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WMMWMWWSMUWWW^WWHWWMMWWWWM Amtlicher Theil. Gefunden: 1 gold. Armband, 1 gold. Brosche, 1 Hut« nabel, 2 Zwicker, 1 Notizbuch, 2 Taschentücher, 1 Strohhut, 1 Paar Kinderschuhe, 2 Wagenkapseln, 2 Wagenrungen, 1 Blech mit der Nr. 4, 1 Karte von Deutschland, 1 Schirm unb 1 Stück blaues Leinen. Gießen, ben 2. September 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 93.: Roth. Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Die Meldung, daß Kaiser Wilhelm in Coburg mit dem Fürsten Ferdinand von Bulgarien freundschaftlichst verkehrt habe, scheint sich gegenüber der anderweitigen Nachricht, wonach zwischen den beiden Monarchen keinerlei persönliche Berührung statlgefunden lbaben soll, doch zu bestätigen. Sollte sich diese Meldung von der behaupteten Unterredung deS Deutschen Kaisers mit Lem Bulgarenfürsten bestätigen, so würde man es mit einem iimmerhin bemerkenswerthen Vorgänge zu thun haben. Jeden« tzalls könnte durch denselben die noch immer schwierige und heikle internationale Stellung deS Fürsten Ferdinand nur eine Stärkung erfahren. Sehr auffällig bleibt es, daß bet t>er Trauerfeier in Coburg kein Vertreter des Czaren zugegen war, ein Mangel an Rücksicht, der sich kaum anders »als durch den nachhaltigen Haß des Czaren gegen den jetzigen Inhaber deS bulgarischen ThroneS erklären läßt. Berlin, 31. August. Zum deutsch-russischenZoll« lkriege schreibt die ^Kreuz-Zeitung": Mit großer Genug- chuung haben auf dem sogen. Internationalen Getreide- und Saatenmarkt in Wien die. Jnteresienten des österreichisch- russischen Getreidehandels die Meldung vernommen, daß deutsche Getreidefirmen russisches Getreide nach Oesterreich- Ungarn beziehen und statt dessen österreichisch ungarisches Getreide nach Deutschland auSsühren wollen. Wir haben wiederholt auf die Möglichkeit dieser Manipulation hingewiesen, während andere Blätter mit Hilfe von allerlei Berechnungen glauben machen wollten, daß derartige Geschäfte keinen Gewinn verheißen und daher nicht in Frage kommen könnten. Es handelt sich hier offenbar um eine Umgehung der deutschen Zollkriegsmaßnahmen. Rußland wird in die Lage versetzt, seine großen Getreidebestände, wenngleich um gedrückte Preise, abzustoßen; es kann mit Hilfe der ermäßigten Eisenbahntarife seine Ausfuhr Deutschland zum Trotz und zum Schaden behaupten und blS zu einem gereiften Grade die üblen Folgen des Zollkrieges überwinden. Bei dem Character des internationalen Getreidehandels ist überdies anzunehmen, daß man auch den Ursprungsnachweis zu umgehen versuchen und außerdem nach Deutschland massenhaft Mehl als österreichisch- ungarisches Erzeugniß ausführen wird, welches in Oesterreich- Ungarn auS russischem Korn hergestellt worden ist. Wir lenken die Aufmerksamkeit der maßgebenden Kreise von Neuem aus diese Manipulationen, weil sie, wenn sie in der That durchgeführt werden sollten, geeignet sind, die Stellung Deutschlands im Zollkriege zu schwächen. — Zur Anwesenheit des italienischen Kronprinzen bei den deutschen Feldübungen wird der „Voss. Ztg." auS Paris gemeldet: Der italienische Botschafter Reßmann trat gestern einen regelmäßigen Urlaub an, tote der „Gaulois" meint, weil er eS nicht ertragen könne, den Prinzen von Neapel in Metz zu wissen. Auch von anderen Blättern wird diese Abreise ausgebeutet und die Lage ReßmannS als schwierig dargestellt. Wie das „Journal" versichert, wäre auch die Rückkehr Billots in den Palazzo Farnese sehr zweifelhaft geworden. Im Uebrigen äußert sich ! die stark anwachsende Erregung über die Anwesenheit deS italienischen Thronfolgers in Metz vorerst noch in heftigen Erinnerungen an 1859. Zur Schmähung ist erst Charles Laurent geschritten, der in einem Leitartikel alle physiologischen Merkmale aufzählt, die das Haus Savoyen als untergehende, moralisch verkrüppelte Rasse kennzeichnen sollen. Straßburg, 1. September. Der Bürgermeister macht bekannt, daß der Kaiser die Einladung der Stadt zu einem Ehrentrunk auf dem Rathhause unter Hinweis auf die Kürze der Zeit, die Folge der getroffenen Manöveranordnungen, huldvoll abgelehnt bat. Nunmehr wird die Begrüßung bei der Rückkehr vom Paradefelde durch den Bürgermeister und den Gemeinderath in feierlicher Weise auf dem Broglieplatze vor dem Rathhause stattfinden. Das vom Statthalter und dem commanbirenben General angebotene Frühstück ist gleichfalls wegen Mangels an Zeit abgelehnt worben. Neueste lladtricbtcit. Wolffs telegraphisches Korrespondenz - Bureau. Berlin, 1. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung über bie Kündigung bes zwischen Deutschland und Italien einerseits unb der Schweiz andrerseits am 25. Juli 1873 zur Ausführung des Auslieserungsvertrags zwischen dem Reich und Italien vom 31. October 1871 getroffenen Abkommens. Das Abkommen ist am 23. August außer Kraft getreten. Berlin, 1. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine große Zahl Ordensverleihungen aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers in der Rheinprovinz. Berlin, 1. September. Der „Post" zufolge wirb ber Reichs kanzl er nach ben Kaisermanövern einen Tag nach Berlin kommen unb sich sodann zur Kur nach Karlsbad begeben. Berlin, 1. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Provinz West Preußen über Maßnahmen zur Verhütung der Einschleppung der Cholera durch den Flößereiverkehr auf der Weichsel. Berlin, 1. September. Zur Cholera in Berlin ist heute zu melden, daß der Instrumentenmacher Baumgart aus der Hirtenstraße, der sich allem Anscheine nach durch Wasser- schlucken beim Baden in ber Spree bie Cholera geholt hat, im Krankenhause Moabit gestorben ist. Es ist bies ber vierte Tobesfall, ben die Cholera in diesem Jahre in Berlin gefordert hat. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 1. September. Wie die „Staatsbürgerzeitung" von angeblich zuverlässiger Seite erfährt, wurde die Untersuchung gegenBuschoff wieder ausgenommen. Zu näheren Ermittelungen wurde ein Crimlnalcommissar an den Thatort gesandt. Berlin, 1. September. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist die von Premierlieutenant von Stetten gebildete, in daS Hinterland von Kamerun entsendete Expedition an Feuilleton. I m B u « r t i e r. Ein Manöoecbild. Von Dr. Heskel. (Nachdruck verboten.) Das war eine herrliche Biwack - Nacht! Statt deS chronischen Landregens, der uns treu durch das Manöver begleitet hatte, regnete es heute einmal Strippen, Bindfaden, Schiffstaue. Sämmtliche Trinkvorräthe des Marketenders waren erschöpft und so lagen wir denn äußerst mißgestimmt um daS Feuer herum; die Sohlen verbrannten fast und am Oberkörper fror man wie ein Betteljunge im Winter. Natürlich durften wir die Mäntel erst anziehen, nachdem wir vollständig bis auf die Haut durchnäßt waren, was auch nicht gerade zur Verbesserung der Situation beitrug. — Einige versuchten zu schlafen, Andere rauchten krampfhaft, wobei allerdings die meiste Zeit damit verbracht wurde, immer von Neuem die feuchten Cigarren und den naffen Tabak anzu- zünden. Da ertönte außerhalb des dünnen zum Schutze gegen den Wind errichteten Strohzaunes ein leiser Pfiff. Vergeblich versuchte ich die tiefe Finsterniß zu durchdringen, um den draußen Stehenden zu erkennen. Da klang leise das Signal: Langsam avanciren! Kurz entschlossen stand ich auf, um zu sehen, was denn eigentlich der sonderbare Nachtwandler wünschte. „Was gibts?" fragte ich den schwarzen Schatten draußen. „Ah, das ist prächtig, Sie sind's ja selbst!" antwortete der Schatten leise. „Donnerwetter," fluchte ich, „ich bin immer ich selbst! Was wollen Sie von mir?" „Ruhig," mahnte die Stimme, „ich bin es, Unteroffizier v. M., hier ist eine Flasche Rothwein als Dank für ben Cognac, ben Sie mir gestern abgelaffen haben. Aber schlagen Sie nachher bie Flasche kürz unb klein, damit Niemand das Etikett erkennen kann- ich habe die Buddel nämlich nur so „weggefunden" !" Damit entfernte er sich leise lachend. Da stand ich-denn mit einer guten Flasche Rothspohn in der Hand und dankte Gott und meinem alten Schulkameraden für die unerwartete Gabe. Daß ich ein so wichtiges Möbel wie den Korkzieher in der Tasche hatte, versteht sich von selbst, und so that ich denn einen langen, tiefen Zug, dann füllte ich meine Feldflasche mit dem edlen Naß unb vertheilte enblich den Rest unter die anderen Einjährigen. Erwärmt unb gestärkt schlief ich ein. Am anberen Tage hatten wir eine furchtbare Schlacht zu bestehen. Zu Hunderten stürzten die Unserigen, indem sie durch bas Kartoffelkraut ober über Kohl- strünke stolperten. Natürlich hatten wir gesiegt. Wir hatten nur einen ganz kleinen Marsch von 28 Kilometer zu machen unb ba langten wir benn enblich hunbemübe unb pudelnaß in unseren Quartieren an. — Einige tausend Male habe ich schon in ber Literatur bie Unterschrift von Dantes „Inferno" citirt gefunben, nirgenbs aber paßte sie besser als hier. „Chentrale, lascriate ogei speranza, auf deutsch: „Ihr armen Soldaten, bie Ihr hier ins Quartier kommt, laßt bie Hoffnung auf gute Verpflegung, ein gutes Bett unb ähnliche Luxusartikel nur ruhig braußen!" Den Namen bieses Dorfes werde ich mein Leben lang nicht vergessen- aus Gründen aber, die dem Leser nachher klar werben bürsten, will ich ihn verschweigen. Die Quartierzettel waren vertheilt, wir suchten unb sanben bie Villa, welche uns einen unb einen halben Tag beherbergen sollte. „Vierte Form ohne Zulagen", „Dunkelarrest auf Latten, jeben britten Tag warmes Essen," bas waren bie Urtheile über unser neues Heim. Es war eine elende Lehmbube, obenein noch in ber Mitte getheilt, denn mein Wirth war nur ein Halb-Kossäth. Wir lagen „mit Menage", bas heißt, am Morgen hatten bie vorausgeeilten Fouriere bie entsprechenben Lebensrnittel, Reis, Fleisch, Brob u. s. w., an die einzelnen Quartiergeber vertheilt. Unsere Wirthin hatte alles, was sie empfangen hatte, in ben großen, über bem Feuer hängenden Kessel geworfen, hatte au6 ihrem Gärtchen ein Paar faustgroße Zwiebeln geholt, diese in die ganze Masse hineingeschnitten und hatte das — — Essen kochen kaffen, bis wir kamen. Nun muß ich gestehen, baß ich an einer eigentümlichen Idiosyncrasie leibe, nämlich, baß ber bloße Geruch von Zwiebeln auf mich wie ber Genuß eines kräftigen Brechmittels wirkt. Auch in diesem Falle spürte ich denn die ominösen Magenumdrehungen sehr bald unb rettete mich schleunigst ins Freie. Da saß ich nun unb kaute wüthenb an einem Stück trockenen KommisbrobeS herum, toäbrenb mein glücklicherer Putzer mit aller Seelenruhe bie hoppelte Portion auslöffelte. In bem elenben Dorfkruge, ben ber Solbatenwitz „Gasthof zum Garde-Stern" getauft hatte, gab es nichts als elenben Kartoffelschnaps in lang- halsigen Flaschen, keine Butter, fein Schmalz, kein Ei, kein Huhn, — alles war von dem Alexander Regiment, welches erst wenige Minuten vor unserem Einrücken ausgerückt war, total audfouragirt worden. So fanden wir denn die warmen Nester, aber leer. Abgespannt und hungrig fragte ich nach unserer Schlafstelle. Auch das noch! Schlechtes beschmutztes Stroh lag zerstreut auf dem Bodenraum, dessen Seitenwände auf allen Ecken und Enden handbrette, armlange Spalten zeigten, durch welche der Wind ein- und auspfiff- das schadhafte Dach schützte nicht einmal überall vor Regen, und so mußten wir zweimal in ber Nacht das Lager verändern, unf nicht vollständig durchnäßt zu werden. — Aber auch dieses Jammertage gingen vorüber unb wir hatten die Genugthuung, an dem Dorfoberhaupt, bem Schulzen, gerächt zu werden. In bem Schornsteine dieses Biedermannes hatte ein „findiger" Grenadier zwei prachtvolle geräucherte Speckseiten entdeckt. Sofort bestürmten alle den Bauern, ihnen doch etwas Speck zu verkaufen, umsonst. Der hartnäckige, böswillige Schulze ließ sich nicht bewegen- die Offiziere, der Hauptmann baten ihn, er blieb bei seinem „Nein". — Am frühen Morgen, als wir auSrückten, erhielt Jeder von unbekannter Hand heimlich ein ganz gehöriges Stück gut durchwachsenen Speck. Lustig marschirten wir weiter, sangen muntere Lieder und waren guter Dinge. Es gab einen kleinen Aufenthalt, und als eS weiterging, kam Lieutenant v. Schl, zu mir und sagte: „soeben hat der Major befohlen, daß wir in einer Stunde daS große Rendezvous machen. Dabei werden die Tornister unb Feldkeffel revibirt, ob Jemanb Speck bei sich hlt. Der Dorfschulze hat gemelbet, baß ihm zwei ganze Speckseiten gestohlen sinb. Aber sagen Sie ben Leuten nichts davon!" Damit ging er. Nun, ich Habe den Befehl wahrscheinlich richtig verstanden, denn eine Viertelstunde daraus kaute die ganze Compagnie wie auf Commando, und als wirklich beim Rendezvous ber geprellte Bauer erschien unb bas Gepäck revibirt wurde, fand sich natürlich kein Krümchen Speck vor. Der schäbige Kerl bekam vielmehr vom Major noch einige Grobheiten wegen Verleumdung anständiger Soldaten zu hören. — — „Sehen Sie mal, Herr Major, wie schön die Gewehrkolbtn bei meiner Compagnie glänzen," sagte eine Stunde später unser „Alter" auf dem Marsche zu bem Bataillons Corn- manbeur. „Wie mit Speck abgerieben," antwortete dieser, und schmunzelnd ritten sie weiter. der Niger-Mündung eingetroffen und hat in den durchzogenen Gebieten Verträge mit den einheimischen Stämmen abgeschloffen. Berlin, 1. September. Seit heute früh 4 Uhr wüthet ein Großfeuer auf den Grundstücken 29 und 30 der Burgstraße - drei Dampsspritzen sind thätig. Der Schaden ist voraussichtlich sehr bedeutend. Berlin, 1. September. Die Vergolder haben den General st rike beschloffen, wenn die Abschaffung der Accordarbeit, die neunstündige Arbeitszeit, ein Minimallohn für Arbeiter über 18 Jahre von 21 Mk., für 16 —18jährige Arbeiter von 12Mk., für Arbeiterinnen ein Durchschnittslohn von 12 Mk. nicht bewilligt wird. Berlin, 1. September. Der „Post" zufolge wird ein AuSwanderungS»Gesetz neuerdings auSgear- beitet und geht bestimmt dem R e i ch S t a g in der nächsten Session zu. Berlin, 1. September Am 5. und 6. September treten in Berlin die Commiffarien der Bundesstaaten zur Prüfung der Tabak- und Weinsteuervorschläge zusammen. Den Vorsitz führt der Staatssecretär respective der Director des NeichSschatzamtes. Berlin, 1. September. Heute Nacht wurden abermals sechs choleraverdächtig Erkrankte zur Beobachtung eingeliefert. — Instrumentenmacher B a u m b a ch, welcher kürzlich an der Cholera aaiatica erkrankt war, ist gestorben. Charlottenborg, 1. September. Hier hat gestern eine choleraverdächtige Erkrankung stattgefunden, die bacteriologische Untersuchung ist noch nicht beendet. Kiel, 1. September. Die französischen Spione haben die Erlaubniß nachgesucht, die französische Botschaft in Berlin um Schutz angehen zu dürfen- die Bitte wurde abschlägig beschieden. Heute soll entschieden werden, ob die Ueberführung der Spione in daS Berliner Untersuchungs- gefängniß erfolgt. Rom, 1. September. Der „Secolo" mißbilligt sehr entschieden die Reise des Prinzen von Neapel nach Metz. Italien solle in jeder Weise politische Kundgebungen vermeiden, welche Frankreich reizen und den Lredit Italiens schädigen können. Madrid, 1. September. An der Gendarmerie-Kaserne platzte eine Dynamitpatrone, welche bedeutenden Schaden an Material anrichtete. Zwei der That Verdächtige wurden festgenommen. Petersburg, 1. September. An der Cholera sind in Petersburg vom 24. bis 31. August 40 Personen erkrankt und 15 gestorben - in Moskau vom 23. bis 26. August 102 bezw. 58; im Gouvernement Lomsha vom 20. bis 26. August 106 bezw. 64; in Podolien vom 13. bis 19. August 965 bezw. 285; in KurSk 493 bezw. 181; in Kasan 390 bezw. 164; in Wladimir vom 20. bis zum 26. August 337 bezw. 116; in Tula 358 bezw. 100. London, 2. September. DaS Unterhaus nahm mit 301 gegen 267 Stimmen in dritter Lesung die Homer ule- Bill an. Lebhafter Beifall bei den Nationalisten und Radikalen, die sich von ihren Sitzen erhoben und Hüte und Tücher schwenkten. Beim Verlaffen des Unterhauses wurde Gladstone und seine Frau von einer großen Volksmenge enthusiastisch begrüßt. — Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Homerule-Bill an. Coblenzer Aaisertage. boblenz, 1. September. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind (wie wir bereits in voriger Nummer nach einer Privatdepesche mittheilen konnten. Red.) Hierselbst heute Bvrmitrtag kurz nach 10 Uhr eingetroffen und von. Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Albrecht, dem Reichskanzler Grafen Caprivi, der Generalität und den Spitzen der Behörden empfangen worden. Die Stadt ist aus daS Prächtigste geschmückt, das Wetter sehr schön und die Straßen von einer dichtgedrängten Menschenmenge, darunter viele Leute vom Lande, besetzt. An dem in der Schloßstrahe errichteten Triumphbogen wurden Ihre Majestäten Seitens der Stadtbehörden feierlich begrüßt. Oberbürgermeister Schüller bot den Willkommengruß, wobei er insbesondere an den häufigen Aufenthalt weiland Kaiser Wilhelms I. und der Kaiserin Augusta in den Mauern der Stadt erinnerte. Ein junges Mädchen begrüßte Ihre Majestät die Kaiserin mit einem poetischen Willkommen. Se. Majestät der Kaiser ge- dachte in seiner Erwiderung auf die Ansprache des Oberbürgermeisters gleichfalls des Aufenthaltes der Kaiserin Augusta in Coblenz, sowie der frohen Stunden, die er selbst hier verlebt habe, erinnerte daran, daß er Coblenz zum Zeichen seines Wohlwollens als Stätte des Provinzialdenkmals der Rheinprovinz für Kaiser Wilhelm I. bestimmt habe und sprach die Hoffnung auS, daß die Stadt dieses Denkmal in treuer Obhut halten werde. — Im Schloß fand Empfang der Provinzialbehörden und darauf ein Frühstück statt. Der ^Kronprinz von Italien wird heute Abend 6 Uhr erwartet. Se. Majestät der Kaiser wird am Bahnhose anwesend sein; daselbst wird großer militärischer Empfang stattfinden. Heute Abend um 7 Uhr ist das von den Provinzialständen dargcbotene Festmahl, um 9 Uhr eine Festfahrt aus dem Rhein. Coblenz, 1. September. Der Oberbürgermeister veröffentlicht eine Bekanntmach ung, worin er im Auftrage des Kaisers den Bewohnern die Anerkennung des Kaiser- paareS über den Empfang und den Festschmuck der Stadt auöspricht. Nach der FrühstückStasel machte der Kaiser eine Rundfahrt durch die Stadt und wurde überall jubelnd begrüßt. Nach der Rückkehr nach dem Schlöffe unternahm der Kaiser in Begleitung deS Prinzen Albrecht und des Gefolges eine Spazierfahrt auf dem Rhem an Bord deS Salon- dampferS „Wilhelm, Kaiser und König". Eine dichtgedrängte Volksmenge hatte die Rheinufer besetzt und begrüßte lebhaft den Kaiser, während die prächtig geschmückten Rheindampfer Böllerschüffe abgaben, als der Salondampfer mit dem Kaiser Passirte. Während die Kaiserin nach Ehrenbreitstein fuhr, kehrte der Kaiser um 41/« Uhr Nachmittag- in die Stad: zurück. Coblenz, 1. September Der Kronprinz von Italien traf heute Abend 6 Uhr auf dem Rheinbahnhofe ein. Es fand großer militärischer Empfang statt, der Kaiser, Prinz Albrecht, der Reichskanzler Graf Caprivi und die ganze Generalität war dabei anwesend. Der Kaiser küßte den Kronprinzen zweimal auf die Dange. Sräter erfolgte die Fahrt im Galawagen nach dem Schloß, too die Kaiserin den Kronprinzen empfing. Auf der Fahrt wurden der Kaiser und der Kronprinz von dem Publikum stürmisch begrüßt. Coblenz, 1. September. Der Trinkspruch, den der Kaiser beim heutigen Fast mahle der Rheinprovinz ausbrachte, lautet: „Wenn dem Herrscher von treuen Unter« thanen jubelnder Empfang bereitet wird, so geht daS stets zu Herzen. Mancher Provinz Empfang habe ich schon erlebt, ganz besonders aber spricht der Empfang der Rheinländer zu meinem Herzen. An diesen Gestaden des RheineS, sagenumwoben von der Geschichte begleitet, wo jeder Berg zu unS redet und jedes Gotteshaus seine hohe Sprache spricht, muß jeder Empfang, muß jedes gesprochene Wort besonderen Zauber auf daS Menschenherz üben. Der Reiz der Poesie verschönt hier Alle-, vor Allem aber gilt dies von der Stadt Coblenz, die so besonders reich ist an Andenken geschichtlicher und persönlicher Natur. So danke ich denn den Coblenzern und mit ihnen allen meinen treuen Rheinländrrn für den der Kaiserin und mir am heutigen Tage gewordenen Empfang. Tief bewegten Herzens rede ich zu ihnen an dieser Stelle, in diesem Hause, so eng verknüpft mit der Geschichte meines dahingegangenen Großvaters, mit der Persönlichkeit meiner verstorbenen Großmutter. Erinnerungen feierlicher und ernster, schöner und lieblicher Natur sind es, die unsere Herzen durchziehen. Jedoch das Gesammtbild, vor unseren rückblickenden Augen entwickelt, zeigt unS ein Leben voller Segen, eine Thätigkeit reich gekrönt wie kaum je Menschenleben. Wir fühlen daS Walten der hohen Frau, die in diesen Räumen einst gewohnt, spüren noch jetzt die segnende Hand der Kaiserin Augusta in allen Theilen der Provinz. Dieselbe Liebe, dieselbe Anhänglichkeit, welche die Provinz für meine Großeltern empfand, und welche diese für die Provinz hegten, verbindet auch unS. Mir ist es gleich meinem hochseligen Vater vergönnt gewesen, zwei herrliche Jugend- jahre an der Alma mater in ihrer Mitte zu verbringen, unvergeßliche Zeiten. So faffe ich denn alles, was ich fühle und denke, in einen Segenswunsch für das Gedeihen der Provinz, zu gleicher Zeit auch aus dem Rückblicke die Lehre schöpfend, daß durch daS feste Zusammenhalten von Volk und Herrscher die größten Thaten geschehen sind; daß auch die Rheinprovinz das Ihrige that, meinem Großvater zur Seite zu stehen, als er den Nibelungenhort der deutschen Einheit unserem Reiche Wiedergewann. So hoffe ich denn, daß in fester Treue der Rheinlande zu mir, in treuer Gesinnung meinerseits zu meinen Rheinländern es uns vergönnt fein möge, unsere Wege zu wandeln zum Wohle der Rheinlande, zum Wohle unseres geeinten großen theucren deutschen Vaterlandes. Ich erhebe daS Glas und trinke auf daS Wohl der Rheinlande und ihrer Bewohner. Sie leben hoch, nochmals hoch und zum dritten Mal hoch!" — Nach dem Diner unternahm der Kaiser eine Fahrt auf dem Rhein, dessen Ufer wahrhaft großartig illuminirt waren. Die Haltung der gewaltigen Volksmenge war musterhaft, das Wetter ist andauernd herrlich. totale» nnö provinzielle», Gießen. 2. September 1893. • * Zur kirchlichen Sedaufeier. Heute, SamStag, als am Sedantage und zum Einläuten der morgen stattfindenden kirchlichen Sedanfeier, sollen die Glocken der Stadtkirche und der JohanneSkirche geläutet werden, und zwar in der Ordnung, daß Abends 7 Uhr die Glocken der Stadtkirche, 71/* Uhr die der JohanneSkirche, und 7>/,Uhr die Glocken beider Kirchen zusammen geläutet werden. * * In den Tagen vom 16. und 17. September wird die DerbandSgruppe „Großherzogthum Hessen und Hessen- Nassau" deS Verbandes der Handelsgärtner Deutschlands zum ersten Male ihre eigene große Pflaujeu Börse und zwar in Frankfurt abhalten. Die Börse findet in der Landwirth- schaftlichen Halle statt, es werden alle selbständigen HandelS- gärlner, sowie Gartenbau - Producte und Geräthschasten zugelassen. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an Herrn Ph. Witzel-Frankfurt, Mainzerlandstraße 96. Im Anschlüsse an diese Herbstpflanzen-Börse wird am Sonntag, 17. September, Mittags 5 Uhr, im Saale des PalaiS- RestaurantS auf der Zeil eine allgemeine Gärtner-Versammlung abgehalten, in der Herr H. Henkel-Darmstadt über „Klein-, Mittel- und Großbetrieb von HetzungSanlagen der Gärtnerei" sprechen wird. • * Einjährig Freiwilligen Prüfung. Dem in dieser Woche in Darmstadt abgehaltenen Einjährig - Freiwilligen - Examen unterzogen sich 23 junge Leute, von denen 15 bestanden sind. * * Auf dem VerbandStag der deutschen landwirthschaft- lichen Genofseofchaflen in Stuttgart wurden u. A. folgende Resolutionen gefaßt: 1) Die Aenderung deS sogenannten KunstbuttergesetzeS ist anzustreben, dahingehend, daß die Vermischung von Margarine mit Rahm ober Milch zum Zwecke, daS Fabrikat der Butter ähnlich zu machen und in den Handel zu bringen, verboten wird. 2) Eine gesetzliche Bestimmung ist anzustreben, worin die Vermischung von Margarine mit Milch zum Zwecke der Fabrikation und des Verkaufs von Käse verboten wird. • * Uuerhobeue Dividende. Laut Bekanntmachung deS VerwaltungSratheS sind von mehr als 150 Actieu der Hessischen LudwigSbahn die auf daS Betriebsjahr 1891 entfallenden Dividenden bis jetzt noch nicht erhoben. * * Auswanderung. AuS dem Großherzogthum Hessen sind in den Monaten Januar bi- Juni 758 Personen nach \ Amerika auSgewanden. Ter @etreibemerft. Der einheimische Getreidemarkt verharrt im Allgemeinen noch immer in seiner bisherigen Lustlosigkeit, trotz mancher in jüngster Zeit hervorgetretenen Anläufe zum Bessern. In der abgelaufeuen Woche drückten namentlich die Ernreberichre vom internationalen Saaten- markte tn Wien, welche hinsichtlich der Ernteergebnisse in Europa günstiger lauten, als zu erwarten stand: die inzwischen aus dem amerikanischen Markte eingetretene Besserung blieb auf die Verhältnisse im deutschen Getreidegeschäst vorerst einflußlos, weil man Hier die Wendung jenseits deS OceauS für nicht nachhaltig hält. Weizen und Roggen mußten daher auf den meisten Plätzen noch weiter int Preise weichen. während sich Hafer vorwiegend behauptete. Der Umsatz bewegte fick im Großen und Ganzen in ziemlich engen Grenzen. Notirungen an der Berliner Produktenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm von 146 bis 158 Mk., Roggen von 129 bis 134 Mk., Gerste von 125 bis 180 Mk, Hafer von 160 btS 186 Mk. * * Die Herbstzeitlose. Wieder beginnen die violetten Blüthen der Herbstzeitlose unsere Wiesen zu schmücken, ein Vorbote deS nahenden Herbstes. Die Herbstzeitlose gehört bekanntlich zu unseren einheimischen Giftpflanzen, ihre Knollen, Blatter und Samenstcngel enthalten daS scharfe Colchicin, welches, in großer Menge genossen, gefährliche Wirkungen bei Menschen und Thieren hervorzurufen vermag. Sorgsame Landwirthe pflegen die Blätter und Samenstcngel der Herbstzeitlose auS dem Heu, die farbenschönen Blüthen aber auS dem Grummet zu beseitigen, sowie die ttefliegenden Knollen auSzugraben; natürlich darf man aber die auSge- grabenen Knollen der Herbstzeitlose nicht herumliegen lassen. Oueckboru, 31. August. Der Gießener Stadtvorstand steht mit unserer Gemeinde in Unterhandlung, um die bei Qu eck- bom gelegenen sehr reichhaltigen Quellen anzukaufen und durch dieselben die Wasserleitung der Stadt zu verstärken. Endlich sind diese Verhandlungen zu einem guten Ende geführt worden. Nach dem in den letzten Tagen zustande ge- kommenen Vertrag gehen die sämmtlichen Quellen in den Besitz der Stadt Gießen über und zwar für Jbie Summe von 32 000 Mark. Hiervon werden 18000 Mark baar bezahlt, während der Rest verzinst werden soll. Außerdem ist die Stadt verpflichtet, innerhalb unseres Ortet an drei geeigneten, vom OrtSvorstand noch näher zu bestimmenden Plätzen Ventilbrunnen anlegen zu lassen und diese mit dem nöthigen Wasser zu versorgen. Dazu sind noch täglich 100 Cubikmeter Wasser zu ökonomischen u. a. Zwecken den Bewohnern QueckbornS abzulassen. — Wie verlautet, beabsichtigt die Stadt Gießen, das Wasser vermittelst eines Pumpwerkes auf die in der Nähe unseres Dorfes befindliche Höhe zu pumpen und von da auS die Leitung nach der Stadt anzulegen. D. Ztg. Nidda, 30. August. Heute Abend stürzte unmittelbar neben dem Platze, auf dem der alljährliche Herbstrnarkt ge halten wird, und auf dem sich wegen der dort getroffenen Vorbereitungen zu demselben, wie Aufschlagen deS Karussells u. f. w., eine große Kinderschaar geiammett hatte, ein fünfjähriger Knabe in die dort durch daS nahe Mühlenwehr gestaute und liefe Nidda und sank sofort unter. Aus das Geschrei der Kinder eilte der Sohn deS GastwirtheS Kammer mit einer Stange herbei, faßte den Knaben, als er noch einmal emportauchte, mit der Stange an feiner Bloufe und zog ihn an das Ufer, wo der Knabe bald wieder zum Bewußtsein gebracht, und, ohne weiteren Schaden genommen zu haben, seinen erschreckten Angehörigen zugeführt wurde. Friedberg, 30. August. Gestern sand die feierliche Herbstentlafsung von 13 (Sanbibaten der Theologie andern hiesigen Predigerfeminar statt. Prof. Dr. Weiffenbach hielt die eigentliche vortreffliche Festrede auf Grund von Joh. 6, 66—69 und 7, 17 über den „Weg zu Christo". Dann richtete Geh. Kirchenrath Dr. Diegel eine herzliche Ansprache an die Scheidenden, in der er sich an Daniel 10, 19 anlehnte. Candidat Buhmann sprach über Ephes. 3, 14—21 Namens der Abgehenden und drückte der Anstalt und deren Lehrern den Dank derselben mit beredten Worten aus. Zum Schluffe wandte sich Consistorialrath Dr. Köstlin noch mit eindringlichen Worten der Ermahnung an die Scheidenden auf Grund von Matth. 13, 52. Ein gemeinsames Mahl im Hotel Trapp vereinigte nach der Feier die Theilnehmer an demselben. In dem Prediger-Seminar bleiben zwölf Can- didaten. Friedberg, 30. August. Bei den Untersuchungen des Pfahlgraben- im Taunu» ist eine wichtige Entdeckung gemacht worden: eS ist nämlich gelungen, die alte auSgefteckte Grenze deS römischen Reiches, den eigentlichen limets aufzufinden. Die von den römischen Gromatikern, den römischen Feldmessern, eingesetzten Grenzsteine sind noch vorhanden; der Streckencommissär Baurath Jacobi hat sie auf größere Streck» freilegen lassen. Außerdem sind an diesen Stellen noch Thurm- refte, Wallmauern :c. aufgegraben worden. Seligenstadt, 31. Augnst. Der K artoffelverfandt von hier und auS den umliegenden Gemarkungen Hal am hiesigen Bahnhofe bereits begonnen. Derselbe erstreckt sich vorläufig nur auf die flRanöoerfelber. Die Kartoffeln werden von Unterhändlern angekauft und an Manöoerlieferanten abgesetzt. Der Preis für gesunde Speisekartoffeln stellt sich auf Mk. 3.50 Mk. für den Doppclcentner, bei freier Lieferung an die Bahnstation. Im Detailverkaufe sind die Kartoffeln noch wesentlich theurer. Die Kart off An sind sehr gut, dagegen läßt die Menge in einzelnen Lagen manche- zu wünschen übrig. Schiff snad>rid>t diese mit dei ud noch täglid a. Ztveikrn dn verlautet, beal- vermittelst eine! >orsrs befind^ g nach der Stt'?, D-Ztg. zte unmittelbar £)trb[ünarft ge- 'ort ßtirofftntn des Romi\\tÄ3> Wi m sünst ahe Mnhleairebr unter. MM stwirthes Karmin en, als er^ üner Blouse t idlb wieder zur chadrn genomnnr zesührt wurde, nd die seirrlichi er Theologie au.- Br. Weistenbat auf Grund uo: Weg zu Shristo^. >el eine herzlich- an Danid 10,19 #.3,14-2' LnM und dem Volten aus. Z>m lköstlin noch mit ie Scheidenden aus isaines Mahl i°- t Thtilnehincr an leiben zwölf Can- Util. ntersuchungm drr ichtige @ntbM iie alte ausgeM Heu lun^ ousp m, den io* id) vorhanden, ° Ben noch Thnrr Ä w K-l° ** -W ih s>s d»s“ * 'Ä jagen 1 AUAZNg cm» den StandsscnntsEe-ifteen der eUM «iefcetu Aufgebote. August: 28. Isidor Gotthold, Kaufmann zu Köln, mit Bertha MarcuS hterfelbst. 29. Georg Adam Darmstädter, Weißbindermelster zu Darmstadt, mit Margarethe Rau zu Lich. 30. GUbert Neun, Arbeiter dahier, mit Margarethe Judt hterfelbst. GheschlietznnOen. August: 30. Dr. Friedrich Ferdinand Karl Schenck, praktischer Arzt zu Hirzenhain, mit Amalie Auguste Sophie Luife Emma Cellartus hterfelbst. 30. Georg Max Louis Ruthsatz, Metzger dahier, mit Charlotte Eltfabethe Becker hterfelbst. »abore««. August: 22. Dem Friseur Leonhard Dechert ein Sohn, Wilhelm Martin. 24. Dem Friseur Wilhelm Balser eine Tochter, Marte Carola. 25. Dem Wagnermetster Karl Ltndenflruth ein Sohn. 28. Dem Schuhmacher August Albert Franke eine Tochter, Ida ^ aroltne Luise. 29. Dem Taglöhner Wilhelm Müller IX. Zwillinge, zwei Mädchen. Gestorbene. August: 28. Wilhelm Georg Volz, 11 Tage alt, Sohn von Schneider Adam Volz dahier. 29. August Henh, 2 Jahre alt. Sohn von Bahnarbeiter Philipp Henß dahier. 31. Elise Wolff, geb. Hildebrandt, 60 Jahre alt, Ehefrau von Rentner Eduard Wolff tahier. 31. Magdalene Röhrig, geb. Wolf, 63 Jahre alt, Wittwe von Zugführer Wilhelm Röhrig dahier. Aurzug aus den Kirchenbüchern der Stadt (Stehen. evangelische Gemeinde. StitAuU« Matthäus gemeinde. Den 30. August. Georg Max LouiS Ruthsatz, Metzger in Bornheim, und Charlotte Elisabeth Becker, Tochter deS verstorbenen Maurers Peter Christian Becker in Aumenau. JohanneSgemetnde. Den 30. August. Dr. Friedrich Ferdinand Carl Schenck, practischer Arzt zu Hirzenhain, und Amdlte Auguste Sophie Luise Emma CellartuS, Tochter des verstorbenen OberamtSrtchters August Cellartus zu Hungen. Srtowftti Matthäusgemeinde. Dm 27. August. Dem Tapezier Jakob Henn eine Tochter, Ltna, geborm dm 17. Mat. Denselben. Dem Schuhmacher Friedrich Keil eine Tochter, Elisabeth Karoltne Clara Ltna, geboren den 19. Juli. Denselben. Dem Güter-Expedtenten Karl Ferdinand Bode ein Sohn, Ferdinand Franz Friedrich Wilhelm, geboren den 9. Juli. Den 28. August. Dem Schneider Adam Volz ein Sohn, Wilhelm Georg, geboren den 17. August. Dm 29. August. Dem Wirth Conrad Schomber eine Tochter, Bertha Marie, geboren den 25. Juli. MarkuSgemetnde. Den 27. August. Dem Möbelhändler Konrad Leisler Zwillingssöhne, Carl und Ferdinand, geboren den 17. Juli. Lukasgemeinde. Den 27. August. Dem Realgymnasiallehrer und Privatdocenten Dr. Joses Collin ein Sohn, Carl Hermann Johann Wolfgang, geboren dm 31. Juli. - _ , Denselben. Dem Schlosser Emil August Muller ein Sohn, Emil Heinrich, geboren den 4. Mat. Denselben. Dem Taglöhner Johannes Graf eine Tochter, Maria Elisabetha, geboren den 3. August. Johannesgemetnde. Dm 27. Angust. Dem Fuhrknecht Heinrich Roß eine Tochter, Therese, geborm den 3. August. Denselben. Dem Jnstttutsdiener Carl Fischer ein Sohn, Adolf Georg, geboren den 22. Juni. , Den 28. August. Dem Kaufmann August Ewald Spornhauer ein Sohn, August Eugen, geboren den 15. Juli. Beerdigte. Markusgemeinde. Dm 27. August. Elise Dauernhetm, geb. Sauerwein, Wittwe des Bahnarbeiters Andreas Sauerwein, alt 46 Jahre, starb den 24. August. Verkehr, Land- nnd VoLkswirthsehaft. «letze», 2 September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00-1,15, Hühnereier per Stück 6*2 Stück 12-13 * Käse pr. St. 4-8 * Käsematte pr. St. 8 * Erbsen vr. Liter 18 * Linsen pr. Liter 28 * Tauben pr. Paar X 0,50—0,60, Hühner pr. Stück X 0,80—1,00, Hahnen pr. St- X 0,50-0,70, Enten pr. St. X 1,30 bi? 1,50, Ochsenfletsch pr. Pfd 60—66 * Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50-56 * Schweine- fletsch pr. Pfd. 60-70 * Kalbfleisch pr. Pfd. 46—50 * Hammelfleisch pr. Pfd. 40 - 68 * Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00—10,00 X, Weißkraut pr. Stück 5—12 * Zwiebeln pr- Eentner 9,00—0,00 X, Milch pT. Liter 16-20 * Enteneier pr. St. 6— * Gänseeter 11—12 *________________________ Unterhaltungen zu Bad-Rauheim v von Sonntag dm 3. September bis Freitag dm 8. September. Sonntag den 3. September, Nachmittag« von 4 bis 10 Uhr: Doppel-Concert der Capelle des 1. Großh. Hess. Jnfanterte-(Leibgarde-) Regiment» Nr. 115 auS Darmstadt, unter Leitung des Großh. MusikdireclorS Herrn Htlge, und der Kurcapklle. Eintritt 1 Mk., Kinder 50 Pfg. Gelbe Kurkarten frei, Tageskarten 50 Pfg. Nachzahlung. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des ZwergcomikerS Herrn Janez Mally. Wenn Lmte Geld haben, oder: August, der lustige Schusterjunge. Montag den 4. Skplember, Nachmittags von 5 bis 7 und von 81/« bis 9*/t Udr: Concert ter Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des Herrn Janez Mally. Dr. KlauS. Dienstag den 5. September, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse, von 81/» bis 10Uhr: Sinfonte-Concert derselben im Concertsaale. Eintritt zu letzterem 1 Mk., Mnder 50 Pfg. Gelbe Kurkarten frei, Tageskarten 50 Pfg. Nachzahlung. Abend» 8 Uhr bei gutem Wetter aus der Terrasse Theatervorstellung. Mittwoch den 6. September, Nachmittags von 5 bi» 7 und von 81/« bi» 9*/t Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abmds 8 Ubr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel deS Herrn Janez Mally. Unsere Frauen. Donnerstag den 7. September, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse.- Bei gutem Wetter auf der Terraffe, bet schlechtem Wetter Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 8. September, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8>/r bi« 9»/r Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel deS Herrn Janez Mally. Robert und Bertram. Amtliche Prüfung der Lichtstarke des Leuchtgase,. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem GaS- verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat August 1893 : 14»/4 Kerzen. Buchner. Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. ITSevldr^Nttkl. 12 Uhr 2. Scpidr., Mora. « Uhr Nasses Wetter. Barometer: Thermometer: Hygrometerstand: Nasse» Wetter. Mittlerer Barometerstand bet 0° R. = 744,7 mm. + 8o R. „ + IS« r min.743 mm,max.744 mm min. 742 mm, max. 744mm — +2V.0R. „ + 40R. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeffen am 2. Septbr, Mittags »wischen 11 und 12Uhr: Wasser 13, Luft 9Ve Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. Den Empfang der neuen Regen-Mäntel, Jaquettes und Capes in sehr reicher Auswahl zeigen ergebenst an Meyerhoff & Goslar, «tt 9 Kirchenplatz f>. HUTU 4 Co Marktplatz 5. Marktplatz 5. M aanz außergewöhnlichen billigen Preisen, um bis zu unserer Geschüstsberlegung Sveeiat Vtttz Geschäft im Frühjahr und Umänderung desselben in em großes 3 1 J v unseres enormen Lagers in Kinder-Meidchen, Unterröckeu^Schürzen, Harttjacken, Unterhosen, 4iU|(|UUv Unterjacken für Damen, Herren und Kinder, Corsetts, EöetsrMaaren, Stickereien IN Leinen, i Tuch, Plüsch, Stramin, Tücher in Seide und Wolle, Schirme rc. arrangiren wir einen _ damit vollständig zu räumen. 7441 Oefferttliche Aufforderung. Ansprüche an die unten mit Flur und Nummer bezeichneten, den beibemerkten Namen in den Grundbüchern zugeschriebenen Liegenschaften, die theils veräußert, theils überschrieben werden sollen, sind so gewiß binnen 4 Wochen vom Erscheinen in den Blättern gerechnet, dahier vorzubringen und zu begründen, als sonst die vorliegenden Verträge bestätigt, die Beschränkungen gelöscht und die Einträge in die Mutationsverzeichniffe verfügt werden: I. Gemarkung Allendorf a. Lda. Vorm Namen Falk Weinberg Xl/507. „ „ Helene Reinhardt XII/67a. Heinrich Emmerich und Frau geb. Becker zu Winnen XVII/89. „ Johs. Lämmer zu Winnen XV/102. Heinrich Göbel zu Winnen XVII/50. Konrad Lämmer zu Winnen XVIIT/44. ,, ,, Ludwig Hofmann zu Winnen XVIII/68. JohS. Wilhelm zu Winnen. XVI/3. XVII/33. „ „ Johs. Göbel zu Winnen XV/123. 124. XVII/22. ,, Joh. Balthaser Wallenfels XVIII/92. „ Georg Zück zu Ilschhausen XVIII/101. 102. „ Joh». Schäfer zu Winnen XVII/90. „ „ Joh. Pieh zu Ilschhausen XVIII/99. 103. II. Gemarkung Daubringen. Bonn Namen Wilhelm Schwalb I. und Ehefrau Marie Elisabethe geb. Erb 1/904,5. 905,5. 906. III. Gemarkung Gießen. Bonn Namen Konrad Balth. Noll III. und Ehefrau, geb. Lenz 30/129, 129a. IV. Gemarkung Großen-Buseck. Bonn Namen Balthaser Sommerlad, Kaspar Sohn 1er zu Beuern V/522. V. Gemarkung Großen-Linden. Borm Namen Gg. Viehmann, Andreas Sohn zu Hörnsheim X/39.^85. VI. Gemarkung Leihgestern. Vorm Namen Katharine Göbel X/96. XVII/773. „ „ Katharine Weniger XIV/220. XVI/426. VII. Gemarkung Reiskirchen. Vorm Namen Johs. Stichler und Frau, geb. Lehr XII/193. Gießen, den 30. August 1893. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Stammler. 7463 Bekanntmachung. Der Bedarf an Kornstroh für das hiesige Schlachthaus — ca. 60 bis 70 Eentner — soll im Wege der Submission zur Lieferung vergeben werden. Angebote hierauf sind unter Trennung der Preisangaben für Hand- rrusch und für Maschinendrusch bis zum 5. I. Mts. bei der unterzeichneten Behörde verschlossen mit entsprechender Aufschrift einzureichen. Gießen, den 1. September 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 7473 Bekanntmachung. Auf der Südanlage vor der Jo- hanneskirche sollen Mittwoch den 6. d. Mts., von Nachmittags 3 Uhr an: 15 Ahorn-, Linden- und Ulmenstämme, 9 Haufen Knüppelholz, 15 Erdstöcke und 8 Haufen Reiser versteigert werden. Gießen, den 2. September 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________Gnauth._____7475 Obst-Versteigerung. Mittwoch den6.September, Vormittags 9 Uhr anfangend, läßt die Fürstliche Gutsvermaltung Eberstadt und Arnsburg die diesjährige Obsternte, bestehend in Aepfeln, etwas Birnen und Zwetschen, öffentlich ver- steigern. Zusammenkunft am Hof in Eberstadt. Eberstadt, den 1. Septbr. 1893. 7437_______Verwalter Müller. 7448] «in «arten jn verkanten. Näheres in der Exped. d. Bl. Die Grummetgras- versteigerung vom 31. August und 1. September von den Domanialwiesen ist genehmigt und können die Abfuhrfcheine bei Gr. Rentamt Gießen vom 7. d. M. an abgeholt werden. Gießen, den 1. September 1893. Großh. Oberförsterei Gießen. Block. 7434 Jeilgeöotenes. Fässer für Aepfelwein und Kraut in jeder Größe, sowie Fässer von 500—1200 Ltr. Inhalt billig abzugeben. [7433 Reinhard Bepler in Wetzlar. Wasserdichte Moll. Schlaf- u. Pferdedecken große Auswabl billigst. Laute Wittich II., 7466]_______________Neustadt 6.________ Calfters Cheraskenhosenträger ist das Beste der Welt. Freiheit des Rückgrades. Freie beugendeBewegung. Mikado-Hosenträger, sowie alle anderen Sorten empsiehlt [7469 ________H. Rübsamen. Veilchenblumen, täglich frisch gepflückt, zu haben bei 7449] Georg Roll, Neuen Bäue 5. 63 Settersweg 63 wegzugshalber 1 großer Schrank mit GlaSanssatz, 2 Hängelampen n»d 1 Herd billig zu verkaufen-[7180 7426] Eine gebranchte Nähmaschine, (gut nähend), billigst zu verkaufen- Bahnhofstraße 2 (Laden). Pferde- u. 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