18SS Dienstag den 1. August Nr. 178 Amts- und Airzeigeblatt für den Ttveis Gieren Hratisöeitage: chießener Kamitienblätter. Milch preise. Ausland. waldet- die Bewohner haben sich bis jetzt sehr feindselig gegen freiung nicht. § 4. Annahme von Anzeigen zu der ^Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr. Der GKtze*«r Anzeiger erscheint täglich,
n: Bahnhofstraße ji. KaplanSgasie 18. ntm Neubau sind mehren jör und Wasserleitung n Mr, Steinstraßc 4t ße Aist der dritte SA em Zubehör, per 16. Df ;en. _______________ kirne-Wohnung Grün. ,r. Octodrr anderweit Höne Wohnung. WW® "n mit allem öudeh 's EtluoemirtIM« BahnhoM»^ zarterrewohnemg-»» Ostantagr 29 find «I permtethrn. . Pros, Ladpenrer. . 2. etock» *■ Vfor. WaUenleU, Marttpla»' — ^s«ndtV-h'""' ’n!« ^'vermtüvev^ ffjfe I MM idanlag® 5 # « -rs'2^. Theil. Bekanntmachung. Nachdem die in dem Gießener Anzeiger Nr. 52 untern I 26. Februar 1889 publicirte Polizei-Verordnung, betteffend I die Beleuchtung der Fuhrwerke und Fahrzeuge zur Nachtzeit, als § 2 eine Zusatzbestimmung erhalten hat, bringen roir dte I hiernach abgeänderte Polizei-Verordnung nachstehend zur öffent- I lichen Kenntniß. I Gießen, den 21. Juli 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Polizei-Verordnung für den Kreis Gießen. Betr.: Die Beleuchtung der Fuhrwerke und Fahrzeuge zur I Nachtzeit. Auf Grund des Art. 78 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, I des § 366, pos. 10 des Reichsstrafgesetzbuchs und des Art. 279 des Polizeistrafgesetzes wird unter Zustimmung des Kreis-Aus- schusies und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. Februar 1889 zu Nr. M. I. 4991, sowie vom 7. Juli d. I. zu Nr. M. I. 19379 hiermit verordnet: § 1- . Alle auf den öffentlichen Straßen des Kreises Gießen verkehrenden, mit Zugthieren bespannten Fuhrwerke und Fahr- | zeuge müssen nach Eintritt der Dunkelheit mit einer an gut sichtbarer Stelle angebrachten, brennenden Laterne versehen sein. Personen-Fuhrwerke, welche auf den erwähnten Straßen während der genannten Zeit verkehren, müssen durch zwei hellbrennende Laternen, welche zu beiden Seiten des Kutschersitzes anzubringen sind, beleuchtet fein. Für Personen-Fuhrwerke, welche auch in der Landwirth- schaft verwendet werden (Leiterwagen), genügt eine an gut sichtbarer Stelle (am Vordergestell unter der Deichsel) anzubringende brennende Laterne. § 2. Die Verwendung roth und grün leuchtender Laternen ist für sämmtliche Straßen-Fuhrwerke verboten. § 3- Landwirthschaftliche Fuhrwerke und Fahrzeuge, welche unmittelbar von der Feldarbeit in ihrer Ortsgemarkung oder der angrenzenden Gemarkung auf dem Heimwege begriffen sind, sind von den Vorschriften des § 1 befreit. Für den Bezirk der Stadt Gießen gilt diese Be- vom Rhein, vom Main, von der Fulda und Lippe, kurz aus Süd« und Norddeutschland herbeigekommenen Ruderer wollten ihr Können zeigen und rudern um die schönen Ehrenpreise. Bei dem Zuspruch, dessen sich die früheren Regattaen hier allgemein erfreuten, war eS erklärlich, daß auch daS Publikum, trotz der Ungunst der Witterung, sich zahlreich auf beiden Ufern der Lahn einfand. Die Vorrennen fanden am Vormittag statt und hatten folgenden Verlauf: Dollen« zweicrfürJuniorS. Ludwigshafener Ruderverein 9 Min. 15 ©ec., Rudergesellschaft Speyer 9 Min. 15% See., Ruderclub Hamm 9 Min. 20 Sec. (ging allein über die Bahn). — Junior-Vierer. Frankfurier Rudergesellschaft „Germania" 7 Min. 9% Sec., Mainzer Ruderverein 7 Min. 31 Sec., Frankfurter Ruderclub 7 Min. 24?/5 Sec. (ging allein über die Dahn). - Anfänger - Vierer. Kölner Ruderverein 1877 7 Min. 26 Sec., Rudergesellschaft Sachsenhausen 7 Min. 50 Sec., Ruderverein Cassel 7 Min. 15 Sec. (ging allein über die Bahn). — Achter. Frankfurter Ruder- gesellschast „Germania" 6 Min. 40 Sec., Frankfurter Ruder« dub 6 Min. 55% Sec., Gießener Rudergesellschaft 7 Mm. 3 Sec. (ging allein über die Bahn). — Die Hauptrennen begannen punkt 3 Uhr, sie wurden eröffnet mit: Linser für Juniors. Ehrenpreis nebst einem Ehrenzeichen. Am Start: Hermann Kothe vom Ruderverein Bremen, Martin Freudenberger von der Frankfurter Rudergesellschaft „Sachsenhausen". Bremen führte vom Start ab und hätte sicher mit zwei Längen gewonnen, wenn Kothe nicht gegen die vor der Tribüne befindliche Landungsbrücke gefahren wäre. Infolge deffen ging „Sachsenhausen" mit 8 Min. 10 Sec. Fahrzeit allein durchs Ziel. Erster Vierer. Wanderpreis der Stadt Gießen, Ehrenpreis nebst 5 Ehrenzeichen. Infolge Erkrankung des Schlagmannes der Gießener Rudergesellschaft konnte diese ben Preis nicht vertheidigen. Die Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" ging deshalb allein über die Bahn. Zeit 6 Min. 56-/5 Sec. Dollenzweier für Juniors. Ehrenpreis nebst 3 Ehrenzeichen. Am Start: Ludwigshafener Ruderverejn, Ruderclub „Hamm", Hamm i. W. Die anfänglich vom Ludwigshafener Ruderverein gehaltene Führung dehnte derselbe nach und nach bis auf 3 Längen aus und ging nach 9 Min. 10 Sec. durchs Ziel. Hamm folgte nach 9 Min. 25 Sec. ffll Zweiter Vierer. Ehrenpreis von den passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschast nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start: Gießener Rudergesellschast, Mainzer Ruderverein. Gegen die Führung von Mainz kam Gießen auf halber Bahn etwas aus, konnte aber die Führung nicht erlangen, so daß Mainz mit ca. 2 Längen Vorsprung durchs Ziel ging. Zeit: Mainz 7 Min. 1% Sec., Gießen 7 Min. 16% Sec. Junior-Vierer. Ehrenpreis der Damen Gießens, nebst 5 Ehrenzeichen. Die beiden Frankfurter Vereine „Germania" und „Ruderclub" fuhren aus ziemliche Ent- fernung fast Bord an Bord, bis es dem Ruderciub gelang, sich loszumachen und mit bedeutendem Vorsprung in 7 Min. 13’/6 Sec. durchs Ziel zu gehen. „Germania" stoppte etwa 200 Meter vorm Ziele ab. Einser. Lahnpokal,gestiftet vom deutschen Ruder-Verband. Wanderpreis nebst 1 Ehrenzeichen. Albert Rübsamen von der Gießener Rudergesellschaft ging allein über die Bahn. Zeit 7 Min. 45 Sec: Anfänger-Vierer. Ehrenpreis vom Schützenverein Gießen nebst 5 Ehrenzeichen. Der Ruderverein Cassel siegte leicht mit ca. 5 Längen über den Kölner Ruderverein 1877. Zeit 7 Min. 11% Sec., bezw. 7 Min. 26% Sec. Zweiter Linser. Ehrenpreis nebst 1 Ehrenzeichen. Hermann Kothe vom Ruderverein „Brema", Bremen, ansänglich hart bedrängt von Gg. Freyeisen von der Rudergesellschaft „Sachsenhausen", gewinnt gegen Mitte der Fahrt ca. 6 Längen Vorsprung, mit dem er durchs Ziel ging. Zeit: Bremen 8 Min. 13 Sec., Sachsenhausen 8 Min. 34 Sec. Dollenv iercr sürJuniors. Ehrenpreis von der Lügentisch-Gesellschaft im Restaurant Friedel, nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start: Schweinfurter Ruderclub „Franken" und die Gießener Rudergesellschast. Gießen hatte anfänglich die Führung, die eS auch bis zur Hälfte der Bahn trotz AufrückenS von Schweinfurt behielt. Nach heftigem Bord- an Bord-Fahren wurde Gießen von Schweinfurt überholt, welches denn auch mit zwei Längen siegte. Fahrzeit: Schweinfurt 7 Min. 35 Sec., Gießen 7 Min. 42 Sec. Achter. Wanderpreis, verliehen von Sr. Kgl. Hoheit dem Grobherzog, nebst 9 Ehrenzeichen. Diese Schlußnummer des Rennen» gestaltete sich in Berücksichtigung der um den Preis startenden Vereine zu einem intereffanten. Der Gießener Rudergesellschaft lag die schwere Aufgabe ob, ihn gegen eine sieggewohnte Mannschaft, wie die Frankfurter „Germania" eS ist, zu vertheidigen. Die allgemein geäußerte Vermuthung, daß Gießen solch einem Gegner den Preis nicht entreißen würde, hat sich denn auch bestätigt, aber Gießen unterlag ehrenvoll. „Germania" erweiterte die kurz nach dem Starten eingenommene Entfernung stetige ungünstig für Gießen war auch, daß „Germania" zeitweilig in das Fahrwasser von Gießen schnitt, sodaß deffen Aufkommen erschwert wurde. Germania ging mit 5 Längen durchs Ziel. Zeit: 6 Min. 28 Sec., Gießen 6 Min. 46 Sec. Damit waren die Rennen beendigt. Nach denselben nahmen die Sieger die Preise entgegen. In Steins Saalbau vereinigten sich am Abend nochmals Ruderer und Nichtruderer, nebst ihren Familien zu fröhlichem Beisammensein, und fand damit die 3. Ruder-Regatta ihren Abschluß. Hat diese Regatta auch nicht der Gießener Rudergesellschast die Lorbeeren gebracht, die man in Anbetracht der in letzter Zeit auswärts errungenen Siege erwartete, so kann man doch tm Allgemeinen mit ihr zufrieden sein, sie hat wenigsten- durch die große Zahl der theilnehmendett Rudervereine gezeigt, daß Gießen sammt seinem „Lahnsrrom" dem Waffersport eine geachtete Heimstätte zu bieten vermag. • * Militärdieustaachricht. Kar! Graf zu S 0 l m S - Laubach, in der Armee und zwar als Sek.-Lt. der Ref. des Leib-Garde-Hus.-Regt., vorläufig ohne Patent, angeftellt und vom 1. August d. I. ab auf ein Jahr zur Dienstleistung bei diesem Regimeat commandirt. In den Ruhestand versetzt wurde: Am '4. Juli l. I. der Locomotivführer bei den Oberhessischen Eisenbahnen Konrad Dörr zu Gießen auf sein Nachsuchei- mit Wirkung vom 1. August l. I. an bis zur Wtederherfiellung seiner Gesundheit. * ♦ Ferien-Sond erzöge. Wir machen hiermit auf die in vorliegender Nummer befindliche Bekanntmachung der Kgl. Eisenbahn-Direction Hannover aufmerksam. Demnach geht am 8. August ein Ferien-Sonderzug nach Frankfurt a. M., Straßburg und Basel, am 12. August ein solcher nach München, Salzburg, Reichenhall, Kufstein und Lindau. Nähere- ist auf den Stationen zu erfahren. • • Neuerung im Eisenbahnverkehr. Dom 1. August 1893 ab ist für die Benutzung der Schnellzüge 75 und 76 zwischen Frankfurt a. M. und Altona, welche aus neuen vierachsigen durch Seiten- oder Mittelgang und bedeckte Uebergänge mit einander verbundenen und mit nummerirten Plätzen ausgestatteten Wagen zusammengesetzt sind, nach Maßgabe der zur Verkehrsordnung erlassenen Zusatzbestimmungen der Preußischen Staatsbahnen außer der eigentlichen Fahrkarte eine Platzkarte zum Betrag von 2 Mark für die erste und zweite Klaffe zu lösen und zwar nicht allein für Fahrkarten im weiteren Verkehr, sondern auch für alle, auch für Zwischenstationen und zwar hauptsächlich wohl deshalb, damit der weitere Verkehr durch den localen Verkehr nicht zu sehr beeinträchtigt wird. Die Lösung der Platzkarten erfolgt auf den Zwischenstationen nur durch den Zugführer des betreffenden Zuges. Für Kinder, für welche Fahrkarten gelöst werden müffen, wird die volle Platzgebühr erhoben. ♦* Bücher in den Schnellzügen. Mit dem 15. Juli ist die Einrichtung, in den Schnellzügen der preußischen Staatsbahnen Bücher zur Unterhaltung der Reisenden aufzulegen, in Thätigkeir getreten. Diese Bücher enhalten ausführliche, mit Jllustrattonen versehene Beschreibungen der verschiedenen, auf den Strecken liegenden Städte, Curorte rc. und bieten somit eine ganz angenehme Lectüre, die bei der häufig unvermeidlichen Eintönigkeit einer längeren Eisenbahnfahrt höchst willkommen sein dürfte. Auch betreffs Gasthöfe, industrieller Etabliffements rc. giebt daF Buch eingehende Auskunft. ** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: An der Volksschule zu Mainz drei mit katholischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen mit einem Anfangsgehalte von je 1350 Mk. und zwei Lehrerinnenstellen, von denen die eine mit einer evangelischen, die andere mit einer katholischen Lehrerin zu besetzen ist, mit einem AnfangSgehalte von je 1200 Mk. jährlich. Die erste Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Lützel - Wiebelsbach mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine mit einer katholischen Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Ober - Roden mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährl. Gehalte von 900—1000 Mk. Grimberg, 28. Juli. Unser „Monumentsplatz", der da- zum Andenken an die im letzten Kriege gefallenen Soldaten unserer Stadt errichtete Denkmal umgiebt, befand sich seither in sehr verwahrlostem Zustande. Der Kriegerverein hat eS sich deßhalb zur Aufgabe gemacht, diesen Platz wieder herzurichten, daß er der Gefallenen würdig und eine wirkliche Zierde unseres Städtchens sei. DaS zu genanntem Zwecke gebildete Comito ließ nun in den letzten Tagen eine Liste zur Zeichnung von Beiträgen circularen. Es wurden von der Einwohnerschaft nahezu 150 Mk. gezeichnet, die entsprechend verwendet werden sollen. Vorerst soll der Platz mit KieS bedeckt werden und die Umzäunung einen neuen Oelanstrich erhalten. Späterhin beabsichtigt man noch durch Anlage von BoSketts u. s. w. dem hübschen Denkmal eine entsprechende landschaftliche Umrahmung zu verleihen. Darmst. Ztg. E. Echzell, 29. Juli. Durch einen sechsunddreißigstündigen Landregen, der heute Nachmittag aufgehört zu haben scheint, sind Wiesen und Aecker vollständig durchge- weicht, alle Furchen, Rinnen, Bäche und Flüffe sind jetzt mit Wasser gefüllt und der Boden ist wie Brei. Die Gerste, welche noch steht, ist überreif geworden und ganz krumm gebogen, die Aehren brechen ein. Wir haben Feuchtigkeit auf Wochen hinaus und hätten warmes, trockenes Erntewetter dringend nöthig. - e. Neu - Ulrichstein , 31. Juli. Monatsbericht der Arbeiter-Colo nie pro Juli 1893. Ende Juli 1893 sind in der Colonie stellen-, refp. arbeitslos 72 Mann. Dieselben verlheilen sich aus daS Groß- herzogthum Heffcn 14, Regierungsbezirk Kassel 6, RegicrungS- bezirk Wiesbaden 7. Königreich Preußen: Provinz Rheinlande 8, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 2, Provinz Schlesien 7, Provinz Posen 1 , Provinz Ostpreußen 1 ; Königreich Bayeni 5, Königreich Württemberg 3, Königreich Sachsen 3. Thüringische Staaten 4. Großherzogthum Baden 3, Groß- herzogthum Mecklenburg 1, Großherzogthum Luxemburg 1. Ausland: Rußland 1. Hiervon waren: Arbeiter 22, Bäcker 7, Barbier 1, Bergmann 1, Buchbinder 1, Färber 1, Gärtner 1, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Instrumentenmacher 1, Kaufleute 7, Kellner 2, Maurer 1, Sattler 1, Schlosser (Bau ) 2, Maschinenschlosser 2, Metzger 1, Schmiede 1, Schneider 4, Schreiber 2, Schuhmacher 3, Siedemeister 1, 1 Schreiner 2, Tuchscheerer 1, Tüncher 1, Wagner 1, Weber 1, Winzer 1 , Zimmermann 1. Im Monat Juli wurden entlassen 42 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 1, auf eigenen Wunsch 35, wegen wiederholter Trunkenheit 1, Contractbruch 2, wegen Arbeitsscheu 3, entlaufen 1. Verpflegungstage im Juli 1893: 2231. Gearbeitet' wurde an 1927 Tagen, hierunter 331 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Eolonie sind ausgenommen worden an Ganzen 2284, dagegen abgegangen im Ganzen 2212 Mann, bleibt Bestand am 31. Juli 1893: 72 Mann. Abgewiesen wurde im Monat Juli Niemand. nn. Darmstadt, 29. Juli. 21. Mittelrheinisches T urn f e st. fSpecialbericht.j Drei Dinge sind eS, welche in erster Linie in Betracht kommen, um einer Stadt das richtige Gepräge einer Feststadt zu geben; daS sind zunächst der Charakter ihrer Bewohner, ihre Lage, und die Kunst, Feste in würdiger Weise zu feiern. Was nun den letzteren Punkt betrifft, so hat Darmstadt seine Probe glänzend bestanden. Seit heute Mittag prangt die ganze Stadt im herrlichsten Fahnen- und Blumenschmuck und kaum ein HauS ist mehr vorhanden, selbst in den entlegensten Winkeln, welches nicht mit Fahnen und Guirlanden hübsch decorirt wäre. Die Zeiten „mit dem auf der Rheinstraße herumwimmelnden Accessisten" sind zur Legende geworden, denn Tausende von Fremden und Turnern sind heute schon zum Feste eingetronen und alle Gasthäuser und Hotels überfüllt, trotzdem uns der Himmel kein sonderliches Festwetter bescheert hat. Jeder Bahnzug bringt neue Gäste, hauptsächlich die PreiSturner und Preisrichter aus allen Gauen des Mittelrheinkreises, welche auf dem Bahnhof herzlich empfangen und auf den nahen Fcstplatz zum WohnungSdureau geleitet wurden. Um 6 Uhr begann die Sitzung deS Kampfgerichts, in welcher die Werthung der Hebungen für die Wettturner, Wettfcchter und die Musterriegen festgestellt wurde. Mittlerweile füllte sich die Festhalle mit einer nach Tausenden zählenden Menge, welche dem osficiellen BegrüßungSabend beiwohnen wollte, und schon um 8 Uhr war es lebensgefährlich geworden, sich in der Halle zu bewegen. Um %6 Uhr ergriff der Vorsitzende des FestauSschuffes, Herr Prof. Dr. L. Büchner, das Wort, um die erschienenen Festgäste in herzlichster Weise zu begrüßen, dem Wunsche Ausdruck gebend, daß eS gelingen möge, das 21. Mittelrheinische Turnsest in würdiger Weise zu Ende zu führen. — StaatSmiu'ster Finger überbrachte im Auftrag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs die herzlichsten Grüße für die Festgäste und zugleich den Ausdruck deS Bedauern-, daß cs Sr. Kgl. Hoheit leider nicht vergönnt sein könne, wie er eS gewünscht, dem Feste selbst beizuwohnen. Minister Finger führte dann au-, daß in der Zeit der 30er Jahre kein deutscher Fürst sich hierzu hergegeben hätte, das Protectorat für ein Turnfest zu übernehmen. Damals habe man andere Anschauungen über daS Wesen der Turnvereine und deren Tendenzen gehabt, auS welchem Grund sie sogar verfolgt wurden. Heute fei dies anders geworden! Die Turnvereine feien die Träger deS nationalen Gedankens, frei in ihren Anschauungen und Feinde jeden Parteigeistes innerhalb ihres Kreises. Ueberaü hätten die Turnvereine diese Ziele festgehalten und gewürdigt zum Segen deS Ganzen und zum Wohle des Vaterlandes. Ueberall wo diese Ziele hochgehalten würden, seien sie die Stützen der Ordnung und Gesellschaft und eS fei zu erwarten, daß die Turner dieie Ziele hoch hielten, wie dies so schön in ihren vier F auS- gedrückt sei. General v. Bülow Exc. sprach seine Freude auS, wie die Turnerei im Deutschen Reich blühe und welch eine Summe nationaler Kraft sich in ihren Bestrebungen vereinige. Nicht blvs zur Stärkung und Ausbildung der eigenen ManneSkraft trage die Turnerei bei, sie erhöhe aäch die Brauchbarkeit der Armee durch ihre idealen Ziele, als da sind Hebung des ManneSmutheS, der ManneStreue and der Liebe zum Vaterlande. Bürgermeister Morneweg begrüßte die Festturner Namens der Stadt Darmstadt und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich ihnen der Aufenthalt in Darmstadts Mauern so angenehm wie nur möglich gestalten möge. Die Singmannschaften der drei vereinigten Turnvereine, unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Lehrer Orth, sowie die Marmorgruppen der Turngemeinde Darmstadt und sonstige herrliche Darbietungen vereinigten die Festgäste bis nach Mitternacht. (Fortsetzung folgt.) Dermifcbtc». ♦ In Hvndshausen iKreis Fritzlar), ließ eine Frau beim Waschen einen mit Sodawasser gefülltkn Zuber auf dem Hofe stehen. Die Gänse kamen und tranken auS dem Wasser, infolge dessen neun Stück crepirten. ♦ Berlin, 29. Juli. In EastanS Panopticum lenkt die Riesenschlangen-Familie die Aufmerksamkeit der ganzen Berliner wissenschaftlichen Welt auf sich. Für die Zoologen bildet dieses große Schlangennest ein Object der Beobachtung, wie eS sich bisher überhaupt nicht bargeboten hat. Denn, wenn man auch einzelne alte, ausgewachsene Riesenschlangen bisher in zoologischen Sammlungen gesehen hat, so ist e» doch der erste Fall in Europa, daß man ein ganzes große- Nest mit zahlreichen, erst vor Kurzem au-geschlüpften Jungen beobachten kann. • Militärische». Bei den K a i s e r m a n v v e r n in Lothringen werden sich «rtilleriekämpfe in einer Großartigkeit abspielen, wie eS nicht oft geschieht. In großen Truppenverbänden wird die Feldartillerie auftreten, und da die Meinungen, wie sich Artilleriemassen im Rahmen der höheren Truppen- verbände bilden und w:e sie wirken können, oft noch recht weit auSeinandergehen, so erwartet man eine Klärung der Ansichten nach dieser Richtung. Auch soll sich die höhere Führung noch gründlicher in daS Wesen deS Artilleriegefechts, dessen planvolle Leitung besonders schwer ist, Einsicht verschaffen. Hauptsächlich wird eS sich aber um zwei Fragen von außerordentlicher Wichtigkeit handeln: Wie ist die Ber- theidigungSartillerie zu verwenden, die nicht siegbar gegen die Angriffsartillerie gewesen ist, ober die den entscheidenden : TM können, Ltlin9 man en> Gjtat I füll g J>>' i*®er ifflCt Frag'" r-- - '7di? $"■ itß ein-Krau beim .über auf dew Hofaus btm Daffer, mopticuw krnkt du Weit der ganzen 4 Mr die ^7 **•*£ ^Äenf-hlangen 5j<>± fe iS“!: *i*fa£ n tD°tbth ;22Ä ®8t»itien - 6' Mit u ? J*W 1« 8<»t *r® fett ^b.61fi«nbt«. ’® tai^t, H°"° ift mtt), ' welches nich ct wäre. Die ^wimmelnden 1 Ntnbe bon [eje ringekchrn "vv-m uns der ? Lat S-d-r Jle Preislurner “ unb auf den "wurden. Um '/ in welcher die Wettfechter und weile We sich hlenden Menge, wohnen wollte, 1 geworden, sich wgriff der Vor- • L. Büchner, erblichster Weise daß es gelingen würdiger Weise grr üderdrachte 6 die herzlichsten üuSdruck des Beicht vergönnt fein lbst beizuwohnen. in der Zeit der hergegeben hätte, ehmen. Damals Wesen der Turn- relchem Grund sie Inders geworden! naltn Gedankens, )en fort(igtiftti die Tutrtotxtwt segerrdeL Ganzen 11 wo diese Ziele der Ordnung und die Turner dieie hren vier F auS- ach seine Freude blühe und welch Sestrebungen ver- Übung der eigenen erhöhe auch die n Ziele, als da sind tue und der Liebe »eg begrüßte die und gab der Hoff' ,alt in Darmstadts kalten möge. Die nrnvereine, unter Orth/ sowie die ftadt und sonstige Mist- bi« M rrtsetzung folgt.) Kampf aus diesen oder jenen Gründen nicht auSführen konnte. Ferner: Bietet in der Entscheidungsschlacht ein Angriff Aussicht des Gelingens, wenn sich die Bertheidigungsartillerie siegreich behauptet? Diese Frage ist von ungeheurer Wichtigkeit und bis jetzt noch ungelöst. Man vergegenwärtige sich hierbei die Artillerie des Vertheidigers in voller Thäligkeit, um aus durchweg' erschaffenen und bekannten Entfernungen ein zerschmetterndes Granat- und Schrapnelfeuer gegen die Massen des entscheidenden Jnfanterieangriffs zu richten, wozu noch die verheerende Feuerwirkung der Infanterie des Ver- lheidigers kommt. Uns ist im letzten Kriege eine so blutige Probe erspart geblieben. Die französische Infanterie hat sie in der Schlacht bei Vionville und Mars-la Tour nicht bestanden, was aber keinen Schluß auf die Schlacht der Zukunft zuläßt. Die großen Artilleriekämpse während der Kaisermanöver werden auf derartige Fragen nicht ohne Einfluß bleiben. ♦ Hebet das große Feuer in Chicago, dem ein im Aus- siellungsterrain belegenes coloffales Speichergebäude zum Opfer fiel, liegen jetzt die Berichte amerikanischer Blätter vor. So schreibt die „N. Staats - Ztg.": Ein gewaltiges Feuer, entsetzlich in seinen Folgen, ein schrecklicher Anblick für die Tausende der Weltausstellungsbesucher, die um das brennende Gebäude standen und die Feuerwehrleute den Heldentod in Flammen sterben sahen, ein Feuer, das leicht die Weiße Stadt in einen Trümmerhaufen hätte verwandeln können, hat den Ausstellungsplatz in eine Stätte der Trauer verwandelt. Unter den Trümmern des niedergebrannten „Cold Storage- Gebäudes" am Eingang der 63. Straße liegen wackere Feuerwehrleute, die in der Ausführung ihres gefahrvollen Berufs den Tod fanden, während das Ausstellungspersonal ?ie Verwundeten birgt. Um halb 2 Uhr jagte die erste Feuerwehrspritze der Brandstätte zu. Nur kleine Flämmchen schossen aus der in dem 100 Fuß hohen Thurm liegenden Esse. Im Nu war die weithin sichtbare Kuppel in ein Flammenmeer gehüllt, und unaufhaltsam bahnte sich das Feuer den Weg durch den Thurm in das Gebäude. Der starke Südwind vereitelte alle Versuche, Wasser in den Fcuerheerd zu werfen, und die Flammen fraßen immer weiter, bis sie die hoch oben stehenden Feuerwehrleute eingeschlossen hatten. Die Tausende, die dem grausigen Schauspiel zusahen, waren in wilder Aufregung, Männer und Frauen, bleich, einer Panik nahe, schrieen den Gefährdeten zu, sich zu retten. Hundert Fuß unter ihnen war das Dach, über ihnen und um sie der brennende Thurm. Die Seile waren verkohlt und als Einzelne sich an ihnen herablasien wollten, griffen sie in die aus dem Dache ichlagenden Flammen. Da, ein Knattern, der brennende Thurm senkte sich. Die Feuerwehrleute griffen zu den Seilen oder sprangen, und ein Aufschrei der Menge durchhallte die Luft. Der letzie Mann fiel, als er sprang, direkt ins Flammenmeer; zwei stürzten über den Rand des Daches, im als Leichen mit zerschmetterten Gliedern vom Boden oufgelesen zu werden. Drei Feuerwehrleute sah man mit gebrochenen Gliedmaßen sich zu den von dem Dach bis zum Boden führenden Leitern schleppen, wo Kameraden sie ausnahmen. Zwei Männer standen mehrere Minuten am Rande des Daches, Flammen über ihnen, unter ihnen und ihnen zur Seite. Tausende sahen, wie sie sich die Hände reichten, wie sie nach dem Tau griffen und von den Flammen zurückgetrieben, in das Fcuermeer hinabsenkten. Sie wurden schließlich von mehreren Männern, die mit Todesmuth vordrangen, gerettet. Kaum sind sie geborgen, so fällt auch der letzte Seitenthurm ein, und seine Trümmer fliegen in den den Kühlspeicher von den Stallungen trennenden Seitenweg. Das Dach des Srall- gebäudes sängt Feuer und mit Blitzesschnelle brennt es zur Hälfte ab. Da endlich gelingt es, das Feuer einzudämmen, eine weitere Ausdehnung zu verhindern, die Ausstellung ist gerettet, wenn auch viele wackere Männer ihr Leben lassen mußten. Die Scenen, die sich im Publikum unter den Tausenden abspielten, spotten jeder Beschreibung. Männer und Frauen lagen auf den Knien und beteten für Errettung der von den Flammen eingeschloffenen Feuerwehrleute, Frauen wurden ohnmächtig und die Ambulanzen hatten alle Hände voll zu thun." • Eine Spielergesellschaft ist, wie die Berliner Blätter melden, durch die Polizei in Charlottenburg überrascht worden. Vor einiger Zeit lief bei der Behörde ein Bries ein, in dem darauf hingewiesen wurde, daß nach Beendigung der Rennen auf Westend ein Theil der Sportsmänner in dem Wirthshause von Rietz dem Hazardspiele zu huldigen pflege. Das Local liegt zu ebener Erde und hat 5 Fenster, aus denen die Gesellschaft leicht entweichen konnte. Die Polizei wußte, daß auch am letzten Samstag wieder ein Spielchen veranstaltet werden sollte, und bemerkte bei der Beobachtung des Vorgeländes, daß ein Mann, in dem später ein Arbeiter festgestellt wurde, den Sicherheitsdienst gegen etwaige Ueber- raschung vor dem Local übte. Diesem Umstand Rechnung tragend, verkleidete sich ein Criminalschutzmann als Wanderer mit einem aus einem Gehölz frisch geschnitzten Stab und übertölpelte die Wache. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß das Nest voll sei, nahm er vor einem Fenster des Spielsaales im Garten Platz. Dann kam ein Laternenanzünder in das Local, ihm folgte ein Schutzmann, der die nach einer andern Seite zu belegenen Fenster besetzte, und als nun der Criminalwachtmeister Kümmert nmformtite Schutzmänner Abends herangezogen hatte, überrannten sie den Posten und stürmten die Spielhölle. Sie kamen zur rechten Zeit, um die Gesellschaft beim Tempeln abzufassen. Ein allgemeiner Wirrwar entstand in dem etwa 50 Personen fassenden Saale, man riß die Fenster auf, um zu entfliehen, begegnete aber auf der einen Seite dem müden Wanderer, der drohend einen Stecken hob, auf der anderen dem Schutzmann, der ein kräftiges Halt ertönen ließ und sich wegen etwaiger Angriffe auf seinen Revolver berief. Jetzt gaben sich die Flüchtigen gefangen. Da aber nur wenige Personen am Spieltische sitzend betroffen waren, so wurden nur ein Kaufmann, ein Schlächtermeister und der Aufpasser festgenommen. Alle drei sind erst nach Feststellung des Thatbestandes am Sonntag Morgen wieder entlassen worden. Der Bankhalter war entwischt. Die Bedienung in dem Spielraum wurde von einer weiblichen Person besorgt- der Wirth war, sei es absichtlich oder unabsichtlich, dort nicht zugegen. • Der Würdigste. Ein Berliner Kaufmann hatte den wichtigen Posten eines Laufburschen ausgeschrieben und in der Annonce bemerkt, daß Meldungen Vormittags von 8 bis 9 Uhr entgegengenommen würden. Schon eine Stunde vor der Zeit wurde die Klingel gezogen und ein strammer, tu- tettigent aussehender Bursche meldete sich für den verlangten Posten. „Aber Junge," sagte der Kaufmann, „hast Du denn nicht gelesen, daß Meldungen erst um acht Uhr angenommen werden?" — „Det wohl," entgegnete der Bursche, „aber um diese Zeit melden sich so Ville, bet Sie mir als den Würdigsten nur schwer herausfinden können." — „So, Du glaubst also der Würdigste unter den Bewerbern zu fein ?" fragte der Kaufmann lächelnd. — „Ja, bet jloobe ick", gab der Knabe zur Antwort, „benn ick muß Muttern helfen, brei kleene Mächens zu ernähren, un bann bin ick ooch fleißig unb scheue mir vor keene Arbeet. Hier sinb meine Schulzeugnisse." — „Die laß nur mal stecken unb komme um 8 Uhr hübsch mit den Andern." Zögernd wandte sich der Junge der Thüre zu und verschwand. Um 8 Uhr wurde die. Thür geöffnet, um den Bewerbern Einlaß zu gewähren, aber es erschien nur der Knabe, der sich schon eine Stunde zuvor gemeldet hatte. Da die Prüfung seiner Zeug- niffe ein befriedigendes Resultat ergab, wurde er probeweise engagirt. Eine Stunde später erfuhr der Kaufmann von dem Hausverwalter, daß sich schon vor 8 Uhr ein großer Trupp von Stellensuchenden eingefunden hätte, sich aber infolge eines im Hausflur angebrachten Plakates, wonach die Stelle bereits besetzt sei, wieder weiterbegeben habe. Jetzt wurde der neue Laufbursche ins Gebet genommen und er bekannte denn auch, daß er es gewesen, der das Plakat im Hausflur angebracht: „Die Laufburschenstelle ift besetzt", unb badurch alle Concurrenten abgehalten habe. Der Dienstherr machte zwar ein böses Gesicht zu bem Streich, brückte aber in „Anbetracht der besonberen Verhältnisse" ein Auge zu und behielt den findigen Burschen, zumal die über ihn eingezogenen Erkundigungen ein befriedigendes Resultat ergaben. ♦ Der Siebente. Gegen Ende der fünfziger Jahr- wohnte der Kaiser Alexander II. von Rußland gelegentlich seines Aufenhaltes zu Jugenheim in Begleitung des Großherzogs von Hessen einem von diesem veranstalteten Fuchsgraben in dem herrschaftlichen Park bei. Nachdem sechs Füchse aus dem Bau ausgegraben, sagte der Czar: „Nun, das war ja höchst interessant- ich bin Ihnen sehr verbunden für das lehrreiche Schauspiel!" Darauf meinte der Großherzog zu den Jägern: „Nun, da laßt es gut sein, Leute, wir gehen weiter", auf welche Rede hin einer der Jäger höchst wichtig bemerkte: „Königliche Hoheit, es ift noch einer darin, wir haben sieben Stück hineingesetzt!" * Zittau, 28. Juli. Beim Ausräumen der Abortgruben im Gasthof zur Sonne wurden drei städtische Arbeiter durch Gase getobtet. Naumburg (Queis), 28. Juli. Ein schrecklicher Wolkenbruch ist heute hier gefallen unb hat riesigen Schaben angerichtet. * Aus der Schweiz, 27. Juli. Wie bie „Basl. Nachr." mittheilen, kam gestern von Havre, burch bas bortige schweizerische Consulat bet Bahnhofinspection ber Centralbahn atiifirt, ein Kinb Namens Marie Wuest, im Alter von fünf Jahren, ohne Begleitung in Basel an. Die Kleine kommt aus Neu-Mexiko unb hat bie Reise nach Basel allein gemacht. Ihr Ziel war Neiden (Ct. Luzern). Das Kind hat keine Eltern mehr und wirb von einer Großmutter erwartet. Es trug bei seiner Durchreise burch Basel noch 11 Frcs. bei sich. ♦ Ein sehr praktisches uud stets willkommenes Gescheut für Neuvermählte ist ein Topf echtes Liebigs Fleischextract. Das mag nicht so poetisch wie Blumen, nicht so ästhetisch wie irgenb ein „stylvoller" Zimmerschmuck sein, aber bie junge Frau wirb sehr balb der freundlichen Verwandten oder der nahen Bekannten, die ihr diese Panacee der modernen Küche verehrt hat, lebhaften Dank wissen. Braucht man doch bei aller und jeder Gelegenheit die braune Masse, die alle Fleischspeisen, Suppen, Saucen, Ragouts rc. würzt und kräftigt, die zur raschen Bereitung eines stärkenden Täßchens Bouillon dient, die mißrathene Gerichte rasch tafelfähi^ macht unb bie baher in so mancher jungen Ehe schon über baß erste am Horizont ber Flitterwochen aufziehcnbe Gewitter hinweg« geholfen hat. Schiftsnachrichten. Hamburg, 26. Juli. sHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft.j Der Hamburger Dampfer „Slaoonia", Eapitän Schmidt, ist am 25. Juli, 10 Uhr Morgens, von Hamburg und Antwerpen wohlbehalten in Montreal angekommen. Hamburg, 28. Juli. sHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien - Gesellschaft.! Das Hamburg - Newyorker Post - Dampfschiff „Gellert", Eapitän Kaempff, ist am 22. Juli, 11 Uhr Vormittag«, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 29. Juli. fHamburg - Amerikanische Packetsahrt- Actien-Gesellfchaft.j Das Deutsche Dampfschiff „Sorrento", Capitän Jurgensen, ist am 28. Juli, 4 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Literatur und Aunst. - Jlluprirte Weltgeschichte für das Volk von I. Mögt Verlag von E. Wiest, Leipzig. In wöchentlichen Lieferungen a 10 Ps. zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Colporteure. Wohl fehlt es uns nicht an Geschichtswerken, allein mit Freuden begrüßen wir das vorliegende Werk, weil es zum erstenmale auch dem unbemittelten Mann aus dem Volke Gelegenheit bietet, sich ein Geschichtswerk zu erwerben. Ein Geschichtswerk macht den wichtigsten Bestandthetl einer jeden, noch so bescheidenen Bücherei aus In welcher Fam lie äußerte sich nicht der Wunsch nach einer illustrirten Weltgeschichte An die minderwerthtge Ausstattung unserer 10 Pfg.-Literatur gewohnt, waren wir nicht wenig überrascht, in der vorliegenden illustrirten Weltgeschichte eine Ausstattung, einen Retchthum und eine Vorzüglichkeit der Illustrationen zu finden, die einen Vergleich mit den besten und theuersten Werken dieser Art aushalten können. Es ist ein wahres Prachtwerk, das dem Volke zu diesem billigen Preise geboten wird! Der äufeeren, vorzüglichen Ausstattung entspricht auch der Inhalt. Der bekannte Verfasser scheint auch hier ganz auf der Hohe seiner Aufgabe zu stehen. Seine Sprache ist klar und volksthumlich unb der Stoff überaus fesselnd behandelt; auch begnügt er sich nicht mit der trockenen Aufzählung der geschichtlichen Thatsachen, sondern weiß durch die besondere Betonung der geschichtlichen ^riebfedern dem Leser ganz neue Gesichtspunkte zu eröffnen. Wir können das Werk unseren Lesern in jeder Hinsicht aufs Wärmste empfehlen. Wer noch keine illusttirte Weltgeschichte besitzt, sollte nicht zögern, auf dieses vorzügliche Werk zu qhonniren. / Verkehr, Land, und volksuiirthschast. Gründer-, 29. Juli. F Korn 16.30, Gerste JL 15.20, Linsen JC 00.00. Wicken X ——. Samen JL 25.00. ruchtpreise. Weizen 16.50, Hafer 18.10, Erbsen 21.00, Lein X 00.00, Kartoffeln JL 5.30, Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen bie „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche ber ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die «eidenfabri» 6L Henneberg, (K. u. K. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke oorto- und zollfrei ins Haus. 1970 Amtliche Prüfung Ser Lichtstärke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Juli 1893: 14 Kerzen. Buchner. Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm. —------- 31. Juli, Morgens 8 Uhr 31. Jul,. Mittags 12 Uhr Baromeler: Thermometer: Hygrsmeterftand: min. 742 mm, max. 744mm „+ 80 R. „ + 11°R Sehr feucht. min. 742mm, max. 744 mm „ 4- 11° R. „ + 17° R Neigung f. trock. Wett. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 31. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Ubr: Wasser 13, Lust 14 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt Concursverfahren. Das Concursverfahren über benj Nachlaß des Schreinermeisters Wilhelm Diehl von Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, 27. Juli 1893. Großherzogliches Amtsgericht. Gebhardt. 6663 Das Concursverfahren über das Vermögen des Bäckers Friedrich Tepel zu Gießen wird wegen unzureichender Maffe eingestellt. Gießen, 26. Juli 1893. Großherzogliches Amtsgericht. Gebhardt. 6664 Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreis- straßen- und Baumwarts mit dem Sitz in Gießen ist demnächst zu besetzen. Bewerber haben ihre Meldungen bei dem Kreisingenieur bis zum 10. August l. Js. einzureichen, wobei Alter, Wohnort und seitherige Beschäftigung unter Beischluß etwaiger Zeugniffe über Arbeitsleistungen ähnlicher Art anzugeben sind. Gießen, am 28. Juni 1893. Der Kreisausfchuß des Kreises Gießen. I. V.: Dr. Melior. 6661 Jeikgeöotenes. SÄNITAS Toilette-Fetr-Seife co -» a> Zu haben in allen Parfumerien&Droguerien: Neues Sauerkraut § zu verkaufen I Hantel, Echloßgaffe. Emser Silber-Gartenkies i liefern in großen und kleinen Quantitäten Jean Bern & Cie. 4435] Baumaterialienhandlung._______ M Eier-Conservi run gs-Pulver eine Epoche machende Erfindung. Einfach und wenig Zeit raubend in der Anwendung, sehr billig und die beste der bis jetzt bekannten Methoden. Die Eier verlieren ihren reinen und guten Geschmack nicht und sind deshalb zu allen Zwecken zu gebrauchen. 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Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen f* hocherfreut an Xu belieben !«reh eile R-rMUedlnn«* und P-rtaeeUltee. 6676] Keb Giessen, 31. Juli 1893. Dienslagden 29. August, Nachmittags 2«/, Uhr, Göttingen. Für die Strecken der preußischen Staatsbahnen werden auf jebc Fahrkarte eines Erwachsenen 15 kg und auf jede halbe (Kinder-) Fahrkarte 7 kg Freigepäck gewährt. . Alles Nähere ist aus den auf obengenannten diesseitigen Stationen ausgehängten Bekanntmachungen zu ersehen oder bei den Fahrkarten. Ausgabestellen zu erfragen. Auf Wunsch verabfolgen diese Dienststellen Abdrücke der Bekanntmachung kostenfrei. Der Verkauf der Fahrkarten beginnt für den Zug unter A am 4. August d. 38.,. den Zug unter B am 8. August d. Js. Hannover, den 27. Juli 1893. 6685 Königliche Eisenbahn-Direktion. 5. Abonnements-Soiree de» Kruse 'schen Streich - Quartetts mit neuem Programm. Abonnementspreis: 10 BilletS 3 JL\ Cafiapreiü ä Billet 50 H find [6682 Für die vielfachen Beweise herzlicher Theilnahme sagt innigen Dank Frau Wilhelmine Schwan Devteohe V erläge-An« talt In Stuttgart 11 ineeree Verlege e nebelet: Bekanntmachung Ferien - Sonderzüge. A. Nach Frankfurt a. M., Strasburg und Basel über Cafiel bezw. Weißenburg am 8. August d. Js. B. Nach München, Salzburg, Reichenhall. Kufstein und Lindau über Göttingen—Bebra—Gemünden—Würzburg am 12. August d. Js. Rückfahrkarten I., II. und III. Klasse mit 45tägiger Gültigkeitsdauer 50% Fahrpreisermäßigung werden ausgegeben: 1. Zu dem Zuge unter A. nach Frankfurt a. M., Straßburg und Basel auf den Stationen Harburg, Lüneburg, Uelzen, Celle, Hannover, Northeim, Gottmgen, Münden, Cafiel, Marburg, Gießen, Geestemünde, Bremen, Minden, Hameln und Hildesheim. 2. Zu dem Zuge unter B. nach München, Reichenhall oder Salzburg, Kufstein und Lindau auf den Stationen Harburg, Lüneburg, Uelzen, Celle, Hannover und Vermischte Anzeigen. । 6662] PenfionLre finden gute Aufnahme^________________SelterSweg 6. 6669] Tin «Ldchen sucht AuShülf«- oder Lausstelle.__________Ltndengafir 14. | 6679] Mehrere Mädchen suchen auf sofort Stellen durch Frau Gshbhke, Bahnhofstraße 48. 6680] Ein angehender solid Kellner, 16 bis 18 Jahre alt, per sofort gesucht. Unk» am Badenburger Fußpfad am Fluthgraben, metstvtelend versteigert werden. daselbst, Flur 32 Nr. 47 - 1094 Meter Wiese am Heegflrauch bet der Schwal- ba'chischen Wiese, am Pfad, 6651] «Svltrte» Zimmer mit od. i ohne «ost in verm. Lindenplatz 7. Hochachtungsvoll Jean Dern & Co Glühstoff-Bralrofte „ -Bügeleisen Glühstoss Mit der Bitte um stille Theilnahme • Namens der Hinterbliebenen: Emil Dörr und Lina Dörr Giessen, 31. Juli 1893. Die Beerdigung findet statt: Dienstag den 1. August, Nachmittags 6 Uhr, vom Trauerhause, Marktstrasse 16. daselbst, Flur 32 Nr 111 — 2287 Meter Wiese am Heegflrauch bei der Schwal- bachischen Wiese. Flur 32 Nr. 102%0 — 3169 Meter Wiese daselbst, Flur 41 Nr. 91 - 1812 Meier Acker vor der Wart auf die Marburger Chauflee, Flur 43 Nr. 95 — 1350 Meter Acker link- am Steinkauter Weg, Flur 43 Nr. 40 u. 4P/10 - 1350 Meter Acker auf dem Fluthgraben, Flur 45 Nr. 98 — 1725 Meter Acker an Todes - Anzeige. Schmerzerfüllt machen wir Verwandten und Bekannten die traurige Mittheilung von dem, nach langem, mit Geduld ertragenen Leiden heute Morgen 53/4 Uhr erfolgten Hinscheiden unserer lieben unvergesslichen Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Käthchen Dörr, geb. Orth. am Erdkauter Weg, Nr. 133 — 4013 Meter daselbst, Nr- 134 — 2956 Meter beS G'aSwegS, Flur 7 Nr. 19dhI/10 - 562 Meter Acker daselbst, _ Flur 7 Nr !S6'/,o — 581 Meter Acker daselbst, F'ur 23 Nr. 142 — 3991 Meter Acker auf dem Aulweg hinter dem Weiher, Flur 24 Nr 49V,o - 1194 Meter Acker am BarreSgraben links deS SchützgeSbrunner Wegs, Flur 25 Nr 2l»/l0 — 1350 Meter Acker am Schlangenzahl, zieht durch den SchützgeSbrunner Weg, Flur 25 Nr. 23» ,0 — 613 Meter Acker daselbst, Flur 25 Nr. 24»/„ — 612 Meter Acker daselbst, Flur 25 Nr 39 — 1450 Meter Acker am Aulweg, Flur 26 Nr. 254a — 188 Meter Acker am untersten Riegelpsad, Flur 28 Nr. 151 — 1150 Meter Acker auf dem Sandkauter Weg und 9?r 2375 Meter Acker amOhleberg vor demRöderwea, Nr. 68 — 1600 Meter Wiese sollen aus dem hteflgen OrtSgericht die dem •mit 'n Gießen gehörigen Immobilien. 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M. weiter betreiben. _ t Indem wir für das uns seit langen Jahren bewiesene Vertrauen unseren Dank auv- svrechen, bitten wir solches auch Herrn Reiß zu bewahren. Zugleich knüpfen wir hieran die Hoffnung, daß uns das Vertrauen in unserem wetteren ist durch die Beigabe eon ©ditine nahrhafter alS der gewöhn- rawTsrn maggi 4> ,u 12 uub,«* Pi-nnig Hertuegecebee ”• Slrwbir. VlelMlUgiU« Unter beltnnr-bUtt. dar beiten uni neur.Ue K Werk. de. AoeUndee. ?f JjL triU «ine f riechen, m >den>en OMat «nd bietM ;rctHaätJ^,^*^Wberto rJoKA AxLZ VoxtoppioaJ am Heegstrauch vor der Schwal- bachtschen Wiese aus das Bruch, Nr. 132 - 4000 Meter .Deutsche Bacanzen» Post" in Ehlingen am Neckar v grieater WloWlkiH. Nr. grat. Aufn. off Stell. koNcntr ,6495 6 41] Alicestraße 26 ist der dritte Stock,--- ' 6 Zimmer mit allem Zubehör, per 15. Oc-. tober zu vet miethen. ________Frau Prof. Taschb «we. . x„rtevirlnM 7.mnon“ 6675] Der unten Stock, 4 Zimmer, ,,ÄUS isölHuöll ZlHigSn . Bleichplatz, Gartenanthetl rc, per 1. 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Die Plätze auf dem Chor, den beiden I vorderen Abteilungen im Schiff, sowie die nach dem Kirchenplatz zu gelegene ! untere Emporbühne der Kirche sind für die inactiven Mitglieder reservirt. Programme und Text der Gesänge ' werden um Eingang der Kirche 4 20 Pfg. ▼erkauft. Freiwillige Beiträge zur Deckung der Kosten werden Io die Büchsen erbeten Regatta. Aus die Regatta V-jng habende Rechnungen sind umgehend, spätestens bis zum Mittwoch an Hrn. J. Sauer, Marktplatz 17, einzureichen. 6683 Das FinanMomite. 6684] Gesucht auf fdt ei« »«echt mit guten Ze gnifien, welcher in der Landwirthfchaft erfahren ist. W. «inn, Klein-Linden. Für Stellesachende ist die __________Sony» Vierteller______________ xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx x Geburts - Anzeige. X Rchactton: H Scheyda. — Drnck and Verlag der vrtihl'ILen Druckerei (Fr. llhr. vtetsch) in Girtzm. Di- Rnwemr «*f«N • Gelte».