Vermißtes. • Frankfurt a. M., 29. August. Gustav-Adolf- Fe st spiel. Wie anderwärts, so rüstet auch hier sich der Gustav - Adolf • Verein zu einer würdigen Begehung seines fünfzigjährigen Bestehens. AuS diesem Anlasse wird die Darstellung des Characterbildes „Gustav Adolf" von Otto Devrient durch Damen und Herren aus hiesigen Streifen vorbereitet. Die Oberleitung und die Titelrolle hat der Verfasser bereitwilligst selbst übernommen. Die übrigen Mitwirkenden haben sich zum guten Theil schon bei dem so wohl- gelungenen Lutherfestspiel als tüchtige Kräfte bewährt, so daß die Wiedergabe ebenso wie die äußere Ausstattung des Stückes nichts zu wünschen übrig lassen wird. Als Ort der Aufführungen dient der Saalbau in der Junghofstraße, dessen großer Saal vollständig zur Bühne eingerichtet und electrisch beleuchtet wird. Die Vorstellungen beginnen am 7. September und werden am 8., 9., 13., 14., 16., 17., 18., 21. und 22. September fortgesetzt. Der Eintrittspreis beträgt für Logen 4 Mk., Saal 3 und 2 Mk., Gallerten 1 Mk. bezw. 50 Pfg. Die Vorstellungen, deren Reinertrag für wohl- thätige Zwecke bestimmt ist, fangen um 61/» Uhr an und endigen um 10 Uhr, so daß für auswärtige Besucher die Rückfahrt noch am selben Abend möglich ist. * Pforzheim, 28. August. Ueber daS furchtbare Brandunglück in Salmbach, Oberamt Neuenbürg in Württemberg, wo 50 Schülerinnen armer hiesiger Einwohner im Alter von 9—13 Jahren tn der Feriencolonte waren, habe ich herzerschütternde Einzelheiten an der Unglücksstätte erfahren. Am Freitag Abend um 9 Uhr amüsirten sich die Lehrer mit dem Wirthe im Gasthaus zum Löwen auf der Kegelbahn, als plötzlich der Ruf „Feuer!" ertönte; es stand auch im Augenblick, durch scharfen Wind und die große Trockenheit begünstigt, die ganze Häuserreihe in einem Flammenmeer. Der Saal des Gasthauses war mit 39 Mädchen belegt? während fünf Schülerinnen in einer Mansarde untergebracht waren- die Schülerinnen lagen beim Ausbruch der Katastrophe im tiefen Schlummer. Der Wirth machte sich sofort, ohne Rücksicht auf feine Habe zu nehmen, an die Rettung der Kinder. Die Thür der Mansarde war von innen geschlossen, er schlug die Thür ein und machte die Kleinen auf die Gefahr aufmerksam. Als ihm das jüngste der Kinder entgegensprang, glaubte er, die anderen folgten nach, und eilte zu anderen Rettungsarbeiten. Die vier zurückgebliebenen Kinder kamen leider in den Flammen In erster Linie arbeitet man in Hessen aus eine geregelte Bock Haltung hin, da man der Ansicht ist, daß die bisher äußerst mangel' hafte Haltung der Böcke der Grund der drohend nahegerückten Degeneration ist. Auf die gegebene Anregung hin hat nun bereits eine große Anzahl von Gemeinden die Haltung der erforderlichen Zuchtböcke, ähnlich der Haltung der Zuchtsttere übernommen, wodurch die Gewähr gegeben ist, daß einmal nur gute, ausgeretste gesunde Böcke zur Verwendung kommen und daß anderseits aber auch die genügende Anzahl vorhanden ist, um das Deckgeschäft ordnungsmäßig besorgen zu können. Ihre Stütze finden die Bestrebungen der Gemeinden ufw. zur Beschaffung guten Zuchtmaterials In den Zuchtgenossenschaften, vor Allem tn dem Vorgehen der Einwohner Pfungstadts. Hier hat sich aus die Anregung deS EommerztenratheS Ulrich hin ein Verein ge bildet, der sich die Zucht einer guten, gesunden milchreichen Ziege zur Aufgabe gemacht hat. Mit staatlicher Unterstützung führte man eine große Anzahl Ziegen und Böcke aus dem Berner Oberlande ein, legte ein Herdbuch an und veranstaltete Prämtenschauen und Zucht- markle unv man kann trotz zahlreichen Angebotes die Nachfrage nach Zuchtmatertal nicht befriedigen. ES ist aus diese Weise den armen Ztegenbefitzern die Möglichkeit gegeben, sich, abgesehen von dem höheren Milchertrage, durch den Verkauf ihrer Zuchtthiere zu guten Preisen einen Nebenverdienst zu oerschasfen, der vorher nicht gekannt war. Möge daS Vorgehen Hessen« auf dem Gebiete der Ziegenzucht allseitig Nachahmung finden und mögen sich die Bestrebungen zur Hebung dieser Zucht überall Eingang verschaffen!" Jhr, [7407 Br um 8 Uhl (nfcrMjW t zu Dtrmkty Neustadt^ mit Wohnung * 5 Zimmern O beh. zu vermielp 520j6dWj!: STmSt1' । ®!hi«buTftl- Men. DM. !N und zM» t sich zurA sich zu jta rstraße M IN mit HMör, |i l Lahnmck rohnung, 3 Si tri), ptr 1. Cdokt Dtrmton. 119JL________ gesM SS. ite * w. M 963 94.10 Sb.Ä 41.80 86.25 M 1953 1M 103> 106/ 691 Nr. Zweites Blatt. Freitag den 1. September 1893 Der •14«« **|rt«tr erscheint täglich, «tt lulnaijine bt8 Montags. Die Gießener Hka»ikie««ltlter »erden dem Anzeiger -»GcheMlich dreimal ««gelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Viertelsähriger j ASon«,menl»pr«t» a 2 Mark 20 Pfg. nm vrmgerlotzn. Durch dir Post degaßr« 2 Mark 60 Ps^ Aedaction, (tjprbiHoe und Druckerei: Ht.7. Fernsprecher 51. Amts- unb Zlnzeigeblatt für den Ureis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm folgmden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. | Hratisveikage: Gießener Aamikienölätier. Alle Annoncen-Vureaus des In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, 'tetr, die Herbstübungen der Großh. (25.) Division; hier die Flurschäden. Im Laufe dieses Monat« werden auf einem noch auszuwählenden Gelände bei Gießen die Hebungen der Infanterie- Regimenter Nr. 115 und 116 (verstärkt durch da« Jäger- Bataillon 11) ihren Anfang nehmen unv es wird sodann die 49. Infanterie' Brigade bi« zum 10. September auf dem betr. Felde exerciren. Sodann finden in der Zeit vom 11. bi« 15. September die Brigade - Manöver der verstärkten 49. und 50. Infanterie - Brigaden in dem Dreieck Lich— Wetzlar—Butzbach und in dem Bezirk Butzbach—Ufingen— Friedberg—Hungen—Münzenberg und im Anschluß hieran die Divisions-Manöver in dem Landstrich Hungen—(ließen —Wetzlar—Butzbach statt. Zur thunlichsten Vermeidung von Flurschäden in Folge der Hebungen ergeht hierdurch an die Grundbesitzer die Aufforderung, ihre Grundstücke noch vor Beginn der tzxercitien bezw. Manöver, soweit dies überhaupt möglich ist, abzuernten und diejenigen Grundstücke, welche während der Hebungen noch mit Früchten bestanden sind, sowie die vorzugsweise zu schonenden Ländereien, wozu in diesem Jahre besonder« die mit Futterpflanzen bestellten gehören, durch Anbringen von etwa zwei Meter hohen Stäben mit Strohwischen schon von Weitem erkenntlich zu machen. Zur rechtzeitigen Wahrung ihrer Jnteresien machen wir die Kreisangehörigen noch auf folgende gesetzliche Bestimmungen aufmerksam: 1) Grundstücke, deren Benutzung bei Truppenübungen gänzlich ausgeschlossen ist (Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Pflanzgärten ic.) müssen, insofern deren Eigenschaft als solche nicht ohne Weiteres erkennbar ist, an den Enden durch hochstehende Tafeln mit Auf- schrift bemerklich gemacht werden. 2) Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen, sondern auf andere Weise, besonders dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten Unterlasten haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung. 3) Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Jnter- estenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht. Gießen, den 16. August 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________I. V.: Dr. Melior.____________ Gießen, den 16. August 1893. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießev •* die Grvßh. VÜrgermeiftereter, w «reifes. Soweit Ihre Gemarkungen nach vorstehender Bekanntmachung und der Ihnen mit unserem Ausschreiben vom 11. d. M. (Kreisblatt Nr. 190) mitgetheilten Hnterkunfts- listc voraussichtlich von den diesjährigen Truppenübungen berührt werden, wollen Sie diese Bekanntmachung alsbald und sodann mit Zwischenräumen von 8 Tagen zweimal auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen. Zugleich beauftragen wir Sie, Ihren Polizeibediensteten und Feldschützen ganz besonders die Heberwachung des Publikums auf den Uebungsfelderu und bei den Biwaks zur Pflicht zu machen, damit Flurbeschädigungen durch dasselbe möglichst vermieden werden. Durch Zuschauer verursachte Schäden werden aus der Militärkaste bekanntlich nicht ersetzt. I. V.: Dr. Melior. Gießen, den 26. August 1893. Betr.: Die Aufnahme der taubstummen Kinder in die Taubstummen-Anstalten des Landes. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 7. September 1857 sehen wir Ihren Berichten darüber entgegen, ob in Ihren Gemeinden taubstumme Kinder vorhanden sind, welche das zur Aufnahme in eine Taubstummen-Anstalt er- forderliche Alter erreicht haben. Die Kinder muffen das ^ Lebensjahr erreicht, dürfen aber das 12. Lebensjahr noch zurückgelegt haben. Sollten sich aufnahmsfähige taubstumme Kinder in Ihren Gemeinden vorfinden, dann wollen Sie sich über die Verhältnisse der Eltern der Kinder ausführlich äußern und sich hierbei des nachfolgend abgedruckten Formulars, besten einzelne Rubriken sorgfältig au»zufüllen sind, bedienen. v. Gagern. Wieviel Geschwister Name« am Leben gestorben der r- -a Taub- *8 d 64 stummen R Z B 18. 17. 16. 13. 14. 9- 10. 1. 2. 11 6 7. 8. 5 5 9 taub geworden Erzeugt 3 a s. Namen der Eltern und ihre Beschäftigung Unterrichtet L B B « B 2 Q € b -e <9 Bei der Geburt war alt Veranlassung der Taubheit C 8S s 3 Bg es Umfang der Taubheit i 15. ■— ■5 B rtf> w B 12. ZS H j — «e IO 2® Z« 5. Bekanntmachung, betreffend Verminderung der Raben, Eichhörnchen rc. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß im laufenden Jahre infolge der durch uns getroffenen Anordnung im Kreis Gießen Staben, Eichhörnchen rc. in folgenden Zahlen, die übrigens thatfächlich höher sein werden, vertilgt worden sind: Naben 2621, Nabeneier 1423, Häher 771, Eichhörnchen 718. Soweit ein Bedürfnis zur Verminderung noch besteht, wolle der Abschuß fortgesetzt werden. Gießen, den 30. August 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Gagern.__ Bekanntmachung, betreffend Gesuch des Müllers Jacob Hahn II. auf der Unter- sorger Mühle zu Allendorf a. d. Lahn um Erlaubniß zur .Wiederherstellung seines Mühlenwehres. Pläne und Beschreibung zu rubricirtcm Gesuch liegen in der Zeit vom 4. bis 18. September l. I. auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn zu Jedermanns Einsicht offen und sind Einwendungen gegen die projectirte Anlage innerhalb genannter Frist, bei Meldung der Nichtbeachtung, schriftlich bei uns einzureichen. Gießen, den 30. August 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. DieZiegen aus dem Grotzherzogthum Hessen auf der Ausstellung der Deutschen Land- wirthschafts-Gesettschaft zu München. Das Tageblatt der achten Wanderversammlun^der Deutschen LandwirthschastS-Gesellschaft Nr. 2 bringt auS der Fever deS Herrn Dettweiler-KarlSruhe folgende Mttthetlung:) „Zum zweiten Male erschienen Ziegen au« dem Großherzogthum Hessen auf einer Ausstellung der Deutschen LandwtrthschaftS-Gesell- schaft. Bereits die Schau tn Straßburg war reichlich beschickt und von aroßm Erfolgen für die Aussteller gewesen. In der Zwischenzeit ist man aber nicht stehen geblieben, sondern man ist aus dem einmal betretenen Wege weiter gegangen, und al« das Resultat dieser Bestrebungen ist die Beschickung der Münchener Ausstellung mit 25 Böcken und Ziegen durch den Ziegenzuchtverein Pfungstadt bei Darmstadt zu betrachten. Das Interesse, welche« sich jetzt überall tn Deutschland« Gauen für die bi« dahin vollständig vernachlässigte Zucht der Ziegen bemerkbar macht, ist lediglich auf die Bestreoungen in Hessen zurückzuführen. Hier hat man zuerst erkannt, welche große volköwirth- schaftltche Bedeutung der Ziege al« der Kuh des armen Manne«, de« Arbeiters, inne wohnt. Man sah, daß die vorhandene Raffe nicht mehr da« leiste, was man von einer guten Ziege verlangen könne und suchte eine Verbesserung deS Materials herbeizuführen durch die Einführung von guten Zuchtthteren aus der Schweiz. Zuerst wurden nach Rhetnheffm sogenannte Appenzeller Plattkopfe rtngeführt, weiße, hornlose, mtlchretche Thtere- später und in dm letzten Jahren fast ausschließlich wendete man sich dem ebenfalls weißm und hornlosen Saanenschlage zu, vereinzelt den diesem Schlage verwandten Guggisbergern. Die Erfolge, die man mit dem eingeführten Material erzielte, waren sehr zufriedenstellende, denn es zeigte sich, daß die Schweizerziegen uld widerstandsfähiger und anspruchsloser sind, als die dn= heimischen, vor allen Dingm sie im Milchertrage bedeutend über- treffen. Denn wahrend bis dahin Ziegm mit einem Milchertrage von drei bis vier Liter zu dm Seltenheiten gehörten, geben die auf der Ausstellung vertretenen Schwelzerziegm des ZuchtvereinS Pfuna- stadt tn dm ersten Monaten nach dem Werfen fammtltch fünf bi« sechs Liter Milch. Auch in den Kreuzungen mit dem Landschlage machte sich eine ausgezeichnete Entwickelung deS Schweizer Blutes bemerkbar. um. Das ganze stattliche Anwesen, nebst Schul' und Rath' hau-, sowie weitere drei Häuser und vier Scheunen liegen in Asche dem Erdboden gleich. Sieben Stück Rindvieh liegen, noch an den Ketten befestigt, verbrannt auf der Erde, was als Beleg dienen mag, wie man zuerst auf Rettung der Kin» der bedacht war. • Fürchterliche Bilder aus dem ungarischen L ho l era- gebiet entwirft der Wiener Arzt Dr. Ignaz Kohn, auf die die ungarische Regierung bisher nur die eine Erwiderung hatte, daß sie die Existenz dieses Kohn anzweifelte. Kohn hat mit dem BezirkSarzte von Nagy»Boczko, Dr. Paul Munkacsy, Wanderungen durch die Eholeraorte gemacht und schildert seine Erlebnisse in der „N. Fr. Pr.", denen wir Folgendes entnehmen: „Im Orte KiSlonka erwartete unS der Dorfarzt, ein gewöhnlicher ruthenischer Bauer- er ist als Krankenwärter angeftellt, führt die Medicamente bei sich in einer Tasche und geht von HauS zu HauS zu den Lrauken, an die er die Medicamente nach seinem Gutdünken vertheilt. Er ist zugleich der Todtenbeschauer und hat den Stand der Erkrankungen uud Todesfälle zu führen- da er aber nicht schreiben kann, führt er die Zahlen im Kopfe. Er berichtete dem Dr. Munkacsy, heute seien zwei Leute neu erkrankt, zwei andere seien gestorben, zwei andere lägen im Sterbender Krankenbestand betrage fünf Personen. Wir besuchten die Kranken der Reihe nach. Vor einer eine Viertelstunde vom Dorfe entfernten Hütte lag im Grase eine Frau mit einem Tuche zugedeckt, stimmlos und pulöloL- sie rührte sich nicht mehr — eine lebendige Leiche. Medicamente haue sie verschmäht. Dann kamen wir zu einem HolzhäuSchen - in dem dunklen, kleinen Zimmer, dessen Fenster dicht verschlossen waren, wurde auf dem Herde gekocht, unter dem Herde lag ein Kälbchen und neben dem Herde stand ein Bett, darin lag zusammengekauert ein Mädchen, ganz nackt, in den letzten Zügen. In Kuzh Ersuchte und ein Fabrikaufseher, in sein j HauS zu treten, eS scheine ihm, seine Frau habe auch die Cholera, sie erbreche, habe seit früh Durchfall, und obwohl man ihr — sauere Milch gegeben, werde es immer ärger. Wir sanden die Frau in den letzten Zügen. Trotzdem verschrieb Dr. Munkacsy auch für sie ein Recept. Ihr Sohn weigerte sich aber, für die Mutter zur Apotheke im nächsten Orte zu fahren, und es mußte ein Bote zu Fuß dahin gc schickt werden. Als wir nach Ragy'Boczko zurllckfuhren, sahen wir die Leichen zweier russischer Juden zu Grabe tragen, von deren Erkrankung und Tod man nichts erfahren hatte. Dr. Munkacsy ließ die Juden der dortigen russischen Colonie zusammen rufen und schärfte ihnen strenge ein, ihn, wenn sie schon keinen Arzt zu den Kranken holen lassen wollten, von jedem Todesfall alsbald zu verständigen, widrigenfalls sie eingespern würden. Gegen Abend wurde er in der Thal zu einer cholerakranken Jüdin nach KiSlonka gerufen und ich beglettete ihn. Wir fanden die Frau von Schmutz starrend, mitten in Noth und Elend. Da sie schon ganz verfallen und stimmlos war, wollte ihr Dr. Munkacsy eine Ander« Einspritzung geben. Die Juden ließen dies aber nicht zu, weil sie fürchteten, daß wir die Frau tSdten wollten. Wir mußten unverrichteter Dinge heimgehen und Dr. Munkacsy konnte nur den gemessenen Auftrag geben, ihm den Tod der Frau alsbald anzuzeigen, damit die Wohnung desinncirt werde. Auf dem Rückwege sahen wir, daß Walachen in einem Zimmer, wo kurz vorher eine Choleraleiche gelegen, den Leichenschmaus hielten. ES mußten die dem Richteramte zugetheilten Gensbarmen gerufen werden, um die Levte auSeinanderzutreiben. Vermehr, CanO» ttnö Volfstviribfcbaff. — Die -tzraukfurter CbflmÄrfte werden, da da« Obst so früh zur Reise gekommen ist, am 5. und 22. September wieder in der Stadthalle ftattfinben. Zugelassen werden sämmlltche in Deutschland gezogene Obstorten, sowie die verschiedenen Obstprooucte, endlich in diesem Jahre zum ersten Male, auch Verpackungsmaterial. Letztere- spielt eine so wichtige Rolle im Obfthandel, daß die Zulassung demselben gewiß allersettS Zustimmung finden wird. Alle Verkäufe auf den Märkten finden durch von dem Marktcomitü abgestempelte Schlußschetne statt. Die Vermittelung aller An- und Verkäufe findet auch in diesem Jahre wieder kostenlos statt. Jede weitere Auskunft wird von dem (Somtte, das Gneifenaustriße 15, gegenüber dem Hauptbahnhof, sein Bureau hat, wohin auch alle Anmeldungen für die Märkte zu richten sind, ertheilt. ' Markt« vrdmrug für die vtzsttuüekte in Frankfurt a. M. 1. Zu den Obstmärkten wird zugelassen: a) sortirtes Tafelobst, b) gepflücktes Wirthschaftsobst, c) gewöhnliches Wtrthschafts- und Mostobst, d) gedörrte und eingekochte Obstftüchte, Obstweine, Obst- branotweine, Obstliqueure, MuS, Marmelade, Gel6S rc. e) Verpackungsmaterial, Aufbewahrungs-Gegenstände rc. 2. Die Obstmärkte dürfen nur mit in Deutschland gezogenem Obste beschickt werden. I. Zugelassen werden nur solche Verkäufer, welche a) von feinem Tafelobst mindestens 25 kg per Sorte oder b) von gepflücktem WirthschaftSobst mindesten- 25 kg per Sorte oder c) von Most- oder Wirthschaft-abst mindesten- 100 kg tn bieten. Der Verkauf geschieht nur nach Vroben. Für die ObstmLrkte 1893 werden Vroben von sorttrtr, Tafelobst und aepstücktem Lirthschaft-obst bi- 5 kg brulto und von gewöhnlich« Wirthschaftsobst dis 25 kg ,u- aelassen. 4. Obstweine, Lbfibrannlweine, Lbfiltauntre, Lbstfüfte rc. sind in Flaschen auhufteHen. 5. Jede «-gestellte Probe ist mit einem Begleitschein zu versehe» welcher enthält "•) de» Namen den ortüübttchm Namen) der Sorte, t>) de» Preis per kg Tafelobst. I ab nächster e) den Preis per 100 kg Wtrt-ichaflSobst, ; Bahnstation, d) daS iut Verfügung stehende O uantum, e) den Ramen de- Verkäufer- refp. de- Bevollmächtigten uni der nächsten Bahnstation, 0 ungefähre Lieferzeit. Die Formulare hierzu wnden vom MarktcomttS kostenleß geltefert. 6. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung bei Marktet, franco Marktlocal, zu liefern. Die Proben de- verkaune, Obstei gehe» in dm Besitz bei Marktes mit-'-- über: e- dal jedoch jeder Käufer Anspruch auf Aushändigung eine- der Ouanltlät bei von chm gekauften Obstei enliprechenden Theilei bet Probe. Die Proben bei nicht verkauften Obstei werden, sofern dieselbm nicht vor Schluß bei Markte- vom Sin. sendet abgeholt worbm finb, oerwerttzet und der dxlM mit zur Deckung der durch ben Markt enkst enden en Kosten benutzt. 7. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Mach comll< abgestempelte Schlußschetne in dreifacher Au-ferttauvg statt, wovon der eine dem Käufer, der andere dem Lerkmun und der drille dem MarktcomttS verbleibt. Sie werben vom Diarktcomitt gebucht. Da- Marktcomit^' wird von- Verkäufer bezw. dem Letteter durch den von ihm unter schrtebenen Begleitschein bevollmächtigt, die Verkäufe iw Namm und unter ausschließlicher Haftbarkeit bei Verkäufer» abzufchlteßen. Dia Bert* Ittel trag der an* »n> Verkäufe erfalgi durch das CawUe kostenlo- 8. AuSftellungm an btr gelieferten Waare finb innerhalb 6 6hmben für Beeren» ober Steinobst, unb 12 Stunden für Kernobst nach Ankunft bezw. nach dem Empfang des vad» Aoife-, von dem Käufer an ben Verkäufer durch eingefchrir» bmm Bries anzuzeigen. 9. Im Interesse bet weiteren Marktverkehri erscheint ei geboten, auch dem MarktcomitL von der EMfcheidung bieier vean> ftanbung Mttthellung zu machm. Geht aui ben Entscheidung - gründen hervor, daß auf Sellen ein ei der Eontrahenten ttn unreelles Gedahrm vorliegt. so kann der Betressmde von fpäterm Obstmärkten ausgeschlossen »erben. 5788] Statt- steigeuder «dsatz seit 1880 verbürgt die Güte btt Holländ. Dadak bet ». Becker in eeefeita. Jö t0Psd.fco.AMk toi Sn Qm . qachkr fr- 1 | i. DO« 9' ersten «T. 118 M 2. w der 51 1 i gib 13 De Dm Bekanntmachung. Nachdem die Stadtverordneten * Versammlung in der Sitzung vom 14. d. Mts. die Feststellung einer Baufluchtlinie von der Ludwigstraße ab längs der Oberhessischen Bahnen bi- zur verlängerten Bleichstraße beschlossen hat, bringen wir dies hierdurch mit dem Bemerken zur Kenntniß, daß der Plan darüber 14 Tage auf dem Stadtbauamt offen liegt, und daß etwaige Einwendungen gegen denselben bei Meidung des Ausschlusses innerhalb dieser Zeit bei uns vorzubringen sind. Gießen, 30. August 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.[7388 Freitag d. 1. September, Vormittags 9 Uhr, versteigere ich vor dem Rathhaus zu «Oen, darf a. Lda. gegen Baarzahlung: zwei Kühe. Born, 7385__________________Gerichtsvollzieher. In der Dörfeld 'scheu Wirthschast zu Wiescck nächsten Samstag den 2. Septbr., 10 Uhr Vormittags, Grummetgrasversteigerung der Frau Otto Kempsf'schen Wiesen (Hund» und Ochsenwiesen) in der Gemarkung Wieseck durch Herrn Bürgermeister Sommerlab. [7372 Keissieöotencs. wichtig für Hausfrauen. Die Holländische Kaffee-Brennerei H. Disque & Co., Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke Elephanten Kaffee wegen ihrer Güte unb Billigkeit so berühmten und nach Dr. von Llebiai Vorschrift gebrannte hochfeineOualttät Kaffee-: per i/tz Ko. X t Westindisch Mlsohung, „ „ „ 1.60 f. Meoado- , * ■ , 1.70 f. Bourbon- , ■ • „ 1.80 extraf. Moooa- „ „ , , 2.— Durch vorzügl. neue vrennmethode trästigeb feines «roma. [840 Große Erfparniß. Rur ächt in Packeten mit Schutzmarke .Elephant' versehen von 1,', u. VePsund. Niederlagen in: Gießen bet «ilh. Haag, Bleichstr. 21, Aacod Häuser, Ludwigstraße 80, »ritz Eglv, Brandplatz 10, August «oll II. Regenschirme^ für Damen, Herren und Kinder em. pfiehlt in reicher Auswahl zu billigen Preisen [7272 H. Rübsamen. -Bengolisdic Sdiclbddcuer & ^omesimn-siickill Fabrik: Friedr Wösch, Würzburg. 6851| Im Zentrum der e-tabt ist eine seit Jahren besteh. Restauration nebst Logis prei-w. zu verkaufen ob. zu Denn. Näh, b. Louis Rothenberger, Neuenw SAN1TÄS Mlte-Fe tr-Seife Zu haben in allen ParfumerieniDroguerien. Unser ilsener ist beliebt wegen seines vor« züglichen Geschmackes unb weil eS außerordentlich gut bekommt. ES kostet [lt per l/2 Ltt.-Flasche 15 Pfg- Gebr. Röhrle, Erportbierbrauerei. Neue Hellerlinsen emps. | 7273] I. M. Schulhof. Schwemmsteine \ S» • /' ■ -------- , ) ® . / nur prima Wiuuv / x Z Oie», Neuwied. / Neue Hellerlinsen empfiehlt [7246] y. Kalkhof. Emser Silber-Gartenkies liefern in großen unb kleinen Quantitäten Jean Dem & Cie. 4435] Baumaterialienhandlung. 25 JÄHRIGER ERFOLG 242 Z UJ LU —J O z m o Z i m v> 33 O o —1 o Q_ LU E X Wir empfehlen hiermit unser reich aus» gestattetes Lager von Gasbelkuchtullgs - GegellSällden aller Art, als Kronleuchter (in den gang-1 barsten DtetallauSführungen, Glas u. f. ro.), | Ampeln, Lyren, Wandarmen u. s. w. in verschiedenen Stilformen und bewährter Aus» führung, ächte Siemens- unb Wenham- Lampen, die neuesten Auer'schen Inten» siv Gas-Glühlichte, sowie 18? Gas-Koch^ und chmapMate in den zweckmäßigsten Constructionen für häusliche und gewerbliche Zwecke. Die Lampen u. Apparate können in unseren Ausstellungsräumen in Betrieb gezeigt werden. Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen. VERKAUF IN DEN APOTHEKEN UND DROGUEN-HANDLUNGEN. oooooooooooooo oooooooo ooo F. SCHOTT, Weinliandlung, Wein- u. Frühstücks Stube, ■■i 23 — Bahnhofstraße — 23 HM W (Eigener Import 2875 von Malaga, Madeira, Sherry, Portwein, Süßer Pafarete, «useatel, valdepennas, Opporto, Priorato, Laertmae »lltzrtftt, Dokayer, sowie Rhein-, Haardt», Mosel», Bordeaur», deutsche unb srauHästsche «ouff. Weine unter Garantie für Reinheft. Ferner: «oguae, Ra«, «rar und feiner« kiqueure, Cigarren und Clgarretten zu den äußersten Preisen. ♦♦ Bei größeren Bezügen entsprechende Preisermäßigung. oo o o ooo oooo ooo o oooooooooo Htbecttta: ll. »Stile. — Druck und «erlag der vrßhl'sch« Pruckern (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießet 7324] Ein für jrd. Geschästibelrieb ge» eignete- Haus (zwei Läden) in einem Vrovinziolstädtchen btll- |u oerk X 1000 Anzahl. Näh. Wolkengasse 13, Gießen Fnssbodenanstrich aller Elrt, rasch trocknend unb von großer Dauerhafiigkeit billigst. (5157 Aoguot Nell 11., Bahnhofstraße 51. Dermielöungen. 5193) Der mtttl. Stock meine- Hause-, Frankfurterstraße Nr. 6, z. 8- von Prof. Philippi bewohnt, ist durch besten Weg» zug pro L Octo der mit allem Zubehör anderweitig zu oermiethen. _____Dr. A. Mettenheiner. ' ■.5990] Kleine- Logi- mtt Wafferleituvg an eine ruhige Familie zu oermiethen ____________________Mäu-burg 12. 7078] In meinem neuen Haufe,w stetnftraße 42, sind mehrere öobnuaua von 2—3 Zimmern, Küche unb Zubehlt, fofott zu oermiethen Georg »rast. 6762] Der utittlere Stock mit Zubehör und Gartenantbeil alsbald zu oermiethen. I. Bamberger, SÜdanlage^M^ । 632Ü| Schöne-Familienlogt-,6Zimma mit Zubehör, Bleichplatz, nahe der Auli unb dem Gymnasium, per October is oermiethen «arl «iOamdi, öSberstraße So _ 68241 In m. neuen 2'/,stöckigen Haust, i Goethestr. 46, neben der Aula, Beletase und Mansarde, fe 5 Z. m. all Zube». (®artenant6eü), auf 1. Oet an ruhiz« Leute zu oermitthen. Zu fpr. bi- Nach in. '/,4 Uhr. 0r. «Ase, Löberstraße S 7363] Ein kleine- Familien ö Logii ä oermiethen im DarwtOAdter Haus. , 735^] LogiS |u oermiethen. N^herck ; bei I Hormann Mäu-burg 6 7343, In meinem Jicubau in der Weie» ftraße sind mehrere Logt- von je 3 Zio» mern mit Zubehär zu oermiethen. _____________Louis Hell»»ld. 7348] Ter 1 Liock meine- Haufe- Viaduct der Main-Weser »Bahn sofort |i perm H. Varutzardt, Kletn-Lichen. 731b | Schöne Wohnung, 4 Zimmer mt allem Zubehör, per 1 Noo. zu venntether. Lrapp, Steinstrahe 99. 72511 Ein schöne- LogiL7^lmmahio nti| «uchüg unb b -‘•ttt 'Ration (*roWi aufi ^«oschlttd ö f« «ehr, rot kben, d-tz ftärtflen, fort Mit Soll t:n “Urmüll tirt irrten V