Deutsches Reich. Berlin, 30. Januar. Von einem zweiten erwähnenswerten Trinkspruch des Kaisers aus den jüngsten Festtagen am Berliner Hofe wird berichtet. Der Trinkspruch galt der englischen Flotte und wurde von dem kaiserlichen Redner dem Herzog von Edinburg gegenüber gehalten. In dieser Kundgebung feiert der Kaiser die englische Flotte als mustergilüg in jeder Beziehung und preist alsdann dre großen britischen Seehelden. Alsdann gedenkt der kaiserliche Herr der deutschen Flotte, die nach seiner bestimmten Zuversicht ihre Pflicht in einem künftigen Kriege thun werde. Weiter berührt er die Möglichkeit, daß die deutsche und die englische 1893 Mittwoch oeu 1. Februar Rr. 27 Erstes Blatt. Il'cr 1) Herr der 0 Wahlbezirk Gießen (Stadt) I. 1. Gießen (Land) II. 2. Großen-Buseck 3. XII. 8. XIII. 1) Herr 1) Herr v. Gagern. 2) 3) 2) 3) 2) 3) 1) 2) 3) VI. VII. // // 4. 5. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Reiskirchen Hungen (Stadt) Hungen (Land) Staufenberg Londorf enthaltend die Orte und Gemarkungen: Albach, Annerod, Birklar, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Hattenrod, Langsdorf, Lich mit Hof-Albach, Colnhausen und Mühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Rieder- Bessingen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Steinbach. Zum Sammelort ist Lich bestimmt. 1) 2) 3) Stellvertreter: Johannes Weber V. von Lang-Göns, Georg Faber, Wirth, von Leihgestern, Jacob Arnold, Kaufmann, von Grüningen. II. Musterungsbezirk: Lich, Karl Hofmann von Hof-Gill. Stellvertreter: Pachter Brückmann von Birklar, Bürgermeister Görlach von Eberstadt, Bürgermeister Kuhl von Dorf-Gill. III. Musterungsbezirk: Hungen, enthaltend die Orte und Gemarkungen: Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain. Zum Sammelort ist Grünberg bestimmt. 96 bO 91.7* 2190 55 oO tB 390$ 150 jO0 6890 0 jiotttMItW ilaimitN VÄ II. Wahlen durch die 50 Höchstbesteuerten: 1) Hüttenbesitzer Georg Buderus von Lollar, 2) Gutsbesitzer Karl Schleuke, Hardthof bei Gießen, 3) Rechtsanwalt Hirfchhorn von Gießen, 4) Commerzienrath Heyligenstaedt von Gießen, 5) Gutspachter vou Oven von Hungen. L llsne chrune unter« Mr ml> Großmutter ler Amtlicher Theil enthaltend die Orte und Gemarkungen: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Ronnenroth, Obbornhosen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Willingen. Zum Sammelort ist Hungen bestimmt. Mitglieder: Ord.- Rr. Bon dem Kreistag sind die nachverzetchneten Personen zu Mitgliedern der Pferde-Aushebungs-Commissionen gewählt worden und zwar: A. Für den Aushebungsbezirk Gießen, bestehend aus den Musterungsbezirken Großen-Linden, Wieseck und Grünberg: I. Zu Taxatoren: die Herren 1) Gutsbesitzer Schlenke auf dem Hardthofe bei Gießen, 2) Karl Müller auf dem Neuhof bei Leihgestern, 3) Stallmeister Balser von Gießen. II. Zu Stellvertretern: die Herren 1) Joseph Güngerich von Gießen, 2) Oberverwalter Erb von Lich, 3) Bürgermeister Geißler von Lollar. (Die genannten Herren sind in der Kreistagsitzung vom 24. Januar 1891 gewählt worden.) B. Für den Aushebungsbezirk Hungen, bestehend aus den Musterungsbezirken Lich und Hungen: I. Zu Taxatoren: dir Herren 1) Bürgermeister Bopp zu Bellersheim, 2) Oberverwalter Erb von Lich, 3) Gutspachter vou Oven von Hungen. II. Zu Stellvertretern: 6. 7. Herr Josef Güngerich von Gießen, „ Fabrikant Georgi von Gießen, „ Bürgermeister Geißler von Lollar. V. Musterungsbezirk: Grünberg, Bekanntmachung, betr. die Beschaffung des Bedarfs an Pferden im Falle einer Mobilmachung- hier die von den Aushebungs-Commissionen zuzuziehenden Taxatoren. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Kreis Gießen mit Rücksicht auf die außerordentliche Zunahme der Zahl der Pferde m demselben in zwei Aushebungsbezirke Gie ß en und Hungen getheilt worden ist. 1) Herr Gutspachter von Oven von Hungen, „ Bürgermeister Bopp von Bellersheim, „ Pachter Kammer von Bellersheim. 1) Herr Gutsbesitzer Schlenke, Hardt bei Gießen, „ Friedrich Helfrich von Gießen, „ Heinrich Schadeck III. von Lollar. Stellvertreter: die Herren 1) Bürgermeister Köhler von Langsdorf, 2) „ Rückel von Bettenhausen, 3) „ Görlach von Eberstadt. (Die Wahl der unter B genannten Herren erfolgte in Kreistagsitzung vom 21. d. M.) Gießen, den 28. Januar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 1. Februar 1893. Betr.: Das Ersatzgeschäft für 1893. Der Civil-Borfitzende der Grotzherzogl. Ersatz-Commission Gießen au die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen nunmehr mit Aufstellung der Stammrollen sofort beginnen und dieselben mit denjenigen für 1891 und 1892 bis längstens den 10. L Mts. bei Meidung der Abholung durch Wartboten einsenden. Hierbei wollen Sie die dem Formulare vorgedruckte Anmerkung genau beachten, insbesondere alle Bestrafungen rc. unter Rubrik „Bemerkungen" eintragen. Falls ein Bruder eines Militärpflichtigen bei der Musterung mit zur Vorstellung kommen, oder bereits im Heere dienen sollte, wollen Sie dies in der Stammrolle bemerken. Z. B. Ein Bruder geb. am . . ten.....187 . kommt pro 1893 mit zur Vorstellung, oder ein Bruder dient seit . . ten 18 . . im Regiment Nr.....te Compagnie. Außerdem wollen Sie ein genaues Augenmerk auf die Rechtschreibung der Namen der Militärpflichtigen richten, sowie auch darauf, daß der Geburtsort richtig bezeichnet und der in Betracht kommende Verwaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptmannfchaft, Oberamt, Bezirksamt rc.) zutreffend angegeben wird und bei allen sich anmeldenden Militärpflichtigen sich genau darüber verlässigen, welches ®e* werbe dieselben betreiben, bezw. ob die diesbezüglichen Angaben zutreffend sind. Es kommt dies namentlich in Betracht bei Sattlern, Schneidern, Schuhmachern, Schlossern, Schmieden, Wagnern und Zimmerleuten, bei welchen erforderlichen Falls festzustellen wäre, ob dieselben dieses Gewerbe thatsächlich gelernt haben, foroü jetzt noch betreiben. Bei dcn in der Landwirthschast thätigen Militärpflichtigen ist durch Eintragung des Vermerks „m. Pf." (mit Pferden) ober „o. Pf." (ohne Pferde) in Spalte 8 anzugeben, ob dieselben mit Pferden umzugehen verstehen oder nicht. Sodann wollen Sie am Schluffe der Stammrolle ausdrücklich bescheinigen: 1) daß und bezw. wann die Aufforderung zur Anmeldung zur Stammrolle erfolgt ist; 2) daß die in derselben eingetragenen und nicht im Orte geborenen Militärpflichtigen in Ihrer Gemeinde zur Zeit der Anmeldung ihren dauernden Aufenthalt haben; 3) daß die in Ihren Gemeinden zuständigen, sich daselbst jedoch nicht aushaltenden Militärpflichtigen angewiesen worden sind, sich bei der Bürgermeisterei ihres Aufenthaltsortes zur Stammrolle anzumelden. Reclamationen aus früheren Jahren, welche pro 1893 erneuert werden sollen, sind alsbald mittelst Bericht ein- luforbcrn. _ Neue Reclamationen sind mit den Stammrollen vorzulegen. Dr. Melior, Regierungsrath. Bekanntmachung, betreffend die Wahlen zum Kreistag des Kreises Gießen, Gemäß Art. 28 der Kreisordnung bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß bei den stattgehabten regelmäßigen Ergänzungswahlen die nachstehend verzeichneten Herren zu Mitgliedern des Kreistags gewählt und als solche in der Kreistagssitzung vom 21. l. M. bestätigt worden sind. Gießen, den 30. Januar 1893. Großherzogliches Kreisami Gießen. v. Gagern. IV. Musterungsbezirk: Wieseck, enthaltend die Orte und Gemarkungen: Allendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Daubringen, Gießen mit Schiffenberg, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck, Winnerod. Zum Sammelort ist Wieseck bestimmt. Mitglieder: MM M 1893. L Gold-M" 0000000c vager HauSbursche gt ragen in der SxMl-° Bekanntmachung, betr. die Beschaffung des Bedarfs an Pferden im Falle einer Mobilmachung- hier die Pferdemusterungs-Commission. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der seitherige Musterungsbezirk Lich mit Rücksicht au die Vermehrung der Zahl der Pferde in diesem Bezirke in zwei Musterungsbezirke Lich und Hungen getheilt 'worden ist, sodaß der Kreis Gießen nunmehr aus den nachstehend angegebene» fünf Musterungsbezirken besteht. Zu Mitgliedern der PferdemusterungS-Commissionen sind die nachverzeichneten Personen von dem Kreistag gewählt und die an die erste Stelle gesetzten Herren von uns zu geschäftsleitenden Mitgliedern ihrer Commissionen bestimmt worden. I. Musterungsbezirk: Großen Linden, enthaltend die Orte und Gemarkungen: Allendorf a. d. Lahn, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Klein- Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Ober-Hörgern, Watzenborn mit Steinberg. Lum Sammelort ist Großen-Linden bestimmt. Mitglieder: 1) Herr Konrad Weber II. von Lang-Göns, 2) „ Heinrich Velten III. von Großen-Linden, 3) „ Gutsbesitzer Karl Müller zu Neuhof bei Leihgestern. Der Gewählten Namen und Wohnort Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch von Gießen, Fabrikant Mayer Homberger von Gießen, Bürgermeister Sommerlad von Wieseck, Bürgermstr. Meyer von Großen- Buseck, Bürgermstr. Geißler von Lollar. Apotheker Welcker von Allendorf a. d. Lda., Bürgermstr. Otto von Beuern, „ Koch von Villingen, „ BoppvonBellersheim. Mitglieder: Müller Keil von Grünberg, Ernst Zimmer von Lauter, Bürgermeister Faulstich von Weitershain. Stellvertreter: Christian Frank von Trünberg, Heinrich Zimmer II. daselbst, 3) „ Wirth Hofmann daselbst. Gießen, den 28. Januar 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen. aasten z ia“, 0 chöNt« X brich o.„,. (335 0 ***xxx5 1 Walle Berufe, geährt die äS-Actien-Gesellschaft Mr. 1.016.25)- Mer Mlle unter den e.y Dach Wonach des ftÖr der eingezahlten ■en für Prämienzahlung hädigungsleistungen im Zeitdauer, 1 verabfolgt, sowie jede *?'• 1141 liessen. uljahr. Berechtigung zao elojähr.- je nach Vorbildung, Ausbildung. Ueber Schul- •e. Die Dlrectlon OOOOOOOO rger { aal 0 w Gießener Anzeiger M •«X"" general-Anzeiger. Zimts- «nd Anzeigeblatt für den "Kreis Gießen. Annahme non Anzeigen zu der Nachmittags für den j 5^(1 HilfiCtlßCätf^t. folgenden Tag erscheinenden Nummer big Lorm. 10 Ubt. । Marine einmal Schulter an Schulter gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen haben würden und spricht der Kaiser hierbei die Erwartung aus, daß nachher das berühmte Wort Nelsons vor der Seeschlacht von Trafalgar: „England erwartet, daß heute jeder Mann seine Pflicht thue", ein Echo in dem patriotischen Herzen der deutschen Marine finden werde. — Einstweilen ist diese Rede des Kaisers nur durch private Blättermeldungen bekannt geworden, die Veröffentlichung ihres Wortlautes von authentischer Seite steht noch aus. — Zwischen dem Kaiser und dem Großfürsten- Thronfolger von Rußland soll während deS Auf« enthaltes des letzteren am Berliner Hofe eines Abends eine mehrstündige Unterredung ohne Zeugen stattgefunden haben. Falls dem in der Thal so gewesen ist, so könnte der Vorgang die politische Bedeutung des Besuches des Czarewitsch nur noch erhöhen. — Die officielle Feier von Kaisers Geburtstag ist von verschiedenen hohen.Offizieren des preußischen Heeres zu auffallenden Kundgebungen für die Militärvorlage benutzt worden. Sowohl der Gouverneur von Köln, General v. Schkopp, als auch der Commandeur des 9. Armeecorps, General Graf Waldersee, und der commandirende General deS 6. Armeecorps, v. Lewinski, haben in ihren dem allerhöchsten Kriegsherrn gewidmeten Trinksprüchen auf die schwebende Militärfrage Bezug genommen. In besonders markanter Weise ist dies aber seitens der beiden erstgenannten Militärs geschehen, welche beide darauf hinwiesen, in welch' ernsten Zeiten wir lebten, und die übereinstimmend von einem herannahenden großen Kampfe für Deutschland beinahe als von einer unausbleiblichen Nothwendigkeit sprachen. Begreiflicher Weise haben diese Aeußerungen auS dem Munde zweier deutschen Corpssührer, von denen der eine zudem als ein Vertrauensmann deS Kaisers gilt, in weiten Kreisen nicht wenig Aufsehen und Beunruhigung erregt. Da die Trinksprüche der genannten Generäle in ihrer leicht erkennbaren Tendenz, Stimmung zu Gunsten der Militärvorlage zu machen, sich weder mit der gegenwärtigen Weltlage, noch auch mit dem Character des jüngsten Besuches des Großfürsten Nicolaus in Berlin, noch ebensowenig mit den jüngsten hochofficiösen Kundgebungen der „Nordd. Allg. Ztg." gegen umlaufende kriegerische Gerüchte in Einklang bringen lasten, so dürften sie für die nächste Zeit voraussichtlich wiederholt in der politischen Tagesdiscussion erörtert werden. Uebrigens wird auch ein Trinkspruch des ( commandirenden Generals des 2. bayerischen Armeecorps, v. Parseval in Würzburg, aus den Kaiser bekannt. Der bayerische Corpsführer scheint sich aber in seinem Trinkspruch von beunruhigenden Andeutungen politischen Charakters ferngehalten zu haben, da General v. Parseval hauptsächlich die Verdienste der Landwehroffiziere gefeiert haben soll. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau. Berlin, 30. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler, worin er Allen, die an seinem Geburtstage seiner gedachten, Dank sagt und den Erlaß zu veröffentlichen befiehlt. Vor Allem habe es dem Herzen des Kaisers wohlgethan, so häufig den Ausdruck der opferbereiten Vaterlandsliebe und des Vertrauens in seine Bestrebungen für die Sicherheit des Vaterlandes zu begegnen, wodurch seine Zuversicht bestärkt werde, daß diesen Bemühungen unter Gottes gnädiger Führung der Erfolg nicht fehlen werde. Berlin, 30. Januar. Der Verkehr in der Central- Markthalle wurde heute wieder ausgenommen. Die „Allg. Fleischerzeitung" meldet, die Maaren seien aus eine halbe Million versichert, wodurch alle berechtigten Ansprüche befriedigt werden können. Berlin, 30. Januar. Die Budget-Commisson des Reichstags genehmigte bei der fortgesetzten Berathung des Marine-Etats die Capitel über Waffenwesen, Befestigungen Kasten-Rechnungswesen und Lootsenwesen unverändert, ebenso das Capitel über verschiedene Ausgaben- die auf 35,000 Mk. erhöhten geheimen Ausgaben wurden mit allen gegen drei Stimmen bewilligt. Ferner wurden die geforderten Raten bewilligt für die Kreuzercorvetten „Kaiserin Augusta", die Panzerschiffe „Wörth", „Weißenburg", „Kurfürst Friedrich Wilhelm", „Hildebrand", „Heimdall", „8.“, „J.“, „T.% „V.tt, sowie zur Herstellung von Torpedobooten. In der Nachmittagssitzung wurde die Forderung für den Ersatz des Panzerschiffes „Preußen" abgelehnt, ebenso die ersten Raten für die Panzerfahrzeuge „W.tt, die (Sorbette „K.u, den Ersatz der „Mövc" und Ersatz des ^Falke". Dagegen wurden der Streuner „F." und der Aviso „H.u, sowie zwei Torpedoboote bewilligt. Ferner wurde die geforderte Fortsetzung der artilleristischen Armirungen mehrerer Panzer bewilligt, dagegen mehrere verlangten erste Raten zur Armirung abgelehnt. Der ordentliche Marine-Etat wurde erledigt. Nächste Sitzung Mittwoch. Berlin, 30. Januar. Die „Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht ein Telegramm, welches Arbeiter der rheinischen Dampfkesselfabrik in Uerdingen am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers an den Reichskanzler Grafen Caprivi abgesendet haben. Die Arbeiter sprechen dem Reichskanzler darin ihren freudigen Dank für daS Eintreten zu Gunsten der Verstärkung deS Heeres aus. Die „Nordd. Allg. Ztg." folgert daraus, das Bewußtsein von dem ernsten Character der Lage, welcher unabhängig sei van der augenblicklichen diplomatischen Situation, dringe in immer weitere Kreise. Hamburg, 30. Januar. Geheimerath Koch-Berlin und Profestor Gaf f ky-Gießen kamen auf Wunsch des Senats hierher und nahmen heute an der Sitzung der Cholera-Commission des Senats theil. Wie der „Hamburgische Corre- spondent" hört, wünscht man an den maßgebenden Stellen Hierselbst durch mündliche Besprechung mit den genannten Autoritäten sich zu vergewistern, daß in Hamburg zur Abwendung der Cholcragefahr die nach allen Richtungen geeignetsten Maßnahmen getroffen feien, ober ob noch Ergänzungen der Vorsichtsmaßregeln wünfchenswerth sind. Chicago, 30. Januar. Ein Theil der Gebäulichkeiten der Ausstellung ist zu f am mengestür zt. Der Schaden beträgt angeblich 150,000 Dollars. Depeschen deS Bure-u .fcerolb*. Berlin, 31. Januar. Dem „93er I. Ta geb l." zufolge ist der freisinnige Candidat für die Reichstags-Ersatzwahl in Liegnitz, Jungfer, gestern zum Stadtrath gewählt worden. Berlin, 30. Januar. Am Donnerstag ist der vom Bundesrath genehmigte Handelsvertrag mit Egypten dem Reichstage zugegangen. Rietleben, 30. Januar. Gestern kamen zwei Todesfälle vor, im Ganzen bis jetzt 113 Erkrankungen und 44 Todesfälle. Sämmtliche erkrankten Aerzte sind wieder hergestellt. Ludwigshafen, 30. Januar. Bei Marienthal ist ein Kohlenlager entdeckt worden. Kiel, 30. Januar. In dem benachbarten Gaarden ist ein aus Hamburg zugereister Arbeiter unter cholera- verdächtigen Symptomen gestorben. Wien, 30. Januar. Hier verlautet, Exkönig Milan sei in Paris bedenklich erkrankt. Wien, 30. Januar. Polnischen Blättern zufolge finden die diesjährigen ruffifchen Manöver nächst der preußi- schen Grenze statt. Lemberg, 30. Januar. Die Polizei nahm bei hiesigen Studenten eine Haussuchung vor wegen einer geplanten nationalen Trauerfeier am Jahrestage der zweiten Theilung Polens. Budapest, 30. Januar. In der ungarischen Waffenfabrik striken fett heute früh sämmtliche 1500 Arbeiter. Die Arbeitseinstellung erfolgte, weil die Direktion den Wünschen der Arbeiter betr. einer Lohnerhöhung und Reduction der Arbeitsdauer nicht entsprach. Die Fabrik wird von der Polizei bewacht. Es erschienen bereits zwei Arbeiterdeputationen bei der Direction, bisher konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Die hier circulirenden Gerüchte, die Fabrik fei von den Strikenden angeblich mit Waffen angegriffen worden und es hätte zwischen der Polizei und den Arbeitern ein blutiger Zusammenstoß stattgefunden, entbehren jeder Begründung. Paris, 30. Januar. Die Frau von Don Carlos ist gestern in Venedig gestorben. NogeutfurMarue, 31. Januar. Der hiesige Bürgermeister Gransiet wurde verhaftet wegen Diebstahls van 8000 Francs ungarischer Rententitel, welche einer Offiziers- wittwe gehören. Warschau, 30. Januar. Generalgouverneur Gurko wurde zum Czaren berufen, was mit den Truppen- Verlegungen und dem Bau strategischer Bahnen in Kongreß- Polen in Verbindung gebracht wird. Christiauia, 29. Januar. In den letzten Tagen herrschte auf den Lofoten ein ungewöhnlich heftiger Sturm. Soweit bis jetzt bekannt ist, sind bei demselben sieben Fischerboote mit einer Bemannung von im Ganzen 41 Personen untergegangen; man befürchtet indessen, daß die Zahl der untergegangenen Boote noch größer ist. Kasan, 30. Januar. In der hiesigen Fabrik rauchlosen Militärpulvers sind in der Trockenkammer vierzig Pud Pyroxylin explodirt. Die Trockenkammer wurde zerstört. Ein Mann wurde gelobtet, einer verwundet, ein anderer unter den Trümmern begraben, blieb jedoch unverletzt. Cocates uttö Gießen, 31. Januar 1893. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 26. Januar 1893. Anwesend waren die Herren Koch, Commcrzienrath Gail, Heichelheim, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschuffes des deutschen Handelstags vom 15. November 1892 stand unter Anderem die Frage der Ausdehnung der Portotaxe für Drucksachen auf Gefchäftspapiere. Es wurde Seitens des Ausschusses eine demnächst an den Reichstag einzureichende Eingabe ins Auge genommen, jedoch beschloffen, vorher die Meinung der Handelskammern über diesen Gegenstand einzuholen. Die Kammer beschließt, sich für die Herabsetzung des Portos für Gefchäftspapiere auszusprechen und eine dementsprechende Eingabe einzureichen. — Zu dem Entwurf eines Markenfch utzges etze s ist der Kammer Seitens des Marken- und Musterschutz Vereins deutscher Tabakindustrieller eine an das Kaiser!. Reichsamt des Innern gerichtete Eingabe zur Unterstützung übersandt worden, in welcher hauptsächlich folgende vier Wünsche befürwortet werden: 1) Schaffung von verlässigeren Garantien dafür, daß auch wirklich in die neue Zeichenrolle keine „freie Zeichen" mehr als „individuelle" Zeichen ausgenommen werden und zwar durch die Verpflichtung des Patentamtes zur Prüfung darüber, ob ein Zeichen Freizeichen oder nicht ist, Sachverständige zu hören. 2) Übertragung des gerichtlichen Verfahrens in Markenschutzsachen auf das Reichspatentamt in analoger Weife, wie das bei den Patentstreitigkeiten schon jetzt der Fall ist. 3) Befreiung der Tabakfabrikate aller Art von den Bestimmungen des § 15 bezw. Befreiung bis zu dem Termin, an welchem Marken in dem Sinne des gegenwärtigen Gesetzes ihre Rechtskraft verlieren. 4) Aenderung dcS § 2 Abf. 4 dahin, daß für die ersten fünf Jahre 10 Mark, für die zweiten fünf Jahre 25 Mark und nach Ablauf von weiteren je zehn Jahren wieder eine bestimmte nicht zu hohe Gebühr, etwa von 10 Mark, zu zahlen wäre. Gleichzeitig erscheint eine Gorrectur deS § 14 •gegenüber thatsächlichen Eintragungen von formell nicht geschützten Ausstellungen als „Maaren- Zeichen" und „Geschmacksmuster" unerläßlich. Die Kammer beschließt, vor definitiver Beschlußfassung die Eingabe den hiesigen Jntereffenten behufs gutachtlicher Aeußerung zugehen zu lassen. — Da der Morgens 8 Uhr 4 Min. von Gießen in der Richtung nach Frankfurt a. M. abgehende Sch nell- z u g N r. 7 6 der einzige in dieser Richtung fahrende Schnellzug ist, welcher nicht Wagen LEI. Klasse mit sich führt, beschließt die Kammer, einen Antrag bei der Königl. Eisenbahndirection Hannover einzureichen behufs Beigabe von Wagen III. Klasse ab Gießen. — Die Kammer beschließt, in eine eingehende Berathung des Entwurfs eines Gewerbefteuer- gesetzes für daS Großherzogth um Hessen einzu- treten und wirb zu diesem Behuse zur Vorberathung der umfangreichen Materie eine Commission erwählt. — Militärdieustuachrichtea. v. Wittich, Gen.Lt. und commandirender General deS XI. Armeecorps, unter Belassung in dem Derhältniß als Generaladjutant Er. Maj. deS Kaisers und Königs, zum General der Infanterie befördert. Freiherr v. u. zu Eglofsftein, Oberftlt. und etatSmäß. Stabsoffizier des 1. Garde-Rcgts. zu Fuß, mit der Führung deS 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115, unter Stellung ä la suite desselben beauftragt. Bücking, Hauptmann L la suite deS Garde-Fuß-Art.-Regts. und connnanbirt zur Dienstleistung bei bem KriegSminifterium, in daS KriegS- ministerium versetzt. Feldt, Major a la suite des Jnf.- RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 und vom Neben-Etat des großen Generalstabes, unters Belassung ä la suite des gedachten RegtS., zum Eisenbahn Linien- Commissiar in Königsberg i. Pr. ernannt. Zu Sec.-LieulS. wurden befördert die Port.-Fähnrichs: Volley, Fischer vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. HL. -er. Die patriotische Feier, die der evangelische Arbeiterverein am verflossenen Sonntag hielt, ist ausS Beste verlaufen. Gemeinsame Gesänge wechselten mit Ansprachen seitens einiger Vorstandsmitglieder und Declamationen ab. Die Gesangabtheilung trug das Abt sche Lied „Nimm Deine schönsten Melodien" vor, ein Quartett das Lieb „Nennst Du noch eine Mutter Dein". Auch durch Solovorträge wurden die zahlreich Versammelten erfreut."— Mittwoch den 8. Fe bruar findet die geschäftliche Monatssitzung statt, am darauffolgenden Sonntag Vortrag des Herrn Prof. Schmidt von hier und am 19. oder 26. Vortrag deS Herrn Pfarrer Naumann aus Frankfurt ober bei dessen Verhinderung Familien abend. — Die Gesangsübungen werden künftig Freitags gehalten. — Theater-Verein. Der Vorstand hat für die Vorstellung am 9. Februar daS Schauspiel „Die Neuvermählten" von dem Norweger Björn st jerne Björn- son, dem berühmten Verfasser der Bauernnovellen, gewählt. Die hochinteressante Dichtung hat bereits ihren Weg über die hervorragendsten Bühnen Deutschlands mit ungeteiltem Erfolge gemacht und dürfte auch hier mit gleichem Ausgang zu Gehör gebracht werden. Wir begrüßen diese Wahl mit großer Freude, um so mehr, als wir sicher wissen, daß daS Frank fnrter Ensemble daS prächtige Werk musterhaft darstellen wird. — Das gedachte Stück ist nur zwciactig, also nicht abendfüllend; es wirb baher ein der Situation sich an- passender Einacter hinzugcfügt werben. — Wie wir hören, beabsichtigt Herr Hermann aus Frankfurt, ber dem kunstliebenden Publikum aus den Dor- stellungen des Theater-Vereins wohlbekannt ist, und der durch seine vorzügliche Leitung deS in Gießen vor einigen Jahren so oft aufgeführten Herrig'schen LuthcrfcstspielS sich schon seit langer Zeit auch bei uns viele Freunde erworben, Mitte Februar einen größeren Vortrag« - Abend in unserer Stadt zu veranstalten. Bei dem trefflichen Rufe, ber bem Künstler auch auf dem Gebiete der Recitation vorausgeht, dürfen wir seinem Unternehmen umsomehr mit Spannung und In teresse entgegensehen, als er damit einer in Gießen seit Jahren nicht mehr gepflegten Kunst wieder Eingang verschafft. — Kirchliche Dienstuachrichteu. Dem Pfarrverwalter Berthold Schwabe zti Stumpertenrod wurde die evangelische Pfarrstelle zu Stumpertenrod, dem bermaligcn Der Walter der evangelischen Pfarrei Nordheim Emil Simon, Pfarrer von Hochweifel, wurde die evangelische Pfarrstelle zu Nordheim übertragen. Ernannt wurde: PfarramtScaudibat Kumpf von Schwabenrod zum Pfarrverwalter in Ermen- rob. — Zur Wieberbefetzung sind ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Hohen-Sülzen; die evangelische Pfarrstelle der Martinsgemcinde Darmstad t; die evangelische Pfarrstelle zu Schwickartshausen; die evangelische Psarr- stelle zu Rothenberg; die Präsentation steht dem Herrn Fürsten von Leiningen zu; die 1. evangelische Pfarrstelle zu Beerfelden; die Präsentation steht dem Herrn Grafen zu Erbach Fürstenau zu. — Lebensmittel-Preise Ende December 1892. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes- statistik kosteten: Ochsenfletsch per Pfund Rindfleisch 1 per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweinefl. pet Pfund Hammelfletfch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liier Eier 1 Stück Städte mit Cctroi Darmstadt 72 66 70 66 66 14 12 121-130 19 6—9 Main; 68 60 60 70 50 14,5 13 117-125 19 5-10 Offenbach 70 54 60 70 50 14,5 14 121-130 21 8-10 Worms 64 60 60 64 48 11 5 11 118-131 16 6-10 Gießen 69 56 50 68 50 > । 12 104-120 17 7-8 Städte ohne Octrot Bingen 75 60 60 70 50 12,5 12 115-128 19 7-9 Bensheim 68 60 60 60 60 12,5 11 110-120 17 7-8 Alzev 60 50 70 70 70 16 11 112-128 17 to-u Friedberg AlSfeld 68 60 60 60 60 15,5 15 110-120 16 8-9 60 45 50 58 — 13,5 10 95-100 14 6-7 Lauterbach 50 50 40 60 40 13 10 100 14 7 ^gehende i slihr ^Au» *«IÄw** it”ss*te 5' ’n ein»» ’ hm hxss hurr- !ur Vorb I? e,nitt" - d,r ZrD ■ie beförb rt V er§ nb etQtS ^«r mlÄ «*■ «tnts Shai™"9 bt6 SliJI ' ‘15> «Mit uni ftNttgtm ™> ommsnbta ,ut “ft ™ d°s ttit ! £»'•-* :■» ft * M« ' evangelische Ar- ist aufs Beste ‘ft 7> N* nd DeclamaUvmn ab. ft ^'ed „Nimm Deine das Lieb „Nennst Du 1 Solovorträge wurden • Mittwoch ben 8. Fe ^n9 faittj am barauf: M Schmidt von Herrn PsarrnNau- rrhinberung Famiüw- ■ künftig Freitags ge- d hat für die Bor- mW „Die Neu- tvrnWr^eBsürn- aurrMvvckeN/ gewählt, eits ihren Weg über die s mit ungeteiltem Er- iit gleichem Ausgang zu n diese Wahl mit großer üssen, daß das Franken musterhaft darstellen 1 zweiactig, also nicht er Situation sich tnv \. i Herr Hermann aus Publikum aus den Bvr> kannt ist, und der durch ßen vor einigen Jahren rsestspiels sich schon sei! unde erworben, Mitte Ibeud in unserer Stadt iufe, der dem Wr in vorausgeht, dürfen iit Spannung und > einer in Gießen seit wieder Eingang ver- Dem Pfarrverwalter tlimb Mldl dil l» j brm bermairgen Der- Mim lLmil Simon, t eWl* * «««** ! i-rr»-r«-°lt-r i» ft" toeÄ i» !nt rfiÄ««!|tlIe >" wangeUM vi cht dem Herrn Grasm z l892. Nach einer 14 '12 111.51 13 ® 12,5*2 12,51 feg 8»g — Der Absatz von Bibeln und Bibeltheileu seitens der | hessischen Bibel- und Colportage-Gesell schäft l »raab für das Jahr 1891: a. Starkenburg 1996 Bibeln ürid Bibeltheile, b. Oberhessen 2019 Bibeln uud Bibeltheile, c. Rheinhessen 663 Bibeln und Bibeltheile. Die Sitte, Traubibeln an neuerrnählte Ehepaare zu geben, besteht in Starkenburg in 27, in Oberhessen in 33, in Rheinhessen in 9 Gemeinden, gegen das Vorjahr eine kleine Zunahme. — Die Zahl der Gastwirthschaften in der Provinz Starkenburg betrug im Jahre 1878 1,9 pro Mille der Bevölkerung, 1885-86 2,1, 1890-91 2,2; in Oberhessen resp. 2,0, 2,3, 1,7; in Rheinhessen resp. 1,3, 1,5, 1,5; die Zahl der Schankwirthschaften in Starkenburg resp. 5,7, 5,0, 5,0; in Oberhessen 6,9, 6,6, 6,6; in Rheinhessen 6,8, 6,6, 6 2 • die Zahl der Kleinhändler mit Branntwein in Starkenburg resp. 2,3, 2,5, 2,2; in Oberhessen resp. 2,0, 2,2, 2,2; ii Rheinhessen resp. 2,5, 3,3, 2,0. — Für die Weltausstellung in Chicago ist soeben ein merkwürdiges Ausstellungsstück fertiggestellt worden, nämlich eine Schatulle, die aus dem Holz der im Jahre 10 nach Christi Geburt erbauten und im Jahre 1883 wieder abgebrochenen Römerbrücke über den Rhein bei Mainz angefertigt worden ist. Der Verfertiger ist der Tischler Otto Greiner zu Pößneck in Thüringen. Die Schatulle wird in der Collectiv-Äusstellung Der Sonneberger Industriellen ausgestellt sein. □ Aus dem Ohmthal, 30. Januar. Die Folgen der grimmigenKälte treten jetzt nach dem Eintreten gelinderer Witterung zu Tage. Eine große Menge Kartoffeln ist erfroren und unbrauchbar geworden. Namentlich sind es wenig bemittelte Leute, die ihren Vorrath an Kartoffeln eingebüßt haben, weil ihre Keller zu wenig Schutz vor der alles durchdringenden Kälte boten. Desgleichen sind vielen Leuten die Aepfel erfroren. Nicht nur eine größere Anzahl Vögel ist der Kälte zum Opfer gefallen, auch Hausthiere sind in den Ställen erfroren oder in Folge der Kälte nachträglich eingegangen. So fielen in Ober-Ohmen zwei Ziegen, zwei Kälber und ein Schaf der Kälte zum Opfer. Auch die Obstbäume dürften gelitten haben, doch läßt sich der Schaden bei ihnen jetzt noch nicht übersehen. Da die Ohm und andere Bäche längere Zeit mit einer starken Eisdecke vollständig überzogen waren, so befürchtet man, daß auch die Fische Noth gelitten haben. — Einen solch niedrigen Stand wie bei der diesjährigen Kälte hat das Thermometer selbst in dem als grimmig kalt bekannten Winter 1870/71 nicht gezeigt. Die amtlichen meteorologischen Beobachtungen, die 1848 beginnen, stellen nur drei Winter fest, in denen ein höherer Kältegrad als am Mittwoch den 18. d. Mts. geherrscht, und zwar liegt der letzte um 31 Jahre zurück, so daß die diesjährige Kälte für die jüngere Generation als etwas noch nicht dagewesenes unzusehen ist. Die größte Kälte trat am 22. Januar 1850 mit — 25,0 Gr. C. ein; nur wenig zurück stand der 11. Februar 1885 mit — 24,0 Gr., der 7. Januar 1861 hatte — 23,0 Gr. und der 18. Januar 1893 steht mit — 21,8 Gr. an vierter Stelle. Mehr als 20 Gr. Kälte hatten außerdem in den letzten 45 Jahren nur noch 4 Tage, nämlich der 7. Januar 1848, sowie der 1. und 14. Jynuar 1871 mit — 20,8 Gr. und der 10. Januar 1849 mit — 20,4 Gr. In den 1880er Jahren war die größte Kälte rem 16. Januar 1881 mit — 19,0 Gr., in den 1890er Jahren bisher am 17. Januar 1891 mit — 18,5 Gr. In den überaus milden Wintern der 70er Jahre sank das Thermometer manchmal überhaupt nicht unter — 10 Grad; 1873 betrug die größte Kälte — 9,0 Gr., 1872 — 7,5 Gr. und 1874 — 7,2 Grad. Rieder-Ohmen, 29. Januar. In der hiesigen Molkerei werden, wie von zuständiger Stelle mitgetheilt wird, täglich 1600 Liter Milch verarbeitet. Grünberg, 29. Januar. In Lich, im Saale des Gasthauses zum Löwen, tagte heute eine Versammlung der Ober- hessischen Feldgeschworenen, Inder u. A. über die Erhöhung der Gebühren verhandelt worden sein soll. Ortenberg," 29. Januar. Bei der gestern hier unter dem Vorsitz des Größh. Kreisraths Herrn Klietsch aus Büdingen vollzogenen Kreistagswahl wurde Herr Bürgermeister Roth hier von 15 Wählern aus dem Wahlbezirk Ortenberg als Kreistagsmitglied zum dritten Mal einstimmig wiedergewählt. Lindheim, 28. Januar. Der Abgeordnete Wester- nacher gründete hier einen patriotischen Verein, welcher die Frankfurter Statuten annahm. Darmstadt, 20. Januar. In Deutschen Zeitungen erscheinen seit einiger Zeit Ankündigungen, in denen eine Englische Firma „The International Mercantile Society“ 245 City Road London E. C., als deren Präsident sich C. E. Smith und als deren Secretär Bruno Seller unter- . zeichnet, für die Firma Schulburg, Bayer & Cie., die angebliche Besitzerin der Deutschen Ausstellungstrinkhallen in Chicago, für die Dauer der Chicagoer Ausstellung 80 Kellnerinnen, sowie auch Commis anzuwerben vorgibt. Personen, die sich auf diese Ankündigungen hin an die gedachte Firma wenden, werden zur vorherigen Einzahlung einer Vermittelungsgebühr Don 8 sh. ober von höheren Beträgen aufgefordert. Nach dem Eingang der geforderten Beträge pflegt die Firma dann, wie aus verschiedenen darüber geführten Klagen hervorgeht, Len Schriftwechsel abzubrechen. Da die in London über das Treiben der Firma eingezogenen Erkundigungen ergeben haben, Laß sie mit der diesjährigen Ausstellung in Chicago in Seiner Verbindung steht, so kann den erwähnten Ankündigungen •gegenüber nur zur größten Vorsicht gerathen werden. Darmstadt, 30. Januar. Arbeits- und Wohnungs- machweis-Anstalt. Am 1. Februar d. I. wird mit Er- öffnungderAnstalt fürArbeits- undWohnungs- machweis dahier eine Neuerung ins Leben treten, welche lbei richtiger Ausnützung sowohl für die zahlreichen Arbeitgeber als auch für die gefrommte arbeitende und dienende Bevölkerung nicht allein Darmstadts, sondern auch des ganzen Großherzogthums von der größten Bedeutung werden kann. Die Anstalt beschränkt jetzt schon ihren Geschäftskreis nicht auf Darmstadt, sie will aber demnächst noch durch Gründung von Zweiganstalten in den größeren Städten des Großherzogthums, eventuell auch in Frankfurt a. M. die Geschäftsbeziehungen nach auswärts lebhafter und nachhaltiger gestalten. Zweck der neuen Anstalt ist es, vor Allem den Verkehr zwischen den Arbeitgebern und Arbeitsuchenden möglichst dadurch zu erleichtern, daß in stets regem Benehmen mit allen den Kreisen, in welchen das Be- dürfniß nach fremden Arbeitskräften in größerem ober geringerem Maße fortgesetzt besieht, solche Veranstaltungen getroffen werden, infolge deren alle Nachfragen nach Arbeitskräften sowie alle Gesuche um Arbeit irgend welcher Art zur Anmeldung gebracht werden können und denselben möglichst rasch und in einer den Wünschen der Betheiligten vollkommen zusagenden Weise entsprochen werden kann. Die Anstalt verfolgt ferner speciell auch noch die weitere Aufgabe, für weibliche Dienstboten, welche mit guten Zeugnissen versehen sind, die deren Fähigkeiten entsprechenden Stellen zu ermitteln. Eine weitere mit der Anstalt verbundene, hier zum ersten Mal in Deutschland zur Ausführung gelangende Einrichtung ist die Organisation des Nachweises kleinerer Miethwohnungen für Arbeiter. A Mainz, 30. Januar. In Sachen der Sonntags« ruhe herrscht in der hiesigen Geschäftswelt noch immer Aufregung. So ist heute wieder eine mit zahlreichen Unterschriften versehene Petition von Labenbesitzern an bie Bürgermeisterei gelangt, in welcher die Petenten darauf Hinweisen, daß sie in ihrem Geschäftsbetrieb ohne die Landkundschaft nicht bestehen können und daher ersuchen, bie regelmäßige fünfstündige Be- schästigungszeit an Sonn- und Festtagen für offenen Laden- verkehr bis 4 Uhr Nachmittags hinausrücken zu dürfen. Für Bingen haben die Behörden bereits im Sinne der hiesigen Petenten bestimmt. — Durch bie Sperrung der Schifffahrt hat der Güterverkehr auf den Rhein- und Mainlinien solcher Gestalt zugenommen, daß die Verwaltung der Hessischen Ludwigsbahn sich gezwungen sah, auf ihren großen Strecken täglich in jeder Richtung 3 bis 4 große Facnltativ- und Sondergüterzüge einzulegen. " Vermischtes. * Halle a. S., 28. Januar. Das Institut für Jn- fections-Krankheiten zu Berlin hat, wie verschiedenen Blättern von hier gemeldet wird, den Kommabacillus im Zm leitungswasser der Irrenanstalt, das bereits den Filter pafrfirt hatte, entdeckt. Das Saale-Wasser ist der Träger des Krankheitsstoffes. * Gleiwitz, 25. Januar. Die „Oberschles. Grenz-Zeitung" schreibt über eine hier herrschende Nachtwächter-Kalamität. Mehrere Nachtwächter sucht der Magistrat laut Inserat in hiesigen Blättern. Wohl keine Stadt hat mit ihren Nachtwachtbeamten solches Pech, wie die unsrige. Zwei derselben wurden bei einem Einbruchsdiebstahl ertappt, einer hat seiner nächtlichen Thätigkeit durch Selbstmord ein Ende gemacht, und kürzlich wurde wieder die Verhaftung eines Nachtwächters wegen Diebstahls gemeldet. Vor einigen Monaten wurde ein Oberwächter unter dem Verdachte, ein Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben, von seinem Amte suspendirt, der sich deshalb dadurch rächte, daß er nach seiner Entlassung seine Collegen durch Nothsignale irreführte und bei seiner Verhaftung drei Collegen ganz jämmerlich durchprügelte, wofür er drei Monate Gesängniß erhielt. * Straßburg, 26. Januar. In dem Bericht über den unerwarteten Besuch des Kaisers in Straßburg wurde erwähnt, daß ein Einjährig - Freiwilliger des sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 105 dem oberen Kriegsherrn als Führer vom Bahnhof nach dem großen Exercirplatz Polygon diente. Dort wurde der junge Mann durch eine längere huldvolle Ansprache des Kaisers öffentlich geehrt. Der junge Mann, Kammerer mit Namen, ist gestern nach kurzer Krankheit an der Lungenentzündung gestorben. * Berlin, 28. Januar. In einer Kellerstube des zweiten Hofes des Hauses Große Frankfurterstraße 84 fand man gestern die Wittwe Dorothea Laske und ihren erst vor Kurzem zu ihr gezogenen 16 jährigen Sohn, der hier als Friseurlehrling thätig war, besinnungslos vor. Der Sohn starb, während man bie noch lebenbe Mutter nach dem Krankenhause brachte. Im Bette ber Frau fanb man an 80 Mark. Es scheint die Vermuthung vorzuliegen, daß bei diesem Vorfälle Gift im Spiele ist. Doch fehlt es bis jetzt an jedem Anhalt für die näheren Umstände. Die Polizei hat die Wohnung versiegelt. * Verlierer uud Finder. Ein höherer Beamter besuchte dieser Tage in Berlin die Nationalgallerie. Plötzlich bemerkte er, daß ihm seine Brieftasche mit 10,000 Mk. und verschiedenen Werthpapieren fehle. Sehr aufgeregt begab er sich nach Hause, um dort nochmals nach der Tasche zu forschen. Zu seinem freudigen Erstaunen fand er sie auch wirklich vor, indeß fehlte an dem Inhalte ein Tausend-Markschein. An der Stelle des letzteren lag ein Zettel, auf dem mit Bleistift geschrieben stand: „Ich war hinter Ihnen und stand vor demselben Bilde, als Ihre Brieftasche verloren ging. Ohne Anstellung, Familienvater, dem Hungertode nahe, nehme ich von diesen Werthen einen Tausend-Markschein als Darlehn. Ich verpflichte mich auf meine Ehre, sobald ich wieder Arbeit habe, diese Summe Ihnen zurückzuerstatten." Der Beamte unterließ auf diesen Brief hin die Anzeige und läßt jetzt durch die Zeitungen feinem seltsamen Schuldner melden, daß er ihm die tausend Mark schenke. * Gefährliche Drohung. Der gefertigte Gemeindevorsteher von Kannendorf erstattet der löblichen Staatsanwaltschaft hiermit Strafantrag gegen Johann Schömmer wegen Bedrohung, weil dieser bei seiner Arretirung ausrief: „Euch Kannendorfer werde ich noch gescheit machen!" wodurch bie Gemeinbe in große Angst versetzt worden ist. Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Januar 1893 : 14 Kerzen. Buchner. Verkehr, Land- und Volkswirthschaft. Stehen, 31. Januar. Marktbericbt. flut vem heutigen DoLeilmarkl fettete: Hutter pr. Pfd. X 0,85—100, Hühnereier per Stück 9—11 H, 2 Stück — H, «Sie pr. St. 6-10 \ Käfemattr pr. St- 3 H, Erbsen vr. Itter 24 H, Linsen pr. Liter 30 Lauben pr. Paar X 0,60-0.80, Hühner pr. Stück * 0,85-1 20, Hahnen pr. St. X 0,90—1.60, Enten pr. St- X 1,50 bis 1,70, Ockseufleisch pr. Pfd 66—72 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 60 —70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 40 -50 Hammelfleisch pr. Pfd. 40 70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-0,00 X, Weist kraul pr Stück 5—12 3, Zwiebeln pr. Eentner 8,00—8.50 X, Milch pr. Liter 12-18 4, Gänse pr. Pfd. 48—64 Srünberg, 28. Januar. Frachtpreise. Weizen X 16 20, Korn X 14 00, Gerste X 14.00, Hafer X 14.00, Erbsen X 16-00, Linsen X 00.00, Wicken X 00.—. ßein X ——, Kartoffeln X —, Samen X —. ________ S AuS dem Ohmthal, 27. Januar. Der inso^e des trockenen Sommers geringe Vorrath an Heu und (Srunvft1 veotngl zur Fütterung des Rindviehes einen Ersatz durch StftZ'Utter. Vie ungewöhnliche Kälte des Winters veranlaßt eine verstärkte Zufuhr an Futter überhaupt und eine besondere des Umsatzes durch 'Sstrop. Diese Strohfülterung aber hat allerlei Unz'^uglichkeiten, Krankheiten des Rindviehes im Gef^e. Solche Krankheitsfälle treten in jetziger Zeit besonders hövftg auf und enden nicht selten mit dem Eingehen des erkranktm Stückes. Bei Strohfütterung empfiehlt es sich, dem Vieh eine größere Menge an Getränken mju? führen; indem hierdurch dem ockzutrockenen Sttohsutter die noihtge Feuchtigkeit zugeführt wird, ^luch über Nachlassen der Milch bei den Kühen wird berichtet. Die.^s Nachlassen der Milch ist aber eine Folge der zu starken Strohfütl-rung. Die Versütterung von Kraftfuttermitteln ist darum ganz oesonders am Platze. Sie allein ist geeignet, dem Nachlassen derM'tch zu begegnen. Unter dm Krastsuttermitteln rühmt man als bes^ders die Erdnuß-, Palm- und Sonnenblumensamen - Kuchen; aid) Lein- und Samenkuchen bilden ein sehr gutes Futtermittel zur Milcherzeugung. - Eim sehr gebräuchliche Speise für Kranke und Genesende, die vielfach von Aerzten empfohlen wird, ist Hafermeblsuppe, wofür nachstehend ein bewährtes Recept folgt: „Man rührt 40 Gramm Hafermehl mit einer halben Tasse Wasser an, giebt dies in Ve Liter kochendes Wasser und läßt es zwanzig Minuten kochen. Darauf fügt man das nöthige Salz, eine Prise Zucker, 5 Gramm Liebigs Fl.lschextract und ein halbes Glas Rolhwein (letzterer kann auch fehlen) jur Suppe, schlagt sie mit einem Stückchen Sahnenbutter glatt und richtet sie über gerösteten Semmelwürfeln an. _________________ Eingesandt. Gießen, 30. Januar 1893. In anderen Städten des deutschen Reiches giebt es eine wohl- thätige Polizeiverordnung, daß die Hausbesitzer zur Winterszeit ihre Trottoirs zu reinigen haben. Jeder Freund gesunder Gliedmaßen sehnt sich bei dem polizeiwidrigen Zustande der Bürgersteige bei uns nach einer solchen Verordnung. Möchte unsere Stadtverwaltung uns dieselbe bald bescheerm. Es war für allere Leute und Damm in ber letzten Woche lebensgefährlich, sich auf die Straße zu wagm. Wir sind immer gern bereit, auf russische Zustände und Italien heben Schmutz zu raisonnirm und vergessen dabei ganz unseren eigenen Besm zu führen. Die Mühe und Kosten, die jedem Hausbesitzer aus der Pflicht einer Trottoirreinigung erwachsen würden, sind doch wahrlich nur gering im Vergleich zu der erreichten Sicherheit der Einwohner. Einer für Viele. Bei dem diesjährigen Aufetsen hat es sich wieder recht auffallend herausgestellt, wie unzweckmäßig noch Manches in unserer Straßmpolizet eingerichtet ist. Wenn die Stadt alleStraßmretnigungs- arbeitm in zweckentsprechender Weise übernommen hat, weshalb übernimmt sie nicht auch das Aufiism der Trottoirs und Rinnsteine durchwegs Wenn dazu die gewöhnliche Kehrmannschaft nicht ausreicht, so kann zu jederzeit Arbettshülfe genommen werden. Schon jedesmal dm Hausetgenthümer zu benachrichtigen ist eine für die Polizei sehr große Arbeit, um so mehr, als die Polizeimannschaft für unsere Stadt an sich schon zu knapp bemessen ist. Denn für den Hausetgenthümer selbst, zumal wenn er Geschäftsmann ist, und außerdem noch zu thun hat, ist die Beschaffung von Arbeitern zeitraubend, schwierig, bie Controle oft unmöglich. Möge boch die Stadt die Hausetgenthümer mit den Kosten belasten, aber die Ausführung des Aufeifms selbst übernehmen, wie die übrigen Straßenretnigungs- Arbeiten; dann wird die Arbeit auch nicht so ungleichmäßig und mangelhaft geschehen, wie jetzt, und Abfuhr und Aufeisung besser ineinandergreifen. Von vielen Seiten laufen Klagen ein über das jetzt im Handel befindliche amerikanische Petroleum. Das find die Folgen des Kampfes der Amerikaner unter fich.^ [223 Dagegen ist russisches Petroleum, Marke Nobel, immer beffer geworden und erhält heute schon zu gleichen Preisen den Vorzug. Mutterleid und Mutterfreud bringen die lieben Kleinen. Wie häufig hat sich bisher ein Mutterherz über Wundsetn ihres Kindes, Schuppen und Schorsbtldung auf dm Wangen, Borkmbtld- ung auf dem Kops rc. Sorge gemacht. Dies ist zukünftig vollständig überflüssig bei dem Gebrauch von A. Flügges Myrrhen-Cröme, ein Mittel, welches von dm bedeutendsten Haut- und Kinderärzten empfohlen ist. Das Mittel ist durch Patent in den meisten Staaten, unter anderen in Deutschland (Nr. 63592), England, Frankreich und den Vereinigten Staaten geschützt, ä Dose Mk. 1— nebst einer ausführlichen Gratisbroschüre über die rationelle Behandlung! der Hautkrankheiten, in Gießm in allen HpottftUn erhältlich. [949 Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarmfabr. in Mühl hausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und gediegene Stoffe für Damen, Herren und Kinder, sowie Stoffe zu Portieren in de« modernsten Mustern bei billigster Preis« stelluug und schnellster Bedienung. Annahme und Musterlager in Gießen bei [192 L. Mühlhausen, Bismarckstraße IO. Für Reich und Arm! Jede scharfgelaugte Toilette-Seife ruinirt die Haut, vermittelt vorzeitiges Altern, Runzeln, Gcsichts- rothe rc. Bedient man sich beim Waickm anstatt solcher der milben, vollkommen neutralen Doerings Seife mit der Eule, be- kannttich der beste« Seife der Welt, erzielt man f(tönen Teint frisches Aussehen, zarte unb schöne Haut. Preis 40 Pfg. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. Sei der letzten Sammlung für den Hülfsoerein im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde und für Hinterbliebene von Gefallenen (zum rothen Kreuz) finb bei dem Unterzeichneten eingegangen: 1. aus Bettenhausen . . . . . JL • • M 6.90 8.— 4.20 2. 3. // Birklar..... Dors-Gill .... 4. II Eberstadt .... // 12.10 5. n Grüningen.... 10.— 6. H Hattenrod .... 2.— 7. H Langsdorf .... 5 — 8. II Lch..... 35.50 9. H Muschenheim . . . • • n 6.80 10. U Ober-Bessingen . . • • H 4.55 11. // Nieder-Bessingen . . • • ff 6.15 Sa. JL 101.20 Portoauslagen abgezogen mit • • rf -.60 R st JL 100.60 abgeliefert an die Hauptkasse zu Darmstadt. Unttrstutzungsgesuche, denen die nöthigen Bescheinigungen der Sivil« und Militärbehörden beizulegen H1*. können bei dem Unterzeichneten eingeretcht werden. 2ich, 30. Januar 1893. Langermann, Oberamtsrichter. Die Schl/.»)yerschreibung der Stadt Hungen vom Jahre 1886 Lit. B. Nr. 19 a 300 ist zur Rückzahlung mit 1. April 1893 aus geloost worden. Der Besitzer der genannten Schuldverschreibung wird hiermit aufgefordert, das Capital am 1. April 1893 an hiesiger Gemeindekasse in Empfang zu nehmen; bie Verzinsung endet mit dem 1. April 1893. Hungen, im Januar 1393. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. But»ron. 954 Marie Berck heute Nacht im 63. Lebensjahre plötzlich verschieden ist. Giessen, den 31. Januar 1893. 974 Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unsere liebe Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Die Beerdigung findet Mittwoch den 1. Februar, Nachmittags 2 Uhr, von der Wohnung: Bahnhofstrasse 66 aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Alexander Berck, Statious-Assisteut, und Familie. Neues Theater, Giessen Dienstag den 31 Januar 1893: Erstes Gastspiel des berühmten Komikers Herrn William Büller WW Äusser Abonnement W> Der Kaub der Sabinerlnnen. Schwank in 4 Acten von Franz und Paul von SohBnthan. Donnerstag den 2 Februar 1893: 2. Gastspiel des Herrn William Büller. Neu! Neu! Madame Mongodin. Sektion Gießen. D. ö. A. V. Musts-verlammlg. Donnerstag, 2 Kebr im vereinslocal Cafe Ebel. Bottrag: Hr Dr W Ule: Tine Wintertour auf den Brocken (959 UM PORTIONEN 3agöocrpac(jtung. Mittwoch den S. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, soll die der Gemeinde Inheiden zustehende Feldjagd auf weitere 9 Jahre verpachtet werden. Inheiden, 30. Januar 1893. Großh. Bürgermeisterei Inheiden. ______________Reitz.__________976 Mittwoch den 15. März, Nachmittags 2'/, Uhr, sollen auf dem biefiaen Ottsgrttcht die den Gustav Mook Eheleuten in Gießen gehörigen Jmmobil'en: Flur 1 Nr- 689e M/t0o — 53 Meter Grabgarten in den Neuen Bäuen, Flur 1 Nr. 689e "/,«> - 307 Meter Hos- raithe daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 31. Januar 1893. Großh. OrtSgericht Gießen. ___________I Ä: Bogt.________956 Mittwoch den 15. Mars, Nachmittags 2'/i Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die der Philipp Kreiling Wittwe ((Sam brtnuS) in Gießen zustebende ideelle Hälfte an nachoerzeichneter Hofraitbe: Flur 1 Nr. 10b2 v'/iw — 475 Meter hinter dem Stockbaus öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 31. Januar 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 957 Ieilgeöotenes. Boehms „SAPONIA“ putzt und polirt gründlich und rasch alle Gegenstände aus: Kupfer Holz Messing Eisen Nickel Porzellan Blech Zinn Bierdeckel Messer Küchenherde Badewannen Ladentische Treppen Steinplatten Oelanstrich Fahrräder Spiegel und hundert andere Sachen. Kür Silber und Xrufllbrr nehme man nicht »Saponia*, sonder« Bokhms Brillant-Silber-Seife. Todes-ünzeige. Freunden und Bekannten hiermit die Nachricht, daß Frau Job. Lett er mann heute Nacht sanft verschieden ist. [969 Dies zeigt an Familie Kraft. Gießen, den 30. Januar 1893. Die Beerdigung findet statt Mittwoch den 1. Februar, Vor« mittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg 46. Zur Wahl eines Vorstands- Mitgliedes der Israel. Gemeinde. Wer für eine Wiedervereinigung der israel. Gemeinde mit der Religions- gesellfchaft und für energische Vertretung im Interesse Aller ist, der wähle 969 Katz. Gießener Radfahr-Verein. Keule Mittwoch den 1 Februar, Abends 8 tthr: General - V ersammlung* in Steins Garten. Tagesordnung: Erbauung der Fahrbahn. 967] Der Vorstand. Der Vereinsabend heute fällt aus. □OOOüOOOOOOOODOOOOOOOOOOOO 0 Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen 0 0 hierdurch ergebens! an Q 0 Carl Gümbel und Frau 0 Q Lina Gümbel, geb. Weber. Q Q Leipzig-Gohlis, den 29. Januar 1893. [953 Q □ooooooooooooooooooooooooa Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfutter Börse vom 31. Januar 1893. 3 pCt. Reichsanleihe 3Va pCt. do. 3 pCt. Preuß. ConsolS 3*/s pEt. do. Schlußcour'e 1 Uhr 15 Mtn. 86 90 1CO.60 86.90 101.10 4 pCt. Ung. Gold-Rente 5 pCt. Jtal. Rente 3 pEt. Portugiesm 4 vCt. Griech. 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OiSconto-Eommrnd^Lnth. 183 70 Darmstädter Baok-Ltt. 132 80 Dresdener Bank-Act. 140.10 Rordd. Lloyd-Act. 97 62 Wimer Bankver^-Act 100 25 Oeft. Eredtt-Act. 271.97 Jtal. Mtttelmeerbahu Att 100.40 Lomb. E^B.-Act. 80.60 Buschtherader E.-B^Act- 39(> 60 Elbthal-Bahn-Act. 199.75 Gotthard-Bahn-Act. 152.50 Schweizer Stordost..«^«ct. 103 90 Mainzer S^B.-Act. 1113t Marienburger E^B^-Lcl. 59 30 Danksagung! Mein Söhnchen litt '/» Jahr an chro« nisckem Magen und Darmkatarrh. DaS Kind batte nicht Appetit, anhaltend Leibschmerzen und schrie Tag und Nacht; öfters Erbrechen dabei, sodaß eS schrecklich abmagertet Bet Beriten In 3 Orten konnte ich leider keine Hülse finden; die Arznei nutzte nichts. Da wandte ich mich in meiner Angst an den prakt. homöopathischen Arzt Herrn Dr Bolveding in Düffeldorf, der mein Kind tn i enau 4 Wochen von seinem mono klon am, schweren, hoffnungslosen Leiden vollständig heilte, sodaß eS wieder ganz gesund und stark ist Dem Herrn Doctor meinen tiefsten Dank Heifingen bei Kupferdreh. 964_____________-fran, Weyand. Lebensversicherung. 970] Lohnende Agentur zu vergeben. Qfferten *ub .1 K 1OO an die Exped. d. BI. 963] Line der Lltesten und besten deutschen lkbens-verkch.-Grstllsihafik« sucht für Gießen einen cautionSfähigen lüchiiaen Hauptagenten mit größerem Jncaffo. Geeignete Bewerber beliebe» ihre Offerte unter P H 317 an Haaseu» stein & Vogler, «.G. tn -tzraukfurl a. M. zu richten. Ebenso werden allerottS steißige Agenten gesucht. 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Abzuholen geg- Belohn. A. Kahn. SandgaffeJM- 961) Knaben ob Mädchen, welche in Gießen die Schule des. wollen, find, gute Pens. Fr. Lehrer Wenzel, Liebigstr. 55. Pedactiou: A. Scheoda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gießen Die heutige Kummer umfaßt 6 Seite«. VH jj) ani I In San Dd dntm • fcfittt tin fti nitib. Das ult, aber al gttisitftlt/ H1 gqf tarn i4 i Keauttkr m vor dem dot, n msse Sicke war bc Nachten ssch t die psch Timt wutbt M. N ’ die Dhitttx selten und I •Ta wurde wd tarn all Wen Sben »uBtt es n flimmerte st alles befolgt sie l-g den t Wbt bxaty iod) stchibm swzu, in d inzwischen Die 3 tomöbit - Lasser gew^ btessiraks, drei Sias ( Itinen ffiiöt reiche über imr genaue da Mer. Arbeiten zu da NchH N, Ährc W. bi wa Wtrbinguru u R %oi ™ Ksenbch Bedingung schreie 6ii ?Ldn Geb MOMfüi Mauch J* daselbst «den bestchi Zuschlags^ Aidenbach, ?