Nr. 152 Erstes Blatt. Samstag den 1. Juli 1893 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, eit Au-nahmc des Montags. Die Gießener A«Mitte«Vl»tter werden dem Anzeiger Wßchentlich dreimal hergelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Brinoerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Tlreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den V ti ß t frt/T0« ‘"fcrttttTff iMt Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. | U 11 VlULltl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gießen, den 28. Juni 1893. Betreffend: Die Streu- und Futternoth. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen OM >U Grstzh. Bürgermeistereien des Äwiki. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat angeordnet, daß die Großh. Landwirthschafttzlehrer bei der gegenwärtig herrschenden Futter- und Streunoth den Landwirthen ihrer Bezirke mit Rath und That zur Seite gehen sollen, um denselben die zur Abhilfe der Roth geeignetsten Mittel zu zeigen. Die Landwirthschaftslehrer werden demgemäß in Kürze eine größere Zahl von Gemeinden besuchen, dort Vorträge halten und practische Unterweisungen vor- nehmen. Indem wir bemerken, daß der nördliche Theil des Kreises durch die Lehrer der Landwirthschaftsschule zu Alsfeld, der südliche durch die Lehrer der Schule zu Friedberg besucht werden wird, beauftragen wir Sie, den Landwirthschafts- lehrern bei ihrem Erscheinen jede gewünschte Unterstützung ^zu Theil werden zu lasten und darauf hinzuwirken, daß die von denselben zu veranstaltenden Vorträge und practischen Unterweisungen möglichst zahlreich besucht werden. Kosten erwachsen den Gemeinden durch die Vorträge nicht, v. (Sagern. Bekanntmachung, betreffend Abänderung der Bestimmungen über die Verladung und Beförderung lebender Thiere auf Eisenbahnen. Der Bundesrath hat in der Sitzung vom 17. v. Mts. beschlossen, daß für die zur Beförderung nach den Nordseehäfen bestimmten Wiederkäuer und Schweine von der durch Beschluß vom 3. November 1887 verlangten Bescheinigung des Gesundheitszustandes der Thiere vor der Verladung abgesehen werde. Gießen, den 28. Juni 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Droschkenbesitzer Peter Wagner dahier hat die Er- laubniß erhalten, eine Droschke mit der Nr. 3 nach Maßgabe des Droschkenreglements für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 3. August 1878 in Betrieb zu setzen. Gießen, den 28. Juni 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Fresenius.__________________ Ausschreiben. Wir bitten um Auskunft über den derzeitigen Aufenthaltsort des Ludwig Linker, Schuhmacher, 47 Jahre alt, von Lauterbach. Gießen, den 26. Juni 1893. Großh. Staatsanwaltschaft. Schilling-Trygophorus. Deutsches Reich. Berlin, 29. Juni. Die Kaiserin und der Kronprinz sind am Donnerstag von ihrem AnSfluge nach Kiel wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen, lieber die Rückkehr auch des Kaisers aus Kiel ist indessen bis zur Stunde noch immer nichts Näheres bekannt- fest steht nur, daß der hohe Herr bis zum Tage der Reichstagseröffnung nach Berlin, resp. Potsdam zurückgekehrt sein wird. — Die ab gelaufene Woche bat mit den letzten Stichwahlen auch die Beendigung des gejammten Wahlfeldzuges gebracht und Sieger wie Besiegte ziehen nunmehr das Facit des heißen Stimmenkampfes. Indessen steht das Resultat der Wahlschlacht in seinen Einzelheiten noch nicht allenthalben fest, da noch immer Berichtigungen von schon gemeldeten einzelnen Wahlergebnissen einlaufen. Erft nach dem Zusammentritte der neuen Volksvertretung wird sich die Parteigruppirung in derselben genau ziffernmäßig übersehen lassen, bis dahin können die mitgetheilten Ziffern nur als vorläufige gelten. Unzweifelhaft kann aber schon auf Grund dieser vorläufigen Zusammensetzung des neu gewählten beut« fcben Parlaments erklärt werden, daß die Annahme der Militärvorlagegesicherterscheint, dies geben auch die Gegner der Heeresverstärkung zu. Nur wird sich die Be- rathung der Militärvorlage nicht so glatt und rasch abwickeln, als man bislang vielfach annahm. Denn tote neuere Berliner Meldungen besagen, ist beabsichtigt, die Heeresvorlage im Hinblick auf die vielen neuen Mitglieder des Reichstages nochmals in einer Commission vorberathen zu lassen, so daß sich eine Sessionsdauer von drei bis vier Wochen ergeben würde. In diesem Falle müßte natürlich das Plenum während der Verhandlungen der Militärcommission anderweitig beschäftigt werden, an Berathungsmaterial gäbe es da so Manches. Bereits sind denn auch verschiedene Anträge angekündigt, welche sich auf die gegenwärtige Nothlage der Landwirthschaft beziehen und auf Linderung dieses Nothstandes zielen. — Die abermalige Wahl Herrn v. Levetzows, der schon durch mehrere Legislaturperioden hindurch Präsident des Reichstages gewesen ist, für diesen Posten auch im neuen Reichstage gilt als zweifellos. Herr v. Levetzow ist von seinem alten Wahlkreise Königsberg in der Neumark auch in den gegenwärtigen Reichstag entsendet worden. Ebenso steht nicht zu bezweifeln, daß auf den ersten Vicepräsidentenposten abermals ein Centrumsmitglied berufen werden wird, während zum zweiten Vicepräsidenten ein Nationalliberaler gewählt würde. — Die Zahl derjenigen Reichstagsabgeordneten, welche doppelt gewählt wurden, vermehrt sich noch immer. Nach den neuesten Erhebungen sind eß deren sechs, die Herren Bebel (Soc.) in den Wahlkreisen Hamburg I und Straßburg i. E., Träger (sreis. Volkspartei) in Bingen-Alzey und Varel, Zimmermann (Antis.) in Dresden-A. und Lauterbach, Ahlwardt (Ant'.s.) in Neustettin und Arnswalde, Werner (Antis.) in Rinteln und Hersfeld, sowie der Pole v. Wolszlegier in Allenstein und Könitz. — Die Stärke der einzelnen Fractionen im neuen Reichstage ist, vorbehaltlich einzelner kleiner Aenderungen in dcr Parteizugehörigkeit einiger sog. Wilden, nach dem „Wölfischen Bureau" folgende: Conservative 75 (vor der Wahl 69) Reichspartei 24 ( „ „ „ 18) Nationalliberale 53 ( „ „ „ 44) Freis. Vereinigung 14 ( „ „ „ —) Freis. Volkspartei 24 ( „ „ „ 68) Südd. Volkspartei 11 ( „ „ „ 11) Centrum 96 ( „ „ „ 104) Socialdemokraten 44 ( „ „ „ 36) Polen 19 ( „ „ „ 16) Elsässer 10 ( „ „ „ 10) Antisemiten 17 ( „ „ „ 6) Welfen 7 ( „ „ „ 10) Bayr. Bauernbund 3 ( „ „ „ —) Däne 1 ( „ ,, „ 1) Unbestimmt 2 Erledigt 3 397 397 Somit bilden die beiden conservativen Fractionen zusammen die stärkste Partei des Reichstags. Sie gewannen zusammen 11 Sitze. Die größte Zunahme zeigen die Antisemiten (11 Sitze — 288 pCt.), die Nationalliberalen gewannen 10 Sitze (23 pCt.), die Socialdemokraten 8 Sitze (22 pCt.), die Polen 3 Sitze (19 pCt.). Verloren haben das Centrum 8, die Welfen 3 Sitze. Der Verlust der Freisinnigen beträgt, wenn man beide neuen Parteien der einen alten gegenüber stellt, noch immer 30 Sitze (44 pCt.). — Die deutsch-russischen Handelsvertragsunterhandlungen sind infolge des plötzlichen Hervortretens der russischen Regierung mit einem Maximaltarif, der allgemein als eine gegen Deutschland gerichtete Drohung gilt, in ein äußerst kritisches Stadium getreten. Wenn die Russen nicht noch in letzter Stunde ein Einsehen bekommen und wieder mildere Saiten aufziehen, so erscheint ein Scheitern dieser Verhandlungen allerdings kaum mehr vermeidbar und nachher wäre ein deutsch-russischer Zollkrieg unvermeidlich. Derselbe würde die deutsche Ausfuhr nach Rußland gewiß empfindlich treffen, aber er würde zweifellos auch die russische Ausfuhr nach Deutschland speciell die Getreideausfuhr, mindestens ebenso schwer schädigen. Jedenfalls würde Deutschland einen Zollkrieg mit Rußland eher aushalten, als sich dies von dem anderen Theile behaupten ließe. — Der Oberamtmann Ring, der bei der Stichwahl unterlegene conservative Reichstagscandidat im Teltower Wahlkreise, ist, wie im Abgeordnetenhause verlautete, heute früh im Walde erschossen aufgefunden worden. — Die „Freisinnige Zeitung" bringt die Einladung zu einem Parteitage der freisinnigen Volkspartei für den 15. und 16. Juli nach Berlin. Auf der Tagesordnung stehen: Parteibezeichnung, Programm, Organisationsstatut und sonstige Organisationsfragen der Partei. Nerieste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 29. Juni. Der „Reichs-Anzeiger" stellt das Gesammtresultat derReichstagswahlen folgendermaßen fest: Gewählt: 74 Conservative, 24 Reichspartei, 50 Nationalliberale, 12 Freisinnige Vereinigung, 24 Freisinnige Volkspartei, 11 Süddeutsche Volkspartei, 96 Centrum, 7 Welfen, 44 Socialdemokraten, 19 Polen, 16 Antisemiten, 9 Wilde, 1 Däne, 7 Elsässische Protestler, 3 Elsässer für die Militärvorlage. Gewonnen haben Conservative 6, Reichspartei 6, Nationalliberale 8, Süddeutsche Volkspartei 1, Socialdemokraten 8, Polen 2, Antisemiten 10, Wilde 3. Verloren haben: Freisinnige Vereinigung und Freisinnige Volkspartei zusammen 32, Centrum 9, Welfen 3. Berlin, 20. Juni. Gegenüber der Blättermeldung, daß die Mehrheit der am 15. Juni gegen die Militärvorlage abgegebenen Stimmen weit mehr als 200000 betrage und daß das Reichsamt des Innern absichtlich mit einer Veröffentlichung der statistischen Zusammenstellung zögere, hebt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hervor, daß eine Statistik, die auf Genauigkeit Anspruch erheben wolle, bisher noch nicht vorliegen könne. Die im Reichsamt des Innern angefertigte Wahlstatistik sei den besten Quellen zufolge durchaus noch nicht abgeschlossen. Sobald dies geschehen sei, werde das betr. Aktenstück dem Reichstage zugehen. Die angeblich aus zuverlässiger Quelle geschöpfte Blättermeldung bezwecke offenbar nur, Stimmung gegen die Militärvorlage zu machen. Den verbündeten Regierungen könne dies einigermaßen gleichgültig fein. Berlin, 29. Juni. In einer Versammlung von Abgeordneten und practischen Landwirthen, welche heute im Herrenhause ftaitfanb, bezeichnete der Minister v. Heyden das Ausfuhrverbot auf Heu und Kleie als erforderlich. Der Minister führte sodann die Maßregeln der Forstverwaltung an, welche zur Beseitigung des Streu- Mangels getroffen sind. Bezüglich der Abhülfe des Futtermangels sei eine Staatsunterstützung besser als Darlehen. Eventuell würden auch außeretasmäßige Mittel bereitgestellt werden. Der Nvthstand solle erst bei dringender Lage officiell pro- clamirt werden. Wo die Calamität groß sei, könnten Frachtermäßigungen gewährt werden. — An die Darlegung von Seiten des Ministers schloß sich eine lebhafte Debatte, an welcher der Vorsitzende des Bundes der Landwirthe v. Ploetz, sowie Frhr. v. Schorlemer sich betheilgten. Eine Abstimmung erfolgte nicht. Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 29. Juni. Der „Börsenzeitung" zufolge geht mit der Militärvorlage dem Reichstage zugleich der Nachtragsetat zu. Als positiv wird dem Blatte gemeldet, während der gegenwärtigen kurzen Tagung würden Steuer- vorlagen irgend welcher Art dem Reichstage nicht zugehen. Berlin, 29. Juni. In Regierungskreisen gibt man sich um so mehr der Erwartung hin, daß die Ergebnisse der Börsenenquete dazu führen, die an den Börsen bestehende Ordnung in mancher Hinsicht einer gründlichen anderweitigen Gestaltung zu unterwerfen, als sich bei den Vernehmungen von Sachverständigen herausgestellt hat, daß auch die Vertreter der großen Finanz mit manchen Vorgängen an der Börse nicht einverstanden sind und im Interesse des legitimen Geschäftes es für nöthig erachten, eine Herabminderung der Mißstände zu erzielen. Berlin, 30. Juni. Der Landtag wird voraussichtlich in feierlicher Form mit einer Thronrede geschloffen, hierfür spricht nicht allein die Erwägung, daß es die letzte ordentliche Session in der Legislaturperiode ist, sondern auch daß in derselben ein gesetzgeberisches Werk von Bedeutung, die Steuerreform, durchgeführt worden ist. Dresden, 29. Juni. Der hier und in Alsfeld gewählte Antisemit Zimmermann nimmt das Mandat in Alsfeld an, statt seiner wird in Dresden wahrscheinlich der frühere Reichstagsabgeordnete Baumeister Hartwig aufgestellt. Freiberg i. S., 29. Juni. Wegen socialistischer Agitation wurden vier Bergakademiker von den Vorlesungen ausgeschlossen. Heute beginnt infolge dessen wieder der allgemeine Collegienbesuch. Newyork, 30. Juni. Bei dem Sturme, welcher den Staat Kansas heimsuchte, kamen viele Personen um. Sitzung der Stadtverordneten am 29. Juni 1893. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Faber, Flett, Grünewald, Habenicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Aber, Crbig, Dr. Ploch, Br. Schäfer, Schwall, Bogt und Wallenfels. Nach der vorgelegren Ueberfichr über btt wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Realgymnasiums und der Realschule für 1892/93 betragen die Besoldungen 60 420.82 Mk-, die Remunerationen 13512.03 Mk. Da diese Posten im Doranschlage mit 78461.99 Mk. angesetzt smd, so ergibt sich eine Eriparniß von 4529.14 Mk. Herr Eugen Kaufmann hat auS Anlag der Aufführung einer Mauer am oberen Ende des Friedhofs um die Verlegung einer in dem bisherigen Reiserzaun befindlichen Thür an die südwestliche Ecke des Friedhofs nachgesucht. Bei Behandlung dieses Gesuches har fich die Friedhofscommission gleich mit der Frage beschäftigt, ob daS Bedürsnttz nach einer weiteren Thür für den öffentlichen Verkehr vorliege ; sie ist dabei au dem Schluß gekommen, daß em solches Bedürfniß nicht vorltege, eine Vermehrung der Zugänge zum Friedhöfe, welcher bereits deren drei hat, vielmehr die Beaufsichtigung erschweren würde. Die Commission hat deshalb Ablehnung deS Gesuches beantragt. Die Versammlung schloß sich dem Anträge an. Ueber daS bereit» im October v. I. abschläglich be- schtedene Gesuch der Firma Ph. Lüdeking um Erlaubniß zur Wafferabführung nach einem Einfallschacht am SelterSweg wurde in heutiger Sitzung ein Beschluß nicht gefaßt, vielmehr Zurückverweisung an die Baudeputation bezw. Inaugenscheinnahme durch dieselbe beschlossen. Nach der bisherigen Uebung, alle zwei Jahre em Jugend fest abzuhalten, hätte in diesem Jahre ein solche» stattzufinden. Nach den bereits gepflogenen Verhandlungen mit den Schulvorständen, Curatorien, Schuldeputationen, Oberlehrern usw., in welchen die für und gegen die Abhaltung des Jugendfestes in diesem Jahre sprechenden Gründe erwogen worden, ist man zu einem bestimmten Beschluß nicht gekommen. Die Entscheidung fiel danach der Stadtverord- neten Versammlung zu. Dieselbe beschloß, nachdem die Herren Homberger, Dr. Schäfer und Schmal! sich zu Gunsten de» Festes geäußert, Abhaltung des Jugendfestes in diesem Jahre. Die Vorbereitungen dazu wurden, wie in früheren Jahren, in die Hände einer Specialcommission fleußt- DaS Gesuch deS Herrn Franz ©immer um Con- cession zum Schankwirthschaftsbetrieb im Hause des Maurers Pfaff in der Bahnhofstraße (neben dem Felsenkeller) ist von dem Gesuchstcller zurückgezogen worden, bezw. ist an deffen Stelle der Vertreter der Brauerei Hildebrand in Pfungstadt, Herr Joh. Fr. Schaaf getreten. Großh. Polizciamt hat die Bcdürfnißfrage unter Hinweis auf acht in nächster Nähe befindliche Winhschaften verneint, die Stadtverordnetenversammlung beschloß dagegen, die Bedürfnißfrage zu bejahen. totales unö provinzielles. Gießen. 30. Juni 1893. ** Die im neuesten Regierungsblatt publicirte Verordnung. die practifche Vorbereitung für die Anstellung im höheren Lehramt betr., hat folgenden Wortlaut: § 1. Aspiranten des höheren Lehramts können an höheren Schulen des Landes nur angestellt werden, wenn sie 1) nach Maßgabe der Verordnung vom 12. Januar 1889, die Prüfungen der Aspiranten des Gymnasial-, Realgymnasial- und Realschul-Lehramts betreffend, die erforderliche Prüfung bei der zu diesem Behufe eingesetzten PrüfungScommission oder bei einer anderen deutschen als gleichberechtigt anerkannten PrüfungSbchörde bestanden, und 2) nach vollständig bestandener Prüfung sich durch einen zweijährigen Vorbereitungsdienst im höheren Lehramt die erforderliche methodisch-pädagogische Ausbildung erworben haben. DaS erste Jahr dieses Vorbereitungsdienstes soll in der Regel an einem der bestehenden pädagogischen Seminare verbracht werden. Die Gesuche um Zulassung zum Vorbereitungsdienst sind an Unser Ministerium des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, zu richten. § 2. Während des Vorbereitungsdienstes führen die Aspiranten des höheren Lehramts die Bezeichnung „LehramtSaccessist." Diejenigen Lehramtsaccessisten, welche den vorgeschriebenen zweijährigen Vorbereitungsdienst zur Zufriedenheit erledigt haben, werden vom Ministerium des Innern und der Justiz zu „LehramtSaffessoreu ernannt. ** Lebensmittel-Preise Ende Mai 1893. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstclle für die Landes- statistik kosteten: Slddic uüi Octroi Darmstadt Main, Ostendach WormS Sieben Stabte ohne Octroi Bingen Benüheim Alreo ^■toerfl Ältfelb Lauterbach 72 66 70 70 66 68 60 70 70 60 70 54 60 70 70 68 63 68 68 . 58 70 59 1 56 69 | 60 75 60 60 70 70 68 60 60 60 60 60 50 70 70 70 68 60 60 60 60 58 40 45 54 — 56 56 50 60 50 Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 Stück I 13 11 127-134 19 5-6 13.5 12 121-126 19 5-6 13,5 13 122-133 21 5-7 10.5 10 109-130 17 5-8 12 11 111-129 17 5-6 12 11,5 108-134 19 5-7 12,5 11 110-120 17 6-7 16 11 109-122 18 6-7 15,5 15 120-130 16 6 12,5 10 100-105 14 6 13 10 100 14 5 Gestohlen. Mit zwei in einem hiesige« Gasthause übernachtenden fremden Bildhauern waren auch die Stiefel eines andern in demselben Gafthau» logirenden Fremden beute früh verschwunden. Au» dem Ohmthal. 29. Juni. Seit dem Eintreten de» Landregen», dem gestern ein heftige» Gewitter folgte, hat da» Schlachten de» Rindviehes und der Verkauf de» Fleische» Seiten» der Landwinhe mit einem Male ausgehört, ebenso das LoSschlagen deS BieheS zu jedem Preise. Auch der danieder liegende Handel hat sich wieder fruch belebt, die Preise find wieder etwa» in die Höhe gegangen und Die Nachfrage ist wieder stärker geworden. DaS Rindfleisch ist bereits wieder um 5 Pfg. per Pfund aufgeschlagen. Der Landwirth hat in der Dürrperiode, besonders rn den letzten 14 Tagen, alles nicht unbedingt nöthige Lieh abge,etzt, so daß er jetzt bei den befferen Aussichten und den '^merhln noch sehr billigen Preisen mit dem Verkauf deS Viehes zurückhalt. DaS jetzige Wetter ist aber auch Wachswetter, wie eS der Landwirth nur wünschen kann, nämlich feucht und warm. Bereits belebt fich der auSgedörrte Wiesengrund mit frischer, grüner Farbe - aus dem verbrannten GraSrasen spneßen rasch die neuen grünen Hälmchen hervor. Noch 14 Tage dieses feucht-warme Wetter und die Futternoth ist für die Gegenwart wenigstens beseitigt. -e. Neu - Ulrichstein, 30. Juni. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro Juni 189 3. Ende Juni 1893 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 79 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Heffen 12, Regierungsbezirk Kassel 13, Regierungsbezirk Wiesbaden 5. Königreich Preußen: Provinz Rheinlande 7, Provinz Westfalen 3, Provinz Hannover 3, Pro- vinz Sachsen 1, Provinz Schlesien 8, Provinz Posen 1, Provinz Ostpreußen 2; Königreich Bayern 6, Königreich Württemberg 2, Königreich Sachsen 4. Thüringische Staaten 6. Großherzogthum Baden 1 , Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin 1, Großherzogthum Oldenburg 1, Großherzogthum Luxemburg 1. Ausland: Oesterreich 2. Hiervon waren. Arbeiter 26, Bäcker 4, Bauschloffer 2, Bergmann 1, Brenner 1, Buchbinder 1, Conditor 1, Färber 1, Gärtner 2, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Kaufleute 8, Kellner 1, Kupferschmied 1, Kutscher 1, Maschinenschlosser 1, Maurer 3, Posamentier 1, Sattler 1, Schmiede 2, Schneider 4, Schreiber 5, Schreiner 2, Schriftsetzer 1, Schuhmacher 3, Tüncher 1, Wagner 1, Weber 1, Zimmermann 1. Im Monat Juni wurden entlassen 15 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 3, auf eigenen Wunsch 9, auf Requisition der Be- Hörden 1, wegen Arbeitsscheu 2. Verpflegungstage im Juni 1893: 2123. Gearbeitet wurde an 1826 Tagen, hierunter 300 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2249, dagegen abgegangen im Ganzen 2170 Mann, bleibt Bestand am 30. Juni 1893: 79 Mann. Abgewjesen wurden im Monat Juni 2 Mann. Maiuz. 28. Juni. Heute Abend waren es 100 Jahre, daß in Folge der Beschießung unserer Stadt durch die belagernden Deutschen der Dorn in Brand gerieth. Ein Geschichtsschreiber von damals schreibt u. A.: Der Brand war schrecklich schön- drei Thürme, das Schiff, der Kreuzgang und 15 Häuser vom Leichhof, dem Nasengäßchen und der Gräbergasse standen zu gleicher Zeit in Hellen Flammen. Im Kreuzgang verbrannte die kostbare Dombibliothek mit unersetzlichen Schätzen an Manuskripten und ältesten Druckwerken. Es wurde nichts gerettet. Um die Bibliothek und Sammlungen der Universität zu retten, stellte die Munizipalität am 29. Juni 8 Mann an. Um Mitternacht gerieth die Jesuitenkirche und die daranstoßenden stadionischen Gewölbe in Brand und zu gleicher Zeit die drei ansehnlichsten Häuser der Korbengasse. Das Bombardement und die überall brennenden Kirchen und Häuser verursachten Klage und Jammergeschrei durch die ganze Stadt- besonders Greise und Weiber wollten ihre unglückliche Heimath verlaffen. Am 29. Abends brannte die Domprobstei mit dem ganzen Quadrat, dem Lay'schen und Keffelstadt'schen Hofe, ferner der Sickingerhof auf dem Karmelitenplatz ab. Mainz. 28. Juni. Aus einem nicht alltäglichen Grunde erhängte sich ein wohlhabender Landwirth aus einem nahen Dorfe. Wegen Futtermangel hatte er fein Großvieh verkaufen müssen - dies ging ihm so zu Herzen, daß er, nachdem er das Vieh an den Käufer abgeliefert hatte, in seiner Verzweiflung den verhängnißvollen Schritt that. Zellhauseu bei Seligenstadt, 2ß. Juni. Eine eigenartige Methode zur Herbeiführung von „Wildschaden" wurde hier constatirt. Wegen theilweise unerhörter Entschädigungsansprüche werden nämlich von den 220 zur Anmeldung gekommenen Wildschadenposten zahlreiche durch Sachverständige festgesetzt. Als nun dieser Tage Herr Jagdaufseher Steinborn in früher Morgenstunde sein Jagdrevier beging, entdeckte er zu seinem nicht geringen Erstaunen ein biederes Bäuerlein, welches an seinem (des Bauern) Kornfelde mit einem Instrumente die tauben Aehren abzwickte und damit einen künstlichen „Hasenfraß" bewirkte. Da daS betreffende Grundstück ebenfalls zur Abtaxirung des Wildschadens angemeldet war, so dürfte sich der schlaue Patron demnächst wegen Be- trugsizersuchs zu verantworten haben. Der geschäftige Volks- witz belegte ihn überdies sofort mit einem bezeichnenden Spitznamen, der sich womöglich selbst noch auf seine Nachkommen vererbt. GeruSheim, 27. Juni. Gegenwärtig üben im hiesigen Hafen Abteilungen deS Hess. Drag.-RegtS. (Garde-Dragoner) Nr. 23 und des 2. Heff. Drag.-Regts. (Leib-Dragoner) Nr. 24 mit den neuen Falt-Booten. Es sind dies Boote auö Leinwand, die wie ein Regenschirm aufgespannt und zusammengefaltet werden. Mannschaften des 2. Dragoner- RegimcntS haben mit diesen leinenen Falt-Booten eine regelrechte Schiffbrücke über den Hasen geschlagen, während die Mannschaften des 1. Dragoner Regiments auS herbeigeschaften Bauhölzern und Stricken eine fahrbare Brücke hergestellt haben. Die Hebungen mit den neuen Booten sind hochinteressant. • Frankfurt. 29. Juni. Auf Ansuchen deS Berliner Amtsgerichts wurde gestern der Sänger Robert S tag n o und fein Secretär Finazer verhaftet, wegen Absendung eines den Impresario Dürler beleidigenden Telegramms an- den Mailänder „Corriere della sera“. DaS Telegramm trug die gefälschte Unterschrift des Berliner Correspondenten dieses Blattes, worin Urkundenfälschung erblickt wird. ♦ Ter Lokomotivheizer Fröm aus Stargard fand am SamStag im Dienste einen schnellen Tod. Während der Fahrt lehnte er sich in der Nähe von Belg ar d über die Maschine und schlug dabei mit dem Kopse derartig gegen einen von ihm nicht beachteten Wafferkrahn, daß ein Schädelbruch und sofortiger Tod erfolgte. * Wien. 29. Juni. Der Start der Distanz-Radfahrer ist glatt vor sich gegangen. Es fuhren 114 von 150 Angemeldeten ab. Unter den Zurückgetretenen find hervorragende Wiener FavoritS, wie Beischlag, Zachariades, Gericke, Trinkauer, Spiegel, Angerer. Das Pneumatik- Niederrad wurde von allen Fahrern benutzt, bis auf einen Hochradfahrer. Die Reichsdeutschen hatten ausgezeichnete Maschinen und find weitaus in der Mehrzahl unter den Distanzsahrem. DaS Wetter ist ausgezeichnet, die Straßen in der Nähe von Wien aber schlecht. Auf Lehr von Frankfurt als erster Favorit wurde fabelhaft gewettet- die Sieges- aussicht ist aber nicht zweifellos. Er behauptet zwar, in 26 Stunden Berlin zu erreichen, fuhr aber vom Start die ersten 8 SHlometer in 13 Minuten, waS Fachleute veranlaßt, zu glauben, daß bedächttgere Fahrer ihn auf die Dauer überholen könnten. Die Coftüme waren sehr mannigfaltig, bis zu halber Nacktheit- viele hatten für ihr LegitimationSbuch keine Tasche und mußten daS Buch an einem Bindfaden um den Hals tragen. Ein Reichsdeutscher hatte auf der Lenkstange des BicycleS einen Behälter für Trinkbares, wie er selbst sagt, einen Saufkasten - da cS aber bekannt geworden war, hatte er am Start den Saufkasten mit dem Regenmantel verdeckt. Der Zulauf des Publikums war großartig. * Bad Driburg, 24. Juni. Folgendes komische Jagd- ergebniß hat ein hiesiger eifriger Nimrod gehabt. Derselbe begab sich gestern auf den Anstand, um einen feisten Rehbock zu erlegen. In der Dämmerstunde hört der Jäger leise Tritte- die Zweige knarren — ein im Dunkeln kaum erkennbares, großes Thier naht sich — der Jäger legt an — ein Schuß — das Wild fällt — Rufe ertönen — eine Frau hatte ihre Kuh geweidet — der Strick ist in ihren Händen, doch die Kuh liegt verendet zu ihren Füßen — unser Nimrod schlug sich seitwärts in die Büsche und zahlte am anderen Tage 75 Mark Ersatz für die geschossene Kuh. * Aus der deutschen Coneursstatistik. Im ganzen deutschen Reiche betrug die Zahl der Concursc im Jahre 1891 7623, im Jahre 1892 dagegen 7684, mithin steigerten sich die Concursc in letzterem Jahre um 61. An der Zunahme der Concursc im Jahre 1892 participirten Preußen mit 65 Concursen gegen das Vorjahr mehr, Württemberg mit 38 Concursen mehr, Baden mit 18 Concursen mehr, Sachsen- Weimar mit 19 Concursen mehr, Elsaß - Lothringen mit 10 Concursen mehr, Oldenburg mit 6 Concursen mehr. Dagegen nahm in Sachsen, Bayern, Mecklenburg - Strelitz, Hamburg u. s. w. die Zahl der Concurse ab, speciell in Sachsen sank sie von 1206 Concursen im Jahre 1891 auf 1098 Concurse im Jahre 1892. * lieber das Brunoenuuglück in Cchneidemiihl bringt die Berliner „Post" einen längeren Bericht, dem wir folgende neue Einzelheiten entnehmen: Dem Brunnenmeister Beyer aus Berlin scheint es nun wirklich gelungen, die unterirdischen Quellen in die senkrecht in den Boden gerammten Rohre zu fassen und zum Stillstand zu bringen und zwar dadurch, daß er die Leitung noch 70 Fuß über den Boden in die Höhe führte. Der gewaltige Druck dieser in Den Rohren stehenden Wassersäule ist so stark, daß daS Emporstrudeln verhindert wird. Ob sich daS Wasser nicht doch noch seitwärts einen Ausweg bahnt, läßt sich freilich nicht sagen. Die Umgebung des UnglückSbrunnenS bietet ein trauriges Bild. Kommt man vom Markte her, so sieht man in der Kleinen Kirchstraße rechts ein stattliches neues HauS mit zierlichem Balkon. Bis vor wenigen Tagen schien es sich zu halten, jetzt aber werden die Riffe im Keller, in den Fundamenten, oben in der Front doch recht bedenklich, zumal das Nachbarhaus so sehr mitgenommen ist, daß es entweder in sich zu- sammenfallen wird, ober abgetragen werden muß. An ber Ecke ber Großen Kirchstraße und in dieser stehen zwei ältere einstöckige Wohnhäuser, sie find zum Theil abgetragen, zum Theil drohen sie jeden Augenblick dem Einsturz. WaS nun an Verwüstung folgt, spottet jeder Beschreibung. In der Reihe nach dem Wilhelmsplatz kommt daS Straubel'sche Haus- die beiden Seltengiebelwände stehen von oben bis unten ziemlich intact da, nur zeigt die eine mehr nach dem Hofe zu einen klaffenden Riß. Von ber Vorbersront steht aber bis zum DachgesimS auch nicht ein einziger Stein mehr. Nur ganz oben in einer Ecke hängt noch ein Fenster im Rahmen, bie Scheiben natürlich zertrümmert. Die in sich zusammen- gestürzte Frontmauer, die jetzt mit Brettern und Balken einen Trümmerhaufen bildet, hat die Fußböden der Dorder- zimmer der ersten und zweiten Etage mit herabgeriffen. An den Thürpfosten zu den Hinteren Räumen hängen halb zertrümmerte oder verbogene Thüren, in der zweiten Etage hat sich in demselben Zimmer, wo daS Fenster erhalten ist,, in einer Ecke anscheinend auf schmalem Gebälk ober auf einem Mauervorsprung auch ber weiße Kachelofen gehalten. DaS ist so ziemlich alle». Das Merkwürbigste aber ist, bafr über biesem leeren Raume ber Vorderzimmer bie Decke der zweiten Etage mit dem schweren DachgesimS, wenn auch etwas durchgesackt, doch in ihrer ganzen Ausdehnung hangen geblieben ist. Man hat also einen Blick, wie auf eine offene Bühne, freilich mit einer traurigen Ausstattung. ES folgen zwei einstöckige Häuser, bann ein zweistöckiges neues HauS und drei einstöckige Gebäude — alles zerrissen, von den Fundamenten bis zum Dach. Hier tritt jetzt ein Stillstand in ber Senkung ein. Auf ber anberen Straßenseite sieht es womöglich noch trauriger aus, wenigstens ist größtentheilS bie Zerstörung schon weiter vorgeschritten. ES handelt sich hier durchweg um ältere Gebäude - ein größeres zweistöckiges Haus, bei dem man nicht begreifen kann, wie die einzelnen Theile noch zusammenhalten. Ein Haus, das gerade der Einmündung der Kleinen Kirchenstraße gegenüber liegt, hat man zunächst noch durch schleunige Vermauerung der drei großen Schaufenster und schwere Stützen gehalten,- sonst wäre es längst ein Schutthaufen. Es neigt oben nach rechts, unten nach links, hier nach der einen, dort nach der anderen Seite hin. Und so ist es bei manchen anderen auch, alles windschief, verbogen, gebrochen, zerrissen. Im Innern und auf den Höfen der Grundstücke bieten die Zerstörungen einen noch viel greulicheren Anblick. Zerrissene, halb aufgekalkte Decken, zerfetzte Tapeten, aufgerissene Fußböden, klaffende Spaltungen der Wände, mitunter in Mannesbreite. Das Erdreich zeigt überall oft weitklaffende Riffe, alle unter sich parallel und zugleich mit dem Laufe der Küddow und der Großen Kirchenstraße. Und wie sehen erst die beiden Straßen aus! Das Gelände hat sich stellenweise um mehr als einen Meter gesenkt, wo es convex war, ist es concav geworden. Die Pflastersteine erscheinen streckenweise wie von riesigen Maulwürfen aufgewühlt, die Granltplatten der Bürgersteige stehen zu einander wie man Kartenhäuser baut. Wann alles das wieder geordnet und gesäubert sein wird, von einer Neubebauung gar nicht zu reden, ist noch gar nicht abzusehen. Bei zahlreichen Bauten wird nichts anderes übrig bleiben als die Sprengung. Von Neubebauung kann zunächst wohl gar keine Rede sein, denn es ist ungewiß, ob nicht die Senkungen noch weitere Fortschritte machen werden. Möglich, daß daß ganze Bauland auf lange Zeit gänzlich entwerthet ist. Kennt man erst den Ursprung der Quelle, so wird sich vielleicht auch diese Frage beantworten lassen. Die Geologen, Autoritäten ersten Ranges auf diesem Gebiete, haben sich der Sache bereits angenommen und dürften bald Klarheit schaffen. Man will an einigen Seen bedeutendes Sinken des Wasserstandes wahrgenommen haben und dies mit der Catastrophe in Verbindung Wringen; etwas Bestimmtes ist noch nach keiner Richtung ermittelt worden. Nur eines steht schon heute mit aller Bestimmtheit fest: über die Stadt Schneidemühl ist eine Catastrophe von nie dagewesener Art hereingebrochen, eine Catastrophe, die vielleicht manchen der Bürger an den Rand des wirthschaftlichen Unterganges zu bringen oder die Stadt dem Bankerott entgegenzuführen geeignet ist. Der erste Bürgermeister hat bei dem Ministerium dos freundlichste Entgegenkommen gefunden, und es ist nicht zu bezweifeln, daß der Staat eingreifen wird und muß. Aber für manchen wird die Staatshilfe vielleicht schon zu spät kommen, wenn nicht Pnvathilfe ihr vorgearbeitet. Es handelt sich um nahezu 100 Familien mit 400 Köpsen, um Leute, die von ihrer Hände Arbeit leben, denen zum Theil mit dem Eigen- thum die Grundlage der wirthschaftlichen Existenz vernichtet ist. Wenn irgend, so wird hier ein Appell an den Gemeinsinn aller Bürger des weiten deutschen Vaterlandes am Platze sein, und er wird sicher nicht unerhört verhallen." — Es scheint ein eigenes Verhängniß jetzt über der unglücklichen Stadt zu walten; zu allem Elend, das durch Wasser über Schneidemühl kam, ist auch noch ein Brandunglück gekommen. Am 24. Juni um Mitternacht brach unweit des Senkungsgebietes ein Feuer aus, das mehrere Stallungen und Scheunen in Asche legte. Universitäts - Nachrichten. — Heute (30. Juni) begeht Herr Professor Dr. v. Petten- kofer in München sein öOjähriges Doctor-Jubiläum. Sehiffsnach richten. — Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Linie" In Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. Katholische Gemeinde. Sonntag den 2. Juli, 6. Sonntag nach Pfingsten: Samstag: Nachmittags um 4‘/8 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6>/, Uhr erste hl. Meffe: gemeinsame hl. Corn- munion; um 7Ve Uhr Austheilung der hl. Communion; um 8'/r Uhr zweite hl. Messe: um 10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 1. Juli: Vorabend 7« Uhr, Morgen? 880 Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, Sabbathausgang 930 Uhr. Eingesandt. Gießen, 30. Juni 1893. 272 Geschäftsinhaber warten auf Erledigung ihrer nunmehr schon beinah 3 Wochen an den Stadtvorstand etngereichten Eingabe betr.: „Regelung der Sonntagsruhe". Vielleicht ist die Frage gestattet, ob man diese Angelegenheit erst nach den Ferien zur Sprache bringen und somit bis in den Herbst hinausziehen will? Amtliche Prüfung der Lichtstarke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Juni 1893 : 14 Kerzen. Buchner. kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelisch e Gemeinde. Gottesdienst. 5. Sonntag nach Trinitatis, den 2. Juli: In der Stadtkirche: Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2'/, Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Markusgemeinde. Pfarrverwalter Dr. Grein- Vormittags 11 Uhr in der Klelnkinderschule: Zusammenkunft der Neuconfirmirten (Knaben) aus der Johannesgemetnde. Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Schlosser. In der Friedhofscapelle: Vormittags 8V, Uhr: Frühgvttesdienst. Pfarrer Dtngeldey. Nachmittags 2>/r Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lucasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. Nächsten Sonntag den 9. Juli: Collecte für die hilfsbedürftige evangelische Gemeinde Schöllenbach-Bullau im Odenwald. VH* Doiitanhlondc Jede Toilettesetfe, die nicht voll- 1 lli UeUlSUniclIlUS kommen neutral, rein und mild ist, ViemiÄM iinil ist ein für allemal der Haut nach- 1 1 all<311 111111 thetlig; sie greift sie an, macht sie Inn nf ran an schlaff, rauh, rissig und frühzeitig U <111 y 11 a U v 11. welk. Deswegen verwendet Frankreichs und Englands Damenwelt nur anerkannt neutrale und milde Seifen zu ihrer Toilette Deutschlands Frauen und Jungfrauen sei im Interesse der Erhaltung, der Frische, der Schönheit und Reinheit des Teints diese Methode mr Nachahmung wärmstens em- vfoblen und es sei erinnert, daß Doering* Seife mit der Eule ihrer qualitativen Vorzüge wegen, ärztticherseits als das vorzüglichste, beste und bewährteste Mittel zur Pflege der Haut begutachtet, anerkannt und empfohlen wird. Zu haben « 40 Pffl. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 5788] Stetig steigender Absatz seit 1880 verbürgt die Güte des Holländ. Tabak bet B. Berberin Seesena.H. 10Pfd.fco.8Mk. Witterung saus sichten Wetterhäuschen, Südanlage. 29. Juni, Mittags 12 Uhr 30. Juni, Morgens b Uhr Barometer: Thermometer: Hygrometerstand: Mittlere min.748mm, max. 749mm „ + lCVa°R. „+ 2io r. Trocken. Barometerstand bei Oo I min. 750 mm, max. 751 mm „ + 8i/a° R. „ + 18° R. Trocken. — 744,7 mm. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 30. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17, Luft 20 Grad. Rübsamen'sche Badeanstalt. Bekanntmachung. Die Lieferung von 4200 Ctr. Nußkohlen Nr. 2 und 1000 „ Braunkohlen 1. Sorte vom Heffenbrücker Hammer für die städtischen Anstalten für das Etatsjahr 1893/94 soll unter den auf unserem Bureau offen liegenden Bedingungen vergeben werden. Offerten, in welchen der Preis pr. Doppelwaggon franco Bahnhof Gießen anzugeben ist, sind bis zum 8. Juli d. I., Vormtttags 12 Uhr, mit der Aufschrift „Kohlenlieferung" versehen, in unserem Bureau abzugeben. Gießen, den 30. Juni 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ____________Gnauth._______[5791 Hannover -UerheMer Güterverkehr. Am 1. Juli d.J. gelangt der Nachtrag IV zum Tarif für oolbezerchneten Verkehr zur Einführung- Nähere Auskunft übet* dessen Inhalt erthetlen die Güterabfertigungen. Gießen, den 29. Juni 1893. Großh- Direction (5805 der Oberheffifchen Eisenbahnen- Aeikgeöotenes. ML Schlachthaus. Freibank. [5694 Heute und morgen: Ochsensteisch, nicht ladenretn, per Psd. 30 Pfg. 5784] Stachel- u. Johannisbeeren zu verk. Fr. Koch, Dammstraße 4. Seltersweg 81, II: Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren. [5789 Vermietungen. 5802] Frdl- Logis, 2 Stuben, Küche nebst Zubeh., zu verm. Wetzsteingasse 10. 5796] Kleines Logis, sowie zwei möbl- Zimmer sofort zu vermiethen. A. Felfing, Neuenweg 31. vermischte Anzeigen. Tiicht. Schremergehiiftn sucht Schreinermeister Benzler, Asterweg 16. [5798 E. A. V. Mein am hiesigen Platze betriebenes Sonntag, 2.Juli,Abds.8l/4Uhr: Vortrag des Herrn Pros. Stamm über Kosmopolitismus ».Patriotismus Auch die Frauen unserer Mitglieder sind willkommen. [5793 ___________Der Vorstand. Kaufmännischer Verein. Sonntag, 2. Juli r Ausflug nach Weilburg (Guntersau). Abfahrt 122» Uhr Mittags- Btllets zu ermäßigtem Preise müssen eine halbe Stunde vorher in Empfang genommen werden. Zu dem 2^ Uhr abgehenden Zug gibt es keine Ermäßigung. Die mit diesem Zug Nachkommenben werden in Weilburg am Bahnhof erwartet. [5794 _________________Der Borstand» 5781] Letzten Mittwoch ist ein Packet (Inh. zwei Nranenbeinkteider und eine Bachtjacke) verloren worden, resp in einem Laden liegen geblieben- Der Finder wird gebeten, Genanntes in der Exped. d. Bl. abzugeben.________________ Verloren Ü°Ä Wege von der Grünbergerstr. nach Reiskirchen ein Notizbuch mit Schretbtafel. Abzugeben gegen Belohnung in der Expedition dieses Blattes.__[5800 Arzt gesucht unverh., strebsam, solide, für angenehme Praxis. E. 90 a. d Exped d. Bl. [5312 Eine in allernächster Nähe der Actien-Brauerei Gießen gelegene Wohnung von 4 Zimmern gesucht. Offerten unter N M an die Exped. d. Bl.________________[5737 5735] Selbst. Herr sucht zwei gut möbl. Zimmer vom 1. Juli ab ob. später- Nur Offerten mit Preisang. sind unt F H III in der Exped dieses Blattes niederzulegen. Heizer. Für die Besorgung der Heizanlage in der neuen Johanneskirche wollen wir demnächst einen Heizer anstellen. Sachverständige Bewerber wollen sich bis zum nächsten Montag Abend bei dem Unterzeichneten anmelden. Gießen, am 30. Juni 1893. Der evangelische Gesammtkirchenvorstand __Dr. Naumann______5795 Für Steinhauer. Y 5785] Ich beabsichtige, meinen seither mit gutem Erfolg b'triebenen Lung, steinbruch zu verpachten oder zu verkaufen Gastwirth Ranft, Allertshausen- ■■ Bankgeschäft «■ habe ich mit dem heutigen Tage an Herrn Julius Kurz hier übertragen. Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen meinen Dank ausspreche, bitte ich dasselbe auch meinem Herrn Nachfolger bewahren zu wollen. Gießen, 30. Juni 1893. Albert Kaufmann. Unter Bezugnahme auf vorstehende Anzeige erlaube ich mir hierdurch ergebens! mit' zutheilen, daß ich das seit einer Reihe von Jahren durch Herrn Albert Kaufmann am hiesigen Platze betriebene Bankgeschäft übernommen habe. Ich werde dasselbe mit Betheiligung eines Commanditisten unter der Firma Albert Kaufmann Nachfolger J. Kurz & Cie. weitersühren und halte meine Dienste für alle in das Banksach einschlagenden Geschäfte bestens empfohlen. Gießen, 1. Juli 1893. 5790 Julius Kurz. Oeffentliche Erklärung. Herr A. Welz dahier, seit einem Jahre Inhaber des in 1857 unter der Finna „F. E. Winter“ gegründeten Geschäfts, kündigt die Verlegung dieses Geschäfts an. Erzogen von mir und behandelt wie ein eigenes Kind, kain Herr Welz ohne jede Gegenleistung in den Besitz dieses Geschäfts, selbstverständlich im Vertrauen, daß er sich mir gegenüber als ein dankbares Kind auch für die Zukunft erweisen würde. Aber der Stab, den ich mit Liebe geflochten glaubte, wurde unter Zuthun Anderer schnöde zerbrochen und derart zugespitzt, daß Herr Welz das Geschäft bereits heute verlegt und den Laden böswilliger Weise, wie ich annehmen muß, zwei Monate lang schließt. Mit Rücksicht hierauf habe ich mich veranlaßt gesehen, Vorstehendes der Oeffentlichkeit zu unterbreiten mit dem Bemerken, daß ich zur Eröffnung des nunmehr wieder von mir selbst zu betreibenden Geschäfts erst in zwei Monaten schreiten kann. Gestützt auf das meinem seligen Manne seit Jahrzehnten erwiesene Zutrauen und unterstützt von meinem Schwager, Herrn Bürstenfabrikanten Flick in Siegen, glaube ich mir auch zukünftig das Wohlwollen einer geehrten Nachbarschaft, wie auch einem hiesigen und auswärtigen Publikum wieder zu erwerben'mit dem bekannten Princip, nur gute und gediegene Waare zum Verkauf zu bringen. Gießen, den 30. Juni 1893. S501 F. E. Winter Wwe. Ordentlich gnnoin,ttl solzwdkn T°c Die diesj janb am 20. bcm LoOen. Die W* über den derze terten Handtve lichen Theilen Za-res Den Jen lung über die im verflossenen mit L>t’ii Siitt des Vereins Die Mitg gegen 172 im 1 Mitglied mc als derselbe ne des Vorstandes Aendernntz W durch seinen l Hu g, sein 9la Vorstand erwa den Mglieder 3« dem ' dagegen traten Organisation t unb Bmnehrui lung machen ü' Ration, das \i stehen unfern Es ist Ji beschäftigt gelt auszubauen, - Sonntagschule die Werktagschi sämmtliche Einz Bauhandmerker Grundlage für besonderen IM dahin nnjelne '^geschoben, an daß somit die <- gewerbschule ge Mancherle dieses Planes Geldmitteln, \ Räumlichkeiten, dauer alle behc weihe hülfe > vermehrt, daß Organisation a Hub dadurch, 9lI1W Schulhai J« durch ciniq le,.nc Zimmer lleB- wofür ihr ^tTt.gegemvaI LL? * 9«W»W«, butd L'rx "un9 irgend d m1' 9- Äau. "“■J ">cht fi . Nachdem s '"«kett der £ ’ ”4 L " Uferet ***** i6l> ®e9«n| «f'iung in ? ■ *eifl !t: ’ .®er6 ' den f,rid)flTrtt;9 ,ü tut* SRontag6 Dir* br n m a ii G. Ph. Fillmann, Marktstrasse 17 Dienstag den 4. Juli, Abends 8 Uhr: Der Vorstand. 5768] Grosses Militär- Concert De^ Vorstand. [5799] Todes -Anzeige 214 [5786 £681] Mädchen suchen sofort Stellen । Brave« out empfohlene« Mädchen für d. Dermiethfr. Sparr, KaplanSgasse 10. Küche und Hausarbeit gesucht. io747 gesucht. Io ibttton d«. Bl 5701] E tücht. shuhrm. au e. Pferd sof. ges. H. Schomber, Rodheimerstr. 56. Nähere« in der Erpel Danksagung Hausbursche ges 5758] Renen väne 6. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schaaf, Forstaccessist. Giessen, den 30. Juni 1893. 5792 Haustein, Ludwigstraße 4, 5678] Eine tüchtige Lauffra« sucht Cigarren-Sortirerin Retchgdant-DiScc'N 4 pE:. — Frankfurter P,nk-Li«conl 4 pLt. finden Slebeik bdlJiX |_g. Varnaß Die heutige Nummer umsaht 6 Leite». 86 50 100.45 4°/o Ung. Gold-Rente 50/o Rente Im Jahre 1892 gingen ab .... Stand Ende 1892 Allendorf a. d. Lda., am 26. Juni 1893. Der Director: Kloos. Der Rechner: Rein. 86.60 30/0 Portugiesen 100.45 4°/e Grtech. Monopol-Anl. Allen, die an unserem schweren Verluste so herzlich Antheil genommen haben, sagen wir unseren innigsten Dank. zusammen 217 3 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag um 4 Uhr vom Sterbehause, Steinstrasse 57, aus statt. 5803 Der heutigen Nummer liegt eine Geschäfts- Empfehlung des Herrn A. Welz bei. .">8 £ Redaction H. Scheyda. — Druck und Verla, der Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn emgktragkllk Geiioffeiischaft mit unbrfdjränkttr HaftpSicht am 31. Dezember 1S92. Activa. Männerturnverem. Lonntag den 2. Juli: Ausflug nach dem tudloigsbrunuku. Zusammenkunft um 2 Uhr an Steins Garten. Helene Henn, geb, Nolte nach eintägigem aber schweren Krankenlager durch den Tod abzurufen. Giessen, Chicago, Mauersmiinster, 30. Juni 1893. Die trauernden Hinterbliebenen. Coursdcricht Mn E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 30. Juni 1893. Schlüße ourie 1 Uhr 15 Min. Sängerkranz, Heute Freitag den 30. Juni, Abends 9 Uhr: FamUieu Abeud im Vhitosopkrnwatd Stellenvermittelung durch den Verband dentecner Handlungfigehllten zu Leipzig und seine (ieschilftsstellen in Berlin. Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Königsberg L Fr. und Nürnberg. 13278 ......äB 5780] Ein brave« Dienstmädchen gesucht._____________Nordanlage 28, II. 5797] ein Mädchen tagsüber gesucht. Schulstraße 10, 3. Stock. Für Brautausstattungen und llachzeitsgeschenke empfehle mein grosses Lager in Tafel-, Kaffee- und Dessertservicen, Wein-, Bier- und Bowlensätzen, Completen Crystallservicen und Waschg-arnituren. Heinrich Hoc Kreuther. Löberstraste 2 II. -Ä---n-----;-------—~ 1 ' 5678] Sine tüchtige Kauffrau such. 5782] Ein brave« tüchtige« Mädchau zwei Laufsteüen. Näh. Hammstraße 8 für Hau«» und tküchenarbeit wird für,-- Ende August gesucht- Au erfragen __________________Weserftraße 2. | |---| 1/7 «. 8«/, U.Ves.III.Wr. 5783] Ein nur