St». 126 Der chleffener Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamitien v kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bfiflflfdt. Erstes Blatt. Donnerstag den 1. Juni 1893 Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Liertrljähriger ASonnementspreisr 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. Redaclion, Expedition und Druckerei: Kchulflratz« Ht.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. Gratisbeitage: Gießener Iamilienbtätter. i) 2) 3) Deckungs- die Verstärkung einstweilen ge- und für sich in Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Kosten war es eben — da auf lebhaften Wider- Beweggründen und dem Alle Annoncen-Burcaux de» In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. als dies bis jetzt scheinen könnte. Art und Weise der Bestreitung der populär geblieben, trotz aller für sie inS Feld geführten Gründe. Nur die stärkere Heranziehung der Börse zu den Kosten der Militärvorlage erfteute sich von Anfang an fast allgemeinen Beifalls, und nachdem die angesehensten Vertreter der Berliner Börse inzwischen offen erklärt haben, daß ihnen die Durchführung der Militärvorlage im Jntereffe eines gesicherten Geschäftsganges nur erwünscht sei, fällt daS Argument, die Börse würde durch eine erhöhte Besteuerung ihrer Geschäfte schwer geschädigt werden, hinweg. Ob nun die Reichsregierung bei der Wiedereinbringung der Militärvorlage im neuen Reichstage den Verzicht auf die neue Brau« und die Branntweinsteuer aussprechen wird, steht allerdings noch dahin. Die jüngsten Auslastungen des „Reichsanzeigers" über das Deckungsprogramm zur Militärvorlage geben wenigstens in dieser Beziehung nicht genügend klaren Aufschluß, immerhin gestattet aber die Versicherung des genannten amtlichen Organs, die verbündeten Regierungen seien keineswegs gesonnen, an der vorgeschlagenen Art der Deckung starr festzuhalten, die Annahme, daß man regierungsseitig die Erhöhung der Brau« und der Branntweinsteuer unter Umständen preisgeben werde. Sollte dieser Fall that- sächlich eintreten, so müßte natürlich nach anderen Mitteln zur Bestreitung der mit der Militärvorlage zusammenhängenden Mehrausgaben Umschau gehalten werden. Bereits war der Reichsregierung von verschiedenen Seiten die Absicht zu« geschoben worden, zur Deckung der militärischen Neuforde- rungen die Tabaksteuer zu erhöhen und ein Rohspiritusmonopol einzuführen. Der „Reichsanzeiger" hat aber in seiner erwähnten Kundgebung entschieden bestritten, daß man sich in den Kreisen der verbündeten Regierungen mit derartigen Pro- jccten trage, welches Dementi jetzt von Berliner halbamtlicher Seite wiederholt wird, demnach handelt es sich bei den betreffenden Gerüchten wohl nur um Wahlmanöver. Dagegen scheint man regierungsseitig den Plan einer Luxussteuer ernstlich zu erwägen, denn osficiös wird angedeutet, daß von der Reichsfinanzverwaltung eine wirksamere Besteuerung von Luxusgegenständen ins Auge gefaßt sei. Bekanntlich besteht in England und in Frankreich bereits eine derartige Steuer und liefert sie sehr befriedigende Ergebnisse, so daß ein Versuch in dieser Richtung auch in Deutschland gemacht werden könnte, obwohl die Sache ihre unverkennbare Schwierigkeiten aufweist. Auch der Vorschlag, Steuerzuschläge auf die größeren Einkommen, vielleicht von 15,000 oder 20,000 Mk. an, zu erheben, hat Manches für sich, freilich würde die Einführung einer progressiven Reichs Einkommensteuer in der Praxis auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen. Daneben bliebe noch ein anderweitiges Steuerprojrct in Hinblick auf die Militärvorlage zu erwägen übrig, auf welches in der Tagespresse schon wiederholt aufmerksam gemacht worden ist, das einer Wehrsteuer. Für eine solche spricht namentlich der starke ethische Grund, daß Derjenige, welcher sich nicht persönlich dem Waffendienste für das Vaterland weihen kann, wenigstens zu den Kosten der Rüstung beitragen sollte, selbstverständlich nach Maßgabe seiner Vermögensverhältnisse. In Oesterreich Ungarn entrichten die zum Militärdienst Untauglichen eine Steuer bis zu 100 Gulden für jedes Jahr der Dienstzeit. Würde sich dieses Beispiel nicht auch in Deutschland nachahmen lassen? — Jedenfalls könnten die verbündeten Regierungen ihren Standpunkt in der Militär« frage erheblich verbessern, wenn sie mit einem mehr populären, gewissermaßen reformirten Deckungsprogramm vor das künftige Parlament treten würden, und mancherlei Anzeichen deuten darauf hin, daß dies vermuthlich auch geschehen wird. Deutsches Reich. Berlin, 30. Mai. Als letzter in der Reihe der Wahl- aufrufe ist jetzt auch derjenige der dänischen Protestpartei in Nordschleswig erschienen. Er vertritt, wie dies auch nicht anders zu erwarten war, den nacktesten Proteststandpunkt, eine Kriüsirung der Kundgebung ist daher wohl überflüssig. Als Candidat der Dänenpartei für ganz Nordschleswig ist der bisherige Reichstagsabgeordnete Johannsen- Flensburg aufgestellt worden. — Zwischen Deutschland und Serbien ist laut einer Belgrader Meldung der Abschluß eines provisorischen Meistbegünstigungsvertrages erfolgt. Derselbe gilt bis Ende des laufenden Jahres, vorbehältlich einer etwaigen früheren Genehmigung des neuen Vertrages seitens des deutschen Reichstages, in welchem Falle der Vertrag gleich in Kraft tritt. Zur nämlichen Zeit ist, wie eine Mittheilung im „Reichsanzeiger" besagt, die nochmalige Verlängerung des zwischen Deutschland und Spanien getroffenen provisorischen Handelsabkommens erfolgt. Letzteres gilt nunmehr bis zum 30. Juni 1893. Die Militärvorlage und die frage. Nerreste Uad^id^cit* Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. * Berlin, 30. Mai. Im königl. Feuerwerkslaboratorium bei Spandau ist der Chemiker Dr. Schloer durch eine Explosion von Knallsilber getödtet worden. Hamburg, 30. Mai. Der Senat beantragte bei der Bürgerschaft, die Regulirung des Walles zwischen dem Holsten- und dem Hasenthor vorzunehmen. Die Kosten des Grunderwerbes belaufen sich auf rund 33/4 Millionen Mk., die Baukosten werden auf 2,533,000 Mark veranschlagt. Durch diese Regulirung sollen in der Hafengegend zahlreiche alte Häuser, deren Beseitigung aus Gesundheitsrücksichten wünschenswerth ist, entfernt werden. Amsterdam, 30. Mai. Die von auswärtigen, namentlich englischen Blättern verbreitete Meldung, daß die Gesundheit der Königin Wilhelmine angegriffen sei, wird von unter- richteter Seite für unbegründet erklärt. Die Königin erfreut sich vollkommenen Wohlseins. Newyork, 30. Mai. In Tennessee, Mississippi, Arkansas und Louisiana sind gestern und vorgestern andauernde Regengüsse niedergegangen. Der Nordosten von Louisiana steht unter Wasser und etwa 10,000 Personen sind obdachlos und ohne Nahrung. Der Gouverneur hat Zelte und gebens« mittel hingesandt. Deutschen des Bureau »Herold^. Berlin, 30. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz vom 26. Mai 1893, betreffend die Ersatzver- t'h eilung. Berlin, 31. Mai. In hiesigen industriellen Kreisen herrscht über die Angelegenheit der Preisvertheilung auf der Chicagoer Ausstellung eine schwer zu beschreibende Verstimmung. Man erinnert sich jetzt in ziemlich gereizter Weise daran, daß durch die Reichsregierung lediglich zu Gunsten der amerikanischen die deutsche Welkausstellung vereitelt worden sei. Eine Kundgebung in diesem Sinne wird vorbereitet. Berlin, 31. Mai. Im Reichsamt des Innern trat gestern unter dem Vorsitz des Staatssecretärs von Bötticher die Commission des Reichstagsbaues zu einer Sitzung zusammen. Dem Vernehmen nach handelte es sich dabei hauptsächlich um die künstlerische Ausschmückung des Gebäudes und namentlich um die Besichtigung von Gemäldeentwürfcn für die Glasfenster. und ist es auch noch — die vielfach spruch stieß, wo man sonst mit den eigentlichen Zweck der beabsichtigten Heeresreform ganz ein« verstanden gewesen wäre. Dies kann wenigstens von der Erhöhung der Brau- und der Branntweinsteuer gelten, denn die hierauf zielenden Regierungsvorschläge sind offenbar unEs unterliegt wohl keinem Zweifel, daß der deutschen Wehrkraft, wie sie durch die scheiterte Militärvorlage geplant wird, an viel weiteren Kreisen der Nation volle Zustimmung findet, Aber die vorgeschlagene langt haben. , , Inhaltlich des Art. 16 des genannten Gesetzes haben die Capitalrentensteuererklärung abzugeben: für minderjährige, vermißte oder unter Vormundschaft gestellte Personen deren gesetzliche Vertreter- für moralische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, Genoffenschaften, Gantmassen, Erbmaffen, soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, die bestellten Vorstände oder Verwalter; in allen anderen Fällen der Steuerpflichtige selbst und zwar hinsichtlich des gesammten Zinsenbezuges, welcher, sei es aus eigenem Vermögen oder aus dem Vermögen seiner nicht selbstständig zur Kapitalrenten- steuer gezogenen Angehörigen, ihm in Steueransatz Amtlichem Theil. Bekanntmachung, die Abgabe der Capitalrentensteuererklärungen behufs der Veranlagung für das Steuerjahr 1894/95 betr. Nach Art. 14 des Gesetzes, die Einführung einer Capi- talrentenfteuer betreffend, vom 8. Juli 1884, erfolgt die Heranziehung zu dieser Steuer auf Grund einer Erklärung, welcher jeder nach den einschlägigen Bestimmungen Steuerpflichtige über den Jahresbetrag seiner Zinsen, sowie der etwa zum Abzug geeigneten Lasten bei der hierzu berufenen Einschätzungscommission schriftlich abzugeben hat. Zu diesen Erklärungen ist das von Großherzoglichem Ministerium der Finanzen festgesetzte Formular zu verwenden und sind dieselben, je nach der Wahl des Steuerpflichtigen, offen oder verschlossen, jährlich spätestens bis zum 1. Juli, ohne daß der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung abzuwarten hat, bei der Bürgermeisterei des Wohnorts abzuliefern. Von der Verpflichtung zur Steuererklärung sind nach Art. 15 des Gesetzes, insofern nicht im einzelnen Fall besondere Aufforderung der Einschätzungscommission ergeht, diejenigen Steuerpflichtigen entbunden, welche im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits zur Capitalrentensteuer zugezogen waren, auch inzwischen ihren Wohnsitz nicht gewechselt und keine den Betrag von 100 Mk. jährlich erreichende Einkommensverbefferung aus Capitalzinsen er« Berlin, 30. Mai. Allgemein wird angenommen, daß der neue Reichstag alsbald nach dem Wahltage, etwa am 27. Juni, zu einer nur kurzen Tagung zusammentreten werde, und das wird sich wohl auch bestätigen. Der neue Reichstag wird sogleich die erste Lesung der Militärvorlage vornehmen können; jeder Abgeordnete kennt ihren Inhalt längst, und ein Zwischenraum von mehreren Tagen oder einer Woche zwischen der Eröffnung und dem Beginn der materiellen Verhandlung, wie er sonst nach dem Eingang wichtiger Vorlagen üblich ist, um den Abgeordneten Zeit zu laffen, erscheint daher in diesem Falle nicht notwendig. Ebenso wird sich die Einsetzung eines Ausschusses nicht empfehlen, sofern aus den Wahlen eine ausgesprochene Mehrheit für oder gegen die Vorlage hervor- gegangen ist. Ein Abhandeln an den Zahlen der Vorlage ist nach den abgegebenen Erklärungen nicht mehr möglich, und sollten etwaige nebensächliche Aenderungen von der Mehrheit gewünscht werden, so wird es zur Entscheidung darüber keiner Ausschußverhandlungen bedürfen. Wird aber die Vorlage in einem Zuge erledigt, so kann die Tagung auch bet eingehenden Debatten im Plenum in zehn bis vierzehn Tagen höchstens beendigt sein. Anderer BerathungSstoff, als die Militärvorlage, wird dem neuen Reichstage voraussichtlich nicht zugehen. Von den Finanzvorlagen zur Deckung der Mehrausgaben ist hierbei abgesehen. Welche Mittel die verbündeten Regierungen Vorschlägen, ist bekannt, und ebenso auch, daß sie bereit sind, nöthigenfalls auch auf andere Vorschläge einzugehen. Findet sich im neuen Reichstage eine Mehrheit, die die Hauptsache, die geforderte Verstärkung der Wehrkraft, zu bewilligen bereit ist, so wird wohl auch eine Verständigung darüber nicht schwer herbeizuführen sein, daß die Entscheidung über den finanziellen Theil der Militärreform nicht unter den außergewöhnlichen Verhältniffen der ersten in den Sommer fallenden Tagung vorgenommen werde, sondern der nächsten regelmäßigen Parlamentszeit Vorbehalten bleibe. Wäre aber der neue Reichstag noch ungünstiger zusammengesetzt als der alte, so würde die Voraussetzung für Debatten über die Deckung neuer Ausgaben für das Heer ganz wegfallen und auch die Opposition keine Lust verspüren, über die Kosten zu einer Reise, die man gar nicht machen will, in der unbequemen Sommerszeit zu streiten._______ zu kommen hat. Unter Bezugnahme auf die obigen Bestimmungen richten wir an die hiernach zur Erreichung von Capitalrentensteuererklärungen verpflichteten Bewohner unserer Bezirke hiermit die Aufforderung, ihre Erklärungen unfehlbar bis zum genannten 1. Juli d. I. an die betreffenden Bürgermeistereien gelangen zu laffen, von wo sie, und zwar insoweit verschlossen, uneröffnet, an die Vorsitzenden der betreffenden Einschätzungscommission übersendet werden. Das Formular zu den Capitalrentensteuererklärungen, welchem ein Auszug aus dem Gesetz und eine bezügliche nähere Anweisung beigefügt ist, hat der Steuerpflichtige von der Bürgermeisterei des Wohnorts zu beziehen. Gießen, Grünberg, Hungen, Nidda, den 1. Juni 1893. Die Großherzoglichen Steuercommissariate. S ü f f e r t. Bähr. Snell. Schmitt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Arbeiten an der Wafferleitung bleibt die Bahnhofstraße von der Wolkengaffe bis zur Kaplans- gaffe auf einige Tage für Fahren, Reiten und Viehtreiben gesperrt. Gießen, den 31. Mai 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Breslau, 30. Mai. Nach dem hiesigen „Generalanzeiger" trläfet Frhr. v. Huene eine Erklärung, in der er sich mit Rücksicht auf den Inhalt deS Wahlaufrufs der CentrumS- fraction, welcher den Widerspruch gegen den Huene'fchen Antrag als daS Feldzeichen in der Wahlschlacht hinstellt, bereit erklärt, ein Mandat für den Reichstag anzunehmen. Er werde, falls er gewählt werden sollte, keiner Fraction beitreten. Loudon, 30. Mai. Der römische Correspondent deS „Daily Chronicle" meldet, der Papst bereite eine Encyklika vor über die politische Lage und die allgemeine Abrüstung Europas. Dieselbe stelle fest, daß die Beziehungen deS DaticanS zu Deutschland seit dem Besuche Kaiser Wilhelms herzlicher geworden wären. Madrid, 31. Mai. Der Minister deS Innern erklärte, eS seien Maßregeln gegen die Einschleppung der Cholera getroffen. Sämmtliche Provenienzen Hamburgs wurden für verdächtig erklärt. Warschau, 30. Mai. Sämmtlichen Katholiken und Juden in Congreßpolen wurde befohlen, freiwillige Beiträge zum Bau einer griechisch-orthodoxen Kirche in Warschau zu leisten. Chicago, 30. Mai. Die Ausstellung wird infolge eines gefaßten Beschlusses am nächsten Sonntag nicht geöffnet sein. ** Betrunken. Ein Maurer aus Odenhausen betrank sich gestern früh derart, daß er in der Wetzsteingasse wiederholt zu Boden fiel und sich am Kopfe bedeutende Verletzungen zuzog, so daß sein Verbringen in die Klinik nöthig wurde. Nachdem der Mann gestern Mittag seinen Rausch ausgeschlafen, wurde er entlassen. Localer nnb Provinzieller. Sieben, 31. Mai 1893. ♦♦ Lebensmittel-Preise Ende April 1893. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten: Städte mit Octrot Darmstadt Mainz Offenbach WormS Gießen Städte ohne Octroi Bingen Bensheim Alzey Friedberg AlSseld Lauterbach i qunl | WJj ■e-o Z.Z 11 inest, funb ■9 — jQ S- 3 chtrs ob \m- ob ter funb •ti Öchsens per P £ § s» ■e s Gemlf Br, Rogk But per P Mil 1 Li s© 72 66 70 70 66 13 11 113-122 19 5-7 66 60 70 70 60 13.5 12 115-123 19 5-6 70 54 60 70 70 13,5 13 120-130 21 5-7 68 64 68 68 56 10 5 10 104-116 17 6-7 70 59 56 69 60 12 11 109-118 17 bitr* $'tw ? ,n leb' l^U8ühAih»etii^te" Hei Kunst- «M T^en und 57 di. &>gm b,i l°° Pvstdienste L*"r lr« Äi-d-» । •VaÄ: ’OO Ms Jung SÄ ÄleiSt ML t* fo blieben die HN1 gestand seine ^rusuns Jah„n Zucht. Lb” S°°"nelhitze durch 2er s°llen, ist auch ch che. Sehr richtig macht l£ Bureau von Richard ! Indien erscheinende handelnden Artikel daraus m die Ursache sein kann, le -stunden hintereinander arbeiten müssen, nicht von Das Blatt behauptet mit chemisch wirkenden Licht- m. Gerade wie die litten bei Beleuchtung am •leiben, will man in Mn nacht haben, daß Ptmien opfbedeckung Du bei mnenstich verschont bleiben, en Anzüge aus gelben lochte sagen inMmhig, von selbst herausgesunden 'n Sßtrllnt r D/stan^ *eter Don Berlin gänzlich . im Felde liegen. M \ri$ nnd Malten ihn. Die Uebrrrrstr dersenigen egrenadirr-Regiment 18. August 1810 in der n den Heldentod gesunden m Boden bei Habonville- nkmal beerdigt sind, sollen nzösischen Regierung ausge- übergeftihrt werden. Einst- e Denksteine der einzewen ht worden, um auSgebessen auf der rechten Seite der e führenden Slratze, nur hen Grenze, wieder * ruch die sechs am 18. August WZO. W, die Lieulenants >it w* *■ Ä 1 Dnwandten nach «n 0111 e! iLm Boden Bestimmung il . Drückendes । »tte‘C ^orm.lluh Jahre, g.»«*,9Ra,rtti6‘t' i M« f'tw „®s l,i ‘ >-rpU anHä'-’Ljifdi. *.L ■ 仓w ♦ Der WeNmarsch der Lastträger. Man schreibt der „Franks. Ztg." auS Paris, 24. Mai: Die große Maschinen- Halle auf dem Marsfelde war in den letzten Tagen der Schauplatz eines athletischen Wettkampfes, dem ein starkes Publikum mit Spannung folgte. Die Theilnehmer waren Lastträger (sog. coltineurs) mehrerer großer Städte, Paris Rouen, Reims u. s. w. Ihre Ausgabe besteht darin, eine Strecke von 100 Kilometer mit einem Sacke von 100 Kilogramm auf der Schulter zu durchlaufen. Es find das 260 Rundgänge auf der 400 Meter langen Bahn der Maschinenhalle. Die Concurrenten marschirten mit kurzen Unterbrechungen seit Samstag Abend. An der Spitze ging beharrlich ein Pariser, Soustöre, nach über 200 Rundgängen sah er frisch und rüstig aus. Einer seiner Mitbewerber, Heulard von Rouen, der anfangs weit zurückgeblieben war, erstaunte gestern die Zuschauer dadurch, daß er von Mittag bis Mitternacht sich unaufhörlich im Laufschritt um die Bahn bewegte, ohne sichtlich zu ermüden. Die meisten Concurrenten aber, unter ihnen sehr stämmig auSsehende Burschen, hatten den Kampf bereits gestern aufgegeben. Einer von ihnen, Julius aus Reims, stürzte, von einem Schlaganfall getroffen, nieder. Er erholte sich nach einigen Stunden, mußte aber auf die Fortsetzung des Wettlaufs verzichten. An dem letzteren nahmen auch mehrere Reger auS Dahomey, die sich hier auf dem Marsfelde aufhalten, Theil. Sie marschirten tapfer, in einem kurzen, schnellen Schritt, mit stets lächelndem Gesicht, und waren ihren weißen Nebenbuhlern um einige Kilometer voraus, können aber in Wahrheit mit denselben nicht in Vergleich gestellt werden, da sie nur 50 Kilogramm (und zwar ihrer Gewohnheit gemäß auf dem Kopfe) trugen. Sieger war Soustöre, der heute IP/a Uhr seine 100 Kilometer zurückgelegt hatte. Aber in welchem Zustande kam er am Ziele an! 10 Minuten hindurch konnte man glauben, daß er den Geist ausgeben werde. Seit Mitternacht schon war sein Gang ein sehr schwankender gewesen. Er marschirte, wie bewußtlos, mit keuchender Brust. Im letzten Augenblick schien er, kaum 200 Meter vom Zielpsahl entfernt, zusammenzubrechen. Man setzte ihn auf einen Stuhl, gab ihm Champagner und Kaffee zu trinken- er stöhnte: „Laßt mich! ich bin tobt!" Aber der Anblick eines Nebenbuhlers, der den Lauf fortsetzte und an ihm vorüberging, gab ihm plötzlich neue Kräfte. Er raffte seinen 100 Kilogramm schweren Sack auf, warf diese Last selber auf seine Schulter und lief im Schnellschritt nicht nur bis zum Ziel, sondern noch 200 Meter über dasselbe hinaus, worauf er den Umstehenden in die Arme fiel. Er war halb nackt. In den letzten Stunden hatte er sich, van der Hitze gepeinigt, die Kleider vom Leibe gerissen. Man trug ihn in seine Cabine, und nach einer Abwaschung war er im Stande, sich anzukleiden und den Wagen aufzusuchen, der ihn zu einem Badehause führte. Der erste der concurrircnben Neger, Ahivi, hatte schon gestern Abenb um 11 Va Uhr seinen Lauf vollenbet, aber wie schon bemerkt, trug er nur 50 Kilogramm. — ES bürste für bie Presse nun boch ber Augenblick gekommen fein, gegen biefe barbarischen Spiele entschieben zu protestiren. * Ein seltener Fall hat sich in biesen Tagen in Genua zugetragen. Dort würben kürzlich zwei Herren Curro, Vater und Sohn, von ihrem Schienten Orsini erschossen, nachbem sie benselben durch eine wohl allzu scharfe, aber nicht unverdiente Zurechtweisung erbittert hatten. Inzwischen ist das Testament des Vaters Curro eröffnet worden und darin fand sich — ein Vermächtnis von 2000 Lire an „meinen treuen Diener" sichele Orsini. * Abels Bruder. Man schreibt der „Franks. Ztg." aus Leipzig, 29. Mai: Ein hübscher Wahlscherz hat sich dieser Tage in einer Bezirksschule im Osten unserer Stadt zu- getragen. Fragt da der Lehrer einen der kleinen ABC-Schützen, wie der Bruder von Abel hieß, worauf der kleine Kerl, dem bereits klar ist, daß auf ein A ein B. folgt, prompt antwortete: „Bebel." * Schnadahüpfel eines Eommis-VoyageurS: Mein Chef und seine Tochter Sind zwei verschiedene Wesen: Sie zwackt an meinem Herzen Und er an meinen Spesen. gwg-u------------____ _____-I_M _ . .—MM Literatur und Aunst. — Das soeben im Verlage von I. I. Weber in Leipzig erschienene Hest 8 des 15. Bandes ber „Meisterwerke der Holzschneidekunst" enthält Biographie und Porträt von Gabriel Max, sowie folgende Abbildungen: Die Bettlerin. Licht. Madonna mit dem Kinde. Liebesgeheimniß. Bei der Wahrsagerin. Die Märtyrerin am Kreuze. Ein Kränzchen, särnrntlich von Gabriel Max. Byzantiner von Otto Knille. Der Eindringling von Franz Doubek. DaS Vesperbrot in einem Kindergarten von Flesch-Brunnivgen. Vor der Schlacht von Theodor Kleehaas. Der Arbeiterausschuß von Emll Schwabe. Gefunden von Adolf Hering. 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I., elftem Blatte, schreibt ein Wahlversammlungsbericht unter der Spitzmarke „Kirtorf" dem Unterzeichneten und dessen Gesinnungsgenossen die Aeußerung zu: „Daß nur ein Antisemit eiu rechter Christ fein kSnne." Diese Aeußerung ist unsererseits nicht gethan worden, vielmehr habe ich lediglich die gerade Umkehr dieser Aeußerung, nämlich den Aubspruch eines Bauersmannes cstirt, daß „nut ei« rechter Christ Antisemit sein", d. h. „daß nur derjenige in der rechten Welse Antisemit sein könne, der selber ein rechter Christ sei". Bereits am 20. Mat stellte ich in der nationalllberalen Versammlung zu Homberg a. O. dielen bemerkenswerthkn Jrrthum, der stch in den Bericht über jene Versammlung eingeschlichcn hatte, zurecht; um so auffallender erscheint es, daß diese Unrichtigkeit in noch verschärfter Form weiter colportirt wird." Kirtorf, Kreis AlSfeld, 30. Mai. Wahl, Pfarrer. Garant, waschächte Sommerstoffe a 75 PL bis Mk. 2.65 p. M. in ca 2800 verschied, neuesten DessinS und besten Qualitäten. 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