Nr 131 Erstes Blatt. Mittwoch dm 7. Juni 1883 Der •Weiter Anzeiger erscheint täglich, mit Au-nahme deS MontagS. Die Gießener Anmtrienvläller werden dem Anzeiger »dchentlich dreimal btifltlfgU Gießener Anzeiger General-Anzeiger. BieNrljähriger Avonaementsprei» r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post biogen 2 Mark 50 Pfg. Siedaction, Expedition und Druckerei: Kchnkstrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblutt für den Ttveis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienblatter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Anrtlicher Therl. Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Gonterskirchen und Ruppertsburg. Die zu Gonterskirchen und Ruppertsburg, Kreis Schotten, ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Gießen, den 5. Juni 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.___________________ Gießen, 6. Juni 1893. B etr.: Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehs. Da8 Grotzherzogliche Kreisamt Gießen OU die »rstzh. Bürgermeister eie« deS «reifes. Wir benachrichtigen Sie, daß auf der Zuchtstatton des Herrn Ernst Zimmer auf der Bingmühle bei Lauter fünf sprungfähige Vogelsberger Fasel zum Verkauf stehen und daß die Körcommission bei ihrer diesjährigen Rundreise einigen von Herrn Zimmer früher an Gemeinden verkauften Faseln die besten Zeugniffe ertheilen konnte. v. Gagern. Zur Wahlbewegung. Wohl kaum noch hat es im Deutschen Reiche seit seiner Gründung eine Wahlbewegung gegeben, welche eine solche Verwirrung unter den Wählermaffen geschaffen hatte und die in ihrem Ausgange so ungewiß gewesen wäre, wie dies von der gegenwärtigen Wahlbewegung gesagt werden muß. Obwohl bereits die kommende Woche die vorläufige Entscheidung im Wahlkampfe bringen wird, so ist deren Ausfall doch nach wie vor im höchsten Grade unsicher, es erscheinen daher alle Voraussagungen über die Ergebnisse der Reichstagswahlen als müssig. Vielleicht nur daS Eine wird man mit Bestimmtheit prophezethen dürfen, daß sich ungewöhnlich zahlreiche Stichwahlen nöthig machen werden. Hierauf weist die außerordentlich große Zahl der für die 397 Reichstagsmandate vorhandenen Candidaturen entschieden hin. Allein die Social- demokratic hat 357 Candidaten aufgestellt, die freisinnige Volkspartei tritt mit rund 100 Candidaten auf, ebenso die antisemitische Partei, die Nationalliberalen präsentiren 117 Candidaten und mindestens ebenso groß dürfte die Zahl der vom Centrum, sowie von den Conservativen aufgestellten Bewerber um einen Reichstagssitz sein, wenngleich in dieser Beziehung noch nichts Definitives bekannt ist- die freisinnige Vereinigung hat etwa 45 Candidaten nominirt. Berücksichtigt man dann noch die elsaß-lothringischen Candidaten, die Candidaten der Freiconservativen, der süddeutschen Volkspartei, der Polen und der Welfen, ferner des „Bundes der Landwirthe", und bedenkt man endlich, daß es auch eine nicht geringe Anzahl von Bewerbern um ein Reichstagsmandat gibt, die sich überhaupt nicht zu einem bestimmten wirthschaftlichen oder politischen Programm bekennen, so gelangt man zu dem Schluß, daß mindestens vier- bis fünfmal soviel Candidaten vorhanden find, als es Reichstagsmandate gibt. Diese Maffenhaftigkeit der Candidaturen wurzelt natürlich in der weitgreifenden Verwirrung und Zersplitterung unseres Parteiwesens, und letztere Erscheinung ist denn auch vielleicht der characteristischste Zug in der ganzen Wahlbewegung. Von irgendwelchen Wahlbündnissen zwischen einzelnen Parteien, wie solche früher wiederholt und zuletzt noch 1887 abgeschloffen worden sind, ist keine Rede- hier und da hat man woh! locale Abmachungen getroffen, aber im Großen und Ganzen operirr jede Partei auf eigene Faust. Daß hierdurch geschaffene Chaos im Wahltreiben wird noch durch die Zersetzung innerhalb der bisherigen Parteiverbände vermehrt, welche Erscheinung sich namentlich im Zerfall der freisinnigen Partei und weiter durch die von den Herren v. Huene und v. Schorlemer-Alft geleitete Secession im Centrum bemerklich gemacht hat. Nicht wenig zur Verwirrung und Zersplitterung der Wählermassen tragen auch die neuaufgetauchten wirthschaftlichen Jntereffengruppen bei, wie es der „Bund der Landwirthe", die Handwerkerparter und wohl noch andere Vereinigungen sind, für deren zersetzenden Einfluß auf das Parteitteiben sich manche sehr drastische Beispiele ansühren ließen. Vielleicht oder sogar wahrscheinlich würden diese zerfahrenen Verhältnisse weniger hervortreten, wenn Seitens der Reichsregierung in bestimmter Weise in die Wahlbewegung gleich von Anfang an eingegriffen worden wäre. Aber regierungsseitig hat man sich im Allgemeinen mit der Erklärung begnügt, daß für die verbündeten Regierungen der Antrag Huene die Wahlparole bilde, und dann, abgesehen von osficiösen Preßartikeln zu Gunsten der Militärvorlage, die weitere Entwickelung des Wahltreibens mit merkwürdiger Kaltblütigkeit abgewartet. Selbstverständlich wären Versuche zur unstatthaften Beeinflussung der Wähler, etwa durch die Beamten, nicht zu rechtfertigen gewesen, aber man hätte doch wohl erwarten dürfen, daß die Regierung mit den zu einer Ver- tändigung über die Militärfrage gern bereiten politischen Führern und sonstigen hervorragenden Parteipersönlichkeiten in Verbindung treten und gewisse Normen für die Wahl vereinbaren würde. Indessen nichts dergleichen ist geschehen und daher kommt es nicht zum wenigsten, daß unter den- enigen Elementen der Wählerschaft, wo unverkennbar Stimmung ür die geplante Heeresverstärkung vorhanden ist, trotz der Gemeinsamkeit des Zieles weitreichender Mangel an Einvernehmen und dementsprechend Verwirrung über Verwirrung herrscht. Als einen erfreulichen Zug in der Wahlbewegung kann man dagegen die Thatsache bezeichnen, daß sie bis jetzt einen überraschend ruhigen Verlauf genommen hat, abgesehen von localen Vorgängen. Die Leidenschaftlichkeit früherer Wahl- ! ämpfe macht sich diesmal nur hier und da geltend, im Großen und Ganzen vollzieht sich aber die Wahlbewegung bislang in ziemlich ruhigen Geleisen - ob dies auch bis zum Tage der Entscheidung so bleiben wird, ist allerdings noch fraglich, jedenfalls könnte man dies nur aufrichtig wünschen. Deutsche- Reich. Darmstadt, 5. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich gestern Nachmittag 2 Uhr 14 Mm. nach Heppenheim a. d. B. zu der 20jährigen Stiftungsfeier des Kriegervereins Heppenheim, verbunden mit einer Delegirtensitzung des Kriegerverbandes Hassia. Am Stationsgebäude in Heppenheim wurden Seine Königliche Hoheit von den Civilbehörden und dem Präsidium der Hassia empfangen. Nachdem Allerhöchstderselbe die Front der unter dem Commando des Schriftführers Wolff combinirten Ehrencompagnie abgeschritten, deren Vorbeimarsch abgenommen und sich die erschienenen Herren hatte vorstellen lassen, fand an der am Eingänge der Stadt seitens derselben errichteten Ehrenpsorte durch den Bürgermeister Höhn und die Stadtverordneten feierlicher Empfang statt, bei welcher Gelegenheit Seiner Königlichen Hoheit durch eine der Ehrenjungfrauen ein Bouquet überreicht wurde. Demnächst wurde nach einer am Postgebäude errichteten Tribüne gefahren, wo die Krieger- vereine vor Seiner Königlichen Hoheit vorbeimarschirten. Während sich die Kriegervereine demnächst auf dem Festplatze versammelten, nahmen Seine Königliche Hoheit den Thee beim Großherzoglichen KreiSrath Freiherrn v. SenarclenS-Grancy und begaben sich von hier aus nach dem Festplatze, um die Fronten der hier in Parade stehenden Kriegervereine abzuschreiten. Der Präsident der Hassia, Oberst Gerlach, brachte hierbei ein Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog, und der Bezirksoffizier, Major Freiherr v. Röder- Diersburg, ein Hoch aus Seine Majestät den Kaiser aus. Zum Schluß überreichte der Präsident des Kriegervereins Heppenheim, Hettel, Seiner Königlichen Hoheit eine Festschrift. Die Stadt war allenthalben festlich geschmückt, der Empfang seitens der Bewohner, der Kriegervereine und der zahlreich versammelten Bewohner der Umgegend ein überaus herzlicher. Mit dem um 4 Uhr 5 Min. abgehenden Zuge kehrten Seine Königliche Hoheit der Großherzog nach Kranichstein zurück. Berlin, 5. Juni. Die Wahlvorbereitungen sind nun wohl allerwärts in ihr letztes Stadium eingetreten, da es nur noch eine Woche bis zu dem bedeutungsvollen Tage hin ist, an welchem die deutschen Wähler an die Urnen berufen werden. Bis jetzt hat sich die Wahlarbeit meist innerhalb der einzelnen Parteien abgespielt, denn sie galt überwiegend der Auswahl und Aufstellung der Candidaten, ferner der strafferen Organisation der Partei-Anhänger in speciellem Hinblick auf den. Wahltag, den Besprechungen der leitenden Vorstände der einzelnen Parteien mit den Vertrauensmännern und localen Führern derselben, und was dergleichen innere Wahlvorbereitungen noch mehr sind. Nunmehr handelt es sich aber darum, daß jede Partei von ihrer dergestalt befestigten Stellung aus Vorstöße gegen die anderen Parteien unternimmt, daß sie Alles daran setzt, für ihre Candidaten gegenüber denjenigen anderer Parteien Stimmung bei den breiten Wählermaffen zu machen. Hiermit beginnt aber der eigentliche Wahlkampf, und so verhältnißmäßig ruhig sich die Wahlbewegung bislang im Allgemeinen abgespielt hat, um so lebhafter dürfte sie sich in ihrer nun angebrochenen letzten Woche gestalten. — lieber die Art und Weise, in welcher die Deckung der Kosten der auf Grund des Antrages Huene umzuarbeitenden Militärvorlage zu geschehen .hätte, herrscht noch immer einiges Dunkel. Allerdings kann man es wohl als feststehend betrachten, daß die verbündeten Regierungen auch dem neuen Reichstage die Erhöhung der Börsensteuer zur Deckung der Kosten der Heercsreform wieder Vorschlägen werden. Aber die erhöhte Börsensteuer könnte doch immer nur den kleineren Theil der jährlichen militärischen Mehrkosten decken, und da die erhöhte Brau- und Branntweinsteuer im ommenden Reichstage ebensowenig auf eine Mehrheit zu rechnen haben dürfte, wie dies schon von dem aufgelösten Parlament gelten konnte, so heißt es nach anderen Auswegen n der Deckungsfrage suchen. Offenbar hat man indessen in den Kreisen der verbündeten Regierungen noch keinen be- ilmmten Plan gefaßt, wenn auch Gerüchte über LuxuSfteuern und andere neue Steuerprojecte umgehen. Erwähnung verdient jedoch, daß nach Versicherungen von „unterrichteter Seite" der in letzter Zeit mehrfach gemachte Vorschlag der Einführung einer Reichseinkommensteuer weder bei einer oder der anderen der verbündeten Regierungen, noch auch beim Reichskanzler auf Entgegenkommen stoßen soll. Sicher ist aber jedenfalls das Eine, daß die parlamentarischen Aussichten der Militärvorlage entschieden gewinnen würden, wenn die verbündeten Regierungen baldigst mit einem wirklich populären DeckungS- prograrnrn hervortreten würden, dies erhellt genugsam schon aus den Erklärungen zahlreicher Reichstagscandidaten über ihre Stellung in der Militärfrage. — Der Bundesrath hat am Freitag seineThätigkeit wieder ausgenommen. Er berieth an diesem Tage die Vorlage, bett, die auf der internationalen Sanitätsconferenz zu Dresden am 15. April d. I. unterzeichnete Uebereinkunft- die Vorlage wurde schließlich dem Ausschüsse für Handel und Verkehr überwiesen. — Der Oberbürgermeister Dr. Baumbach von Danzig macht in seiner bekannten Affaire erneut von sich reden. Er hat jetzt die an ihn gerichtete Aufforderung der „neuen Fraction" des Herrenhauses, aus letzterer auszuscheiden, in einem Schreiben beantwortet, in welchem er sich die an ihm geübte Kritik der „neuen Fraction" anläßlich seines Zwischenfalles mit dem Botschafter Herbette deutlich genug verbittet. In dem Briefe kommt Herr Dr. Baumbach auch aus seine so berühmt gewordene Unterredung mit dem Botschafter zurück und gibt Dr. Baumbach zu, daß ihm hierbei vielleicht ein Mißverständniß passirt sein könne. Im Uebrigen erhellt aus dem Schreiben nicht hinlänglich, ob sich Herr Dr. Baumbach nun noch al- Mitglied der genannten Herrenhaussraction betrachtet wissen möchte oder nicht. Jedenfalls hat ihm aber der Zwischenfall mit Herrn Herbette bei der freisinnigen Wählerschaft des fünften Berliner Reichstagswahlkreifes, wo Dr. Baumbach bekanntlich wiederum candidirt, nichts weiter geschadet, wie der für ihn günstige Verlauf einer am Donnerstag Abend abgehaltenen großen freisinnigen Wählerversammlung des erwähnten Wahlkreises beweist. Berlin, 3. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die auf der internationalen Sanitätsconferenz zu Dresden abgeschlossene Convention, deren Hauptbestimmungen be reit« bekannt sind. Der angeschlossenen Denkschrift ist zu entnehmen, daß, als sich die Reichsregierung schon entschlossen hatte, die Einberufung einer internationalen Sanitätsconferenz anzubahnen, die österreichisch-ungarische Monarchie an sie mit derselben Frage herantrat. Die Reichsregierung erklärte sich daraufhin, nachdem sie die llebereinftimmung der Auffassungen sestgestellt hatte, gern bereit, Oesterreich-Ungarn die Initiative zu überlassen. Berlin, 3. Juni. Wie die „Nordd. Allgem. Zeitung" meldet, ist für den neugeschaffenen Botschafterposten in Washington der bisherige Gesandte in Stuttgart, v.Saurma- I eit sch, ernannt, und der bisherige Gesandte in Washington, v. Wolle den, für Stuttgart designirt worden. Berlin, 3. Juni. Die Centrumspartei in Berlin erläßt einen Wahlaufruf an die Katholiken Berlins, indem dieselben zur Betheiligung an der Wahl durch Abgabe ihrer Stimmen für den in allen sechs Wahlkreisen ausgestellten Legationsrath Kehler aufgefordert werden. Kisfingen, 3. Juni. Fürst Bismarck trifft Mitte Juli zur Kur hier ein. Nürnberg, 3. Juni. Die Königliche Bank hat für die Heßlein'schen Wechsel volle Deckung, die hiesige Vereinsbank, deren Pfandbries-Verkaufstelle die Firma Heßlein war, erleidet ebenfalls keinen Verlust. Ari-land. Pari», 3. Juni. Trotz der gegenteiligen Gerüchte kehrt der französische Gesandte in Berlin, Herbette, mit Jnstruc- tionen über die Abgrenzung der Operationen in Kamerun versehen, auf seinen Posten zurück. Arras, 3. Juni. Durch das Umfallen einer Lampe entstand in der Kirche von Gommecourt eine Feuersbrunst, wodurch dieselbe vollständig zerstört wurde. Loudon, 3. Juni. Bei Gelegenheit der 7 4. Geburtstagsfeier der Königin ist eine große Anzahl von Mit« gliedern der Presse mit hohen Auszeichnungen bedacht. Der Chefredacteur der „Daily News" wurde zum Ritter, der Besitzer der „Jlluftrated London News" zum Baronet ernannt. Neueste Ilacbsiebtem Wolff» telegraphische» Corresponden»-Bureau. Berlin, 5. Juni. Bei der gestrigen Weihe der Himmelfahrtskirche zog der Kaiser den Oberbürgermeister Zelle in ein längeres Gespräch und sprach den Wunsch aus, daß in der Peripherie Berlins statt großer Miethskasernen mehr landhausartige Bauten aufgeführt werden möchten, da er erstaunt gewesen sei über das Anwachsen der Straßen im Norden der Stadt und sich ihm die Frage aus- gedrängt habe, ob das Weichbild der Stadt noch Platz zu weiterem Anwachsen biete. Depeschen oe» Bureau „^ctoIO*. Berlin, 5. Juni. Dem Herrenhaus ist ein Gesetzentwurf zugegangen betreffend die Abänderung des § 211 des allgemeinen Be rggesetzes vom Jahre 1865. Berlin, 5. Juni. Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, will der technische Ausschuß des Vereins 'zur Förderung des Gewerbefleißes den Reichskanzler ersuchen, von einer Preis - vertheilung an die deutschen Aussteller in Chicago abzusehen und dafür Sachverständige zur Berichterstattung über die von den deutschen Ausstellern vertretenen Gewerbezweige zu ernennen. Rottenburg, 5. Juni. Bischof Hefele, ein bedeutender Kirchenhistoriker, ist heute Vormittag gestorben. München, 5. Juni. Vom Jnfanterie-Leibregiment sind an Influenza und typhösen Erscheinungen zur Zeit 4 00 Mann erkrankt. Die gesunde Mannschaft bezieht morgen die Zeugremisen auf Oberwiesenfeld. München, 5. Juni. Nach den neuesten Nachrichten dürfte auch der neue Landtag über die Verwendung reicher Ueberschüsse zu beschließen haben, für den nicht wahrscheinlichen Fall, daß die Kosten einer neuen Militärvorlage auf die Marricularbeiträge übergestellt würden. München, 5. Juni. Das Staatsministerium des Innern legt dem nächsten Landtag einen Gesetzentwurf vor zur Beschränkung der gewerbsmäßigen Güter-Zer- splitterung. Genua, 6. Juni. Der Dampfer „Kaiser Wilhelm" Ist wieder flott geworden. London, 6. Juni. Einer Meldung des „Standard" aus Kopenhagen zufolge ist daselbst nichts bekannt über die beabsichtigte dortige Zusammenkunft Kaiser Wilhelms und des Zaren. CocaUs und provinzielles. Siebe», 6. Juni 1893. ♦ * Provinzialausschub Sitzung. Samötag den 10. Juni l. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regieruugs- gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberheffen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch des L. Muhl zu Großen-Linden um Erlaubniß zum Betrieb einer Sckankwirth- schäft. 2. Recurs der H. L. Stern Wittwe zu Alsfeld gegen einen Polizeibefehl deS Großherzoglichen Kreisamts Alsfeld wegen Beseitigung gesundheitsschädlicher Mißstände,- hier Beschwerde wegen der Kosten. 3. Antrag der Gemeinde Wölfersheim aus Enteignung der Hofraithe des Krd. Klee und Ehr. Dauernheim von da behufs Verbreiterung der Ortsdurchfahrthier Antrag auf AuSspruch der Enteignung. 4. Reclamation gegen die Beigeordnetenwahl zu Laubach- hier Recurs des Reclamatanten Rudolf Ritter gegen die Kostenfestsetzung. 5. Beanstandung der Beigeordnetenwahl zu Holzhausen v. d. H. 6. Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Vilbel. 7. Gelände-Erwerb für die Nebenbahn Grünbcrg-Londorf - hier Vertheilung der Kosten auf die interessirten Gemeinden. * ♦ Bon der Universität. Der ordentliche Professor an der juristischen Facultät der Landes-Universität, Herr Dr. Rehm, hat einen Ruf an die Universität Erlangen erhalten und angenommen. * ♦ Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 8. Juni 1893, Nachmittags 4 Uhr pünktlich: 1. Gesuch der Frau Commerzienrath Noll Wittwe um Erlaubniß zur Herrichtung einer Vorrichtung zum Waffer- schöpfen in der Wieseck. 2. Gesuch des H. Schmoll LEI. um Bauerlaubntß für die Grunbergerstraße. 3. Gesuch des Buchhändlers Otto Roth um Erlaubniß zum Bauen an der Marburgerstraße. 4. DeSgl. deS H. Winn zum Bauen an dem Aulweg. 5. Den Ausbau der Gartenstraße. 6. Erbauung von Marktlauben. 7. Den WirthschastSplan über die Waldungen der Stadt Gießen für 1894/95. •* Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu vom 6. Juni 1893. Heute wurden unter Vorsitz des Großh. LandgerichtSrathS Dr. Schäfer die Schwurgerichtssitzungen für das zweite Quartal eröffnet. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Johannes Geiß von Hain-Gründau wegen Meineids und Körperverletzung. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Element, vertheidigt wurde der Angeklagte von dem Großh. GerichtS-Accessisten Glässing als Stellvertreter de» Rechtsanwalts Dr. Gutfleisch. Als Geschworene wurden auSgeloost die Herren: Wilhelm Hanstein, Gemeinderechner Greb, Philipp Hofmann VI., Erich Wafferschleben, Philipp Amendt III., Wilhelm AlthauS, Ludwig Hanner, Louis Möller II., Heinrich Ramspeck II., Heinrich Schudt II., Wilhelm Zehner und Jacob Appel II. — Der Taglöhner Johannes Geiß von Hain-Gründau ist angeklagt, daß er am 21. Mai 1892 zu Hain Gründau mehrere Burschen von Mittel-Gründau, insbesondere den Gabriel Pfannmüller von da, mit Mehreren gemeinschaftlich mittels eines hinterlistigen UeberfallS und eines Prügels vorsätzlich körperlich mißhandelt und am 19. Dezember 1892 zu Büdingen an dem dortigen Schöffengericht den vor seiner Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Am 21. Mai 1892 zwischen 10 und 11 Uhr wurde eine Anzahl Burschen von Mittel-Gründau, als sie auf dem Heimwege von Hain-Gründau nach Minel- Gründau sich befanden, von dem Johannes Geiß und dem Johannes Brill von Hain-Gründau, die die That vorher Der- abredet und zu ihrer Ausführung hinter einer Hecke sich ver- borgen hatten, unvermuthet überfallen und mit dicken Prügeln geschlagen. Der Verdacht lenkte sich auf den Johannes Brill und auf den Wilhelm DöngeS von Hain-Gründau. Letzterer hatte den Brill und Geiß bis hinter die Hecke begleitet und mit Geiß die Kopfbedeckung zu dem Zwecke vertauscht, damit sie weniger leicht erkenntlich seien, sich aber an der Schlägerei nicht betheiligt. Gegen Brill und DöngeS wurde nach voraus- gegangenem Ermittelungsverfahren die Anklage wegen Körperverletzung erhoben und über dieselbe in der Sitzung des Großh. Schöffengerichts Büdingen am 19. September 1892 verhandelt. In dieser Sitzung wurden die von Herrn Rechtsanwalt Kraft verbeistandeten Angeklagten Brill und Dönges zu Gefängnißstrafen von vier bezw. zwei Wochen verurtheilt. Dieses Urtheil wurde Seitens der Staatsanwaltschaft und des Verurtheilten DöngeS angefochten. Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist noch nicht erfolgt. Johannes Geiß war von dem Vertheidiger deS Brill und Dönges unmittelbar geladen, in der vorerwähnten Schöffengerichtssitzung als Zeuge vernommen, vor seiner Vernehmung beeidigt und während seiner Vernehmung unter Hinweis auf den § 54 der Strafprozeßordnung von dem Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht worden, daß er die Auskunft auf solche Fragen verweigern dürfe, deren Beantwortung ihm selbst die Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung zuziehen würde. Er sagte nun unter Eid aus, er sei an dem fraglichen Abend — 21. Mai 1892 — in der Wohnung des Christian Wolf in Hain- Gründau gewesen, wohin die beiden Angeklagten Brill und Dösiges auch gekommen wären. Nach dem Zehn-Uhr-Blasen habe er mit denselben das Haus verlassen, um nach Hause zu gehen. Unterwegs hätten sie sich noch aufgehalten und dann sei Dönges am Heimweg nach seiner Wohnung ^gegangen. Brill habe ihn später verlassen und sei in seinen Hof gegangen. Unterwegs um 1jlA. 1 Uhr hätten sie noch beisammen gestanden, die Zeit habe er nach der Uhr nicht controlirt. Auf Anfragen und nach Belehrung über das ihm nach § 54 der Strafprozeßordnung zustehende Recht gab er weiter an, er sei nicht bei der Schlägerei betheiligt gewesen und habe auch nicht gehört, daß die Angeklagten Brill und DöngeS die fragliche Schlägerei beabsichtigt gehabt hätten. Im Gegensatz zu dieser Aussage spielte sich die Sache nach dem glaubhaften durch die Angaben der übrigen Zeugen wesentlich unterstützten Geständnisse der Angeklagten folgendermaßen ab: Gegen i/zll) Uhr kamen Brill und Dönges zu Wolf und machten dem Geiß den Vorschlag, die Mittel- Gründauer Burschen durchzuhauen, womit Geiß sofort einverstanden war. Jeder versah sich mit einem Prügel, Geiß und DöngeS vertauschten die Kopfbedeckung und versteckten sich dann hinter der Hecke, an der die Mittel-Gründauer Burschen vorbei mußten. Als dieselben die Hecke passirten, sprangen sie hinter derselben hervor nnd Geiß sowie Brill schlugen mit ihren Prügeln auf die Mittel-Gründauer ein, unbekümmert darum, wen und wohin sie trafen. Nach der Schlägerei gingen Brill und Geiß nach Hain-Gründau zurück, wobei sie mit Dönges wieder zusammentrasen, von dem Geiß seine Kopfbedeckung wieder eintauschte. Nachdem die Geschworenen (Obmann: Herr Erich Wasserschleben) die ihnen vorgelegten Schuldftagen bezüglich der Körperverletzung und des Meineids nebst der zu letzteren gestellten Nebenfrage aus § 157 des Strafgesetzbuchs bejaht hatten, erfolgte Verurtheilung des Angeklagten in eine Gesammtgefängnißstrafe von einem Jahre und acht Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft. *♦ Wühler Versammlung. Die erste der aus Anlaß der bevorstehenden ReichStagswahl für Gießen in Aussicht genommenen Wähler-Versammlungen hatten die Socialdemokraten auf gestern Abend einberufen. ES war vorauSzuseh-n, daß das Auftreten des Herrn Liebknecht in dieser Versammlung eine große Zuhvrerschaar herbeiführen würde, und so war beim schon eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung der Leib'sche Saal bis auf den letzten Platz besetzt, so daß später Kommende wieder umkehren mußten. Herr Liebknecht, von der Versammlung stürmisch begrüßt, ver- breitete sich in ber zweistündigen Rede eingehend über daS die bevorstehenden ReichStagSwahlen behandelnde Thema. Indem er zunächst auf die Entstehung der Militärvorlage ein- ging, bezeichnete er eS als eine Nothwendigkeit, daß daS deutsche Volk, dessen Vertretung im Reichstage übrigens eine einseitige, die Besitzlosen majorifireude sei, entschieden gegen eine weitere Belastung, wie sie die Militärvorlage mit sich bringe, protestire. Die Angst vor den Wählern habe die Mehrheit der ReichStagSvertreter verhindert, sofort nach der ersten Vorlage über dieselbe zu entscheiden. Die von Richter, Hitze, Bachem im Reichstage berührte Frage über den ZukunstS- staat bezeichnete Redner als eine Narrenftage, er ging indeß doch näher, als dies bis jetzt von irgend einem Abgeordneten seiner Partei geschehen, auf daS ein, was die Socialdemo- kratie von der Zukunft erwarte, waS sie für daS Heil ber Menschheit hält. Der weiteren Belastung beS Volkes burch ben Militarismus könne nur burch Uebergang zum Milizsystem nach schweizerischem Muster vorgebeugt, damit aber auch eine größere Garantie für Erhaltung deS Friedens gegeben werden, denn ein Volk in Waffen greife Niemand an, für einen Angriffskrieg aber sei ein VolkSheer nicht da. Der heutige Militarismus verschulde die schlechten Erwerb»Verhältnisse, er führe Deutschland zum Bankerott. — Auf die Politik des Reichskanzlers Caprivi, die er als eine Politik ber Ehrlichkeit bezeichnete, übergehenb, bewerbe Herr Liebknecht, baß ein Krieg nach zwei Fronten, mit dessen Möglichkeit ja die Militärvorlage rechne, nicht kommen werde. Frankreich fei allein ein gefährlicherer Gegner, al» in Gemeinschaft mit Rußland, dessen Interessen ganz andere seien als d,e Frankreichs, Rußland sei nicht» al» em Stein, ber Frankreich mit in bie Tiefe ziehe. Rußland gehe darauf auS, Mitteleuropa zu zerschmettern, um in den Besitz von Konstantinopel zu kommen, eS habe kein Interesse an dem Bestände Frankreichs, übrigen» sei seine Armee nicht nur nicht stärker al» bie DeutschlanbS, sonbern in Bezug auf Qualität gleich Null. Deutschland könne innerhalb wenigen Tagen seine Armee an einen Punkt bringen, in Rußlanb vergingen Monate, ehe eS nur 100,000 Mann conccntrire. Die angebliche Allianz RußlanbS mit Frankreich habe ein mächtiges Gegengewicht in England, daS sofort mit einer Kriegserklärung kommen würde, wenn eS Rußland wagen sollte, in Gemeinschaft mit Frankreich Deutschland anzugreifen. Deutschland wie Oesterreich hätten seit Langem eine Waffe in Bereitschaft, die sofort hervorgeholt würde, wenn Rußland an greife, dies sei bie Jniurrection Polens. Im Falle eines Krieges würbe Englanb bie französische Küste blokiren, bie Zufuhr von NahrunxSmitteln ab- schneiben unb bamit burch Hunger Frankreich auf bie Kniee bringen, ehe nur ein Schuß gefallen. Frankreich denke auch gar nicht an den Krieg, eS leide ebenso schwer unter ber Last ber Rüstung als Deutschland!. Herr Liebknecht folgerte auS bem sehr ausführlich bargelegten Stande ber europäischen Politik, daß die Militärvorlage durch nichts begründet sei. Sie berge aber eine Gefahr für daS Volk in sich, denn alle Diejenigen, die hinter ihr ständen, seien Feinde deS allgemeinen und gleichen Stimmrechts. In Deutschland müsse aber daS allgemeine und gleiche Stimmrecht unb, wie in Amerika, in bet Schweiz rc., bie Souveränität beS Volkes hochgehalten werden. Herr Liebknecht richtete sich nun gegen ben Antisemitismus. Wie ungerecht es sei, bie Juben für baS Zurückgehen deS Bürger- unb BauernstanbeS verantwortlich zu machen, baS zeige ein Blick auf Englanb. Dort fei ein Rothschild gleich einer Null unb trotzdem sei in keinem Lande das Capital mehr conccntrirt als in England, der Mittelstand sei fast ganz verschwunden. Auch an dem Zurückgeben deS amerikanischen FarmerthumS seien die Juden nicht schuld, von ben 36 Milliarden Mark, mit dem der Besitz der amerikanischen Farmer belastet sei, rühre nicht ein »Dollar von Juden her, bart seien bie Wucherer die christlich germanischen.Agrarier. Es solle deshalb nicht gegen die Juden, sondern gegen ben CopitaliSmus der Kampf geführt werden. Die Gaiantic für eine befriedigende Umgestaltung der heutigen socialen Verhältnisse läge allerdings in der Erhaltung deS Großkapitals, eS müsse aber dafür gesorgt werden, daß dasselbe in gleichem Maße allen zu Gute käme- besonders für bie Landwirthschaft fei der Kleinbetrieb, daS Kleincapital ohne Werth. wollte man die gesammte Landwirthschaft Deutschlands in Kleinbetriebe theilen, so würde deren Production noch nicht hinreichen, auch nur 20,000,000 Menschen zu ernähren. Der CapitaliSmuS, der keinen Unterschied zwischen Christen und Juden kenne, würde auch den Kleinbürger- und ftteinbauernftanb vernichten, deshalb sollten sich die Kleinbauern von den Antisemiten ab und der Socialbemokratie zuwenden, denn nur in der socialistischen Gesellschaft werde Freiheit und Wohlstand zu finden sein. Die Rede, ab unb zu von anwesenden Gegnern durch Zwischenrufe, von ben Anhängern ber Socialbemokratie burch Bravos unterbrochen, gipfelte in ber Auf- forberung Liebknechts an bieWähler,am Wahltage seinem Freunbe und altbewährten Parteigenossen Drbig ihre Stimmen zu geben. — Nach der hier nur kurz skizzirten Rede Liebknechts forderte Herr Drbig etwa erschienene Gegner auf, sich zum Worte zu melden. Als dies nicht geschah, erstattete Herr Orbig kurzen Bericht über die Ergebnisse der bisher an verschiedenen Orten des Wahlkreise- abgehaltenen Versammlungen; er conftatirte, daß sich allenthalben eine Wenbm g zu Gunsten der Socialdemokratie vollzogen habe- überall sei er freudig empfangen worden, selbst da, wo man früher der Sache feind- lich gegenüberftanb. Er gab der Hoffnung Ausdruck, baß in nicht zu ferner Zeit ber Wahlkreis der Socialbemokratie zufallen werbe- es werde auch da Licht werden, wo durch den Antisemitismus eine Verrohung herbeigeführt worden sei. — Herr Katzenstein wendete sich an die ebenfalls zahlreich er schienene geistige Arbeiterschaft - nicht geistige unb Handarbeit stünden in Gegensatz zu einander, beide würden vom Capital nicht nur auSgenützt, sondern auch entwürdigt- in England gehe die geistige Arbeit Hand in Hand mit der Handarbeit. Künstler, Ingenieure, Lehrer, besonder- die Volk-schullehrer, Studenten, alle geistig thätigen Personen müßten Socialtsten werden, denn der SocialiSmuS biete allein Gewähr dafür, daß für alle Arbeiter, geistige wie Handarbeiter, befriedigende Verhältnisse geschaffen würden. — Herr Krämer erklärte, er wolle heute einem in der Versammlung anwesenden politischen Gegner Ausklärung geben über einen gegen bie Socialbemokratie in einer auswärtigen Versammlung erhobenen Vorwurf in Betreff der Attentate von 1878, die man ber Socialbemokratie an bie Rockschöße hängen wolle. Nachdem Herr Strömer den erhobenen Vorwurf zurückgewiesen, forderte er ben Gegner auf, seine vorwürfe hier zu begrünben. Da sowohl auf diese, wie auf die nachfolgende Aufforderung de- Herrn Orbig Gegner sich nicht meldeten, schloß letzterer mit einem Hoch auf bie internationale Socialbemokratie bie Versammlung, an diese noch bie Aufforberung richtend, am 15. Juni Mann für Mann ihre Stimmen einem Social- bemofraten zu geben. * Wählet Bersammlunqe». Da- freisinnige WahlcomitS hatte Wählerversammlungen einberufen auf Dam-tag den 3. I. MtS. AbenbS 8 Uhr nach Gebern unb auf Sonntag ben 4. l. MtS. 3 Uhr nach Nidba und 8 Uhr nach Drtenberg. In Gedern entwickelte Herr Rechtsanwalt Dr. Jung von Gießen da- Programm der freifinnigen Partei, wahrend in Vtq[«Ä bMie 1* P°lllik btr! 77- Ä*'«> j« St«n, ber l‘“^«nt. 7-' »us, mit ' 7o7««tinofebS’i» ’75r,n!W t"1’' ' attet als die vd a W gleich NM :ine Arviee mi onöte, ehe * *•«! teJ °W I Sevgkwicht in rtnB ?n 8 ®it di-S fri 6k^(b,W‘"1 »«bi 6n ?7utr,ai»” .oenso chwer unter b urch md|ts bejtünbet fei. ± btä angenteinett 7lnb M' «btt ha8 aOqt: 1 ®olte8 hochgehalten werden. 9J?en den Antisemitismus. ’ >ur das Zuriickgehen des lnttvortlich zu machen, W ort sei em Rothschild gleit kemem Lande das Capita, d, der Mittelstand sei s°s, m Zuriickgehen des amerif.- Juben nicht schuld, von 5er Besitz der amerikaM ein «Dollar von Judr jer, istlich gemanischen.Sc.^iec. ! Juden, sondern W den t werden. Die feniit sür der heutigen socialen Perhält« loltung des GrotzcaMs, eS n, daß dasselbe in gltii/tm nderS für bit Fa/Mtthschast 'ital ofyitWmf); wollte man cutschlands in Kleinbetriebe cnätytn. Dn ^aMlirmS, Christen und Juden kenne, und Kleinbauernstand ver- die Kleinbauern von den Mrnokratie zuwenden, denn ieüschaft werde Freiheit und )tc Rede, ab und zu von an- mrufe, von den Anhängern der iterbrochen, gipfelte in der Aus- er,amWahltageseinem Freunde 2rbig ihreStimmnzugeben. ^tenSHtbtlW«* f<**‘ E-M-4 «fSS A erftattete Hm ON e iet dicht an wW»™ WH -AM >«, » °° A,wd 'f’SFta §a*btil' bet«*6 *.L ©ocialiflt” t we””ü&t dach, 5 biltl 7,l,jtlt btftitbiJ1"51 .-«“’Stn P»l*" -iu-"S°S'" 8«*“1 •ff&SX. fi&S'j; * “SS* *• Ms en- berufe«’,tt I *tl6$ den beiden anderen Versammlungen als Redner der Candidat Herr Landrichter Dove von Frankfurt a. M. und Herr RechtSanwalt Dr. Jung von Gießen austraten. Zu sämmtlichen Versammlungen waren auch die Bewohner der umliegenden Orte zahlreich erschienen und wurden die Ausführungen der freisinnigen Redner in sämmtlichen Versammlungen mit den lebhaftesten Beifallßbezeugungen ausgenommen. ** Regen. In vergangener Nacht hat es ziemlich anhaltend geregnet, so daß stellenweise eine Erweichung des Bodens eingetreten ist. Den Sommerstüchten und dem Gemüse dürfte dieser Regen recht zuträglich gewesen sein. ** Eine Frau an der Grünbergerstraße befand sich gestern Abend in derartig angetrunkenem Zustande, daß dieselbe vermittels Karren nach Hause gebracht werden mußte. ** Fechtverein „Waisenschuh". Der hessische Fechtverein „Waisenschutz", besten Zweck die Unterbringung, Pflege und Erziehung armer Waisen im Großherzogthum Hessen und dessen Hauptsitz Mainz ist, har nunmehr auch hier einen Verband gegründet. Verbände bestehen bereits in den größeren Orten und Städten des Großherzogrhums und die Mitgliederzahl nimmt erfreulich zu. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 60 Pfg. pro Jahr. Das hiesige Vereinslocal befindet sich im „Deutschen Hof", Neuenweg. In der am 28. Mat in Mainz abgehaltenen ersten Landesversammlung wurde Bericht über das Kastenwesen erstattet- demnach betrugen die Einnahmen der Oberfechterei vom 20. Juni 1892 bis 20. Mai 1893 708,18 Mark, das Gesammtvermögen 2112,31 Mark. Zur Förderung der Vereinszwecke ist eine Verloosung von Gold- und Silberwaaren in Aussicht genommen. ** Anträge auf Beurlaubung von Soldaten zur Disposition nach zweijähriger Dienstzeit sind bis zum 15. Juni bei der Bürgermeisterei des Gesuchsstellers vorzubringen. Später vorgebrachte Gesuche, sowie solche, welche bei den Truppen- c-btheilungen direct eingereicht werden, finden keine Berücksichtigung. ** Gegen die Zigeunerplage. Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg beschloß, die Aufmerksamkeit der Regierung auf die immer größere und namentlich auf dem Lande fühlbare Plage derZigeuner und anderen vaga- bondirenden Gesindels zu richten, damit womöglich hier mehr als bisher geschehe. ** Gewichtsgrenze für einfache Briefe. Auf Antrag des Herrn Karl Bla rke in Barmen wurde in der Hauptversammlung vom 5. Mai der Vorstand des Schutzvereins der Papierindustrie beauftragt, eine Eingabe an den Bundesrath zu richten, worin um Erhöhung der Gewichtsgrenze für einfache Briese auf 20 g im Weltpostverein oder in Deutschland und Oesterreich gebeten wird. Das Leipziger „Export-Journal", welchem diese Mittheilung entnommen ist, empfiehlt ein gleichartiges Vorgehen anderer Vereine. Bei der Wichtigkeit der angestrebten Verkehrserleichterung für die gesammte Geschäftswelt sollten diese Anregungen nicht unbeachtet gelassen werden. Auch die Einführung des Portos von 5 Pfg. für Drucksachen von 50—100 g gelangte erst nach fortgesetzten Eingaben und Bemühungen zur Annahme. Diese Bestrebungen sollten weiter nachgeahmt werden. -t-. Daubringen, 6. Juni. Gestern Abend fand dahier eine von dem freisinnigen Wahlcomite einberufene allgemeine Wählerversammlung statt. Dieselbe war von Wählern verschiedener Parteien gut besucht, und entwickelte Rechtsanwalt Metz von Gießen das Programm der freisinnigen Partei unter gleichzeitiger Beleuchtung der Wahlaufrufe der anderen Candidaten des Wahlkreises. Die gesammten Ausführungen des Redners wurden von sämmtlichen Anwesenden beifällig ausgenommen, nur als sich Redner mit dem Programm des socialdemokratischen Candidaten befaßte, wurde vereinzelt Widerspruch erhoben. Nach Beendigung seines Vortrags wurden an Rechtsanwalt Metz von einem anscheinend der antisemitischen Richtung angehörenden Wähler und sodann von Anhängern des socialdemokratischen Candidaten mehrere Anfragen gerichtet und beantwortet, worauf schließlich ein Wähler aus Daubringen die Bemerkung machte, daß er den Ausführungen des Redners, daß Herr Böckel die Juden unter Fremdenrechte stellen wolle, nicht ganz beistimmen könne, Herr Böckel wolle vielmehr den Juden die Geschäfte verderben und sie selbst machen, eine Aeußerung, die von dem jubelnden Beifall der ganzen Versammlung begleitet wurde. Unsere Landbevölkerung sieht immer mehr ein, daß sie sich vor drei Jahren durch die so geschickt betriebene antisemitsche Agitation auf falsche Wege hat leiten lasten. Schotten, 5. Juni. Die am 31. Mai in Büdingen stattgehabte Generalversammlung des Vogelsberger Höhen- Clubs war nicht so zahlreich besucht wie die früheren- es waren vertreten: Büdingen, Gedern, Gießen, Grebenhain, Hirzenhain, Ortenberg und Schotten. Nach Erstattung des Jahresberichts durch den Vorsitzenden des Clubs, Herrn Oberförster Diefenbach-Schotten, wurde in die Berathung der Anträge eingetreten und u. A. für AuSbesterung des alten Taufstein- gerüsteS 160 Mk., sowie dem Zweigverein Gedern ein Zuschuß von 50 Mk. zur Erbauung eines Aussichtstempels auf der Schönau bewilligt. Es wurde ferner die Wegbezeichnung durch Farben und das Anbringen von Orientirungstafeln zunächst auf dem Taufsteingerüst in Aussicht genommen und bezüglich der Rundfahrkarten auf den oberhessischen Bahnen empfohlen, diese Einrichtung in den Localblättern und Fahrplanbüchern nochmals bekannt zu geben, da bei nicht steigender Frequenz die Direction diese Erleichterung des Besuches des Vogelsbergs wieder eingehen lasten will. Als Ort für den diesjährigen Herbstausflug ist, wenn sich kein anderer Zweigverein zur Uebernahme meldet, Schotten und für die nächstjährige Generalversammlung Ortenberg vorgesehen. Die seitherigen Mitglieder des Central-Ausschusses, die Herren Oberförster Diefenbach, Oberamtsrichter Fresenius, Apotheker Scriba, Rechner Glock H., Amtsrichter Rispel und Districts- | tinnehmer Reitzel, wurden auf drei Jahre wiedergewählt. Von 2 Uhr ab vereinigte ein gemeinschaftliches Mittagessen die Festtheilnehmer im Büdinger Rathhaus, wobei' Herr Forst- inspector Leo-Büdingen auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig, den erhabenen Prorector des Clubs, toastete. Das im Fürstenhof in Aussicht genommene Concert, welches wegen ungünstiger Witterung ebenfalls im RathhauS stattfand und an dem sich auch ein reicher Damenstor von Büdingen, Nidda, Schotten?c. beseitigte, verlief in heiterster Stimmung und haben die ausgezeichneten Leistungen des Musikvereins „Euterpe" von Gelnhausen nicht wenig dazu beigetragen. W. AuS der Welterau, 4. Juni. (Der Antisemitismus und seine Wahlarbeit in Oberhessen.) Besonders schön wird die Versammlung in Echzell am 23. Mai d. I. geschildert- auf der einen (nationalliberalen) Seite nur Bauernfängerei, Herumverleiern der Rede des Herrn Meinert, schwache, nüchterne Versuche des Herrn Rechtsanwaltes Dr. Fuchs (soll wohl Fuhr heißen)- auf der anderen (antisemitischen) Seite geht Herr Redacteur Georg mit dem „Bunde der Landwirthe" scharf ins Gericht (Wer lacht da!), es hagelt nur so auf die Häupter des Bundes (Au! eigen Lob stinkt)- ein schwaches Hoch auf Herrn Meinert, ein desto kräftigeres auf Herrn Köhler (Wers nicht glaubt, zahlt einen Thaler!) Abends ist noch einmal öffentltche Volksversammlung im Herzberger'schen Saale, hunderte waren drinnen, hunderte mußten im Freien stehen. (Also gedruckt im „Reichsherold" Nr. 611 vom 30. Mai d. I.). Da plötzlich ein erneutes Hereinfluthen der Menschenmenge (NB! obgleich schon längst Niemand mehr hineinkonnte), donnerndes Hochrufen, Mützen werden geschwenkt — Dr. Böckel betritt den Saal. Was mag sich der selige Münchhausen kränken, daß er vom „Reichsherold" so übertrumpft wird. Noch eine andere Leistung des Herrn Georg bedarf der Erwähnung. Im „Reichsherold" Nr. 611 steht gedruckt: „Mit den Worten: Der Bund der ostpreußischen Junker und Großgrundbesitzer verdankt seine Entstehung Berlin und von Berlin ist noch selten etwas gekommen, was demHessenlande zumHeil gereicht hätte, schloß Herr Georg seine Gegenrede, der brausende BravoS folgten." Mit den brausenden Bravos war es sehr bescheiden, aber der Herr rechnete sich auch das Gelächter a'-s Bravos, welches von vielen Seiten über seine grotteske Leistung ausbrach. Sich selbst hat er aber mit den Worten gerichtet: |oon Berlin ist noch selten etwas gekommen, was dem Hessenland zum Heil gereicht hätte. „Weiß der Mann nichts Besseres zu schwätzen! sagten die Leute — und jetzt, da der „Retchsherold" gratis in die Wirthshäuser geliefert wird, können sie die Weisheit auch noch gedruckt lesen. Stammen Kaiser Wilhelm, Kaiser Friedrich und andere Männer ersten Ranges nicht aus Berlin! Hat der Mann so wenig Anstand im Leibe, daß er uns solche bedauerliche Ausdrücke als retchsheroldische Weisheit vorzu- setzen wagt! Sie mögen den Herrn Böckel als alleinseligmachenden Bauernheiland preisen, wenn sie Lust haben- soviel Verstand besitzen wir Bauern aber auch noch, daß wir wissen und beurtheilen können: Marburger Lobhudeleien nehmen sich neben Berliner Männern ersten Ranges recht erbärmlich aus." In Nr. 611 des „Reichsheroldes" ist von Bauernfängerei, Bauernfängeroersammlung, Bauernfang, nichts als Bauernfang die Rede. Bei uns ist es mit der Bauernfängerei vorüber — nämlich für den „Reichsherold" und Consorten. Diese ewigen Schimpfereien des Blattes, das Herabwürdtgen verdienstvoller Männer, das Besudeln alles dessen, was nicht antisemitisch ist, öffnet auch dem einfachsten Dorfbewohner schließlich die Augen. „Wir Deutschen — sagte der Nachbar, welcher den „Reichsherold" brachte — sind doch eine jämmerliche Nation - andere Völker würden ihre Helden und Führer wie Kaiser Wilhelm, Kaiser Friedrich, Bismarck, Roon, Moltke und wje sie alle heißen mögen, mit steter Hochachtung und Verehrung nenn n und im Gedächtnisse behalten. Wehe dem, der es wagte, solche Männer ersten Ranges zu verunglimpfen. Was geschieht aber bei uns? Es ist traurig, eine Antwort darauf geben zu müssen, in den meisten Fällen ist die richtige Antwort: Wir Deutschen sind gar nicht werth, solche Männer zu be» sitzen! Leute, die diesen nicht an die Kniee reichen, spielen sich als Herren auf und lassen sich belobhudeln, daß es riecht von Marburg bis Michelstadt im Odenwald. In unserem vorigen Artikel haben wir ausdrücklich gesagt: Herr Dr. Böckel hat sich auch schon Verdienste erworben. Dasselbe kann man von den Socialdemokraten, vom rothesten Republikaner bis zum verstocktesten Junker sagen. Auch die Juden, die Heiden und Türken haben ihre Verdienste. Wahres Verdienst ist bescheiden, es dringt von selber durch und braucht sich nicht beweihräuchern zu lassen. Das Belobhudeln erfüllt unsere Landleute mit Ekel und Widerwillen und ist ein guter Bundesgenosse gegen die antisemitischen Nichtbauernfänger. Auch Witze sucht der „Reichsherold" in Nr. 611 zu machen- er schreibt: Bauernfang und nichts als Bauernfang! Der von der Wahl 1890 her noch nicht gänzlich aus dem Gedächtnisse geschwundene nationalliberale Reichstagscandidat Schlenke, erläßt in einem unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheinenden „Gießener Wurstblältchen" folgenden Ukas: (folgt die Aufforderung des Herrn Schlenke vom 16. Mai l. Js.). Diese schöne Ausführung zeigt, daß der „Ukas" dem „Reichsherold" ein Bischen unverdaulich im Magen liegt. Wir glauben eS gerne, denn der „Ukas" war von guter Wirkung, der Erfolg wird es zeigen. „Nicht gänzlich aus dem Gedächtnisse geschwunden" macht sich ganz gut." „Gießener Wurstblättchen" ist auch gut — mitunter sogar bester, als ein Schmierblatt, das viele Leute nicht mit der Feuerzange anfasten mögen. Nur mit Widerstreben haben wir uns entschlossen, vorstehende Zeilen niederzuschreiben. Geht man aber die antisemitische Candidatenliste durch, so wird einem die Feder in die Hand gezwungen und es drängt sich, die Frage auf: Wie darf sich der „Reichsherold" beikommen lasten, Männer anderer Parteien — denen die Antisemitencandidaten nicht an die Kniee reichen — herabzuwürdigen? Gegen ein solches Treiben muß Einsprache erhoben werden. Wo haben die Antisemitencandidaten ihre Erfahrungen in Landwirthschaft und Viehzucht, ihr Misten in Agriculturchemie. Volkswirth schäft, Wein und Obstbau und anderen Branchen her, daß sie sich als Bauernretter aufspielen? Wäre eS nicht jammervoll um die deutsche Landwirthschaft bestellt, wenn sie sich den Ignoranten der Antisemitencandidaten, die keine blaffe Ahnung von der Bauerei haben, als Führer anvertrauen müßte? Was für Capacitälen sind denn die Führer eigentlich? Leute mit geistigen Fähigkeiten sechsten oder achten Rangs aus landwirthschaftlichem Gebiete und diese Nichtskenner wollen Bauernheilande sein! Oberhessischer Bauer! Thue Deine Augen auf. Nicht wer das Maul voll nimmt, Andere herabwürdigt und sich im Reichsherolde beweihräuchert läßt, ist der rechte Mann, sondern wer das Herz auf dem rechten Fleck hat und in der Bauerei etwas versteht. Friedberg, 2. Juni. In der gestern stattgehabten Ge> meinderathSsitzung wurden zum Neubau der Ackerbauschule seitens der Stadt 32,000 Mk. einstimmig bewilligt. Der Beschluß, der auch weitere Kreise interessiren dürste, lautet: „In Betreff der Erbauung einer landwirthschaftlichcn Winterschule auf dem städtischen Grundstück Flur III. Nr. 54, Pomologischer Garten, ist die Stadt bereit, zur theilweisen Deckung der Baukosten ein Capital von 32,000 Mk. aufzunehmen, wenn die Verzinsung in der vorgeschlagenen Weise zu 31/, pCt. mit 1 pCt. Abrentung von der landwirthschaft. lichen Winterschule übernommen wird." Die Ackerbauschule soll ein Anbau der ebenfalls erst neuerbauten Obstbaufchule werden und also an die Rosbacher Chaussee zu stehen kommen. - 1-. Friedberg, 5. Juni. In einer heute dahier abgehaltenen Vertrauensmänner-Versammlung der Centrumspartei wurde der Beschluß gefaßt, von einer Zähl- candidatur abzusehen und sofort für den Candidaten der freisinnigen Partei, Herrn Rechtsanwalt Grünewald, zu Gießen einzutreten. - d-. Nidda, 6. Juni. Von dem gestern Mittag 2i/i Uhr in der Richtung nach Schotten gehenden Personenzug entgleiste vor dem hiesigen Bahnhof die Maschine und ein Packwagen. Das Geleise ist gesperrt, weshalb die Paffagiere umfteigen müssen. A Mainz, 5. Juni. Wie bei der letzten ReichstagS- wahl haben auch zur bevorstehenden Wahl sämmtliche Parteien in dem Wahlkreis Mainz-Oppenheim eine Vereinbarung getroffen, nach welcher erstens alle persönlichen Angriffe in Wort und Schrift gegen die als Candidaten ausgestellten Herren vermieden werden und zweitens eine gleiche Sorte Papier für die Stimmzettel gemeinschaftlich von einem Lieferanten bezogen und solche nach erfolgtem Druck von demselben Buchbinder auf die gleiche Größe beschnitten werden sollen. vermischtes. * Kreuznach, 4. Juni. Das „Kreuznacher Tageblatt" meldet aus Kirn, daß dort gestern Abend ein auf der Durchfahrt begriffener Pulverwagen inmitten der Stadt exp 1 o - btrte. 2 Personen blieben tobt, 3 wurden schwer, 10 leicht verwundet. Gegen 30 Häuser wurden beschädigt. * Wien, 4. Juni. Von den Distanzgehern, welche am Montag früh Berlin verließen, ist als erster heute Nachmittag 4 Uhr 45 Min. der sächsische Schriftsetzer am FloridS- dorfer Start eingetroffen- als zweiter traf um 6 Uhr der Ingenieur Elsässer ein. Sehiffsnach richten. — Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Linie" In Antwerpen ist laut Telegramm am 31. Mai wohlbehaltm in Vbiladelvbia angekommen. Briefkasten. Herrn C. A—n. hier. Ihre Entrüstung über das gen. Blatt ist begreiflich, die Aufnahme Ihres „Eingesandt" aber würde den beabsichtigten Zweck nicht erreichen, höchstens eine gerichtliche Verfolgung wegen Verrufserklärung zur Folge haben. Deshalb abgelehnt. Red. Berichtigung. Von dem Herrn Verfasier des in Nr. 127 und 128 veröffentlichten Aufsatzes „Ein Deutsch-Texaner" werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß sich darin (Schluß Nr. 128) ein Druckfehler befindet. Es heißt nämlich: „Unterwegs erfuhren sie, daß die Horde Dufts aus Rache über den Verlust ihrer Kameraden sowie das Entkommen der verhaßten „Dutsh" eine Anzahl Frauen wegen ihrer Unionstreue bet Nacht und Nebel aus ihren Betten geholt u. s. w." Es muß hier statt „Frauen" „Farmer" heißen. Red. Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld sind ferner bei uns eingegangen: Von W. Z. 3 JL, Frau M. Seibel 2 JL, I. W. 1JL, I. 2.X, E. D. 0.50 Jt, W. H. 1 Zusammen 9.50 JL JnSgesammt 407 JL Wettere Gaben nimmt bereitwilligst entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeiger". Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt iPechetein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und -ediegeNe etofle für Damen, Herren und Kinder, sowie Ltoffe m Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Preist* stelluug und schnellster Bedienung. Annahme und Musterlager in Gieße« bei [192 L. 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