Nr. 127 Freitag den 2. Juni 1893 wen, w it ix cy binenfttine, M gel klc. nrazll //. $aar$l. >1 ♦ m „ ii X d ......W 1 (U.lrtttioyt „ 0,751 p. Paar v 2,501 „ n n 475 ) « .. " 4- I ben-HakeHuhe I iis 30p. Paar M.2M । 8-M Ä* 'b' I Bis, I schWM 1 mg ir. E 4 enlaü * PM rt trodntnb, aUe*LC1' billigsten KreP. ;verkauf ;e 23. Der chiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamtkienStLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigrkgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Bierteljähriger Avonncmentsprei« r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstrahc Ar.7. Fernsprecher 61. Zlints- und 2lnzeigeblntt fiw den divers Gieren. ^ Gratisbeilage: chießener Iamitienökatter. Alle Annoncen-Bureaux deS Jn> und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtliche»» Theil. Nr. 19 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 26. d. M., enthält: (Nr. 2102.) Gesetz, betreffend einige Abänderungen und Ergänzungen der Militär-Pensionsgesetze vom 27. Juni 1871 und vom 4. April 1874, sowie des Neichsbeamten- gesetzes vom 31. März 1873 und des Gesetzes über den Reichs« Jnvalidenfonds vom 11. Mai 1877. Vom 22. Mai 1893. Gießen, den 31. Mai 1893. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.___________________ Polizei-Verordnung, betreffend die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der städtischen Quellwafferleitung in der Stadt Gießen. Auf Grund des Art. 56 pos. 1 der Städteordnung wird hierdurch nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung unter Zustimmung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Grobh. Ministeriums des Jnnern^rnd der Justiz vom 15. Mai zu Nr. M.-J. 13 879 • für die Provinzial-Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: § 1. Die Benutzung der auf den öffentlichen Straßen und Plätzen aufgestellten Vcntilbrunnen der städtischen Quell. Wasserleitung ist nur für den gewöhnlichen Hausbedarf gestattet; jede weitergehende Entnahme von Wasser aus diesen Brunnen, insbesondere zu gewerblichen oder landwirthschast- lichen Zwecken, oder unter Verwendung von Schläuchen oder Fuhrwerken ist verboten. Gleiches Verbot kann nöthigensalls vorübergehend auch für die öffentlichen Pumpbrunnen auf Veranlassung der Großh. Bürgermeisterei erlassen werden. Das Wasser aus allen öffentlichen Brunnen darf nur mit reinen Zübern, Eimern und kleineren Gefäßen entnommen werden. Ein unnützes Laufenlassen der Ventilbrunnen ist verboten. Beim Wasserholen gebührt dem zuerst Kommenden für die Füllung höchstens zweier Gefäße der Vorzug. § 2. Jede Verunreinigung der öffentlichen Brunnen, sowie der zugehörigen Ständer, Schächte und Vorschächte, Ablaufsschalen, Tröge und Rinnen, desgleichen das Ausspülen, Ab- und Auswaschen aller Art von Gegenständen, sowie das Waschen von Gemüse 'zc. und das Viehtränken an den öffentlichen Brunnen ist untersagt, unbeschadet der Befugniß zur Entnahme von Wasser zu letzterem Zweck. Desgleichen sind verboten alle Handlungen beim Gebrauch der öffentlichen Brunnen, welche im Winter zu gefährlicher Eisbildung Anlaß geben können, ferner das Entleeren von Wasser in die Schächte der Pumpbrunnen und in die Vorüber Einlauf-)Schächte der Ventilbrunnen. § 3- Die unbefugte Entziehung von Wasser aus der Quellwafferleitung, sowie jede den Bestimmungen für den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Stadt Gießen widersprechende Benutzung der Wasserleitung ist verboten. Bei Brandausbruch in der Stadt sind alle Zapfstellen der Privatleitungen bis nach Bewältigung des Feuers möglichst geschlossen zu halten. Während der Dauer außergewöhnlichen Wassermangels kann durch Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei die Abgabe von Wasser aus der Wasserleitung im Allgemeinen auf gewisse Tagesstunden eingeschränkt und im Einzelnen auf Veranlassung Großh. Bürgermeisterei durch die unterzeichnete Behörde die Verwendung solchen Wassers seitens der Privaten zum Speisen von Springbrunnen, zum Besprengen von Gärten und Trottoirs, sowie zu gewerblichen Zwecken vorübergehend untersagt werden. § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei-Verordnung und die auf Grund derselben erlassenen Verbote werden, sofern nicht höhere gesetzliche Strafen einzutreten haben, mit Geld- strafen bis zu 30 Mark, an deren Stelle im Falle des Unvermögens Haft tritt, bestraft. § 5- Diese Polizei-Verordnung tritt alsbald in Kraft. Gießen, den 25. Mai 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Die Provinzial - Fohlenweide bei Merlau beginnt in diesem Jahr wegen seitheriger allzutrockener Witterung erst am 15. Juni. Die Fohlen müssen an diesem Tage zwischen 10 und 1 Uhr Mittags daselbst mit gezeichneter Halfter und Kette, sowie mit Gesundheitsschein von Großherzoglicher Bürgermeisterei oder Veterinärarzt abgeliefert und den 15. October d. I um dieselbe Tageszeit abgeholt werden, wobei der Besitzer beim Einfangen behilflich sein muß. Die Fohlen erhalten, nebst Behandlung und Weidefutter auf circa 34 Hektaren, bei trockenem Wetter Kleegras oder bei nassem Wetter Heu und außerdem pro Tag und Stück P/2 Pfund Hafer aus der Vereinskasse. Jeder Besitzer kann jedoch Haferzusatz in Natur oder durch Selbstzahlung geben lassen. Das Weidegeld für bezeichnete Zeit von vier Monat beträgt pro Fohlen 39 Mk. 04 Pf. oder pro Tag 32 Pf. und muß die Hälfte beim Eintrieb und die andere Hälfte vor dem 1. August l. I. an die Verwaltung resp. Großherzoglichen Baurath Dr. Dieffenbach in Grünberg bezahlt werden. Allenfallsige Kurkosten der Fohlen muß der Eigen- thümer bezahlen. Letzterer kann wegen begründeter Verhältnisse sein Fohlen zu jeder Zeit zurücknehmen und bezahlt dann nur die benutzte Weidezeit. Kranke und bösartige Thiere, sowie über 1 i/i Jahr alte Hengste, welche die anderen Thiere stören, können ausgeschlossen werden. Sonstige Auskunft er- theilt der genannte Großherzogliche Baurath Dieffenbach. — Bei weiter anhaltender trockener Witterung kann die Weide auch früher geschlossen werden. Laubach, den 20. Mai 1893. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Deutsche» Reich. Darmstadt, 31. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Alix werden von morgen Nachmittag an Aufenthalt im Jagdschloß Kranichstein nehmen. Während dieses Aufenthalts finden die Audienzen usw. Mittwochs und Samstags im Großherzoglichen Schlosse hier statt. Darmstadt, 31. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden fuhren gestern noch zu Besuch bei Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm und Ihrer Durchlaucht der Prinzessin von Battenberg. Die Abfahrt Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich nach Karlsruhe erfolgte kurz vor 7 Uhr. Höchstderselbe wurde von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Ernst Ludwig im offenen Wagen zur Bahn geleitet. Berlin, 31. Mai. Der Kaiser traf am Mittwoch Nachmittag nach Beendigung seines Pröckelwitzer Jagdausent- haltes in Danzig ein und wohnte daselbst dem Stapellaufe und der Taufe der auf der Schichau'schen Werft erbauten neuen Corvette J bei. Hierauf besichtigte der Monarch die Marine-Anlagen usw., nahm später an einem Festmahle im Offizierscasino des ersten Leibhusaren-Regiments Theil und reiste Abends gegen 10 Uhr nach Berlin resp. Potsdam weiter. — Eine Verfügung des sächsischen Mini st e- I riums des Inn ern, die mit den Reichstagswahlcn in Zusammenhang stand, hatte auch außerhalb Sachsens großes Aufsehen erregt. Laut dieser ministeriellen Verordnung sollen einerseits die mit der Residenzstadt Dresden vereinigten Orte Fe«illeton. Ein Deutsch-Texaner. Der C. C. der Gießener „Starkenburgia" brachte vor einigen Wochen die Nachricht'von dem Ableben des Herrn Jacob Küchler in Austin, Texas. Ich glaube einem Acte der Pietät Folge geben zu müssen — und hierin begegne ich wohl dem Interesse seiner früheren Commilitonen und noch überlebenden Bekannten des Hingeschiedenen — einige Episoden aus dem ereignißvollen Leben desselben mitzutheilen. Der Raum gestattet nur kurze Notizen, aber sie werden hinreichen, die Achtung und Liebe zu erhöhen, deren sich der wackere Deutsch-Texaner vor beinahe 50 Jahren hier erfreute. Küchler (geboren 1824 zu Unter-Sensbach im Odenwald als Sohn des Gräflich Erbach - Fürftenauischen HofjägerS Küchler) schloß sich, nachdem er das Facultäts-Examen in Forstwissenschaft abgelegt, im Jahre 1847 der Gesellschaft der sogen. Darmstädter „Vierziger", einem Kreis junger Männer, Söhne der besten Darmstädter Familien, an, um in Texas die socialistischen Ideen ins Praktische zu übersetzen. Die dortige Regierung war gerne bereit, den kräftigen, stattlichen Gestalten einen großen Landstrich am oberen San-Saba unentgeltlich zur Cultur zu überweisen. Man richtete sich demgemäß ein. Aber „viel Köpf, viel Sinn", manchmal gar keinen, und so geschah es, daß ein Theil der Gesellschaft eifrig den Pflug führte, die Axt oder die Ochsenpeitsche schwang, sich überhaupt nützlich machte, während ein anderer, aller- dings kleinerer, seiner Pflicht zu genügen glaubte, wenn er den ewig blauen Himmel bewunderte und im Schatten der Lebenseichen sich dem Hindämmern oder innerer Beschauung hingab. Zur Essenszeit, jedoch auch bei anderen Gelegenheiten, streckten die bewußten Herren mit großer Kaltblütigkeit ihre Füße unter den etwas klobig construirten Tisch, dessen Beine wie von Wassersucht behaftet schienen, um sich am Maisbrod, gebratenem Speck oder Hirschfleisch zu erlaben. Das setzte böses Blut. Küchler hatte das mühselige Amt der Fleischlieferung übernommen und wenn kein Hirsch oder Bär zur Strecke gebracht wurde, erfreute er seine Freunde mit einer Anzahl Fische, gelegentlich auch mit einem Opossum. Leer kam er nie zurück und verzehrt wurde alles. Nur konnte bei solch „getheilter" Arbeit die Eintracht nicht lange vorhalten. Es kam zu heftigen Erörterungen und dann schnell zur Auflösung der ganzen Gesellschaft. Der schöne Plan war zu Nichte geworden, die socialistische Blase gesprungen. Aber ein Resultat hatten die „Vierziger" doch erzielt, ein Resultat, welches weder die amerikanische Staaten-Regie- rung bis auf den heutigen Tag erreichte, noch auch Hinterwäldler amerikanischer Abkunft, — nämlich die richtige, vernünftige Behandlung der Indianer. Während der ganzen, wenn auch kurzen Zeit des Bestehens der Gesellschaft kam nicht ein einziger Raubanfall, nicht ein Diebstahl auf dem Settlement vor. Kein Pferd, Ochse, Esel oder Schwein wurde gestohlen, keiner der Leute meuchlings angefallen, ermordet oder scalpirt. Es lag nur an dem gerechten, humanen, von keinem Eigennutz oder gemeiner Gewinnsucht beeinflußten Handeln gegen die Indianer. Während ein Theil der weit auseinander wohnenden amerikanischen Farmer von den Rotb- häuten unausgesetzt aufs Schwerste geschädigt wurden und die Rangers (Grenzjäger) sie kaum zu schützen vermochten, erfreuten sich unsere Darmstädter Civilisatoren eines ungestörten Friedens und erweckten den Glauben, als säßen die Störche das ganze Jahr auf dem Dache ihrer Halle. „Wie man in den Wald schreit, hallts zurück." Die Comanches, Lipans und der traurige Rest der Cooperischen Delawaren, die „Krähen" und andere wußten sehr bald und genau, was sie an unseren Landsleuten hatten/» und während sie von anderen Ansiedlern wie tolle Hunde vertrieben und niedergeknallt wurden, verließen sie nie das gastliche Blockhaus der „Vierziger," ohne ein Stück Speck, etwas Maismehl und einen Schluck Whisky exhalten zu haben. Das Verhältniß war ein sehr friedfertiges. Nur in einem Punkte schien es schwer, sie unseren anständigen Sitten zugänglich zu machen. Aber eines Tages gelang es dem überaus energischen Eingreifen Friedrichs („Schwarzen Fritz"), ihnen zu demon- striren, daß Jndianer-Gebräuche sich nicht immer mit europäischer Auffassung decken. Es war eine originelle Scene, eignet sich aber nicht zu weiterer Mittheilung. Der arme „Schwarze Fritz"! Vierzehn Jahre später flog er als Dirigent der Patronenfabrik (während des conföderirten Krieges) in San Antonio mit der ganzen Bude in die Luft, um gräßlich verstümmelt einige Stunden später in den Armen Dr. Herffs und Fr. Schenks sein Leben zu enden. Doch zurück zu Küchler. Nachdem die Gesellschaft aufgelöst und jedes Mitglied seinen Antheil an Ackergeräthe, Vieh u. s. w., je nach Einlage, herausbekommen, zog er, nachdem er einige Zeit als Ranger fungirt, nach dem mittleren Texas und ließ sich in der Nähe von Sisterbale nieder. Hier fand er eine Gesellschaft gleichgebildeter und gleichgesinnter Männer, die trotz schwerster Arbeit und mancher Entbehrung die Widerwärtigkeiten mit philosophischem Gleich- muth ertrugen und die wenigen Zerstreuungen mit Verständniß zu genießen wußten. Beim Ausbruch des conföderirten Krieges wurde Küchler mit anderen Deutschen aufgefordert, eine Compagnie zu bilden, um sie in den Dienst der Sclavenhalter zu stellen. Dies geschah und Küchler wurde zum Capitän ernannt. Seine Gegner, worunter leider ein Deutscher, erhoben beim Gouverneur die heftigsten Vorstellungen gegen diese Wahl, indem sie darauf hinwiesen, daß Küchler als eingefleischter Aboli, Strehlen und Strießen, die bislang mit dem ReichStagSwahk« kreise DreSden-Land wählten, jetzt zum Wahlkreise DreSden- Altftadt geschlagen werden. Anderseits sollten eine Anzahl von Ortschaften, welche in die Stadt Leipzig einverleibt worden find und die bislang mit dem Wahlkreise Leipztg'Land wählten, mit dem Wahlkreise Leipzig-Stadt vereinigt werden. "Diese ministerielle Anordnung steht aber mir dem Wahlgesetz für den Reichstag vom Jahre 1869 in Widerspruch, denn -§ 6 deö Gesetzes bestimmt, daß ein Bundesgesetz die Abgrenzung der Wahlkreise bestimmen werde und daß bis dahin die gegenwärtigen Wahlkreise für die ReickStagSwahlen — d. h. also, wie sie im Jahre 1869 eingetheilt worden sind — beizubehalten seien. Das erwähnte Gesetz ist nun bis zur Stunde nicht ergangen, es könnte daher die anderweitige Abgrenzung von Reichstagswahlkreisen in irgend einem Bundesstaate immer nur durch ein Specialreichsgesetz, demnach nur unter Zustimmung von Bundesrath und Reichstag, erfolgen. Dies hat man inzwischen auch in Dresden eingesehen und ist deshalb die betreffende Verordnung zurückgenommen worden, mithin verbleibt es bei der bisherigen Zusammensetzung der Reichstagswahlkreise DreSden-Altstadt und Dresden-Land, sowie Leipzig-Stadt und Leipzig-Land. — Im Uebrigen weist der Stand der Wahlbewegung augenblicklich nichts besonders Bemerkenswerthes dar, nachdem sich an dem jüngsten intereffanten Wahlvorgange, an der Absplitterung der Schorlemer'schen Gruppe vom Centrum, vorläufig keine neue Seite mehr entdecken läßt. — AuS der Wahlbewegung in Bayern verdient hervorgehoben zu werden, daß der bekannte Dr. Sigl-München wiederum im Wahlkreise Kelheim candidirt. Dr. Sigl bereist denselben gegenwärtig in augenscheinlich Erfolg verheißender Weise, sodaß der große Münchener Preußenfresser diesmal wahrscheinlich in den Reichstag einziehen wird. ES heißt, daß Dr. Sigl in diesem Falle eine besondere Bayernpartei im Reichstage gründen wolle. Berlin, 31. Mai. Zu der Nachricht, daß der Herzog von Cumberland seine Unzufriedenheit über Ausstellung eines eignen welfischen Candidaten kundgegeben, weil er in der Militärvorlage den Standpunkt der deutschen BundeSsürsten theile, schreibt das Hauptorgan der Welfen, die „Deutsche BolkSztg.": „Diese aus „zuverlässigster" Quelle geschöpfte Mittheilung ist selbstverständlich in allen ihren Theilen , unwahr und wir dememiren sie auch nur, weil sie die Runde durch die Blätter machen wird. Se. Königliche Hoheit der Herzog hat so wenig bei früheren Wahlen, wie jetzt irgend welchen Einfluß auf die Aufstellung der Candidaten ausgeübt, noch seiner Unzufriedenheit mit der Aufstellung einzelner Candidaten Ausdruck gegeben. Metz, 31. Mai. Eine für heute Abend projectirte socialdemokratische Wahlversammlung in Plan- tiäres, zu der Liebknecht als Redner erschienen, mußte auSfallen, weil der Wirth trotz seiner früheren Zusage das Local verschloffen hielt. Ausland. Chicago, 31. Mai. Die Chicagoer Welt aus - pellung macht höchst wahrscheinlich financiell Fiasco. Soeben ist die Streitfrage, ob die Ausstellung auch Sonntags offen bleiben solle oder aber geschloffen werden müsse, gerichtlich in letzterem Sinne entschieden worden. Demnach müßten in Chicago die Sonntagseintrittsgelder, die doch auf allen anderen Weltausstellungen eine so hervorragende Rolle gespielt haben, wegfallen, was natürlich eine bedenkliche Minderung der Aus- stellungS-Einnahmen bedeuten würde. Neueste Nachrichten. WotffS telegraphtiched Eorrrspondenz-Bureau. Berlin, 31. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung, wonach im hiesigen Institut für Jn- fectionSkrankheiten ab Mitte Juni unentgeltliche Vorlesungen tionist, der Letzte sein könnte, eine in den Dienst der Con- föderation gestellte Compagnie zu commandiren. Dieselbe wurde aus Grund dieser Anklage aufgelöst, Küchler jedoch bei der schnell organisirten Miliz abermals zum Capitän erkoren. Im Hinblick des auf ihm lastenden Verdachts verhielt er sich ruhig und sehr zurückhaltend. Doch die Machthaber in San Antonio, dem Hauptsitz der Seccession, kannten genau die unionistische Gesinnung der im oberen Theile von TexaS wohnenden Deutschen, und sie beschloffen, Küchler als Haupt der Verräther „aufzuheben". Darunter verstand man damals Hängen oder Erschießen. Gewarnt, zog sich Küchler mit einem Theil der am schwersten Gravirten in den „Busch". AlS kurz nachher eine Streisparthie der edlen Verfechter der Sklaverei seine und der Anderen Wohnungen durchstöberten, sanden sie die Vögel auSgeflogen. Die Lage wurde aber für unseren Freund äußerst gefährlich und er beschloß, mit noch 63 Gleichgesinnten TexaS zu verlaffen und sich nach Mexiko zu wenden. Leider zu spät machte sich die Schaar aus den Weg, denn der Provost Marshal deS betreffenden Militärbezirks hatte bereits Colonel Duff mit 120 Mann Befehl gegeben, die „schwarzen Republikaner" zu verfolgen und sie lebendig oder tobt einzuliesern. Dieselben waren bereits in der Nähe der mexikanischen Grenze angelangt. Sie lagerten in einem Cedern- wäldchen, dicht am NueccS-Fluß, als sie am Morgen deS 10. August 1862 (einem Sonntag) noch bei Zwielicht von einem Kugelregen überschüttet wurden, der sofort drei der Ueberraschten schwer verwundet niederftccckte. Zu bemerken ist, daß schon ein Tag vorher mehr als die Hälste der Flüchtlinge eine andere Richtung eingeschlagen hatten, um der Gefahr zu entgehen. ES fochten also nur ungefähr 30 Mann gegen 120. Dazu kam die Ungleichheit der Waffen und die gesicherte Stellung der Angreifer. (Schluß folgt.) über Cholera für practische Aerzte abgehalten werden. Ter CycluS, zu welchem fünfzig Zuhörer zugelaffen werden, dauert eine Woche. Anmeldungen find an Geheimerath Koch, Charitöftraße 1, zu richten. Berlin, 31. Mai. DaS Immediatgesuch des Gemeinde- kirchenrathS der Zwölfapostelgemeinde gegen die Vorbeiführung der elect risch en Hochbahn an der Lutherkirche in Berlin ist jetzt, der „Nationalzeitung" zufolge, vom Kaiser abschlägig beschieden worden. Damit find alle dagegen erhobenen Einwände beseitigt und eS steht der Concessionirung dieser Bahn nichts mehr im Wege. Straßburg, 31. Mai. In der heute abgehaltenen Sitzung des LandwirthschaftSratheS, welcher der Statthalter Fürst Hohenlohe beiwohnte, sicherte der UnterstaatSfecretär v. Schraut zur Bekämpfung der großen Futternoth die weitgehendsten Begünstigungen zu. Auch stellte er die Abgabe von GraS und Streu aus den Staats- und Gemeindewaldungen in Aussicht. Hamburg, 31. Mai. Der allgemeine Gesundheitszustand hierselbft ist derzeit außerordentlich besriedigend und es erscheint nicht ausgeschlossen, daß der neulich gemeldete Cholerafall vereinzelt bleibt. Chicago, 31. Mai. DaS Preis-ComitS hielt gestern unter dem Vorsitze Thatchers eine Sitzung ab und theilte darauf dem Comitv der auswärtigen Aussteller mit, daß das angenommene System der PreiSvertheilung nicht geändert werden könne. Voraussichtlich ziehen viele Aussteller ihre Gegenstände von der Preisbewerbung, nicht aber von der Ausstellung zurück. Tepeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 1. Juni. Der Kaiser soll für den Parade tag in Potsdam am nächsten Samstag eine Ueberraschung planen, er hat nämlich die Absicht, dem Prinzen Eitel Friedrich, welcher am 7. Juli 10 Jahre alt wird, bereits jetzt die Offiziersepaulettes zu geben und ihn im ersten Garderegiment einzureihen. Stuttgart, 31. Mai. In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung des Centrums erklärte Groeber, kein auf das Programm des Centrums Gewählter werde für den Vorschlag Frhrn. v. Huenes stimmen. Redner verlas zwei Reden Schorlemers von dem Jahre 1875 und 1880, in denen dieser schon damals weitere Militärlasten für unerschwinglich erklärte. Mönchen, 31. Mai. DaS „Münchener Fremdenblatt" und der „Bayrische Courier" erscheinen von morgen an laut Bekanntmachung des Verlags als ein Blatt, die Ausgabezeit ist Morgens, die Chefredaction übernimmt ein Herr Schnitzler. Der bisherige Chefredacter des „Fremdenblattes", Hexr Frick, tritt aus. Bordeaux, 31. Mai. 800 Bäckergesellen erklärten sich aus ständig. Loudon, 1. Juni. Der„Trmh" schreibt, ta6 einzige Mittel, welches die schlimme Lage Europas ändere/sei die Rückgabe Elsaß-Lothringens an Frankreich. Als Entgelt erhalte Deutschland Holland, entweder nach dem Tode der Königin oder durch die Heirath mit einem deutschen Prinzen. England regele alsdann mit Frankreich die egyptiiche Frage. Newyotk, 31. Mai. Bei Alhona (Pennsylvanien) entgleiste ein Zug, welcher einen CircuS transportirte. Vierzehn Waggons wurden einen Abhang heruntergeschleudert, wobei fünf Personen getötet und viele Personen und Thiere verletzt wurden. Chicago, 1. Juni. Am 25. Juni findet unter Beisein zahlreicher Delegirten die Enthüllung eines Denkmals zu Ehren der s. Zt. Hingerichteten fünfAnarchisten statt. Die Neichstags-Candidaten im (Hrotz- herzogthum Hessen sind nunmehr bis auf wenige Ausnahmen aufgestellt und bieten nach der „Offenb. Ztg." das folgende, bis zum 15. Juni kaum noch veränderlich werdende Bild: Im 1. Wahlkreise, Gießen (zuletzt vertreten durch den Antisemiten Pickenbach, welcher ihn im vierten Wahlgang eroberte, nachdem der doppelt gewählte Rechtsanwalt Dr. Gut- fleisch sich für Friedberg-Büdingen entschieden), sind ausgestellt von den Nationalliberalen und dem Bunde der Landwirthe GutSpächter M einert von KonradSdorf, von den Antisemiten Landwirth Köhler in Bettenhausen, von den Deutsch- Freisinnigen, nachdem Dr. Gutfleisch und Fabrikant Georgi die Candidatur abgelehnt, Landrichter Dove in Frankfurt, von den Socialdemokraten Schreiner und Stadtverordneter Orbig. Der Entscheidungskampf wird sich in der unvermeidlichen Stichwahl voraussichtlich zwischen Meinert und Köhler abspielen und eß läßt sich schwer Voraussagen, wessen Chancen hierbei die größeren sind. Im 2. Wahlkreise, Friedberg-Büdingen (zuletzt vertreten durch Dr. Gutfleisch), ist der Candidat der National- liberalen und deS Bundes der Landwirthe Graf Oriola zu Büdesheim. Die Deutsch-Freisinnigen stellen den Rechts- anwalt Grünewald von Gießen auf, für den in der Stichwahl, wie bereits feststeht, auch die Anhänger der CentrumS- Partei, die für die erste Wahl den Dr. Lieber als Zähl- Candidaten aufstellen, stimmen werden. Candidat der Social- demokraten ist Gastwirth Prinz in Frankfurt. Die Anti- semiren haben, nachdem der ursprünglich in Aussicht genommene Landwirth Leopard in Melbach abgelehnt und auch die darauf in Aussicht genommene Candidatur des Schneiders Belz von Dauernheim nicht zu Stande gekommen zu sein scheint, nunmehr den Landwirth Johannes Bär VIII. in Rohrbach (Kreis Büdingen) aufgestellt. Die Christlich-Socialen beabsichtigen einen Pfarrer Werner aufzustellen. Jedenfalls kommt es zur Stichwahl und zwar voraussichtlich zwischen Graf Oriola und Rechtsanwalt Grünewald. Im 3. Wahlkreise, Alsfeld-Lauterbach-Schotten (zuletzt vertreten durch den Antisemiten Zimmermann), sind ausgestellt von den Nationalliberalen und dem Bunde der Landwirthe Profeffor Dr. Backhaus in Göttingen, von beit Deutsch-Freisinnigen Landwirtd Neeb in Windhausen, von den Antisemiten Redacteur Zimmermann in Dresden. Nur diese drei Candidaten kommen ernstlich in Betracht. Eine Anzahl orthodoxer Pfarrer hat die völlig aussichtslose Candidatur des HofpredigerS a. D. Stöcker prodamirt. Die Socialdemokraten und die CentrumSPartei, welche in diesem Wahlkreise nur in geringer Zahl vertreten sind, Huben eigene Candidaten bis jetzt nicht ausgestellt. Im 4. Wahlkreise, Darmstadt - Groß-Gerau, stehen sich gegenüber der bisherige Abgeordnete Dr. Osann, aufgestellt von den Nationalliberalen und dem Bunde der Landwirthe, der Candidat der Socialdemokraten, Gaftwirtd Balthasar Cramer, der von der christlich-socialen Partei ausgestellte Hofprediger a. D. Stöcker, der Antisemit Maler Bindewald. Die Deutsch-Freisinnigen sind mit ihrer Üan- didatur noch nicht hervorgetreten und das Gleiche gilt von brr CentrumSpartei. Im 5. Wahlkreise, Offenbach-Dieburg, ist von der nationalliberalen Partei und dem Bunde der Landwirthe KreiSrath HaaS von Offenbach ausgestellt, deffen Haupt- "gegner der bisherige socialdemokratische ReichStagSabgeordnete Ulrich von Offenbach sein wird. Candidat der CentrumSpartei ist der Schriftsteller Wasserburg in Mainz, Car di- bat der Antisemiten Redacteur Georg in Marburg. Im 6. Wahlkreise, Be nShe im - S rb ach, hat sich der bisherige Abgeordnete Scipio von Mannheim zur Wieder- annahme der Candidatur bereit erklärt. Für ihn treten m erster Liiye ein die Nationalliberalen und der Bund der Landwirthe. Candidat der Antisemiten, welche in diesem Wahlkreise seit Jahren ganz außerordentlich gearbeitet und sich eine feste Organisation in den Ortsgruppen deS Mitteldeutschen Bauernvereins geschaffen haben ist der Schriftführer Hirfchel von Frankfurt a. M. Don deutsch freisinniger Seite candidirt Profeffor Stengel von Marburg. Ein Centrumscackdidat ist noch nicht festgestellt. ZählCandidat der Socialdemokraten ist der Gerber Joh. Miedrich auß Mainz. Im 7. Wahlkreise, Worms - Heppenheim, bisher vertreten durch Profeffor Marquardfen, ist von nationalliberaler Seite aufgestellt Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, für den auch der Bund der Landwirthe eintritt. Sowohl die Deutsch-Freisinnigen, als auch die CentrumSpartei haben in diesem Wahlkreise bis jetzt noch keinen Can- didaten aufgestellt. Candidat der Socialdemokraten ist der frühere Schuhmacher, jetzige Buchhändler Berthold in Darmstadt. Im 8. Wahlkreise, Bin gen-Alzey, zuletzt vertreien durch Dr. Bamberger, hat die fieifinnige DolkSpanei den Rechtsanwalt Albert Träger in Berlin alS Candidaten aufgestellt. Candidat der Nationalliberalen ist der Fabrikant und Landwirth R. AvenariuS zu Gau Algesheim, Candidat der Socialdemokraten der frühere Schriftsetzer, jetzige Wirth und Cigarrenhändler Dörr in Mainz. Außerdem Hal sich Dr. Böckel in diesem Wahlkreise sowohl wie in Ma >,z- Oppenheim als antisemitischer Candidat ausgestellt. Candidat deö Centrums ist der Schriftsteller PH. Wafserburg. Im 9. Wahlkreise, Mainz Oppenheim, ist von der socialdemokratischen Partei wieder der bisherige Abgeordnete Franz Jöst ausgestellt. Candidat der CentrumSpartei ist Profeffor Dr. Schlenger, Candidat der Nationalliberalen Amtmann Braun in Mainz. Die demokratische Partei stellt den Stadtverordneten Schäfer auf, während die bisherige deutschsreisinnige Partei voraussichtlich mit einem eigenen Candidaten nicht hervortreten und ihren Anhängern die freie Wahl lassen wird, für einen der Vorgenannten zu stimmen. So weit sich die Lage übersehen läßt, wird eß in den meisten der hessischen Wahlkreise zu Stichwahlen kommen. _____' " Cocalts rrnd provlnzlelleA. Wietze». 1. Juni 1893. Neue Beamtenbe,eichnung. Nach einer neuerlichen Verfügung Sr. Königs. Hoheit deS Großherzogs sollen die den KreiSräthen beigegebenen Beamten, die man bisher unter der Bezeichnung „Amtmann" kannte, in Zukunft „KreiSamt mann" benannt werden. * ♦ Bo» der Universität. Gestern (Mittwoch den 31. Mai) wurden an der hiesigen Universität vom Decan der theolo- gischen Facultät, Herrn Prof. Dr. Krüger die Themata zu den Vorarbeiten für die Prüfung der Candidaten der Theologie kundgegeben. Sie lauten: 1. „Wesen der Kirche und die Erkennbarkeit ihres Daseins in der Welt nach der Augustana und der Apologie derselben" (Prof. Dr. Katten dusch)- 2. „Psalm 47" (Prof. Dr. Stade). — 15 Herren haben sich zum Examen gemeldet. Die mündlichen Schlußpiüfungen würden gegen Ende deS Semesters stattfinden. * ♦ Einbruch. In der vergangenen Nacht wurde in einen hiesigen Hotel in« Erdgeschoß emgebrochen unb den Kellner« gehörige Koffer nebst verschiedenen Kleidungsstücken entwendet. • • Seitz Stiftung. Bewerbungen um die am 14. August fällig werdenden diesjährigen Gaben der Seitz-Stiftung für Unterstützung nothleidender Ae rz te de« Großherzogthumß oder Angehöriger von solchen, mögen bis spätesten- 1. Juli l. I. begründet bei Herrn Medicinalrath Dr. Lorenz, Kreisarzt In Friedberg, eingereicht werden. • • Für Tantzenzöchler. Vom Main wird der „Darmft. Ztg." geschrieben: Die Taubenzüchter unserer weitesten Umgebung führen Heuer bittere Klagen über die auffallende Thatsache, daß nur selten die Aufzucht junger Tauben gelingen will. Die seltsame Erscheinung wird von Sachkundigen dem Umstande zugeschrieben, daß die alten Tauben ihre Jungen mitunter mit aufgepickten Dungsalzkörnern atzen, wodurch die Jungen an Vergiftung verenden, während da« Dungsalz bei den widerstandsfähigeren Alten feine schädliche Wirkung weniger äußert. Manche Taubenzüchter erleiden winMe». Mn. i. L«18’“' M mn miE" ■ t ltl ®xhM’S’«‘ JgS’ ,W b". k,%u8u(t«l» 15 §»«« iail” ÄS SijJÄ uogen ^'jtz-Stis"^ S&S.S 1t lverden- Dars^ £ &•***& t lano)e * ’lti#<®3X’Ut" 'fi h ?* *J b'l M '" Setrain K DI- *• "g-ne ^adt, mr . 'b»-°-dnu, 1 und bem «, S, .^taÄ?1 ler, bereif Nti u Bunde ber LL on ■Wellt, btfa c 'ntt a^S mn*®1ai"i-6a* l9 ln Marburg h°> |id) dn ®m>i™ Mdn. ibn' txutn m 1’™ "°d dn S8„nb ln milen/ welche in biciem gearbeitet und ^gruppen des Mittel. °bm, ist der Schriftführer 7" deutsch freisinnige l'-l von Marburg, tzm ZGLE«, 'er M Miedrich aus 'Heppenheim, bisher dkn, ist von nationallibe.- bon Hehl zu HerrnS- der Landwirthe eintritt, uls auch die CemriM bis jetzt noch keinen Caver Socialdemokraten i;. Buchhändler Berthold v Alzey, zuletzt Dnhrttn i eisinnige BolksMi ten in Berlin als Landidaim liberalen ist dn Fabrikant i Gau Algesheim, Candiaat SchrWer, jefrigt Sinb \ity. Berbern bat iid) sowohl wir in Manu, tW. auiyW. WH K. Wasserburg. )pprnhrim, ist von der der bisherige Abgeordnete bat der Centtumspanei ist didal der Nationalliberalen Die demokratische Panei ser aus, während die bis- voraussichtlich mit einem reten und ihren Anhängern einen der Vorgenannten zu eben läßt, wird es in der i A/ichwahlenkommm durch baß Verenden der jungen Bruten beträchtlichen Schaden. -n- Groben Buseck, 31. Mai. Auf heute Abend hatte das freisinnige Wahlcomitv für den ersten hessischen Reichßtagswahlkreis nach Großen-Buseck in das Gasthaus zum „Kühlen Grund" eine Wählerversammlung einberufen. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung von Gießen entwickelte in längerer Rede das Programm der freisinnigen Partei und deren Stellungnahme zur Militärvorlage. Die freisinnige Partei werde das bewilligen, roaß zur Erhaltung der Wehrkraft des deutschen Vaterlandes nothwendig sei, wenn die zweijährige Dienstzeit gesetzlich dauernd eingeführt werde und die Mittel aufgebracht würden, unter Nichtbelastung der minder bemittelten Volksklassen. Die freisinnige Partei werde an- ftreben die Deckung durch Einführung einer Reichseinkommensteuer, beginnend bei Einkommen von 1O OOO Mark aufwärts. Redner warnte sodann noch besonders vor dem Bund der Landwirthe als einer ihren Sonderinteressen dienenden Vereinigung von Großgrundbesitzern. Er empfahl als Candidaten Herrn Landrichter Dove in Frankfurt a. M. Die Ausführungen wurden von der zahlreich besuchten Versammlung mit Beifall ausgenommen. Herr Pachter P a s s a v a n t meldete sich sodann zum Wort und suchte den Bund der Landwirthe ui Schutz zu nehmen, mußte jedoch selbst zugeben, daß die Bestrebungen des in Berlin gegründeten Bundes der Landwirthe nicht zu billigen seien. Der hessische Bund der Landwirthe werde den Schwindel, wie Herr Passavant eS nannte, der Berliner Herren nicht mitmachen. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung acceptirte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung die letztere Erklärung deS Herrn Passavant, indem er seiner Freude Ausdruck gab über die Selbsterkenntniß der Herren Vertreter des Bundes der Landwirthe und schloß darauf die Versammlung mit einem Hoch auf daS deutsche Vaterland. -6. Neu. Ulrichstein, 31. Mai. Monatsberich t der Arbeiter-Colonie pro Mai 18 9 3. Ende Mai 1893 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 68 Mann. Dieselben verteilen sich aus das Groß- herzogthum Hessen 13, Regierungsbezirk Kassel 9, Regierungsbezirk Wiesbaden 6. Königreich Preußen: Provinz Rheinlande 4, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 3, Provinz Sachsen 4, Provinz Schlesien 5, Provinz Posen 1, Provinz Ost- und Westpreußen 2; Königreich Bayern 6, .Königreich Württemberg 1, Königreich Sachsen 5. Thüringische Staaten 3. Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin 1. Ausland : Oesterreich 2, Schweiz 1. Hiervon waren: Arbeiter 22, Bäcker 2, Bauschlosser 2, Brenner 1, Buchdrucker 1, Conditor 1, Färber 1, Gärtner 2, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Heilgehilfe 1 , Kaufleute 7 , Kellner 1, Kupferschmied 1, Kutscher 1, Maschinenschlosser 2, Maurer 4, Posamentier 1, Schmiede 1, Schneider 3, Schreiber 5, Sebrifrsetzer 1, Schuhmacher 2, Schweizer 1, Wagner 1, Weber 1, Zimmermann 1. Im Monat Mai wurden entlassen 13 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 1 , in Stellung durch eigenes Bemühen 1 , wegen schlechten Betragens 1, in die Familie zurück 2, auf eigenen Wunsch 6, entlausen 1, gestorben 1. Verpflegungstage im Mai 1893 : 1890. Gearbeitet wurde an 1544 Tagen, hierunter 311 Tage für fremde Rechnung. • Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2223, dagegen abgegangen im Ganzen 2155 Mann, bleibt Bestand am 1. Juni 1893 68 Mann. Abgewiesen wurden im Monat Mai 2 Mann. △ Mainz, 31. Mai. Die Herren Stadtrath Dr. Fle sch in Frankfurt und Beigeordneter Dr. Gaßner hier haben die Vorsitzenden von 15 Gewerbegerichten der umliegenden Städte zu einer Besprechung auf den 11. Juni hierher ringelnden. Der Hauptzweck der Zusammenkunft ist, die Frage ,\\\ erwägen, ob nicht die Gewerbegerichte des deutschen Reiches mit einander in Verbindung treten sollten, zum gegenseitigen Austausch gemachter Erfahrungen, Statuten, wichtiger Urtheile, Gutachten, Schiedssprüche, Jahresberichte, Statistiken u. s. w. Eine solche Verbindung erscheint nicht allein werthvoll für die Rechtsprechung der Gewerbegerichte, sondern sie mache auch der Gesammtheit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Bedeutung dieser Gerichte ersichtlicher, wodurch zweifellos zur allgemeinen Förderung der Ziele der Gewerbegerichte beigetragen würde. — Mit Rücksicht auf den herrschenden Futtermangel haben die Landwirthe der nächsten Umgebung von Mainz einen Aufschlag der Milchpreise um 2 Pfennig pr. Liter eintreten lassen. — Am 4. Juni findet hier ein Bezirkstag der mittelrheinischen Bezirksverwaltung des deutschen Technikerverbandes statt. * Frankfurt a. M., 31. Mai. Das höchste Kaufgebot auf da? „Frankfurter Journal" wurde, wie ein Berichterstatter meldet, im Betrage von 30,000 Mark durch einen der Führer der hiesigen Centrumspartei für die Paulinus-Druckerei in Trier gemacht. — Auf einen Fremden, der eine größere Baarsumme bei sich trug, wurden gestern am Zoologischen Garten und in der Allerheiligengasse zwei Raubanfälle oerübt; beim zweiten wurden die beiden Burschen, die den Mann anfielen, verhaftet. — Dem acht- undzwanzigsten Kinde hat gestern eine Schneidersfrau tn der Albusgasse das Leben geschenkt. Siebzehn Sprößlinge der Vierzigjährigen sind am Leben. * Wiesbaden, 28. Mai. Aufsehen erregt die Verur- Heilung be6 hiesigen reichen, viele Ehrenämter bekleidenden Fabrikbesitzers Nötzel wegen Betrugs. Nötzel fährt von bier täglich nach Griesheim. Seine Eisenbahn-AbonnementS- karten wurden irrthümlich statt für einen Monat für ein Jahr ausgestellt und von Nötzel, obwohl er nur Monatsbeitrag bezahlt, fast ein ganzes Jahr benutzt, bis die Karte ernnfiscirt wurde. Der Staatsanwalt beantragte wegen Betrugs neun Monate Gefängniß. Das Urtheil lautete auf L500 Mk. Geldstrafe. * Berlin, 29. Mai. Ein Candidat der Medicin hatte am Sonntag mit früheren Corpsbrüdern einem Commerse beigewohnt. Als er sich nach Hause begab, war er sehr erhitzt, öffnete deshalb in seiner Wohnung die Fenster und legte sich hinaus, um die kühle Lust einzuathmen. Nach einiger Zeit fühlte er ein heftiges Prickeln in den Augen. Er schloß daher das Fenster und ging zu Bette. AlS er am nächsten Morgen erwachte, fand er Alles im Zimmer dunkel und meinte, es sei noch Nacht. Er versuchte daher noch einmal einzuschlafen, aber vergeblich. Endlich wurde die Thür geöffnet, die Wirthin trat ein und rief dem Mediciner zu: „Aber Herr S., wollen Sie denn nicht aufstehen, es ist ja Heller, lichter Tag." — „Heller Tag'?" fragte erstaunt der Miether, „eS ist ja noch Alles dunkel." Zu seinem Schrecken erkannte er, daß er über Nacht erblindet war. Der junge Mann hatte, erhitzt wie er war, durch die Zugluft die Sehkraft verloren. e Zittau, 31. Mai. Auf dem Distanzmarsch Berlin- Wien mußten die Vegetarier wegen zerschundener Füße hier zurückbleiben. Der Erste ist jetzt ein Wiener Ingenieur. In großen Zwischenräumen folgen der Naturmensch und ein Buchdrucker aus Floeha in Sachsen. Fast alle sind sehr heruntergekommen und gewähren einen mitleiderregenden Anblick. * Bei Zerbst wurde ein Arbeiter, der Wildd ieberei trieb, bei der Ausübung dieses Gewerbes von seinen Collegen für einen Rehbock angesehen und erschossen. Um den Anschein zu erwecken, als ob ein Selbstmord vorliege, haben die Verbrecher dem lobten den Leid aufgeschlitzt. Drei muth- maßliche Thäter sind verhaftet. * München, 29. Mai. Die „M. N. N." schreiben: Wie verlautet, sollen auch für die bayerische Armee, gleich wie in Preußen, stricte Befehle gegen das Uniform- Gigerlwesen in Bälde zu erwarten fein. Wenn man jetzt einzelne Offiziere, Fähnriche und Unteroffiziere auf der Straße Herumgehen sieht, erkennt man sie nur an der Grundfarbe der Uniform als Bayern - dem Schnitte der Uniform nach könnten sie zu einem beliebigen exotischen Soldatenhaufen gehören. Es ist geradezu peinlich, die Leute mit den hohen, den Hals umfchnürenden farbigen Tuchflächen, den character- losen Beinkletdern, den Seiltänzermützen und den absatzlosen Clownschuhen bahergehen zu sehen, mit einem Stück Eisen an ber Seite, bas allem anderen eher ähnlich ist, als dem von bem König angeorbneten Säbel. Man sollte oft meinen, bie Vorschriften über die Bekleidung feien aufgehoben und es könne sich Jeder nach Belieben ü la Landsknecht maskiren. Gegen das „Gigerlthurn" in ber Armee sinb jetzt nach preußischem Vorgang auch in Oesterreich Ungarn Armeebefehle erlassen worben. * Amberg, 27. Mai. Saß da eine gemüthliche Tischgesellschaft in X. beisammen unb ber Diseurs kam auch auf die bevorstehende Reichstagswahl. Anwesenden Bauern wurde der Candidat genannt und ihnen ans Herz gelegt, die Candidatur zu „unterstützen." Mit dem „Unterstützen" war selbstverständlich der Wahlzettel gemeint. Gleich daraus steht ein Bauer auf, begiebt sich zum anderen Tisch unb sagte zu einem ber Herren, wahrscheinlich ein Somitemitglieb: „I kann ben Herrn, ben ihr nach Berlin schickt, nct besonbers unterstützen, i hob selber Wei unb Kinber z'haus, buch kommt'S tna auf wöchentlich an Laib Brod net z'samm." Großes allgemeines Halloh unb g öße Heiterkeit folgte ber guten Absicht des Landsmannes. * Wien, 27. Mai. Eia Fabrikant chemischer Producte, Ludwig Ruß, der mit einem 22jährigen Mädchen, einer gewissen Irene Klopfer, verlobt war, reifte nach Pola, wo er am Meeresstrande Gift nahm unb sich eine Kugel buid) ben Kopf jagte. In einem Schreiben an seine Eltern wirb bie That mit dem burch Speculationen herbeigeführten Verlust feines Vermögens motioirt. „Da er nicht heirathen könne, wolle er auch nicht mehr leben," schrieb ber Unglückliche. Dor feinem Selbstmorb fanbte Ruß nach Wien an seine Braut in einem Brief Blausäure unb rieth ihr, sich ebenfalls ben Tob zu geben. Das junge Mädchen hat ben letzten Wunsch ihres Geliebten erfüllt- sie nahm bas Gift unb würbe heute im Bette tobt aufgefunben. ♦ Ein schreckliches Opfer der Rennwette». Aus Paris wirb geschrieben: Am Sonnabenb Morgen gewahrten bie Nachbarn, baß bie Schankwirthschast ber Eheleute Coupe, Rue de la Glaciöre 107, geschlossen blieb. Sie vernahmen auch dumpfe Schüsse, die aus' deren Wohnung zu kommen schienen. Man holte die Polizei, welche die Wohnung durch einen Schlosser öffnen lteß. Im ersten Zimmer lag C. mit halbverschossenen Kopfe unb ben Revolver in ber Hanb noch lebenb. Weiter feine Frau, fein vierzehnjähriger Sohn George unb die zehnjährige Tochter Albertine, alle drei tobt, in ben Kopf geschossen. Die achtjährige Tochter Charlotte war ebenfalls am Kopfe schwer verwunbet, lebte aber noch. Sie und ihr Vater wurden in em Krankenhaus geschafft, wo dieser am Abend verstarb. Ein Vorgefundenes Schriftstück bekundet, daß beide Eheleute in den Tod gegangen waren, weil sie vor dem Krach standen. Sie wollten dabei ihre Kinder nicht zurücklaffen. Seit 1882, wo sie ihre Schankwirthschast eröffneten, hatte diese stets reichlichen Gewinn abgeworfen, so daß die Familie wohlhabend war. Aber feit 1889 hatte sich C. ben Rennwetten ergeben, bie balb alle Mittel, den ganzen Ertrag des Betriebes verschlangen. Der schauerliche Fall macht einen erschütternden Eindruck in ganz Paris. Selbstverständlich ist er nicht der einzige. ♦ Chicagoer Weltausstellung. Die „Freie Preffe" schreibt über das Deutsche Dorf: Unter den verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf der „Midway Plaisance" ist für den Deutschen von besonderem Interesse das deutsche Dorf. Denn eß gewährt dem Besucher nicht nur äußerlich das Bild deutschen Volkslebens, sondern enthält auch in feinen Gebäulichkeiten werthbolle Schätze, welche über die Culturentwickelung Deutschlands von seinen Anfängen bis in die Jetztzeit Aufschluß geben. Daß deutsche Dorf umfaßt eine Raumfläche von 145,000 Quadratfuß und wurde vom Architekten Hofacker erbaut. Gleich am Eingang, rechts, finden wir den Hauptbau des Ganzen, die Burg. Dieselbe ist nach einem Vorbild des Mittelalters errichtet, mit einem Wassergraben umgeben unb erhält man über zwei Zugbrücken Zulaß. Sie ist vollkommen stilgerecht unb zeigt jene Art, welche bis vor Kurzem noch einen ber Hauptanziehungspunkte ber schönen, alten Stabt Lüneburg bilbeten. Wie als selbstverständlich anzunehmen, wird im deutschen Dorf auch echtes deutsches Bier zum Ausschank gelangen unb zwar ausschließlich bas unter bem Namen „Würzburger Hosbräu" weltberühmte Gebräu deS Brauhauses in Würzburg, Bayern. * Neue Rechtschreibung. In verschiedenen Blättern wird folgende Anzeige verbreitet: Algemeiner ferein für fereinfachte reoht- schreibung. Derselbe ferlangt anwendung der latein- schrift, grosbuchstaben nur für sazanfang und eigen- namen; er beseitigt di Überfluss, denungabezeichnung; di konsonantenferdoppelung in einer u. derselben Silbe und gibt jedem laut den im zukommenden buchstaben. Ob- man des fereins: dr. Edw. Lohmeyer in Kassel. Ord. mitgl. erhalt, für 2,00 M. di monatsschrift Reform, fer- einssprospekte frei fon frl. Pauline Lohmeyer in Kassel. * Ein Schreckschuß. Standesbeamter (zu den Zeugen, die sich bei einer Trauung gar zu laut unterhalten): „Meine Herrschafien, wenn Sie nicht ruhig sind, so — traue ich Sie ebenfalls!" * Schwache Hoffnung. A.: „Aber, Mensch, warum ißt Du seit einiger Zett so fabelhaft wenig? Du wirst ja ganz mager!" — B.: „Ich hab nächstens ein Duell, vielleicht werde ich bann nicht getroffen!" * Doppelsinnig. A.: „Also Sie glauben nicht, daß baß Wilbschwcin gefährlich ist?" — B.: „Nein!" — A.: „Nun, wenn Ihnen einmal auf der Jagd ein solches begegnet, bann denken Sie an mich!" * Das Wunderkind. A.: „Haben Sie schon den elfjährigen Violinvirtuosen gehört?" — B.: „Jawohl, vor zwölf Jahren in Wien." Schistsnaeh richten. (Mltgethellt durch ben Agenten des Norddeutschen LloydeS, Herrn Earl Loos in Gießen.) Bremen, 30. Mai. Der Schnelldampfer Ems, Eopitän W. Re-mkasten, oom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. Mai von Bremen und am 21. Mai von Somhamplon abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. _______ Literatur nnd Annft. — Die Verlagshandlung des Bibliographischen Instituts in Leipzig unb Wien laßt sich die Förderung der von Richard Schmibtlein in zweiter Auslage neu bearbeiteten Volks- unb Schulausgabe von »Brehms Thierleben" angelegen fein und erwirbt sich badurch die Anerkennung unb ben Dank ber vielen Anhänger unb Freunde Brehms in besonderem Maße. Vor uns liegt soeben ber erschienene zweite unb vorletzte Band jener verjüngten Ausgabe des Brehm'fchen Lebenswerkes, in dessen Rahmen bie Abhandlung über bie Gruppe ber Vögel Platz gefunden hat. Die Darstellung dieser zu dem Menschen in so inniger Beziehung stehenden, poesieumwobenen Thier gruppe läßt trotz ihrer Beschränkung aus einen Band auch in bem „Kleinen Brehm" bie hauptsächlichen characterislischen unb anziehenden Eigenschaften nicht vermissen, durch die sich bie große Ausgabe ber klassischen Thierschilderung Brehms mit unvergänglichem Ruhm bedeckt bat. Es wäre eine durchaus Irrige Auffassung, wollte man den dreibändigen „Brehm" als ein durch Streichung unb Weglassung entstandenes Werk vorstellen; die kleine Ausgabe für Volk und Schule von „Brehms Thierleben" ist mit voller Wissenschastlichkeit und Vertiefung in das gegebene Forschungsgebiet auf der Grundlage des jetzt in dritter Auflage vollständig vorliegenden großen zehnbändigen Werkes von Rich. Schmibtlein selbständig und ausgezeichnet bearbeitet. Der an der großen Ausgabe gerühmten sorgfältigen Sichtung, Erweiterung und Neubearbeitung ist auch bier, soweit es der Umfang des Werkes in drei Bänden erlaubte, Rechnung getragen worden. Bei der Charakteristik der bekannteren und wichtigeren Thiere find stets die Hauptzüge des Lebensbildes, wie dasselbe sich noch den neuesten Er- fabrungen darftellt, in erstere Linie berücksichtigt, und nur die speciellen Einzelbeobachtungen mußten wegsallen ober bloß im Auszug mitgetheilt werben. Wenig bekannte unb seltene Thierformen, bie vorwiegend fachmännisches Interesse haben, wurden zu Gunsten der wichtigeren Arten übergangen, unb ebenso sind alle für den Gebrauch an Schulen und am Farnilientifch nicht geeigneten Einzelheiten und Schilderungen in enifprechender Weife gekürzt oder in Wegfall gekommen. Tiefe textlichen Vorzüge des „Kleinen Brehm" werden durch die reiche unb nicht weniger meisterhaft durchaeführte illustrative Ausschmückung des Werkes trefflich ergänzt. Von bem reichen Bilder- schmuck bec neuen großen Ausgabe haben hier mehr als 1200 bildliche Darstellungen von ben berühmten Thierzeichnern im Text, 1 Karte unb 3 Farbendrucktafeln Aufnahme gefunden. Der vor uns liegende zweite Band enthält allein 238 Textillustrationen und 1 Sondertafel in Farbendruck. Der Bestimmung des Werkes, wie solche dessen Titel kennzeichnet, hat die Verlagshandlung durch die Bemeffung eines außerordentlichen billigen Anschaffungspreises Rechnung getragen. Der Preis von 10 Mk. für ben gebundenen Band ober 30 Mk. für bas inhaltlich und äußerlich reich ausgestattete Gesammtwerk nimmt auf jede Börse Rücksicht. Ein unüdersteigliches Hinderniß für bie Erwerbung jenes werthvollen Hausbuches bllben diese Anschaffungskosten daher keinesfalls; vollständig zurück treten die letzteren aber für denjenigen, der da weiß, welch reichen Wissensschatz unsere Nation in Brehms klassischer Thierschilderung besitzt und welche Fülle von Belehrung und nutzbringender Unterhaltung dieselbe jedem Wißbegierigen in Schule, Haus und am Farnilientifch zu bieten vermag. Verkehr, Lcrnd- rrnd Volkrrvirthschaft. Limburg, 31. Mai. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14.65, weißer Weizen X 00.00, Kvrn X 12.50, Gerste X 10.50, Hafer X 9.15, Erbsen X —. Gottesdienst der israelitischen Keligiousgesellschast. Freitag Abend 7“ Uhr, Samstag Vormittag 8” Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 915 Uhr. Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld find femet bet uns eingegangen: Von H. Velten, Großen-Linden 5 X, Londgerichtsra h ÄuUmann 3 X, (S 93. 1 X Zusammen 9 X Jntzgeiammi 397.50 X Weitere Gaben nimmt bereitwilligst entgegen _____________________Die Expedition des „Gießener Anzeiger". 3618] Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über HollLnd. Tabak von B. Becker in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose i. Beutel fco. 8 Mk. hat d. Exp. d. Bl. eingesehen. Submission. Für die chirurgisch-ophthalm. Uni» werntäts-Klinik sollen die bis End« März 1894 nöthigen Weißzeug- und Kleidungsstücke auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, find bis zum 17. Juni d. I., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, 30. Mai 1893. Großh. Verwaltungs-Direction der chirurg.-ophthalm. Univ.-Klinik. 4981] Bose. Vossius. Fleisch-Extract , , . A wird von Gesunden und Kranken am liebsten genommen. Zu haben in einzelnen Portionen MAGG »u 12 und zu 8 Pfennig bei [4962 __<»rl echwand, Host, Lei erSweg. Gartenmöbel 528] 1 [4935 3. A : 2untz Erped. d. Dl. 492» 2otU» Rot Heuberger, Taxator. Kaffee Auf Snde August gesucht 49: t ] DieustueLdche« zu baldige intrttt gesucht. Bleichstraße 5, I., jeden Montag, Mittwoch und Mäusburg 12. Telephon 81. ■ Md Gtelleusucheude i«X» ■ rvfs olacirt schnell Mea^eSSvreaa, W Dresden, Ostra-Wee 3b. >4322 [4413 stets vorräthig. i Der lOrtsausschusi. 4613 Alfred Altschüler und Frau [4916 bei Säcklngen. Baden H. Kockerbeck, Irchilekl 4963 4964 Mermischte Anzeigen. Gelsenk. Bcrgw^Act. Reichgbemk-DiScont 4 ptt — Frukfurter Bank-T iturnt 4 pttt. In (tziesicn bei J. 31. Schulhof. Zn Steinbach bei Hch. Kraemer I. Zn Lich bei A. Bing u. H. Zimmer VII. Flur Flur 95 90 91.99 22.11 51.00 Nr 994,/ioo — 368 qm Hofraithe auf dem Reichensand, Nr. 99«/,o« — 493 qm Hofraithe auf dem Reichensand und in den DiSconlo-Eomnumd^Arrttz. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Act Oeft. Lredtt-Act. Ital. Mittelmerrbahr, Act. Geißler, Gerichtsvollzieher Born, GerichtSoollzieber. 32121 Wohnung von 4 Zimmern mit Zubehör per 1. Juli zu vermiethen Weserstrahe 7. 4812] Sin gut erhaltenes eiserireS Spalter nebst Lteine« zu verkaufen. Dammstrahe 39. Matratze, gute Federbetten, ovale und längliche Spiegel, 1 Pendule, 2 Uhren, Kletderschränke, 2 Küchenschränke mit GlaSaussatz, Teppiche, Bütten, Nippsachen, HauShaltungSgegenftände rc., ferner: neuer amerikanischer Ösen. 1437] Der oberste Stock meines HauseS mit allem Zubehör billigst zu vermiethen-; Seltersweg 24. 4967] «üdchea, welche das Kleidermachen und Zuschneiden gründlich erlernen wollen, werden angenommen. Bahnhofstraße 23, 2. St- ä Mk. 1,70, 1,80, 1,90 und 2,00 das Pfund, unübertr. in Aroma und Kraft. 4929] IangeS «üdchen gesucht. Reue« BLae » Gießen, den 30. Mai 1893. 4904]___________________________ Der (tzesammt Auflage der heutige» Nummer ift ciu Prospekt über die berühmte sehr beliebte Doering» Seife mit der (?ulc beigelegt, worauf wir die geehrte» Leser ganz besonders aufmerksam machen. 4953 Eine grüble Cigarren- Sortirerin findet dauernde Arbeit. Näheres bei der Freitag den 3V. Juni, Nachmittags 2Vi Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Heinrich Michael Mer, «Helenten in (Stehen gehörigen Immobilien: Schlußconri« 1 Uhr 15 Min. 86.70 4 pSt. Ung. Gold-Rente 100 65 6 pLt. Ital. Rente 86.70 3 pSt. Portugiesen 100.65 4 pLt. Griech. Monovctsnl Conditorei Hettler. Täglich frisch in nur bester Qualität Caffee- und Theegebäck, Torten rc., sowie Gefrorenes in verschiedenen Sorten bekannter Güte Frischer ! Zwiebelkuchen Statt besonderer Mittheilung. Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen hocherfreut an Kunstverein. In Folge Abbruchs des alten Hofqerichtsgebäude» bleibt die Uunft» Ausstellung bis auf Weiteres geschloffen. Johanna Schopbach Carl Faber Verlobte. Giessen, 1. Juni 1893. [4965] Zieilgevotenes. Stöbt SWtljflM. Freibank. [4958 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pf'd. 40 Pfq. 78 Neustadt 78, empfiehlt sich zur Anfertigung von Zeichnungen, Kostenanschlägen, statischen Berechnungen für Wohngebäude, Billen, Ladenumbautcn, Fabrikat.agen und dergl., sowie Zeichnungen und Anmeldungen von Patenten. 3v5S Weimar-Lotterie: 6700 Gewinne i W. v. 200,OCO Mark. Ein Loos (gültig für beide Ziehungen im Juni und Decbr.) 1 Mark 11 Loose 10 Mark, 28 Loose 25 Mark empfiehlt 4796 Heinrich Wallach. Kamillen, aber nur kurz gepflückte, kauft [4868 Otto Schaat. CourSbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 1. Juni 1893. Giehen, 18. Mat 1893. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A-: Vogt. Freitag den 16. 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Juni, Nachmittag« von 2 Uhr an, werden au« dem Nachlaß der Frau Jag- bord Wwe, Diezstraße (Kleinktnder- schule), nachbenannte SRobiUen versteigert: 1 schöner Kassenschrank Sopha, Stühle ovale, runde und lingl Tische Commoden, 8 vorzügliche Vetter» mit Sprunafeder- und dreitheil fast neuer Roßhaar- Maly, geb. Oppenheimer. Frankfurt a. M,, 31. Mai 1893. [ 496a Tonntag den 4. Juni d. I stabet in Vereinslocale Kelseukeller (Restauration Gleiß» ei« Versammlung der Mitglieder de? Fahrbeimten Verein» Gießen statt; um pünktliche« Erscheinen und regt Br theiliguug bittet Der Vorstand. Freitag den 2. Juni, Nachmittag« 2 Uhr, versteigere ich in mein m Bureau verschiedene Möbelstücke, sowie acht Bände MeyerS Cono.-Lexikon. vorthcilhaftk Ufthciligungsgclcgcnlicit. 3 7 (tzcschäftsantheile an einem flottgebenden größeren 4896 Lahnkalkwcrk sind sreihändtfl pretSwerth abzugeben. Solvente Selbftreflectanten belieben Anfragen eub Nr 4896 an die ®n>cb d. Bl gelangen zu lasten. 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Juni er. einzureichen. 14970 Der Vorstand des Turnvereins Gießen. 3 pCt. Reichsanleihe 3»/, pEt. bo. 3 pLt. Preuß. Lonsol« 3i/t pttt do. 185.80 Lomb. E>-B.-Acl. 8936 137.00 Buichtheisder E^B^Act. 389 62 145 20 Elbthal-Bahn-Act. 200.66 11840 Gotlhard-Bahn-Act. 158.00 101.65 Schweizer Nordoft^B>Acr. 110.00 282.12 Mainzer E.-B.-Act. 110 M 101.90 Marienburger E.-B^Act. 69.10 131.90 Der. $Unta<*2«urab^lci. 106 UO Tendenz, fest. Redactiou: A. Scheyda. — »ruck und Verlag der Brühl tcher» Truckerei (Fr. Ehr. Bietsch) in Gießen