5 yfc 26t Erstes Blatt. Sonntag den 5. November 1893 VietteljLhrlgcr Kenerat-Mnzeiger Amts» unb Anzeigeblatt für den Ureis Greffen Hratisbeikage: Hießen er Aamitienölatier Amtliche« Theil zu Feuilleton Kaufes bei*”' Der Vertreter erzählte nun Folgendes: „Der Maschinen- Sie geben mir bin ein Narr. Alle Annoncen-Burcaux bei In» und Äuilonbei nehmen Anzeigen für brn „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu btt Nachmittags für bm «Agenden Lag erscheinenben Nummer bis Borm. 10 Uhr. mit Ich Nr. 36 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. v. M., enthält: (Nr. 2131.) Verordnung, betreffend die Einberufung Vt Reichstags. Vom 28. October 1893. (Nr. 2132.) Bekanntmachung, betreffend Berichtigung her i»em internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahn- chachtverkehr beigefügten Liste. Vom 13. October 1893. (Nr. 2133.) Bekanntmachung, betreffend die Verein- larung erleichternder Vorschriften für den wechselseitigen Verehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands und Luxemburgs. Aom 14. October 1893. Gießen, den 4. November 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. «Gefunden: 1 Spazierstock, 1 Elfenbeingriff von einem Schirm, 1 Hundehalsband, 1 Mistgabel, 1 Handschuh, 2 Taschentücher. 3 Halstücher, 1 großes graues Tuch und 1 Schürze. Zugelaufen: 1 Dachshund. Gießen, den 4. November 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Der fkfraer Anzeiger erfteint täglich, •M Ausnahme bei Montag«. „Geehrter Herr! Anweisung auf 100 Mark und Anzeigen-Austrag folgen nächster Post. Beantworten Sie alle Anfragen selbst. rttiliece." _ Run wurde ein förmlicher Vertrag ausgefertigt, mtter- ifyiet und der entlegene Platz, an dem die bewußte Zeile H." Zeitungsleser hatte die versteckte Zeile gesehen und einen Freund des Bankiers darauf aufmerksam gemacht. Dieser hatte natürlich den Bankier davon unterrichtet, der an sich etwas argwöhnisch war, auch nicht annehmen konnte, daß eine Zeitung von solchem Ansehen eine derartige Anzeige ohne guten Grund ausgenommen haben sollte. Der Bankier eilte sofort nach dem Geschäftslocal H. und forderte Aufklärung, die ihm weder der Buchhalter, noch Frau H. geben konnten, da Beide nicht unterrichtet waren. Darauf wollte der Bankier H.'s augenblickliche Adresse wissen, die ihm jedoch aus Ge- schäftsrllcksichten verweigert werden mußte. Der infolge deflen aufgeregte Bankier verließ nun das Comptoir mit Drohungen. Der Vorfall verbreitete sich sehr schnell und H. wurde schon als Durchbrenner, Schuldenmacher und dergleichen bezeichnet. Die Folge war ein solcher Andrang von Gläubigern, die in unverständigster Weise ihre Forderungen geltend machten, daß das Geschäft in Gefahr war. Nachdem H. diesen Bericht seiner Frau angehört hatte, ging er zu seinem Schreibpult, auf welchem er verschiedene Anfragen wegen der verdächtigen Zeile fand. Ein Brief kam vom Herausgeber der betreffenden Zeitung und enthielt fünf solcher Zuschriften. Als der Zeitungsverleger am nächsten Morgen sein Geschäftslocal betrat, fand er folgenden Brief vor: Die Sendung kam dann auch an, die nöthigen Auskünfte wurden sofort gegeben und dadurch der Credit H.'s wieder hergestellt und sein Geschäft vor weiteren gefährlichen Folgen bewahrt. „Nun," sagte der Zeitungsvertreter, „ich verlange nicht, daß Sie meine Geschichte glauben sollen, aber wenn Sie daran Zweifel hegen, so bin ich bereit, Ihnen den gleichen Vorschlag zu machen, wie er s. Z. Herrn H. gemacht wurde. Wenn Sie darauf nicht eingehen, sind Sie moralisch verpflichtet, mir den Auftrag zu geben." Der Auftrag wurde ertheilt. Gießener Anzeiger stehen sollte, von Herrn H. selbst ausgesucht. Darauf fuhr H. vergnügt nach Hause, um eine kleine Reise anzutreten, die ihn eine Woche von S. fern halten sollte. Dies war Freitag, und Samstag erschien die Zeile zum ersten Male. Montag Nachmittag erhielt H. folgende Depesche von seinem Buchhalter : Kommen Sie schnell zurück- keinen Augenblick versäumen! Er war höchlichst überrascht und bestürzt und wußte erst nicht, ob er fahren sollte, denn er stand eben in sehr wichtigen, geschäftlichen Unterhandlungen. Aber wenige Augenblicke später lief eine zweite Depesche ein von seiner Frau: Komm sofort heim, große Gefahr! und infolge dessen benutzte er den nächsten Zug zur Heim- reise. Ich will die aufregende Ungewißheit nicht beschreiben, deren Beute H. unterwegs war. Als er in S. ankam, fuhr er sofort in sein Geschäft, das er gerade noch vor Schluß erreichte, um die Ursache dieser Verwirrung zu entdecken. Hier erfuhr er, daß seine Bankiers umgehende Deckung seiner Verbindlichkeiten oder hohe Sicherstellung verlangt hatten. Andere Gläubiger hatten aufgeregt ihr Guthaben gefordert, und einige von ihnen hatten H. als Ausreißer und Schuldenmacher bezeichnet. In diesem Augenblick kam seine Frau in völliger Auflösung herein und gleich darauf folgte der Vertreter der Bank mit finsterer Miene. Herr H. glaubte toll zu werden, als der Bankbeamte ihm die Zeitung mit der bewußten Nonpareille-Zeile vor Augen hielt, und er fing an, den abgeschlossenen Vertrag zu bereuen. Dann brach er in ein homerisches Gelächter aus, welches den Bankbeamten vor Zorn außer sich brachte. Als er darauf die Geschichte klar legte, klang dieselbe dem Beamten so unglaubwürdig, daß dieser nur noch argwöhnischer wurde und fortging, um sich in der Expedition nach der Wahrheit zu erkundigen. Ehe H. sein Geschäft schließen konnte, mußte er noch stundenlang Gläubiger abfertigen, welche die Kasse belagerten und in verletzender Weise ihr Guthaben forderten. Als er dann allein war und sich sammeln konnte, theilte ihm seine Frau mit, wie dies Alles gekommen war. Ein welligen Börsensteuer auf 5 Millionen über den jetzigen Ertrag der Börsenftcuer und der Ertrag aus der Frachtbriefstempelsteuer auf 10 bis 12 Millionen Mark veranschlagt. Ueber den muthmaßlichen Ertrag der erhöhten Lotteriestempelsteuer und der Quittungssteuer liegen noch keine Angaben vor. Berlin, 3. November. Die Eröffnung des Reichstages wird am 16. dsS. Mts. Mittags im Weißen Saale des hiesigen Königlichen Schlosses vollzogen werden. ES scheint die Absicht des Kaisers, den Eröffnungsact selber zu vollziehen, wieder zweifelhaft geworden zu sein. Die erste Sitzung soll um 1 Uhr Nachmittags stattfinden/ In parlamentarischen Kreisen beschäftigt man sich bereits mit der Frage der Präsidentenwahl. Die Wiederwahl des früheren Präsidiums (v. Levetzow, Frhr. v. Buhl, Dr. Bürklin) steht außer Frage. Depeschen bc8 Bureau „Herold". Berlin, 3. November. Die „Nordd. Allgem. Zeitung" erklärt die Annahme, daß in den deutsch-russischen Zollverhandlungen eine Unterbrechung eingetreten sei, für unbegründet. Sobald der Zollbeirath sein Gutachten über bestimmte Positionen abgegeben und die Delegirten- Conserenz darüber berathen haben wird, soll in der Berathung fortgefahren werden. Berlin, 3. November. Der serbische Handelsvertrag ist dem Bundesrathe zugegangen. Berlin, 3. November. Der „Reichsanzeiger" meldet, daß er, da die Choleragefahr beseitigt ist und nur noch vereinzelte Fälle vorkommen, von jetzt ab die Choleraberichte zweimal wöchentlich, später nur einmal wöchentlich veröffentlichen werde. nahm den animirtesten Verlauf. Bei der Tafel trank der Reichskanzler den Delegirten zu und zog sie nach dem Diner in eine längere, lebhaft geführte Unterhaltung. Reden wurden nicht gehalten. London, 3. November. Dem „Globe" zufolge ist Mittwoch Abend auf dem mittelsten Bogen der Westminsterbrücke eine Dhnamitbombe im Gewichte von 7 Pfund gesunden worden. i, zur Mittagstafel. Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst SergiuS, welcher ä la suite deS Leibgarde-Regiments steht und dessen Uniform angelegt hatte, brachte in deutscher Sprache einen kernigen Trinkspruch auf das Wohl des Regiments aus. Die Musik spielte hierauf die hessische und die russische Hymne. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und Se. Kgl. Hoheit Prinz Heinrich von Preußen kehrten nach Schluß des Hoftheaters in das Offizierscasino zurück und verweilten dort noch längere Zeit, sich in liebenswürdigster und zwanglosester Weise mit den Offizieren unterhaltend. Berlin, 3. November. Die officiösen Blätter beginnen angesichts der herangenahten Reichstagssession erneut für die Reichsfinanzreform ins Zeug zu gehen. So schreibt u. A. die „Badtsche Correspondenz", daß mit bloßer Negation in dieser wichtigen Frage nichts gcthan sei, die Verneinung der neuen Steuervorlagen würde die Fortdauer eines unleidlichen Zustandes, der Abhängigkeit der einzelstaatlichen Finanzen von der Reichsfinanzgebahrung auf unbestimmte Zeit bedeuten. Aus einer Ablehnung der Steuervorlagen würde sich für die Einzelstaaten die Nothwendigkeit einer beträchtlichen Erhöhung der birecten Steuern ergeben und folgerichtig auch eine stärkere Belastung der Volksmasse, als bei den Reichsstcuerprojecten. Der Reichstag werde nicht umhin können, zur Regelung des finanziellen Verhältnisses des Reiches den Einzelstaaten die Hand zu bieten. — Diese Ausführungen des gen. Blattes sind gewiß zutreffend, wenngleich sie ja nichts Neues enthalten , und auch der Reichstag wird sich schwerlich der zwingenden Nothwendigkeit der geplanten Reform verschließen. Aber die Schwierigkeiten liegen eben in der Art und Weise, wie die Regelung der Reichsfinanzen eingeleitet werden soll und daß da die vorgeschlagenen neuen Steuergesetze durchgängig eine freundliche Würdigung im Parlamente finden sollten, erscheint schon jetzt höchst zweifelhaft. — Das Steuerbouquet, welches die verbündeten Regierungen dem Reichstage bei seinem Zusammentritte zu präsentiren gedenken, wird nach den jüngsten Mittheilungen hierüber aus der Tabakfabrikatsteuer, aus einer erhöhten Börsensteuer — Verdoppelung resp. Verdreifachung der Stempelabgabe von Kauf- und sonstigen Anschaffungsgeschäften — aus einer erhöhten Lotteriestempelsteuer, aus einer Frachtbriefstempelsteuer und einer Quittungssteuer bestehen. Ungewiß ist es noch, wie es mit der geplanten Reichsweinsteuer wird. Der Ertrag aus der Tabakfabrikatfteuer wird auf 50 Millionen jährlich, derjenige aus der Reichsweinsteuer auf 10, nach anderen Schätzungen auf !/i Million, derjenige aus der ander- Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 3. November. Das Diner beim Reichskanzler Ehren der russischen Delegirten zur Zollconferenz HWndjen Auftrag, eine solche Zeile aufzunehmen, mit der ClMirung, daß Sie mich nicht für die Folgen verantwortlich raten wollen. Wenn Sie mich dann nicht innerhalb zwei Podien, vom Tage der ersten Einrückung an, selbst ersuchen, -.Zeile herauszulassen, zahle ich Ihnen 100 Mark. Im :!tren Fall geben Sie mir einen Anzeigen-Austrag für 2>) Zeilen." Lachend erwiderte der Fabrikant: „Ich will ck allein Ihren Vorschlag annehmen, sondern mich noch rtc.rechten, 100 Mark Strafe zu zahlen, wenn ich die Wette Werden Antigen gelesen? (Frei nach The „Paper Trade" aus der Reclame.) „Sparen Sie Ihre Bemühungen," sagte der Kaufmann j jn dem ihn besuchenden Zeitungsvertreter. „Sie können mich iiiif: überzeugen, daß Anzeigen gelesen werden. Ich habe Die Gießener yeetfle*iri(fer sofort kl. Reifen. m unt. N. C.uf b. Bl. ichüges Mädli and Nchena, Lohn gesuch! sie zu erfrag d. Bl.__ nl$nM >e 'Oer. ein Mel' be> und AU-MS a fn tSe Ter vorauf !»st S Lrge lang, firMn in bem tie Münster, be Ten 29. Cdobcr tut Ieiter, ßdfrdml ftnldbtn- £tn t r i'i i'darid Martin Ccn 31. Cdobcr. tmti Martin, geboren. Im 29,Cdobtx. im Botin, tztvxz Stent vi- Marit Morgarel! ajnttber VI. zu (Sie Ttnfdben. Luk VitM Luise € jetzt kein Holz, und da die Kohlen der Gemeinde nicht brenne», wenn sie nicht mit Holz angezündet werden, so mußte die Schule geschloffen werden. Scbiftsnacbridvten* — Der Dampfer .Noordland" der „9teb Star Linie* *■ Antwerpen tft laut Telegramm am 31. Oclober wohlbehaltm • Newpork angekommen. tot et*M eutK** flnfgebott. October: 31. Hieronymus Karl tzhrtftian Martin Alt, öchlo''tr dahier. mU Pauline Lipp hierselbtz Jiopember: 2. Dr. 2B(flo flirret HanS Blücher, LaboratoriumS-Vorstand dahier, mit Earoltoe Lulle Grunberg, 2. November. Der wohlbekannte Gasthof „Zum Hirsch" hier wird demnächst seinen Besitzer wechseln - er geht für den Preis von 56,000 Mk. an Herrn Du chardt, einen geborenen Lauterbacher, über. — Die Peppler'sche Fabrik wurde von der Firma Jacob Repp hier käuflich erworben. In derselben soll nun wieder eine Weberei betrieben werden. (Darmst. Ztg.) Büdingen, 3. November. Die hiesige landwirth» schasrliche Winterschule wurde gestern durch den Vorsitzenden des landwirthschastlichen Bezirksvereins Büdingen, Herrn Geh. Regierungsrath Klietsch, eröffnet und zeigt dieselbe für beide Klaffen eine Gesammt « Frequenz von 35 Schülern. F. Fauerbach bei Nidda, 2. November. Gutes Trink- wasser ist eine Hauptbedingung für Menschen und Thiere. Diese Einsicht Hal unseren Gemeinderath veranlaßt, mit der Detmolder Firma, welche den Brunnen in Liß berg, von dem Ihre Zeitung berichtete, gebohrt hat, in Verbindung zu treten und ihr die Herrichtung eines Brunnens für die hiesige Gemeinde zu übertragen. Wie in Lißberg haben sich auch bei uns Schwierigkeiten gezeigt, denn als der Bohrer 160 Fuß — 40 Meter in die Erde eingedrungen war, und schon viel Wasser zum Vorschein kam, traf der Bohrer auf Basaltfelsen, brach ab und blieb stecken. Nun muß von Neuem begonnen werden. Der Unternehmer erhält bis zu einer Tiefe von 10 Meter je 20 Mk. pro Meter- bis zu einer Tiefe von 20 Metern werden 25 Mk. und bis 30 und mehr Meter 30 Mk. pro Meter gezahlt. Auf dem Forsthause Finkenloch wurde ein ähnlicher Brunnen gebohrt und Herr Dr. Prinz in Nidda läßt sich jetzt auch einen solchen Brunnen Herrichten. Die Brunnenarbeiter besitzen eine große Gewandtheit in ihrem Geschäfte und eß ist ein Vergnügen, die Leute arbeiten zu sehen. A Mainz, 3. November. Der vor einigen Tagen wegen angeblicher Unterschlagung von Kaffengeldern hier verhaftete socialdemokratische Agitator Mied re ich wurde gestern Abend wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Verhaftung war auf Grund einer Denunciation von Höchst erfolgt, die sich nachträglich als vollständig unberechtigt erwies. — Aus Hechts- heim wird die Naturseltenheit gemeldet, daß sich an einem Weinstock Trauben der zweiten CreScenz befinden. Die Beeren haben bereits die Größe von dicken Schrotkörnern. — Mit der Sprengung des stehen gebliebenen TheilS des Montebellothurms wurde heute begonnen. Da durch die am DienStag stattgchabte Sprengung die Spannung des Mauerwerks nicht mehr besteht, sind die Arbeiten jetzt viel schwieriger als zu Anfang und muffen, um Gefahren zu vermeiden, nach einem ganz anderen System bethätigt werden. Nur in kleinen Stücken lösen sich die einzelnen Theile des mächtigen Mauerwerks ab. Aeußerst intereffant ist die jetzt sichtbare Beschaffenheit des Innern deS FestungSthurmeS, zu dem trotz seiner großen räumlichen Ausdehnung nur eine ganz kleine Zugangöthür führte. WormS, 3. November. Don dem um 10 Uhr 40 Min von Mainz bier eintreffenden Personenzuge ließ sich ein Metzger von Oggersheim überfahren. Der ganze Zug ging dem Selbstmörder, der auf der Stelle tobt war, über den Kopf. Vom Mato, 2. November. Die Karlos felausfuhr aus dem Maingebiete hat sich neuerdings bedeutend gehoben. Infolge der lebhafteren Nachfrage find auch die Preise wesentlich gestiegen. Gesunde Speisekartoffeln werden jetzt te- 2^ Mk PCT ®oppcIccntnn bezahlt, statt der bttbengta Santander, 4. November. Ein mit Dynamit ladenes Schiff gerieth gestern im Hasen in Brand «... f£°0 mit ungeheurem Krachen in die Luft. Alle Fenster der Stadt und deren Umgebung sind gesprungen, die brennenden Trümmer des Schiffes wurden weit fortgeschleudert. Die Kata> strophe erforderte zahlreiche Opfer. Berlin, 3. November. An der Südküste von Langeland ist die Leiche eines deutschen Marineoffiziers angetrieben. In dem Verunglückten will man den Lieute» nant zur See Oelfen, vom Panzerschiff „Baden" erkannt haben. Schoeidemühl, 3. November. Brunuenmeifter Beyer aus Berlin hofft noch in dieser Woche die wieder mit großer Kraft ausströmende Ouelle in Röhren abzufangen und so alle Gefahr beseitigen zu können. Vermischtes. ’ Straßburg i. «., 2. November. Der deutsche För,.a Reiß von Plamc bei Schirmeck traf am 1. November fw französische Wilderer auf deutschem Gebiete, ;~r, hundert Meter von der Grenze. Die Wilderer schoflen Der Förster blieb jedoch unverletzt und tödtete zwei Wilderer StaatSanwalr und Gericht begaben sich sofon nach dem orte. Nach einer späteren Nachricht stellten StaatSaow«. und Gerichtsbehörde fest, daß Förster Reiß bei der Tidrur- der zwei französischen Wilddiebe im Falle ber. Noth»^ handelte. — Der „Frkf. Ztg." wird hierüber geschrteter Schon seit längerer Zeit bemerkte Förster Reiß aus fttr । huuS Falle in der Obersörsterci Rothau, daß in Jo*., | Schutzbezirk gewildert wurde. Er begab sich heute ui jrifc Morgenstunde hinaus, um womöglich den Wilderern aus t# Spur zu kommen, da durch die am vorhergehenden Tage ad- gehaltene Treibjagd die Möglichkeit nahe lag, sie abjafawt Ungefähr 300 Meter von der französischen Grenze auf bou f^em Gebiet hört er daß Bellen eines Hundes und zugleich ueht er einen Wilderer die Böschung hinausklimmen. Förster wirst sich nieder und kriecht an den Rand le Böschung. Beim Auftauchen des Wilderers packt er ibn in» fordert sein Gewehr. Der Wilderer, ein älterer Mann, vn. roeigert die Abgabe und eS entfpinnt sich ein heftiges dtingu Plötzlich pfeift eine Kugel hart an dem Kopfe des Förster« vorbei- aufblickend, sieht er auf 10 Meter Entfernung einti längeren Wilderer mit von Neuem angeschlagenem Geweht aus sich zu kommen. Mit aller Kraft reißt der Förster itu fon dem älteren Wilderer gepacktes Gewehr an sich unfc fdjiefjt den jüngeren Wilddieb auf 5 Meter Entfernung nietet. In gleichem Augenblick hat der Alte das Gewehr wieder er- faßt und ruft um Hilfe. Während de« tid) von Neuem en:- spinnenden Kampfes zwischen dem Förster und dem Wilderer bemerkt Reiß vier weitere Wilddiebe von dem steilen Serq abhang gegen sich herunter kommen- er benutzt einen steten Augenblick, in welchem er seine Flinte gegen den Wilderer richten kann, dazu, diese abzudrücken. Tödtlich getroffen iallt aud) der zweite Wilddieb, indem er den Förster au6 Seiner Umarmung losläßt. Da Reiß keine Patrone mehr im L'aas hat und sich retten muß, springt er über die hoch gemanenc Böschung hinunter und stürmt thalabwärtS, während hinter ihm die Schüsse der Wilderer auf eine Entfernung von 40 biß 50 Meter krachen, ohne ihn jedoch zu treffen. Die soson ftattgefunbene Ortßbesichtigung und Untersuchung deS Sach- verhaltß bestätigten die Aussagen des Försters vollstönbig. Eß kann dem in der höchsten Nothwehr handelnden Beawien kein Vorwurf treffen, im Gegentheil muß sein muthigeS Bet' gehen anerkannt werden. Beide Wilderer, Vater und Sohn, Binn mit Namen, gehören zu der gefährlichsten Wilddiebs- bände- der Vater war schon 1870 als Franktireur berüchtigt. * Berlin, 3. November. Daß Jagdschloß Grünewald war heute, am Tage der Hubertußjagd, ein vielerstrebtes Ziel. Auf allen Heerstraßen, auf allen Wegen, die nach bem Jap? schloß führen, wurde eß bereit« zu früher Stunde lebendig. Zu Wagen, zu Pferde und zu Fuß eilten die Berliner • reich in den buntfarbig schillernden Wald, um der Parsorce jagb, an der baß Kaiferpaar Theil nahm, wenigsten- Don fern beizuwohnen. Bon ber ersten Mittagsstunbe an umlagerte eine gewaltige Menschenmenge baß Schloß, baß mit seiner Umgebung vom britten Bataillon beß Regiments ffdnrgm Elisabeth, bem Garbe-Schützenbataillon, ber ersten Schwad-...- des zweiten Garbe-Dragonerregiments, 3 Cbenvadmntttma unb 40 GenSbarmen auß Berlin, Rixborf unb Zoffen abat- sperrt würbe. Daß rothe Felb bestaub auß über 200 Herr . • Berlin, 2. November. Der älteste Wahlmann in Berlin ist ber 92j8hrige Professor Mi chelet, welcher, ber „Nat--Ztg." zufolge, in ber Gemeinbeschule in ber Burg- grafenstraße bie zwei hohen Treppen 3um Wahllocal lunaas- ging unb erklärte, baß er die Wahl aimehme. * Eia einhändiger Oberst. Man schreibt ber „Franks. Ztg.": Daß 45. Infanterie-Regiment in Laon befehligt Oberst Pau, auß Nancy gebürtig, ber erst 44 Jahre at ist unb bte rechte Hanb nicht mehr besitzt. Im Jahre Ls61 auß ber Kriegßschule von Saint Cyr hervorgegangen, verlor er im beutsch - französischen Kriege baß rechte Handgelenk. Seitbem bebiente er sich ber Linken mit Meisterschaft unb ist ein vorzüglicher Reiter geworben. * Mannheim, 3. November. Der Hostheaterkassirer Wilb wurde nach einer unvermutheten Revision wegen Unregelmäßigkeiten entlassen. * Im Dorfe Bantikow bei Kyritz haben die Schulkinder seit einigen Tagen Ferien , weil ber Lehrer kein Holz hat. h Schule Heizen zu lassen. Der Patron, Rittergutsbesitzer R, hat bie Verpflichtung, ber Schule 21/, Meter Kiefern-Kloboche \ zu liefern, wahrenb bie Gemeinbe bie Kohlen kaust. Br.’.: beß Holzeß hat vor einiger Zeit ber Patron bem Lehrer 6,75 Mk. geschickt, ber Lehrer behauptet nun aber, baß 1* Niemanb für biefeß Gelb 21/, Meter Holz verkaufen »'l- unb hat bad Geld zurückgeschickt. Herr R. fanbte aber W Cocales unb provinzielles. Gießen, ben 4. November 1893. ** Universität- - Nachrichten. Die Themata ber schrift- U4en Prüfungen beß letzten juristischen Examens *finb von einigen Blättern theilweise unrichtig roiebergegeben worben. Um Jrrthümmer zu vermeiden, veröffentlichen wir im Nachstehenden folgende officielle Angaben: Von den Examinatoren % wurden folgende Aufgaben gestellt: Prof. Kretfchmar: Ein practischer Fall aus bem Panbektenrecht. — Pros. Zörs: Wodurch unterscheidet sich im heutigen Recht bas Notherbrecht ber Geschwister von bem ber Ascenbenten unb Descenbenten? Welches ist ber historische Grunb biefer Unterscheibung? — Pros. A. Schinibt: Ein practischer Fall unter Verwerthung von Sätzen des ehelichen Güterrechts und Handelsrechts. — Pros. Frank: Ein practischer Fall auß bem Gebiete beß Strafrechts unb beß Strafprocesses. — P r 0 f. Heimburger: Der verfassungßmäßige Antheil ber verschiebenen Reichßorgane an ber Reichsgesetzgebung. — Prof. Laspeyreß: Wechselbeziehungen zwischen Probuctions« kosten unb Preisen. ** Reformationsfest. Morgen Sonntag, als am Re- formationßfeft, wirb frühe zwischen 7 unb 8 Uhr Choral vom Thurme ber Stabt („Eine feste Burg" u. s. w ) geblasen werben. ** Kammermusik. Der erste Kammermusikabenb ber Herren Bauer, Krauße unb Polster 2c. finbet nicht, wie vor einigen Tagen bekannt gemacht, am Montag, sonbern erst am Dienstag, 7. November, Abenbß 7 Uhr, im Saal ber hiesigen Freimaurerloge statt. Das Programm, welches tu ben Nummern für Kammermusik nur Namen klassischer Componisten enthält, (siehe baß Inserat ber heutigen Nummer) "fahrt angenehme Abwechselung burch Mitwirkung ber geschätzten Concertsängerin Frau Balser-Lanbmann, welche Lieder von Schubert, Hilbach, v. Koß unb Meyer-Helmunb vortragen wirb. Den Billetverkauf hat Herr Ernst Challier übernommen unb ftnb Abonnementskarten, gültig für alle vier Slbenbc zu 5 Mk. für eine Person, 8.50 Mk. für zwei Personen unb 12 Mk. für brei Personen, sowie auch Einzel- billetß L 1.50 Mk. in seiner Musikalienhanblung zu haben. z Theater. „Der Stehaus", Lustspiel in 4 Acten von Rubolf Kneisel. „Lustspiel" betitelt ber Dichter fein Werk. Wahrlich mit Unrecht. Ist benn etwa bie Hanblung danach geschaffen, biefen Titel zu rechtfertigen, ober bie ein« feinen Situationen? Hie unb ba mag Letzteres vielleicht stimmen, ebenso zeigt bie Sprache manchmal, aber bieß auch nur vereinzelt, ben Ton beß Lustspiels. Unb boch sinb gerabe bie Stellen, wo eben jene beiben letztgenannten Kriterien sich finben, nicht so hervorstechenb, baß sie bem Ganzen ihr Gepräge aufzubrücken im Staube wären, sie sinb nicht einmal besonders gelungen, denn im Rahmen dieser Handlung nehmen sie sich allzu possenhaft auß, sodaß ber Einbruck, ben sie bei uns hinterlassen, oft nicht einmal befonberß angenehm »st- Das Stück ist vielmehr seinem ganzen Aufbau nach ein Jntriguenstück, bas ben Namen Schauspiel eher verbient hätte, als irgend einen anberen. Gerabe biefer scenifche Aufbau zeigt, baß Kneisel bie Gabe ber poetischen Erfinbung in hohem Maße besitzt unb gewanbt zu verwenben versteht. Wenn nur damit nicht in eben so hohem Maße baß sentimentale Element tietbunben wäre. Letztereß gerabe macht eß bem Schauspieler oft recht schwer, seine Rolle bem Hörer so sympathisch zu gestalten, wie er eß gerne wünschte. Jnbeß können wir zu unserem Vergnügen conftatiren, baß am gestrigen Abenb nur wirklich Gutes geboten würbe. Unter ben Damen verdienen Frau Director ReinerS als „Marianne" unb Frl. Schumann als „Lucie" besonberes Lob, währenb wir unter ben Herrenrollen bem „Amerikaner" bes Herrn Niemeyer unseren unbebingten Beifall nicht versagen können. Alles in allem hatten wir Wieberum ben Einbruck, daß baß bieSjährige Ensemble ein recht tüchtiges ist, baS sich gegen baß letztjährige sehr Vortheilhaft außzeichnet, baß ber Herr Director aber keine Mühe unb Kosten scheut, um bem hiesigen Publikum etroaß GebiegeneS zu bieten, wobei bic recht nette Zwischenactßmusik nicht an letzter Stelle erwähnt zu werben verbient. ** Der Landes Ausschuß ber laudwirlhschastlichen Vereine deS Großherzogthum« heffen beschäftigte sich in seiner Sitzung am 31. October in Darmstabt auch mit ber Erhöhung der Tabaksteuer. Das Referat hatte vr. Heibenreich übernommen unb beleuchtete derselbe die projectirte Steuer-Erhöhung vom Standpunkte ber Vertretung der Landwirt hschaft, als welche der Landesausschuß zu gelten habe, insbesondere auch des Tabakpflanzers, babei bie Dortheile betonenb, bie dem Letzteren in dem vorliegenden Gesetzesentwurf in Aussicht gestellt feien, so namentlich in dem Wegfall eineß TheileS der seither üblichen, sehr lästigen steuerfiscalischen Controlle, der Abwälzung der Steuer von der Production beß Tabaks u. s. w. Er legte ferner in einer Reihe von Zahlen bie gegenseitigen Verhältnisse bar, in welchen sich bie Steuerveranlagung im Jnlanbe, bezw. xicßoi £'ÄZ irb bierfii., - i«Ä * * M ta. 5e,,9!6e"bi«^ * ‘«9, sie *- ?*»«» |, y"w A ™ de» $„ 1,1,3 Mt er if, ?” Qllt«< M°,i C'wW'ij.si m 8* »'« Sir ®»‘ Cnrfemu« , Qn9^lagenem tz.- “* d-r Mh; Gewehr an U 'tter Entfernung nz ^.Gewehr wiete $ hon Neuen llN M bto ' üon W>. er benutzt v>. linle gegen tech zu Irtjjtn. Dir v Untersuchung des > ieS gochers Bott'ii' ehr handelnden M Irin MthigeS. «r, Mr mb Sox 1'ährlichsten Wilddieb bnÄchki Brunei. o, rin ÄrinstrM^ gen, die nach te ' früher ®lm'i .'öd. eilten die 116, um der PMn l nahm, wenigstes: itagsstunde an untlr öd)lo^ bas mu b brs Ärgimnts on, brechenk 16, 3 Obattc: Uijborf und r ud aus übcr^jvr : älteste ssor MichelNi * utinMMi 'n r , juut Mml hi» amehme. . B schreibt brr „B- ient in Laon btifr. brr rch " ä 3®3«l"bl r bervorgegangen, m das rechte mit Meisterst» ®> Der nutzten >ritz h^en. d'e cLehrer fein* r0n, Mtergutsbe ' Jitter SHef«“'®“1 vf$t -K° raufte Emma WUHelmtne Schmidt dahier. 2. Wilhelm Anton Henrich Jäger, Mechaniker dahier, mit Christine Hermine Finger : Frankenberg. 2. Franz Schücker, Schlosser dahier, mit Maria >rhres hierselbst. 3. Johann Schmidt, Kutscher dahier, roll Katharine Iliiabeth Johanna Karoltne Bertram hierselbst.zgMtz^-', tfbelAlietnnflra. October: 28. Dr. Karl Friedrich Georg Hofmann, pract. Arzt ■u Nieder-Florstadt, mit Anna Natalie Thekla Marte Emilie Fresenius lädier. 28. Peter Friedrich Selzer, Eisengießer dahier, mit Marie Ki rgaretbe Schneider hierselbst. November: 1. Friedrich Karl LouiS spring, Thierarzt zu Hungen, mit Marie Karoltne Wilhelmine N°ttha Haggenmüller hierselbst. 1. Ludwig Ott, Former von Odenbiesen, KretS Wetzlar, mit Katharine Christine Henriette Konradine 2lpmad hierselbst. 3. Philipp Reuschltng oon Klein-Linden, Ercmser bet der Matn-Weser-Bahn, mit Anna Eltsaüetha Hartmann ht-n selbst. Stbotetu. October: 20. Dem Knecht Johs. Dechert II eine Tochter. 24. Dem Mehger-Gehülsen Johtz. Becker VI. eine Tochter, Marie liliie. 25. Dem Schlosser bet der Matn-Weser-Bahn Johann Heinrich Lairth eine Tochter, Ottilie Margarethe Luise Jakobine Henriette Torothea. 28. Dem Bremser bei den Oberbessischen Eisenbahnen Zi banneS Dechert eine Tochter, Ottilie Emilie Katharine Maria Eli t. 29. Dem Schneidermeister Reinhardt Greb ein Sohn, Heinrich. 31- Dem Kaufmann Wilhelm Schomber ein Sohn.MA j-Äk.räd LJ ©«Sorbette. October: 30. Johann Heinrich Seibert, 80 Jabre alt, Prtvat- Man dahier. 31. Christine Katharine Schmidt, 2*/< Jahre alt, Achter von Landwirth Ludwig Schmidt zu Garbenhetm. 31. Luise .niauSkops, geb. Peis, 33 Jahre alt, Ebefrau von Bürstenmacher hannetz Krauskops dahier. November: 1. Wilhelmine Tönnemann, gib. Konrad, 33 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Ludwig Tönne- maon zu Dillenburg. 1. Maria Gerlach, 6»« Jahre alt, Tochter von Schreinermeister Konrad Gerlach zu Gedern. 2. Wilhelmine Himmelreich, 4'/, Jahre alt, Tochter von Landwirth Wilhelm Himmelreich II. zu Ehringshausen, Kreis Wetzlar. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Lukasgemetnde. Den 1. November. Friedrich Karl Louis spring, practtscher rhi-rarzt in Hungen, und Marie Karoline Wilhelmine Martha Hix lenmütler, Tochter des Rentners Josef Wilhelm Haggenmüller ju ließen. Johannesgemeinde. Den 28. October. Dr. Carl Friedrich Georg Hofmann, prac- tisch. r Arzt zu Rieder-Florstadt, und Anna Natalie Thekla Marie 6nr He Fresenius, Tochter des Oberamtsrichters Gustav Fresenius |U ließen. Den 29. October. Peter Friedrich Selzer, Eisengießer zu Gießen, und Marte Margarethe Schneider, Tochter des Taglöhners Philipp tzMieider VI. zu Gießen. Denselben. Ludwig Wilhelm Mühlhause, Gerber zu Gießen, und Mathilde Luise Schnecko zu Gießen. ftetaufte. Matthäusgemeinde. Den 29. October. Dem Universitätsgärtner Friedrich Rehnelt eine Tochter, Wilhelmine Johanna Luise, geboren den 8. September. Denselben- Dem Locomottvhetzer Martin Schlosser ein Sohn, €ri'it Heinrich Martin Mar, geboren den 18. September. Den 31. October. Dem Kaufmann Gerhard Botz ein Sohn, Gruft Martin, geboren den 23. September. Lukasgemetnde. Den 29. October. Dem Materiatien-Verwalter Gottlob Kemnitz ein Sohn, Georg Karl Fritz, geboren den 24. September. Jobannesgemeinde. Den 29. October. Dem Schneider Johann Friedrich Bosold ein Sohn, Johann Friedrich, geboren den 31. Juli. Beerdig»«. Matthäusgemeinde. Dm 2. November. Luise Krauskopf, geb. Peif, Ehefrau des Bürstenmachers Johannes Krauskopf, alt 33 Jahre, gestorben den 31. Octoder. Denselben. Jobann Heinrich Seibert, Privatmann, alt 79 Jahre, gestorben den 30. October. Lukasgemetnde. Den 1. November. Carl Schröter, Glaser zu Pforzheim, Sohn des Schlossers Heinrich Schröter zu Gießen, alt 20 Jahre, starb am 29. October in Pforzheim. Johannesgemeinde. Den 29. October. Wilhelm Bellos, Sohn des Wiesenwärters Wilhelm Bellof, alt 6 Jahre, starb den 26. Oetober. Verkehr, Land- rrnd VolkswirtYschafL. »te-ev, 4. November. Marktbericht, Auf dem brütigen Wochernnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,15—1,20, Hübnereter per Stück 7—8 H, 2 Stück — 4, Käse vr. St. 5—8 4, KLsematte pr. St- 8 H, Erbsen vr. 2iter 18 H, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,50—0,70, Hühner pr. Stück X 0,85—1,00, Hahnen pr. 6t X 0,50-0,85, Enten pr. St- X 1,50 bis 1,70, Ochsevfleisch pr. Pfd 62—38 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, KaL fleisch pr. Pfd. 50—56 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40—60 A xartoffdu pr 100 Kilo 3,50-5,50 X, Weißkraut pr. Stück 4 10 4, Zwiebel^ pr. Centner 7,00— 8,00 X, Milch vr. Lster 16- 20 4, Gänse pr. Pfd. 42—54 4- S. Hungen, 2. November. Vieh- und Krämermarkt. Der heute dahier stattgefundene „Allerheiligen-Markt" war, begünstigt durch ausnahmsweise schöne Witterung, außerordentlich zahlreich besucht. Auf dem Schweine-Markt waren sowohl Ferkel wie Läufer in großer Anzahl aufgetrieben und herrschte hier auch lebhafter Handel. Die Preise waren bei reger Nachfrage ziemlich hohe. Bezahlt wurde das Paar Ferkeln bis zu 50 Mark. Läufer dementsprechend höher. Auch der Krämermarkt war zahlreich besucht, einem alten Herkommen gemäß vorzugsweise von der erwachsenen Jugend der Umgegend und wurden auch hier zahlreiche Einkäufe, namentlich in Winterartikeln, gemacht. Der nächste Markt findet am 11. December statt. Brodpreise vom 5. November bis 19. November 1893. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......26 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) „ ......52 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod......24 „ bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) 25 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod......48 „ bei S. Stern (Schlüchterner u. Casseler Brod) 50 „ 1 Kg. (2 Psd.) Schwarzbrot)......22 „ Der auswärtigen Bäcker. 2 Kg. (4 Psd.) Weißbrod bei Gg. Ant. Heuser o. Gr.-Linden 40 „ „ W. Amend von Lang-Göns 44 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod bei W. Steinmüller „ 21 „ 2 Kg. (4 Psd.) „ bet Gg.A. Heuser v. Gr.-Linden 38 „ „ Joh. Kd. Bettev.Kirch-Göns u.Pb.BettenI.v. Gr.-Linden 40 „ „ W. Amend v. Lang-Göns u. W. Stetnmüller v. L.-GönS 42 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Batth. Christ Wwe. v.Wieseck 69 „ Der »rodverkäufer. 1 Kg. (2 Psd.) Tasclbrod..... 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod..... 1 Kg. (2 Psd.) Weißbrod..... 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod..... 1 Kg. (2 Psd.) Schwarzbrod..... 2 Kg. (4 Psd.) Schwarzbrod..... 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod..... Gießen, den 4. November 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. 26 Pfg 52 „ 24 „ 48 „ 22 „ 44 „ 66 „ Das mir durch Herrn H Schäfer, Agent, Wolfstraße 9 hier, von der Firma Ed. Hartmann, Hannover gelieferte rnsfifche Billard ist zu meiner und meiner werlhen Gäste größten Zufriedenheit ausgefallen und kann ich deshalb genannte Firma bestens empsehlen. 9299 Hrch. Schneider, OswaldSgarten. — Sin Spielzeug ohnegleichen. Unter der Fülle von verschiedensten Spielsachen für unsere Lieblinge, die Kinder, stehen nach alter pädagogischer Erfahrung diejenigen voran, wodurch die Thätigkett des Kindes, insbesondere auch sein geistiges Vermögen, förderlich angeregt — ersprießlich angespornt wird. Bon anerkanntermaßen erstem Rang in dieser, Sinne und Denken bilbenben Richtung sind die — es darf ohn' jede lleberhebung ausgesprochen werden: weltberühmten — «nker-Lteinbaukaflen, wie sie von der F,rma F. A. Richter & Sie., K. K. Hoflieferanten in Rudolstadt (Thüringen), in unerreichter Vortrrfflichkett dargeboten werden. Nichts gewährt den Kindern so viel der Lust, so viel des fesselnden Vergnügend, als mit den sorgfältig gearbeiteten, blinkenden Stellten eines Rtckter'schen Stetnbaukastens entweder den buntgeftaltigen Entwürfen, die sich frei in des Kindes Vorstellungswelt aufbauen, Leben und anmuthige Form zu geben, — oder noch mehr an der Hand der beigegebenen prächtigen Vorlage-Hefte die erfreuend schönen Bauten in reizvollem Wechsel nachzubilden. Wie sie sich über jeden schmuck vollendeten Ban aufs Neue immer wieder freuen, die Kleinen und nicht minder die Kroßen! Bei jedem neuen We*k, daS unter den Händen der jugendlichen Künstler zierlich entstanden, müssen Eltern und Geschwister, Nachbarn und Kameraden herbei, um solche „Arbeit im Spiele" zu bewundern. Dazu ist noch ein Vorzug, der ben echten Richter'schen Steinbaukasten zu eigen ist, besonder« schätzeus- werth. Das ist die Einrichtung, wonach ein jeder Kasten ausstcigcnb nach und nach durch genau passende ErgänzungSkaflen vergrößert werben kann. Derart vermag dieser reizende Spielgegenstand im Lau* der Jahre immer stattlicher erweitert zu werden: eine Eigen- sch-jt, die ihn zugleich zum billigsten, weil auf die Dauer werthvollen, Geschenke macht. Durch alle besseren Spielwaaren-Hand- lungen zum Preise von 50 Pfg bis 80 Mark zu erhalten. Man achte sorgfältig darauf, daß jeder Kasten die Fabrikmarke „Anker trägt! ____________________________________________________________________ Bedeutende Betriebsersparnisse maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes ober der Landwirthschast durch Aufstellung einer Wölfischen Locomobile als Betriebsmaschine erzielt. Die von der rühmlichst bekannten Maschinenfabrik von R. Wolf in Magdeburg-Buckau seit mehr als 30 Jabren als Specialität gebauten halbstationären und fahrbaren L o c o m o b i l e n mit ausziehbaren Röhrenkesseln übertreffen an Sparsamkeit des Brennmaterialverbrauchs, Dauerhastigkeit und Leistungsfähigkeit jegliche Motoren anderen Ursprungs u. haben auf allen deutschen Locomobil-Coneurreuzen den Sieg davongctragen. [4276 Vogelfreunde, füttert nur Votz'fches Vogelfvtter mll der Schwalbe, es ist das anerkannt beste und billigste. . Dlieberlage bei Emil Fischbach, Settersweg 14. Prospekte umsonst (5251 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Münster pro 1894/95 liegt 8 Tage lang, vom 6. bis 13. d. M., zur Einsicht sämmtlicher Be- ItjriCigten in dem Geschästslocai des Unterzeichneten offen. Münster, den 3. November 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Münster. ___________________ Gontrum.___________________[9272 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allendors a. d. Lahn für 1894/95 liegt vom 6. November d. I. an 8 Tage lang zur Einsicht ter Betheiligten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Allendors a. d. Lahn, den 3. November 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Allendors a. d. Lahn. Volk. 9271 ftankfurt n. lU.=(Obcrtjcffifdj= Saijrrifdjcr Verkehr. $Im 1. d. M- ist der Nachtrag III zum Gütertarif für vorbezeichneten Verkehr in traft getreten. Nähere Auskunft ertheilen die Güter- i?Icrtigungsstellen. Gießen, den 3. November 1893. Großh. Direction [9298 bet Oberbessischen Eisenbahnen- Keilgeöoienes. Stabt. Sd)ladjt|)au5. Freibank. [9300 Heute und Montag: FaselochsenfleiscE?, rcht ladenrein, per Pfd. 25 Psg. Weinlager. Weissweine: Südweine: vacheuheimer ztttingee r-isesheimer kb>»cher rü«kheimer. Rethweine: Sff«ntha»er tderr-Jugelheimer CI. Julien körntet bauet. Malaga Madeira [9261 Sherry Portwein Rrrfter UirSbruch. Beerweine: Stachelbeerwein Johannisbeerwein Bromdeerwein Heidelbeerweiu. De ätsche u. franz. Cognacs. Lwuis Lony, Bahnhofstraße 27. In Glessen vorräthig bei: F. 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