UH'N Stute,. Mr ö»‘<2 fcafeiS ■' «m< SutzM 1192.95 '320.50 16850 118.80 187-70 823.- 153- 11665 eGrundschld.- Waabbr. - rdbl. . • • iKnVvlddr. bo. A bb«tb»l”° 102.- 91.50 97.- 101.30 103.— 102- 9750 97- 10130 103- |iil 4° de.»^ L01Ji««« i • ' '<1128.80 , Mdn^oo^v.---- mH* Surltogton i g265 KÄ «*■* | toi jnl. Jät • • Nr. 155 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, »tt Ausnahme deS Montags. Die Gießener Is«»itien 0 tätter toerbcn dem Anzeiger ^Wöchentlich dreimal teigelegt. Erftcs Blatt. Mittwoch d« 5. Juli 1893 Meßmer Anzeiger Kmerat-Anzeiger. Vierteljähriger Avonnementsprei» » 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, lkxpedine»« und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Zlints- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. chratisöeitage: chießener Aamitienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Gesetz die Waldstreu betreffend. Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Wir haben Uns bewogen gefunden, mit Zustimmung unserer getreuen Stände zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt: Einziger Artikel. Der Artikel 1 des Gesetzes vom 2. Juli 1839, die Waldstreu betreffend, erhält folgenden Zusatz: Unser Ministerium des Innern und der Justiz wird ermächtigt, in dem Falle außerordentlicher Futter- und Streunoth Anordnung dahin zu treffen, daß die Waldstreu aus den Gemeindewaldungen aus freier Hand abgegeben wird. Der Preis bemißt sich in diesem Falle nach dem jeweils für die Abgabe von Waldstreu aus Domanial- waldungen festgesetzten Tarifpreise. Dem Gemeinderath bleibt es jedoch Vorbehalten, den Preis mit Genehmigung des Ministeriums des Innern und der Justiz auch anderweitig festzusetzen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großh. Siegels. Kranichstein, den 29. Juni 1893. Ernst Ludwig. Finger. Gießen, am 1. Juli 1893. Betreffend: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die «rvtzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Unter Bezugnahme auf das vorstehend abgedruckte Gesetz beauftragen wir Sie, den Gemeinderath unverzüglich darüber beschließen zu lassen 1) ob die freihändige Abgabe von Waldstreu aus den Waldungen Ihrer Gemeinde beantragt wird, 2) ob die Abgabe zu einem geringeren, als dem für die Domanial-Waldungen festgesetzten Tarifpreise (vergl. die Bekanntmachung vom 20. Juni in Nr. 144 des Gießener Anzeigers v. 22. Juni), und zu welchem Preise, beantragt wird. Ihren Bericht, in welchem Sie sich selbst über die Anträge des Gemeinderaths gutächtlich äußern wollen, erwarten wir bis spätestens 8. d. Mts. Wünscht Ihr Gemeindevorstand es bei der Streu- Abgabe im Wege öffentlicher Versteigerung zu belassen, so empfehlen wir den Versteigerungsbedingungen beizufügen, daß a) nur Ortsangehörige bei der Versteigerung mitbieten dürfen und b) bei Meidung einer (vom Gemeindevorstand vorher festzusetzenden) Conventionalstrafe von .... Mark die Steigerer gehalten sind, die Streu nicht wieder zu veräußern. ___________________v. Gagern.___________________ Bekanntmachung, betr. die Leistung von Beihülfen Seitens des Staats zur Linderung des landwirthschaftlichen NothstandeS. Nachdem Seitens der Stände des Großherzogthums der Regierung Mittel zur Linderung des unter der landwirthschaftlichen Bevölkerung eingetretenen NothstandeS zur Verfügung gestellt worden sind, werden bezüglich der Verwendung derselben mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs nachstehende Bestimmungen getroffen : I. Unter der obersten Leitung und Aufsicht des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz hat eine Landescommission zur Linderung des landwirth- schastlichen NothstandeS — „Nothstandscommission" — die nachbezeichneten Geschäfte zu besorgen. (I. Derselben steht zu: 1) die Beschlußfassung über die Gattung und Menge der auf staatliche Kosten zu beschaffenden Streu-, Futter- und Düngermittel und Sämereien; 2) die Entscheidung über deren Abgabe, insbesondere über deren Vertheilung an die einzelnen LandeS- theile und Orte; 3) die Beschlußfassung über die etwa zu gewährende Stundung des Preises, sowie die gutächtliche Aeußerung über etwaigen gänzlichen oder theil- weisen Erlaß desselben. III. Die Landescommission besteht aus einem von dem genannten Ministerium zu ernennenden Negierungs- commiffär als Vorsitzenden und einem in gleicher Weise zu bestellenden Stellvertreter desselben, aus drei von dem Landesausschuß der landwirthschaftlichen Vereine bezeichneten Mitgliedern desselben und aus den beiden Directoren der Centralgenosienschast der hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine. Die Landescommifsion entscheidet nach Stimmenmehrheit, im Falle der Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Dem Vorsitzenden, beziehungsweise besten Stellvertreter steht das Recht des Einspruchs gegen Beschlüsse, die er beanstandet, zu; er hat in diesem Falle sofort die Entschließung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz herbeizuführen. IV. Den Mitgliedern der Nothstandscommission sind die baaren Auslagen bei auswärtigen Geschäften zu ersetzen. Nähere Vorschriften über den Geschäftsgang bei der Nothstandscommission sind vorbehalten. V. Der Landescommission wird als ausführendes Organ die Centralgenossenschaft der hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine, welche sich in dankenswerther Weise hierzu erboten hat, zur Seite stehen. Derselben werden, da sie sich zur unentgeltlichen Besorgung der bezüglichen Geschäfte zur Verfügung gestellt hat, lediglich die ihr entstehenden baaren Aufwendungen vergütet. VI. Die sämmtlichen Kassengeschäfte, Ausgaben wie Einnahmen, werden durch die dazu bestimmten staatlichen Organe besorgt. VII. Zur Entgegennahme der Anträge auf Abgabe von Bedarfsgegenständen sind in den Ortschaften, wo land- wirthschaftliche Genossenschaften bestehen, diese letzteren und zwar für alle Ortsbewohner, in anderen Orten die nach näherer Vorschrift zu bildenden Ortsausschüsse zuständig. Dieselben befördern die von ihnen dazu geeignet befundenen Anträge mit kurzer gutächtlicher Aeußerung, insbesondere über das Bedürfniß, die Zahlfähigkeit und die Befristung, an die Nothstands- commission zur weiteren Entschließung. Darmstadt, den 29. Juni 1893. Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. ________________________Finger.___________Schliephake. Gießen, den 3. Juli 1893. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groffh. Bürgermeistereien des Kreises. Zur Ausführung der pos. VII. vorstehender Bekanntmachung wird auf Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz bestimmt: 1) In den Gemeinden Allendorf an der Lahn, Beuern, Climbach, Groß en - Buseck, Grünberg, Grüningen, Leihgestern, Obbornhofen, Reiskirchen, Treis an der Lumda, Utphe, Watzenborn-Steinberg, Wies eck werden die Vorstände der daselbst bestehenden landwirthschaftlichen Consum-Vereine die Anträge auf Abgabe der auf staatliche Kosten zu beschaffenden Streu-, Futter- und Düngemittel und Sämereien nicht blos von Mitgliedern der Genossenschaften, sondern auch von allen anderen Angehörigen der Gemeinde in Empfang nehmen. 2) In allen andern (oben nicht genannten) Orten des Kreises hat der Gemeinderath alsbald Ortsausschüsse behufs Empfangnahme der Anträge um Beihülfe und behufs demnächftiger Vertheilung derselben an die Besteller zu wählen. Diese Ortsausschüsse sollen aus drei bis fünf angesehenen, mit landwirthschaftlichen Verhältnissen vertrauten Einwohnern bestehen. 3) Diese örtlichen Sammelstellen (Consum-Vereins-Vor- stände und Ortsausschüsse) haben der „Nothstands-Commission in Darmstadt" die bei ihnen eingehenden Meldungen mit kurzer gutächtlicher Aeußerung über das Bedürfniß, die Zahlungsfähigkeit und etwaige Zahlungsftundung der sich Meldenden und insbesondere noch darüber vorzulegen, für welchen Zeitraum das verlangte Quantum der Noth abzuhelfen genügend sein möchte. Insoweit von der Nothstands-Commission Formulare zu dieser Vorlage vorgeschrieben werden, sind dieselben zu benutzen. 4) Die Nothstands - Commission wird den örtlichen Sammelstellen alsbald Entschließung darüber zugehen lassen, ob, in welchem Umfange und zu welcher Zeit Beihülfen werden geleistet werden. Die Beihülfen selbst werden den örtlichen Sammelstellen zugehen, die ihre Abgaben an die Einzelempfänger gegen Empfangsbescheinigung nach Maßgabe der ihnen von der Nothstands-Commission zugehenden Bestimmungen zu bewirken haben; Formulare zu den Empfangsbescheinigungen werden den Sammelstellen von der Nothstands-Commission zugestellt werden. — Bekanntmachungen über die auf staatliche Kosten beschafften Bedarfsgegenstände und deren Kosten werden gleichfalls von der Nothstands-Commission zu erwarten fentf Wir beauftragen Sie, die Genossenschafts-Vorstände und Ortsausschüsse nach Maßgabe vorstehender Bestimmungen zu instruiren und die Vorsitzenden der Ortsausschüsse anzuweisen, ihre Namen der Nothstands-Commission in Darmstadt alsbald mitzutheilen. Unfehlbar bis zum 8. d. Mts. sehen wir Ihrem Berichte entgegen, daff Sie vorstehender Weisung nachgekommen, beziehungsweise daff die Ortsausschüsse gebildet sind. v. Gagern. Steckbrief. Gegen den Rosenberg, Karl, von Schwaneberg, welcher flüchtig ist oder sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Bedrohung und Widerstands verhängt. Es wird um Fahndung, Verhaftung und Nachricht vor Zuführung ersucht. Gießen, den 1. Juli 1893. Großh. Staatsanwaltschaft. Schilling-Trygophorus. Deutsches Reich. Darmstadt, 3. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben heute Mittag 12 Uhr 7 Minuten die Reise nach Windsor angetreten. Berlin, 3. Juli. Der neugewählte Reichstag ist nunmehr zusammengetreten und es muß sich nun bald zeigen, wie eigentlich die Mehrheit für den Militärgesetzentwurf ausschaut, welche vor Allem die Reichsregieiung von der neuen Volksvertretung erwartet. Erst dieser Tage wieder hatte die „Nordd. Allg. Ztg." herausgerechnet, daß 206 Reichstags- abgeordnete für und 191 Abgeordnete gegen die Militär- Vorlage gewählt worden seien. Das ist indessen ebenso eine vage und auf ungewissen Voraussetzungen beruhende Berechnung, als dies alle anderen Calculationen über die größere oder geringere Mehrheit sind, mit welcher die Militärvorlage im jetzigen Reichstage angeblich zur Annahme gelangen würde. Denn die Stellung der Polen, der Antisemiten und der Freisinnigen Vereinigung zu Gunsten der Heeresreform ist doch noch keineswegs eine so unbedingt zustimmende, wie die Optimisten in der Militärfrage anzunehmen pflegen, von diesen kleineren Fractionen hängt aber in Anbetracht der sonstigen Parteigruppirung im gegenwärtigen Reichstage das Schicksal der Militärvorlage ab. Allerdings bleibt jedoch die Wahrscheinlichkeit einer schließlichen Reichstagsmehrheit für die umgearbeitete Heeresvorlage bestehen, vorausgesetzt, daß man in Regierungskreisen mit einer gewissen Geschicklichkeit manövrirt und nachher hätte die Auflösung des Reichstags wenigstens ihren nächsten Zweck erfüllt. — Die Frage der Kostendeckung wird natürlich bei den bevorstehenden Reichstagsdebatten über die Militär- vorlage ebenfalls ihre Rolle spielen, wenngleich positive Beschlüsse in dieser Beziehung wohl erst für die nächste Session zu erwarten sind. Schon der offiziöserseits angekündigte Nachtragsetat, durch welchen die Deckung der Militärforderungen für das erste halbe Jahr, vom 1. October 1893 bis 31. März 1894, im Wege der Erhöhung der Matrikular- beiträge vorgesehen werden soll, wird Gelegenheit zu eingehenden Erörterungen des ganzen Finanzproblems in der Militärsrage geben. Die betreffenden steuer- und finanzpolitischen Verhandlungen werden dann der Reichsregierung vermuthlich bereits einen Anhalt dafür gewähren, welche Aussichten sich hinsichtlich ihrer zu erwartenden concreten Steuervorschläge zur Deckung der Kosten der Heeresreform im neuen Parlamente etwa eröffnen. — Die Aufsehen erregende Amtssuspendirung des bisherigen Bürgermeisters Spieß von Schlettstadt wird jetzt damit begründet, daß derselbe eine unerlaubte Agitation zu Gunsten des von der Protestpartei des Wahlkreises Schlettstadt aufgestellt gewesenen Candidaren für den Reichstag, des Pfarrers Glokner, getrieben habe. — Es steht nunmehr fest, daß die deutsch-russischen Handelsvertrags-Unterhandlungen trotz des Drohgespenstes des russischen Maximalzolltarifs noch nicht gescheitert fc'WJSS 'X<; 3Ä .«-rto.utfd.e Mg-m-.n-Z.'.un^ fW «u* in tiefem Jahre find die Reg.mem.. a d Ba.alllonöcommandeure bereit» an,eane en » zur Unlerftützung ihrer Angehörigen bei der Lrn« , I die dienstlichen Jntereffen die» gestatten, ,°d>e Heim°th ,u b”I^“bg^|(fe d„ Fulternnlh 'n Elsaß- Lothringen erhalten dort nicht nur die Borfchuß!»^"- sondern auch die einzelnen Gemeinden direkt oon der Slaa depofitrnverwaliung d,e nöthigen »^eUminel, um dm ™ .einen Landwirthen Darlehen bi» 400 KL gegen 2>/. p(St., rückzahlbar innerhalb 5 Jahren, zu geben. arnÄhreiben b-mbnr-, 1. Juli. Urber da- drntägige AuSblerben de» Reichspoftdampier» ,Bunde»rath" in Zanzibar heg die hiesige Rhederei noch keine Beforgniß Der Monson h°^ in dortiger Gegend hesttg geweht, dadurch kann der Dampser leicht einige Tage -usgehalten werde». Aurland. Vari,. 2.Juli. Die Rllckzahlungen au« den Spar- kaffen überstiegen in der letzten Juntdekade die Einzahlungen um 574,000 FrcS. London. 2. Juli. Aus Anlaß des gestern stattgehabten Besuches des Großfürsten-ThronfolgerS von Ruß- land in Windsor hat die Königin Victoria dem Großfürsten den Hosenbandorden verliehen. London. 2. Juli. Dem Reuter schen Bureau wird aus Jeddah von heute gemeldet, daß sich eine Abnahme der Eholeraepidemie in Metta bemerkbar mache. Neueste Nachrichten. Wolff« telegrophtsche« Lorrespondent-Bureau. Berlin. 3. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." vernimmt, die neue Militärvorlage weiche von dem Antrag Huene nur in ganz untergeordneten Punkten ab. Es sollen anstatt 24 nur 23 Pionier-Bataillone formirt werden, die übrigen Aenderungen seien lediglich redactioneller Natur. Berlin. 3. Juli. Der Dampfer „Bundesrath", desfen Ausbleiben Besorgniß erregt hatte, ist gestern wohl- behalten in Tanga eingetroffen. München. 3. Juli. AuS Anlaß des 25jährigen Bestehens der Münchener Künstlergenoffenschast wurde heute der Grundstein de« Künstlerhauses gelegt. Der Feierlichkeit wohnte der Prinzregent mit den Prinzen und Prinzessinnen deS bayrischen Hauses bei. Der Erzgteßer Professor v. Miller hielt eine Ansprache und verlas die Grundsteinlegungs-Urkunde. Der Prinzregent legte die Kapsel mit der Urkunde in den Grundstein und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Münchener Kunst in dem Künstlerhause in Eintracht und Frohsinn weiter blühen möge. Sodann erfolgten die Hammerschläge deS Prinzregenten, der Fürstlichkeiten, der Minister, des Vorstandes der Künstlergenossenschaft und der beiden Büngermcister. Meiden. 3. Juli. Heute Mittag wurde die Jubelfeier deS 350jährigen Bestehens der Fürsten- und Landes sch ule St. Afra mit einem FestgotteSdienst eröffnet, bei welchem Oberconsistorialrath Br. Ackermann die Predigt hielt. Der Feierlichkeit wohnte der Kultusminister v. Seydewitz bei. Sodann empfing der Rector Br. Peter in der Aula der Fürstenschule die zu der Jubelfeier erschienenen Deputationen ; den Glückwunsch der Landesschule Psorta brachte Rector Br. Volkmann dar. Nachmittags 5 Uhr sand die Aufführung von Sophokles Antigone in der Ursprache statt. Pari». 3. Juli. Heute früh veranstalteten Studenten vor der Polizeipräfectur eine stürmische Kundgebung gegen den Polizeipräsecten Lozö. Anläßlich der morgen stattfindenden Beisetzung eines HandlungsgehÜlfen, welcher bei dem Einschreiten der Polizei gegen die demonstrirenden Studenten in der Nacht zum Sonntag tödtliche Verletzungen erhalten hatte, obwohl er an der Kundgebung gänzlich unbetheiligt' war, werden ernste Ruhestörungen befürchtet. Das Begräbntß soll auf Gemeindekosten erfolgen. — Die Mehrzahl der Morgenblätter richtet gegen Loz6 heftige Angriffe,- einzelne Preßorgane machen auch den Ministerpräsidenten Dupuy für da- Vorgehen der Polizei verantwortlich. Pari». 3. Juli. Abends begaben sich demonstrirende Studenten vor das SenatSgebäude und warfen Schilderhäuser um. Der wachthabende Osfizier ließ die Mannschaft antretcn, doch blieb der Zwischenfall ohne weitere Folgen. Die Menge zog hierauf vor den Justiz-Palast und warf mehrere Fenster ein. Von der Polizeipräfectur wurde die Fahne heruntergeholt und auf die Erde geworfen, schließlich aber die Menge durch 300 Polizeiagenten, welche blank zogen, zerstreut. Loadoa. 3. Juli. Ein besonderer Courier überbrachte der Admiralität heute Nachmittag die osficiellen Berichte deS EontreadmiralS Markham vom „Eampcrdown" und deS Eapitänö Bourke von der „Victoria"- sie sind datirt vom 22. Juni, dem Tage der Eollision, und bestätigen beide die Annahme, daß die Eollision durch die Unterschätzung der Distanz Seitens deS Oberbefehlshabers Tryon hcrbeigeführt worden ist. Markham habe das Versehen sofort erkannt, das Signal zur verlangten Wendung des Schiffe« wiederholen laffen und dann erst an-geführt- auch Bourke habe Tryon auf den Mangel an Raum aufmerksam gemacht, aber Tryon habe aus der Ausführung der Evolution bestanden. Es wird hinzugefügt, die See fei ruhig, die Luft Nar, da« Verhalten der Offiziere und Mannschaften musterhaft gewesen. Die Zeit bi« zum Untergange der „Victoria" nach der Eollision wird verschieden, 8 bi« 13 Minuten, abgeschätzt. der auf seinem Posten. Depeschen M 9metu .Herold. 3 luli Heute hielt der BundeSrath eure unoeränbert genehmig' S'reu- bit dem Ergebnis de» biesjahrigen Mu^ü'ng-g?schas^- bettög. °bie W der wEch mebr al« der aesamntte Rekrutenbedars. Berlin, 4. Juli. Der „Nationalzeitung zufolge hat der Kaiser dem Finanzminister Miquel das Großkreuz des rothen AdlerordenS mit der Krone verhetzen. Berlin, 4. Juli. Zahlreiche Reichs tags abgeord net e sind bereits hier eingetroffen- man darf daher, auf ein gut besetztes Haus und einen durch Beschlußunfahrgkeit mcht gestörten Verlauf der Verhandlungen rechnen. Die Abgeordneten Thomsen und Langerfeld, bisher wild, traten der sreisinnigen Vereinigung bet. t e. A t {, n Baris 4 ^uli. Die StudentenmantfestaNonen wurden den ganzen Tag gestern fortgesetzt. Die Studenten zogen vor die Kammer, wo sie ^Dive Mlllerand. riefen und furchtbar lärmten. Der Polize.prafect Loze, welcher heute demissioniren wollte, bleibt neueren Meldungen zufolge Berlin, 4. Juli, 1 Uhr Mittags. Die zur Eröffnung des Reichstags von Seiner Majestät dem Kaiser verlesene Thronrede erklärt, seit der Vorlage der abgelehnten Militärvorlage sei die politische Lage Europas unverändert- die Beziehungen des Reiches zum Auslande seien zur großen Befriedigung nach wie vor durchaus freundlich und frei von jeder Trübung. Das Verhältniß der militärischen Kraft Deutschlands zu derjenigen unserer Nachbarn habe sich indessen noch ungünstiger gestaltet, als im verfloffenen Jahre. Die weitere Ausbildung unserer Wehrkraft werde mit Rücksicht auf die Fortschritte des Auslandes zu zwingender Noth- Wendigkeit. Zur Erfüllung der dem Kaiser verfassungsmäßig obliegenden Pflichten erwarte der Kaiser, daß unumgänglich mit allen Mitteln auf die Herstellung einer ausreichenden, wirksamen Vertheidigung der vaterländischen Erde hingewirkt werde. Die neue Vorlage habe die Anforderungen an die persönliche Leistungsfähigkeit und Steuerkraft herabgemindert; eine schleunige Verabschiedung des Gesetzentwurfs fei nöthig, damit die diesjährige Rekruteneinstellung schon auf der neuen Grundlage erfolge. Die Deckungsfrage bilde den Gegenstand fortgesetzter Erwägungen. Bis zum Ablauf des gegenwärtigen EtatSjahres würden die Matrikularbeiträge heranzuziehen sein. Die Thronrede schließt mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß dem Kaiser und seinen hohen Verbündeten die patriotische, opferbereite Unterstützung des Reichstags nicht fehlen werde. Cocafe* rrnö Sieben, 4. Juli 1893. ** Oeffentliche Sitzung des Proviuzialausfchuffes der Provinz Oberheffen am 1. Juli 1893. 1. Dem Pserde- metzger Moses Keßler dahier war durch Polizeibefehl vom 1. April 1893 das Abkochen von Knochen und Gedärmen zc. untersagt worden, wogegen derselbe Recurs erhob. Der Kreisausschuß gab diesem Recurse insofern statt, als das Kochen der Abfälle an und für sich und ohne Rücksicht darauf, ob letztere bereits in Fäulniß übergegangen sind, untersagt worden war, im Uebrigen war der Polizeibefehl (das Verbot des Kochens von faulem oder faulendem Fleisch rc.) aufrecht erhalten worden. Durch pp. Keßler wurde gegen diese Entscheidung des Kreisausschuffes RecurS verfolgt, welchen der ProvinzialauSschuß als unveranlaßt und unbegründet abgewiesen und dem pp. Keßler die Kosten des Verfahrens auferlegt hat. — 2. In Hattenrod ist Heinrich Mengel zum Bürgermeister gewählt, demselben aber auf erhobene Beanstandung des Kreisamtes die Bestätigung durch den KreiSauSschuß deS Kreises Gießen versagt worden, da sowohl unmittelbare als auch indirecte Wahlbeeinfluffungen dem Gewählten zur Last gelegt werden. Es wurden eine Anzahl Zeugen hterwegen vernommen, deren Aussagen sich zum Theil widersprachen. Die Verhandlung wurde vertagt und Ladung weiterer Zeugen durch den ProvinzialauSschuß beschloffen. — 3. Die Beschwerde wegen der Kosten in Sachen betr. die Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Usenborn wurde zurückgewiesen, da sich der ProvinzialauSschuß hierzu für incompetent erachtet. — 4. Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Ober-LaiS. Gegen fragt Wahl war von G. Daubert und acht Genoffen Reklamation erhoben worden, weil der Großh. Forstwart Ahlheim seine amtliche Stellung zur Wahlagitation mißbraucht haben soll. Vom KreiSausschuffe Schotten ist die Reklamation abgewiesen und gegen diese Entscheidung Seiten« des G. Daubert nunmehr RecurS verfolgt worden. Wegen der Verdächtigungen, welche Forstwart Ahlheim gegen den seitherigen Bürgermeister erhoben haben soll, wurden verschiedene Zeugen vernommen. Der RecurS wird abgewiesen und dem Recurrenten die Kosten, sowie ein Aversional- betrag von 10 Mk. auserlegt. — 5. DaS Gesuch deS Karl Hartmann in Hungen um Eoncesston zum Betrieb I einer Gastwirthschaft, welche« vom KreiSauSschuß Gießen schon zu wiederholten Malen abschlägig beschiedew worden ist, wurde durch den ProvinzialauSschuß genehmtgt. ’• Ans btt Garnison. Zu Ehren der Anwesenheit Seiner Excellenz deS commandirenden Herrn Generals, General der Infanterie von W i.rtich in hiesiger Garnison findet heute Abend durch die Regimentsmusik und Sprelleute deS Jnfanterie-RegimentS Kaiser Wilhelm großer Zapfenstreich statt. Der Zapfenstreich bewegt sich um 8 V, Uhr von der neuen Kaserne auS durch die Licherstraße, ©rünbergerhraBe über den LudwigSplatz, die Ludwigstraße, Alicestratze, Frankfurterstrabe, Liebigstraße nach dem Absteigequartier Seiner Excellenz, dem Hotel Kühne- von da zurua durch die Bahnhofstraße, Westanlage, Seltersweg. Kreuzplatz, Mäusburg über den Kirchenplatz, die Wallthorstraße, gaffe nach der Zeughauskaserne. — Secondelieutenant Brsdarr vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm wurde in daS Infanterie-Regiment Gras Werder (4. Rheinisches) Nr. 30 versetzt. Eine Audienz bei Sr. Kgl. Hoheit de« Stoßhetzog von Heffeu hatte die Vertretung der St erbe k ässe deS Süddeutschen Gaftwirtheverbandes am li.v. M., welche eine Bittschrift überreichte, in welcher um C o r p o r a t t o n S - rechte (juristische Person) für die Derbands-Sterbekane ersucht wurde. Die au6 den Herren Haust, Reinemer, Wiener und Lind (Darmstadt) bestehende Deputation wurde von dem Fürsten aufs freundlichste empfangen und mündlich die erbetene Zusage ertheilt, wobei Se. Kgl. Hoheit darauf hinwies, daß Staat und Gemeinde den Corporationcn zum Dank verpflichtet seien, die, wie der Süddeutsche Verband, in so reichem Maße für ihre Mitglieder und deren Hinterbliebenen sorgen. Fast dreiviertel Stunden dauerte die Unterhaltung, wobei eine große Anzahl wirthschaftlicher Fragen Erwähnung sanden, in erster Linie auch Steuerfragen, bei welchen sich ergab, daß Se. Kgl. Hoheit der Großherzog m einer, höchste Anerkennung verdienenden Weise sich dahin aussprach, daß man den Mittelstand nicht mehr belasten, sondern schützen und erhalten müffe, Worte, die Gold wiegen, und ihm die Herzen seines Volkes sichern. Auch beweist der freundliche Empfang und die längere Unterredung, daß dieser edle Fürst gerne die Wünsche des Volkes entgegenmmmt. Der Abschied war äußerst herzlich, indem Se. Kgl. Hoheit jedem der Herren kräftig die Hand schüttelte. ♦* Dem am nächsten Freitag stattfindenden Kircheucoucert wird, wie wir erfahren, in den verschiedensten Kreisen unserer Stadt mit Freude entgegengesehen. Werden doch die Erwartungen derer erfüllt, welche schon lange den Wunsch hegten, die gefeierte Tochter unserer Stadt, Frau Marie Wittich, vor einem größeren Publikum singen zu hören. Frau Br. Faul-Wittich hat diesen Wünschen um so lieber entsprochen, als sie damit zugleich in pietätvollem Sinn eine Bitte ihrer verstorbenen Lehrerin Fräulein Henry erfüllt und ihre Kunst in uneigennützigster Weise dem von Fräulein Henry in Anregung gebrachten „Frauenheim" für alleinstehende ältere Damen zu Gute kommen läßt. Mit besonderer Freude und Hochschätzung ist eS auch zu begrüßen, daß im Einverständniß und auf Wunsch der von der königlichen Familie wie vom kunstverständigen Publikum der sächsischen Residenz gleich ausgezeichneten Kammersängerin die für ihr Auftreten sonst üblichen Preise, um möglichst allen hiesigen Kreisen Rechnung zu tragen, bedeutend ermäßigt worden sind. — Mit großer dankenswerthester Bereitwilligkeit haben auch die übrigen Mitwirkenden sich dem ComitL zu diesem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellt, Herren, deren Ruf als Künstler ihres Instrumentes unter uns bekannt ist. WaS Herr Professor B. Krüger auf seiner prächtigen Violine Hervorragendes zu leisten vermag, wissen Alle, die ihn je gehört haben. In Herrn Kammermusiker Kruse werden wir einen Cellisten kennen lernen, dessen Kunst mit Recht in Cassel die vielseitigste Anerkennung findet. Und Herr Gör lach ist als trefflicher Organist zu bekannt, als daß wir hier noch besonders darauf hinzuweisen brauchen. Somit darf für alle Kunstfreunde auf einen hohen Genuß in diesem Concerte gerechnet werden, das mit Rücksicht auf die Geschäftswelt unserer Stadt in eine spätere Abendstunde (8 Uhr) gelegt worden ist. •• lieber den Wahlausfall un Wahlkreise Gießen- Grünberg wird der „Köln. Ztg." von hier geschrieben: „Entgegen der aus der National-Lib. Lorr, entnommenen Nachricht über das Verhalten der Freisinnigen bei den Stichwahlen in Oberheffen müssen wir nach näherer Ermittlung heute seststellen, daß in dem 1. hessischen Wahlkreise Gießen- Grünberg das freisinnige WahlcomitL in einem Flugblatt alle freisinnigen Wähler aufgefordert hat, dem nationalliberalen Candidaten ihre Stimme zu geben, damit der Wahlkreis nicht wiederum durch einen Antisemiten vertreten werde, und daß die freisinnigen Wähler in ihrer großen Mehrzahl, vor allem in der Stadt Gießen selbst, dieser Aufforderung in anerkennenswerthester Weise entsprochen haben. Für Gießen trifft also jene Anklage nicht zu. Nicht die Freisinnigen, sondern die unablässige Agitation der Antisemiten, die ungünstigen Ernte-Aussichten haben den Sieg der National- liberalen vereitelt. Der hessische Bauernstand ist in rochen Schichten losgelöst von allem, was ihn früher bei den Fahnen der Ordnungsparteien festhielt. Er ist unzufrieden gemacht mit seiner wirthschastlichen Lage und politischen Stellung, mißtrauisch gegen alles, roaS von den Städten, von Beamten und von der Regierung ausgeht, mißtrauisch gemacht gegen jeden, der nicht gleicher antisemitischer Gesinnung ist wie er, der nicht mitschimpst auf die bestehende Ordnung. Man muß diese kurzsichtigen Fanatiker bei der Wühlthätigkeit gesehen und gehört haben, um zu verstehen, wie eS möglich ist, daß eine Bevölkerung, deren politischer Horizont ein sehr eng begrenzter ist, mit blindem Aberglauben diesen falschen Propheten folgt, die ihr tagtäglich vorpredigen: „Der Bauernstand ist der erste Stand, die Regierung muß nach eurer Pfeife tanzen, Niemand hat sich bisher um euch bekümmert - wir sind gekommen, euch nicht nur au« den Händen der Juden zu befreien, sondern euch den Einfluß zu erobern, Barometer: ler euch gebührt, eure Lage in jeder Beziehung zu verbessern. Dabei wird weidlich aus alle besser Begüterten und aus alle Regierungsmaßregeln geschimpft und der antisemitische Bauernbeglücker verdrängt alle Mitbewerber um die Politische Gunst — bis nach Jahr und Tag der nackte Socialdemokrat- durch noch drastischere Mittel den antisemitischen Sociaüsten verdrängt. DaS ist das unzweifelhafte Ende dieser Bewegung, die nicht ernst genug genommen werden kann. Jahrelanger stiller aber rastloser gemeinsamer Arbeit von Serien der Regierung und der Ordnungsparteien wird es bedürfen, um dieser Bewegung einen Damm entgegenzusetzen, die längst über den Kampf gegen das Judenthum hinausgekommen ist. Sollte diese Unterdrückung nicht gelingen, so verfällt unser Kleinbauernstand unrettbar der Socialdemokratie und dem Anarchismus. Möchten alle Kreise, in denen der Antisemitismus Boden zu gewinnen sucht, rechtzeitig an die Gegenarbeit gehen, ehe es zu spät wird. In Hessen büßt man für diese Unterlassungssünde. *• Zur Mnozkenntniß. Es wird vielfach behauptet, daß auf den vor Kurzem in den Verkehr gelangten Zehnmarkstücken mit dem Bildniß des Großherzogs Ernst Ludwig vom Jahre 1893 ein Stempelfehler enthalten sei, da in der Umschrift „Großherzog" nur mit einem s geschrieben sei. Um einen Stempelfehler handelt es sich hier aber nicht, denn schon vom Jahre 1806 ab, in welchem Hessen-Darmstadt zum Range eines Großherzogthums erhoben wurde, ist aus unerfindlichen Gründen daS Wort „Großherzog" oder „Groß- herzogthum" auf hessischen Münzen und Medaillen stets nur mit einem s geschrieben, und diesen Brauch hat man auch auf den neuesten Münzen beibehalten. Die Großh. badischen Münzen haben in Großherzog rc. ebenfalls nur ein s, während auf den Münzen anderer Großherzogthümer die richtige Schreib- weise eingehalten wurde. gefertigt. Vom Odeuwalde, 30. Juni. Die Hei delbe er-Ernte ist gegenwärtig im ganzen Odenwalde in vollem Gange. Dieselbe fällt ausgezeichnet aus. Der Export geht meist nach Holland. Im gestrigen Morgengüterzuge der Strecke Eberbach-Frankfurt liefen 9 Waggons mit Heidelbeeren beladen. In zahlreichen Gemeinden wurden Schulferien an- geordnet, damit sich auch die Jugend am Etnsammeln der „Perle des Odenwaldes" betheiligen kann. Mainz, 1. Juli. Die hiesige Strafkammer hatte sich gestern mit der Aburtheilung eines raffinirten Hochstablers zu befassen- der Beschuldigte, ein gewisser Trimborn aus Plittersdorf bei Bonn, treibt als Specialität das Bethören junger Mädchen; nicht in die besseren Kreise versteigt er sich, er nimmt vornehmlich mit Ladnerinnen und Kellnerinnen vorlieb. Trimborn gab sich als Offizier aus, und zwar als der Sohn eines Bankiers Simon- er besuchte bessere Wirthschaften, machte dort eine Zeche und hatte natürlich am Ende kein Geld. Er schwindelte dann den Kellnerinnen Verschiedenes vor, lieh sich dann noch eine respectable Summe zu der schuldigen Zeche und gab dann den Mädchen einen angeblich werthvollen Ring, ein Familienstück, in Versatz. Der Schwindler verduftete dann auf Nimmerwiedersehen, um in einem anderen Restaurant es mit den werthvollen Talmiringen gerade so zu machen. Hier hatte sich der Schwindler auch mit Ladnerinnen verlobt, ihnen ihre Ersparnisse abgeschwindelt und war dann verdustet, bis er in Wiesbaden verhaftet wurde. In Anbetracht seiner vielen Vorstrafen erkannte das Gericht auf eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten. Bingen, 2. Juli. Da Albert Träger das Reichstagsmandat für seinen alten Wahlkreis Varel annehmen wird, so findet hier voraussichtlich eine Nachwahl statt, für die man von freisinniger Seite Herrn Reinh. Schmitt-Elberfeld als Candidaten aufstellen wird. Eine auf nächsten Mittwoch einberufene Vertrauensmänner-Versammlung der freisinnigen Partei wird hierüber definitiben Beschluß fassen. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 1. Juli. Bei einem Brieftauben- Wettfliegen Mai land —Frankfurt, das die Brieftaubenzuchtclubs von Frankfurt und Mainz gemeinsam mit Offenbacher Sportsfreunden am Samstag veranstaltet hatten, ließ man die Tauben früh um 4 Uhr in Mailand aufsteigen. Die erste Taube, dem Herrn Adam Müller gehörig, langte schon am Abend, nach 16 Stunden, um 8 Uhr 46 Minuten hier an. Das Thier war gar nicht erschöpft, es erquickte sich nur sofort an Wasser. Die zweite Taube, Herrn Stroh- meyer gehörig, traf um 10 Uhr ein. * Hauau, 28. Juni. Ein skandalöser Vorfall, welcher in den letzten Tagen in unserem Kreise vorkam, hat ganz Hanau und den Landkreis in die größte Aufregung versetzt. Der frühere Theilhaber der Firma B urkhard u. Seifert in Hanau, welche lange Jahre große Geldgeschäfte betrieb und sich vor einigen Jahren auflöste, Burkhard, übernahm vor längerer Zeit die Obermühle in Langenselbold. Derselbe genoß in Langenselbold sowohl, als auch in anderen Landgemeinden, besonders in seinem Heimathsorte Mittelbuchen großes Vertrauen und da derselbe besonders amtskundig war, so wurde er bei An- und Verkauf von Liegenschaften, Auf- ' nähme von Hypotheken rc. von Landleuten in weitem Umfange betraut. Von vielen Seiten wurden ihm Generalvollmachten gegeben. Dieses Vertrauen wußte nun B. in schändlicher Weise zu mißbrauchen, er fabrizirte falsche Hypotheken, Schuldscheine, Wechsel rc. im Betrage von etwa 250—300,000 Mk. zu seinem Nutzen, deponirte dieselben in Wiesbaden bei einem Millionär und bei öffentlichen Kassen. Als er glaubte, er habe genug und könnte sich nicht mehr halten, ging er durch und nun kommt der Scandal zum Vorschein. In Mittelbuchen kommen mehr denn 100 000 Mark zur Einklage, in Langenselbold circa 60000 Mk., in Wachenbuchen etwa 10000 Mk. u. s. f., fast alle Forderungen entbehren der Begründung und manche Familie, welche dem Durchgänger durch Generalvollmacht in die Klauen gerathen ist, wird ruinirt werden. Auch sein Bruder, welcher in der Altstadt ein Specereigeschäft besaß, ist mit Frau und vier gesunden Kindern durchgegangen, während er seine vier anderen krüppel- haften Kinder in Hanau zurückließ. * Potsdam, 3. Juli. Ein Sohn des Wildmeisters Weber im benachbarten Wildpark, dessen Tochter sich im Frühjahre in Athen von einem Theile der Akropolis herab- stürzte — die junge Dame gehörte zu der Umgebung der Kronprinzessin Sophie von Griechenland — hat sich gestern erschossen. Es ist dies das vierte Kind, welches Wildmeister Weber durch Selbstmord verliert. * Straßburg. 3. Juli. Die Futternoth auf dem flachen Lande nimmt immer bedenklichere Ausdehnung an. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 4. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 19, Lust 24 Grad. Rübsamcn'sche Badeanstalt. Auch das gesegnete Elsaß hat schwer darunter zu leiden. So erzählt das „Elsäffer Journal": Ein Schweinehändler tn Rosheim hat in der Umgegend von Schlettstadt gegen em junges Schwein ein noch ziemlich brauchbares Pferd eingehandelt. Und ferner: Ein Ackersmann von Schiltigheim wollte vorige Woche zwei junge Pferdchen, die er nicht mehr ernähren konnte, ertränken. Eine barmherzige Seele trat noch rechtzeitig ein und kaufte die beiden Thiere für 4 Mk. Ein Doppelgespann für 4 Mk.! Das ist doch mindestens ein billiger, guter „Pferdekalbsbraten". * Es giebt doch noch Leute, die von der Nothwendigkeit der Militärvorlage überzeugt sind. Das beweist folgender Vorfall, der sich am 15. Juni bei der Reichstagswahl in dem Dorfe E. in der Lüneburger Haide zutrug. Im Wahllocal zeigt der Zeiger auf sechs, der Wahlvorsteher erklärt die Wahl für geschloffen. Die abgegebenen Stimmen werden gezählt: 87. Die Stimmzettel auch. Es stimmt. Und nun beginnt die Eröffnung. Der Wahlvorsteher nimmt den ersten Stimmzettel, macht ihn auf und liest — während die Zuhörer vor Lachen bersten wollen —: 1 Unteroffizier, 4 Mann und 5 Pferde. Der betr. Wähler hatte seinen Stimmzettel mit seinem Quartierzettel verwechselt. * Elfter internationaler Medicinischer Congretz, Rom 1893. Der elfte internationale Medicinische Congreß wird am 24. September im Beisein S. M. des Königs von Italien in Rom inaugurirt werden und wird, unter dem Vorsitz des ehemaligen Ministers, Prof. Dr. Guido Baccelli, bis zum nächstfolgenden 1. October dauern. Die Zahl der Eingeschriebenen, worunter viele Damen, übertrifft schon jetzt die der Mitglieder des vorhergegangenen Berliner Congresses. Wir finden darunter alle hervorragenden Spezialisten der Welt, von denen viele sich bereit erklärt haben, Vorträge zu halten. Die Anzahl der bereits vorliegenden bezüglichen Anmeldungen ist eine bedeutende. Die meisten Regierungen haben die Namen ihrer Delegirten angezeigt. Die Congressisten und deren Damen genießen erhebliche Fahrpreisermäßigungen auf den italienischen und auf verschiedenen ausländischen Eisenbahn- und Dampferlinien, und sind zu freiem Eintritt i in die römischen National-Museen und Kunst-Gallerien, wie zu den Ausgrabungen von Pompeji berechtigt. Die italienische Regierung, wie der römische Stadtrath, bereiten Festlichkeiten zu Ehren der ausländischen Gäste vor. Die Congressisten haben Anspruch aus ein Exemplar der Acten des Congresses. Zur Einschreibung genügt die Einsendung einer Visitenkarte, begleitet von der Einschreibegebühr per Postanweffung (Francs 25 für die Herren, Francs 10 für die Damen) an den Schatzmeister, Professor L. Pagliani, General-Samtdts- Director, Ministerium des Inneren, Rom. * Zur Futternoth. Auch in Frankreich werden die Aussichten der Viehbesitzer infolge des Futtermangels immer trostloser. Nach Schätzung von Sachverständigen wird der Hectar Wiesenland, der sonst in Frankreich 3000 bis 12000 Kilogramm Heu brachte, in diesem Jahre im größten Theile des Landes kaum 5000 Kilogramm schlechtes Futter liefern. _________ E. Echzell, 2. Juli. Im Gasthause „Zum weißen Roß" dahier hielt heute Herr Landwirthschaftslehrer Andrae von Büdingen einen sehr gelungenen Vortrag über die brennendste Tagesfrage der Gegenwart „Die Bekämpfung der Streu- und Futternoth". Es mögen in Nachstehendem ganz kurz die Hauptpunkte des Vortrages angedeutet werden in der Voraussetzung, daß sich nicht bloß die Landwirthe, sondern vielleicht auch einige Bürger, Beamte und Gewerb- treibende für diese höchst wichtigen Gegenstände interessiren werden. Zur Bekämpfung der Streunoth empfiehlt der Redner die Anwendung der Torfftreu, von welcher eine Probe herumgereicht wurde. Herr Andrae hob die trefflichen Eigenschaften dieses Streumaterials hervor und schilderte dessen Anwendung. Der „Gießener Anzeiger" brachte in den ersten Monaten des laufenden Jahres von seinem /^-Correspon- denten unter „Landwirthschaftliche Winke und Rathschläge" mehrere Aussätze über Torsstreu. Wer jene Aufsätze fleißig durchstudirte, der ist in der Lage, das Material anzuwenden und große Vortheile zu erzielen. Jene Winke und Rathschläge erschöpfen den Gegenstand vollständig. Zu bemerken ist noch, daß der Preis der Torfstreu von 1.50 Mk. auf 1.80 Mk. pro Centner gestiegen ist, was dem Stroh zu 4 Mk. gegenüber immer noch einen sehr beträchtlichen Vortheil bedeutet. Nicht minder wichtig ist, was Herr Andrae über die Bekämpfung der Futternoth ausführte. Auch hier stimmt er mit den Aufsätzen überein, die Ihre Zeitung schon vor Wochen und Monaten über diesen Gegenstand brachte. In erster Linie schilderte er die trefflichen Eigenschaften des Maises, welcher als Grünfutter und eingesäuert bis zum nächsten Frühjahre erhalten werden könne. Die großen Futtermassen, die der Mais liefert, die Milchergiebig, fett desselben, sein schnelles Wachsthum, die Möglichkeit, ihn grade jetzt, wo mancher Kartoffel- oder Fruchtacker versagte, mit Vortheil angebaut werden könnte, stimmen genau mit dem überein, was Sie kürzlich in Nr. 167, drittes Blatt, vom 25. Juni l. I. mitgetheilt haben. Von sonstigen Grünfutterpflanzen werden zur Aussaat und Bekämpfung der Futternoth empfohlen: Weißer Senf, Jncarnatklee und Johannisroggen mit Hafer, Gerste und Erbsen gemischt, oder: Buchweizen mit Erbsen, Hafer und Gerste oder Mais gemischt. Wer die Aussätze aufmerksam durchlas, welche der „Gießener Anzeiger" im vergangenen Winter über Gründüngung usw., besonders aber auch üb:r Sparsamkeit im Füttern und über Futtersurrogate rc. brachte, der wird sich leicht zurechtfinden. Einen sehr beherzigenswerthen Schluß brachte der Redner. „In Zeiten der Noth sollen Reiche und Arme zusammenhalten", wurde ausgesührt. „Die Reichen und Starken sollen den Schwachen hülfreich mit Rath und That zur Hand gehen. Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Noth uns trennen und Gefahr", sagt unser herrlicher Schiller. — Bravo! hieß es. Möchte Jeder sein Theil dazu beitragen, daß diese schönen Worte zur Wahrheit werden. § Vom oberen Vogelsberg, 2. Juli. Die mit Eintritt des Regens vor acht Tagen erhoffte Wendung zum Besseren in den Ernteaussichten ist leider eine nur vorübergehende gewesen, eS herrscht wieder dieselbe Trockenheit wie vorher. Das Mähen des dünn stehenden Grases auf den Wiesen ist eine recht mühevolle Arbeit, wenn nicht das sogenannte Geschähe! in den Löchern und Vertiefungen zurückbleiben soll. Das Heu ist stellenweise so kurz, daß es ohne Wagentuch gar nicht heimgefahren werden kann. Infolge des ungünstigen Umschlags nehmen auch die Viehschlachtungen und -Verkäufe wieder zu. Das einzig Gute, was der kurze Regen gebracht, war die Möglichkeit, die Dickwurz-, Kohlrüben- und Kraut« pflanzen zu setzen, sowie das Grünfutter (Gemenge) zu säen. Auch bei den kürzlich abgehaltenen Grasversteigerungen der fiskalischen Wiesen sind so hohe Preise erzielt worden, wie seit Menschengedenken nicht erinnerlich. Lehvheim, 2. Juli. Das diesjährige Bund esfest des Ohm-Lumdathal-Sängerbundes, welches dahier abgehalten werden sollte, findet nicht statt, da die kreisamtliche Genehmigung wegen des durch die anhaltende Dürre hervorgerufenen Nothstandes der Landwirthschaft hierzu versagt wurde. Griesheim bei Darmstadt, 2. Juli. Neuere Anschauungen über daS Artillerieschieben im Felde veranlaßen die Militärbehörde, das Griesheimer Lager als Artillerie-Schieß- platz aufzugeben und in Westfalen einen neuen Schießplatz auf großer Fläche zu errichten. Das Griesheimer Lager soll dann nur noch für die Infanterie dienen und eine größere Besatzung Infanterie erhalten. Babenhausen, 2. Juli. Vor zwei Tagen hat man hier mit dem Korn schnitt begonnen. Mit Ende dieser Woche dürfte die Kornernte allgemein werden. Die Ernte fällt sehr gering aus. Das Korn ist sehr klein, steht sehr dünn und hat wenig und schlechte Körner. Heppenheim (Bergstr.), 2. Juli. Die hiesige Ver- waltungsbehörde hat mit Rücksicht auf den durch den Futter- und Streumangel bedingten und vermuthlich noch länger andauernden landwirthschaftlichen Nothstand im Jntereße der landbautreibenden Bevölkerung eine Beschränkung der öffentlichen Lustbarkeiten für geboten erachtet. Demgemäß, werden bis auf Weiteres im ganzen Kreise Heppenheim nur für Kirchweihfeste Tanzerlaubnißscheine aus- Garant. waschächte Sommerstoffe ä 75 Pf. bis Mk. 2.65 p. M. in ca. 2800 verschied, neuesten Dessins und besten Qualitäten Buxkin, Kammgarne u. Cheviots ä Mk. 1.75 Pf. per Meter versenden jede beliebige einzelne Meterzahl direct an Private. Burkin-Fabrik-Dep6t Oettinger & Co., Frankfurt a. M- Neueste Musterauswahl franco ins Haus.4923 »ursche I V'N« r«6t, »e l*M=, 3t* ■^««ntSBröbgn tourbt in h J RWniWis) Rt. zg !il k'« Mim,. be§ am 17. v. W s'Sterbekassenfuchi mmr, Wiener unb 1 ivurde von dem unb mündlich die Wt daraus ^deutsche Verband, r und deren Hmter- kunden dauerte die lthschaftlicher Fragen 1 Steuerstagen, bei der Großherzog in u Weise sich dahin ncht mehr belasten, rte, bie Gold wiegen, m. Auch beweist der Unterredung, baß iolkes entgegennimmt, em Se. Kgl. Hoheit leite. ibenben ttinhencovkert rußen Kreisen unserer Verben boch bie Er- >ge brn Wunsch Hegten, rzr Marie Wittich, u hören. Frau Dr. i so lieber entsprochen, ßnn eine Litte ihrer rsM unb ihre Kunst äulein Henry in Analleinstehende ältere isonderer Freude und raß im Einverständnis 'n Familie wie vom scheu Residenz gleich ir ihr Auftreten fonft igeit ffreifen Rechnung sind. - M großer in auch die übrigen , gemeinnützigen Zweck als Künstler ihres WaS Herr Professor iialinr hervorragendes ihn je gehört Huben, den wir einen Cellisten i Cassel blt vielseitigste ach ist als ttefflicher noch besonders daraus Ar alle Kunstfreunde em gerechnet werden, unserer Stadt in eine- rden ist. von hin ^rieben: Hon. entnommenen finnigen bei®'14' InShnnErmtt"-- Whiknise ' in einem FI°M । vertreten werd , j der f Pational- ben E dst ,n titelt bei den fl iE . ...en gemacht ist Stellung, d „an Beamten gewacht gegen gtrauisch g . wje er, Gesinn^S ' Paii wie es sehr eng xSkL"? »äT>' Thermometer: . Hvaremeterstand: Gewüterbildung. Mittlerer Barometerstand 6d 0° R. = 744,7 mm. Universität- - Nachrichten. Breslau, 2. Juli. Der Senior der hiesigen evangelisch' theologischen Fakultät Conststorialrath Profeßor vr. Meuß ist gestern gestorben ___ Verkehr, Land- unfc Volkswirtschaft. Gietze«, 4. Juli. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1.10-0,00 Hühnereier per Stück 6- 4, 2 Stück — 4, Käse pr. ®t. 6-84, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen vr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Baar X 0,70—0,90, Hühner pr. Stück X 1,10—1 60, Mnen pr. St X 1,70-2,00, Enten pr. St- X 1.80 bis 2,00, Ochsevfleisch pr. Pfd 60-68 4. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 30-40 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 3£-40 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40—70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00—7,00 X, WeMraut pr. Stück 5—12 4, Zwiebeln pr. Eentner 11,00—00.00 X Milch pr. Liter 12—18 A, Enteneier pr. St. 6— 4, Ganseeier 11—12 4, Kirschen pr. Pfd. 18—20 4.__________ Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühl hausen i. 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I Ausstellung: , Grünbergerst 7 , MrLülip h*u_ 5942 Section Gießen Touren - Beraubung. Heute Dienstag den 4. Juli, Abends 8 Uhr Vermischte Anzeigen. Donnerstag Abend b. Bourgeois, 5940 Zahnarzt Eil. Jaeger 5832 dienstzeit der Anzustellenden 600 bis :7frtvrv'' üb.r ihre Ausbildung, seitherige JL 1.50 Liter L JL Wald zu Lollar wird nach erfolgter HandlnngMgehllten zu Leipzig und und Nähere» Marktplatz 8. (5903 Selteröweg 20. 5935) 5939] Kleines gamtlienlogtS zu per- miethen. Schiffcnbergerweg 39. Gebhardt. Weserstr. 2, Sckr ilorbanl Keiigeöotenes. 332 1.80 per Pfund netto. Niederlage bei Kberh. Dort. Wichen, Walltborür. 45. Ären Dr. ftranj Eckstein Netzactton « Gch-yd». — Druck uns Verls- her BrühWdaw Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Sieben. 7> n 20 15 10 5 1 1 1 1 Gießen, 30. Juni 1893. Großh. Hess. Amtsgericht. 5.— 4.— 3.- 1.70 wird für die leere Flasche zurückvergütet. ((onfursücrfalircn. Das Concursverfahren über das Vermögen des Moses Grüne- Strakknwärter-Stellen. Die neu errichteten Stellen zweier weiteren Ltraßenwärter für die Ltadt Giefren, welchen Vorzugs- weise die Unterhaltung von städtischen Straßen und Wegen übertragen wer den soll, werden hierdurch zur alsbaldigen , widerruftichen Besetzung ausgeschrieben. Der Gehalt der Stellen beträgt nach dem Dienstalter bezw. der Vor- nihen geübt ist, sucht Sltlle. Gef Cff erbet- Schmidt, (Stehen, Ludwigstr. 1.30 1.— -.70 Frcitaq den 7. Juli, Ab-ndd präcis 8'/- Uhr: [5«23 Slrakenmeiller-Slrlle. Die neu errichtete Stelle eines Ltraftcnmeisters für die Stadt Gießen, welchem vorzugsweise die Beaufsichtigung der bei der Unterhaltung und Reinigung der städtischen Straßen und Wege, sowie bei der Wohnungsdesinsection Beschäftigten übertragen werden soll, wird hierdurch zur alsbaldigen, widerruflichen Besetzung ausgeschrieben. Der Gehalt der Stelle beträgt nach dem Dienstalter bezw. der Vordienstzeit des Anzustellenden 1700 bis 2500 JL steigend von fünf zu fünf Jahren um je 200 JL bis zum Höchstgehalt; daneben wird Pensionsberechtigung und Wittwenverforgung gewährt nach Maßgabe der Bestim- mungen für die auf Widerruf angestellten Staatsbeamten. Qualisicirte, energische Bewerber wollen ihre Meldungen unter An- fügung eines Lebenslaufes, sowie von Zeugnissen über ihre Ausbildung, seitherige Thätigkeit und Gesundheit bis spätestens 20. d. M. mit Angabe des beanspruchten Änfangsgehal- tefl hierher einreichen. Gießen, den 3. Juli 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h.[5927 5881| Die beide« Zimmer (seither von Herr« Dr. Maas bewohnt),! Nnd ium 1. August an einen ruhigen Herrn zu vermierhen. Fr.Hewel j; Bildhauerei 5947 ] Orden«. LaufmLdche« sofort gesucht. Nähere» tn der Exped d- Bl- ” 5951] Dienstmädchen vom Lande zu miethen gesucht. ~, W. Loeber, Wallthorstraße 20^ Eufl. Wallenfels und Frau, geb. 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Juli 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. G n auth. [5928 n Wassersucht \ auch hochgradig, selbst wenn bereits gezapft, heilt schmerz- und gefahrlos mein altbewährtes unschädliches Mittel Näheres gegen 10-Pfennig-Matke. [5946 Hans Weher in Stetti«. Stellenvermittelung । durch den Verband deut weher Schöne freundl.u.gefunveWohnung pr. 1. October an ruhig« Leute zu vermiethen. W Preis 480 Mark. *16 2. Stock 8 hohe, große, freundliche Zimmer, 1 großer Salon, Küche, Wafferlei« tune und fämmtltchem Zubehör. Bekanntmachung. Die Lieferung von 20 Raummeter tannen Scheitholz soll im Submissions wege vergeben werden. Offerten, in welchen der Preis pro Raummeter, franco Hof des Regie- rungsgebäudes, anzugeben ist, sind bi» zum 1H. Juli d. I., Vormit- tag» 10 Uhr, mit der Auffchrlft „Holzlieferung" versehen, in unterem Bureau abzugeben. Gießen, 3. Juli 1893. Großh. Kreisamt Gießen. v. 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