MeE. NtiMß-H । 5 Stoma «I tu oermiet-en. ku, MHL m Dtrnriet^tn- burfltrftWj WvhnM0011 imJtiSSS- MsjUVttlnlÜhD LlbMnsilaßt^. Tjnimtr/O’ L'SK 1893 Dienstag den 5. December Nr. 286 Erstes Blatt 2lintr- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. Annahme von «njeigtn zu der Nachmitcag» für den felgtnfcm tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr Die eigener M«»lkte«»ktlter •»erben dem Anzeiger »OchaUlich dreimal hai^legt. Der Ghchener Anz-tger «scheint täglich, Wtt lulnabmt de» Montag» wurde der Handelsvertrag mit Spanien angenommen. 15 Stimmen waren dafür, dagegen stimmten 2 Centrumsabgeordnete und 4 Conservarive. Berlin, 2. December. Heute Nachmittag wurde die Nr. 49 des „Socialist" polizeilich confiscirt wegen des Artikels „Ernste Zeiten", welche sich in heftiger Weise gegen die heutige Gesellschaft wendet und ihr die Schuld an den wieder in Aussicht genommen. Berlin, 2. December. Die Cholera-Ueberwachs- stationen, sowie die SanÜgtSwachen in Berlin, Stralau, Rathenow und Eberswalde wurden aufgehoben. Berlin, 2. December. In der Reichstags Commission BiertestLhriger JH#enetnent»K*| 2 Mark 90 Psg. *M Bringerlohn. Durch die Post begpg* 2 Mark 60 VH- Rrtatnon, Lrpedteta» und Druckern: -chntßrntrNr.? - Femsprechn 51. London, 2. December. Von hiesigen Anarchisten werden Flugschriften an die französische Armee vertheilt. Unter Anderem werden die Soldaten aufgefordert, ihre Offiziere zu erschießen. Sofia, 2. December. Wie aus osfizieller Quelle gemeldet wird, war der wegen deS geplanten Attentats auf den Fürsten Ferdinand von Bulgarien verhaftete Jvanow Lieutenant in der bulgarischen Armee, entfloh vor Jahresfrist aus der Garnison Ruftschuk nach -Ünterschlagung von 3000 Francs nach Rußland und unterhielt dort Beziehungen mit den Emigranten, welche ihn überredeten, nach Bulgarien zurückzukehren und womöglich den Prinzen Ferdinand und Stambulow zu tödten Jvanow kehrte imPctober unter falschem Namen zurück und setzte sich ins Einvernehmen mit seinem jüngeren, das Gymnasium in S>ofia besuchenden Bruder. Beide planten das Attentat während des Aufenthaltes des Hofes in Philippopel, fänden aber keine Gelegenheit zur Ausführung desselben. Als der Prinz am Freitag nach Sofia znrückkam, folgten ihm die Brüder Jvanow, der ältere derselben wurde jedoch von einem anderen in demselben Zuge befindlichen Emigranten erkannt und einem GenSdarmen denuncirt. Der Anarchismus. Bereits die jüngsten Dynamitatrentate in Spanien und Frankreich mit ihrem grausigsten Verbrechen, der entsetzlichen Bombenexplosion im Teatro Sicco zu Barcelona, hatten die allgemeine Aufmerksamkeit erneut in zwingender Weise dem Anarchismus, dieser unheimlichsten Ausgeburt des modernen Berbrecherthum-, zugelenkt. Nunmehr ist dies abermals geschehen durch die von französischer Erde aus versuchten verbrecherischen Unternehmungen gegen Kaiser Wilhelm und den Reichskanzler Grafen Caprivi- denn es kann kaum mehr einem Zweifel unterliegen, daß diese glücklicher Weise noch rechtzeitig vereitelten nichtswürdigen Bubenstücke ebenfalls auf das Conto des Anarchismus zu setzen find, obwohl man von ihren eigent- ltchen Urhebern noch keine bestimmte Spur aufgefunden hat. Von Berlin auS wird es jetzt zwar aus leicht durch- *?• ttttir 8«, wtaiButeau * [9915 um ein Volksmonument, sondern um ein Denkmal der Dynastie." Diese Nachricht ist falsch. Seine Majestät haben sich in solchem Sinne niemals geäußert. — Aus dem Reichstage. Der Senioren Convent trat heute wieder zusammen und machte sich über die Besetzung der Commissionen nach dem Stärkeverhältniß der Fracrionen schlüssig. Es wurde beschloffen, die bisher gewählten Commissionen unberührt zu taffen und die neu auf- gestellte Berechnung für die fernerhin zu wählenden Commissionen Eintreten zu lassen. Nach dieser Berechnung wird die Reformpartei zum ersten Male im Senioren Convent und den Commissionen je nach der Stärke der Commissionen vertreten sein. Zum Vorsitzenden der Budgetcommission, die heute gewählt wird und in der auch die deutsche Reformpartei zum erftenmale vertreten sein soll, ist v. Kardorff (Reichsp.) Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. n äu dieser e nach bem wieder- 9954 Deutscher Reichstag. 11. Sitzung. Samstag den 3. December 1893. Auf der Tagesordnung steht »unäcbst die erste Berathung deS Gesetzentwurfs detr. die Gewährung von Unterstützungen an Jnvattven aus den Kriegen vor 1870 und deren Hinterbliebenen Der Entwurf bezweckt Gleichstellung der Invaliden aus den Kriegen vor 1870 mit denen aus dem Kriege 1870/71. < Abg. Krop ätsche! (cons.) begrüßt den En wurs, mit dem einer Anregung des Reichstags entsprochen wtrd^ mit Freuden. Eine commissarische Vorberalhung sei indeß nothig mit Rücksicht auf d v, welcher bestimmt, daß dem Königreich Bayern zur Bestreitung der gleichartigen Ausgaben alljährlich eine Summe überwiesen wird, welche sich nach der Höhe des thatsächlichen Aufwandes für Ang<> hörige des Reichsheeres und deren Hinterbliebenen, im VerhalMttz der Kopfstärke des bayerischen MUitärconttngentS zu jener der übrigen Thetle des Reichsheeres bemißt. Er bezweifle, daß d e Zahl der bayerischen Invaliden von vor 1870 ebenso groß ist, als z. B. die der sächsischen. Bayr. Generalmajor v. H a a g erwidert, daß das vorgenommene Derhältniß dem thatsächlichen Bedarf entspreche. Abg. Fritzen (Etr.) wünscht dringend, daß das Gesetz noch vor Weihnachten zu Stande gebracht werde; da es für Tausende von Familien eine große Wohlthat bedeute. Abg. v. Schöning (cons.) behält sich einen erweiterten An- traß Abg. vr. Pieschel (nl.) wünscht, daß das Gesetz mit dem 1. April a.c. in Kraft gesetzt werde und weist auf verschiedene noch sonst bestehende Härten hin, so die, daß die VerstümmelunaS- zulagc niedriger sei als die Entschädigung für den Rtchtgenuß des Ctoilversorgungsschetns. m ai Abg. Herbert (Soc.): Wir werden für daS Gesetz stimmen, weil es eine Ungerechtigkeit beseitigt und wir werden auf Beseitigung weiterer Ungerechtigkeiten hinwtrken. . Abg. Dr. Böcke! (Reformp ): Am schlimmsten sind Diejenigen daran, die im Feldzuge nicht verwundet wurden, aber später infolge der Strapazen erkrankten und arbeitsunfähig wurden und die nun nicht den Nachweis führen können, daß ihr Leiden auf den Feldzug zurückzuführen ist. Jedem, der einen Krieg mitgemacht und der bedürftig ist, gebührt ein Ehrensold aus dem Jnvalidenfonds. Nur wenn wir uns aus diesen Standpunkt stellen, erfüllen wir unsere patriotische Pflicht. . e Generallieutenant v. Spitz: Die Militärverwaltung muß sich an das Gesetz halten und dieses schreibt den fraglichen Nachweis vor. Es wird mit möglichstem Wohlwollen geprüft. Der Entwurf wird an die Budgeicommtfsion verwiesen. Es folgt erste Berathung der kaiserlichen Verordnungen betr. die Erhebung eines 50procentigen Zollzuschlags für die aus Rußland bezw. aus Finnland kommenden Maaren. Abg. Molker (nl.): Hoffentlich ist es möglich, den Zollkrieg bald zu beenden, da derselbe auf beiden Seiten Wunden schlägt; es wäre thöricht, zu untersuchen, auf welcher Seite die Wunden schwerer sind. Der Zollzuschlag soll Rußland treffen, es sollen aber deutsche Kaufleute nicht geschädigt werden. Stach dieser Rtch- tüng hin wird hoffentlich die Regierung befriedigende Erklärungen, abgeben. Abg. Rickert (srs. Vereinig.): Wir enthalten uns eines Antrags zu der Vorlage, da wir der Regierung die schwebendm Verhandlungen nicht erschweren wollen. Dringend nöthig ist eine beschleunigte Entscheidung über die Anträge auf Zollnachlaß für bona fide nach Erlaß der Verordnung aus Rußland etngeführte Maaren. „ Staatssecretär Graf Posadowsky: Es werde jeder Fall einzeln geprüft und wo bona fide gehandelt worden, eine wohlwollende Beschlußfassung erfolgen. _ Abg. Frhr. v. Heermann (Etr.) empfiehlt eine in Gemeinschaft mit Abg. Möller zur zweiten Berathung gestellte bezügliche Resolution. . t , Abg. Schönlank (Soc.): Wir sind Gegner der Schutzzölle und Zollkriege und stimmen daher gegen diese Zollordonanzen. Abg. Graf Kanttz (cons.): Durch einen russischen Handelsvertrag würde die ostpreußische Lanbwirthschast ruinirt. Ein ostpreußischer Landwtrth habe ihm geschrieben: Diesen Herbst haben wir den Winterroggen bestellt, wenn der Vertrag kommt, tonnen wir Kanarienvögel mästen. (Heiterkeit.) Abg. v. Sa lisch (cons.): Die russische Einfuhr schädige vielfach den Heinen Mann; fie habe dm deutschen Flachsbau vernichtet sichtigen Gründen unternommen, die Attentatsversuche gegen Kaiser und Kanzler als Dumme-Jungen-Streiche zu qualificiren und somit das geplante Doppelverbrechen als ziemlich harmlos hinzustellen. Dem gegenüber steht indessen fest, daß die Höllenmaschinen von Orleans allerdings eine entsetzliche Katastrophe hätten Hervorrufen können. Diese neueste Unthat der anarchistischen Berschwörerrotte steht demnach in ihrem gemeingefährlichen und nichtswürdigen Charakter den bisherigen anarchistischen Verbrechen durchaus nicht nach. Unter diesen Umständen gewinnt die Frage nach dem Ursprung und der Entwickelung des Anarchismus aufs Neue an actuellem Interesse. Als der Vater des modernen Anarchismus I sozialistischen Verhältnissen beimißt, gilt der sianzösische Socialist Proudhon (gestorben 1865 zu Hannover, 2. December. Der Kaiser hielt bei der Passy bei Paris), der in feinen bizarren socialen Schriften gestrigen großen Parade eine eindringliche Ansprache an die namentlich daS System der sogen. Herrschaftslosigkeit aus- Reitschule commanbirten Offiziere, wobei auch die Vor- stellte und vertheidigte, nämlich einen Zustand der Dinge in » bei bcm Spielerpro-eß zur Sprache gekommen sind, der menschlichen Gesellschaft, in welchem Jeder ganz feinen I Springe, 2. December. Seine Majestät der Kaiser eigenen Neigungen folgen darf, in welchem es weder eine I ^gab sich nach der Ankunft an der Kaiserallee allein auf die Autorität von einzelnen Personen noch der Gesammtheit gibt. Pasche auf Damwild im Saupark. Später fand ein ein- Von einer nothwendigen Vernichtung des Staates als solcher fle^tcntcg Jagen auf Schwarzwild im Hallerbruch statt, an hatte aber Proudhon noch nicht gesprochen, diesen neuen toeld)em baS Gefolge Seiner Majestät, General Graf revolutionären Grundsatz führte erst der Russe Bakunin ein. Waldersee, der Landesdirector v. Hammerstein und der Bakunin behauptete, die völlige Frecheit des Individuums Kommandeur des Königs-Ulanen-Regiments Oberstlieutenant bedinge die vorherige Zertrümmerung einer jeden StaatSform, t Ps^el theilnahmen. er empfahl daher die vollständige Untergrabung der öffentlichen München, 2. December. Kammer derAbgeord- Ordnung, an deren Stelle eine alle Menschen gleich ver- I neten< Bei der heute begonnenen Specialberathung des bindende, friedliche Solidarität treten sollte. Bemerkenswerther Militäretats stimmten die Bauernbündler und Socialisten Weise wollten jedoch weder Proudhon noch Bakunin von der ba8 Gehalt des Kriegsministers wegen der Ansichten Verwirklichung ihrer utopistischen Ziele auf dem Wege rück- ^ff^en über das Duell. Der Kriegsminister v. Asch er- sichtslofer, mit allen Mitteln betriebener Zerstörung des Be- Liberte auf die Ausführungen ber Abgeordneten v. Bollmar stehenden etwas wissen, das Betreten einer solchen gemalt- unb b Stauffenberg, daß in den Jahren 1890 und 1891 famen Bahn wurde vielmehr von den nachfolgenden neueren t G^würfe einer Reichsmilitärstrafprozeßorbnung aus- Vertretern ber anarchistischen Lehren verfochten, unb in welcher gearbeitet worben feien, jedoch nicht die kaiserliche Sanction sürchterlichen Art die Praktiker des Anarchismus auftreten, erJjaltcn hätten. Die bayerische Regierung halte an ihrer dies haben ja eine Unzahl schändlicher Thaten feit etwa vorjährigen Erklärung über einen künftigen Reichsgesetzentwurf anderthalb Decennien bis herab auf die jüngste Gegenwart obwohl nach seiner persönlichen Ansicht die Oeffentlichkeit gezeigt. des Verfahrens für die Armee kaum Vortheilhaft fein würde. Längst ist darum schon an den Platz des rein theoretischen Fortsetzung der Spezialberathung wurde auf Montag Anarchismus, welcher sich darauf beschränkte, lediglich das vertagt. Princip der allgemeinen Vernichtung und des Kampfes Aller Stuttgart, 2. December. Anläßlich der glücklichen Ab- gegen Alle zu predigen, der practische Anarchismus getreten, Sendung ber Attentatsversuche fanbte König Wilhelm an ben der durch Mord unb Gewaltthat jeder Art unb unter An- Deutschen Kaiser unb an ben Reichskanzler Grafen Caprivi Wendung der rücksichtslosesten Kampfmittel gegenüber Staat Glückwunschtelegramme. unb Gesellschaft seine Endabsichten zu verwirklichen trachtet. __=_=__==__=_— Gebieterischer denn je erwächst darum ben Regierungen bie I . Pflicht, endlich mit allen zu Gebote stehenden Mitteln das ZlUSUXIlO. lassen, wenn alle Mächte gemeinsam gegen ben Anarchismus der neuerdings entstandenen Differenzen, daß die vorgehen, derselbe stellt eine internationale Verschwörer- unb schaftlichen Beziehungen zwischen bem Vatican unb Oesterreich Sä » V »»'S M -• ÄASÄÄ "Sw «M> -»'S»®» »» «— - «;w« — »-*• >“ dem Publikum circuliren unb hofft man, baß baffelbc gute Deutsches Reich. Dienste leisten werde. Berlin, 2. December. Offiziöses Dementi. Der London, 2. December. Heute wurde hierftlbst ein „Reichsanzeiger" meldet im amtlichen Theile der heutigen Manifest französischer Soldaten veröffentlicht, in Nummer: „Durch hiesige und auswärtige Blätter ist in welchem dieselben erklären, daß sie mit den Anarchisten gegen den letzten Tagen die Nachricht verbreitet worden, daß Seine die Bourgeois gehen würden, obschon die ietzteren auf ihren Majestät ber Kaiser und König anläßlich ber Entscheibung Schutz zählen. Das Manifest soll in englischer Sprache über Embleme, welche an bem Denkmal für Kaiser Wilhelm I. morgen bei bem Meeting in Trafalgar Square vertheilt -angebracht werben sollen, bemerkt haben, es handle sich nicht | werden. mgen. Hr dn«ab°W Mmer, Sßafitt: or, iu vM. 30U- Estraßt 36. Tömnkito rftrftrait 17. vü ft VUD. t Creui, MtSiemtt lufort m »n. •ttUÄOM. mirlhm. 5 Shnmern mit eines Mms-rdm- hm.___________ Lohn., 5 Simmtr, 5., pr. 1. Am. ob litt, Aeichstr. 27. bijiehbar, zu om Neuen Äiue 20. uta mit tobtet uhige ältere Mt A mFrauGrheilltch , 5-6 Zimmer, iß ZtutezuoerwiOL jaboWraß^ ruf( Äelnstrchr9, ö Sianntr M । der grau 8tm« ckihen. Sitteftr. 7- _ * iDflniat'bt vN W* nb die Gerberei im Osten schwer geschädigt. Er beantrage sür die tweile Lesung eine angemessene Steuer auf bisher zollfrei eingehmde Artikel. Abg. Schön la nk (Soc): Die eingetretenen Verschiebungen sind eine Folge der industriellen Entwickelung, die man nicht aushalten kann. Es wird Ihnen nicht gelingen, Deutschland zu einem Agrarllaat, zu einem großen Gut-Hof zu machen Abg. Möller (nl.): Der Schaden eines Flachszolles würde viel größer sein als der Nutzen derselben. Abg. v. S a l t s ch erwidert Schönlank, daß durch da- Flachsbrechen viele kleine Leute beschäftigt werden würden. Cchön- lank denke immer nur an die industriellen, nie an die ländlichen Arbeiter. Staatssecretär Graf P o s a d o w s ky erklärt, daß alle nachweislich in gutem Glauben abgeschlossenen Lieferungen, für die der deutsche Zoll vom 31. Juli noch nicht entrichtet war, berücksichtigt werden sollen. Hiernach wird in die zweite Berathung eingetreten Die von den Abgg. Frhr. o. Heermann und Möller etngebrachte Resolution lautet. Die verbündeten Regieruvg.-n aufzufordern, dahin Vorsorge zu treffen, daß die Ausnahmebestimmungen des S 2 der Verordnungen vom 29. Juli 1893 und vom 17. August 1893. nach welchen die sofort etntretende Erhöhung der Zollsätze auf diejenigen Maaren, welche vor dem Tage des Inkrafttreten-dei selb n die russische bezw. die finnische Grenze überschritten haben, keine Anwendung sinken sollen, dahin ausgedehnt werden, daß auch diejenigen Maaren, deren Lieferung durch rechtsverbindliche, nachweislich vor jenem Tage in gutem Glauben für deutsche Rechnung abgeschlosienen Verträge bedungen war, gleichfalls zu den alten bestehenden Sätzen des Zolltarifs (ohne Zuschlag der Kampfzölle) eingelassen werden, bezw. daß die dieserhalb bereit- gezahlten Beträge der Zuschlagszölle den Be- tre,senden erstattet werden. Abg. v. Heermann befürwortet diese Resolution, wendet sich aber gegen den Antrag v. Saltsch, der insbesondere die westfälische Letnentndustrie schwer schädigen würde. A.bg. Df. Hammacher (nl.) spricht für den Heermann- Moller'schen und gegen den v. Saltsch'ichen Antrag, der mit dem Grundgedanken unserer Gesetzgebung, Rohproducte sretzulassen, im Widerspruch stehe. Nachdem noch Abg. v. S t a u d y für den Antrag v. Sallsch gesprochen, werden die Zollverordnungen gegen die Stimmen der Soctaldemokraten und Freisinnigen angenommen. Die Abstimmung über die Resolutionen erfolgt erst in dritter Lesung. Es erfolgt Berathung des Handelsvertrags mit Eolumbt-kn. Der Vertrag wird nach kurzer Befürwortung durch den Abg. I e b f e n (nl.) in erster und zweiter Lesung angenommen. Hiernach wird die Marken- und Musterschutzcon- oention mit Serbien berathen. Abg. Schmidt-Elberfeld (freis. Dolksp.) wünscht, daß tu künftige derartige Verträge die Meistbegünsttgungsclausel ausgenommen werde. Auch fei in höherem Maaße für Rechtsschutz zu sorgen. Staatssecretär N t e b e r d i ng erwidert, daß die Regierung bemüht sein werde, bet derartigen Verträgen so viel Vorthetle als möglich für Deutschland zu gewinnen. Abg. Dr. Hammacher (nl.) beantragt Verweisung der Convention an die Eommtsfton für den ferbtfchen Handelsvertrag. Das Haus beschließt demgemäß. Da- Zuiatzprotocoll zu dem internationalen Vertrage zur Unterdrückung des Branntweinhandels unter den Nordseefischern auf hoher See und das Ausführungsgesetz zu dem Vertrage werden in erster und zweiter Lesung debattelos angenommen. , Montag 2 Uhr: Novellen zum Unterstützungswohnsitz und zum Vtehseuchengesetz, Rechnungswesen. Cocalts rrnd provinzieller. Gießen, den 4. December 1893. “* Küllstlerconcert im Saale des GefellschaftsveretuS. Eine kleine, aber andächtige Gemeinde war es, welche sich am Sonntag im Saale deS Gesellschastsvereins zum Concert des Herrn Julius Spengel aus Hamburg und der Damen Fräulein Minna Rode und Fräulein Dorothea Sch midt aus Frankfurt a. M. versammelt hatte. Herr Spengel, dem der Ruf emeS hervorragenden Pianisten voraußging, hat namentlich in den Sonaten für Pianoforte und Violine von Brahms und Beethoven seine Meisterschaft glänzend bewiesen. Er wurde wirksam unterstützt von Fräulein Rode, welche für den plötzlich erkrankten Professor Heermann in liebens« würdigster Weife den Violinpart übernommen hatre und sowohl in den genannten Sonaten, als auch in den Solonummern für Violine — zwei Mazurkas von Wieniawski und Melodie von Rubinstein — sich als eine schätzenswerthe Künstlerin zeigte. Den gesanglichen Theil hatte Fräulein Dorothea Schmidt aus Frankfurt übernommen, welche in der Arie mit obligater Violine „Dein bin ich" aus „II re pastore“ von Mozart und in Liedern von Spengel und Barth ihren glocken« reinen, in allen Tonlagen gleich wohlklingenden Sopran zu herrlichster Geltung brachte. Reicher Applaus folgte sämmt- lichen Vorträgen, die jedem Besucher des Concertes in angenehmer Erinnerung bleiben werden. ** Kammermusik. Der zweite Kammermusikabend in der Loge wird im Anfang der nächsten Woche abgehalten werden. Mttwirkende werden fein die Herren Polster (Pianoforte), Bauer (Violine), Krahn (Violine), Krauß e (Viola) und Schulze (Violoncello). Nähere Mittheilungen, sowie die Veröffentlichung des Programms erfolgen im Laufe dieser Woche. ** Z. Neues Theater. „Gespenste r", Familien-Drama in drei Acten von Henrik Ibsen. Man muß schon ein arg begeisterter, oder sagen wir besser ein fanatischer Anhänger der „Ibsen Gemeinde" sein, wenn einem ein Stück, wie'das gestern Abend aufgeführte imponiren kann. Wir meinen, eine derartig prononcirte Hervorhebung deS Krankhaften, des ästhetisch Unschönen, ja geradezu Widerlichen, stößt den gesund Denkenden und fühlenden Menschen immer ab. Aber ab« gesehen von dem Stoffe, den das Drama enthalt, kann denn die Bearbeitung deffelbeu eigentlich Ansprüche auf Billigung machen? Mit Nichten, denn die beiden ersten von den drei Acten und zum Theil auch der dritte entbehren jeglicher Handlung, sie sind reine Erzählung und erregen beim Beschauer neben dem Gefühle der Unbehagltchkeu höchstens noch daS der Langeweile. Und nun gar der Schluß des Ganzen. Befriedigt der etwa? Daß Oswald stirbt, ist, wenn vielleicht auch nicht gerade die logische Folge auS dem VorauSgegangenen, so doch begreiflich, daß aber eine Mutter, die roic Oswalds Mutter ihren Sohn so mächtig liebt, ja fast vergöttert, daß der der Gedanke auch nur einen Augenblick kommen kann, ihrem einzigen Kinde daS Gift, daS eS sicher tödten muß, zu reichen, das verstehen wir nicht. — Wenn der Autor dem | Darsteller so wenig bietet, wie Ibsen in feinen „Gespenster", dann ist die Aufgabe deS Schauspielers immer, und wenn sie noch so tüchtig gelöst wird, eine undankbare, daS Publikum wenig ansprechende. So war es auch gestern Abend, obwohl die fünf Mltwirkenden ihre Rollen im Allgemeinen recht gut erfaßt halten und auch ganz befriedigend wieder iahen, so blieb ein großer Theil der Zuschauer doch kalt. Allein Herr Niemerer, der den geistig kurzsichtigen, streberhaften Pastor Manders ohne Uebertreibuag und mit der nölhigen Würde wiedergab, vermochte daS Publikum manchmal zu erwärmen. Frl. Wehns „Frau Abwing" war im Ganzen zu sehr gemacht- weshalb eine merkliche Steigerung der Affecte an den Stellen, die sie erforderten, nicht ftarthaben konnte. Auch Herr Roll (Oswald) „spielte" wieder etwas zu sehr, sodaß das Unschöne, was die Rolle nun einmal hat, zu stark hervor- trat, tndeffen gestehen wir gerne, daß unS die gestrige Leistung des Gastes die beste von allen bis jetzt gebotenen schien. Der „Tischler Engftrand" und feine Tochter „Regine" hatten in Herrn Raschig und Frl. Grohmann paffende Vertreter gefunden. * * Neues Theater. Nicht verfehlen wollen wir auf das heute Abend stattfindende Lustspiel „Barfüßige Fräulein" von Julius Rosen hinzuweifen- eS ist daS Neueste, was der bekannte Autor verfaßt hat und geht ihm ein guter Ruf voraus. * * Vortrag. Auf den Seitens des Colonial - Vereins veranlaßten, heute DienStag in der Universitäts Aula ftatt- findenden Vortrag des Herrn Dr. v. Pflugk-Hartung- Berlin über Amerika fei nochmals aufmerksam gemacht. * * Unfall. Vorigen Samstag stürzte ein Zimmermann vom Neubau der Jrrenklinik und mußte in die Klinik verbracht werden. * * Aus dem Zustizdieust. Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Büdingen Theodor Seeger wurde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen und der Gerichts- assefsor Ferdinand Schmidt aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Büdingen ernannt. * * Schul Nachrichten. Der Lehrer an der Realschule zu Alsfeld Dr. Wilhelm Hager wurde auf fein Nachfuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, in den Ruhestand versetzt- die Lehramts- assessoren Dr. Ferdinand Wämser an dem Gymnasium zu Mainz, Jakob Klassert an derselben Anstalt, Dr. Adolf Störiko an ocm Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, Dr. Otto Weimar an der Realschule zu Oppenheim und Dr. G e o r g G r e i m an dem Real gymnasium zu Darmstadt wurden zu Lehrern an diesen Anstalten ernannt. *♦ Für Nimrode. Die Hegezeit für Rebhühner begann mit dem 1. December und endigt mit dem 31 August- die Hegezeit für weibliche? Wild (Reh) beginnt am 15. December und endigt mit dem 15. October. ** Von heffifchen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Commis Conrad Alleborn von Steinbockenheim, zuletzt in Gießen, von der dortigen Staatsanwaltschaft wegen Betrugs- Bahnarbeiter Johann Domiselli aus Italien von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Körperverletzung, Schuhhändler Heinrich Klös IV. von Langd von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Betrugs- Metzgerlehrling Emil Ze iß aus Bayern, zuletzt in Kastel, von der Polizeiverwaltung in Kastel wegen Diebstahls und Betrugs- Ziegler Michael Zeh aus Bayern vom AmtS- anwalt I in Darmstadt wegen Körperverletzung- Monteur Elias Zeltler von Diedenhosen von der Polizeiverwaltung in Offenbach wegen Betrugs. ** Militärische Winlerübungen. Wie nach der „Allg. Mil. Corresp." verlautet, werden in diesem Winter ganz besondere militärische Hebungen stattfinden, um so die Truppen auf einen schwierigen Winterfeldzug, der stets eine harte Probe für eine Armee fein wird, vorzubereiten. Namentlich werden ausgedehnte Uebungsmärfche zur Ausführung gelangen, auch Hebungen auf Schneeschuhen, die im kleinen Kriege, sowie bei der Hebermittelung von Befehlen eine Rolle spielen werden, vorgenommen. ** Großer Schießplatz. Aus sicherer Quelle erfährt das „Marb. Tagbl.", daß das Generalcommando des 11. Armeecorps beabsichtigt, einen großen Schieß- und Exerzierplatz auf dem Burgwald bei Marburg — von der sogen. Ebene bis über die Brüche — zu errichten. ES sind auch schon von Seiten des Kriegsministeriums höhere Offiziere zur Besichtigung der Terrainverhältniffe dort anwesend gewesen. _____ ___ -j- Trais-Horloff, 2. December. Zwischen dem Hessisch. Rheinischen Bergbauverein und den Landwirthen von hier, sowie auch von Inheiden und Htphe wurden seit Jahren Proceffe geführt wegen Entschädigung von Ackergelände, daS durch den Grubenbetrieb bebauungsunfähig geworden war. Ein solcher seit fünf Jahren durch alle Instanzen geführter Proceß wurde in diesen Tagen vom Reichsgericht zu Gunsten der beschädigten Grundeigenthümer entschieden. Der Bergbauverein hat in der letzten Zeit zum ferneren Betrieb für circa 70000 Mark Gelände angekauft. § HartmauuShain (Kreis Schotten), 1. December. In Verhinderung deS Großh. KreiSrathS wurde heute durch den Bürgermeister Schmalbach hier im Beisein des Gemeinderaths der hiesigen Hebamme Maria Klein die silberne Medaille deS LudewigS-OrdenS überreicht. Die genannte Hebamme ist 71 Jahre alt und waltet ihres Amtes nunmehr 50 Jahre - sie ist noch sehr rüstig und gesund. -e. Neu - Ulrichstein, 1. December. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro November 189 3. Ende November 1893 sind in der Colonie stellen , refp. arbeitslos 110 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 30, Regierungsbezirk Kaffel 15, Regierungsbezirk Wiesbaden 15. Königreich Preußen: Provinz Rhein- lande 6, Provinz Westfalen 4, Provinz Hannover 1, Pro. vinz Sachfen 2, Provinz Brandenburg 3, Berlin 1, Pro. vinz Schlesien 5, Provinz Pofen 1. Provinz Pommern 2; Thüringische Staaten 3, Königreich Bayern 7, Königreich Württemberg 2, Königreich Sachsen 4. Großherzogthum Baben 3, Großherzogthum Sachsen-Altenburg 2. Fürfienlhum Neuß 1. Freie Reichsstadt Bremen 1. Ausland: Luxemburg 1, Böhmen 1. Hiervon waren: Arbeiter 55, An- streicher 2, Barbier 1, Bäcker 3, Bauzeichner 1, Bergmann 1, Brauer 1, Brenner 1, Buchbinder 1, Conditor 1, Färber 1, Hascnhaarschnelder 1, Heizer 1, Kaufleute 4, Kesselschmiede 1, Maurer 3, Metzger 1 , Porzellanmaler 1 , Sattler 2, Schlaffer 5, Bau- und Maschinenschlosser 2, Schneider 5, Schuhmacher 1, Spengler 1, Schreiber 1, Steindrucker 1, Schriftsetzer 1 , Steinhauer 1, Schmiede 1, Schreiner 1, Tuchscheerer 1, Tüncher 3, BermeffungSgehtlse 1, Weber 1, Zimmermann 2. Gearbeitet wurde an 2396 Tagen, hierunter an 490 Tagen für fremde Rechnung. Verpflegt hat die Colonie an 2763 Tagen. Im Monat November wurden entlaffen 10 Mann, und zwar in Stellung durch eigenes Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 6, arbeitsunfähig 1, wegen Arbeitsscheue 2. Seit Bestehen der Colonie sind aufgenommen worden im Ganzen 2389, dagegen abgegangen im Ganzen 2279 Mann, bleibt Bestand am 30. Novtrnber 1893: 110 Mann. Bad Nauheim, 30. November. Man schreibt der „Darmst. Ztg." : Mit dem heutigen Tage hat der Senior unserer Aerzte, Herr Geheime Medicinalarzt Dr. Friedrich Bode I., fein 82. Lebensjahr m bewundemSwerther körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische vollendet. Zahlreiche briefliche und telegraphische Glückwünsche liefen von allen Seiten, sogar vom fernen Calcutta ein, wo seine Enkeltochter Mlt ihrem Gatten augenblicklich weilt. Den Vormittag wurde daS HauS von Gratulanten nicht leer, die dem Jubilar ihre herzlichen Glückwünsche brachten und gelegentlich den reichlich außgeftattettn Geburtstagstisch bewunderten. Möge der allverehrte GreiS, dem unsere Heilanstalt wesentlich ihre stetige (frvronflung und immer wachsende Bedeutung verdankt, noch recht viele Geburtstage zu erleben haben. i ---- ■ ■ 'i ......... vermischtes. * Frankfurt a. M., 2. December. Heber einen Todesfall durch elcctrifchen Strom geht der „Frkf. Ztg.* folgende Darstellung zu: Zwecks Ausführung einer Arbeit an der von der Centrale deS ElectricitätSwerkeS Bockenheim i nach dem Fabrikviertel daselbst führenden Freileitung waren gestern, in Gegenwart von Monteuren der Firma W. Lah- ' meyer & Co., Leute eines Bockenheimer Weißbindermeister- ; mit der Aufstellung deS hierfür erforderlichen Gerüstes be- | fchäftigt. Der bei Herrn Z mmermeister Ambron beschäftigte l Lehrling Fritz Bach aus Eschborn, der den Monteuren zu Handreichungen beigegeben roar, bestieg trotz vorheriger Warnung seitens ber Monteure, die ihn wiederholt auf die Gefährlichkeit der Starkstromleitungen aufmerksam gemacht hatten, die oberste Dielenlage des aus drei üoereinanderliegenden Bodenlagen bestehenden Gerüstes, trat hierbei auf einen der Starkstrom- drähte und griff, vermuthlich infolge eines erhaltenen Schlages, nach einem Stützpunkt, wobei er sich mit der einen Hand an einem Starkstromdrahte und mit der anderen an einem niedrige Spannung führenden Drahte festhielt. Auf feine Hilferufe eilten ihm ein auf der gleichen Plattform befind- licher Hilfsmonteur und der auf dem zweiten Stockwerk des Gerüstes anwesende Monteur sofort zu Hilfe, doch gelang eS diesen beiden Leuten erst nach einigen Bemühungen, den von dem Starkstrom durchfloffenen Lehrling von den Drähten loSzureißen. Der fast im Augenblicke deS eingetretenen Un- falleS zufällig des Weges kommende Arzt, der, hinzugerufen, sofort Wiederbelebungsversuche vornahm, hatte leider hiermit keinen Ersolg, konnte vielmehr nur noch den bereit- einge- tretenen Tod feststellen. * Elberfeld, 2. December. Von vier kleinen Kindern deS Fabrikarbeiters Karl Dreesen, die ohne Aufsicht in der Wohnung zurückgelafsen waren, spielte heute Morgen ein» mit Feuer, dieses entzündete die Kleider und die Eommode und sämmtliche Kinder erstickten, ehe Hülfe zur Stelle war. * München, 28. November. In dem düsteren, von weiten Forsten umgebenen Waldschloß Fürstenried, daS, etwa l1,, St. von München entfernt, die Residenz deS unglücklichen König- Otto von Bayern ist, hat ein Lieutenant vom Infanterie- Leibregiment sich erschossen. Schloß Fürstenried hat eine militärische Bewachung von einer Halbcompagnie. vor Kurzem bezog auch der Lieutenant Leopold N. vom Jnfantene- Leibregiment die Schloßwache mit seiner Halbcompagnie. Acht Tage dauert diese Wache, sie gleicht für junge Offiziere einer Verbannung, und der erschütternde Anblick deS geisteskranken Königs verschärft das Gefühl der Verbannung und Einöde. Der junge Lieutenant verminderte diese LoWgeweile durch romantische Spaziergänge in den nahen Forsten, wovon Kunde beim Regiment eintraf. DeS schweren militärischen Vergehens der eigenmächtigen Entfernung von der Woche angeklagt, sollte Lieutenant N. dieser Tage vor cem Militärbezirksgericht verurtheilt werden. Er erschoß sich vorher. • Eine grausame That hat in der Nacht vom DienStag auf Mittwoch die in Baden - Baden wohnhafte Frau de» Agenten Sch. auS Rastatt verübt. Sie lebte von ihrem Ehemann getrennt und sollte den 6 Jahre alten Sohn an den Ehemann abtreten - um die- zu vereiteln, ermordete sie den armen Knaben, indem sie Nachts die Ofenrohre verstopfte, jodaß sich die Kohlengafe tm Zimmer entwickelten und da- Kind nach einigen Stunden schlafend erstickte. Nach begangener That wollte sie sich die Pulsadern öffne», wurde jedoch bemerkt und nach ihrer Verhaftung in da- Krankenhau- überfübrt. • Schneidemühl, 2. December. Trotzdem der Wall um 'den Unglücksbrunnen nach allen Seiten hin weiten Umfang hat, findet der Ausfluß des Wassers nach wie vor durch die Sandaufschüttung statt, so daß sich mehrere Pfützen gebildet haben. Nach der Kleinen Kirchstraße zu wurde der Sandwall noch mit einer dicken Lehmwand umgeben. Um einen klaren Abfluß des Wassers zu ermöglichen, sind mehrere Drainagerohre gelegt worden. * Spandau, 2. December. Ein Mann, anscheinend den besseren Ständen angehörig, beraubte am Postschalter eine Dame. Er entriß ihr eine Summe von etwa 1000 Mk. und entkam im Dunkel der Nacht. * Die Bezeichnung als Socialdemokrat ist eine Beleidigung, so hat daS Schöffengericht in Ratibor erkannt und den Arbeiter B., welcher den Gastwirth G. einen Socialdemokraten genannt hat, zu 30 Mk. Geldstrafe verurtheilt. * Der Erfinder des Dynamits. So oft irgend ein anarchistisches Attentat verübt wird, ist dabei von Dynamit die Rede; dagegen erinnert man sich nur selten des Mannes, der das schreckliche Mittel erfunden hat, um es in den Dienst der modernen Technik zu stellen, nicht aber, um den Desperados eine grauenhafte Waffe in die Hand zu geben. Dieser Erfinder ist Herr Alfred Nobel, ein schwedischer Ingenieur. Wie der Pariser „Figaro" in einem ausführlichen Artikel über Nobel erzählt, führt dieser ein ebenso behagliches wie idyllisches Dasein. Den Winter verbringt er in seiner von Blumen umduftenden Villa in San Remo und arbeitet dort nach Belieben in seinem Atelier, wobei er allerdings Gefahr läuft, sich täglich in die Luft gesprengt zu sehen. Im Sommer bezieht er einen Berg in der Schweiz oder macht an Bord seiner aus Aluminium errichteten Aacht eine Meerfahrt. Zuweilen kommt er nach Paris, um in seinem nächst dem Bois de Boulogne gelegenen Hause einige Tage zu verweilen, so lange ihn eben dringende Geschäfte dort festhalten. Dann -verschwindet er aber wieder für so lange als möglich, denn er verträgt den Lärm und die schlechte Luft der Großstädte nicht, er hat nicht Weib und Kind; seine ganze Verwandtschaft besteht in einem Neffen, der an der Küste des Kaspischen Meeres riesige Petroleumgruben besitzt. Außer der Chemie ist es der — Friede, der den Erfinder des Dynamits am meisten beschäftigt. Nobel gehört zu den eifrigsten Mitgliedern der — „Gesellschaft der Friedensfreunde". Sein Ideal ist, den Krieg so schrecklich zu gestalten, daß er zur Unmöglichkeit würde. Jeder soll die Mittel erhalten, seinen Nachbarn ^u vernichten, ohne daß dieser der Vernichtung ausweichen könnte. * Versöhnt. Vor einem Erbbegräbniß des Luisenkirch- yofes in Berlin stand am Nachmittage des Todtensonntages <26. November) bei strömendem Regen eine schlicht gekleidete Frau, an der Hand einen etwa fünfjährigen, blondgelockten «naben, der in seinem leichten, durchnäßten Röckchen vor Frost zitterte. Ein einfaches Kreuz, mit farbigen Papier- blumcn geschmückt, das innerhalb des Gitters, in der Nähe eines der Grabhügel niedergelegt war, gab Zeugniß, daß in diesem Erbbegräbniß wohl rheure Angehörige der Trauernden ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Im Begriff, sich zu entfernen, sahen sich Mutter und Kind plötzlich einem eleganten Herrn gegenüber, der bei ihrem Anblick stutzig wurde und dann in die Worte ausbrach: „Elsbeth, T)u hier?" — „Ja, Ernst!" kam es zögernd von den Lippen der Frau, worauf der Knabe, die peinliche Pause unterbrechend, fragte: „Du bist wohl mein Onkel Ernst, von dem Mama immer erzählt hat?" — „Jawohl, mein Junge, der bin ich!" bestätigte der stattliche Fremde, entledigte sich des mitgebrachten prachtvollen Kranzes und führte, nach einigem Hin- und Herreden, die abgehärmte weinende Frau mit dem Knaben von dannen. — Den' Zeugen dieser Scene, die sich in allerlei Ver- muthungen über den Vorgang ergingen, erklärte ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann, der das Grab seines Kindes besucht hatte, daß der Herr und die Frau Geschwister und die Kinder seines verstorbenen Brodherrn wären, gegen dessen Willen Fräulein Elsbeth vor sieben Jahren einen Buchhalter ihres Vaters, der mehr auf den Rennplätzen, als in dem Comptoir gewesen sei, geheirathet habe. „Jedenfalls," so schloß der Erzähler, „hat der propre Musje Fräulein Elsbeths Vatertheil auch schön allegemacht." * Die reichste Universität der Welt wird in nicht allzu langer Zeit die Stanford-Universität in Kalifornien sein, welche von dem verstorbenen Senator Leland Stanford gegründet wurde. In den Vereinigten Staaten fehlt es ohnehin nicht an Universitäten, die sehr reich sind. So besitzt z. B. die Columbia-Universität ein Anklagecapital von 2 900 000 Doll., Harward 2 000000 Doll., Aale 2 000000 Doll., die California 1400 000 Doll, und die John Hopkins 6 000 000 Doll. Demnächst wird die Stanford-Universität ein Capital von 40 000 000 Doll, besitzen, welche Summe ein jährliches Einkommen von etwa 2000000 Doll, abwerfen wird. Die geeignete Verwendung dieser großen Mittel beschäftigt jetzt schon die beteiligten Kreise in den Vereinigten Staaten. * Das Alter der Erde. Gelehrte der Ver. Staaten berechnen nach Messungen der Niederschläge des Mississippi, daß zur Bildung von 1 Fuß Sedimenten 6000 Jahre nöthig seien. Da die Dicke der Sedimente am Obernsee mindestens 50 Meilen beträgt, so würde obige Annahme eine Periode von 1500 000000 Jahren zu ihrer Bildung voraussetzen. Der Geologe W. Marcyll gelangt nach seinen Berechnungen zu dem Schlüsse, daß das Alter der Erde auf fünf Billionen Jahre angegeben werden kann. (???) Spielpia» der vereinigten frankfurter Ltadttheatrr. Opernhaus. Dienstag den 5. December: Figaros Hochzeit. Mittwoch den 6 December: Drittes Abonnements Concert, unter Mitwirkung der Frau d'Albert-Carenno. Donnerstag den 7. December: Der fliegende Holländer. Freitag den 8 December geschlossen. Samstag den 9. December: Oberon. Sonntag den 10. December, Nachmittags 3V> Uhr: Orpheus. Abends 7 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. j Schauspielhaus. Dienstag den 5. December: Der eingebildete Kranke. Militärfromm. Mittwoch den 6. December: Kaufmann von Venedig. Donnerstag den 7. December: Charleys Tante. Vorher: Millionär a. D. Freitag den 8. December: Die slchöne Helena. Samstag den 9. D»cember: Auf Triburg und Rodet. Sonntag den l0. December: CbarleyS Tante. Vorder: Millionär a. D. Montag den 11. December: Auf Tribue, und Rodek. verkehr, Land- und Volkrrvirthschast.' »rürrber-, 2. December. Fruchtpreise. Weizen 14.90, Korn JL 13,70. Gerste jH 13.60, Hafer Jt 16,10, Erbsen 00,00, Linsen 00,00, Wicken A 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln JL 00,00* Samen JL 00,00. ' - Pommersche Hypotheken - Netter» - Bank. Wie aus dem Jnseratentheile unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 2. Januar 1894 fälligen Pfandbrief - Coupons bereits vom 15. December er. ab eingelöst. Literatur und Ifanft. — Eine hübsche WethnachtSgabe für die Jugend beiderlei Geschlechts ist der im Verlage von Franz Go erlich in BreSlau in Lexiconformat erschienene, von uns bereits mehrfach empfohlene „Jugendfreund. Jllustrtrte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung." Von Max Hübner. Für den erstaunlich billigen Preis (inPrachtband 3 Mk.) wird ein reicher und gut gewählter Stoff an Erzählungen allgemeinen Inhaltes, an Lebmsbtldern, geschichtlichen Erzählungen, Schilderungen aus der Länder- und Völkerkunde, Bilder aus der Natur und allerlei Mannigfaltigem geboten, wie e« für eine Jugendzeitschrift paßt. Das junge Volk wird in dem reichhaltigen, mit zahlreichen Bildern ausgestatteten Bande vielerlei finden, was ihm Freude macht. ____________ — Die Universitäts-Buch- und Kunsthandlung Fre es L Tasch» hat soeben ihren Literarische« Weihnacht» - Tatalog herausgegeben. Dieser reich illuftrtrte Führer erfüllt ohne Zweifel dm Zweck, dem Publikum beim Einkauf von zu Weihnachtsgeschenken bestimmt« Werken hervorragender Schriftsteller, Dichter und Künstler mit Rath und That zur Hand zu gehen. Airchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Bibelstunde heute Montag Abend 8 Uhr im Confirmandensaale der Johanneskirche: Markus Cap. 9, Verklärung und Passion. Pfarrer Dr. Naumahrn- Andachtsstunde am Mittwoch den 6. December, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaal der Johanneskirche: Das Volk Israel zur Zeit Jesu. Pfarrer Dingeldey — Bei Influenza - Epidemien erweisen sich vorzugsweise »ay» ächte «odener-Mineral-Paflillen als etn ausgezeichnetes Linderungsmittel. Aufgelöst in süßer Mtlch wird durch sie die Hestigkett der catarrbalischen Affeclionen abgeschwächt, die Schleimabsonderung sehr begünstigt und dem Leidenden dadurch wohlthätige Erleichterung gewährt. Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen sind in allen Apotheken, Drogerien- und ^tneratroaffer^ Handlungen ä 85 Pf per Schachtel zu baden.______________[9195 Die weltbekannte Berliner srähmaschinenfabrik M. Jacobsohn, Berlin, Ltnienstraße 126, Lieferantin für Lehrer- und Beamtenvereine, versendet die neueste hocharmige Strrger- Nähmaschine für M. 50.— bei 14tägiger Probezeit. In alle« Städten Deutschlands können Maschinen, welche an Private und Beamte schon geliefert wurden, besichtigt werden. Auf Wunsch werd« Zeichnungen und Anerkennungsschreiben zugesandt. [9066 BekanMMachung in 10014 10001 Bekanntmachung Jeitgeöotenes. 9991 Bekanntmachung [10000 Nicklas. 9995 NB. Da» im Havdel vorkommeude angebliche Ealzschlirser Salz ist nur künstliche» werthloseS Fabrikat; au» den hiesigen Quellen werden ! 9999) Ein Grube Jauche abzugeben, keine Salze bertttet. [8547' Schillerftraße 29. Geißler, Gerichtsvollzieher. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für 1894/95 l.eqt vom 5. bis 13. December an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Geilshausen, am 2. December 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Geilshausen. Pfeifst________________ Gießen, den 4. December 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Billiger al» die Leihbibliothek. Preis pro Band 50 Pfg., geb. 75 Pf. Vorräthig in allen Buchhandlungen und auf Bahnhöfen Vollständiger Catalog mit kurzer Inhaltsangabe der bis jetzt erschienenen über 240 Bände grati» und franco von I. Engelhorn in Stuttgart. Slärkfle Miuui quelle der Welt ist der Salzschlirfer BonisaciuSbrunnen. Größter Heilerfolg gegen Gicht-, Nieren- und Blasen, leiden, Harngries, Nieren-, Blasen» und Gallensteine, Rheumatismen, Magen» und Leberleiden, Hämorrhoiden, Verstopfung rc. Gebrauchsanweisung, Analysen und Brunnenversandt durch die Brunnen»Verwaltung in Salzschlirf, sowie durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken. Der Voranschlag der Gemeinde Steinheim für 1894/95 liegt vom 6. d. M. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei Bureau dahier offen. Steinheim, den 4. December 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinheim. des Allgem.Pereinssiir Armen- u. Krankenpflege im Schulhaus der Stadtmädchenschule (Westanlage). Es sind noch einige Stellen zu besetzen. Anmeldungen werden Vormittags zwischen Vz9 und J/2l Uhr im Local selbst entgegen genommen- 10015 Der Vorstand: Schlosser. Generalversammlung der Restauration „Postkeller" statt. Zu wählen sind: 40 Arbeitgeber, 80 Arbeitnehmer. Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden gebeten, an derselben Theil nehmen zu wollen. Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, ihre Arbeiter, welche volljährig sind, zum Erscheinen veranlassen zu wollen. [10008 Der Vorstand. Bekamttmachrmg. Samstag den 9. d. M., Abends 8 Uhr, findet General- Versammlung des Creditvereins zu Heuchelheim (E. G. m. u. H.) bei Wirth Heinrich Volkmann I. dahier statt. Tagesordnung: 1. Bekanntgebung einer Geschäftsübersicht. 2. „ des Revisionsberichts. 3. Wahl eines Rechners. 4. Ergänzungswahl des Aufsichtsrathes. Heuchelheim, am 4. December 1893. 10007 Der Aussichtsrath: Heinrich Volkmann II., Vorsitzender. Ortskrankenkasse Gießen. Zur Vornahme der Wahl der neuen Vertreter, § 37 des Krankenversicherungs-Gesetzes, sowie § 50 des Kassestatuts, und Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres, sowie Ersatzwahl des Vorstandes findet Montag den 11. December 1. I., Abends 8V2 Uhr Sämmtliche Artikel zur Kuchen- und Feinbäckerei in besten Qualitäten billigst bei 9998 August Noll, Bahnhofstraße 51 — Televbon 102. Corselten von den einfachsten bis zu den elegantesten Formen empfiehlt in grosser Auswahl und sehr preiswert!» das Corset-Specialgeschäft von Frau Anna Roth Neuenweg 30, neben dem Löwen. Köln (linKsrh.)-Bberhrssischcr ^•+++^++4«+++l++l+++++++++++ J Bei Beginn der langen Winterabende + J versehe man sich mit Lesestoff aus: + Engelhorns Allgemeine Romanbibliothek. + ™ r . Verkehr. Revision der Quittungskarten der unständigen Arbeiter ( 2lm 1 December ds. Js. gelangt für betrestend. ’ rubricirten Verkehr ein neuer Gütertarif sttmmungen zu der Verkehrs - Ordnung die Genehmigung der Landesaussichts- bebörde erhalten haben. Nähere Auskunft ertheilen die Güterabfertigungsstellen. Gießen, den 29. November 1893. Großh. Direktion [10005 der Oberbessischen Eisenbahnen. Mittwoch, 6. December, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert : 1 Kletderschravk, 1 Commode, Bilder, 1 Nähmaschine, 2 Hobelbänke, eine Parthte Gold- und Antikleisten u. a. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in den nächsten1 Jn Jtnft, in i Tagen eine Revision der Quittungskarten der unständigen Arbeiter durch den Stationen der tttefeiUt lernen Beamten der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt vor- Eisenbahn ausgenommen worden sind, genommen wird. |. Bemerkt wird ausdrücklich, daß die in Die unständigen Arbeiter werden daher aufgefordert, zur Vermeidung *?cm Tarif enthaltenen besonderen Be. von Weitläufigkeiten in den nächsten 14 Tagen ihre Quittungskarte ständig bei sich zu führen und auf Erfordern dem revidirenden Beamten vorzuzeigen. Die Arbeitgeber machen wir hierbei unter Hinweis auf die bestehenden Strafvorschriften wiederholt darauf aufmerksam, daß die Arbeitgeber dafür verantwortlich sind, daß für die Woche, in welcher eine Beschäftigung von unständigen Arbeitern stattfindet, bezw. stattgefunden hat, eine Versicherungsmarke eingeklebt und durch Aufschrift des Datums kassirt werden muß. Etwaige bisherige Versäumnisse in dieser Beziehung werden sofort nachzuholen sein. Wertslung von Schukdvertchreibungm der Stadt Darmstadt. In Vollziehung des Cchuldentilgungsplans der Stadt Darmstadt stnd heute nachstehende städtische Schuldverschreibungen auf den Inhaber durch Verlosung zur Rückzahlung bestimmt worden: I* Rückzahlbar am 1. Februar 1894. Die 4*/oigen Schuldverschreibungen: Lit. H., Serie I, Nr. 143, 456, 684, 715 k 2000 M., , H., „ H, „ 38, 318, 428, 575 k 1000 M., , H., „ ni, „ 109, 490, 752, 781, 796, 887 k 500 M-, „ H., „ IV, „ 473, 558, 718 k 200 M. II. Rückzahlbar am 1. Juni 1894. Die .3 7, ®/0 igen Schuldverschreibungen: Lit. U., Serie I, Nr. 148, 213, 275, 408, 501, 690, 930 k 1000 M., „ U., „ II, „ 258,365,379,551,614,783,825,857 k 500 M., w U., „ in, „ 78,134,504,517,529,590,601,882 a 200 M. III. Rückzahlbar am 1. Juli 1894. Die 3 igen Schuldverschreibungen: Lit. A., Nr. 233,238,259,263,308,337,344,357 ä 1000 fl. (M.1714,29), „ B., „ 45, 50, 102, 114, 178, 228, 248, 255, 277, 316, 332, 350 k 500 fl. (M. 857,14), „ C., „ 14, 34, 53, 69, 110, 127, 161, 231, 251, 259, 405, 426, 434, 438, 466, 471, 475, 483, 508, 546 ä 200 fl. (M. 342,86) Die 3 VgVoigcM Gaswerks-Schuldverschreibungen: Lit. B., Nr. 2, 25, 50, 67, 144, 176, 179, 285, 319, 329, 336, 341, 349, 431, 440, 452 k 428,57 M. IV. Rückzahlbar am 1. Oktober 1894. Die 3 '/^/oigeu Gaswerks-Schuldverschreibungen: Lit. A., Nr. 345, 446, 611, 657, 686, 697, 750, 1081, 1247, 1250 k 200 M. Die Rückzahlung erfolgt bei unserer Stadtkaffe und unserer Gas werkskafle, außerdem erfolgt die Rückzahlung der Schuldverschreibungen: des Anlehens Lit. H. bei der deutschen Genossenschaftsbank von Sörgel, Parrisius und Cie. zu Berlin und ihrer Commandite zu Frankfurt a. M., bei der Oldenburgischen Spar- und Leihbank zu Oldenburg und bei dem Bankhaus E. Wasserschleben in Gießen, des Anlehens Lit. U. bei den Niederlassungen der Bank für Handel und Industrie zu Darmstadt, Berlin und Frankfurt a. M., des Gaswerksanlehens Lit. A. bei dem Bankhause Ferdinand Sander zu Darmstadt und Frankfurt a. M. Die Verzinsung der Schuldverschreibungen hört mit den oben genannten Verfallterminen auf. Im Anschluß hieran bringen wir unter Bezugnahme auf unsere früheren Bekanntmachungen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß, daß außer obigen Schuldverschreibungen ausgelost und gekündigt sind: I. Rückzahlbar am 1. Juli 1892. Die 3 7z Vo ige Schuldverschreibung: Lit. G., Serie I, Nr. 658 ä 1000 M. II Rückzahlbar am 1. Februar 1893. Die 4 o/, jgen Schuldverschreibungen: Lit. II., Serie IV, Nr. 118, 748 k 200 M. III Rückzahlbar am 1. Juli 1893. Die 3 7z °/o igen Schuldverschreibungen: Lit. 0., Nr. 198 k 200 fl. (Mk. 342.86), „ G., Serie HI, Nr. 140, 413 k 200 M. IV. Rückzahlbar am 1. September 1893. Die 3 7zl>/oigen Schuldverschreibungen: Lit. V, Serie I, Nr. 711 k 2000 M., „ V, „ II, „ 436, 463 ä 1000 M., „ V, „ III, „ 212 k 500 M-, „ V, „ IV, „ 613 k 200 M. Die Verzinsung derselben hat von den angegebenen Tagen ab aufgehört. Darmstadt, den 24. November 1893. Grobherzogliche Bürgermeisterei Darmstadt. Morneweg. 9994 Deutsche Colonialgesellschaft. Vortrag des Herrn Universitätsprofessors und Geh. Staatsarchivars Dr. von Pflugk- Harttung aus Berlin in der Aula der Universität Dienstag den 5. December, 73/t Uhr. [9872 Thema: Die Entdeckung, Eroberung und Colonisirung Amerikas. Karten im Vorverkauf in den Buchhandlungen der Herren Reimer, Ferber, Frees & Tasche k 75 Pfg., für Mitglieder und deren Angehörige 50 Pfg., an der Kasse 1 Mk., Studentenkarten 50 Pfg. beim Hausmeister der Universität, Schülerkarten 25 Pfg. bei den Pedellen. Akademische Vorträge. Im Laufe des Winters werden in der Universitätsaula folgende fünf allgemein verständliche Vorträge abgehalten: 1. Professor Ur. Hannen: lieber merkwürdige Beziehungen zwischen Pflanzen und Ameisen in den Tropen. _ 2. Professor Dr. Spengel: lieber Walfische. 3. Professor Dr. Schwartz: Der Dichter Pindar. 4. Geh. Hofrath Professor Dr. Hees: Aus dem Thierleben des Waldes. 5. Professor Dr. Behaghel: Mundarten und Schriftsprache. Der Ertrag ist zu gemeinnützigen Zwecken bestimmt. Abonnementskarten (für eine Person zu 4 je, für zwei Personen derselben Familie zu 5 JL, für drei und mehr Personen derselben Familie zu 6 Jfc), Einzäkarten zu 1.50 JL und Studentenkarten sind in der Ferber'schen Buchhandlung, letztere auch beim Universttätshausmeister zu haben.______ _______________________________________________[9992 Die schönsten natürlichen Locken! CD ■ S ■e = :« C c *- CD oe B erzeugt dauernd nur „Capillaricin“; selbst sprödes Haar behält Lockenform bei jedem Wetter, Transpirat. :c. Flacon Mk. 2.75 und 1.50. Probeflac. 75 Psg. D6pöt: [9615 A. Welz, LindenpUh. 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Janu ar 1894 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. December er. ab an unserer Kasse in Berlin und den bekannten Zahlstellen eingelöst. Pommersche Hypotheken - Actien - Bank. Dank. Ich litt an einem schweren flechtartizev Fußletden; nach langen vergeb.ichen Kuren wandte ich mich an Herrn Dr med Bowe» bitte, homöopathischer Arzt in Düsseldorf, welcher mich in kurzer Zett von diesen Leiden befreite- Nürnberg, SiebcnkeeSftraße 32 9902. Frau Sophie Hirfchmatttt. 99971 Jung- Mann, gelernt. Manus., im Bes. des Emj. Zeugn, sucht z. s. w. Ausbildung 'Stelle als Volontär in ein best «olonial» und Delieat.» vefch. Eintritt 15. Jan, «vent. früher Gefl Offert, sub R. 8311 an Rudolf «oste, «äln______ 100031 Eine Laustra« oder »«äd> chett gesucht Näheres in der Erv v- Bl- Pflegerin zu einer franken Dame gesucht. Räh. in der «xped. d. vk. (lOCX 9 kV'Z n und Verkauf von gebrauch Ml len Möbeln und Haubhuh XL tungSgegeaständer,Büchern. «etea, Leitungen, taste« jeder Art. Sold« und Stlbergegen i ständen, Bruchgold, alten «Unzen ! u. f. w , altmodischen Porzellan- ' gegenständen, altett Stickereien u. s. w u s w Taratioo nnh öttlltigttung von «obtliett und Waareu 8807 Louis Rothenberger. Remgehallene Eremplare dcr Nr. 284 de» „(Siebener Anzeiger" werden in der Expedition (Schulstraße 7) zurückgekauft.________ Männerturnverein! Mittwoch den 6. December, Abends 8 Uhr Familienabend. in Lteins Garten. 10006_________________Der Borftand. Versicherung gegen Unfälle aller Art, in und äusser dem Berufe, beim Beiten, Fahren, Jagen, Radfahren u. s. w^ gtwihrt die Frankfurter Transport-, Unfall- u. Glas-V ereichernage-Actien-Geaellechaft in Frankfurt a. M. Grund-Capital Mk 5,000,000.—. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, welche mir bei dem mich so schwer betroffenen Verluste meiner lieben Mutter herzliche Theilnahme Iwwiesen haben, aov ie für die vielen Blumenspenden und die trostreichen W orte des Herrn Pfarrer Grein sage ich hiermit meinen kiel gefühltesten Dank. Giessen, den 4. December 1893. Perm dkl ftnftmitty von Sikßkn null flmgk-ltt. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser lieber College Herr Gustav Gühlholtz Mitglied der Verbands-Sterbekasse gestern nach langem schweren Leiden sanft dem Herrn enb schlafen ist. 10011 Sein biederer, treuer Sinn, sein ehrenhafter Character werden ihm ein dauerndes, gutes Andenken bei uns sichern. Die Beerdigung findet Mittwoch den 6. December, Vormittags 11 Uhr statt und bitten wir um recht zahlreiche Be theiligung. — Zusammenkunft Mittwoch Vormittags >/,N Uhr beim Collegen Schuch, Vrandgosse. Gießen, den 4. December 1893. Der Vorstand. ItefradioB: Ä. Scheyde. - ®nuf and 1krl46 der Brühl'lch-n Druckerei (Fr. Shr. DietsL ' Aie heutige Dummer umfaßt 6 Seiten.