Srt 1893 Nr 5 Aints- und Anreiseblatt für den Kreis Gissten. HraLisbeitage: chießener Kamikienblätter. 2lmtlid?cr Tbeil und fuhr mit ihrem großmüthigen Beschützer nach Schloß Feuilleton Waldstein. II. So war man in Die Lehrerinnen aber die Mitschülerinnen Freitag den 6. Januar Lllr Annoncm-Bureaux M In- und Auslandes nttjm« Lnzriaeu für den „«ikßraer Anzeiger" entgegen. // Isa ?" Zwölf Jahre find vergangen- es ist Frühling geworden. An den Weiden schauen die seidigen Kätzchen hervor, die Veilchen und Anemonen heben die Köpfchen, um die milde Frühlingsluft einzuathmen, und in dem blauen Aether schmettert die Lerche ein neues Jubellied. Pferdehufe Hingen durch den Wald, dann erschallt ein neckisches Lachen aus jugendlicher Kehle und jetzt werden auch die Reiter sichtbar, ein ernster, älterer Herr von etwa sechzig Jahren und ein junges, rosiges Mädchen mit blauen, strahlenden Augen und der Pension nicht gut gegen Dich, und die Frau Vorsteherin gewiß, nur theilweise. Siehst Du, Onkel Annahme eon Anzeigen zu der Nachmittags für bee tilgenden Tag ^scheinenden Nummer bis vor». 10 W» Pension! Es war, als Finfterniß." Deutsches Reich. Berlin, 4. Januar. Obwohl die Neujahrsansp rache des Kaisers an die commandi renden Generäle noch nicht in ihrem Wortlaute vorliegt, so steht doch mindestens fest, daß man es mit einer bestimmten Willenskundgebung des erlauchten Monarchen in Sachen der schwebenden Militärfrage zu thun hat. Seitens des obersten Kriegsherrn ist den versammelten deutschen Corpsfllhrern gegenüber die Durchführung der beabsichtigten Heeresreform als eine militärische und politische Notwendigkeit für Deutschland bezeichnet worden, unter Hinzufügung des Ausdruckes der zuversichtlichen Erwartung, es werde sich die Erkenntniß hiervon immer mehr Bahn brechen. Schließlich betonte der Kaiser, daß er fest zu der Vorlage der verbündeten Regierungen strhe. So wenigstens giebt der officielle „Reichsanzeiger" den wesentlichsten Inhalt der kaiserlichen Ansprache wieder und mit letzterer hat demnach der bekannte bisherige Standpunkt des Reichskanzlers Grafen Caprivi in der Militärfrage vlötzlich eine gewichtige Verstärkung erfahren. Klar und bestimmt versichert das erhabene Oberhaupt des Reiches, daß es der Militärvorlage voll zustimme, und gestützt auf diese bedeutsame Erklärung seines kaiserlichen Souverains, wird der Reichskanzler sicherlich auch fernerhin energisch für die Militärvorlage in ihrer jetzigen Gestalt eintreten. Sollte sich infolge dessen die Unmöglichkeit einer Verständigung zwischen Reichsregierung und Parlament Herausstellen und nun die Militärvorlage wirklich zu Falle kommen, so wäre alsdann wenigstens der Eintritt einer Kanzlerkrisis angesichts -er Uebereinstimmung zwischen Kaiser und Kanzler in der Militärfrage wohl als ausgeschlossen zu betrachten. In der logischen Weiterentwickelung der Ereignisse würde nachher die Reichstagsauflösung zu liegen haben, dennoch muß zunächst noch immer dahin gestellt bleiben, ob diese scharfe Wendung in der That schließlich unvermeidlich sein würde. — Das Arbeitsmaterial des Reichstages wird in den ersten Wochen nach Ablauf der Weihnachtsferien ver- muthlich eine weitere Vermehrung erfahren. Dieser ^age ist dem Bundesrathe ein neuer Gesetzentwurf zugegangen, welcher sich auf Abänderung der bestehenden Maß- und Gewichtsordnung bezieht und wird die Vorlage voraussichtlich auch baldigst an den Reichstag gelangen. Ferner ist begründete Aussicht vorhanden, daß der angekündigte Entwurf eines Reichsseuchengesetzes demnächst aus dem Reichsamte des Innern dem Bundesrathe zugehen wird, womit dem Reichstage ein weiterer und in seiner Art besonders wichtiger gesetzgeberischer Stoff zuwachsen würde. — Die Centrumspartei ist im Reichstage mit einer größeren Action in Gestalt verschiedener Initiativanträge hervorgetreten. Dieselben beziehen sich auf Abänderungen der Reichsgewerbeordnung, ferner des Ge- nossenschastsgesetzes vorn 1. Mai 1889 und endlich der Concursordnung. Die Anträge erstgenannter Art bezwecken eine erhebliche Einschränkung des Hausirgewerbes sowie des Betriebes der Consurnvereine. In letzterer Beziehung ist hervorzuheben, daß die Consurnvereine auch dann einer besonderen Erlaubniß zum Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus bedürfen sollen, wenn sich der Vertrieb auf den Kreis ihrer Mitglieder beschränkt. Sehr weitgehend sind die vorgeschlagenen Einschränkungen des Gewerbebetriebes im Umherziehen und sollen z. B. eine ganze Reihe specieller Verkaufsartikel, wie Tabak, Cigarren, alle Lieferungswerke u. s. w. künftig vom Feilbieten im Umherziehen gänzlich ausgeschlossen sein. Die beantragten Abänderungen des Genossenschaflsgesetzes zielen ebenfalls auf eine Beschränkung des Geschäftsverkehres der Consumvereine. Hinsichtlich der Concursordnung endlich beantragt das Centrum eine Verschärfung derselben, wodurch hauptsächlich dem Treiben der böswilligen Concursmacher entgegengetreten werden soll. Jedenfalls werden die genannten Ccntrumsanträge im Reichstage, soweit sie überhaupt zur Beraihung gelangen, lebhafte Debatten veranlassen. vierteljähriger JMonnemetttsprei* i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. fRebaction, Lpxditt« und Druckerei: -chnkßrnte »r.H. Fernsprecher 51. Irrwege. Novelle von F. von Pückler. (4. Fortsetzung.) Angstvoll schmiegte sich das kleine Mädchen an ihn- eS war alles um sie her so fremd, so ungewohnt und nur Onkel Alfreds Nähe tröstete sie. „Mama ist beim lieben Gott und Du wirst sie Wiedersehen," hatte er gesagt und sie glaubte fest daran- sie sollte so lange bei ihm bleiben, das war eine wunddrschöne Aussicht ! Den Vater vermied sie scheu und ängstlich, denn sie kannte nur zu gut seine jähen Zornausbrüche, vor denen selbst Mamas sanfte Worte verstummten. Es war geschehen, der Sarg mit Alicens sterblicher Hülle hinabgesenkt in die Erde. Volkert, Waldstein und Isa weilten noch eine Zeitlang im stummen Schmerze an dem Grabe. Als sich dann Waldstein umwandte, um Volkert zur Rückfahrt aufzufordern, war dieser schon verschwunden. Kopfschüttelnd blickte Waldstein dann noch auf das stille Grab und auf das verlassene Kind und schritt dann langsam mit demselben dem Ausgange des Friedhofes zu. Bald darauf fuhren Waldstein und feine kleine Schutzbefohlene im geschlossenen Wagen in den Gasthof zurück und ersterer frug, ob Herr Volkert schon zurück sei. „Ja, er sitzt unten im Gastzimmer und hat sich soeben eine Flasche alten Wein geben lassen." Waldstein erbleichte, schickte Isa mit einem Dienstboten hinauf in sein Zimmer und ging selbst zu Volkert, er sand ihn mit geröthetcm Gesicht und in weinseliger Stimmung. jungen. ( 01ni8Ch D?1* Der Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener A«»itte«StSl-er -»abtn dem Anzeiger »ächrntlich dreimal Leigdegt Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß das Proviant-Amt Dackenheim fortgesetzt Hafer, Heu und Roggenrichtstroh (Flegeldrusch) vorzugsweise von Producenten ankauft. Gießen, den 2. Januar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. blondem Haar. . „Onkel Alfred, welch ein schöner Geburtstagjubelte Isa, denn sie war die erwachsene junge Dame. „Das habe ich mir vor allem gewünscht, mit Dir auf das Buchenplateau reiten zu können, sobald ich das neue Kleid besitze." Und sie blickte ganz befriedigt auf das knapp anliegende schwarze Reitkleid, welches die schlanke Figur noch mehr zur Geltung brachte- hatte ihr doch daheim schon der Spiegel gesagt, daß sie gut aussähe. „Und auch ich bin froh, mein Liebling, Dich aus der Pension zurück zu haben," erwiderte Herr v. Waldstein zärtlich, „denn wenn die Ferien vorüber waren und Du fort mußtest, wurde es so einsam hier." „O, aber Du hattest doch Tante Sophie und den schönen Wald, ferner die treuen Hunde und hier meinen braven Rappen. Wie anders hingegen war es für mich in der sei ich ausgestoßen in die äußerste Neueste Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 4. Januar. Die Abreise des Kaisers nach Sigmaringen erfolgt Sonntag Abend über Halle, Ritschenhausen, Würzburg', Mergentheim und Ulm, die Ankunst in Sigmaringen Montag Mittag um 1 Uhr. Die Rückreise erfolgt Mittwoch früh über Villingen, Offenburg, Karlsruhe, wo der Kaffer von Mittags 1 bis Abends 10 Uhr verbleibt. Saarbrücken, 4. Januar. Gegenwärtig sind 21,000 Arbeiter im Ausstande. In Puettlingen und Bexbach kamen Ruhestörungen vor. In Mittel-Bexbach wurde der zur Ruhe mahnende katholische Geistliche bedroht. Die gestrige Bildstocker Versammlung von etwa 3000 Personen ermächtigte den Vor- „Ah, mein lieber Herr von Waldstein, freut mich, Sie zu sehen! Ich muß mein Unglück mit eiserner Ruhe ertragen, denn ich muß morgen Abend im Circus auftreten, sonst verliere ich mein Engagement und kann bann verhungern. „Ich komme zu Ihnen wegen des Kindes, Herr Volkert, sagte Waldstein ruhig. . Ach charmant! Sie thun mir in der That einen Gefallen, denn wissen Sie, bei meinem neuen Engagement wäre mir das Kind eine Last." , Doch ich knüpfe eine ernste Bedingung an die Aufnahme Isas, Herr Volkert. Sie dürfen sich niemals in die Erziehung Isas mischen." „Nein, natürlich nichtNur reiten muß sie lernen, um einst als meine Tochter in der Manege zu brillieren. Ver- stehen Sie? Es that mir immer leid, daß meine arme Alice —" Er begann laut zu schluchzen, aber Waldstein unterbrach ihn rauh, während die Zornesader an seiner Stirn schwoll. „Still von ihr jetzt, Mensch! Wir wollen hier am Weintisch nicht Alicens Andenken schänden!" „Aber erlaubende doch!" rief Volkert ganz betroffen. „Nun, lassen Sie nur jetzt die Klagen, Herr Volkert! Es bleibt also dabei, daß Sie das Kind meiner Obhut überlassen?" t . „Ja, ja, Herr von Waldstein!" erwiderte der Kunstreiter schluchzend. Und er drückte das roihbaumwollene Taschentuch vors Gesicht, während Waldstein verächlich ihm den Rücken wandte und das Zimmer verließ. Der Schmerz des betrunkenen Kunstreiters verletzte sein eigenes herbes Leid- in Isas blauen Kinderaugen, bei ihrem heiteren Geplauder wallte er es vergeffen. Am anderen Morgen nahm Isa Abschied von ihrem Vater, der sich dabei ganz in Schmerz aufgelöst zeigte, Weßwer Anzeiger Keneral-Anzeiger. ermiffife Mlzen. nier «Panorama, sw3?* ,se Woche M^ues ,|j) /lkUs-t , taunbtv ^ieistumrc'chNndtt DarME-------— vntinll -MLL 1M ,7L -5 Mlt S®!r tntt LTlL,u "enntrthen. Archstect Steht. nS SuJWr, ntbn Wassel nb Gartenantheil, per 1. A ft. ru wnnittfa- J’ 2 im i. Stock. injÄlhErWlFr M® Ctänstrch, ist tht Logis öimmtrn mit oder ohne Lade« i venmethen. Euler, Strinfstahe 7, II, Heutau, Websteingasse 40, 5 Zimmer mit Zubehör, irt zu ter mieten. Hofmann, Schremrmeister. zergerichteie Wohnung, 7 Rimmer, gern nrdst Zubehör, Wasserleitung, anthck, gleich beziehbar, zu ver- (39J Marburgerstraße 13. Zwei Logis zu vermiethen. bei Metzger «ltiu, Brandgasse 2. Kleine Wohnung billig zu verstand des Rechtsschutzvereins, an Stelle der verhafteten Marken und Müller Ersatzmänner anzunehmcn. Der neue Präsident Limpert-Wusterweiler theilte mit, an das Ministerium sei eine Eingabe /abgegangen- sodann wurde Fortsetzung des Strikes beschlossen. Eine Versammlung von etwa 3000 Personen in Altenkessel beschloß, weiterzustriken, sowie kürzere Schichten und bessere Löhnung zu fordern. In den umliegenden Orten wurde mehrfach auf Beamte scharf geschossen- die Geistlichkeit wird in den Versammlungen heftig an- Se8tl$ati8, 4. Januar. Der „Eclair" erklärt, er sei ermäch- trat, zu versichern, daß im Cab in et durchweg das vollste Einvernehmen herrsche. Die Meldung, Floquet habe auf die Candidatur als Kammerpräsident verzichtet, entbehrt jeglicher Begründung- Floquet dürfte vielmehr der einzige republikanische Candidat sein. Journalist Tatitschew dementirt die Behauptung der „Libre Parole", daß er von den Geldern der Panama-Gesellschaft 500,000 Francs erhalten habe. — Der „Presse" zufolge bestände das Comits für eine Manifestation am 10. Januar in Folge des Austrittes der Socialisten nur noch aus Anarchisten, die entschlossen seien, um jeden Preis eine Volkskundgebung zn veranstalten. Newyork, 4. Januar. In der Strafanstalt zu Helena in Arkansas waren 18 Gefangene in auffälliger Weife gestorben und die Unionsregierung hatte einen Arzt dorthin zur Feststellung der Todesursache abgesandt. Derselbe hat nun sein Gutachten dahin abgegeben, daß die Gefangenen einer bösartigen Form von Cholera erlegen feien. Newyork, 4. Januar. 500 Maskirte griffen das Ge- sängniß zu Bakerville inNordcarolina an und lynchten den Mörder eines angesehenen Bürgers. Sieben Gensdarmen traten der Menge entgegen, wurden aber alle gelobtet. Von den Lynchern fielen 25, darunter angesehene Bürger. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 4. Januar. Die nächste Sitzung des Herrenhauses findet am 19. Januar statt. Auf der Tagesordnung steht die commissarische Berathung des vom Abg. Adickes- Franksurt a. M. eingebrachten Gesetzentwurfs, welcher den Städten zum Zwecke der Erleichterung von Stadterweiterungen Expropriatipnsrecht verleiht. Berlin, 4. Januar. Nach dem „Berliner Tageblatt ist als Gesandter der Vereinigten Staaten von Nordamerika für Berlin Dr. £ eint er, gegenwärtig Redacteur der „New- Yorker Staatszeitung", ausersehen. Karl Schurz dürfte nach Wien als Gesandter gehen. . Berlin, 4. Januar. Heber den Zweck der Hierherkunft des russischen Thronfolgers wird der I Börsenztg." mitgetheilt, der Thronfolger werde dem Kaiser I ein Schreiben des Czaren überbringen und sei ferner beauf- (4 r Stock ptr ÄM Mmvrii stethm.____________________[457 idwigrplatz 18 nn/t SBobnung zu Perm. M Mödlikies Zimmer, eoenL mit t, mit 1 oder 2 Selim an 1 oder in zu veimietben. MuSdurgT. in brfin W zuverm OCtt Zu erst, i. b. btn w vemiclhen. t Der seither von Henrn Gebe. r, Kreuzplatz H- __ tragt, die ersten Vorbesprechungen über die wirthschaftliche Annäherung Rußlands an Deutschland einzuleiten. Berlin, 4. Januar. Das Begräbniß des Abgeordneten Peter Reichensperger fand nach voraufgegangenem, vom Prälaten Jahnel celebrirten Requiem in Anwesenheit des Erzbischofs v. Stablewski, des Armeebischofs Aßmann, vieler Geistlichen, der Familie des Verstorbenen, fast, sämmtlicher Mitglieder der Centrumsfraction, sowie vieler Mitglieder anderer Parteien des Reichs- und Landtags und unter Theil- nahme der katholischen Vereine und der Studentenvereine mit Fahnen heute Mittag statt. Berlin, 4. Januar. Das Reichsseuchen-Gesetz gelangt noch im Laufe des Januars an den Bundesrath. Elberfeld, 4. Januar. Ein Großfeuer zerstörte das Waarenlager der Engros-Geschälte von Bueren & Eisfeller, sowie von Uhlhorn & Klußmann. Das Feuer begann heute früh um 6 Uhr; jetzt steht das Vorderhaus der letztgenannten Firma in Flammen. Saarbrücken, 4. Januar. Bei der heutigen Frühschicht sind 7824 Mann ungefähren, 1500 Mann mehr wie gestern. Die gestrigen Versammlungen, in welchen auch Frauen redeten, beschlosien auszuhalten. Bei Püttlingen soll auf Beamte scharf geschossen worden sein. Das Maschinenpersonal ist vollständig angefahren. Hamburg, 4. Januar. Hier und in Altona ist je ein neuer Cholerafall vorgekommen. Paris, 4. Januar. In ganz Frankreich herrscht eine starke Kälte. Die Seine ist zugefroren und die Schifffahrt unterbrochen. In Bordeaux sind in der vergangenen Nacht zwei Männer erfroren. Paris, 5. Januar. Eine offiziöse Regierungsnote kündigt neue gerichtliche Maßregeln betreffs der Panama- Affaire an. — Bourgeois empfing, obgleich er krank ist, gestern Abend den Generalprocurator- gleich darauf con- ferirte er mit dem Polizeipräfecten und dem Republikprocu- rator. Die geplanten Maßregeln werden geheim gehalten. Es geht das Gerücht, Clemenceau sei in letzter Nacht verhaftet worden. Freycinets Stellung ist durch die Enthüllungen Grouffets und in Folge seiner Beziehungen zu Herbette und dessen Verbindung mit Herz erschüttert. Paris, 5. Januar. Commissar Coster hielt gestern Nachmittag bei der Francs Egyptischen Bank Haussuchung. Das Comitö des Pariser Volkshauses protestirt gegen die Vorgänge, betreffend die sogen. Wohlfahrts-Haussuchungen. Eine Verständigung aller Fraclionen der Socialistenpartei soll im Gange sein. Rom, 5. Januar. Die Regierung brachte eincn Gesetzentwurf über das Vorangehen der Civiltrauung vor der kirchlichen Trauung unter Strafandrohung von Gefängniß und Verlust der Pfründe für zuwiderhandelnde Geistliche ein. Petersburg, 5. Januar. Der Czar ordnete wegen des herrschenden Nothstandes in verschiedenen Gouvernements den sofortigen Beginn vieler Straßen- und Eisenbahnbauten an und verbot, fremde Arbeiter dabei zu beschäftigen. Drontheim, 4. Januar. Im Gebirge herrscht eine ungewöhnliche Kälte. Auf Jensoold ist das Quecksilber gefroren. Ans dem Verwaltungsberichte der Grotzh. Bürgermeisterei Gießen. (Fortsetzung). Das für die unterirdische Entwässerung (Cana- lisation) aufgestellte Project des Stadtbauinspectors Steuernagel in Köln wurde dem als Autorität auf diesem Gebiete hochangesehenen Stadtbaurath Lindley in Frankfurt a. M. zur Begutachtung im Allgemeinen, wie zur Beantwortung der nachstehenden Fragen im Besonderen überwiesen: 1. Ist es zweckmäßig, den Stadtringgraben — wie geplant — zu erhalten bezw. zu rcguliren? 2. Sind bet Verzicht auf die Möglichkeit der Einleitung von Fäcalien erhebliche Vereinfachungen des Projectes, vielleicht überhaupt kleinere Dimensionen der Canäle zulässig'? 3. Ist eine über das Project hinausgehende Grundwasser-Senkung thunlich, bezw. nicht mit Alfred, es hatten sich zwei Parteien gebildet, eine für, die andere gegen mich." „Und weßhalb das, Kind?" „Weil ich nicht adelig bin und weil einige der Mitschülerinnen behaupten, meine Mutter sei eine Kunstreiterin gelvesen." „Dein Vater ist es, Deine arme, edle Mutter war aber nie eine Kunstreiterin, sondern nur die Frau des Circusbesitzers -und Kunstreiters Volkert. Deine Mutter war eine geborene Baroneß von Sinden. „Ich hatte auch Freundinnen im Institut," erzählte Isa lebhaft weiter, „diese erklärten, es sei ihnen ganz gleichgiltig, waö meine Mutter gewesen sei, denn sie liebten mich und würden cs trotz allen Klatsches thun. Die Gegenpartei, an deren Spitze Gerta von Ronau, eine sehr hochmüthige kleine Gräfin, stand, behauptete jedoch, es sei eine Schande für die ganze Pension, ein Circuskind wie mich zu beherbergen, und sie beschlosien, alles zu thun, um mich hinauszudrängen. Es waren mitunter sehr bittere Tage und Stunden, die ich aber hinnahm, ohne zu klagen." „Mein armes Kind, und sie wagten Dich zu beleidigen?" frug Waldstein. „Laß gut sein, Onkel, sie konnten mir wenig schaden, und ich wollte Dich nicht betrüben durch eine Klage/' „Graf von Ronau, der Vater der kleinen stolzen Dame, ist Präsident in der Residenz?" bemerkte dann Waldstein. „Ja, ich weiß eS," erwiderte Jfa, „und seine Tochter Gerta soll sich mit einem Prinzen Arloff verloben, der bei der Cavallerie in der Hauptstadt steht- man sagte, es sei eine Convenienzehe, die schon längst von beiden Eltern verabredet wurde." (Fortsetzung folgt.) unverhältnißmäßigen Mehrkosten verknüpft? 4. Stehen auch ohne Einleitung der Fäcalien die durch die Ausführung des Projectes zu erreichenden Dortheile tm Verhältniß zu den Kosten seiner Anlage, wie seines Betriebes? 5. Ist es zulässig und ohne erheblichere, doppelte Kosten möglich, nach Ausführung des Projectes auch die Einführung der Fäcalien vorzunehmen? Die sofortige Verfügbarkeit der in nächster Nähe der neuen Kliniken gelegenen städtischen Jsolirbaracke zur Aufnahme von ansteckenden oder von solchen Kranken, welche bei Uebersüllung der Kliniken dort keine Aufnahme finden könnten, wurde durch Anlage einer Telephonverbindung mit den Kliniken und Einführung der Wasserversorgung vollends gesichert. Die in 1880 begonnenen Verhandlungen wegen Reform der polizeilichen Milchcontrole für unsere Stadt konnten nach Errichtung des mit dem hygienischen Institut der Landes-Universität verbundenen, chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberhesien abgeschlossen werden durch die Publication der Milchoerkaufsordnung vom 12. October 1891. Für Verbesserung und Ergänzung des derzeitigen Friedhofes wurde durch Herstellung eines zur Ausnahme von an ansteckenden Krankheiten Verstorbenen bestimmten Anbaues an das Leichenhaus, sowie durch Chaussirung und Verbesserung einzelner Hauptwege Sorge getragen, während durch Ausnahme eines genauen geometrischen Planes mit Eintragung der Gräbereintheilung die Uebersicht, sowie die demnächstlge Erweiterung des Friedhofes erleichtert werden soll. Die Friedhofordnung wurde durch einige Zusätze ergänzt. Der Anregung, das gesammte Leichenbestattungswesen in die Hand der Stadt zu übernehmen, wurde zunächst keine Folge gegeben, nachdem die seit 100 Jahren dafür bestehende Leichenkaffe- Gesellschaft die Sätze für Benützung ihres einfacheren Leichenwagens angemessen erniedrigt hatte. Dank der im letzten Verwaltungsbericht hinsichtlich des Verbotes von Viehmärkten in Aussicht gestellten milderen Praxis, bezw. den dieselbe ermöglichenden verschärften Dor- ! sichtsmaßregeln in Bezug auf den hiesigen Viehmarkt konnten im Jahre 1891 wiederum 3 5 Vieh - und Krämermärkte dahier abgehalten werden (gegen 31 in 1890), auch der Zutrieb von Vieh hat sich wiederum ganz wesentlich gehoben, sodaß im Ganzen -zugetrieben waren: 22 603 Stück Rindvieh gegen 15197 in 1890, 11492 Stück Schweine gegen 7310 in 1890, 3 Pferde. Im Jahre 1891 wurden-im städtischen Schlacht- Ha u s e geschlachtet: 1370 Ochsen gegen 1434 in 1890, 202 Faselochsen und Kühe gegen 250, 1175 Rinder und Stieregegen 1129,6019 Saugkälber,Stoppelkälber,Hämmclund Schafe gegen 5629, 7831 Schweine gegen 6942, 4 Spanferkel gegen 9, 127 Pferde gegen 142 in 1890. Wennschon sich danach die Zahl der Schlachtungen im Allgemeinen wieder gehoben hat, so beweist doch die Verminderung der Schlachtung von Ochsen und die Vermehrung derjenigen von Kälbern, wie die hohen Fleischpreise noch immer in der Wahl der Fleischqualität ihren Ausdruck gefunden haben. Die seit Jahren durch die vereinigte juristische und Finanzcommission vorbereitete Reform des Octroi- wesens hat unterm 12. Juni 1891 ihr Ende gefunden in dem Beschluß der Stadtverordneteu-Versammlung, „von weiterer Reformarbeit in Bezug auf das städtische Octroiwesen nunmehr abzusehen", nachdem in der vorausgegangenen Sitzung der vor drei Jahren gefaßte Beschluß auf Aushebung des Octrois von Mehl und Backwaaren bei Stimmengleichheit nur durch Stichentscheid des Bürgermeisters aufrecht erhalten, zugleich aber neben der von den vereinigten Commissionen beantragten Deckung des dadurch entstehenden Ausfalles durch eine wesentliche Erhöhung der in Gießen unverhältnißmäßig niedrigen Octroisätze für Bier, und eine kleine Erhöhung des Octrois für Ochsen, entgegen dem Commissionsantrag auch die Heranziehung der in Diengen unter 5 Kgr. eingeführten Fleischwaaren und des kleineren Wildpretes beschlossen war. Einerseits war damit vereitelt, die Absicht der Commisyon, mit ihren Anträgen zugleich zu ermöglichen die vollständige Aufhebung unserer, für den Cousumenten ebenso lästigen, wie für die räumliche Entwicklung unserer Stadt nicht mehr ausreichenden, und darum zu kleinen Defraudationen geradezu verleitenden Octroierhebung bezw. Anmeldung an den vier Thoren der Altstadt- anderseits war festgestellt, daß für die Aufhebung des Octrois auf Mehl und Backwaaren bezw. dessen Ueberwälzung auf andere, leichter zu entbehrende Der- । brauchsgegenstände eine feste Mehrheit in dem Kreise der Stadtverordneten selbst nicht bestand. Wenn danach durch die Erklärung des Oberbürgermeisters, gegen jedes zur Durchführung des also festgesetzten Octroitarifs erforderliche Octroi- reglemeut stimmen zu wollen, Commission wie Stadlverord- neten-Dersammlung mit veranlaßt wurden, den Eingangs erwähnten Beschluß zu fassen, so wird dies dem Oberbürgermeister umsoweniger zu verübeln sein, als andernsalls dte vorgelegene, immerhin recht tief einschneidende Aenderung der Octroiverhältniffe nur unter Verzicht auf die erhoffte, wesentliche Vereinfachung der Controlle und am Ende gar nur nut der entscheidenden Stimme des Vorsitzenden durckzusühren gewesen wäre. Der nach Inkrafttreten der Landesfeuerlöschordnung erforderliche Erlaß einer Ortsfeuerlöschordnung wurde in Berathung genommen und sich dabei insbesondere bemüht, den Schwierigkeiten zu begegnen, welche für die Regelung dieses Gegenstandes aus dem seitherige'' Bestehen zweier frei willigen Feuerwehren ncbeneinande: ktwachsen. Abgesehen von sechs Zimmerbränden haben sich im Jahre 1891 zehn Brände ereignet. Durch einen unglücklichen Sturz bei einer Hebung mit dem Rettungsschlauch hat die Gießener Freiwillige Feuerwehr am 31. August 1891 ein wackeres Mitglied, den Eisendreher Wilhelm Löber, verloren- die Stadt hat ihren Antheil an dem schweren Unfall in verschiedener Form, unter Anderem auch dadurch bekundet, daß sie beschlosien hat, das auf dem Grabe freß Verstorbenen von seinen Kameraden errichtete Denkmal Seitens der Stadt in dauernde Fürsorge zu übernehmen. In dem Personal Großh. Polizei amt eß haben sich mehrfache Aenderungen ergeben: an Stelle de« al« Polizeicommisiär nach Darmstadt beförderten PosizeuccretarS Krämer ist der Reviercommisiär Bischoff in Offenbach getreten ; die Geschäste des technischen BeiratheS wurden dem Lehrer an der erweiterten Handwerkerschule, Traber, übertragen, und an Stelle des verstorbenen Schutzmanns Hinter und des abgegangenen Schutzmanns Grasmück sind getreten der seitherige Sergeant Schwarz und der Hilfsschutzmann Gemmecker, während der an Stelle des abgegangenen ^chneid- müller zum Feldschützen ernannte seitherige Hilfsschutzmann Steuerwald durch den Schuhmacher Erb ersetzt wurde. Außer den bereits angeführten Reglements kam noch zur Erledigung ein solches betr. die Bezeichnung der Fuhrwerke, während die Verhandlungen über anderweite Regelung de« Droschkentarifs nicht zum Abschluß gelangt sind. (Fortsetzung solgt.)_______ tocalcs unö provinzielles. Gießen, 5. Januar 1893. — Empfang. Seine Königliche Hoheit der G r o ß h e r z o g empfingen gestern u. A. den Realgymnasiallehrer Dr. Collin von Gießen. — Die Reichsbank hat ihren Privat-Discont auf 3pCt. ermäßigt. — Vortrag. Am 10. Januar, Abends 81/« Uhr, wird im Saale des Schützengartens zu W e tz l a r Herr G. Truppe! auf Veranlassung der Deutschen Colonialgesellschaft einen Vortrag über die Südsee-Jnseln halten, welcher mit Lichtbildern unterstützt wird. Die Mitglieder der Deutschen Colonialgesellschaft haben zu dem Vortrag freien Eintritt. Auf Wunsch der hiesigen Abtheilung, die Einladung erhalten hat, bringen wir dies hierdurch zur Kenntn'ß der hiesigen Mitglieder. — Neues Theater. Karl Gutzkows „Zopf und Schwert", mit welchem Herr Hacker morgen sein Gast spiel beschließen wird, gehört zu den geistreichsten und humorvollsten Lustspielen, die wir besitzen. Der preußische Gamaschendienst und knauserische Hofhaltung Friedrich Wilhelm L, mit all seinen komischen Eigenthümlichkeiten, daä Verhältniß dcs jungen „alten Fritzen" zu fernem Vater, deS König« Stellung zu feiner Gattin, seinen Ministern, seinem fuchS- schlauen und ränkevollen Kammerdiener, die Verhandlungen über das englische Heirathsproject mit seiner Tochter Wilhelmine, das berühmte Tabaks-Collegium und das Eingreifen dcS liebenswürdigen Erbprinzen von Baireuth in all diele eigen* thümlichen Verhältnisse, der die lustigste aller Comödien in« scenirt, die je an einem Hofe gespielt worden ist, das Alle« kommt so anschaulich und erheiternd zur Darstellung, daß die behaglichste und stellenweise erhebenste Wirkung unausbleiblich ist. Das Stück wird mit der ernstesten Sorgfalt vorbereitet und seine Wiedergabe wird einen würdigen Abschluß des Gastspiel« des Herrn Hacker bilden, der den Erbprinzen zu seinen besten Rollen zählt. — Verhaftet wurden gestern ein hiesiger Metzgergeselle, der zum Nachtheil seines Dienstherrn Kundcngelder veruntreut hatte, und ein Dienstmädchen wegen Fälschung von Legiti- mationspapieren. — Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 4. Januar den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alsseld Dr. Karl Koch zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Seligenstadt und den Gerichtsasiessor Dr. August Zimmermann aus Lollar zum Amtörichier bei dem Amtsgericht Alsfeld zu ernennen. -r- Ans dem Bufecker Thal, 4. Januar. Seit Beginn des neuen Jahres ist die Kälte mit solcher Strenge in unserem Thal aufgetreten, daß gestern Nacht daß Thermometer bis 18 0 R., an manchen Stellen sogar bis zu 20 0 R. unter den Gefrierpunkt gesunken war. Rur wenige Fenster sind vorhanden, von denen die Stubenwärme die Eisblumen ganz hiuwegzuthaueu vermochte. Selbst in den Zimmern, die bis spät Abends geheizt werden, gefriert meist daS Wasser bis zum auderu Morgen. Die Saat ist durch eine leichte Schneedecke geschützt, den Vögeln aber ist dagegen durch den Schneefall alleö Futter abgeschnitten. Hilfesuchend kommen sie vor die Wohnungen, um dort ihren Hunger zu stillen. Im Freien findet man bereits eine größere Anzahl dieser Thierchen, welche der Härte deS Winter« zum Opfer gefallen. Der Barmherzigkeit guter Menschen ist hier zu helfen Gelegenheit geboten. A Von der Ohm, 4. Januar. Die verfloßene Nacht war bis jetzt die kälteste des diesjährigen Winters. DaS Thermometer »zeigte um 11 Uhr Nachts 11 Grad Kalte nach Reaumur. Gegen Morgen war die Temperatur um 3 Grad milder geworden. Q Grünberg, 4. Januar Ein entsetzlicher U n glück s- fall ereignete sich gestern Morgen auf der im Bau begriffenen KreiSstraße nach Weickartshain in der Nahe der oberen Ziegelhütte. Zur Bewerkstelligung der Erdarbetten benutzten die Arbeiter Rollwagen. Don einem Zug dieser Rollwagen fiel ein 23jähriger Arbeiter herab, kam zwischen die Räder und diese schnitten ihm den Kopf buchstäblich vom Rumpfe ab. M. Herbstein, 3. Januar. Ein Fall, der w-eder einmal daran erinnert, daß man nut Fuhrwerk nicht vorsichtig genug umgehen kann, ereignete sich heute. Der Landwirth Eichenauer von Rixfeld hatte vor einer hiesigen Wirth- schäft sein Pferd in den Schlitten gespannt und war tm Begriff, in denselben einzusteigen, wobei er mit ber einen Hand die Zügel, mit der anderen den Schlitten hielt. In diesem Augenblick bäumte sich das Pferd hoch auf und stürmte mit dem Schlitten in mächtigen Sätzen davon. Der Fuhr mann wurde zur Seite geschleudert und verlor die Zügel. >.,7*** •Ä h°b-n sJ .M als ®*fi i«3 iCttti« ’"tnW«it, r" °n btm beneu Schukm» ^ ü6tt: 16 GrasLk 7 fnter und der 7 Meters Kltltttqc S®** « fcb et[t9 : °*4e ■£?** ^wzieu^ Mtt, 5. Januar 1893. ^Hoheit der Trokkerrn» KnwasMehrer Dr. (5olliJ ' drivut.Diseant auf ' , Abends 8y. Uhr, n-ird etzlarhenG. Trnppel Calomalgesellfchaft einen welch« mit 16 der Drachen m §8ontQ9 freien Eintritt. Jn9/ die Einladung erhalten 1 zur Kenntn-'ß der hiesigen Gutzkows „Zops ^d 'acker morgen sein Gast- den geistreichsten und Humor- - Dcr preWche Gamaschen- ang Friedrich Wilhelm L, rwlichkeiten, das Aerhältniß seinem Later, des Königs en Ministern, seinem fuchs- icrdicncr, die Verhandlungen mit seiner Tochter Wilhelmine, im und das Eingreifen des Bnireuth in all diele eigen- ? luftigste aller Comödien in- ’fpidt worden ist, das Alles nternd zur Darstellung, daß 1 erhebenste Wirkung unaus- mit der ernstesten Sorgfalt wird einen würdigen Abschluß bilden, der den Erb'grin^n ru ein hiesiger Metzgergeselle, thenn Kundengelder veruntreut wegen Fälschung von Legiti- Konigliche Hoheit der Grog- -w>hi: °m 4. Ja°« d-° ■L MW !)'■ M sgnW W*“ “l,bJ™ Zimmermann aus Lollar „s.(rid)t *16 i" ial 4. 3W. Seit Sejim. tt mit f* "ww selbst inben 3'® ^Ql'l’er bis Saat ist 0UltN hur* btn 15*"’f0,T" finit»"; t>tt ' „ (tto. 'S t® 97‘ m Lvffr F . Di- Ä Ih- «*Lrlw»» en n>ar vir ein -"'Eh«"»-» bt‘ Borg«1 0ULl ttt * * ti(fatt86«1" 1 h„ 6t6«,bel " S**ÄÖ*** ** ' M.1*1 t«»** ** *2S B 8»C f'* t ei««* w«r irn li 60il‘ gtipao«1 btt elf." stli'«” 5« t. 3“ Die an dem Brunnen stehenden Leute konnten noch rechtzeitig ausweichen, nur ein Mädchen lief in der Verzweiflung gerade in das Fuhrwerk hinein. Das Pferd setzte über das Slinb hinweg und wurde letzteres von dem Schlitten überfahren, ohne glücklicher Weise ernstere Verletzungen davonzutragen. Nun gings rasenden Galopps in die offene Einfahrt des Suppes'schen Gartens, der mit dickem Draht ein- aezäunt ist. Hier wurde ein im Wege stehender Wagen bei Seite geschleudert, der Zaun wie Zwirn durchbrochen. Pferd unb Schlitten stürzten von der cq. drei bis vier Meter hohen Mauer hinab auf die Staatsstraße. Der Schlitten zerschellte in zahlreiche Stücke, während das Thier kein Glied am Leibe regte. Der telegraphisch herbeigerufene Kreisthierarzt con- flatirte -innere Verletzungen, die ein baldiges Verenden des Pferdes vermuthen lassen. § Vom höheren Vogelsberg, 4. Januar. Seit Anfang des neuen Jahres ist hier eine bedeut ende Kälte einge- tiften, tagsüber thauen die Fenster nicht auf. Das Thermometer zeigt 10—12° — R. Rahen und Krähen sieht man schaarenweise auf den Millstätten versammelt. Nieder-Weisel, 4. Januar. Heute fand hier die Wahl e nes Beigeordneten statt und wurde der seitherige Beigeordnete Herr Conrad Haub 17. fast einstimmig (3 Stimmen wurden auf andere Personen abgegeben) wiedergewählt. Dies Resultat ist für unser Dorf um so erfreulicher, als bei den metsten Communalwahlen in hiesiger Gegend es nicht ohne harte Parteikämpfe abging. Wünschen wir dem Herrn Beigeordneten, daß er noch lange zum Wohle Nieder-Weisels sein Amt führe. A Mainz, 4. Januar. Nach den heute Mittag an die hiesigen Dampfschiffsagenturen gelangten Nachrichten steht das Rh ein eis geschlossen von der Lorletz bis oberhalb der „Pfalz" bei Caub. Stromaufwärts soll sich das Eis oberhalb Worms an dem sogenanten Roxheimer Loch gestellt haben- nichts destoweniger kommen große Eismassen hiervor- übergetrieben. Um die Mittagsstunde trat hier heute auf kurze Zeit ziemlich heftiger Schneefall ein. — Ein Straßenraub gemeinster Art wurde vorletzte Nacht in einer in der Nähe des Rheins gelegenen Straße hier verübt. Ein auf dem Wege nach seiner Wohnung befindlicher Herr stürzte aus einer glatten Stelle und verletzte sich hierbei derart, daß er sich nur mühssam auf den Beinen halten konnte. Unfern seiner Wohnung nahte sich ein Unbekannter dem Gestürzten' und erbot sich, denselben nach Hause zu begleiten, was mit Dank angenommen wurde. An der Behausung des Gefallenen angekommen, zog der letztere seine Börse, um sich seinem Begleiter durch ein Geldgeschenk erkenntlich zu zeigen. Kaum wurde indeß der Samariter des wohlgefüllten Geldbeutels ansichtig, als er ihn entriß und damit im Dunkel der Nacht verschwand. vermisch Les. TT Hersfeld, 4. Januar. In dem Dorfe Motzfeld bei Friedewald machte dieser Tage eine Zi g e u n e r b a n d e Halt und schlug ihr Lager auf. In einem Wagen entstand nun in Folge Ueberheizens des Ofens Feuer und brannte dasselbe bis auf einige Bretter und das Untergestell nieder, trotzdem die in der Nähe befindlichen Zigeuner alles aufboten, um den Brand zu löschen. In dem Wagen befanden sich vier kleine Kinder im Alter von 5—8 Jahren. Sämmtliche Kinder erlitten starke Brandwunden, zwei so schwer, daß sie alsbald verstarbcn. Auch die Zigeuner, welche die Kinder aus den Flammen retteten, haben schwere Brandwunden davongetragen. Die Eltern der Kinder und der Besitzer des Wagens waren gerade abwesend. Der Mann heißt Stephan Hoffmayn, ist in Wien geboren und wohnt in Lauterburg im Elsaß. Er ist mit einem Wa-rdergewerbeschein, welcher zum Musikmachen im Umherziehen berechtigt, versehen. Ganz seid, bedruckte Foulards Mk. 1.35 bis 5.85 p Mir. (ca. 450 versch. Disposit.l — sowie schwarze, weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk 18.65 per Meter — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc (cm 24i) versch. Qual, und 20(0 versch. Farben, Dessins rc) porto- und zollfrei. Muster umgehend. Seiden-Fabrik 6. Henneberg (k. u k. hoa.), Zürich. CMilrsmWkn. Das Concursverfahren über das Vermögen des Uhrmachers Wilhelm Schön zu G i e ß e n wird auf Grund rechtskräftig bestätigten ZwangSver- gleichs hierdurch aufgehoben. Gießen, 31. December 1892. Großherzogliches Amtsgericht. ________Gebhardt.______[286 Freitag den 3. Februar 1893, Nachmittags 2Vz Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Gastwirth Peter Jmmel Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 35 Nr. 116 — 869 Meter Acker aus dir Tanne, Flur 35 Nr. 117 — 869 Meter Ocker daselbst, Flur 35 Nr. 118 - 869 Meter Acker daselbst, Flur 35 Nr. 118s/10 - 325 Meter Acker daselbst, Flur 35 Nr. H8‘/io - 362 Meter Acker daselbst, Flur 35 Nr. U88/10 — 225 Meter jAcker daselbst, Flur 50—71 Nr. IVi» - 608 Meter Hof- raitbe, die Liebigshöhe, Flur 50-71 Nr. l«/io — 35074 Meter Acker daselbst, Flur 50-71 Nr. V/io — 80 Meter Halle daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 23. December 1892. Großh. Ortsgericht Gießen. __3.21.: Bogt._________274 Donnerstag, 5. Januar, Nachmittags 2 Uhr, zu Gießen in der Bieker'schen Hofraithe sollen gegen Baar öffentlich versteigert werden: 1 Pianino, 1 Garnitur Polstermöbel, 1 Posten Cigarren. 1 Cassaschrank, 1 Secretar, 2 Verticows, 2 Sophas u. s- w Versteigerung vorauss. theilw. bestimmt. Engel, 221 Gerichtsvollzieher. Aeikgeöotenes. Die beste Schrotmühle für . alle Sorten Körnerfrüchte ist vorräthig und wird zu billigst gestelltem Preise verkauft bei [275 A. ECrcSIj Eeltcrsweg. Das Schuhfett Marke Büffelhaut hat sich langst als das beste Leder- Conservirmittel bewährt; es macht und erhalt das Schuh- und Lederzeug wasserdicht, dauerhaft und weich, verhindert das E-nschrumpsen des naß gewordenen Leders, paralysirt die schädlichen Wirkungen säurehaltiger Wichse und ermöglicht tägliches Glanzwichsen der Stiefel selbst bei nasser Witterung. Die kleine Mehrausgabe für dieses Erhaltungsmittel gegenüber billigeren Präparaten zahlt sich durch Ersparniß . am Lederzeug zehnfach wieder. r Auf die Schutzmarke »Büffelharrt" ' Marko BülTollaut. ist wegen der vielen minderwerthigen Nachahmungen wohl zu achten. Büchsen iX 25 und 50 Pfennig sind sammt Gebrauchsanweisung in folgenden Handlungen zu haben: in Gießen bei: Gebe. Adami, Mäusdurg 14. Drebcs & Wallenfels, Maiktpl, Fr. Leo. Selterswe^, Ang. Noll 11., Bahnhofstraße. Alsfeld: Gg. Hill, Krause, N., Werner Gebauer. Butzbach: Rob. Schmidt. W. Seippel Wwe., Jac. Steinhäuser, Ernst Vogt. Ariedbergr W. Bernbeck, Wiih. Äörtsch, I. L. Pauly, Franz Stamm. Grünberg r Earl Schmierer, E. WillemS. Bad'Nauhetm: H. Kegelmann, Rich. SMwaab, 205] Rich. Wörner. Bekanntmachung, das Statut der Ortskrankenkasse Gießen betreffend. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß für die Orts- L aiifenfaffe Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1893 ab ein neues, auf Grund des Krankenversicherungsgesetzes in der Fassung des Reichsgesetzes vom 10. April 1892 revidirtes Kaffenstatut erlassen worden ist. Mit diesem Zeitpunkt tritt das bisherige, unterm 9. Januar 1885 genehmigte Statut außer Wirksamkeit und es gelangen von jetzt ab nur noch Quittungsbücher mit dem neuen Statut zur Ausgabe, bezw. werden die bisherigen Quittungsbücher außer Wirksamkeit gesetzt. Gießen, den 2. Januar 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________________ Gnauth._____________________ [250 Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf § 10 der Bedingungen für den Bezug von Wasser aus der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden .Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Wassermesscr für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. dgl. möglich zu machen. Gießen, 5. Januar 1893, Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 265 N- 4711 EAU DE COLOGNE E CD C CD CD ca a z: ca S3. CO 5 S n> c* s cd M CO «S CD ■tt i- (Blau-Gold-Etiquette) Ford. Mülhens, Köln. Anerkannt als die Beste Marke. Vorräthig In fast allen feineren Parfümerie-Geschäften. Fst. mar. Häringe, q Schluff des Ausverkaufs am 15. Februar 1893. 163 O o Huth & Marktplatz 5, Gießen, g ÖOOOOÖOOOOÖOOOOOOOIOIOOOOQQQOOQÖ0000000 it Special-Kaffee- u.Theehandlung. ♦ von ♦ M. M. T IVJLe 1TH-. X Gießen, Bahnhofstraße Nr. 6. ♦ * Hierdurch beehre ich mich anzuzeigen, daß ich hier Bahn- ♦ hofftraffe 6 ein ♦ ♦ Special-Geschäft ♦ ♦ in Kaffee, Thee, Cacao und Chocolade x ♦ errichtet habe. Besondere Sorgfalt widme ich der Kaffeebrennerer, T ♦ indem mit Berständniß gewählte Sorten nach bewährter Methode ♦ ohne jeden Zusatz geröstet werden. ▼ ▲ Ich bin bestrebt, etwas Gutes preiswerth zu liefern ♦ a und empfehle mein Etablissement dem Wohlwollen des verehrlichen T Publikums. Hochachtungsvoll ▲ > M. M. Rothschild. ♦ ▲ Gießen, den 2. Januar 1893. 164 OOOOOOOOOOOOOOOOOOIOIOOOOOOOOOOOOOOOOOO 9 Um für die von Mitte Februar an eintreffenden o o Neuheiten für Frühjahrs und Sommer-Artikel o O Platz zu gewinnen, arrangiren wir einen großen 8 Räumyiiys»Ai!Sverkaoi g sämmtlicher Herbst- nnd Winter-Waaren zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. Wiih. Wlrslg, Handschuh-Fabrik Sclterswcg 10 empfiehlt sein Lager echt^ ziegenlederner Glae^-, Dänischen, Doxcin-, Wild- und allen Arten Stoff-Handschuhen. Anfertigung nach Maass. Das Neueste in Cravatten, Shlipsen, Hosenträgern, Tri- cotagen, Herren - Hemden, Kragen, Manschetten und Manschetten-Knöpfen. 10455 KMImversnI-11. Guilimi-Mijsche. 210 empfiehlt in anerkannt bester Waare Heinrich Zell J waldsaarten-Neustadt 79. "fr Oswaldßgarten-Neustadt Auswahl der einzelnen Journale den Wünschen der Abonnenten überlassen. 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Der praktische Natbgeber hat die Aufgabe, allen denen, die ihren Garten selbst bewirthschaften, sei es, daß sie Obst ziehen, Gemüsebau treiben, oder ihre Blumen selbst pflegen wollen, dauernd Anleitung zu geben, wie sie am practtschsten, billigsten und sichersten ihren Zweck erreichen. Vier wissenschaftlich gebildete Gärtner sind an der Redactton angestellt. Der practische Rathgeber besitzt einen Versuchsgarten, unter seiner Leitung steht neuerdings ein Musterqarten von 45 Morgen, in welchem in diesem Jahre besonders Kartoffelneuheiten p'obirt sind. — Auch ist mit der Redaction eine Veisuchskrllerei verbunden, in welcher Obstweine noch stets verschiedekten Methoden und Recepten gekellert werden. Man abonnirt bet der Post oder in jeder Bu-^bandlung. Vom ersten Januar an erhält der „Ratbgebe," viertelt, eine viel« farbige, künstlertschetvetlage, ohne daß der Abonnementspi eis sicherdöht. 3 pCt. Reichsanleihe 3