347 ********** IVVIIV empfieyt entiäch günstig auigenommenen T ezirkel i en-, Vierzehntags- und Monate- T den der Abonnenten überlassen, j ü von Mk. 1- m, J izirkel. * k i- monatlich erhalt der f , politischen, wissenschaftlichen 1 P Inkauf IlU1 onI,r RibUothekea fcS J gicto’*Bo*gMH,| II. Ml$ A MWiDkt, | * ““‘mmx ^e*ewH,$x :t' 2 pS5?S*-***’5 1893 M. 7. Drittes Blatt. Gießener Anzeiger General-Wnzeiger. Zlints» «nd Attzeigeblatt für bett "Kreis (Biefeen Sonntag den 8. Januar Rehaction, Expedition und Druckerei: Zchukstraße Ar.?. Fernsprecher 51. BierteljäHriger JlBouneme ntspreU r 2 Mark 20 Pfg. mit Brrngerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Mamttieuvkttter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal teigelegt. Der Kietzeuer Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme des Montags. Gratisbeilage: Gießener Aamilienökätter Boom Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorrn. 10 Uhr. Alle AnnonceN'Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach $ 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat December 1892 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen: Hafer JC. 16.10, Heu J4 9.70, Stroh JC. 5.50. Gießen, den 6. Januar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________v. Gagern.__ Bekanntmachung, betreffend die Mathildenstiftung für Oberhessen. In dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Ober- heffen sind für das Jahr 1892 --- 1150 Mark vorgesehen, welche zu wohlthätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 10. Februar l. Js. an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen zu lassen. Gießen, 6. Januar 1893. Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen, v. Gagern, Provinzial-Director. Aus dem Verwaltungsberichte der Großh. Bürgermeisterei Gießen. (Fortsetzung). Einer Anregung Gcoßh. Ministeriums des Innern und der Justiz folgend, hat man sich mit Errichtung eines Filial- Arb ei tshau ses in den Räumen des alten Arrest« Hauses und mit einem Bestand von vorläufig sechs Sträflingen unter der Maßgabe einverstanden erklärt, daß der Gehalt des zugleich als Vorarbeiter fungirenden Aufsehers ganz vom Staat getragen und von demselben außerdem pro Kopf und Tag ein Verpflegungszuschuß von 40 Pig. geleistet roirb,j wogegen die Arbeitsleistung bezw. der Arbeitsverdienst der Sträflinge ganz der Stadt zu gute kommt, welche dafür zwei angemessene Räume stellt und einrichtet und die Verköstigung, Bekleidung re. der Sträflinge übernimmt. Die neue Einrichtung ist erst am 26. November 1891 eröffnet worden, sodaß ein Unheil über deren Wirksamkeit zur Zeit noch nicht abgegeben werden kann- immerhin steht zu hoffen, daß die abschreckende Wirkung der Vermehrung und Ver- theilung der Arbeitshäuser auch für unfern Bezirk bezw. für die Stadt Gießen zur erwünschten Geltung gelangen wird. Zu den Kosten des Ortsgerichtes wurde neben der Stellung des Locales und Uebernahme der sachlichen Kosten mit Wirkung vom 1. April 1892 ab ein jährlicher Zuschuß von 360 Mk. verwilligt, nachdem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz das Großh. Amtsgericht Gießen angewiesen haue, „für die Zukunft in allen Fällen, in welchen der Großh. Bürgermeister die Uebernahme der Stelle eines Ortsgerichtsvorstehers ablehnt, dessen gutächtlichen Bericht über die anderweite Besetzung der Stelle einzuholen, wobei es dem Bürgermeister überlassen bleibt, sich mit der Stadt- verordneten-Versammlung in geeignetes Benehmen zu setzen." Die Herstellung eines neuen Namens-Verzeichnisses zum Grundbuch der Gemarkung Gießen wurde ungeachtet der noch schwebenden Parzellenvermessung vollzogen, weil — auch beim besten Willen aller Betheiligten — bis zur Ingebrauchnahme des auf Grund der Parzellenvermessung aufzustellenden neuen Grundbuches immerhin noch mindestens sechs Jahre vergehen dürften. Die Ablieferung des neuen CatasterS zur Revision ist Seitens des an Stelle des Geometers Buttron gesetzten Großh. Geometers Wißner zu Anfang 1892 erfolgt. Zur Aeußerung über die B edürfnißfrage zum AuSschank von Branntwein wurden der Stadtverord- neten-Versammlung im Ganzen 36 Gesuche vorgelegt, worunter 29 Uebergänge bestehender Wirthschaften in andere Hände - die Bedürfnißfrage wurde in 30 Fällen unbedingt, in 2 Fällen unter der Voraussetzung bejaht, daß der Gesuchsteller im Uebrigen WirthschaftSconcession erhält und in 4 Fällen verneint. Desgleichen wurde bei 7 vorgelegten Gesuchen um Erlaubmß zum Kleinhandel mit Branntwein (worunter 4 Uebergänge bestehender Verkaufsstellen in andere Hände) die Be- dürsnißfrage in 5 Fällen bejaht, in 2 Fällen verneint. Für Zwecke außerhalb der städtischen Verwaltung wurden verwilligt: 150 Mk. zu Preisen für die im October 1891 dahier veranstaltete Obstausstellung des Obstbauvereins für die Provinz Oberhessen- 100 Mk. jährlicher Beitrag dem Kunstverein für das Großherzogthum Hessen, gegen Ermäßigung des sonntägigen Eintrittsgeldes zu den hiesigen Bilderausstellungen auf 20 Pfg.- 250 Mk. Gaspreisnachlaß an den Director des „Neuen Theater" im Cas6 Leib. II. Verwallungsrecheuschaft. Die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben für die Zeit vom 1. April 1891 bis Ende März 1892 stellt sich ziffernmäßig wie folgt: Einnahme. Ausgabe. V* A. Betriebs-Rechnung. 152433.22 Rest aus vorderen Jahren 189.33 3412.47 Gebäude, vermtethet 1255 46 25845 36 Grundstücke 8278 46 113424 75 Waldungen 32574.42 42459.30 Gaswerk — 31193 41 Wasserwerk — 25358 64 Schlachthaus 10082.02 3340 - Jagden — 3219.15 Märkte 73144 27.90 Atchanstalt — 1284.— Waagaristalten 607.94 28023 30 Kirchen 29621.89 242480 Friedhöfe 3889.11 117422 Volksschule und Fortbildungsschule 7814980 26019.02 Höhere und erweiterte Mädchenschule 57109.14 189.87 Realgymnasium und Realschule 27464.71 50.— Handwerkerschule und Localgeroerbeveretn 1627.75 — Vorschule des Gymnasiums 568 46 24.80 Öffentliche Feteritchkellen 1365.72 — Denkmäler GemernnützigeZweckeaußerhalbder städtischen 1090.10 — Verwaltung 1203.60 528 64 Strahenunterhaltung 14824 70 178.02 Slratzenretntgung und Kehrichtabfuhr 28621.47 25 90 Straßenbeleuchtung 24023.06 160 50 Oeffentltche Anlagen 6809.11 9- Brunnen 5987.57 251.20 Bäche 704.17 — Canäle 5713 93 — E-uwässerungsanstalten 565.73 865 41 Filtaiaroeushaus 1642 48 449 55 Tonnenanstalt 142 96 15.- Feuer löschanstalten 2339 96 — Faseloteh Gcmarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen, 550 — — Parcellenocrmessung 2284.— 57.10 Werth- und Schadenenotz von Feldstrafen 57.10 — Vertilgung schädlicher Threre 125 35 — AiMrNpflcge 42339.42 1339 29 Versicherung der Arbeiter 3896 69 — Impfung 374 40 3676.71 Sii tätigen 3092.37 — Z oecke oes Kreises und der Provinz 59393.52 1825 37 Mtttäi zwecke 6909 82 4723 67 Vo tzet 41098 53 108- O ffentltche Sicherheit 1706 07 1620 29 Allg meine Verwaltung 53357.70 —— Pensionen 4314.89 2499 04 Schuldentilgung 38874.46 165 09 Grundzinsen und Anerkennungsgebühr — 6 - Einzugs- und Etnschretbgeld — 18446 03 Captialzinsen 165911 73 111758.39 Octrot 29081.32 3055 — Hundesteuer 261.33 57.- Anlhetl von Stempeltaxen für Wanderlager — 80 — Für die Landesunroersiiät 924 46 4968.- Fleischbeschau 5172.32 — Rettungsanstalt und Cholerabaracke Beitrag zum Einkommen des Retchsbank- 562.01 — agenten 32.65 642 13 Zusammenlegung von Grundstücken 311.56 43957 02 Ausgelrehene Capttalren 37078.92 — Reseroesond — — Betrtedscapital — 324084 77 Communalsteuern Rente der Ober hessischen Eisenbahn-Gelände- 13663.93 — Entschädigung 5761.74 985456.33 Summe der Betriebs-Rechnung B. BermSgens Rechnung. 864320.78 40711.66 Rest aus vorderen Jahren — 6684.28 Sttstungscaptlalten An- und Verkauf von Gebäuden und — 57134.04 Grundstücken 193586.84 1211020 Erbauung gemetnheitltcher Gebäude 386388 98 22877.95 Erbauung von Straßen 140767.08 — Canalbauten — — Erbauung eines Gaswerks 17509.72 — Erbauung eines Wasserwerks 25482 71 681123.03 Capttalaufnahme und Rückzahlungen 38960 67 820641.86 Summe der Vermögens-Rechnung 802696^» Hauptwie-irholung. 985456 33 Betriebs Rechnung 864320 78 820641 16 Vet mögens-Rechnung 802696 — 1806097.49 Hauptsumme 1667016 78 Die Einnahme beträgt nach der Rechnung 1806097.49 „ Ausgabe „ „ „ „ 1667" 16 78 Verglichen bleibt Überschuß 139080.71 und dte'er besteht in: 1. Baaroorrath: a) für den Betrieb b) für das Vermögen 2. Vorlaaen: a) für den Betrieb b) für das Vermögen 3. Liquidiiten Ausständen: a) für den Betrieb einschließlich 14.31 JL liqulbhte Kirchensteuer b) für das Vermögen ________________________ Summe rote oven 139080.71 Localer unö provinzieller. Gießen, 7. Januar 1893. — Ans dem Zostizdieust. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 4./5. Januar 1893 wurden beauftragt: Gerichtsassessor Georg Hörle in Alsfeld mit Wahrnehmung der Dienstoerrichtungen eines Richters am Amtsgericht Grünberg, Gerichtsassessor Ludwig (Strein in Höchst mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Richters am Amtsgericht Langen, Ge> richtsasseffor Ferdinand Frey in Dakmstadt mit Wahrnehmung der Dienftverrichtungen eines Richters am Amtsgericht Höchst, Gerichtßassessor Karl Ferdinand Römheld in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstoerrichtungen eines Richters am Amtsgericht Seligenstadt, Gerichtsasseffor Dr. Otto Sch warz in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Hilssgerichtsschreibers am Oberlandesgericht, Gerichtsassessor Dr. Karl Langsdorf in Mainz und Gerichtsassessor Ludwig August Breidenbach in Friedberg mit Wahrnehmung der Dienstoerrichtungen eines Hilfsgerichtsschreibers am Landgericht der Provinz Starkenburg, Gerichtsasseffor Adam König in Pfeddersheim mit Wahrnehmung der Dienstverrichiungen eines Hilfsgerichtsschreibers am Landgericht der Provinz Rheinhessen. — Bewahret das Feuer und Licht. Am 1. Januar d. I. kam in Büdingen ein Zl mmervrand vor, Der dadurch entstanden war, daß das Dienstmädchen sich sein Sch afoett mit einem Backstein, welcher zuvor im Ofen erh tzt wurde, erwärmen wollte. Durch den überh tz en Stein fing das Bett Feuer. Bis der Brand bemeift wurde, stand das ganze Zimmer schon in Flammen. Die Feuerwehr wurde aiarmirt. — Derselbe Fall ist auch verflossene Woche aus derselben Veranlassung in Schotten vorg-kommen, wurde aber von den Bewohnern des Hauses bemerkt und das in Ausbruch begriffene Feuer gelöscht. — Auch ist in Schotten durch allzu nahes Legen des Holzes bei und in die Kachel des Ofens ein Zimmer brand entstanden, der ebenfalls rasch beseitigt werden konnte, da die Hausfrau rechtzeitig hinzukam. — Es ist deshalb Pflicht ein s jeden Haushaltungsoorstandes, die ©einigen auf diese Fälle aufme>ksam zu machen, damit schlimmen Eventualitäten vorgebeugt wird. Die Strenge des Winters macht das Löschen eines ausgebrochenen Brandes sehr schwierig, da Löschmaschine und Schläuche alsbald einfrieren. — Der Getreidemarkt. Der deutsche Getreidemarkt hat das neue Jahr mit einer kleinen Hausse in Weizen und Roggen begrüßt, die angesichts des matten Abschlusses des aite» Jahres kaum zu erwarten stand. Bessere Meldungen vom amerikanischen Getreidemarkte und das eingetretene Frostwetter bewirkten zusammen die günstigere Wendung in den deutschen Preisnotirungen, welcher auch die Erhöhung deS geschäftlichen Umsatzes entsprach. Die hervorgetretene günstigere Tendenz für die beiden Hauptgetretdesorten ließ auch den Hafer nicht unberührt, welcher bei lebhaftem Verkehr etwas anzog. Der ansehnliche Report speciell im Roggen ist ein Zeichen, daß sich die festere Strömung auf dem Getreidemarkt erhalten zu wollen scheint, natürlich sind aber Rückschläge keineswegs ausgeschlossen. Die Preise an der Berliner Getreidebörse stellten sich für den Jahresübergang folgendermaßen: Roggen notirte von 128 Mk. bis 135 Mk. pro 1000 Kilogramm, Weizen von 144 Mk. bis 155 Mk., Hafer von 134 Mk. bis 154 Mk., Gerste von 115 Mk. bis 165 Mk. Mülheim, 2. Januar. Auf dem hiesigen Standes amte wurde heute die erste Eheschließung pro 1893 vorgenommen, und zwar war dies bei dem Bräutigam die „sechste" und bei der 119458 83 i 15039 43 134198 26 434.92 — 434.92 1241.80 2905 73 4147 53 Antwerpe .liidtunft rrtheilev 1 schnell- Fahrten. gute Qovftcg'.mg. o gigfit Preise DsL StarLüw Aothe Stern Linie L^önig. Belg. Postdampser bau Jeitgeöotenes. Jermielhungen. Lindenplatz 5, 2. St. irres Wohnungsvcrändemng Vorhandene Stempel Uues benutzt werden. Vergebung von Wagnerarbeit. Die Anfertigung und Lieferung zunächst eitles gedeckten Kehricht-; wagens soll im Wege des öffenb । lichen Angebots Montag den 23. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, vergeben werden. Zeichnung (Lichtdruck), Beschreibung und Bedingungen! liegen auf dem Stadtbauamte offen, woselbst bis zum genannten Termine Angebot und Werkzeichnung verschaffen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen stnd. Zuschlagsfrtst acht Tage. Gießen, den 6. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 341 Wohlthätigkeils-Concert Sonntag den 8. Januar 1893, Abends 7 Uhr im Saale des Gesellschastö Vereines Von heute an wohne ich in meinem Neubau M Frankfurterstraße SU. 5g Carl Haas junior. von der Becke & Mareily, Antwerpen F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. Dr. med. Hodd.es Pract. Zahnarzt. Näheres parterre 441 Liedigstraße Nr. 71 int 2. Stock ein Logis, 4 Zimmer mit Zubehör, Master Uttung und Garlenantheil, zu oermielhen StLoereS__Liedtgstraße 66, 3- _St_ 227] Der fetther von Herrn Rentner Bender bewohnte 1., Stock meines Hauses, Südanlage 15, ist durch dessen Wegzug von hier zum 1. April zu oer- miethen-__W. 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Hiller- b) Der Tod und das Mädchen von Fr. Schubert; c) Die junge Spinnerin von H. Ritter. 9) Der Sohn der Haide, Violine mit Clavier von Keler-Bela. 10. Heini von Steier, Dörpertanzweifc, für Mannerchor mit Clavier und Violine von E. S. Engelsberg. Dem Conccrt schlicht sich ein „Geselliges Beisammensein" au. Sperrsitz Mk. 2,—, Sperrsitz-Estrade Mk. 1,50, Eintrittskarte Mk. 1,— in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Rachf.) und am Concerttage im Concertlocale von 5*/a Uhr.[76 Lahnstein-Restaurant. Bei größerem Besuch Täglich Frei-Concert, welches geehrten Familien, Studenten, Militär und fremdem Verkehr zur Unterhaltung dient.65 ♦ Chemisch - analytisches 1 * l ilwaiorium ' tDr.Ällr. Gabriel: Giessen T Telephon 8 8. +____B6]____ Günstigste Zeit zum Abonnement! Schorers Familienblatt Vierteljährlich 2 «n. oder tn Heften zu 50 4 begann am 1. Januar 1893 seinen vierzehnten Ä-ürgang. Zum Abdruck kommen zunächst Momane und Novellen oon K.. kck- »tein; A. von Pertall, E. Vely, L. 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Dte Angeklagte hat, als sie wegen rückständtger Mtethe ausgesetzt werden füllte, getobt und geschimpft und bei dieser Gelegenheit unehrerbietige Aeußerungen über den dem chen «aner gethan. Trotz ihres hartnäckigen Leugnens wurde die Helgolander.n für überführt erachtet und wegen Majestätsbeleidigung zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt. Eine ganze Reihe Insulaner waren als Belastungszeugen geladen. * Spitznamen. In einem Vortrag, den kürzltch em Mitglied des Berliner Zweigvereins vom Allgemeinen deutschen Sprachverein hielt, wurden, wie die Zeitschrift des Verems mittheilt, die Witz- und Spitznamen behandelt, an denen die deutsche und englische Sprache viel reicher ist, als dte französische und italienische. Den Scharfrichter nennt man „Haupt- kassirer", den Sonettendichter „Vierzehnender . Dte Guitarre wird „Polkschinken" genannt und der Fernsprecher besitzt trotz seiner Jugend bereits eine stattliche Rethe volksthumltcher Bezeichnungen. Man nennt ihn: Plapperschlange, Plauderschnur, Sprachstrick, Meilenzunge, Sprechpost, Quasielstrippe. DermiWn. * Wien, 5. Januar. Aufsehen erregt ein heute gefälltes Urtheil des hiesigen Landesge richts. Der arbettS- lose Hilfsarbeiter Gabauer war des Verbrechens der Aufreizung angeklagt, weil er in einer Versammlung der A r b e 11 s- losen sein und seiner Familie Elend schildernd sagte, daß kein Richter Jemand verurtheilen könnte, der vom Arbeitsuchen hoffnungslos heimkehrend bas Auslagefenster eines Selcherladens zertrümmern und zur Stillung seines Hungers eine Wurst stehlen würde- demonstriren wir, sie sollen uns immerhin zusammenschießen wie Hunde, was liegt an unserem elenden Leben'" Der Regierungsvertreter sagte aus, die Schilderungen des Elends hätten auch auf ihn einen ergreifenden Eindruck gemacht. Gabauer wurde freige sprachen, da auch der Regierungsvertreter den Eindruck gewonnen hatte, daß hier die Aeußerung eines verzweifelnden hungernden Menschen vorliege, ein solcher aber seine Worte nicht aus die Goldwage lege. * Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich kürzlich zum Citeratur unft Arrrrft. — Don der beliebten iUuftrtrten Familienzeitschrift »Uni« verfnm" ist soeben da« 10. Heft des 9. Jahrganges erschienen und io reichhaltig wie alle seine Vorgänger. Besonder« ist dcS J-Hre«- wechselS gedacht, dem an erster Stelle ein stimmungsvolles Gedicht von Anton Ohorn mit einer köstlichen Vignette von H. Haase, ferner eine reizende Erzählung .Syloesterzauberei" von Gabriele Reuter, einer sehr talentvollen jungen Weimarer Schriftstellerin, gewidmet ist. Bezügliche Illustrationen sind: „Dec N-ujahr-bri.f" von E. oon Müller und „Vor dem Syloesterball" von Rens Reinicke, denen sich weitere ausgezeichnete Holzschnitte anschließen. 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