1893 Samstag den 6. Mai Nr. 106 Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren» Ullk Ännewcen»Burtan$ W 3*" lulteiM tut)owe Hratisöeilage: Hießmer Kamitienölätter — Der Antrag Huene wird in der „BreSl. Morgen- Amtliche^ Theil Vorlage wie folgt characterisirt: Caprivi fordert ein der Sitzung. 53000 Rekruten, 55 Millionen Mark jährlich. Er empfängt nach dem mit Huene vereinbarten Compromiß: 70000 Mann Soldaten, ■ ■••!*< *•* Initigte |U der Nachmitta»» ffc ** leiget« tag rrj^rinenbot Wummer Ml Barm. 10 Uh«. BterKjLhrt-er |l»a«n«relJFwUi 2 Mark 20 Pfg. *» vringerloh*. Durch die Post br-sDE 2 Kart 50 Pß,. Webodian, tpAN*w und Druckerei: Schnkstraße M, Vorlage: 83 000 Mann Soldaten, 60000 Rekruten, 64 Millionen Mark jährlich. Zweite Kammer der hessischen Stände, nn. Darmstadt, 4. Mai 1893. Die Berathungen werden heute fortgesetzt mit der Vor- I läge Großh. Staatsministeriums, die von der Großh. Ober- rechnungSkammer nach Art. 20 des Gesetzes vom 14. Juni I 1879 aufgestellten Nachweisungen über die Staats-Ein- I nahmen und -Ausgaben in der Finanzperiode von 1885/88 betreffend. Danach hat sich ein Gesammtüberschuß I von circa 13 Millionen Mark ergeben. Der Ausschuß bean- I tragt, diesen Ueberschuß für richtig anzuerkennen. Die Kammer beschließt, vorerst die Angelegenheit nochmals an den Ausschuß zurückzuverweisen. — Die Vorlage Großherzogl. Regierung, betreffend die summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Landesculturrentenkasse in der Finanzperiode 1888/91, wird nach dem Anträge deö Ausschusses für richtig befunden. Dabei werden verschiedene Wünsche bezüglich der Landescreditkasse zur Sprache gebracht. Finanzminister Weber sagt Berücksichtigung derselben zu und betont dabei, daß diese Anstalt noch augenblicklich der Subvention der Regierung bedürfe, da der erzielte Gewinn für die Salarirung der Beamten nicht ausreichc. — Die | Vorstellung der Stadt Wimpfen um Zuerkennung des, Verleihungsrechtes der Sommerhardt'schen Stiftung, hier Verleihung dieses Stipendiums an Wilhelm Mayer in Wimpfen, gibt zu einer längeren Debatte Veran- lassung, da von Seiten Großh. Regierung das Derleihungs- recht für Wimpfen bestritten wird. Die Abgeordneten Brcimer, Schröder und Friedrich sprechen sich für Zuerkennung des Verleihungsrechts an die Stadt Wimpfen aus, zumal aus der Stiftungsurkunde dies ausdrücklich hervorgehe. Der Ausschuß stimmt der Ansicht Großh. Regierung zu. Die Kammer beschließt jedoch mit großer Mehrheit, dem Gesuche der Stadt Wimpfen zu willfahren. — Seitens des Abg. Racke ist der Antrag eingebracht worden, für die Restauration des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz einen Staatszuschuß in Höhe von 300,000 Mk., auf vier Finanzperioden je 75,000 Mk., zu gewähren. Die Großh. Regierung steht dem Anträge nicht ablehnend gegen- über, kann sich aber bei der jetzigen Finanzlage über die Höhe eines Zuschusses noch nicht entscheiden. Die Erwägung eines solchen behälc sie sich für die Aufstellung des nächsten Hauptvoranschlags vor. Abg. 91 a cf 6 dankt der Regierung für ihr Entgegenkommen und beschließt die Kammer, den Antrag zur Zeit für erledigt zu erklären. — Für die Herstellung einer Dienstwohnung für den KreiSrath zu Offen- bach, hier die Erwerbung eines Bauplatzes daselbst, werden 12,200 Mk. bewilligt. — Bezüglich der Rückäußerung erster Kammer, den Gesetzentwurf, das Grund*l**tttlich br und Wafferwerk vorsorglich zur Anschaffung empfohlene Saug- unb Druckpumpe soll zur Anwendung kommen, wenn eS unmöglich ist, das Waffer zum Begießen der Straßen ander Zapfstelle an der Hornberger'schen Fabrik oder auS dem Behälter am Bahnhose zu entnehmen, ferner bei Brandfällen zur Hebung deS WafferS auö Wasserläufen, bei Canal- :c. Bauten zur Entfernung des GrundwasferS u. f. w. Es wird unter Bewilligung der auf 553 Mk. veranschlagten «osten die Anschaffung der (fahrbaren) Pumpe beschloffen. — Herr Grünewald bemerkt, daß der Brunnen am Holzapfefschen Hause (JughardSbrunnen) so viel Ueberlaufwaffer habe, daß cS sich empfehlen würde, dasselbe durch Anlegung eine» Reservoirs zu soffen, eS fei dies bei dem jetzigen Waffer- mangel eine recht ansehnliche AuShülfe- auch der Brunnen vor dem Wenzel'schen House an der Frankfurter Straße könne nutzbarer gemacht werden, wenn er nicht so schwer gehe. Schließlich empfahl Herr Grünewald die mit der Wafferver- sorgang betrauten Organe daraus aufmerksam zu machen, daß link» von bet Frankfurter Straße bei Klein - Linden Quellen vorhanden fein müßten. — Herr Scheel fragt an, ob do» an der Hornberger scheu Fabrik vorüberfließende Waffer nicht in die Äadt abgeleitet werden könne. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt dazu, daß seiner Wahrnehmung nach die erwähnte Ableitung bereit» vollzogen fei. Der Zustand de» Canal» vor dem Zinßer schen Hause an der Grünberger Straße hat dem Eigenthümer deS Hauses veranlaffung gegeben, Beschwerde über die üblen Ausdünstungen de» GrabenS zu erheben. Nach dem Berichte de» Stadtbau- amt» ist die Canalanlage unzweckmäßig eingerichtet. Abhülfe könne durch festen Abschluß und Anlage eine» seitlichen Sinkkastens geschaffen werden. ES wird beschloffen, nach Art diese» Vorschläge» die erforderlichen Arbeiten, für welche 120 Mark vorgesehen sind, auSführen zu lassen. Zufolge deS Beschluffe» über die Aufstellung von Plakatsäulen sind specielle Pläne nebst Voranschlag vorgelegt worden. Die vorgeseheren 5 Plakatsäulen, welche einen Kostenaufwand von 970 Mark erfordern, sollen ausgestellt werden: a) auf dem freibleibenden Dreieck zwischen Wetzsteingaffe und Damm- sttaße an der Nordanlage, b) an der Kreuzung der Ostanlage durch die Moltke- bezw. Senckenbergstraße, c) auf dem Marktplatz, d) am SelterSthor, e) an dem nördlichen Dinkel der Zufuhrftraße zum Oberhessischen Güterbahnhof. E» wird im Sinne dieser Vorschläge Beschluß gefaßt, nachdem Herr Scheel Bedenken gegen da» Aufstellen einer Plakatsäule auf dem Marktplatz geltend gemacht und dafür den Kreuzvlotz vorgeschlagen hatte, auch Herr Iughardt empfohlen hatte, die Ausstellung der Säule auf dem Marktplatz so lange hinauszuschieben, bi» definitiver Beschluß über die künftige Verlegung des Markte» gefaßt fei. Den von den beiden Genannten geäußerten Bedenken gegenüber hat Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, daß gerade durch Aufstellung einer Plakatsäule aus dem Marktplatz eine Art Schutzinsel für da» Publikum infolge der um die Säule anzulegenden Pflastererhöhung geschaffen werde, dadurch werde den Fuhrwerken gewifferrnaßen der Weg gezeigt- auch empfehle fich die Aufstellung der Plakatsäule mit Rücksicht auf da» alte Rath- hauS, welche» durch da» Plakatankleben verunstaltet werde. Bezüglich des folgenden Gegenstandes der Tagesordnung : „Ertheilung von Handfertigkeitsunterricht" beschließt die Versammlung auf ihr erstatteten Bericht, daß für diejenigen Schüler, welche bereit» an dem Wintercurfn» theilgenommen haben, ein WeiterbildungScursus für Den Sommer eingerichtet unbfür neu elntretenbc Schüler wöchentlich zweimal Unterricht ertheilt werden soll. Für nächsten Winter sollin noch Kerbschnitz- und Holzarbeiten in den Lehrplan ausgenommen werden, zu welchem Zweck Herr Lehrer Schmitt, welcher bisher den Unterricht enheilte, einen CursuS in den bezeichneten Arbeiten, sowie in Obst- und Gartenbau - Arbeiten an der Hauptanstalt zu Leipzig besuchen soll. DaS UnterrichtSgeld für Schulen höherer Lehranstalten wurde aus 4 Mark ermäßigt (für Schulen der Volksschule ist der Unterricht frei), für Materialvergütung sind l,50Mk. für den CursuS und Schüler zu entrichten. Die bisher entftan denen Kosten auS dem Knaben - Handfertigkeitsunterricht mit 83,31 Mk. sollen auf die Stadtkaffe übernommen werden. Das Gesuch des Metzger» Georg Kraft um Ertheilung der WirthschaftS-Concession für da» Hau» Wetzsteingaffe 42 ist bezüglich der Specialfrage über das Bedürfniß zum Au» schank von Branntwein von Großh. Polizeiamt nicht befür wartet worden. Ein Bedürfniß liege nach Bericht Großh. Polizeiamts deshalb nicht vor, weil sich in nächster Nähe 9 Wirthschaften und Verkaufsstellen für Branntwein befänden Auch die Commisfion hat die Bedürfnißsrage verneint. Die Herren Iughardt und Löber sprechen sich für Genehmigung aus, weil in der bett. CommissionSsitzung mehrere Mitglieder gefehlt hätten. Herr Grünewald findet den Kreis, den Großh. Polizeiamt bei Angabe der 9 nächstgelegenen Wirthschaften gezogen (u. A. ist der „Lindenhof'' mit enge sühn) zu ausgedehnt und befürwortet das Gesuch. ES wird entgegen dem Commission» cmtrag beschloffen, die Bedürfniß- frage zu bejahen. Zu dem Gesuch de» Herrn Fr. Aug. Alb old um Er» theilung der WirthschaftS-Concession für den „Gambrinu» beschließt die Versammlung Bejahung der Dcdürfnißfrage, da es sich hier um eine bereit» bestehende Wirthschaft handelt. Coctlts unb provinzielle». Gießen, 5. Mai 1893. ♦♦ Ernennung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, den Polizei - Secretär Bischofs zu Gießen zum Polizei-Commiffär für den Landbezirk de» Kreise» Offenbach mit alsbaldiger Wirkung zu ernennen. Oeffeatliche Sitzung bei Kreilaulfchufiel bei Kreises Gießen vom 4. Mai 1893. E» gelangte der Recur» bei Pserdemetzgerö Mose» Keßler zu Gießen gegen einen Polizeibefehl Großh. Polizeiamt» Gießen zur Verhandlung. Dem re. Keßler war durch Polizeibefehl vom 1. April 1893 da» Abkochen von Knochen und Gedärmen :c. untersagt worden, veranlaffung zu dieser Maßregel war der Umstand, daß durch da» Kochen von faulendem Pferdefleisch w. am H März d. I. ein die Nachbarschaft in hohem Grade belästigender übler Geruch verbreitet worden sein sollte. Gegen diesen Polizei- befehl erhob Keßler Recur» mit der Begründung, daß die Nachbarschaft durch den Betrieb seine» Gewerbe» nicht erheblich belästigt werde, daß auch die beim Kochen von Pferdefleisch sich entwickelnden Dämpfe keine-weg» gesundheitsschädlich feien. Vernommen wurden der Großh. «ret»arzt, sowie die pract. Aerzte Dr. Baur und Dr. Felfing. Da» Gutachten des Großh. Kreisärzte» ging dahin, daß da» Kochen de» frischen Fleische» :c. nicht belästige, wohl aber dasjenige von altem, in Zersetzung übergegangenen Fleische rc. Der- * Io Jfe T. frn Ober. ?ä- ZLLS gerichtet. Abdüii, PjMfy nach An > fürVS 1 lallen. qe E""SV°n Plakat. 'nenKostenauftvM werden.- a) aus c,We und Daum! ?;"S derOstaniage c) auf dem ? Irdischen W Es wird W, nachdem Herr w W tot mMw chanr, b lange & die künftige Den von den btibtp ’er hat hm Ober- -ade durch Ausftellunz eine Art Schutzinsel Säule anzulegendei rch werde den Fuhr- auch empfehle sich die it aus das alte Rch verunftaltet werde. >es der Tagesordnung, lkeilsunterrichl" tatteten Bericht, daß m dem WintercursuS tuugscursus für den ende Schüler wöcheni« n soll. Für nächsten Hoharbriten in den reichem Zweck Herr nid)t tril/tiltt, einen owie in Obst- und zu TrM Wuv Wen Wochalm litn der Volksschule gütung sind 1,50 Mk. i. Die bisher entfM' irligkeitsunterricht mit bernommen werden, kraft um EMU aus Wetzsteingasie 42 ; Bedürsniß zum klu- Polizeiamt nicht besiu nach Bericht Großh- sich in nächster Nahe Branntwein befänden, frage verneint. Die n sich für Genehm- i.»«h M to m S MW" laSStM. ® MM, di! «** ai6«H ue ®>‘ färtoi,®«"lbll"ui Jedürsnisiftagt/ inM'- «M, 5. W« 1893 ES? 'i,wÄ »>’w E „ einen * i Aprils efehl fflen 2t. u«, turdJ r der N^r} d- J- ;ii >r. am; ’a.v unter lesunMtd'' Gn" artige Rückstände an Fleisch und Gedärmen dürften nur in luftdichten Gefäßen, aus welchen bie aufsteigenden Dämpfe wieder zur Feuerung geleitet und darin verbrannt würden, abgekocht werden. Dr. Baur hat bei seiner Anwesenheit im Keßler'schen Hause während des Abkochens solcher Gegenstände, die als Schweinefutter Verwendung finden, nichts von üblem Gerüche wahrgenommen, schließt sich aber im Uebrigen der Ansicht des KreiSgesundheitsamtS an. Dr. Felsing hat ebenfalls daS Abkochen von Knochen, Lunge, Leber 2c. beobachtet, einen üblen Geruch indessen nicht constatiren können. Zwei weiter vernommene Schutzleute, die am 11. März im Keßler'schen Hause gewesen sind, bezeugten, daß daS Pferdefleisch schwarz und theilS grau ausgesehen habe, woraus zu schließen sei, daß dasselbe zu verwesen begonnen habe. Unmittelbar am Kessel habe man den üblen Geruch nicht so sehr wahrgenommen, derselbe habe sich jedoch bis zur Schulstraße hin verbreitet. Der Anwalt des pp. Keßler führte aus, daß die tdatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen zum Erlaß des Polizeibefehls fehlten, daß es aber auch nicht wahr sei, daß fein Client das abzukochende Fleisch rc. erst in Verwesung übergehen lasse. Für alle üblen Gerüche im Neuenweg werde Keßler verantwortlich gemacht. Der Polizeibefehl gehe zu weit, weil derselbe das Kochen an und für sich verbiete- er beantrage daher dessen Aufhebung. Der Kreisausschuß erkannte, daß dem RecurS insoweit stattzugeben fei, als dem pp. Keßler das Abkochen von Knochen und Gedärmen pp. überhaupt und ohne Rücksicht darauf, ob diese in Verwesung übergegangen sind, untersagt wird- im Uebrigen wurde der Polizeibesehl bestätigt, dem pp. Keßler auch die Kosten, sowie ein Aversionalbetrag von 5 Mk. auferlegt. ** Die Freimaurerlogen Gießen, Wetzlar und Marburg werden unter Betheiligung von Vertretern der Logen Frankfurt, Hanau, Loblenz, Siegen und Cassel am nächsten Sonntag in Braunfels ein gemeinschaftliches Frühlingsfest mit Damen abhalten. ** Neues Theater. Der gestrige Abend brachte uns I. Verdis „Troubadour", eine Oper, deren höchst verwickelte Handlung an den Schauspieler sowohl, wie die Musik an den Sänger nicht geringe Anforderungen stellt. Liegt doch gerade bei Wiedergabe der tragischen Rollen, an denen das Stück ja überreich ist, denn es wimmelt nur an schaurigen Vorgängen, wie Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen, Zweikampf, Giftmord, Brudermord rc., die Gefahr zur lieber® treibung sehr nahe, deren Wirkung dann um so mehr komisch wird, als alle diese schrecklichen Ereignisse in einer in den leichtesten Melodien gehaltenen Musik dem Hörer erzählt werden. Trotz dieses eigentlichen Widerspruches gehört der „Troubadour" zu den beliebtesten und bekanntesten Schöpfungen Verdis und zwar offenbar deshalb, weil die Oper durch ihre Melodiensülle unbedingt Jeden anziehen muß, während sie durch ihre leichte Faßlichkeit dem Verständniß der großen Masse des Volkes sehr nahe gebracht wird. — lieber der gestrigen Aufführung waltete ein nicht gerade günstiges Geschick. Frl. Kronegold, der die große Rolle der „Gräfin Leonore" zugefallen war, litt an einer heftigen Heiserkeit, die sie im 3. Acte sogar derartig belästigte, daß die Stimme umschlug. Ebenso zeigte Herr Kieker „Graf von Luna" eine starke Indisposition, die seine Leistung sehr beeinträchtigte. Frl. Ziemann führte die Parthie der „Inez" gesanglich ganz gut durch, wenngleich auch hier die Einsätze öfters nicht tadellos waren, bei ihrem Spiel jedoch störte die blessirte linke Hand ungemein. Die Palme des Abends gebührt unbedingt dem Frl. Marano. Die Dame hat eine recht angenehme, vor allem aber trefflich geschulte Altstimme, außerdem besitzt sie gerade für derartige Rollen eine hervorragende natürliche Begabung. Unterstützt durch diese Vorzüge verkörperte sie das leidenschaftliche, rachedllrstende Weib so meisterhaft, daß sie der Gegenstand des lebhaftesten Beifalls wurde. Auch von Herrn Neu sch („Maurico") können wir heute nur Gutes berichten. Der Künstler war sichtlich bestrebt, das Beste zu bieten- er hielt sich ganz frei von unschönen Bewegungen und zeigte auch gesanglich viel Schönes, besonders wirkungsvoll gelang ihm im 4. Acte in der Kerkerscene daS herrliche „Schon naht die Todesstunde, ewige Ruhe winket mir". Allerdings das hohe C am Ende des 3. Actes ließ ungefähr einen viertel Ton an Höhe zu wünschen übrig. Die Chöre zeigten diesmal wenig von der Präzision, die wir ihnen sonst oft nachrühmen kannten, ja stellenweise gingen sie herzlich mäßig. Das Orchester jedoch unter Herrn Frenze l s Leitung that seine volle Schuldigkeit und trug zum Gelingen des Ganzen nicht wenig bei. Z. ** Neues Theater. Die am gestrigen Abend mit großem Beifall aufgenommene Oper „Der Troubadour" wird morgen, Samstag, zum zweiten und letzten Male gegeben. Heute ist die Reprise von „Zwei glückliche Tage". Diese Wiederholungen sind ein Beleg für die lobens- werthen Bestrebungen der Direction, die Tüchtigkeit deS Ensembles und für die Anerkennungen und Sympathien, die das kunstsinnige Publikum den Vertretern der Muse entgegenbringt. A Mainz, 4. Mai. Gestern Abend fand im „Evangelischen Vereinshaus" hier eine von protestantischer Seite veranstaltete Versammlung statt, welche sich mit der Frage der Aufstellung eines Heine-Denkmals in hiesiger Stadt beschäftigte. Die von ca. 70 Personen besuchte Versammlung, welche von dem Rechtsanwalt Lucius präsidirt wat, nahm einstimmig eine Resolution an, in welcher entschieden gegen die Hergabe eines hiesigen öffentlichen Platzes protestirt wird. Neben dem Vorsitzenden sprach hauptsächlich gegen die Errichtung eines Heine > Denkmals der bekannte protestantische Pfarrer Lynker. Derselbe ließ zwar den lyrischen Dichtungen Heines Lob widerfahren, bezeichnete aber den Dichter als einen unwahren Charakter, einen Feind des christlichen Glaubens, einen Feind des deutschen Vaterlandes, der guten Sitte und einen Verächter der Frauenehre — Eigenschaften, die dringend die Zurückweisung eines Denkmals erforderten. Die gefaßte Resolution wird den Stadtverordneten und der Bürgermeisterei übermittelt werden. — Während der Brauer st rike in den Großbrauereien wie das Hornberger Schießen geendet hat, d. h. die Betriebe nirgends gestört waren und ausreichende Arbeitskräfte von auswärts beschafft wurden, haben nachträglich einige kleinere Brauereien den Brauern Concessionen gemacht. Letzteres geschah nicht auS Mangel an Arbeitskräften, sondern wegen der Eigenart der einzelnen Betriebe. * Berlin, 4. Mai. Bei dem gestern gemeldeten Anrennen eines Bootes des Schiffs;ungen-Schulschiffs Moltke im Kieler Hasen sind sieben Schiffsjungen ertrunken. ES sind dies die Schiffsjungen Japsen, Rahn, Lang, Keibler, Szolka, Reuter und Hegerding. * Trier, 4. Mai. Der Generalstabschef des 8. Armeecorps, v. Holstein, ist mit mehreren höheren Offizieren zur Feststellung des Kaiserparadefeldes hier eingetroffen. * Altona, 4. Mai. Heute Mittag wurde die Ehefrau Hansen in ihrer Wohnung von drei Männern über fallen, geknebelt und an einen Bettpfosten festgebunden. Die Räuber raubten 500 Mark und entflohen. * Leipzig, 4. Mai. Der Schneidermeister Rosen- blend er aus Liebenwerda wurde auf der Landstraße nach Wahrenbrück erstochen und beraubt ausgefunden. kirchliche Anzeige« der Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 6. Mai: Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarroerwaller Dr. Grein Sonntag den 7. Mai, Rogate: Vormittags 9Vi Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Confirmation der Kinder aus der MarkuSgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nach beiden Gottesdiensten Collecte für die Armen. Kinderkirche in der Friedhofscapelle Vormittag« S'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Am Himmelfahrtfest, Donnerstag den 11. Mat, findet der NachmtttagSgotteSdtenft um 2 Uhr in der FrtedhofScapelle statt. Katholische Gemeinde. Sonntag den 7. Mat, 5. Sonntag nach Ostern. Samstag: Nachmittags um 41/« Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/, Uhr erste bl. Messe; nm 7______________Neuenweg 38 ^990] «echten vollsast. Emmen- thaler SchweizertLse, hochfeine« Edamer und Limburger «äse ernpfiehll _______E. Dort, Wallthorstraße 45. 41Ö0J Sin Dreirad (Namm, Sax.), Doppel-Bremse, wohlerhalt-n, sehr billig zu verkaufen. Anfragen an die Exped. d. Bl. Naturelltapeten von 10 Pfg. an, Goldtapeten „ 20 „ Glanztapeten „ 30 in den schönsten neuesten Mustern. Mnsterkarten überallhin franco. [861 Gebrüder Ziegler, Minden in Wests. 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