eine Schwächung des Dreibundes. Der Czar habe vielleicht, indem er den Czarewitsch nach Berlin schickte, das Zustandekommen des Militärprojectes zu verhindern gesucht. London, 8. Februar. Der parlamentarische Ausschuß ber „Trabes Union»" beschloß, ben internationalen Con- greß 1894, statt 1893, wie ursprünglich bestimmt war, ab zuhalten, sowie Delegirte auf bie in Calais unb Zürich abzuhaltenden internationalen Congreffe zu senden. Gent, 7. Februar. Gelegentlich der gestern stattgehabten Ziehung für die Aushe bang zum Militär kam es mehrfach zu Krawallen zwischen der Polizei und Milizen. Ein junger Mann wurde wegen der von ihm geführten Reden verhaftet und nun ergriff die Menge für ihn Partei - die Polizei wurde gesteinigt, sie zog blank, verwundete mit der Waffe mehrere Tumultuanten und verhaftete andere. Die Menge zog vor das Polizeicommissariat, wo sie bie Polizei auspfiff unb auSzischte. Gestern Abenb fanben wiederum Angriffe auf bie Polizei statt. Madrid, 7. Februar. In einer gestern stattgehabten republikanischen Wähler-Versammlung erklärte Salmeron, Spanien könne nur durch die Republik gerettet werden, SagastaS angeblicher Liberalismus sei noch weniger werth als Canovas KlerikaliSmus. Salmeron richtete seinen Aufruf an die portugiesischen Republikaner, daS morsche Königthum in Liffabon zu stürzen und eine verbündete iberische Republik zu gründen. Sofia, 8. Februar. Der St. Cyrillenverein spendete 1000 Napoleonsdor für Errichtung bulgarischer Kirchen in Macedonien. Sidney, 7. Februar. Große Ueberschwemmungen werden aus allen Theilen Australiens gemeldet. Jn Marie- borough sind 20 Häuser eingestürzt. In Brisbane wurde jeder Verkehr eingestellt, da theilweise das Wasser 20 Fuß hoch in ben Straßen steht. totale* ttnö provinzielle*. Gießen, 8. Februar 1893. — Provinzialausschuß Sitzung. Samstag ben 11. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr beginnenb, finbet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial- AuSschuffeü der Provinz Oberheffen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Gesuch deö MoseS Joseph zu Allendorf an ber Lumba um Erlaubniß zum Betriebe einer Gastwirth- schäft. 2. Reclamation gegen bie Bürgermeisterwahl zu Ulfa. 3. Beanstanbung ber Gemeinberathswahl zu Orleshausen. 4. Reclamation gegen bie Bürgermeisterwahl zu Usenborn. — Theater. Einen rechten Freuben- unb Ehrenabenb durften wir gestern Abend in unserem Theater begehen. Herr Carl Rupp, ber jugenblidje Komiker unserer Bühne, feierte sein Benefiz unb gab auS biesem Anlaß RäberS über müthige Posse „Robert unb Bertram". DaS bis jetzt — wenigstens im laufenden Spieljahre — noch kaum ein berühmter Gast zu Stande gebracht hat, baß gelang gestern Herrn Rupp, nämlich ein ausverkauftes Hau» zu erzielen. Ein gewähltes unb bankbareS Publikum füllte ben Saal bis auf baß letzte Plätzchen unb bewies baburch, welche Verehrung unb Anerkennung bem trefflichen Benefizianten in unserer Stabt entgegengebracht wirb. Nannten wir neulich Herrn Rupp eine in Gießen „populäre" Persönlichkeit, so erbrachte ber gestrige Abenb ben Beweis, baß wir damit nicht zuviel gesagt. Unb eS war wohlverdienter Beifall, den Herr Rupp gestern erntete, ein wirklich unermüdliches, ächt künstlerisches Schaffen wurde dadurch gelohnt. Schon beim ersten Aufgehen deS Vorhanges wurde ber Künstler mit lautem Jubel empfangen unb baß widerholte sich während deS ganzen Abends, so oft sich Anlaß dazu bot. Daß Herr Rupp seine Rolle „Robert" ganz vortrefflich burchsühne unb heute bei besserer Laune war, alS je, ist ganz selbstverständlich, daß braucht gar nicht mehr besonder» erwähnt zu werden. An dem Erfolge seineß Bruder» durfte auch Herr Opernsänger Fritz tRhi p p, vom Würzburger Stadttheatcr, wohl- verdienten Äntheil nehmen, er bat ben guten künstlerischen Ruf, der ihm voranging, ausgezeichnet bewährt. Herr Rupp sang ein „LiebeSUcb" von Prof. Hermann Ritter in Würzburg, das dieser dem Künstler selbst gewidmet hat und erfreute noch außerdem durch den Vortrag einer Arie auS LortzingS „Wildschütz", endlich durch das herrliche Czarenlied auß der Oper „Czar und Zimmermann" desselben Componisten. Hoffentlich begegnen wir Herrn Rupp recht bald auch einmal im Concert- saale, er hat sich die Gunst des Publikum» gestern rasch errungen. Im Uebrigen können wir uns über die gestrige Vorstellung kurz faffen. In erster Linie ist die prächtige Leistung beß Herrn Reiner» al» „Bertram" zu nennen, er bilbete ein sehr gelungene» Seitenstück zum „Robert" be» Herrn Rupp. Bon ben übrigen Mitwirkenben nennen wir die Herren Martiensen, Stückel, Halpern und Born. Die Damen zeichneten sich besonder» au», Frau unb Frl. Coppv, Frl. Brünner unb Frl. Gr igo waren wirklich vortrefflich. Alle» in Allem, war es ein prächtiger Theaterabenb, ber wohl allen Beiuchern noch lange im Gcdächtniß bleiben wirb unb wenn wir nun noch hinzufügen, baß Herr R"pp auch einen prächtigen Lorbeerkranz erhielt, so haben wir unserer Pflicht als Berichterstatter genügt. — Der täglichen Runbschau Nr. 31 entnehmen wir nachstehende Statistik über die Krankenzahl beß letzlvrrfloffenen Jahre» an ben preußischen Universitätskliniken im Vergleiche zu ben hiesigen Kliniken, bie wohl auch für manche unserer Leser nicht ohne Interesse sein bürste. Innere Klinik. Chirurg. Klinik. GedurtSh.-gynä- Alogische Klinik. Augenklinik. In Bonn 850 1148 958 // Breslau 882 913 1203 // Göttingen 938 1344 346 // Greifswald 1400 1190 486 306 // Halle 1576 1732 973 // Kiel 1562 1108 593 /? Königsberg 875 1012 858 // Marburg 757 654 636 430 // Gießen 1804 1192 949 Tso Darnach ergiebt sich. baß Gießen unter ben genannten Kliniken in Bezug auf bie Krankenzahl in ber mebicinischen Klinik weitaus die erste, in der Augenklinik die zweite, in der chirurgischen und Frauenklinik die dritte Stelle einnimmt. Noch vor zehn Jahren betrug die Zahl ber bie hiesigen Kliniken aufzuuehmcnden Kranken kaum den vierten Theil der jetzt erreichten Höhe. Diese Zunahme ist ein erfreuliche» Zeichen des wachsenden Vertrauen» des Publikums zu den hiesigen klinischen Anstalten, die Dank der Fürsorge der Landesregierung und der Landstände nunmehr mit allen dem Wohle der Kranken dienenden HülfSmitteln auf S beste ausgestattet sind. Diese Statistik beweist aber auch, daß in Bezug auf bie Ge- legenheit zur Ausbildung ber Medicin ftubirenben Jugend Gießen hinter ben anderen beutschen Hochschulen nicht zurück- steht, vielmehr bie meisten überragt. — Auf die heute Mittwoch im „Gafß Leib" stattfindende Wiener Soiree deS Original-Fi aker-QuartcttS machen wir hierdurch aufmerksam, zumal demselben ber Ruf außerorbentlicher Erfolge allerorts vorauSgeht. (S. Inserat.) — Mit Anerkennung begrüßen wir e», baß baß Kaiser- Panorama bemüht ist, stet» neue Serien vorzusühren. Die in bieser Woche gebrachte neuaufgenommene Serie, ber Harz, bietet beß Schönen wiederum eine Fülle. Besonders interessant ist dieser Harz Cycluß durch feine sagenumwobenen Stätten, wie ber Brocken, Hexentanzplatz, Teufelskanzel zc., durch seine herrlichen Thäler, wie Bodethal, Jlsethal, Rabauthal mit Radaufall re., durch seine malerisch gelegenen unb historisch interessanten Orte. Alles in Allem verbient biefe Serie vollste Beachtung, umsomehr, als bei Herstellung berfelben bie meiste» photoplastischen, farbenprächtigen Errungenschaften angewandt würben. — Die EiSmaffen, bie in ber Gcgenb beß „Felsens" baß Hochwasser über bie User ber Lahn, oft weit hinein in» Gelände, getrieben hat, bilden täglich noch ben Gegenstand der Besichtigung fettend zahlreicher Einwohner. I» ber That ist auch daß Schauspiel sehenßwerth, weil eß hier von einer Gewalt ber Elemente zeugt, wie sie sich selten äußert. Dem Beschauer beschleicht baß Gefühl, alß ob bie Liß- massen nie roieber verschwinben sollten, unb eß wirb recht warmer Witterung, stellenweise beß öingreifenß ber Menschen bedürfen, um sie zu entfernen. Man erreicht baß riesige kivMMml. 958 1203 346 486 973 593 858 636 949 Ilinil. 655 398 875 306 136 413 520 430 786 hen unter ben genannten M in bet mebicinijdjen Lugenflinit bie zweite, in iie dritte Stelle einnimmt hl der die hiesigen Klinik-' n vierten Theil der jep ft ein erfreuliches Zeichen ublW zu ben Wlt itioraeberfianbW«^ "t * bem ” us s beste ausgestattet fi-.. !eilicin f**n 3“«“ Th*« ■* * !' gafe Selb' ftattftnbenbe wafS«** !#«*** ® burt sä*---* "•.'S1“»**1 ■ d-n ®‘C 1 e^®*1!' fc fit ff sollte"/.7 z del H 61i ,l,f gjlan H Z bWm. j ■‘w’?'« übet' -hr- _ ,* * 6 7 8 *«« bis je^ H igs 9ehl1Um tin ™IH6 fiauV s rttnt 6I|f«m füüte b « teüTV l 6*4 i"ch-» *«■ N-M- 'S "" ig L" beweis, hni, u.' '10 wrbe ber Ä’ s toibetta.r* 5lltr "«Dich »urchfühn,^ **‘1^ rTte aud) hen Quern. Steter, L bt*. Herr Rup^ nunn Mittel in Wur-buro J5 ^QtU"b ^freute noch Wnlieb aus der Oper Komponisten. Hoffentlich oauch einmal imConeert- blilums gestern rasch er- uns über die gestrige Lmie ist bie yrächrige „Bertram" zu nennen, W zum „Robert" des Ütroixtenben nennen tun i, HalpernundBorn. -s, Frau undFrl.Coppe, mren wirklich vortrefflich'. :r Theaterabenb/ der wohl rächtniß bleiben wird und daß Herr Rupp auch lt, so haben wir unserer Nr. 31 entnehmen wir mM des letztverfloffenen ättflinifai im vergleiche auch für manche unserer e. GkbmtLh.-ghnä- Angm- Eislager am bequemsten vom Asterweg aus durch die Eisenbahnüberbrückung bei dem Tonuenschuppen; der Standpunkt auf dem „Felsen" gewährt einen weiten Ausblick auf das lahnaufwärts liegende, ebenfalls mit großen Eisschollen bedeckte Gelände. — Verhaftet wurde gestern eine hier wohnhafte Frau wegen Kuppelei nach §281 St.-G.-B. und ein Taglöhner, der in einer hiesigen Wirthschaft einem seiner Zechgenossen eine Taschenuhr entwendet hatte. — Post Personalnachrichteu. Versetzt sind: Der Telegraphen- assistent Brenner von Frankfurt (Main) nachOffenbach(Main), der Postafsistent Gregori von Bingen (Rhein) nach Frankfurt (Main) und der Postassistent Heu sing von Nidda nach Büdingen. Der Postassistent Pitz in Mainz ist etatsmäßig angestellt und der Ober-Telegraphenassistent Beck in Erbach (Odenwald) zum Postverwalter ernannt worden. — Parlamentarisches. Den Bericht des dritten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Petition des Hessischen Bauernvereins, die Sch ul Verhältnisse auf dem Lande betreffend, — erstattete der Abgeordnete Friedrich. Der Hessische Bauernverein hat an die Großherzogliche Regierung am 2. März 1890 eine von 12 492 Personen tu 222 Orten unterschriebene Petition gerichtet, worin bezüglich der Schulverhältnisse auf dem Lande das Ersuchen gestellt wird, folgende sechs Wünsche baldigst zu erfüllen: 1) Bei der Neuerbauung von Schulgebäuden auf dem Lande wolle in Zukunft, insoweit die Gemeinde zu den Kosten des Baues und der Reparaturen herangezogen wird, in erster Linie die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde in Berücksichtigung gezogen werden. 2) Die Verpflichtung zum Besuche der ländlichen Fortbildungsschule wolle aufgehoben werden. 3) Bon erreichtem elften Lebensjahre an wolle man die Schulkinder auf dem Lande in den Monaten April bis September, einschließlich an den Nachmittagen der Schultage, vom Schulbesuche befreien. 4) Der weltliche Unterricht in der ländlichen Volksschule habe zu bestehen in Lesen, Schreiben, Rechnen, deutscher Sprache, sowie in einer leicht faßlichen Unterweisung in den Grundlehren der Naturwissenschaft, unter vorzugsweiser Berücksichtigung der Landwirthschaft; für die Mädchen habe der in Gemäßheit des Artikels 22 des Volksschulgesetzes vorgeschriebene Unterricht in weiblichen Handarbeiten in erster Linie das praktische Bedürfniß für sie als künftige Bauernfrauen zu berücksichtigen. Die übrigen Lehrgegenstände wollen bis auf das äußerste Maß des für das Leben Nothwendigen beschränkt werden. 5) Der Turnunterricht wolle in den ländlichen Volksschulen aufgehoben worden. 6) Ein Wechsel in den Lehrmitteln wolle inskünstige so viel wie nur möglich vermieden werden. Die Großherzogliche Regierung hat sich in dieser Angelegenheit am 30. Juli v. I. wie folgt geäußert: Wie bereits in der Eröffnung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz an den Vorstand des Hessischen Bauernvereins vom 28. November 1891 ausgesprochen, sind die in dessen Petition vom Juni 1889 vorgebrachten Wünsche, soweit sie mit den Bestimmungen des Schulgesetzes nicht in Widerspruch stehen, namentlich die unter 1 und 6 auch seither schon berücksichtigt worden. Die Erfüllung der übrigen Wünsche würde nur durch eine tiefgreifende Abänderung des Schulgesetzes möglich werden® und gleichzeitig die Leistungen der -in erfreulichem Blühen begriffenen Volksschule in hohem Grade zu gesährden 'geeignet sein. Dazu muß aber die Großherzogliche Regierung ihre Mitwirkung versagen. Der Ausschuß schließt sich der Auffassung der Großherzoglichen Negierung an und beantragt: hohe Kammer wolle der Petition des Bauernvereins keine weitere Folge geben. — Den Bericht des dritten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorstellung und Bitte von Seiten einer größeren Anzahl von Besitzern portugiesischer Schuldverschreibungen, betreffend die staatliche Aufsicht über die Bank für Handel und Industrie in Darmstadt erstattete der Abgeordnete Vogt. Die Bitte der Petenten geht dahin: Hohe Zweite * Kammer wolle bei Großh. Slaatsregierung dahin wirken, daß: 1) durch die statutenmäßig zulässige Einsichtsnahme der Bücher der Bank für Handel und Industrie und der über die Emission der portugiesischen Anleihen erwachsenen Verhandlungen, die näheren Bedingungen und Modalitäten, unter welchen die Uebernahme und Emission der portugiesischen Anleihen Seitens der Bank erfolgt ist, klargestellt werden- 2) daß die rechtlich begründete staatliche Aufsicht über die Unternehmungen der Bank für Handel und Industrie dahier für die Folge in wirksamerer Weise geübt werde- 3) daß Großh. Staatsregierung eventuell durch Anregung von Maßregeln bei der Reichsregierung künftigen Schädigungen des Publikums durch unentschuldbare und nicht zu rechtfertigende Emissionen thunlichst vorbeugen möge- 4) daß Großh. Staatsregierung geeignete Maßnahmen bei der Reichsregierung anrege, um die portugiesische Regierung zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu veranlassen. Unter Hinweis auf die dahingehende Meinungsäußerung der Großh. Regierung vom 8. Juni v. I. beantragt der Ausschuß: Hohe Kammer wolle die vorliegende Eingabe bezüglich Pos. 3 und 4 für erledigt erklären und im Uebrigen derselben keine Folge geben. nn. Darmstadt, 7. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Sitzung wird um VglO Uhr eröffnet. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation des Abg. Lautz, den Mangel an Bahnhofsgebäuden auf den Strecken der Hessischen Ludwigsbahn betreffend. Ftnanzminister Weber erwidert, es seien von Großh. I Staatsregierung mit der Hessischen Ludwigsbahn Verhand- • lungert nach dieser Richtung hin gepflogen worden, welche dahin geführt hätten, daß sowohl in Groß-Umstadt und in Wörrstadt der Neubau von Bahnhofsgebäuden in Angriff genommen worden sei. Im Laufe der Besprechung dieser Interpellation weist Abg. Lautz auch auf den schlechten Zustand der Bahnwärterhäuser hin. Abg. Scheerer bespricht die schlechten Verkehrsverhältnisse auf der Station zu Höchst. Abg. Schröder freut sich, daß die Großh. Regierung bemüht ist, die immer auftretenden Mißstände auf der Hessischen Ludwigsbahn zu beseitigen- allein dies sei nur ein Tropfen auf einen heißen Stein gegenüber diesen großen Klagen in allen Orten, wo die Hessische Ludwigsbahn das Land durchfahre. Das Verstaatlichungsjahr 1893 sei ja jetzt da, wo der Negierung die Möglichkeit gegeben sei, die Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn herbeizusühren. Er und alle Mitglieder halten auch heute die Regierung bei dem s. Z. gegebenen Worte fest, die Hessische Ludwigsbahn in aller kürzester Zeit zu verstaatlichen. Abg. Haas bespricht den Mangel von Bahnhofsgebäuden auf den Strecken der Ludwigsbahn. Abg. Römer kann nur die Klagen von dem Abg. Scheerer bestätigen. Abg. Ullrich weist darauf hin, wie ganz besonders die Arbeiter-Züge sich von der Hessischen Ludwigsbahn einer Vernachlässigung zu erfreuen hätten, die geradezu unerhört seien. Die Leute müßten sich bei strenger Kälte in ungeheizte Wagen setzen. Die Wagen und Maschinen seien defect u. s. w., er bittet die Negierung dringend um Abhülfe. Hiermit ist die Debatte geschlossen. Vom Regierungstisch wird auf alle diese Klagen nicht ge antwortet, trotzdem im Hause eine auf die Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn hinzielende Antwort, durch die Interpellation erwartet worden war. — Die Berathungen werden nunmehr mit dem Gesetz-Entwurf betr. die Abänderung des Einkommensteuergesetzes bei der Festlegung der Progressionsscala fortgesetzt. Vor Eintritt in die Debatte bemerkt Finanzminister Weber, daß der Referent, Mtnisterialrath Baur, leider durch Krankheit Der- hindert sei, die Verhandlungen der Regierung mit der Kammer weiterzuführen. An seine Stelle sei Steuerrath Weigel getreten. Finanzminister Weber wendet sich sodann gegen die Annahme von festen und absoluten Ziffern bei der Freigabe der einzelnen Familienglieder unter 14 Jahren. Es sei dies nicht zweckmäßig und beeinträchtige die Steuerveranlagung in höchstem Maße. Er bitte die Regierungsvorlage anzunehmen event. den Antrag Hechler. Au der Debatte betheiligen sich die Abgeordneten Haas, Hechler, Reinhart und Wolfs kehl. Abg. Schade und Genossen beantragen eine höhere Progression in den oberen Klassen. Finanzminister Weber warnt vor zu hoher Heranziehung der oberen Abthetlungen, weil dieselben hierdurch möglicher Weise aus dem Lande getrieben werden könnten. Die Ab,e- ( ordneten Haas und Vogt sind für eine höhere Progression ’ nach dem Antrag Schade. Die Abgeordneten Schröder i und Metz-Darmstadt sind für den Ausschuß-Antrag Bei ' ber Abstimmung wird der Antrag Osann mit einem Amendement Hechler, „bei dem Vorhandensein besonderer ! Verhältnisse eine Ermäßigung der Steuer bis zu zwei Klassen eintreten zu lassen," einstimmig angenommen, eine Reihe anderer Anträge abgelehnt. — Im Verlauf der weiteren Verhandlungen über die Grenzen der Selbst-Declaration wird der Ausschuß-Antrag, welcher den Beginn derselben bei einem Einkommen von 2600 Mk. festsetzt, gegen eine Stimme angenommen. Der Beginn der Progression wird bei 20000 Mk. festgesetzt. Finanzminister Weber beantragt eine zweite Lesung des Gesetz-Entwurfs. Die Schluß Verhandlungen über das Gesetz werden morgen zu Ende geführt werden. — Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung steht zunächst der Gesetzentwurf betr. den Ban und die Unterhaltung der Kunststraßen im Großherzogthum. nn. Darmstadt, 7. Februar. Vom Reichsgericht wurde die Revision gegen das Todeöurtheil des Raubmörders Kramm, welcher in Gemeinschaft mit seinem Complicen Schreck den Landwirth Schulmeier von Mörfelden erschossen hat, verworfen. Schreck hat sich durch Erhängen s. Z. dem Arm des Scharfrichters entzogen. Das Urtheil gegen Kramm bedarf jetzt noch der Genehmigung des Landeshcrrn. Darmstadt, 4. Februar. Die Petition des deutschen Frauenvereins „Reform" in Weimar um Errichtung eines Mädchen-Gymnasiums oder Zulassung des weiblichen i Geschlechts zur Ablegung der an den Gymnasien eingeführten ' Maturitätsprüfung wird vom dritten Ausschuß der zweiten ' Kammer der Regierung zur Erwägung und Berücksichtigung zu empsehlen beantragt. Worms, 6. Februar. Das Schiff eines Speyerer Schiffers mit einer Backsteinladung von 4700 Ctr. (80000 St.) wurde in der Nacht vom Samstag zum Sonntag nächst der Dampfziegelei vom Eisgang überrascht und durch den Anprall der Schollen zum Sinken gebracht. Der Schiffer mit den ©einigen konnte mit knapper Noth fein Leben retten. Schiff und Ladung sollen zusammen, laut „W. Ztg.", einen Verlust von etwa 4- bis 5000 Mk. repräsentiren. Vermiete#. * Bonn, 7. Februar. Heute Nacht um 2,/a Uhr brach Feuer in der Mälzerei der Bonner Actienbrauerei aus. Dieselbe brannte bis aufs Gewölbe nieder. Die drei Feuerwehren waren machtlos wegen des Masscrmangels. Der Betrieb ist ungestört. * Konstanz, 7. Februar. Auf dem Untersee zwischen Allensbach und Maltnau brachen auf dem Nachhausewege sechs Personen von der Insel Reichenau an einer schwachen Stelle des Eises ein. Vier Personen ertranken, zwei wurden gerettet. Die Leichen sind bereits gefunden worden. * Recklinghausen, 4. Februar. Heute wurden die auf Zeche General Blumenthal verunglückten Bergleute beerdigt. Zahlreiche Vereine, Behörden, Beamte, im Ganzen an 4000 Personen, nahmen an der Trauerfeier Theil. In der Stadt wehten zahlreiche Trauerfahnen und Halbmast gehißte Fahnen. * Berlin, 7. Februar. Heute Nacht ermordete die Bäckersfrau Elise Bohndorf aus religiösem Wahnsinn ihren zehnjährigen Sohn Hans. Die Mörderin wurde in das Irrenhaus gebracht. * Dieser Tage sind in der königlichen Strafanstalt zu Brieg zwei Verbrecher begnadigt worden, von denen ber eine bereits 32 und der andere 27 Jahre in den Mauern des Zuchthauses zugebracht hatte. Beide waren zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe vcrurtheilt worden. Die in Freiheit gesetzten Männer, von denen der Eine schon graues Haar hat, geberbeten sich vor Freube wie kleine Kinber. Sie sprangen in bie Höhe, lachten, weinten unb umarmten sich. Die Be° gnabigung war ihnen unverhofft zu Theil geworben. Oatt itftSoi- bei Gebrüder Stamm die schönste flllVvl Auswahl der neuesten Buckskins, Ehe- Viols und Kammgarne rc. zum meterweistn Verkauf wwohl als auch zur besten Anfertigung nach Mas; auf eigener Werkstäite. Fertige Herren» und Knabenanzüge, Havelocks, Paletots und Aoppen re. zu sebr billigen Preisen.____________________1118 Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. 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Fatum. 1234 Holzversteigerung Montag den 13. ds. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen im Gemeindewald Nonnenroih nachstehende Holzsortimente zur Versteigerung : 1) 60 Stück Nadelstämme von 6 bis 18 m Länge und von 19 bis 33 cm Durchmesser, 2) 60 Eichen-Stämme von 5 bis 10 m Länge und von 20 bis 45 cm Durchmesser. Das Eichen-, sowie Nadelholz eignet sich zu Schnitt-, Bau- und Schwellenholz. Anfang der Versteigerung an der Straße nach Hungen. Nonnenroih, den 7. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Nonnenroih. __________Jacob._______1233 Frische Eier und Butter eingem. Bohnen u. Sauerkraut prima Apsel-Gel6e 1222 empf. I. Bruder, Schloßg. 5. Freitag den 10. Februar, Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 2 Uhr, werden im früher Conditor Kinkel- schen Local, Marktstraße 32: Conditoreigeräthe aller Art, Formen, Reibfteine, Streugläser, Tortenplatten u.s.w., sowie 2 Tafelwaagen, einige Theken, wobei zwei mit weißen Marmorplatten, einige Ladenschränke mit Schiebladen und Glasthüren, ein seines Büffet von Eichenholz, Tische, wobei einige kleine mit weißen Marmorplatten, Stühle, Bilder, Spiegel, wobei ein großer Pseiler- spiegeli Mahagonirahmen, 1 Plüschsopha u. s. w. gegen Baarzahlung versteigert. Hoffmann, 1194 Concursverwalter. Submission. Für die chirnrgisch-ophthal- mologische Universitäts-Klinik 'sollen für 1893/94 auf dem Wege der Submission vergeben werden: 1. Die Lieferung von: Backwaaren, Fleischwaaren, Specereiwaaren, sogen. Verbrauchsgegenständen (Bürstenwaaren,Putzlumpenzeug rc.), Milch, Butter und Eier, Bier, Eis und Schreibmaterialien; 2. das Reinigen der Wäsche für das Dienstpersonal; 3. das Reinigen der Wäsche für die Kranken; 4. das Reinigen der Oesen und Herde, 1 5. das Reinigen der Senkgruben und das Fortschaffen des Keh richts rc.; 6. die Abgabe von Knochen und Gespül; 7. die Abgabe von leeren Flaschen; 8. die Unterhaltung des Gartens. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 17. d. Mts., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, den 4. Februar 1893. Großh. Verwaltungs-Direction der chirurg.-ophthalm. Univ.-Klinik. Bose. Vossius. [1137 Heute und folgende Tage: la. große frische Angel-Schellfische, keine Dampferwaare, la. Flutzhecht, Fluß- Zander, Cabltau, gewässert. Stockfisch, Kieler Bücklinge, «66* schSneS Mast- geflügel bei (1231 C. <*. HJeinhenn, Bahnhofstraße 59. Telephon 66. 1 ,116 \ bemerkt bei geraöe in bi her vor um fiDJ Sichen „Mir ■ stände, Herr ,Sitte/ «daffnftt link einen ti vorn trägt?* ,Die ha ^anaultittt lufrntti bt zes-akt." ,®ann die Stiefel Mtejtit bt „W I dm die Ars ,6o, f< 6tt, Herr D ien 15. Sept roorbtn. Di bei hcmffr wurde, au| Unterhalb bi fanbtn fsch b ,6it w hnauInxnV »Sitte btt Spur Stiefel.. / .Herr R tjMotym Hute!' Mz falt. ,i lfbig gtworti es iß a 618 MM o Mbt ui? «Nu1 VS« -Sehr ,Liot t0* U. auf Wito. Z ’^’efeen gehö 38, M d Sy bt **?!■ 25ß 16 2 . 'i.r £* 1100 ’-am Grosser Nebenverdienst! bietet sich oertrauenSwÜrd. Personen jeb Stand u- allerorts durch Vermitt. d Verkaufs von staatl. Werthpapieren u gesetzl. erl Staatsprämien-Loosenmit enormen Gewinnchancen geg. monatl. Theilmbl., wob. o- Risico jährl. leicht Mk. 3000—5000 zu oerd ; höbe Proo. werd, n bewill Adr erb- an daS Bank: geschält fr. W. 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Februar 1893 Südanlage 3. und Cigarrenhändler Weiler, Marktplatz. 1216 Conserven Sorten und allen Preislagen ersten Fabriken empfiehlt Emil Fischbach. Bekanntmachung. In einer hier anhängigen Strafsache soll der Privatmann (Müller) Albert Llüfter, zuletzt in Göttingen, Friedhofsweg Nr. 1 wohnhaft, al« Zeuge vernommen werden. Wer über den jetzigen Aufenthaltsort desselben Auskunft zu geben vermag, wird ersucht, zu den Acten J. 1096 6/1892 hierher Nachricht gelangen zu lassen. Göttingen, 6. Februar 1893. Der Erste Staatsanwalt. Fechtverband Giessen - Lahr. Sonntag 6m 12. d >iils, Muds 8 Uljr, in Steins Garten: Vermischte Anzeigen. Neues Theater, Giessen Freitag den 10 Februar 1893: Viertes Gastspiel des berühmten Komikers Herrn William Büller Äusser Abonnement » Die zärtlichen Verwandten. Lustspiel in 3 Arten von Rod. Benedix Sonntag den 12. Februar 1893: sagen hiermit innigsten Die Letztes Gastspiel. Einer von unsere Lent Angebot auf 400 m eichene Trep- pcnaustritte, 100 qm kiefernen Bohlenbelag und 380qmDecken- verschalung werden bis Montag den 27. l. M., Borin. 10 Uhr, erbeten. Copieen der Submissionsunterlagen werden gegen Einsendung von 1,20 JL portofrei übersandt. — Zuschlaasfrist: 4 Wochen. Butzbach, den 6. Februar 1893. Großherzogliche Baubehörde für die Zellenstrasanstalt Butzbach. 1223] Vergangenen Sonntag ein jung. Dach-Hund entlaufen. Abzugeben Wolkengasse 10. Bor Ankauf wird gewarnt. mittags 4 Uhr spätestens, in der Wohnung des unterzeichneten 1. Pfarrers, Dr. Naumann, Südanlage S, abzugebeu. — Nähere Auskunft wird im Bureau der Bauleitung (auf dem Kirchbauplatze) ertheilt. Wir thun dies hierdurch, mit der Erklärung, daß wir wegen Dringlichkeit der Sache nur einen ganz kurzen Termin ansetzen konnten. Angebote sind bis nächsten Freitag, den IO. d. M., Nach U16d0FLs0lu886U. Submission betreffend Schreinerarbeiten. Da nunmehr die Ausführung des (tzeftühls für die hiesige neue evang. Äirche in „bestem, polnischen Kiefernholz", mit eichenen Fußrahmen und deSgl. Fußbrettern beschlossen worden ist, ist es nothwendtg geworden, nochmals zu einer Submission aufzusordern. <»old- und EilbergegenstLnde, alte --- 1O./4. 21. W u. Aufn. Dokumente, vückler rc. kaust 1204] 11/2. 21. 8 u. F.-Ab. I Loui* Rothenberger, Neuenweg 22. Cervelatwurst in allerbester Qualität frisch eingetroffen bei Webaction: Ä. Scheyda. - Druck und liciiag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. vietscb) m 3>ie heutige Nummer umfaßt 6 Leiten auf Lonys Bierkeller Karten ä 70 Pfg. sind Abends an der Kaste zu haben. Gießen, den 8. Februar 1893. Der evangelische Kirchenoorstand. Dr. Naumann. I. 23.: Schwerdtfeger. Kutscher - Verband. Sonntag den 12. Februar, Abends S Uhr: I 1117| ff in in Hausarbeit erfahrenes ; Dienstmädchen per 1. Mai oder früher gesucht. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Theilnahme bei dem Hin« scheiden unserer unvergeßlichen Mutter, Schw'egermutter und Großmutter, der Maskenkränjchcn in Steins Saalbau. Der Borstand. Die Geheimkarten werden am Sonntag den 12. Februar von 11 bi« 1228] Zum 1. Mai, eo 1. April l. I. sucht eine ruhige Familie eine auS 4 bis 5 Zimmern bestehende Wohnung in der Nabe der Alicestroße. Offerten mit Preisangabe unter A 1000 an die Exped d. Bl- erbeten. 1198) Gesucht bi« 1. April Garyon- Wohnung mit zwei oder drei Zimmern. Offerten mit Preisangabe an die Exped. d. Bl- unter Nr. 1198.__________ Sonntag den 12. Februar findet von Nachmittags 5 Uhr ab [902 Carnevalistisches Concert ♦ Masken-BalL (Eintrittspreis an der Abendkaste: Damen 50 Pfg. und Herren Mk. 1.20. Im Vorverkauf sind zu haben: Damenkarten zu 30 Pfg. bei Herrn Haas, Seltersweg, Deipel, Marktplatz und Becker, Lindenplatz! Hcrrnkarten zu 1JL bei Herren Wirsig, SelterSweg, Friseur (5onrad, Mäusburg, (Gerhardt, Lindenplatz, Lehrmund, Neustadt ' r oder Laufmädchen gesucht. Wir beehren uns, zu der Donnerstag.1 - ^aflt ^ftl- Bl.__________ 0- frebruar, Abends 8‘/j Uhr, im Ver-> ^02] In unserer mechanischen Weberei emstocal (Caf6 Ebel) stattfindenden finden tüchtige«rbeiterinnendauernde Feier oon GabelSbergerS Geburtstag Beschäftigung unsere Mitglieder, Cursustheilnehmer, «ebr. Hornberger & Löhne, [nroie Freunde de« Vereins und der' 1201] Ein j «üdchen für leichte ptenosropbfe ganz ergebenst einzuladen. Hausarbeit tagsüber gesucht. 42031 Der Vorstand. Ludwigstraße 64. II. 1218) Ein j. Vernhardinerhund WM ■■ ■ ■ ■aauw» i Burger-Club. 1229] Ein junger Hund, fror« _ Zerrtet, entlaufen. Gegen Beloh. Montag den IS Februar d. I., Abends ^4 Uhr: "W* I TJJHrl KJ Suppenwürze w» elrst,;S LULLaxULUUH Carl Schwaab, Hoflttf., SelterSweg. L,ereFläschcben werden billigst nachgciüllt. B ackti schc per Pfund 20 Eduard frnckert, ,1217 Nr. 17 Neuen Bäue Nr 17. Welche edel denkende Familie würde sich bereit finden, einer ganz armen hülflosen Wittwe für deren wenige Woch'n altes Kindchen ein gebrauchtes Kinder« Wägelchen zu schenken7 Näheretz in der Exped. d- Bl.________ 1224] Stelle Gesuch. Zuoerläss. j-ing Mann mit besten Zeugn. und Einjähr-, militärfr, m. Buchhalt. u. Corresp. vertr, sucht unt. bescheid Anspr. Stellung auf । Comptoir. Vager ob. Laden. Gefl Offert, unter G. W. an die Exped d Bl- । wajuinet niiei Seidenstoffe Seiden- end Simeet-Banufe tar von M • < Ircrfind.t IS* 31. JL Cntz. ir