Mr. 32 (frrftee Bian Dienstag en 7 Februar 1893 Lct Gieß"" ^Hieltet erlchrink täglich, mit Ausnahme dr- MontagS. Die Gießener W««1ktr» - kälter «erden dem Anjeiger »öchentlich dreimal heigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. 8intfljel»nflft AöonllemeatspretO i 2 Mark 20 Pfg. mil Bringerlohn. Durch die Post dezoß« 2 Mark 50 Vfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chulstrotze Ar.A. Fernsprecher 5L Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. Hratisöeikage: Gießener AamilienökätLer «»„ahme eon Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinmden Nummer bi- Lorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, Laß die neu gewählten und bestätigten Grobherzoglichen Bei« -geordneten Jacob Keßler zu Annerod und Philipp Stroh zu Bersrod zu Stellvertretern der Standesbeamten ihrer Gemeinden ernannt und in dieser Eigenschaft in Pflicht genommen worden sind. Gießen, den 3. Februar 1893. Großherzogliches Amtsgericht. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 4. Februar. Es wird ein internationaler Congreß der revolutionären Socialisten und Anarchisten, von den unabhängigen Socialisten und communislischen Anarchisten als Concurrenz gegen den internationalen Socialisten- congreß vorbereitet. Die Anregung ging von Most aus. Das Organ der hiesigen Unabhängigen spricht sich für den Plan aus, ebenso Nieuwenhuis. Die Beschickung des Con- greffes durch französische, spanische und italienische Anarchisten wird erwartet. Nietleben, 4. Februar. Vorgestern erfolgten 4, gestern 1 Erkrankung. Mannheim, 4. Februar. In der Gegend von Lahr wurden gestern heftige Erdstöße wahrgenommen. Mannheim, 4. Februar. Der Neckar überschwemmt abermals'Lie anliegenden Felder und Wiesen meterhoch. Ausland. Lemberg, 4. Februar. Die hiesigen Studenten beschlossen die Abhaltung einer nationalen Trauerfeier anläßlich der Säcularfeier der zweiten Thcilung Polens. Gegen 50 deshalb gewaltsam die Ruhe störende und gegen die Polizei sich auflehnende Studenten wurde die Untersuchung eingeleitet. Belgrad, 4. Februar. Der Metropolit Michael hat die Erklärung abgegeben, er sei bisher weder officiell, noch aus privatem Wege über die Versöhnung des Exkönigs Milan mit seiner Gemahlin verständigt worden. Brüssel, 4. Februar. Bei dem gestrigen Meeting zu Gunsten des Referendums wurden mehrere Geheimpolizisten erkannt, vor die Thür gesetzt und mißhandelt. Lüttich, 4. Februar. Die Ueberschwemmungen der Maas nehmen große Dimensionen an. In Chenee sieht das Wasser bis dicht unter das Gewölbe der Brücke. Die Landschaft zwischen Anglaur und Tilff ist vollständig überschwemmt. In vielen Dörfern mußten die Einwohner in die oberen Stockwerke flüchten. Paris, 4. Februar. Der „Moniteur diplomatique" behauptet, Kaiser Wilhelm und Bismarck würden sich bei der bevorstehenden Reise nach Wien aussöhnen. Paris, 4. Februar. Es erhält sich das Gerücht, die Anklagecommission werde sämmtliche Anklagen gegen die in die Panamaaffaire verwickelten Personen einstellen, da das Gesetz nur Bestechungen, welche von Staatsbeamten begangen worden sind, vorsieht. Paris, 4. Februar. Das bei der Kammer eingebrachte Amendement, wonach Abgeordnete, die 1885 und 1889 in die Kammer gewählt worden sind, bei den nächsten Wahlen nicht wieder wählbar fein sollen, wurde von der Commission einstimmig verworfen. Devtscher Reichstag. 36. Sitzung. Samstag, 4. Februar 1898. Die Socialisten- Debatte beim Etat des Reichsamts des Innern wird fortgesktzt. Abg. Richter (srs.) hält den Mtlitärstaat augenblicklich für gefährlicher als den socialdemokrattschen ZukunflSstaat. Er verdenkt es den Socialdemokraten nicht, hier Rothstandsdebatte anzuregen, nachdem die Agrarier unausgesetzt über die landwirthschastliche Roth- lage geklagt haben. Die Regierung scheine die allgemeine wtrthschaft- liche Lage zu günstig aufzufassen; aber ein staatliches Eingreifen könne er nicht wünschen mit Rücksicht auf die daraus entstehenden Eonsequenzen. Die Beschwerde über die Entziehung der Pelze der Staatsbahnbeamten gehöre vor den preußischen Landtag. Er begreife nur nicht, weshalb die Etsenbahnverwaltung so lange mit einer Aufklärung gezögert habe. Die Verlängerung der Lohnzahlungsfristen, die Bebel zur Sprache gebracht, billige er nickt, denn sie führe zum Borgsystem. Die Krisis sei eine Folge namentlich ungünstiger Ernten. Die Ernten zu regeln habe der Staat kein Mittel. Ungünstige Ernten haben eine Beschränkung des Eonsums zur Folge. Aber die Schaustellungen der Arbeitslosen geben kein richtiges Bild der Lage. Die Redner in diesen Versammlungen seien die socialdemokrattschen Eollegen des Reichstages, nicht die Rothletdenden. Einen großen Bestandtheil dieser Versammlungen bildeten die Maurer, die beim Frost nicht arbeiten könnten und die gerade aus diesem Grunde Lohnerhöhungen durchgesetzt hätten. Warum dirigtrten die Socialdemokraten ihre Leute nicht an Stellen, wo es Arbeit gebe! Im soctaldemokratischen Staate müßte zuerst die Freizügigkeit ausgehoben werden; der Zwang würde im socialdemokrattschen Staate viel schlimmer sein als im Militärstaat. Bebel leugnete die Harmonie der Interessen von Arbeitgebern und Arbeitern und meinte, wenn die ersteren die Arbeiter in kritischen Zeilen selbst mit Verlust beschäftigen, so geschehe das nur, weil sich der Unternehmer den Arbeiterstamm für bessere Zeiten sichern wolle. Nun, das sei gerade die Harmonie der Interessen. Die Frage, wie stch die Socialdemokraten ibren Zukunfsfiaat denken, sei vollständig berechtigt, denn wrr Alle sollen ja in den Zukunfsstaat hinein. In dem Maße, wie der Kern der socialdemokratischen Bestrebungen bekannt werde, falle die Menge von der Socialdemokratie ab; deshalb haben die socialdemokratischen Führer ein Interesse daran, diesen Kern ins Dunkel zu hüllen. Bebel habe auf die bestimmte Anfrage Bachems mit einer Wortklauberei über den Begriff Staat geantwortet. Die socialdemokrattsche Zukunftsorganisation beruhe auf dem Zwang, fei also staatlich. Bebel habe eingestanden, daß er sich vielfach gemausert habe. Dann sollte er aber nicht so stolze Worte gebrauchen, man wisse ja gar nicht, wohin er sich noch mausern werde. In religiösen Fragen sei nie so viel Glauben verlangt worden, wie von den Socialdrmokralen verlangt werde; sie verlangten, man solle stch auf ihre zukünftigen Mauferpiocesse verpflichten. Die „Zukunftsbilder", welche Bebel angegriffen habe, haben die weitesten Verbreitungen gesunden und dürften deshalb nicht so wirkungslos gewesen sein, wie Bebel annahm. Die Schrift könnte besser fein, aber die Methode sei richtig, indem die Schrift darthue, wie die socialdemokrattschen Bestrebungen mit der menschlichen Natur unvereinbar seien. In socialdemokrattschen Gegenschriften habe man über die Figur der armen Näherin, die sich eine Summe zu ihrer Aussteuer etsvart habe, gespottet; diese Figur sei gerade aus dem Leben gegriffen. Das Verwerfllche der socialdemokrattschenAgitation sei, daß sie dm Arbeitern, besonders den jungen, das Sparen zu verekeln suchtcn. Die planmäßige Production des socialdemokrattschen Zukunftsstaates habe eine planmäßige Konsumtion zur Folge. Im Zuchtbause bestehe die planmäßige Production und Eonsumtion; aber die Bürger des Zukunftsllaatcs würden es minder gut haben wie die Sträflinge im Zucktbause, denn letztere batten im Hintergründe die freie bürgerliche Gesellschaft. Wenn die soctaldemokiatische Organisation den Himmel auf Erden schaffen könnte, trete die Gefahr der Uebervölkerung heran. Im soctaldemokratischen Staate werde, wie Bebel in feinem Buche, „Die Frau" fage, jeder Neugeborene willkommen fein. (Zuruf Bebels: Sie haben ja keine Kinder!) So kleinliche persönliche Bemerkungen bei einer so ernsten Frage! Damit beweisen Sie Ihre ganze Verlegenheit. Bebel habe allerdings auf nordische Länder hingewiesen, wo es sich gut wohnm lasse, und auf die Wüste Sahara, die sich cultivireu lasse. Wenn die Scoialdemokraten in Verlegenheit seien, beriefen sie sich auf die Fortschritte der Technik; diese kämen aber doch der heutigen bürgerlichen Gesellschaft ebenso zu Gute und könne man t>enn leugnen, daß sich die L-bensverhältnisse aller Klassen erheblich gebessert haben seit der Zeit unserer Voreltern. Man solle nicht zu viel vom Staate erwarten, sondern bte eigne Kraft sich be- thätigen lassen. Was er der Socialdemokratie zum Vorwurf mache, sei, daß sie das freie Bürgelthum, das gegen alle reaettonären Bestrebungen geschlossen sein müsse, gespalten habe; daß es den Liberalismus schwächte, indem es ihn zum Kampf nach zwei Fronten drängte. (Beifall.) Abg. Frohme (Soc.) bestreitet die Existenz einer Harmonie der Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern unter Berufung auf einen Ausspruch des Erzbischofs v. Ketteier. Die Socialdemokraten verhinderten Niemand am Sparen, aber sie erblickten darin kein wirthschaftliches Heilmittel. Auf die ruhige objective Darlegung der Entwickelungstheorie durch Bebel fei weder Dr. Bachem noch Richter eingegangen; sie wüßten wohl warum. Das Zentrum habe keine fache, den Socialdemokraten ihre republikanifche Gesinnung zum Vorwurf zu machen, nachdem der Papst die Republik Frankreich anerkannt habe. Eine utopistiscke Schilderung eines Zukunftsstaates habe Thomas von Aquino, die wifsenfchaftliche Autorität der katholischen Kirche, gegeben; derselbe habe auch eine Beschränkung der Kindererzeugung vorgesehen. Man mache sich ein phantastisches Bild von dem socialdemokrattschen Zukunftsstaat, um dasselbe zu verspotten, berühre aber damit das Wesen des Socialismus gar nickt. Alle die Verhältnisse, die Richter schilderte, um vor dem social- demokratischen Zukunftsstaate graulich zu macken, beständen heute. Was die Socialbemokcaten wollten, fei die organische Fortentwickelung. Mit der Debatte der letzten Tage hätten die bürgerlichen Parteien nur i're Unfähigkeit bekundet, ihre Zeit zu begreifen. (Beifall bet den Socialdemokraten.) Abg. Stöcker (conf.): Richter könne sich nicht wundern, wenn auf den Schultern tus Freisinns die Socialdemokratie emporstetgt, nachdem er auch heute wieder abfällig über die Klagen der Land- wirthschait gesprochen. Pract'sche Vorschläge zur Begegnung der Arbeitslosigkeit seien conseroativerseiis im Abgeordnetenhause gemacht worden. In Zukunft werde in Zeiten der Krifen noch weit mehr geschehen müssen. Die Socialdemokraten thäten practisch gar nickts für die Arbeitslosen, sie hinderten nach Möglichkeit jede practisch; Hülfe. Richter dürfe sich darüber, den Kamps nach zwei Fronten führen zu müssen, nicht beklagen, denn er und seine Freunde hätten diesen Kamp» nach zwei Fronten selbst erst hervorgerufen. An der Socialdemokratie sei in diesen Tagen Gericht gehalten worden und die Leidenszeit für diese Partei werde kommen. Eine politische Partei müsse Ziele haben, solche habe die Socialdemokratie nicht mehr, nachdem sie auch den Zukunftsstaat preisgegeben. Aber'warum lasse Bebel nun sein Buch über die Frau noch weiter erscheinen? So habe die Socialdemokratie seit langen Jahren das eherne Lohngesetz als Lüge erkannt, und trotzdem habe sie diese Lüge aufrecht' erhalten. Das sei ein Verbrechen an der deutschen Arbeiterschaft. Die Socialdemokratie unterwühle alle edlen Eigenschaften der Menschen. Der große Erfolg dieser Debatte sei: daß die Socialdemokraten hier gefragt wurden, was sie als Heilmittel besäßen und daß sie keine Antwort zu geben vermochten. Die Aufstellu;g Dun Karl Marx, daß sich die Weltgeschichte nur durch nationalöconomische Momente entwickele, sei falsch. Die moderne Entwickelung beruhe auf dem Ehristenthum; dasselbe habe socialpolitische Momente, aber diese bildeten doch nicht die Grundlage der Entwickelung. Ebenso beruhten Maxs Aufstellungen für die Zukunft auf falschen Voraussetzungen, die sich durch die Statistik widerlegten. Die Soctaldemokratie habe keine Ideale, keine Religion, kein Vaterland, die Sittlichkeit sei in den Winkel gestellt, der kategorische Imperativ existire für die Social- demokratie nicht. Seine Freunde würden nicht ruhen bis die falschen Lehren der Socialdemokratie ausgerottet sind. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Hitze (Str.) bestreitet, daß Erzbifchof v. Ketteler eine Harmonie der Jnteresfen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter geleugnet habe. Wenn der Papst die Republik Frankreich anerkannt habe, so fei diese ja auch unsererseits anerkannt. Die Monarchie sei eben nicht die einzige Staatsform. In Preußen fei die Monarchie anerkannt Frohme habe den Thomas von Aquino unrichtig etttrt; die dem heiligen Thomas in den Mund gelegten Worte seien von Aristoteles. Wenn die Socialdemokraten dlos die organische Entwickelung wollten, so brauchten sie keine Partei zu bilden; wozu eine Kampfpartei, wenn Alles von selbst komme. Abg. Le u sch n er - Eisleben (Rp.) begnügt sich bei der vorgeschrittenen Zeit damit, zu conftathen, daß die Socialdemokratie eine schwere und verdiente Niederlage erlitten hat. (Beifall.) Weiterberathung Montag 1 Uhr. Außerdem Antrag Singer auf Einstellung des gegen Abg. o. Münch schwebenden Strafverfahrens. Neueste Nachrichten» Depeschen deS Bureau „Herold". Essen, 5. Februar. Eine heute stattgehabte, von 190 Bergarbeitern besuchte Versammlung schloß sich den am 2. Februar in Bochum gefaßten Beschlüffen an. Es macht sich eine starke Agitation für den deutschen Bergarbeiterverband bemerkbar. Paris, 6. Februar. Der „Temps" berichtet, der Herzog von Orleans werde angesichts der augenblicklichen complicirten Lage Frankreichs von seiner Weltreise in nächster Zeit nach Italien zurückkehren. Locales und provinzielles. Gießen, 6. Februar 1893. — Im Kaufmännischen Verein hielt am vorigen Samstag Herr Dr. Seitz einen Vortrag über: Japan und seine Culturbestrebu ng en. Der Vortragende, der vor zwei Monaten in einem „akademischen" Vortrag über die äußere Beschaffenheit der Japaner, ihre körperlichen Eigen- tdümlichkeiten und ihre Sitten gesprochen hat, verbreitete sich heute über die Geschichte des japanischen Volkes und ihren Natlonalckaracter. Von den Chinesen sind sie nicht nur ihrer Abstammung nach grundverschieden, sondern es besteht auch ein üefgewurzelter Rassenhaß zwischen beiden Völkern. Schon früh fühlten sich die Japaner zum Europäer hingezogen und es bestanden schon vor Jahrhunderten freundliche Beziehungen zwischen Japan und den westeuropäischen Staaten Portugal, Holland und England. Aber die Europäer waren uneinig und durch ihre gegenseitigen Hetzereien und ihr unaufhörliches Jntriguiren führten sie selbst ihre Vertreibung herbei, die von einer wüthenden Chnstenverfolgung begleitet war. Um sich bei der Regierung einzuschmeicheln , le steten die Holländer bei der Ausrottung der Christen Hilfe und beschossen mit Kanonen die letzte Festung, in welche sich die Christen gerettet hatten. Dafür erhielten sie die Erlaubniß, sich auf einem öden Felsen anzusiedeln und Handel zu treiben, waren aber der schmachvollsten Behandlung und den entehrendsten Kränkungen ausgesetzt. Die europäischen Nationen waren im japanischen Volke tief verachtet und hatten jeden Einfluß verloren. Da erschien vor 40 Jahren der Amerikaner Perry mit einem Briefe des Präsidenten der Vereinigten Staaten und brachte Japan durch ein äußerst geschickt geleitetes Unternehmen zum Ausgeben seiner Abschließungspolitik und zu einem Handelsverträge. Durch dieses Ereigniß wurde das Volk aus seiner Jahrhunderte dauernden Erstarrung geweckt- es trat ein ungeheurer Umschwung ein; die Herrschaft der mächtig gewordenen Vasallen wurde gestürzt, die Macht des zum Schattenfürsten herabgesunkenen Mikado wieder hergestellt. Die kleinen Souveräne, deren es eine Unzahl in Japan gab, traten großemhetls freiwillig zurück und leben seitdem als hohe Beamte und reiche Privatleute im Volke; der Adel gab gegen eine Entschädigung seine Vorrechte preis und das Volk trat in einen regen Verkehr mit dem Auslande und bethei- ligte sich am Welthandel. Die Krisis war eine überaus einschneidende, wie sie kein Volk der Erde jemals durchgemacht; aber das japanische Volk überstand sie in Folge seiner Intelligenz und Aceomodationsfähigkeit ohne schwerere Nachtheile. Der Vortragende spricht zum Schluß die Hoffnung aus, daß das von der Natur so reich gesegnete Land auch für tue Zukunft von schlimmen Folgen dieses großen Schrilles verschont bleiben werde. — Die zahlreich Erschienenen folgten dem interessanten Vortrage mit Interesse und gaben ihrer Anerkennung durch lauten Beifall Ausdruck. — Stensgraphischeß, Wir wollen nicht versäumen, alle Herren, die Gabrlsberger'sche Stenographie erlernt haben, daraus aufmerksam zu machen, daß der hiesige Gabelberger- Stenographen - Verein DienStag, Len 7. d. MiS., Abends 81/, Uhr, in seinem VeremSlocal (Easö Ebel) einen Unterrichts EursuS in der Debattenschrift eröffnen lägt. Auch Nichtmitglieder können sich an demselben betheiligen. (s. Anzeige). — Theater Unter nochmaligem Hinweiß aus die mor« gen stattfindende Aufführung der Räder schen Posse: „Robert und Bertram" zum Benefiz für unseren jugendlichen Komiker, Herrn Karl Rupp, sei an dieser Stelle noch bemerkt, daß Herr Opernsänger Friedrich Rupp vom Stadttheater tn Würzburg in der großen GesellschafrSscene des dritten ActeS auftreten wird. Herr Friedrich Rupp wird die Güte haben, folgende Lieder zum Dortrage zu bringen: „Liebeslied" comp. von Prof. Hermann Ritter. Arie und Recitativ aus der Oper „der Wildschütz" von Lortzing. „Ezarenlied" aus der Oper „Czar und Zimmermann" von Lortzing. Wir verfehlen nicht, nochmals an diesem Orte empfehlend auf die Vorstellung hinzuweisen, zudem das Stück an sich überall eine große Beliebtheit genießt und die Aufführung an unserer Bühne eine recht tüchtige zu werden verspricht, da Herr Director ReinerS als Partner deS Herrn Karl Rupp auftreten wird. — Die hiesige Rudergesellschaft hat ihren langjährigen ersten Vorsitzenden Herrn Je an Kirch, nachdem derselbe eine Wiederwahl abgelehnt hatte, in Anerkennung seiner großen Verdienste einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. — Eisverein. Bei günstiger Witterung concertirt morgen DienStag Nachmittag von 2 Uhr ab die hiesige Regimentscapelle auf der Eisbahn des EiSvereinS — Der vom Gesaagvereiu Concordia abgehaltene Maskenball verlief in schönster Weise und hielt die zahl reichen Theilnehmer bi» in früher Morgenstunde beisammen. Nicht unerwähnt seien die gut aufgeführten Gruppen, von denen der „Krähwinkler Landsturm" besonderen Beifalls sich erfreute. — Eis. Das Ziel vieler Spaziergänger bei dem herrlichen Welter des gestrigen Nachmittags bildete ein Gang an die Lahn nach dem „Felsen" zu. Die durch den Eisgang auseinander gethürmtcn Eisblöcke erregten das Er- staunen, mehr aber noch die Waghalsigkeit mehrerer Jungen, welche auf Eisschollen die Lahn überschritten. — Dienst'Versehuogeu. Versetzt wurde der Straßenmeister Ferdinand Bopp zu Herbstein in den 1. Straßenmeisterbezirk des Kreisbauamts Dieburg- der Straßenmeister Wilhelm Braun zu Alzey in den 1. Straßenmeisterbczirk des KreiS- bauamts Gießen- der Straßenmeister Karl Schulz zu Dieburg in den 3. Straßenmeisterbezirk des Kreisbauamts Alsfeld. — Einen warmen Februar und mit noch größerer Wahrscheinlichkeit einen warmen März, also ein zeitiges Früh jahr, prophezeit in der „Leipz. Ztg." ein Wetterkundiger. Der schnelle Uebergang des Niederschlages aus Schnee in völligen Regen scheint der Voraussage schon günstig zu sein. Vorläufig heißt es aber abwarten. — Eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit soll in der Stadt Bern demnächst ins Leben treten. Die Kasse wird durch daö dortige communale ArbeitSnachweisbureau verwaltet werden- die Beiträge sind von den Arbeitern, die sich als Mitglieder melden, und von Arbeitgebern zu beschaffen. Außerdem soll ein Gemeindebeitrag, der jedoch 5000 Franken jährlich nicht übersteigen darf, gewährt und im übrigen auf freiwillige Spenden reflectirt werden. Die Aussicht führt eine aus drei Mitgliedern des (kleinen) Gemeinderaths, zwei Arbeitgebern und zwei Arbeitern, bestehende Commission, diese bestimmt die Höhe der zu gewährenden Unterstützungen und prüft die Anträge der Arbeitslosen. Nach dem Regulativ bat nur Derjenige, der mindestens sechs Monate lang der Kaffe angehört und seine Beiträge regelmäßig gezahlt hat, Anspruch auf Unterstützung, sofern er zwei Wochen lang arbeitslos gewesen ist. Bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit wird keine Unterstützung gewährt. Die Mitgliederbeiträge find auf 40 Centimes monatlich (also noch nicht 4 Mark im Jahre), die Unterstützungen im Maximum auf täglich Fr. 1,— für ledige, auf Fr. 1,50 für verheiratete Arbeiter festgesetzt. + Büdingen, 5. Februar. Unter Bezugnahme auf die Correspondenz vom 24. v. M. (vergl. „Gießener Anzeiger" Nr. 20) kann man nunmehr weiter mittheilen, daß gestern ein höherer Medtcinalbeamter auS Darmstadt hier w-rr, um festzustellen, ob die Infektionskrankheit (TyphuS), die sich feit einiger Zeit hier und auch theilweise in der Umgegend stark auSgebreitet hat, wirklich in der Wohnung deS betr. Messerschmieds zuerst entstanden sein. Dem Vernehmen nach soll die vorgenommene Untersuchung ergeben haben, daß die Krankheit am hiesigen Orte zuerst entstanden, der Herd derselben aber nicht zu erforschen gewesen sei. nn. Darmstadt, 3. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Kammer setzte heute ihre Berathungen fort. Zunächst erfolgte die Beantwortung gestellter Interpellationen und zwar diejenige deSAbg. Haas über den Gernsheim er Hafen. Finanzminisler Weber erwidert, daß hinsichtlich der Lage de» GernSheimer Hafen» alle Vorbedingungen für einen Handelshafen vorhanden seien und daß die Regierung beabsichtige, für Herstellung eines solchen 500,000 Mk. im nächsten Budget einzustellen, wenn die Verhandlungen mit der Gemeinde Gernsheim bis dahin erledigt feien. — Die Inter» pellation de» Abg. Ullrich, den Stand der Arbeiten an der Nebenbahn Offenbach-Dieburg, beantwortet Finanzwinister Weber dahin, die Vorarbeiten und d,e Festlegung der Trace seien soweit seniggestellt, daß mit dem Bau dieser Bahn baldigst begonnen werden könne. Bei einer Besprechung dieser Interpellation weift Abg. Ullrich auf die Arbeitslosigkeit m dortiger Gegend hin und bittet die Regierung, die Sache doch etwas mehr zu beschleunigen, als dies augenblicklich der Fall ift. Im weiteren Verlaufe der Debatte wird die Frage aufgeworfen, ob die 1890 bewilligten Nebenbahnen auch alle gebaut werben müssen. Finanzminister Weber antwortet hierauf, die Regierung sei zwar durch daS Gesetz nur ermächtigt, zu bauen. Er erkläre, daß die Regierung nicht daran denke, eine der bewilligten Bahnen nicht zu bauen. Die Regierung halte aber daran fest, baß sie diese Bahnen nicht stückweise baue. Entweder ganz oder gar nicht. Er ersuche die Abgeordneten, die in dieser Sache im Lande herrschende Unruhe nicht zu verstärken, sondern zu beseitigen helfen. Bezüglich der Linie Heppenheim-Weinheim und Heppenheim-Fünh sei der Regierung der Vorwurf gemacht worden, sie wolle diese Bahnen gar nicht bauen. Er erkläre hiermit, daß die Regierung niemals eine andere Absicht gehabt habe, als die Bahn zu bauen. Die Vorarbeiten und Tracen seien schon fertiggeftellt. — Eine Interpellation deS Abg. Weber wegen der Canalisation deSMainS von Offenbach bis nach Frankfurt a. M. beantwortet Finanzminister Weber dahin, daß schon im Mai 1891 den anderen Uferstaaten der Entwurf für diese Strecke mit gethcilt worden sei. Bayern und Baden seien mit dem Ent- würfe einverstanden. Preußen dagegen habe gewünscht, daß hinsichtlich der Schleusenanlagen Verlegungen stromabwärts in die. Nähe Frankfurts stattfinden möchten. Die com- missarischen Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. — Hiernach tritt die Kammer in die Fortsetzung der Generaldebatte des Gefetzentwnrfes über die Abänderung des Einkommensteuergesetzes. Im Lause der Debatte gab Ministerialrath Baur die Erklärung ab, die Regierung könne sich mit den vom Finanzausschuß gemachten Abänderungsvorschlägen einverstanden erklären. Abg. Ullrich spricht sich für Einführung einer allgemeinen progressiven Einkommensteuer aus, um so drn Kleingewerbe- und Arbeiterstand vor dem Untergänge zu retten. Die Generaldebatte ist hiermit geschlossen. Die Stimmung im Hause ist für das Gesetz. nn. Darmstadt, 4. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Berathungen über daS neue Einkommen- steuergesetz werden heute mit Art. 25, „DeclarationS- pflichten", fortgesetzt. Abg. Osann bemerkt hierzu, daß ein lästiges Eindringen in die VermögenSverhältniffe deS Steuerpflichtigen unter allen Umständen zu vermeiden sei; auch alle sonstigen Verhältnisse der Steuerpflichtigen, wie die Nolh- wendigkeit größerer Erleichterungen bei reichem Kindersegen, Krankheiten, Unglücksfällen, Unterstützung von Familiengliedern, seien bei der Veranlagung der Steuer genau in Betracht zu ziehen. Eventuell sei in solchen Fällen ein Herabgehen bis zu drei Klassen zu gewähren. Derselbe stellt einen diesbezüglichen Antrag. Abg. Vogt kann sich mit den Ansichten deS Abg. Osann nicht einverstanden erklären. Bertchterstatter WolfSkehl findet die Anträge Osann für zu weitgehend und warnt vor den sich daraus ergebenden Consequenzen. Der Ausschußantrag treffe das Richtige. Hiernach findet der Antrag des Ausschusses einstimmige Annahme, während die Anträge Osann mit allen gegen 10, resp. 14 Stimmen abgelehnt werden. Die folgenden Artikel 26—34 regeln das Berufungsrecht, die Strafbestimmungen für Verfehlungen gegen die den Commissionsmitgliedern und Beamten obliegende Verschwiegenheit, die Recursfrist, sowie die Berufsinstanzen. In allen Punkten finden die Ausschußanträge die Annahme des Hauses. Eine lebhafte Debatte entspinnt sich bei dem Ausschußantrag zu Art. 33, wonach für jedes nicht selbstständig zu veranlagende Familienglied unter 14 Jahren in der zweiten Ab- theilung 50 Mk. von dem Einkommen in Abzug zu bringen sei mit der ferneren Maßgabe, daß bei drei und mehr Kindern mindestens eine Ermäßigung um eine Klasse stattzufinden habe. Ein Steuerpflichtiger erster Klaffe sei in diesem Falle ganz freizugeben. Zur Entlastung der untersten Klaffen wird beantragt, die Steuercapitalien auf 20 Mk., 35 Mk., 55 Mk. und 75 Mk. festzustellen. Ministerialrath Baur kann sich mit diesen Bestimmungen nicht einverstanden erklären. Aus die Veranlagung der Communalsteuer würden diese von einschneidender Wirkung fein. Es sei nickt möglich, auch noch eine Kinderstatistik aufzustellen. Ein Steuercommissär habe sich sehr richtig dahin ausgesprochen, daß dann bei der Veranlagung der Steuer nicht nur die am 1. April des Steuer- jahres vorhandenen, sondern auch die noch zu erwartenden SHnber in Betracht gezogen werden müßten. (Heiterkeit.) — Hiernach vertagt sich daS Haus bis zum DienStag Morgen i/210 Uhr. Darmstadt, 3. Februar. Der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer beantragt die Ablehnung des neuen Gewerbesteuer-Gesetzentwurfs. Er ersucht die Regierung ferner um Umarbeitung des Entwurfs nach den Grundsätzen deS Preußischen Gewerbesteuer-Gesetzes von 1891. Darmstadt, 3. Februar. Vor dem hiesigen Schöffen gericht wurde dieser Tage ein hiesiger Kaufmannslehrling zu einer erheblichen Geldstrafe verurtheilt, weil er Überführt war, am Schalter des hiesigen Kaiserlichen Postamts ein (täuschend einem Goldstücke nachgemachtes) 2 - Pfennig - Stück statt eines 10-Mark - Stücks in Zahlung gegeben zu haben. Diese Manipulation ist schon mehrmals hier versucht worden und auch zum Schaden der betr. Postbeamten gelungen. Nur seiner bisherigen Unbescholtenheit hatte eS der Angeklagte zu verdanken, daß er der Gesängnißstrafe entging, wie der Richter beantragt hatte. Seligenstadt, 2. Februar. Der Tabak letzt jähriger Ernte aus den Gemarkungen Seligenstadt und Klein-Welz- heim wurde heute am hiesigen Rathhause von der Steuer behörde verwogen. AuS beiden Gemeinden betrieben im letzten Jahre zusammen nur fünf Landwirthe Tabakbau. Per Gentner wurden nur 16 Mark erlöst - die vom Käufer, einer Firma au» Freudenheim, zu tragende Steuer beträgt 18 Mark per Gentner. Der Tabakbau wird in unserer Gegend voraussichtlich in diesem Jahre gänzlich eingestellt. A Waiap 5. Februar. Die wieder eingetretene Kälte — im Freien waren efi hier beute Morgen schon 6 Grad (R) — hat dem Steigen deS Rheins rasch em Ende gesetzt. Vom gestrigen Abend bis zum heutigen Morgen ist daS Wasser bereits 25 Gentimeter zurück gegangen und sind die theilweise überschwemmt gewesenen Ufer wieder wasserfrei. Vom Oberrhein, Neckar und Main lauten die Nachrichten gleichfalls alle auf Fallen. A Main). 5. Februar. Im Gegensatz zu einer mit zahlreichen Unterschriften von Ladenbesitzern versehenen, der Bürgermeisterei jüngst zugegangenen Petition, welche bezüglich der Sonntagsruhe eine Verlängerung der DerkausSzert verlangt, circulirte letzter Tage eine zweite, gleichfalls mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Petition, welche mit Entschiedenheit die Beibehaltung der dermaligen Bestimmungen befürwortet. Zu den letzteren Petenten zählen neben kaufmännischen Bediensteten auch zahlreiche Inhaber größerer Ladengeschäfte, die einen Vortheil darin erblicken, im Allgemeinen die Geschäfte nickt länger wie bisher offen zu lassen. AuS dem sich in beiden Petitionen kundgebenden Widerstreit der Jntreffeuten läßt sich so recht die Schwierigkeit der Lösung dieser Frage erkennen. A Bom Rhein, 5. Februar. DaS der „Niederländischen Gesellichaft" gehörende Dampfschiff „Agrippina", mit einer der ältesten Personen- und Güterboote auf dem ganzen Rhein, ist am Freitag Morgen gegen 6 Uhr im holländischen Hafen zu DelfShaven in der Rütte entzwei gebrochen und sofort gesunken. Wie uns ein Augenzeuge der Catastrophe auS Rotterdam schreibt, konnten Capitän und Mannschaft nur mit großer Noth und Hinterlassung ihrer sämmilichen Effecten daS Land erreichen. Der Restaurateur, der aus seinen Räumen noch etwas retten wollte, erlitt eine schwere Kopfwunde. Kastel, 4. Februar. In unserer Stadt befindet sich noch die Wittwe eines Veteranen der ehemaligen französischen Armee, NamenS Kaiser, am Leben. Die Frau steht im 99. Lebensjahre und befindet sich dieselbe den Umständen nach noch recht rüstig; nur ihr Gehör ist schwach geworden. Die Greisin stammt aus dem Orte Sörgenloch. D. Ztg. Die Gemeindevertretungen der vier evangelischen / Gemeinden. Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Nach eingegangenen Erkundigungen und Notizen machen wir über die neu gewählten Gemeindevertretungen nachfolgende Mittheilungen, welche wohl interessiren dürsten. Die seitherige Gemeindevertretung der gemmmten evang. Gemeinde Gießen sollte bestehen auS 70 gewählten Vertretern und den Mitgliedern des KirchenvorstandeS- d. i. 12 Kirchen- Vorstehern und 4 Geistlichen- folglich inSgesammt 86- von den Geistlichen als ständigen Mitgliedern abgesehen, 82. Don diesen 82 Mitgliedern waren bei Vornahme der neuen Wahlen noch wirklich vorhaiiden die 12 Kirchenvorsteher und 66 Gemeindevertreter (von den letzteren waren also 4 weg- gefallen), zusammen 78. Von diesen 78 Mitgliedern gc hörten 18 zur MatthäuSgemeinde, 12 zur MarkuSgemeinde, 22 zur Lukasgemeinde und 26 zur JohanneSgemeinde. Für jede der vier neuen Gemeinden mußten 18 ober 17 Gemeindeverireter — im Ganzen nämlich 70 — gewählt werden; hierbei konnten natürlich die zwölf Kirchenvorsteher auch berücksichtigt werden. ES war von vornherein interessant, wie viele seitherige ober alte Mitglieber wiebergewählt und wie viele neue gewählt werben würben. Nach dem Resultat der Wahlen hat sich Folgendes herausgestellt: In der MatthäuSgemeinde waren 18 seitherige Vertreter vorhanden, und 18 Vertreter waren zu wählen. ES hätten folglich alle alten — einschließlich Kirchenvorsteher — wiedergewählt werden können. Die» ist jedoch nicht geschehen, sondern eS wurden zwei seitherige nicht wieder und dafür zwei neue (Becker und Spitz) gewählt. In der MarkuSgemeinde waren zwölf seitherige Vertreter vor Händen und 17 Vertreter waren zu wählen. Jene konnten also alle wiebergewählt werben und noch fünf neue bazu. Dies ist nicht geschehen- vielmehr würbe ein alter nickt roieber gewählt, unb sechs würben neu gewählt (Döpfer, Frohn- Häuser, Georg Möhl, Hr. Ehr. Noll, Schlenke unb Georg Schwan); zwei von tiefen haben bem Der nehmen nach bie Wahl abgelehnt. In ber Lukaögemeinbe waren 22 seitherige Vertreter vorhanben, unb 17 Vertreter waren zu wählen; es konnten also jebenfallS fünf ber ersteren nicht wieder gewählt werden. So geschah eS auch - eS wurden 17 nur alte Vertreter gewählt, und fünf derselben blieben ungewählt. In der JohanneSgemeinde waren 26 seitherige Vertreter vorhanden, und 18 Vertreter waren zu wählen; folglich konnten jedenfalls acht alte nicht wieder gewählt werden. Es wurden aber nur 17 der seitherigen Vertreter wieder gewählt, und bazu ein neuer (Wißner), so baß neun alte nicht wieder gewählt wurden. In Summa wurden 17 alte Vertreter nicht wieder gewählt, und dafür neun neue gewählt. Wie un» mitgethcilt wurde, waren einzelne jener alten Vertreter gar nicht recht einverstanden mit den vorgescklagenen Liften, auf welchen ihr Name nicht stand — es mußten aber doch jedenfalls mindestens 13 wegbleiben —; efl soll sogar, wie wir hörten, in einem Wahllocal Einer derselben in grabe nicht allzu sinniger Weise seiner Gesinnung AuSbruck gegeben haben, als ob bie Wahlcommission hierüber Rechenschaft zu geben habe. Vielleicht trägt eS zur Beruhigung bei, wenn wir mittheilen, baß bemnächst jebe ber v er neugebilbeten Gemein be- Vertretungen sechs Kirchenvorsteher wählen wirb; wenn sie biefe, wie bas allgemein üblich ist, auS ihrer Mitte wählt, so werben bie Lücken alSdalb wieder auSgefüllt durch Er gänzungSwahl von sechs weiteren Vertretern. Der Bestand der einzelnen Gemeindevertretungen wirb künftig nicht nur, wie efl bisher schon geschah, burch Wegzug von hier ober Tob staubige Einbuße erleiden, sondern auch dadurch ^"de Qe?„h. «gm ist **« m3s Ärautfl*" mit tition, Än' »er fe** igelte, J*** : ?=* b'shn SL lm W= *«Är; "«Ni-dnlÄidUll, ,®",er6»«f= auf d« ; N7 6 W» im 5lttc entjmei «“«•»«tafam. ™ tonmm S« M und ier evangelischen t: unb Notizen machen tretunzrn nachfolgende dürsten. der gesammten (bang. 0 gewählten Vertretern nbe§; d. i. 12 Archen- insgesammt 86; von m abgesehen, 82. Von Vornahme der neuen 1 ßirdjciiboiftefa und n waren alfo 4 roeg-- 18 MtyMrrn ge- zur Moriusgemeinde, rhannesgemeinbe. ben mutzten 18 ober 17 imlich 70 — gewählt zwölf Kirchenvorsteher i vornherein interessant, er wiedergewöhit und i hat sich (yolgtnbt* rneinöe waren 18 3 Vertreter waren zu ■ einschliesilrch Kirchen- i. Dies ist jedoch nicht erige nicht wieder und ,) gewählt. In der cherige Vertreter vor- Wen. Jene konnten h fünf neue dazu. Dies ein oitrr M wieder »((.Döfttt, Sterbt. N-il, Hefen W »™ *?' dnLuk»ss-m-i"" d-n, md li *“llt >c»f-llsst«sd-r-ch°r-» iM tS a* 5 Md fünf ,c§qemeinbe wm» k 18 Vertret« »»”" M al« »ich' m-d« 'Sil to l«'6* ” neuer (®iS”,r)' t n . on Aunnna t 3eni d-fii' r gewählt/ « -;-Z- (8 I-° (•«“' R’jÄS’S I°s b,hy« °-«-b'ld " fflenn f« 'öÖlen, *ü Mitte ÄS.« | die dänische Bark „Hermann" das Wrack auf 39° 29' Nord- Breite und 22® 46' West-Länge in Sicht; dieselbe glaubte zuerst, es sti ein Dampfer, hielt aber endlich doch darauf zu und ! schickte ein Boot ab, das unter vielen Schwierigkeiten die halb ; wahnsinnigen Leute rettete. Das Wrack war voll Wasser mit ’ aufgesprungenem Deck. Die Leute erhielten, nachdem ; „Hermann" sie in Cuxhaven abgesetzt, vom skandinavischen | Consulat neue Kleidung; der Schwede, welcher noch nicht ■ wieder zurechnungsfähig war, wurde dem Cuxhavener Kranken- : hause übergeben. Höchstes Lob verdient das Verhalten des • Capitäns Andersen, der nicht nur mit riesiger Anstrengung s die Leute rettete, sondern sie auch an Bord des Schiffes ärztlich behandelte und den völlig erschöpften in vollem Sinne des Wortes das Leben und den Verstand zurückgab; als er sie aufnahm, konnten sie sich nicht bewegen und waren halb irrsinnig. Ueber das Schicksal der übrigen Mannschaft, die sich im Boot rettete, ist bis jetzt nichts bekannt geworden; anzunehmen ist wohl, daß sie umgekommen ist. * Elberfeld, 3.Februar. Diegesammte Entschädigungs- summe für die bei der Feuersbrunst in der Hofauerstraße zerstörten Gegenstände beträgt 1,490,000 Mark, und zwar wurden vergütet für Maaren an Büren und Eisfeller 960,000, Fr. Seyd und Söhne 28,000, Uhlmann und Klußmann 210,000, für Gebäude an Büren und Eisfeller 240,000, Fr. Seyd und Söhne 62,000 Mark. Ueber die Entstehungsursache ist nicht der geringste Anhaltspunk ermittelt worden. * Krähwinklerbrücke, 1. Februar. In der Wupper ertrank der Arbeiter Hermann Kötter. Wie das Lenneper Kreisblatt berichtet, wollte Kötter, der sehr kurzsichtig ist, zusammengetriebene Eisschollen überschreiten, um einen größeren Umweg abzuschneiden. Der Unglückliche fiel durch, wohl bis aus den Grund, blieb aber mit dem Kops über dem Eise. So mag der Unglückliche eine Viertelstunde in Todesangst geschwebt haben, als endlich auf das Hülfegeschrei Leute mit langen Stangen herbeieilten. Letztere konnte Kötter mit den erstarrten Händen nicht mehr halten, er biß sich daran fest; da setzte sich das Eis in Bewegung, stieß ben Kops von der Stange weg, und dnr Unglückliche wurde nicht wieder ge« sehen. Kötter hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder. * Vilshofen (Niederbayern), 4. Februar. Im benachbarten Granitwerk Taserl brach gestern Mittag die Vilsbrücke, an der man Arbeiten vornahm, zusammen; 6 Arbeiter wurden unter den Trümmern der Brücke und unter dem Eise, welches gerade ins Treiben kam, begraben. Einer wurde sofort getödtet, ein anderer wird vermißt, von den 4 Verletzten ist einer bereits gestorben. * Marseille, 3. Februar. Der Bäckerausstand ist beendet, nachdem der Stadtrath und die Bäcker ein Abkommen getroffen haben. Die offieielle Brodtaxe bleibt bestehen. * Madrid, 3. Februar. In Do dar, Provinz Almeria, stürzte infolge einer Dynamitexplosion ein Haus ein. Es gab 10 Todte und mehrere Verwundete. Verfcbr, Land- And volkswirthschaft. ©rünberfl, 4. ftebruätv Frachtpreise. Weizen ^4 1620. Korn x 14 00, (Äerfte x Ä.lo, Hafer X 14.00, Erbten x 16.00, Linsen JL 00.00, Wicken X Lein X---, Kartoffeln^-.-, Samen X — —----- r: - - - ■■ v -pirlplan der vereinen Zkarrksurter Ltadttheater Opernhaus. Dienstag den 7. Februare Basttcn und Basttenne. Der Bajazzo (Pagltacct). Excels2or 1. Act. Mittwoch den 8 Februar: Galeano. Donnerstag ben 9 Februarr ^uperture ja b?n„£ebtibtn". Loreley Der Bajazzo (Pagltajct). ÄZiener Walzer. Freitag den 10 Februar geschloffen. SainSPa den 11 -Februarkl T ann Häuser. Sonntag den 12. FebnW^ Vlawmtttä-d Ä/, Ubr: Fattnttza. Bastien und Basttenne. Der Bajazzo (Pualiatci). Wiener Walzer. Montag den 13. { Schauspielhaus. 1 1 Dienstag den 7. Febiuar: Zwei glückliche Tä^e. Dtittpoch den 8. Februar: Minna von Barnhelm. Donnerstag den 9. Februar: Iphigenie auf Tauris. Freitag den 10. Februar: Zwei glückliche Tage. Samstag den 11. Februari Heim-ath. Sonntag den 12. Februar, Nachmittags 3*/r Uhr: Qrtentretfe. Abends 7 Ubr: Hetmatb. Airchlicherlnzeigen der evang. Gemeimde. Btbelstunde am Montag den 6. Februar, Abend« 8 Ubr, in der Kleinkinderschule; Marcus Cap. 4, Vers 21: Allerlei Gleichnisse vom Reich Gottes. Pfarrer vr. Naumann- rraDo Eingesandt. u Grünberg, den 3. Februar. Der Unterzeichnete erklärt, daß das tn Nr. 30 d. Bl. enthaltene mit „B" unterzeichnete Eingesandt „über Zustände in der Stadt Grünberg" nicht von ihm verfaßt ist und er der Einsendung vollständig fern steht. Bähr, Großh. Steuer-Commiffär. Grünberg, den 5. Februar. In der Sitzung vom 3. Februar hat sich der Stadtoorstand in nachstehende Commissionen etngethetlt: 1) Mtlttärangelegenheiten mit Einquartierungen die Herren Gg. Schmidt und K. Kullmann, 2) Straßenbeleuchtung die Herren H. Sehrt und Chr. Frank, 3) Obstbau die Herren K. Kullmann, K. Ritter, H. Z'mmer, 4) Feldwege die Herren K. Ritter, Gg. Kell, I. Feldmann, 5) Wege tn der Stadt und Gebäude die Herren Gg. Schmidt, A. Stammler, K. Jöckel V., 6) Wasserversorgung die Herren H. Sehrt, Gg. Keil, Chr. Frank, K. Ritter, 7) Städtisches Gelände die Herren K. Ritter, K- Jöckel V., H. Zimmer, 8) Schäferei die Herren Chr. Frank, K. Jöckel V., K. Kullmann, 9) Märkte die Herren H. Zimmer, Chr. Frank, K. Jöckel V., 10) Faseloteh die Herren Gg. Keil, K. Ritter, K. Jockel V., I. Feldmann. Da sich mit Sicherheit annehmen läßt, daß jeder dieser Herren seinem speciellen Fach ganz besondere Aufmerksamkeit zuwenden wird, so dürste diese Einrichtung, welche sich seither tn anderen Städten sehr gut bewährt hat, für die städtischen Interessen von großem Segen sein, auch ist hierdurch der Einwohnerschaft die Stelle bezeichnet, wo allensallsige besondere Wünsche vorgebracht werden können- Das lesende Publikum wird aber auch bann sofort im Klaren sein, gegen wen die gehässigen Artikel gerichtet sind, wie solche Proben tn jüngster Zeit in verschiedenen Blättern zu lesen waren. daß einzelne Mitglieder, welche großentheils zur Miethe wohnen, aus einer Gemeinde in die andere umziehen. So oft dies geschieht, treten diese Umziehenden ohne Weiteres aus ihrer seitherigen Gemeinde aus, folglich auch aus deren Gemeindevertretung. Es ist doch nicht wünschenwerth und gesetzlich kaum thunlich, daß in solchen Fällen die Umziehenden, um sich die Mitgliedschaft in der Gemeindevertretung zu wahren, aus der Gemeinde ihres neuen Wohnsitzes sich aus- pfarren und wieder in ihre seitherige Gemeinde einpfarren lassen. Denn sobald sie umgezogen sind, gehören sie nicht mehr in die Gemeindevertretung, und wenn sie zurückgehen, müssen sie auch erst wieder neu in dieselbe gewählt werden; und bann würde durch häufige, derartige Umpfarrung die ganze Theilung der Gemeinde nach Straßen u. s. w. allzusehr in Unordnung gerathen. Warten wir es ab, welche Erscheinungen in dieser Hinsicht die Entwicklung der Gemeindevertretungen künftighin bringen wird! Dermitotes. *11 Cassel, 5. Februar. Eine schwere Blutthat ist auf dem benachbarten Rittergute Windhausen bei Ober- faufungen verübt worden. Zwei Dienstknechte grciethen beim Füttern des Viehes geringfügiger Ursache halber in heftigen Streit, bei welchem der eine, ein verheirateter Mann, plötzlich dermaßen in Wuth gerieth, daß er das Wasserjoch (Tragholz) ergriff und seinem Gegner einen solch wuchtigen Hieb über den Kopf versetzte, daß er sofort tobt niederstürzte. Der Verbrecher wurde sofort verhaftet und ins Gefängniß abgeführt. * Hamburg, 2. Februar. Aus Cuxhaven wird dieVer- h a f t u n g von drei Matrosen des untergegangenen norwegischen Schiffes „Thekla" wegen „Verübung von Kanibalismus" gemeldet. Den diesem Vorgänge zu Grunde liegenden schauerlichen Thatbestand schildert das „Cuxh. Tagbl." wie folgt: „Grausige Tage haben drei Matrosen des untergegangenen norwegischen Vollschiffs „Thekla" aus Tönberg hinter sich, die an Bord der dänischen Bark „Hermann", Capt. Andersen, in Cuxhaven eintrafen. Diese drei Matrosen: Ole Andersen aus Tönsberg, Christian Hjalmar Jacobsen aus Christiansund und Alexander Johansson aus Fiskerbekskilde berichten: „Thekla" befand sich auf der Reise von Philadelphia nach Havre mit einer Ladung Petroleum. Das Schiff wurde durch starke Stürme schwer leck, so daß die Mannschaft sich entschließen mußte es zu verlassen. Dem Capitän und acht Mann gelang es, das Schiff im Boote zu verlassen: die anderen Böte wurden beim Aussetzen zertrümmert, so daß neun Mann an Bord blieben, die sich in den Fockmast retteten. Besahn- und Großmast waren gekappt worden. Nahrungsmittel hatten sie nicht; das Schiff trieb fortwährend unter Wasser. Fünf Matrosen sprangen nach und nach im Wahnsinn über Bord; vier Leute blieben noch übrig; der vierte war ein Holländer. Diese hielten sich vom 22. December bis zum 7. Januar ohne weitere Nahrung als den Thau, der sich auf ben Raaen und an dem Mast ansammelte und den sie ableckten. Am 13. Tage erbot sich der Holländer, sein Leben für die anderen zu lassen. Dies wollten die anderen nicht annehmen, eS sollte vielmehr das Loos geworfen werden; seltsamerweise traf es den Holländer. Nun wurde dieser getödtet und sein Blut aufgefangen; davon haben sich die drei Ueberlebenben , p.enährt. Inzwischen waren den Unklücklichen schon vier Schiffe begegnet, ohne sie zu bemerken. Am 7. Januar bekam I Universität- - Nachrichten. Würzburg, 3 Februar. Professor Semper, hervorragender Zoologe, liest wegen dauernder Kiankhelt nicht mehr, sodaß eine zweite Proseffur für dieies Fach errichtet wirb. Schisfsnachrichten. , — Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen. Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. LH., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und gediegene Stosse für Damen, Herren und Kinder, sowie Stoffe zu Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Preis- stellung und schnellster Bedienung. Annahme und Mufterlager in Gießen bei [192 L«. Mühlhausen, Bismarckstraste 10. Submifston. Für die chirurgisch-ophthal- mologische Universitäts-Klinik sollen für 1893/94 auf dem Wege der Submission vergeben werden: 1. Die Lieferung von: Backwaaren, Fleischwaaren, Specereiwaaren, Concursverfahren. Ueber das Vermögen der Firma Drebes Wallenfels zu Gießen wird heute am 4. Februar 1893, Vormittags J/212 Uhr, das Concursverfahren eröffnet. Der Kaufmann F. Hoffmann zu Gießen wird zum Concursver- walter ernannt. für der Wäsche für der Oefen und der an den Gemeinschuldner zu verabfolgen Bose. sogen. Verbrauchsgegenständen (Bürstenwaaren,Putzlumpen- die Kranken; 4. das Reinigen Herde, 5. das Reinigen Zeug 2c.), Milch, Butter und Eier, Bier, Eis und Schreibmaterialien; 2. das Reinigen der Wäsche 6. die Abgabe von Knochen und Gespül; Concursforderungen sind bis zum 2. März 1893 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Vewalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag b. 9. März 1893, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Concursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Concursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts Senkgruben und das Fortschaffen des Kehrichts rc.; das Dienstpersonal; 3. das Reinigen m Schellfische VossruS. [1137 frisch und billig im »Rebstock*. [1151 7. die Abgabe von teeren Flaschen 8. die Unterhaltung des Gartens. Die Bedingungen liegen an den! «u leisten auch die Verpflichtung Wochentagen, Nachmittags von 3 bis ^^rlegt, von dem Besitze der Sache 5 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau und °°n den Forderungen für welche offen . >le aus der Sache abgesonderte Be- Offerten sind versiegelt und mit Neigung in Anspruch nehmen, dem entsprechender Aufschrift versehen, bis 7^sverwalter bis zum 2. Marz zum 17. b. Mts., Mittags 12 Uhr, 18^3^n^l9e ma^en- fluf dem erwähnten Bureau abzugeben.' Amtsgericht zu Gießen. Gießen, den 4. Februar 1893. Gebhardt. 1140 Großh. Verwaltungs-Direction ber chirurg.-ophthalm. Univ.-Klinik. Autzkbotsvkchhrell. Auf Antrag des Bankhauses Bücking Sf Langsborf zu Alsfeld werden die Inhaber der ohne Zinsschein abhanden gekommenen Obligationen C 215 über 500 Mark, D 155 über 200 Mark des Anlehens der Stadt Gießen von 1881 aufgefordert, Mittwoch ben 26. April 1893, Vormittags 9 Uhr, ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls dieselben für kraftlos erklärt werden. Gießen, 31. Januar 1893. Großherzogliches Amtsgericht. _________Gebhardt. 1139 Bekanntmachung. Freitag ben 10. b. Mts., Vormittags 9 Uhr, wird im Main- Weser-Bahnhofe dahier eine Grube Dünger öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 6. Febmar 1893. 1163] Königliche Eisenbahn-Station. Versteigerung Montag den 13. dS. Mts., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im Pfand- local gegen Baarzahlung: Commode, Kleiderschränke, Sophas, Küchenschränke, 1 Standuhr, 1 Regulateur und ein fast neues Flaschenbierwägelchen. Versteigerung theilweise bestimmt. Gießen, den 6. Februar 1893. 1154 Mulch, Pfandmeister. Ieikgeöotenes. 527] Täglich frische Schellfische, Hechte, grüne Häringe und dergleichen- 15. Dort, Wallthorstraße 45. Mein Ausverkauf dauert nur bis nächsten Dienstag. 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April anderweit o h A = mit (^rrlppenaufführuugen im narrisch bccorirtcn, tapezirten und drapirten Saale des Cafe Leib bester vage, event. mit VilVl II Contor, Wohnung, Lagerraum und Keller zu oermietben. (150 Lonneustraße Kirche mit Dank und Freude annehmen, mögen nun solche Gaben zu einem besonderen Zweck bestimmt werden oder nicht. Gibt es doch Viele,! die wohl von Herzen gern eihe der vorgeschlagenen Stiftungen übernehmen würden, wenn sie dazu die Mittel besäßen; die aber, ohne dies zu können,\ doch gern einen besonderen Beitrag, einen Baustein zum inneren Ausbau der Kirche darbringen möchten. Diese mögen nur ihre großen und kleinsten Gaben einem der Pfarrer oder Kirchenvorsteher übergeben; dann wird für angemesiene Verwendung derselben schon gesorgt werden. Einige derartige Gaben haben wir bereits empfangen, die wir hier zur Kenntniß bringen wollen. Gespendet wurden bis jetzt: 1) von Herrn Prälat Dr. Habicht in Darmstadt zur inneren Ausschmückung der Kirche 20 «X als erste Gabe, der weitere folgen sollen; 2) von einem früheren Mitglied unserer Gemeinde — jetzt in hohem Amt zu Darmstadt — 300 JL zur „Anschaffung von Abendmahls gesäßen für die neue Kirche"; 3) von Frau Kreiling Wittwe, geb. Wagner, einer Gießnerin, die seit langer Zeit in Amerika wohnt, zur inneren Ausstattung der Kirche 5 Dollar — 20,70 JL 112‘Z] 1—2 anständige Arbeiter können gute bürgert, «oft, auf Wunsch auch Logt« erhallen.K'rch^platz 4- 1164] Domino» verleih» ». Melior. Labnhoistratze 7. vermischte Anzeigen. Neues Theater, Giessen Dienstag den 7 Februar 1893: »0» Benefiz für Herrn Carl Rupp ■■ Unter gefälliger Mitwirkung des Opern- längere Herrn Friedrich Rupp vom Stadttheater In Würzburg [ni Abonnement. Robert and Bertram. Posse mit Gesang in 5 Abthuilnngen von OnstAv Rfldor. Freitag den 10 Februar 1893: Viertes Gastspiel des berühmten Komikers Herrn William Büller Die zärtlichen Verwandten. reckte Zeit. Gießen, am 6. Februar 1893. Der evangelische Kirchcnvorftand: Dr. Naumann. 1101 Berti feinster Wetter» auer Weizenmehl« in Ctkften und 1102] Dammstraße 9. 1 1121) Mittag« und «vendtisch im Prioalbause für gebildete Herren. Näbe'etz bei der Expd. d Bl s -cht zu sofortigem Antritt einen Oomptoirgebülfen im Aller von 15 bi« 10’21 Gefacht für iNttte März ei« freundliche Wobnung mit 3—1 Rimmern und allein .»Zubehör «wobei Bleichplaft erwünscht), von kleiner ruhiger Familie. ’ erten unter C 100 an bU «ipeb. Frau Prof. Lpcngei, Cftnidaflc 3N, II. T!ntrftg.wra.gkfillha,l 1 Einige Mädchen können das «MVJL öü Kleidermacheu gründlich erlernen. Hehection: A. 64* tul<. — Cnnf und ’t’oiug der B r ädl'ichcn Itutfad (Ft. Lht. Beetia,' »" Oiau" Are heutige Kummer umfaßt 6 Seiten. Kaiser Panorama, Bahnhofftraß« 23, Vck« LSw«naaft«. 1083] Diele Woche gan; ncur Serie: Reise durch den Harz. u. a.: wie, Ballenüädt. Bode-rdal, -iadausall, Jlsefall u. JUegrund, Ten'el-- «njel Hexentanwlatz, Brockendau» rc. Diese Serie ist einzig in ihrer An In Ergänzung unserer Mitthrilungen in Nr. 31 d. Bl. betreffs der worlung von Anfragen, daß wir auch (tzaben an (Veld, seien sie groß Ensemble-Gastspiel des Frankfurter Stadttheaters, oder noch so klein, für die innere Ausschmückung unserer neuen Heute Montag den 6. Aebruar 1S93: Grosser in die Lehre gesucht. Offerten unter »Lehrling 1500* be« fördert die Epped. d Bl- 1U19i Gesucht »erben zwei Land- mLvchen, sowie mehrere Mädchen für Lüche und Hausarbeit durch da» erfle Dermietb • Bureau von Frau Müller, Löwengasse.______________ __ Donnerstag den 9. Febr., Abends 71/« Uhr präcis, in Stein# Saalbau: Die Neuvermählten. Zeugnisse aufzuweisen hoben, auf sofort | gesucht. Nähere» in der Erped d. Bl. 1109| Für da» Bureau eine» hiesigen ÜW Cafe Leib. W Mittwoch den 8. nnd Donnerstag den 9. Februar 1S93, 8 Uhr «dend»: 'n bester Lage zu Derrn AEClPCn Zu erfr. i. b- Exp. (53 921] Oin geräumiger Laden In bester Loge der Stadt ist per sofort oder später zu oermietben. Nähere» Neustadt 78, eine Treppe. 92t] Eine große belle Werkstätt« ist per sofort zu Dtrmidbm. Nähe eS Neustadt 78, eine Treppe. Anfang Präcis AbendS <> Nhr 593/ie Indem wir auch hier für diese Gaben unseren herzlichsten Dank aus- sprechen, dürfen wir gewiß im Namen unserer ganzen Gemeinde erklären: Wenn die qußerhalb Gießens, in der Ferne Wohnenden mit solchem liebevollen Wohlwollen für unseren Kirchueubau vorangegangen sind, dann dürfen wir Gießener selbst gewiß nicht dahinten bleiben, sondern müssen opferfreudigem Eifer Nachfolgen, und zwar recht bald; denn jetzt ist's Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, dass unsere unvergessliche Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter • Frau Material verwalten Chr. Seibel Wwe. Louise, geb. Reuss nach kurzem schweren Leiden gestern Abend 10 Uhr zur ewigen Ruhe heimgegangen ist. Giessen, den 6 Februar 1893. Karten im Borverkaus bei den Herren Gerhardt, Lindenplatz Kretz- schinar. Markmraße, Buchacker, Bahnbofftraße, Spanier, Bahnhofstraße, H Noll, Markt 1. W t r f i g, S'lterLweg, G Rofenthal, Schulstraße, Dickor^, Giünbergerstroße, A. Welz, Walltborstraße und im CafLeib- Herrenkarten ä Mk. 1.20, Damenkarten 30 Pfg. ttbends an der Käfter <^tr6e WC. 1 50, Gallerte 25 Pfg. [878 Zahlreichem Besuche sehe entgegen. Achtungsvollst Gustav Gühlholtz (Cafe Leib). Wucherer’s Gummi-Brust- Bonbons. S Seit 1874 onter. [1160' liche Wohnung von 5 Zimmern und Z»b«dSr auf dem Lettersweg oder in der RLH« desselben, eventuell frd der West« oder Lüdantage iu mtethen gesucht. Offerte« mit «ngade de» Ltock« werke» und de» Wtetbpretseb werden di» zum 8. d. W. unter W 50 an die Grped diese» vtaitt» erbeten. 1Ö92) Eine tüchtige K-Gtn, die die Familiengemälde in 2 Acten von Björnstjerne Björnson. WIENER SOIHtEN des Original-Fiaker Quartetts unter Mitwirkung de» Herrn fö. Riedel (Fiaker Nr. 872), Natursänger und Kunstpfcifer. [1141 Eutrde 50 Pfg. Gallerie 20 Pfg» Ein Shawl gesunden. 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[ll.w 1158] Lauffeav oder Mädchem gesucht. irrankfurterst'^fte 11, H-