clhtilrq: “gsdort. (M. elior Ilrafee 7 Wfctti tönfl. ombiren u f i öerechnuvg. Dl UlM rt6m Kundschaft |r i heutr ab nach ’ ftraße 19 W und Wmn 'rnahmevoi je-. An >ei-er, Mlv. Sn« arich SbH ckrricht M mW» uri ölt d, zithttUdne, träfet 12. floni dem BW ich bitten, mich eÄ nuten ZithnlMr ___l '■ I, eo. auch ohne fr In der Liebig-, Fw :rafee. isangabe erbet, e igernd. __ Ib.giiukin ausi- Hao-Halt und ft erfahren, auch 8^ larbeiten Ätikn tellung mii F-M t_bi*LL*- Sittler- u. Ttpultr Wangen dauern. 20 «eübte «jjj Hauer uud «<>' iSSOW ei it* 10 Leipti l819' va-Wcrke jwfetnjnysB Cdobtt findens t U H'5 cfchule bei jMtthcti W **%Sf OTEl #>- SS*“' Nr. 208 Der Aieße»er >nielger «rscheint täglich, Bit UuSnahink dtS Montags Dir Gießener Jl**t(te*6titter Werden bcm Anzeiger Böchmtlich dreimal tzagelegl. Dienstag den 5. September Erstes Blatt.______ Meßmer Anzeiger Kenerat-Mzeiger. 1893 Lirrlettährrgcr X6»u*emtntipreUi 2 Mark 20 Pfg. mit Lrmgerlohn. Durch die Pott bf jogai 2 Mark 50 Pf». Rtbaction, Lxpeditio» und Druckerei: Kchukstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für beit Ureis Gissten Gratisbeilage: Gießener Kamitienblätter. etwa verdoppelt ist. , . s .. . Vor Ablauf von mindestens einer Stunde darf das mit der Destnfectionsflüssigkeit versetzte Btlgewasser nicht ausgepumpt werden. Ein Hineinschülten von gebranntem Kalk in den Ktelraum hat keine aenügend destnfictrende Wirkung. , Eiserne Fahrzeuge, welche Btlgewasser nicht haben, bedürfen in der Regel keiner Destnfection des Ktelraumes. berechtigt. Berlin, 2. September. Die offiziöse Meldung, daß das Abschiedsgesuch des Kriegsministers von Kaltenborn-Stachau vom Kaiser ab gelehnt worden sei, der Minister bleibe auf seinem Posten, hat in weiteren Kreisen überrascht, begegnet aber Zweifeln. Thalsache ist, daß der Kriegsmmister seinen Rücktritt wünscht. Es hieß noch kürzlich, er übernehme das dieser Information, die verschiedenen offizösen Korrespondenten ruging, hat es den Anschein, als bezweifle man hier den outen Willen der russischen Regierung, den Zollkr eg möglichst bald zu beendigen. Nach den bisherigen Auslassungen des Finanzministers Witte erscheinen solche Zweifel nicht Deutscher Reich. Berlin, 2. September. Die Kaisertage in Süddeutsch land anläßlich der großen Truppenübungen sind nunmehr angebrochen und werden sie sicherlich^ un ganzen übrigen Deutschland einen lebhaften Widerhall finden. Na- «llc Nnnoncen-Vureaux de» In- unb AurlanbcS nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" tntgegen. mentlich blickt man allseitig den Kaiserma.növern in Lothringen mit Interesse entgegen, bei denen ein glänzender Kreis von Fürstlichkeiten, bestehend aus dem Kronprinzen Victor Emanuel von Italien, dem König Albert von Sachsen, den Großherzögen von Baden und von Hessen, den Prinzen Ludwig, Leopold unb Rupprecht von Bayern u. s. w. den Kaiser umgeben wird. Außerdem aber haben die Kaisermanöver in Lothringen eine gewisse politische Bedeutung cr- Unt> n®ie%e8infcdton ist dort, wo sie geboten erscheint, tnsbefondere wenn Orte, die dem öffentlichen Verkehre zugänglich sind, gesahrdet erscheinen, oder wo sonst eine J^nfectton zu besorgen ift ober ftatt- gefunden hat, mit ver größten Strenge durchzufahren. Im Uebrigen ist aber vor einer Vergeudung von Destnfecttonsmitteln eindringlich zu warnen; unnöthige und unwirksame! Desinfecttonen bed^ nützen Kostenaufwand und vertheuern die Preise der Desinfections- mittel, verleiten aber auch das Publikum zur Sorglosigkeit in dem Gefühle einer trügerischen Sicherheit. ^,alnf,rtinn Reinlichkeit ist besser als eine schlechte Desinfection. 11) Der Kiel- (Bilge-) Raum der im Fluß- und Binnen- schifffohrtsverkehr benutzten Fahrzeuge wird durch Eingteßen von Kalkmilch (f. o. I Nr. 1), welche, sofern Raum und Ladung es zu- lassen. zuvor mit der zehnfachen Wassermenge zu verdünnen ist, Annahme von Anzeigen zu Der Nachmittag» für den folgevben Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Maßnahmen gegen die Cholera Einstweilen sind die Bemühungen daraus genchtet, einer Verschleppung der Verhandlung möglichst vorzubeugen. „Man ist diesietls bestrebt, nach allen Richtungen hin so zu ver^ Berlin, 2. September. Bei der vorgestern eingelieserten Person wurde amtlicherseits Cholera asiatica festgestellt. In Beobachtung im Krankenhause befinden sich acht Personen und vier an der Cholera Erkrankte. Trier, 2. September. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen Vormittags kurz nach 9V» Uhr auf der Haltestelle Euren ein und wurden von dem Landrathe Tobias mit einer Ansprache begrüßt, auf welche Se. Majestät huldvoll dankte. In der darauf folgenden Unterhaltung mit den Kreistagsmitgliedern berührte Se. Majestüt die Frage DeSinsecloren zu übertragen. Äe^rstündlg^es Auskochen in Wasser, Salzwasser oder In Lauge wi,kt bestaftctrenb. Di- Slüwgk.il mutz w°hr-ud »‘='“ 3=« beständig im Sieden gehalten werden unb die Gegenstände vollkommen blb<antken ber Gegenstände vor der eigentlichen Desinfection verbundene Gefahr Anweisung ,ur Ausführung der Desinfection bei Cholera. I. Als Destn f ecttonSmittel werden empfohlen: ^ÄÄu?g derselben wird 1 1 zerkleinerter reiner gebrannter Kalt, sogenannter Fettkalk, mit 4 l Wasser gemischt, und zwar in rolgenber Weis bem Wasser etwa ’/4 1 in das Mischen bestimmte Gefäß gegosfen und bann der Kalkhnengelegt. Nachd-m bet Kalk das Woffer aufgesogen hat und dabei zu Pulver zersallen ist, wird er mit dem übrigen Wasser zu Kalkmilch oerrübrt. Dieselbe ist, wenn sie nicht bald Verwendung ftnb.t, in einem gut geschloffenen Gefäße aufzubewahren und vor dem Gebrauch um- zuschutteln. * Der^Chlorkalk hat nur dann eine ausreichende deslnficirende I Wirkung, wenn er frisch bereitet und in wohlverschlossenen Gefäßen aufbewahrt ist. Die gute Beschaffenheit des Chlorkalks ist an dem | starken, dem Chlorkalk eigenthümlichen Geruch zu erkennen. I Er wird entweder unvermischt in Pulverform gebraucht oder in Lösung. Letztere wird dadurch erhalten, daß 2 Theile Chlorkalk mit 100 Theilen kaltem Wasser gewischt und nach dem Absetzen der ungelösten Theile die klare Losung abgegossen w rd. 3) Lösung von Kaliseife (sog.Schmierseife odergrüne oder Schwärze Seife). 3 Theile Seife werden in 100 Theile heißem Wasser lieldft (,. B. l/i kg Seise in 17 1 Wasser). 4) Lösung von Carbolsaure. a. Carbolseisenlösung. . Zur Verwendung kommt die sog. „lOOproc. Carbolsäure des Wandels, welche sich in Seisenwaffer vollständig löst. Man bereitet sich Die unter Nr. 3 beschriebene Losung von Kaliselfe. In 20 Theile dieser noch heißen Lösung wird 1 -Spell Carbolsäure unter fortwährendem Umrühren gegossen. Diese Lösung Ist lange Zelt haltbar und wirkt schneller des- Inftclrenb als einsache Lösung von Kaliseise. b. Carbolsäurelösung. . x , Soll reine Carbolsäure (einmal ober wiederholt destillirte) verwendet werden, welche erheblich theurer, ober nicht wirksamer ist, als bh"m ,,(»pr°c Sa.botiau«", fo ist zur Löluug d-s ®df=nm«fiet nicht nöthig, es genügt dann einsaches Wasser. 5s Dampfapparate. , _ Am besten sind solche Apparate, in welchen der Dampf unter Ueberdruck (nicht unter Vio Atmosphäre) zur Verwendung kommt. Die Bedienung der Apparate ist, wenn irgend angängig, ausgebildeten Commando des württembergischen Armeecorps. Berlin, 2. September. Die (kommtHarten der Bundesstaaten werden dieser Tage im Reichsschatzamte in Berlin zusammemreten, um die in der Finanzminister- Conserenz zu Frankfurt a. M. festgestellten Reichssteuer. projecte näher zu berathen. Vermuthlich wird der neue Reichsschatzsecretär, Gras von Posadowsky, den Vorsitz bei diesen Verhandlungen führen. Berlin, 2. September. Bei einem vierjährigen Knaben, welcher in den Nordhasen gestürzt war, aber lebend wieder herausgezogen wurde und darauf erkrankte, ist Cholera constatirt worden. Die Blätter schließen daraus, datz die Gewässer in und um Berlin inficirt sind. . — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Auszug des Vertrages der Usambara-Kaffeebau-Gesell- ., . schäft, bereit Sitz in Berlin, deren Dauer unbeschränkt und desinficirt. ,nf, ,, , x _ I bereit Zweck ist, in Ostafrika unb vornehmlich in Usambara Die frisch zubereitete Desinfections - Flüssigkeit wird' ^°kr- I (Zrundbesitz zu erwerben unb zu verwerthen. Das Grund- schiedenen Stellen des Kielraums dem Kiel- (Bilge-) Wasfer er- Jf ist auf 250,000 Mk. festgesetzt unb in 1250 Antheile SÄ ÄÄ Mk. get eilt. Das ?rste Geschäftsjahr läust bis das Im Btl^naum m'lstehm^ Steifen rothes Vacfmu^ 3L ben 19- b. M. nach papler st°-I und dauernd blau fätbt; dl-I- Müsung ist nicht bort, ,in6trufen worden. a°°ign-,5°S7-V ”n6b«anffie't"" d7tz das - Den Ab-ndblä,.-IN zufolge dürste bie Rünbifluug LackmuSpapier vor etwaiger Berührung mit der Wandung, z. B. durch ber hier 1883 aufgelegten 6procentigen russischen Gold- d" ^rr^'L'-L.n.,st es »ulaffen, ^°cemb-r^9S^er!°lg.n'° D^'rMch° R°gi«ung'w«b! ÄüngHacbVmtn8e” b-8 »ilsmafierä dagegen eine 4procentiße Golbanleihe gegen Z°hiuug emer b ... ... I Convertirungspramie anbieten. An deutschen Platzen werde der Umtausch voraussichtlich nicht stattfinden. verringert wird. Auf jeden Fall muß derjenige welcher solche Wäsche usw. berührt Hal, seine Hande in der unter II Nr. 2 an- aeaebenen Weise deSinficiren. . 4) Kleidungsstücke, welche nicht gewaschen werden können, sind in Dampsapparaten (I Nr. 5) de^nsicwen. Gegenstände aus Leder sind entweder nach Nr. 3 Abs.lund2 zu behandeln oder mit Carbolsäure-, Carbolseisen- (I Nr. 4) oder Chlorkalklosung (I Nr. 2) abjureiben. Pelzwerk wird aus der Haarseite dis auf die ■ manöver in votiirmaen eine uciuinc pumiiujt «- L »»"ifHünbiJer ein^uns‘bn'lSta? S«f et«"USSge»afÄrtcbtciL Wolff» telegraphisches Corresponden, - Bureau. Metz, 3. September. Se. Majestät der Kaiser traf dem Kronprinzen von Italien um 10 Uhr 45 Min. mittels Sonderzuges auf dem Bahnhof in Devant lea I onta unter dem Donner der Salutschüsse von Fort St. Julien und der Veste „Prinz Friedrich Karl" ein. Se. Majestät trug die Uniform der Gardehusaren, der Kronprinz diejenige deß Hessischen Husaren-Regimentß Nr. 13. Am Bahnhof waren der Großherzog von Baden, S. K. Hoheit der Prinz Albrecht von Preußen, der Prinz Leopold von Bayern und der Reichskanzler Graf v. Caprivi, welche bereits um 10 Uhr 20 Min. auf dem Bahnhof Devant lea Ponte eingetrcffen waren, ferner der Statthalter Fürst Hohenlohe, der Commandeur des XVI. ArmeecorpS General der Cavallerie Graf v. Häseler und die Generalität zum Empfange anwesend. Se. Majestät schritt mit dem Kronprinzen die Front der Ehrencompagnie ab, sodann erfolgte ein Vorbeimarsch der Compagnie vor dem Bahnhof. Hierauf bestieg Se. Majestät mit dem Kronprinzen den Wagen und fuhr, gefolgt von den anderen Fürstlichkeitsn, unter den Hurrahrufen der zahlreich zusammen geströmten Bevölkerung nach dem Exerzierplatz Ban St Martin zum Feldgotteß- dienst. Metz, 3. September. Kurz vor 11 Uhr traf Se. Majestät der Kaiser mit dem Kronprinzen von Italien und den anderen fürstlichen Personen auf dem Exerzierplatz Ban St. Martin ein. Auf demselben waren etwa 8000 Mann in feldmarschmäßigerAuß. rüstung im Viereck ausgestellt. In der Milte deß Diereckß, dem Kaiserzelt gegenüber, war ein Altar errichtet. Se. Majestät der Kaiser und die anderen fürstlichen Personen wohnten im Kaiserzelt stehend dem biß 11'/, Uhr währenden Gotteßdienste bei. Se. Majestät der Kaiser setzte sich alßdann an die Spitze der Truppen und hielt unter dem Geläute sämmtlicher Glocken den Einzug in die Stadt. 7000 Schulkinder und 4000 Mitglieder von Vereinen bildeten Spalier. Eine dichtgedrängte Menschenmenge bereitete allenthalben Sr. Majestät dem Kaiser begeisterte Ovationen. Die übrigen Fürstlichkeiten und deren Gefolge hatten sich schon vorher zu Wagen nach der Stadt begeben. Die Straßen der Stadt sind glänzend geschmückt, daß Wetter ist herrlich. Meh, 3. September. Die städtischen Behörden hatten auf dem Platze am Südende der Pariser Straße Aufstellung genommen, um Se. Majestät dem Kaiser bei dem Einzuge in die Stadt NamenS derselben den Willkommengruß zu bieten. Se. Majestät beehrte die Vertreter der Stadt durch eine Ansprache und legte persönlich dem Bürgermeister Halm die der Stadt Metz verliehene kostbare Kette um. Darauf führte Se. Majestät die Truppen biß zur Esplanade und nahm den Vorbeimarsch derselben ab. Metz, 3. September. Se. Majestät der Kaiser hat dem Statthalter Fürsten von Hohenlohe die königliche Krone zum Großkreuz deö Rothen Adlerordenö verliehen. Meh, 3. September. Der König von Sachsen traf Nachmittags hier ein und wurde von Sr. Majestät dem Kaiser auf dem Bahnhofe begrüßt. Eine Stunde später traf der Prinz Ludwig von Bayern hier ein. Se. Majestät der Kaiser ist um 3'/, Uhr nach Urville abgereist. Meh, 3. September. Bei der Begrüßung Sr. Majestät deS Kaisers hielt der Bürgermeister Halm eine Ansprache, in welcher er den Dank der Bevölkerung für daS Kommen Sr. Majestät deö Kaisers Ausdruck gab und gleichzeitig die Hoffnung auS- sprach, daß Se. Majestät der Kaiser bald wiederkehren möge, um Ihrer Majestät daß Schloß Urville zu zeigen. Se. Majestät der Kaiser dankte für die Ansprache. Metz und sein ArmeecorpS sei ein Eckpfeiler in der militärischen Macht Deutschlands, dazu bestimmt, den Frieden Deutschlands, ja ganz Europas, dessen Erhaltung sein fester Wille sei, zu schützen. Homburg v. d. H., 3. September. Ihre Majestät die Kaiserin ist mit I. K. Hoheit der Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe Mittags 12 Uhr 15 Min. hier eingetroffen und von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich empfangen worden. Die Abreise von hier soll Nachmittags 5 Uhr erfolgen. Coblerizer Kaisertage. Koblenz, 2. September. Als gewissenhafter Berichterstatter muß ich zu Beginn meiner heutigen Zeilen zuvörderst ein höchst bedauerliches Vorkommniß von gestern nachtragen, das, obwohl es mir von den verbürgsten Quellen mitgetheilt und bestätigt wurde, ich merkwürdiger Weise bis jetzt noch in keiner Zeitung erwähnt fand, wenngleich eß dazu angethan, die weitesten Kreise zu interessiren. Beim Besuch deß evan- gelischen Stiftö am gestrigen Nachmittag begegnete nämlich der Kaiserin ein sehr bedauerlicher Unfall, der leicht die schlimmsten Folgen hätte nach sich ziehen können. Alß der Kaiserin in dem Garten deß StiftS durch ein kleines Waisen- kind eben ein Strauß überreicht wurde, stürzte auß dem obersten Stockwerk deö Gebäudes eine große Glasscheibe hernieder und zwar direct an der Stelle, wo sich die Kaiserin befand, so daß der hohen Dame mehrere größere Glassplitter auf die rechte Schulter fielen. Während die Umgebung auf daß^Höchste bestürzt war, zeigte die Kaiserin nicht die geringste Beunruhigung, sondern drückte wiederholt der Frau Director der Anstalt gegenüber mit der Versicherung, daß sie durch daö Vorkommniß vollständig unberührt geblieben, ihre Freude auß, daß daß vor ihr stehende Kind keinen Schaden davon getragen habe. Daß Vorkommniß selbst war dadurch entstanden, daß ein Kranker in den Garten sehen wollte und so in der Hast den Fensterflügel zertrümmerte. Daß die Kaiserin baß bedauerliche Vorkommniß in der That vollständig unberührt gelaffen, konnten sich sowohl die Theilnehmer deß alßbald stattfindenden Galadinerß, wie auch die Personen vollauf überzeugen, die bei der am Abend stattgefunoenenRhein- fahrt aus dem Salonboot „Wilhelm Kaiser und König" Gäste deß Kaisers waren und hierbei die Kaiserin in ihrer anmuthigen, heiteren Weise zu sehen und reden zu hören Gelegenheit hatten. Unumwunden gaben beide Majestäten fortgesetzt ihrer Bewunderung und Entzücken über daß überwältigende Bild Auß- druck, daß gleich der Erinnerung an ein Feenmärchen die Rheinseite von und vor Coblenz gewährte. Und in der That, diese Rheinfahrt, zu welcher daß Kaiserpaar kurz nach 8 Uhr über den auf daß Reichste itluminirien Goebenplatz und die in ein wahres Lichtmeer verwandelte untere Rheinstraße fuhr, war zum Entzücken und laffen sich deren Reize in dem engen Rahmen dieses gedrängten Festberichtes kaum mit Worten beschreiben. — Schreiber dieser Zeilen hat die verschiedensten großartigen Beleuchtungen deS RHeineß weiter stromaufwän, auf der herrlichen Strecke von dem Niederwald durch Rheingau mit seinen prachtvollen Villen biß nach dem ei ■ jungen Mainz gesehen, aber er muß gestehen, alle diese Ve- anftalttmgen muffen zurückrreten vor dem prächtigen Schauspir daß sich vor der alten Rhem- und Moselstadt Coblenz gefter* Abend abspielte. Naturgemäß bildeten die die Gegend u beiden Seiten langgestreckten waldumkränzten Hügel, roelct sich weit in dem Strom abspiegelten, eine landschaftlich Scenerie, wie sie geeigneter nicht gesunden werden kaü- Diese unvergleichliche Beleuchtung, die in der That br Glanzpunkt aller festlichen Veranstaltungen, mit denen Coble-, baß Kaiserpaar und deren Gäste ehne, bildete, erstreckte fit auf der linken Seite von Neuendorf biß zur Horchheimn Brücke und auf der rechten Seite von Horchheim biß Vallenda: Die Ufer boten den Anblick einer ununterbrochenen Feuerlin bie bald stattliche Villen umschlang, bald auf den Berget hohen mächtige Freudenfeuer zeigte, die sich weithin in di- Fluthen deß Rheineß abspiegelten. Bei mächtigem Kanone? gedonner von dem Ehrenbreitstein und den mannigsach'ter Freudensalven von den langgestreckten Ufern fuhr mitt-: durch baß feenhafte Zaubermeer die nur auS drei Schiss:: bestehende Festflottille. Den Anfang der letzteren machte b- Strompolizei auf dem mit einem Kranze electrischer Lichrn umgebenen Regierungödampfer „Preußen", dem in kürzte Abstand der graße Salondampfer „Wilhelm Kaiser ir: König" folgte, der mit einem Musikchor auf dem Decke du Kaiserpaar, die sonstigen anwesenden Fürstlichkeiten net: Gefolge trug. Der Dampfer war von der toelth rühmten Firma Bembe und Cie. in Mainz auf daß Pract: vollste QußgcftQttet; oben daß Vorderdeck war mit werthvoll?? persischen Teppichen zu einem Zeltlager umgewandelt, umtt welchem sich zwischen geschmackvoller Blumendecoration d:i Kaiserpaar und die sonstigen hohen Gäste aufhielten. Für den nicht eingetretenen Fall ungünstiger Witterung war bn untere große Salon deß Schiffeß in drei kleine reizend Cabinetc umgewandelt, in denen eß an Nichtß mangelte. Aus dem Deck unter dem Ruderbug war ein rounbernetteß Busi:: errichtet, in welchem ber an bem ganzen Rhein weithin be- kannte Restaurateur Fleck seineß Amtes meisterhaft walte:: Hinter dem Kaiserschiff fuhr ber Halbbeckbampfer „Arvo.: Walpob", ber einige hundert speciell geladener Gäste, Worunter auch die Vertreter der Presse, trug. Letzteren hatte ee bereits am vormittag - bei einem solennen, von der Düsft dorfer DarnpsschiffSfahrtSgesellschaft gegebenen Gabelfrühsu.k Gelegenheit geboten, von den herrlichen Schtffßeinrichtungk- Einsicht zu nehmen. Kurz nach 10 Uhr war die Rheinfahr: zu Ende, nach welcher daß Kaiserpaar mit seinen fürft- lichen Gästen unter den lautesten Jubelrufen der Dir tausendküpfigen Menge sofort nach dem Schloß fuhr. Bei strömendem Regen begaben sich die beiden Majestätei-, sowie die übrigen Fürstlichkeiten heute Morgen In frühester Stunde zu ber großen Parabe nach Trier, wovon die Rückkehr nach 4 Uhr Nachmittags erfolgte. Um 6 Uhr fand alßbann großes Parabebiner statt, an welchem die Generäle unb Stabßofsiziere, welche am Morgen bei ber Parabe an- wesenb, theilgenommen haben. Bei demselben brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den König von Italien unb später auf daß 8. ArmeecorpS auß. Der große militärische Zapfenstreich, an bem fämmtliche Musiker unb Spielleute bei 8. ArmeecorpS unter Leitung beS Armeemusikinspiciemen Roßberg mitgewirkt haben, setzte sich gegen 10 Uhr in Br- wegung unb erzielte eine gewaltige Wirkung. Daß Kaiserpaar unb ber Kronprinz von Italien hörten bie Serenade von dem Balkon deS Schloffeß an. Morgen reift der Kaiut nach Metz ab, während, wie verlautet, die Kaiserin sich -tut-. Besuch der Kaiserin Friedrich nach Homburg begibt. " 1 ? Locale» «nd prooinsicllt». Gießen. 4. September 1893. ** Prinz Georg von Sachsen, Bruder bKönig- Albert, traf gestern Nachmittag 5 Uhr 52 Min. hier ein unb fuLr um 6 Uhr 2 Min. nach Metz weiter. ** Militarcoucert. Morgen Dienßtag Abenb findet ip „Stein- Garten" ein öoncert der Capelle beß Gr. Infanterie-(Leibgarde-) Regiment-Nr. 115 statt, auf welche- hierdurch aufmerksam gemacht fei. Wie erinnerlich, spielte die Capelle vor einigen Jahren mit Auszeichnung in London. (S. Inserat.) ** Zusammenstoß. Am vergangenen Freitag Abend, etwas zu später Stunde, colibirte auf der Straße zwischen der Wellerßburg unb Gießen ein Rabfahrer mit einem Passanten, l wobei Letzterer im Gesicht erheblich verletzt würbe. * • UeberfaU. In ber Nacht vom SamStag aufSonntoz geriethen in einer Wirthschaft in ber Robheimerstraße mehrer, Arbeiter in Händel. Zwei derselben paßten beim Nachhause« gehen einem Backsteinmacher aus unb bearbeiteten ihn m t abgerissenen Zaunlatten. Eine empfindliche Strafe wird denselben blühen, ba eß sich um einen gemeinschaftliche! Heb erfüll hanbelt. * * Zechpreller. Gestern Morgen verschwand auß einer Wirthschaft ein Ehepaar (Händler) unter Zurücklassung einer Zechschulb von 20 Mk. * • Keine Cholera Der am SamStag angeblich alß choleraverdächtig in bie Klinik verbrachte Spenglergeselle be« sinbet sich aus bem Wege ber Besserung unb sei hiermit zur Beruhigung bemerkt, baß im vorliegenden Falle keine Cholera conftatirt worden ist. * * Waruaug. Daß in letzter Zeit wieder überhand nehmende Peitschenknallen mancher Fuhrleute, welches bie Paffanten nicht allein belästigt, sondern auch gefährdet, ist strafbar, und ist daß Polizeipersonal angewiesen, jede Uebertretnng zur Anzeige -zu bringen. • • Schlägerei, vergangene Nacht kamen wieder verschiedene Schlägereien mit Körperverletzung auf der bu,?* "«««<> It6, d«, lbt$on% ' b|t 61,116 *■»«£?* ? SH* »Äi !» M 6i8«*k ,ert1 iuhi w ,7 drei te /ltctTifd)er Liji .' btm 'n timt ■>H« Rai[er J ?.“fbl» Mb ’a,»Mttit!n r.| * b« W D8 M das $rci ,at mit werthM. gewandelt, und mendecoration k 1 NWM Mttrung mar br : ^int reiMitz W muyltt. *tutUt& Puff Rhein weithin br meisterhaft eibampfer „&< «rUste,tym. ietzieren hatte» "/ von der M enen Cabelfrühhi Schiffseinrichtun;e mar die Rheinstd- Mit seinen für'- belrufen der titi »n Schloß ficht beiden Majestaier 'argen in ftührne , wovon blt SRüd Um 6 Ufjr H hem die TrneM t\ Hnavr an lseiben brachte der »Italien nnds^ei militärische nb Spielle»!!! U4 nieeniustkinsMeri [tn 10 Uhr in rng. Das irten die Sew gen reist der $k ie Kaiserin sich j-• arg begibt. ieller. tyMnbtr 1893. Königs Me^ litr ein und fuhr । ^brnb W1 ’’ »pelle des Gr. t89li. 115 |M u, Wie trinntc- # mit Auszeichmt in Freitag W Straße zwW-'l üt einem Manltr' ^etzt wurde. ■M Jen beim Nach^ earlieitttt" 7 ' .ritte W ro •»««»*! 3**9 * Str» ..»»*ä (m ][ angitvl^^ Straße vor. Die Thäter sind ermittelt und zur Anzeige gebracht. Militärdienstnachrichten. Die Assistenzärzte 1. Kl. der Landwehr 1. Aufgebots Dr. Brückner vom Landwehrbezirk I Darmstadt und Dr. Büchner vom Landwehrbezirk II Darmstadt wurden zu Stabsärzten, der Assistenzarzt 2. Kl. der Reserve Dr. Oswald vom Landwehrbezirk Gießen zum Assistenzarzt 1 Kl., der Unterarzt der Reserve, Dr. Sckickert vom Landwehrbezirk Worms zum Assistenzarzt 2. Kl. befördert. ** Radfahrer im Manöver. Bei dem diesjährigen Manöver der Großh. Hesi. (25.) Division treten zum erstenmal Radfahrer in Action und stellt der Radfahrerverein Darmstadt sein Mitglied Herrn Albert Hclfmann dem ersten Großh. Hess. Jnf.-Reg. Nr. 115 zur Verfügung. ♦♦ Alte Bauernregeln für den Monat September. Kühle Nächte bringen säuern Wein, aber die gesund sein, warme Nächte bringen süßen Wein, aber die ungesund sein. — Fallen die Eicheln vor Michaeli ab, so kommt der Winter früh. — Diele Eicheln um Michaelis, viel Schnee um Weihnachten. — Schönes Wetter um Matthäus Ev. (21.) hält noch vier Wochen ans. — September kommt für Saat und Reben dem Bauer gelegen. — Ist an Aegidi (1.) ein heller Tag, so folgt ein guter Herbst. — Wie das Wetter an Mariäe Geburt (18.) ist, so soll es vier Wochen bleiben. — Mariä Geburt jagt alle Schwalben fort. — Wenn es an Mauritius (22.) klares Wetter ist, sollen im nächsten Winter viele Winde toben. — Ist die Nacht vor Michaeli (29.) hell, so soll ein strenger und kalter Winter folgen- regnet es aber an Michaeli, so soll der nächste Winter sehr gelind sein. — Bleibt das Laub nahe am Stamme liegen, so folgt ein fruchtbares Jahr. /X 0. Orteuberg, 1. September. Wir sind in der Lage, über die Grummetgras-Versteigerungen in unserer Gegend nachfolgende Angaben mitzutheilen. In der Gemarkung Lißberg liegen (stets runde Zahlen genommen) 91 Morgen herrschaftliche Wiesen. Der Ertrag war taxirt zu 2000 Mark, erlöst wurden 2700 Mark, der Durchschnittsertrag beträgt also rund 30 Mark pro Morgen, was für Grummet ein vortrefflicher Erlös ist. In der Gemarkung WaUernhausen liegen rund 37 Morgen- sie warentaxirt zu ^00 Mark, brachten aber 750 Mark, also beinahe das Doppelte. Der Durchschnittsertrag ist 20 Mk. pro Morgen, immer ein schöner Erlös. In der Gemarkung Ranstadt liegen 19 Morgen herrschaftliche Wiesen- Taxatum 340 Mk., Erlös 560 Mk., Durchschnitt pro Morgen nahezu 30 Mark, ebenfalls sehr gut. Mit diesen Zahlen kann man rechnen. ES muß noch erwähnt werden, daß die Versteigerung aus den umliegenden Orten: Bellmuth, Lißberg, Ortenberg, Bergheim, Schwickartshausen, Bleichenbach, Ranstadt, sogar aus Rodenbach und Rommelhausen besucht war. — Im unteren Nidda- und Nidderthale sind die Leute mit der Zwiebelernte beschäftigt- da wo die Pflanzen dünn standen, wurden Riesenexemplare, die sich aber nur für Metzger eignen, gezüchtet - sie werden weniger hoch (2,50 Mk. bis 3 Mk. pro Centner) bezahlt, während die Stücke mittlerer Größe, für Familien- und kleinere Haushaltungen geeignet, pro Centner mit 4,50 Mark und bester bezahlt werden. Nach dem Regen vom 11. Juli an haben sich die Zwiebeln, welche im Vorsommer elend aussahen, bedeutend herausgemacht. Darmstadt, 2.September. Zur Errichtung eines Grabdenkmals für den am 6. August verstorbenen Lehrer und Redacteur Johann Schmitt ist in der heutigen Nummer des „Schulboten für Hessen" ein Aufruf erschienen. Derselbe ist von dem Gesammtvorstand des hessischen LandeS- LehrerveretnS und der Ludwig- und Alice-Stiftung unterzeichnet und an alle hessischen Lehrer, sowie an sonstige Freunde und Verehrer des Verstorbenen gerichtet. — Der Vorstand des Hessischen Landes-Lehrervereins hat demnächst über die Bestellung eines neuen Redacteurs des „Schulboten für Hessen", bekanntlich das Vereinsorgan, zu entscheiden. Unter den Bewerbern dieses durch das unlängstige Hinscheiden des Redacteurs Schmitt vacanten Postens stehen, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, die Herren Schul- inspector Scherer-Worms und Lehrer Valentin Funk am Landeszuchthause Marienschloß zur engeren Wahl. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürste sich die Mehrheit der Stimmen auf letzteren vereinigen. (N. H. V.) verMstchter. * Frankfurt, 3. September. Ein Ausläufer ließ gestern Nachmittag „in Gedanken" einen Geldbrief mit 800 Mk. in der Markthalle an dem Stande einer Obsthändlerin liegen, die sich als ehrliche Finderin erwies. — Das 3 Jahre alte Töchterchen eines in der Gluckstraße wohnenden Marmorarbeiters fand vorgestern den E r st i ck u n g s t o d beim Spielen. Ein Schuhknopf war der Kleinen in die Luftröhre gerathen und hat, nach dem Sectionsbefunde, den Tod herbeigeführt. * Berlin, 2. September. Ein hiesiges Geschäft, das 120 Angestellte beschäftigt, ist, wie der „Confectionär" erfährt, in 1200 Mk. Strafe genommen worden — für jeden Angestellten 10 Mk. — weil es diese am Sonntage über die gesetzlich erlaubte Zeit hinaus beschäftigt hat. Ein anderes Geschäft hat aus eben demselben Grunde 500 Mk. Strafe zu zahlen. — Der Wasser st and derHavel ist so niedrig, daß am Lustgarten zu Potsdam am Ufer das Telegraphenkabel blosgelegt ist, und, um Beschädigungen zu verhüten, überdeckt werden mußte. Die Schiffer gerathen bei ihren Fahrten wiederholt mit ihren selbst nur gering beladenen Kähnen auf den Grund und zwischen Rathenow und Havelberg sitzen bereits verschiedene Schleppzüge fest. Auch die Dampfer müssen sehr vorsichtig fahren, um nicht auf den Grund zu laufen. Raddampfer können theilweise überhaupt nicht mehr fahren. • Bei einer Thurmbesteigung verunglückt. Ein furchtbares Unglück ereignete sich am Donnerstag in Rovere bei Venedig. Der Pfarrer des Städtchens, ein schon bejahrter Mann, bat den Bürgermeister Ritter de Cecco, mit ihm den Glockenthurm der Kirche zu besichtigen, um sich davon zu überzeugen, daß derselbe einer Reparatur dringend bedürftig sei. Um 3 Uhr Nachmittags stiegen die beiden Herren in Begleitung des Küsters zum Glockenthurme hinauf- nachdem sie alles eingehend geprüft hatten, stiegen sie um 4 Uhr wieder herab. Voran ging der Pfarrer, ihm folgte der Bürgermeister und zuletzt kam der Küster- dieser that plötzlich einen Fehltritt und siel auf den Bürgermeister, der seinerseits auf den Pfarrer stürzte und ihn mit sich fortriß. In einem Nu lagen alle drei am Fuße der Treppe- Pfarrer und Bürgermeister, die das Genick gebrochen hatten, waren auf der Stelle tobt, während der Küster noch mehrere Stunden am Leben blieb, bis auch er gegen Abend unter schrecklichen Schmerzen verschied. Die Aufregung, die in dem Städtchen herrscht, läßt sich nicht beschreiben. * Deutschlands größtes Postgebäude. Das neue Kölner Postgebäude, das zu Anfang des Jahres 1889 begonnen wurde, steht nunmehr äußerlich vollendet da, die Fertigstellung der inneren Einrichtung wird noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Die Stadt Köln wird dann ein Postgebäude besitzen, das an Größe von keinem Postamte im deutschen Reiche übertroffen wird und, was seine architectonische Ausführung anlangt, seinesgleichen sucht. Das Grundstück ist vom Militär- fiscus um den Preis von ungefähr 4,5 Millionen Mark erworben worden. Der Kostenanschlag für das Hauptgebäude beträgt 1775 000 Mk., für die Nebenanlagen 225 000 Mk. Das streng in gothischem Stile gehaltene Hauptgebäude hat eine reich ausgestattete, nach der Straße Unter-Sachsenhausen gelegene Fa§ade von 67,90 Meter und eine Tiefe von 112,90 Meter. Das neue Postgebäude ist mit dem ganz in der Nähe befindlichen Bahnhofe, der sich ebenfalls mit Riesenschritten seiner Vollendung nähert, durch einen unterirdischen Gang verbunden. * Nicht eindringlich genug kann die Warnung wiederholt werden, daß die kleinen Sparer jedem Agenten von Ratealoos- Geschäfteu die Thüre weisen und nicht erst einige Raten zahlen sollten, um dann erst wegen der Garantien anzufragen, welche die betreffende Firma wegen Innehaltung ihrer Verpflichtungen zu bieten vermag. Von einem Beispiele unreeller Geschäftsgebahrung eines Looseverkaufsgeschästs gegen Ratenzahlung wird Folgendes in der „Wormser Ztg." berichtet: „Die Firma G. Schröter & Co., welche in München ein Looseverkaufsgeschäft gegen Ratenzahlung betrieb, hatte es verstanden, sich in der hiesigen Gegend eine leider sehr große Kundschaft zu verschaffen. Warnungen nützten nichts, die Leute fielen immer wieder auf die Zungenfertigkeit der Agenten herein. Doch einzelne Fälle, in welchen die Lieferung der Loose auf Schwierigkeiten stieß, ließen erkennen, daß die Schröter & Co. Loose, welche bereits voll bezahlt waren, entweder gar nicht besaßen oder verpfändet hatten, und dies veranlaßte die Filiale der Pfälzischen Bank in Worms eine Aufforderung zu erlassen und demnächst von den Erschienenen sich ein Mandat geben zu lassen und zu entsprechendem Vorgehen gegen die Schröter & Co. Obwohl nun einer der Directoren der Pfälzischen Bank sich zu diesem Zwecke persönlich nach München begab, war doch bei der dortigen Staatsanwaltschaft nichts zu erreichen, weil diese auf den Satz sich stützte, Eigen- thümer der Loose könne nur der sein, welcher diese thatsächlich in Besitz habe. Diese Deduction, welche den Leuten, die ihre Loose voll bezahlt hatten, das Recht an ihrem wohlerworbenem Eigenthum absprach, verzögerte den Gang der Angelegenheit. Der Gegenstand wurde zwar, wiederum auf die Initiative der Pfälzischen Bank in Worms, bei der Staatsanwaltschaft in Mainz anhängig gemacht, allein inzwischen bekamen die Schröter & Co. Zeit und verließen München — und erklärten nun von Genf aus, die Chikanen (?) hätten sie veranlaßt, ihr Domizil zu verlegen und verhindert, bisher ihre Ver- pflichtubgen zu erfüllen, in Zukunft werde dies geschehen. Viele Leute werden wohl ihre Leichtgläubigkeit zu bedauern haben,-aber anderen wird es vielleicht zur Warnung dienen." * Ein Radsahrerwih. Aus Meißen wird berichtet: In einem nahe gelegenen Dorfe wollte ein Einwohner sein Fahrrad verkaufen. Ein auf die Zeitungsannonce sich einstellender kauflustiger junger Mann erklärte, daß ihm die Kunst des Fahrens noch völlig fremd sei, und Verkäufer und Käufer begaben sich zur Vornahme von Fahrstudien auf die Straße vor dem Dorfe. Hier gelingt es auch bald, dem jungen Manne einige Hebungen beizubringen und mittlerweile hat man sich auch über den Preis geeinigt. Nur die Bezahlung fehlte noch- der Käufer wollte nur erst nochmals eine Strecke ohne Hilfe fahren. Unter bedenklichen Schwankungen war er vielleicht 30 Schritte weit gekommen, da setzte er sich auf einmal kunstgerecht im Sattel fest und strampelte mit einer Geschwindigkeit vorwärts, die jedem Distanzfahrer Ehre gemacht hätte. Roß und Reiter sah der Verkäufer niemals wieder. Dafür brachte dem Erstaunten am nächsten Tage der Postbote das natürlich schon verloren geglaubte Geld auf Heller und Pfennig. Als Entschuldigung des Ausreißers enthielt der Abschnitt die Worte: „Ich wollte gestern nicht wieder umkehren. Besten Dank für den Unterricht." * Ein Nichtsnutz ohue Gleichen, man sagt ein Lehrbube in einer Pariser Fahrräderfabrik, hat den Besuchern der Josefkirche daselbst einen frevelhaften Streich gespielt, indem er eine Flasche Tinte in das Weihwasserbecken goß. Er erreichte denn auch seinen Zweck- alle Gläubigen erschienen mit schwarzbefleckten Gesichtern, Händen und Kleidern in der Messe. Der Frevler sieht einer exemplarischen Strafe entgegen. Schiff-nachrichten. Hamburg, 1. September. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Augusta Victoria", Capttän Barends, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 25. August von Southampton abgegangen, ist am 1. September, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 22 Stunden 40 Min. Oceanfahrt von Southampton 6 Tage 20 Stunden 50 Min., von Queenstown aus gerechnet nur 6 Tage 5 Stunden 50 Min. Hamburg, 29. August. DaS Hamburg-Newyorker Postdampfschiff „Moraoia", Capitän Winkler, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 29. August, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Citeratur unb lUnft — Landkalender für da» Grotzherzo-lhum Heften. Auf das Jahr der gnadenreichen Geburt Jesu Christi 1894. 184. Jahrgang. Darmstadt. Verlag der Großb. Jnvaliden-Anstalt. Preis 20 Psg., mit Schreibpapier durchschossen 25 Pfg. Neben dem üblichen Kalendarium, der Genealogie des Grohh. Hauses und allgemein wichtigen statistischen usw. Notizen, die gewiffermaßen den eisernen Bestand des aus dem Titelblatt mit dem Brustbild Seiner Königlichen Hoheit deS Großherzogs geschmückten Kalenders bilden, bietet der Unterhaltungstheil desselben reichen und interessanten Stoff bar. Verkehr, Land- unb DolfswirtbfcbafL Grünberg, 2. September. Fruchtpreise. Weizen X 15.40, Korn X 14.20, Gerste X —, Hafer X 15.80, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Wicken X —. Lein X 00.00, Kartoffeln X Samen X —.—. Ipidplan der vereinigten Drankfurter Ltadttheater. Opernha«». Dienstag den 5. September: Lohengrin. Mittwoch den 6. September: Festoorstellung zu Ehren der 22. Hauptversammlung des deutschen Apotheker-VereinS. Aida. Donnerstag den 7. September: Flick und Flock. Freitag den 8 September: Flick und Flock. Samstag den 9. September: Walküre. Sonntag den 10. September: Don Juan. Montag den 11. September: Flick und Flock. Gchnnfplekhnn». Dienstag den 5. September: Fernande. Mittwoch den 6. September: Der Räuber. Donnerstag den 7. September: Die Fledermaus. Freitag den8.September: Maria Stuart. Samstag den 9. September: Sohn der Wtldniß. Sonntag den 10. September: Der Sohn der Wildniß. Montag den 11. September: Die Ehre. Eingesandt. Gieße«, 3. September 1893. Durch das Ableben des seitherigen Universitäts-Stallmeisters rürfte der Fortbestand des Reit-Instituts am hiesigen Platze in Frage tehen, indem sicherem Vernehmen nach die Regierung beabsichtigt, ernerhin keine Mittel zur Unterstützung desselben in daS Staatsbudget einzustellen. Abgesehen von den Interessen, welche unsere Hochschule, sowie die Garnison an der Erhaltung der Reitschule haben dürste, hat auch unsere Stadt ein weitgehendes Interesse daran, dasselbe nicht eingeben zü lassen. In Anbetracht dieser Umstände sind aus den verschiedensten Kreisen der Einwohnerschaft Herren zu einem Comitö zusammengetreten und haben beschlossen, nachstehende Eingabe an Großh. Ministerium nach Darmstadt abgeben zu lassen. Gießen, im August 1893. Höchster Staatsbehörde beehren wir uns nachfolgendes unterthänigst vorzutragen. Am 16. August d. Js. ist der seitherige Univerfitätsstallmeister Balser gestorben. Es verlautet nun, daß die Hohe Regierung beabsichtige. das Reitinstitut eingehen zu lassen oder wenigstens keine Mittel für seine fernere Unterhaltung in das Staatsbudget einzustellen. Im Hinblick hieraus glauben wir nicht unbescheiden zu fein, wenn wir uns gestatten, auf die Interessen hinzuweisen, welche viele Bewohner der Stadt Gießen an der Erhaltung deS Instituts haben. Diese Interessen aber sind dadurch gegeben, daß ein großer Theil unserer Mitbürger eine sitzende Lebensweise jührt und daher schon seit langer Zeit, vielfach zufolge ausdrücklicher ärztlicher Anordnung, daran gewöhnt ist, in dem Reiten die Bewegung zu suchen, die zur Erhaltung der körperlichen Gesundheit und Frische unbedingt erforderlich ist. Gerade das Reiten als anstrengende und in die frische Luft führende Bewegung ist hierzu um so mehr geeignet, als es keinen erheblichen Zeitaufwand erfordert. Dazu kommt, daß in den letzten Jahren wiederholt auswärtige Herren ihren Aufenthalt nur deßhalb in Gießen genommen haben, um das Reiten zu lernen oder sich weiter darin auszubilden. Wir wissen sehr wohl, daß diese Jntereffen keine allgemein staatlichen sind und daß es vielleicht als Unbescheidenheit ausgefaßt wird, wenn wir Staatsmittel zur Befriedigung anscheinend privater Interessen in Anspruch nehmen. Es würde uns auch fern liegen, mit einer Bitte wie die vorliegende aufzutreten, wenn es sich um die Neubegründung eines Instituts, also um die Schaffung eines neuen Zustandes handelte. Was aber unser Vorgehen als ein durchaus berechtigtes erscheinen läßt, das ist die Erwägung, daß eS sich unserS Erachtens um die Erhaltung eines Besitzstandes für unsere Stadt handelt. Denn so lange die Erinnerung der jetzigen Generation reicht, hat ein Reitinstitut in Gießen mit staatlicher Unterstützung bestanden. Allerdings haben andere Städte, wie Darmstadt und Mainz, rein private Reitinstitute ohne jegliche Unterstützung aufzuweisen. Indessen liegen dort die Verhältnisse anders, weil jene Städte größer und mit viel stärkeren Garnisonen belegt sind als die unsrige. Zum mindesten würde es einer Reihe von Jahren bedürfen, bevor ein privates Institut in Gießen zu einem letttungsfähigen geworden wäre. Zur Vertretung der Interessen unserer Hochschule sind wir nicht berufen. Nur darauf möchten wir hinweism, daß unsere Nachbaruniversität Marburg ein in hoher Blüthe stehendes UniversitätS- reitinstitut besitzt. Schließlich formuliren wir unsere Bitte dahin, daß die höchste Staatsbehörde in das Budget der nächsten Finanzperiode nach wie vor einen narn- hasten Beitrag zur Unterstützung des hiesigen Reitinstituts ein- stellen möge. (Folgen die Unterschriften.) Da die Eingabe nicht Jedermann vorgelegt werden kann, ist dieselbe zur Einzeichnung bis zum 8. ds. Mts. bei Herrn Kaufmann Fritsch, Seltersweg, aufgelegt. Es wäre zu wünschen, daß das Unternehmen durch recht zahlreiche Unterschriften unterstützt würde. Pommersche Hypotheken-Aelle«»Bank. Wie aus dem Jnseratentheile unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. October c. fälligen Pfandbrief-Coupons bereits vom 15. September c- ab eingelöst. Witterungsaussichterr Wetterhäuschen, Südanlage. 3. Septbr., Mut. 12 Uvr 4. Septbr., Mora. b Uhr Barometer: Thermometer: Hygrometerstand: min.745 mm,max.75u mm „ + 9’R. „ + 17°R Neigung f. trock. Wett. min. 745 mm max. 753 mm , + 60R. „ +110R. Neigung f. trock. Wett. MttUerer Barometerstand bei 0° B. = 744,7 mm. Temperatur der Lahn und Lust nach Reamnur gemeffen em 4. Septbr, Mittags »wischen 11 und 12Uhr: Wasser 12, Luft 12 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. Neu! Reinlich! 'M 7474 Entree an der Ca»o 75 Pf. Karten im Vorverkauf zu 60 Pf. bei Herrn Friseur Wahl und Gaatwirth Böhm. Der Vorstand. Anfang H I hr. Bier Im Qlae. v. 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Grobherzogliches Amtsgericht. 75041 Der mittlere Stock, 3 Zimmer mit JiüdK. zu ctrm. ^chützenftraße 1. 7501] Sine größere Wohnung, sofort bezsthbar, zu »ermiethen. __________________Marbur gersiraße 13. 7417] FamtltenlogiS zu vermiethen. Brandgaffe 8. Kohlen-Lieferung. Die Lieferung von 500 Gentner Anthracitkohlen 1. Qualität soll unter den auf unserem Bureau offen liegenden Bedingungen vergeben werden. Die Kohlen und gewaschen, gefiebt und griesfrei in den im Hofe des Regierungs - Gebäudes befindlichen Schuppen zu liefern. Offerten, in welchen der Preis per Gentner anzugeben ist, find bi« zum 12. September d. I., Vormittags IO Uhr, mit der Aufschrift „Kohlenlieferung" versehen, in unserem Bureau abzugeben. Gießen, den 1. September 1893. Grobherzogliche Provinzialdirection Oberhessen. Dienstag Abend bei Welsing, Neuenweg. 7487] Student, der Anfang« nächsten Semester« ins Gramen gebt, wünscht für Sept., Od. und Noo LoaiS, wenn mög* lich mit ganzer Kost (einfach bürgerlich), andernfalls nur mit Abendessen u. Kaffee. Offerten mit Preisangabe unter A 8 an die Exped- d Bl. Lomd. E-B.-Act. Buichtbefder iL-B.'Act Llbthat Bahn-Ad. Gotthard-Bahn-Ad. Schweizer 9tovb ost.-B >Rd. Mainzer E^B.-Ad. Marienburger E.-B-Ad. Bahnhofstrasse 6, nicht mehr Marktstraße 27, sondern Bahnhofstrahe 6. • Ire nel ,La N< im stvizösis tnrägungj rotrbtn uni btt flufmt filmt!, wt ^nektlbt bobtn nto Rmt geht Bein Dort soweit wli die ganze 93.70 83 90 2130 42 6) 7484] Die am 1. October er. fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. September er. ab an unserer Kasse in Berlin und den bekannten Zahlstellen eingelöst. Pommersche Hypotheken-Actien- Bank. Vchlaßcvari« 1 Uhr 15 Min. 85.45 4®/0 Ung. Gold-N'nt« 99.85 So/, °VaL Rente 85.45 y/o Portugiesen 99.95 4»/e Griech. Monopol-»«!. 135 003 Ba. PbatgS-Laurah^Ad. t«bcMi: fest. T« 6\V"vV U' " ßu.".»' »aut«* ♦dflNT i flttr.: Ci lv D r-rs ,n «roh tw Geselligkeits-Verein Giessen. Samwtag den 9. September: Feier des 7. Stiftungs-Festes CONCEBT, THEATER und TANZ 3% ReichSanleih« 3‘/i°/i do. 3*/e Preuß. Eonsol« 3*/?/. do. 87.75 MXOO 194.12 147.10 103.70 1C6.10 69 CO 3. liiditr’fdic öuchliandliliig, Tüdanlagc 5. [7411 Henuegegeben von Jo«eph Klrt«l«*r. Vielseitigstes ünterhaHnng-bhit. Sammel-teil, der betten und neuesten ». „..nwLMeMChanhcben Werk.- des AosUndea. Darchau» eiynartig. \ m- tntt einen frischen, modernen Geist und bietet ■einem Leeer, wM er eonst nirgend» findet Der Jahrgang 186S wird Werke obengenannter and anderer Autoren enthalten. Zu beziehen I irch alle Bachhandlongee und Portanstalten. Mittwoch d.il.Leptember werden versteigert: Nachm. 2 Uhr in dem Bieker'schen Saale Möbel aller Arten, 2 vollständige Beiten, 1 Pianino 1 Spielwerk, 1 Stotz- karren u a. EourSbcricht voll E. 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Ich bezeuge hiermit, daß eine- meiner Kinder über ein Jahr an einer Augenkrankheit, sowie an einem gräßlichen GestchtSaus- schlag litt und von mehreren Aerzten ohne Erfolg behandelt wurde. Dasselbe wurde jedoch mittelst Anwendung einiger Schachteln Pulver von Dr. I. Hohl schon in einigen Wochen wieder vollständig gesund. Oberwil, den 17. September 1890. ■ Myron. Degen-Gutzwlller. M Die Aechtheit obiger Unterschrift bestätigt: Oberwil, im September 1890. 8 Degen, Gemeindepräsident. M ♦ Preis per Schachtel JL 125. < Jede Schachtel trägt als gesetzliche Schutzmarke die Unterschrift deS Erfinders: J. U. Hohl, Dr. Zu haben: Hirschapotheke und Meisenapotheke in Straßburg i. E. und in allen übrigen Apotheken- Das Meisterschafts-System zur praktischen und naturgemäßen Erlernung der srauwstschen, englischen, italienischen, spanischen, portugiesischen, Holland. scheu, dautscheu, schwedischen, polnischen russtscheu und böhmischen Gtoachäfts- und Vxngangssprache. 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