1892 Mittwoch den 31. August Erstes Blatt Hratisöeiläge: Kießener Jamiticnbtättee Aintlichev Theil 1) Herr // Mk. zusammen 135 Kuh bei // Mk. Mk. 40 Herr Heinrich Weber III. von Göbelnrod 23) Frau Wilh. Stauf Wwe. von Grünberg 45 3) H n n Herr // // Mk. // zusammen 90 Mk. // // // // 30 35 20 15 10 10 5 21) 22) 35 30 25 20 15 10 10 10 10 25 20 10 25 20 15 10 10 10 n H Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erfcheinenden 'Nummer bis Vorm. 10 Uhr. 1) 2) n it 8) 9) 10) 11) 12) 13) 14) 15) 16) 17) 2) 3) 4) 5) 6) Frau Herr y // 10 10 10 10 10 10 10 10 M ff ff n // ff 10) 11) 29) 30) 31) 32) 33) 34) // // ft 4) 5) 6) 7) 8) 9) // ff Die Gießencr »»amitien 6 tatter ocrbcn dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigelegt. 35 35 35 Mk. 30 „ Mk. // // Mk. // tf n Mk. ff C. Simmenthaler Kreuzung. Jost Damer von Röthges Herm. Kreuder I. von Grünberg Heinrich Schmidt von Queckborn Joh. Feldmann IV. von Grünberg Heinr. Rau I. von Stangenrod Joh. Erb II. von Stangenrod Joh. Schultheiß von Göbelnrod Christian Balser Gg. Keil von Grünberg für eine mit Kalb Herm. Voneif von Grünberg Heinr. Konr. Rück von Stockhausen Theodor Stein von der Latzmühle Grünberg Joh. Rein VI. von Grünberg Christian Balser von Göbelnrod Johann Velten V. von Göbelnrod Karl Jockel V. von Grünberg Amts- und Anzeige blutt für den 'Kreis Gieren II. Für Kühe. A. Vogelsberger Rasse ohne Abzeichen. Ernst Zimmer von der Bingmühle zu Lauter Christian Vettern I. von Göbelnrod Karl Jöckel V. von Grünberg Karl Queckbörner von Grünberg Karl Voneis Wwe. Bürgermeister Schmidt von Queckborn Vierteljähriger Abonnementspreir: 2 Mark 29 Pfg. mit Brmgcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schntstratze Ar.7. Fernsprecher 51. B. Vogelsberger Rasse mit weißen Flecken. 7) Herr Joh. Walther IV. von Ober-Bessingen zusammen 280 Die Prämürungs-Commission: Bürgermeister Bopp von Bellersheim. Rentner Georgi von Gießen. Pächter R. Güngerich von Heibertshausen. I. Für Bullen. A. Vogelsberger Rasse. Berk und Lanthelm in Londorf E. Zimmer von der Bingmühle zu Lauter für zwei Stück Hermann Kreuder von Grünberg für die Zuchtgenossenschaft Jost Albert für die Gemeinde Harbach Heinrich Jochem von Stockhausen Heinrich Krug von Saasen Johann Deibel VI. von Wieseck Gg. Keil von Grünberg Heinr. Leun VI. von Lardenbach Weggeld B. Simmenthaler Rasse. Bürgermeister Köhler von Langsdorf Heinr. Hedrich von Lumda Bekanntmachung, betreffend Maul« und Klauenseuche zu Wohnfeld. lieber die Gemarkung Wohnfeld, Kreis Schotten, ist wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche die Sperre verhängt worden. Gießen, den 29. August 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. § 2. Die Aerzte sind verpflichtet, von jeder in ihrer Praxis rkommenden Erkrankung an asiatischer Cholera, unverzüglich, lenfalls aber binnen 6 Stunden dem Großh. Kreis- mndheitsamte unter Angabe des Namens, Alters und der ohnung des Erkrankten schriftliche Anzeige zu machen. Bei lheimischer Cholera ist die Anzeige dann zu erstatten, wenn i Sterbefall bei Erwachsenen eintritt. zusammen 65 III. Für Rinder. A. Vogelsberger Raffe, trächtig, ohne Abzeichen. Bekanntmachung, Viehpreisvertheilung zu Grünberg betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, bei der am 25. l. Mts. durch den landwirthschaftlichen Der Athener Anzeiger erscheint täglich, aut Ausnahme des Montags. Bekanntmachung, Die Anzeigepflicht bei ansteckenden Krankheiten betreffend. Im Hinblicke aus die in Hamburg und Altona aus- irochene Cholera-Epidemie sehen wir uns auf Grund des t. 79 der Kreisordnung zu folgenden Anordnungen für fi Kreis Gießen veranlaßt: § 1. Die Familien- und Haushaltungs-Vorstände, e auch die Hauswirthe und deren Vertreter sind verpflichtet, tgstens binnen drei Stunden, nachdem sie von einer krankung an Cholera oder mit choleraartigen Erscheinungen ihrer Familie oder ihrem Haufe Kenntniß erhalten haben, ristlich oder mündlich der Polizeibehörde (Bürgermeisterei p. der Stadt in Gießen Polizeiamt) hiervon Anzeige zu tatten. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. daß .. . . Bezirksverein Gießen zu Grünberg veranstalteten Viehpreisvertheilung die nachverzeichneten Viehzüchter für Vorführung preiswürdiger Thiere die belbemerkten Preise erhalten haben. Gießen, den 27. August 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. wollen Sie uns unverzüglich, eventuell telegraphisch Kenntniß geben und jedenfalls dafür sorgen, daß sofort ein Arzt beigezogen wird Die Verbringung eines Erkrankten nach einem anderen Orte, namentlich auch in die hiesige Klinik, ist unter allen Umständen unzulässig. v. Gagern. Gießener Anzeiger Henerat-Anzeiger. 20) Herr Ernst Zimmer von der Bingmühle in Lauter 25 Karl Hermann Jöckel von Grünberg 18) Herr Christian Frank von Grünberg 19) „ Hermann Christ von Grünberg zusammen 110 Mk. C. Simmenthaler Kreuzung. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden ch § 349, 350 und 351 des Polizeistrafgesetzes, bezw. 327 des deutschen Strafgesetzbuchs mit Geldstrafe ober ffängniß bestraft. Gießen, den 24. August 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 29. August 1892. etr.: Maßnahmen gegen die Cholera. Da8 Großherzogliche Kreisamt Gießen tt die Grostherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden. Den § 1 unserer vorstehenden Bekanntmachnng wollen ie wiederholt ortsüblich bekannt machen laffen und ebenso ifür besorgt sein, daß der Inhalt der in Rr. 185 und )9 (zweites Blatt) des Gießener Anzeigers erschienenen rinisterial-Bekanntmachung, namentlich deren Abschnitt I Belehrung über das Wesen der Cholera und das während t Cholerazeit zu beobachtende Verhalten" möglichst allgemein der Bevölkerung bekannt wird. Von etwaigen Cholera-Erkrankungen in Ihrer Gemeinde zusammen B. Vogelsberger Raffe, trächtig, mit Abzeiche 80 Mk. n. 24) Herr Albert Schäfer zu Grünberg 10 Mk. 25) „ Joh. Desch VII. in Wetterfelb 10 ,, 26) „ Heinr. Damm I. von Göbelnrob 10 „ 27) „ Karl Damm von Saasen 10 , 28) „ Heinrich Maper IV. von Grünberg 10 „ zusammen 50 Mk. Feuilleton. Die Schulrevision. Von Hans Krieg. (Schluß.) Aber über den zweiten panischen Krieg? Unmöglich — )er — nur los! — Ich mache eine Spritzfahrt durch das storische Gebiet und halte mich an Gemeinplätze. Und so knüpfte er an den Opfermuth und die Vater- mdsliebe des Scipio an und fragte nach ähnlichen Beispielen nes glühenden Patriotismus! Die Jungen nannten diese nb jene Helden, schließlich auch die Jungfrau von Orleans. >att, das war eine Schickung des Himmels! D'e Jungfrau on Orleans kannte Mangold vom Deutschen her auswendig nd nun erging er sich über die herrliche Schöpfung Schillers. „Kommen wir zum zweiten punischen Krieg," fuhr der Geheimerath dazwischen. Mangold gehorchte. Die Schüler erzählten von der Teilnahme der Gallier am zweiten punischen Kriege. Gallien? )as spätere Frankreich! Frankreichs Helden. Bertrand u Guesclin, die Jungfrau von Orleans. Jungfrau von )rleans! Und wieder erging sich Mangold in tiefe Betrach, ungen über dies ewige Heldenweib. „Kommen wir zum zweiten punischen Krieg," brummte er Geheimerath wieder. Schön! Die Schlacht bei Zama kam, ein Schüler nannte 5ophonisbe, die eher sterben als den Triumph des Siegers erherrlichen wollte. Ein heldenhaftes Weib fast wie — und ie Jungfrau von Orleans stand wieder im Vordergrund der Betrachtungen. Wiederum wollte der Geheimerath dazwischenfahren, als es läutete. Die Stunde war aus. Der Geheimerath fragte, während die Schüler heraus- gingen, den Herrn Collega, wo er in der nächsten Stunde unterrichte. „Ich habe Latein in der Quinta, Herr Geheimerath!" „Nun, da werden Sie ja weitere Proben Ihres pädagogischen Könnens ablegen," kam es ziemlich bärbeißig heraus. „Hereingefallen, jämmerlich/ sagte sich Mangold, als er allein war- der Geheimerath war weggegangen, um den Director zu begrüßen. „Mit meiner festen Anstellung ist das nichts und Elsa kann überm Warten grau werden!" Und dieser Wessel! Pumpt sich zwanzig Mark von ihm, schlürft Austern und Chablis, sitzt jetzt jedenfalls behaglich beim Katerfrühstück in Schlafrock und Pantoffeln und läßt ihn für sich hereinfallen. Mit der Secundc hatte er sich unsterblich blamirt, aber nun die Quinta! Wie wird es da werden? Halt! Da hatte er ja ein Mittel, das Wissen der Klasse an den Mann zu bringen. Er brauchte ja nur die Rechtser zu fragen, und Niemand blieb ihm die Antwort schuldig. Als Mangold den Unterricht begann, war der Geheimerath noch niajt zur Stelle. Aber etwa in der zweiten Hälfte der Stunde trat er ein, vom Tirector begleitet. Der Provinzialschulrath sah äußerst verbindlich aus und nickte dem unglücklichen Mangold freundlich zu. Der fragte auf seinen Wunsch die unregelmäßigen Verba ab. Wie auf Commando flogen alle Hände in die Höhe, das sah prächtig aus und verfehlte auch nicht auf den Geheimerath seinen Eindruck — aber was war das? Mangold sah zu seinem Entsetzen, daß alle Schüler voll Begeisterung ihre linke Hand emporstreckten zum Zeichen, daß ihnen allen das Perfectum des bösen Ver bum allicio gänzlich unbekannt fei. Mangold mußte doch Jemand fragen, und dieser Jemand wußte nichts, natürlich, er hatte es ja vorher angekündigt, und mit ihm leider die andern alle. Andere Fragen Mangolds erlitten das gleiche Schicksal: jedesmal sofort alle Hände empor, aber nie eine Antwort. Der Geheimerath war in die heiterste Laune versetzt und lachte behaglich vor sich hin, während Mangold vor Scham vergehen wollte. Endlich war die Stunde aus. Als die Schüler draußen waren, wandte sich der Geheimerath an Mangold und sagte mit dem freundlichsten Gesicht von der Welt: „Das ging schlecht, erbärmlich schlecht, Herr Collega —" „Herr Geheimerath —" „Bitte, beschönigen Sie nichts, die auf Melden ein- dressirte Klasse, die nichts weiß, es ist zu stark, nicht wahr, Herr Dtrector?" Der Director verbeugte sich. Der Director, der Mangold stets ein liebevoller Rather gewesen, sand fein Wort für ihn. „Und die römischen Durchlauchten und Majestäten sind geradezu köstlich, Herr Collega! Meinen Sie nicht auch?" Und der Geheimerath begann herzhaft zu lachen und der Director stimmte pflichtfchuldigst mit ein. Aber es klang dem armen Mangold, als wenn dem Director das Lachen wirklich vom Herzen käme, der Mann war wirklich völlig herzlos. „Und die Jungfrau von Orleans, der unausbleibliche Schutzgeist des zweiten punischen Krieges!" fuhr der Geheimerath fort mit einer Heiterkeit, die einem gestrengen Schulmonarchen eigentlich gar nicht zukommt. „Nun, Herr Mangold," fuhr er freundlich fort, „ich Mk. Mk. mit weißen Flecken 80 ir // Neueste Nachvschto-. 210 70 135 110 65 50 90 Hier zählt man 60 Erkrankungen Hier wurden 5 Todesfälle an Mk. n // n // gegen die Stimmen von Italien und Spanien angenommen. Wegen der Gründung einer internationalen Widerstandskasse lind die germanische und romanische Gruppe in Bezug auf die Alimentirung geteilt, erstere ist für obligatorische, letztere für freiwillige Unterstützung. Eine Einigung steht noch aus) heute Abend schließt der Congreß. _n .. Simmenlhaler Raffe 2) für Kühe Vogelsberger Raffe ohne Abzeichen waren. Die Gründung eines internationalen Buchdruckerverbandes wurde abgelehnt, dagegen der Antrag Kralik- Sitzung der Stadtverordneten am 29. August 1892. Havre, 30. August, und 24 Todesfälle. London, 30. August. Cholera festgestellt. London, 30. August. Kiel, 29. August. Bei der heute erfolgten Eröffnung des siebenten Delegirtentages des Jnnungsverbandes der deutschen Baugewerksmeister sind wegen der Choleragefahr statt der erwarteten 300 nur 100 anwesend. Nürnberg, 29. August. Der „Fränk. Courier" meldet, die deutsche Naturforscher-Versammlung, welche im September stattfinden sollte, unterbleibt, wahrscheinlich wegen der Choleragesahr. Bremen, 29. August. Die aus den 5. September anberaumte Generalversammlung des Gustav - Adolph - Vereins fällt aus. — Die hiesigen Armen erhalten die Desinfections- mittel gratis. Arrslarrü. — Ein seltsamer Grenzconslict zwischen Oesterreich und Rußland macht von sich reden. Seit einiger Zeit wan- dern die im östlichen Galizien wohnenden Ruthenen, durch gewissenlose Agitatoren verlockt, massenhaft nach den benachbarten russischen Provinzen aus. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung ließ die österreichische Regierung die Grenzübergänge militärisch besetzen und hieraus hat sich ein Conflict zwischen den österreichischen Grenzwächtern und den russischen Grenzsoldaten entwickelt. Einer der letzteren schlug einen österreichischen Grenzwächter mit einem Hammer nieder, infolge dessen der Russe von dem österreichischen Stationscommando verhaftet wurde. Die russische Regierung hat nun von der österreichischen die Auslieferung des verhafteten Soldaten ver« langt, so daß man einigermaßen neugierig aus die weitere Entwickelung des Zwischenfalles sein darf. 1) von dem landwirthschastl. Bezirksverein Gießen 550 2J von der Sparkasse zu Grünberg 160 3) von der Stadt Grünberg 100 810 Deutsches Seich. Berlin, 29. August. Die angekündigte neue Militär- Bor läge soll dem Reichstage nun doch schon zu seiner nächsten Session zugehen. Falls sich diese Mittheilung bewahrheitet, so wird man hoffentlich über den Inhalt des ©nt* Kurses baldigst die so nöthige vollständige Aufklärung erfahren. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Bern,^ 2ü. August. Der zweite internationale zusammen 810 Mk. Grünberg, den 25. August 1892. Der Director des landwirthschasllichen Bezirksvereins Gießen. Jost. fr n Berlin, 29. August. Das Befinden von Frau Frohnert /l ?,Latl AC amtlich conftatirt wurd/ har sich erheblich gebessert. ' - . Em auf dem Schiffe „Gerona" aus Hamburg eingetroffener Ingenieur ist in Dundee g e st o r b e n. Depeschen des Bureau „Herold". Köln, 29. August. Die Intendantur des 11. Armeekorps in Kassel übertrug laut Mittheilung der „Kölnischen Volkszeitung" aus Grund der Kohlenverdingung vom 28. ^uli der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser" in Hamborn die Lieferung von 3,530,000 Kilo Steinkohlen zu Mk 7190 9,210,000 Kilo zu Mk. 69 die 10,000 Kilo ^°b Zeche Dst Kohlen muffen einen Stückgehalt von 60 pCt. enthalten. Die Prämiirungs-Commission: Teconom Fr. Helfrich von Gießen. Verwalter Beilstein von Laubach. Bürgermeister Köhler von Langsdorf. Zur Preisvertheilung sind zur Disposition gestellt worden: Hamburg, 29. August. Von Sonnabend bis heute cr- ! Olsten 700 Neuerkrankungen, 500 Todesfälle. Gestern i wurden 290 beerdigt. . 29. August. Dem Hamburger Correspondenten der „K. Ztg." wird der Ausbruch der schwarzen Pocken dortselbst ärztlicherseits bestätigt. Bremen, 29. August. Hier wurden fünf Fälle von astatischer Cholera, darunter ein tödtlicher, festgestellt. Heute wird mit dem Bau von Baracken begonnen. Rotterdam, 29. August. Auch hier ist die Cholera ausgebrochen, ein Todesfall wurde conftatirt. Antwerpen, 29. August. Die Medicinalcommission conftatirt 21 Erkrankungen und 9 Todesfälle an der Cholera. Bisher wurden nur Matrosen ergriffen. Die Commission behauptet, die Krankheit sei durch das Schiff „Sr. Paul^ von Havre eingeschleppt worden. Paris, 30. August. Gestern erfolgten hier 56 Erkrankungen. Die Gesammtzahl der in den Spitälern Untergebrachten ist 164. 13 Personen wurden als geheilt wieder entlassen. , -jn die Verhandlungen eintretenb, bemerkte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß die Nolhwendigkeit, sich während seiner Abwesenheit durch die Herren Beigeordneten vertreten zu lassen, schon morgen eintrete; er habe deßhalb die heutige Versammlung einberufen, um die Geschäfte für die Dauer Berlin, 29. August. Die „Voss. Ztg." erfährt aui 'Homourg, entgegen dem Hamburger Correspondenten ist ci abfolut sicher, daß Professor Koch auf das Schärfste die Hamburger sanitären Einrichtungen unzureichend erklärte. 20- August. Der „Reichsanzeiger" sagt, die Beschlüsse der Choleracommission hätten zu einer Ergänzung der früher vereinbarten Maßnahmen geführt und elne erfreuliche Uebereinstimmung bezüglich der ferneren Maßnahmen ergeben. Die Bevölkerung dürfe sich mit der Gewißheit beruhigen, daß überall mit größter Energie gegen die Verbreitung der Cholera vorgegangen werde. Die Commissions- berathungen würden unverweilt den Behörden zur Nachachtuna und der Bevölkerung zur Kenntniß gebracht werden. Berlin, 29. August. Die „Voss. Ztg." meldet aus Hamburg: Bis fetzt sind 2400 Todesfälle an der asiatischen Cholera vorgekommen. I . Hamburg, 28. August. Der Straßenverkehr ist erheblich stiller geworden. In allen Kirchen haben heute aus Anlaß der die Stadt heimsuchenden Epidemie Bittgebete statt- gesunden. Gestern wurden aus einigen Häusern sämmtlichc Mitglieder einer Familie nach den Lazarethen verbracht. Zum Transport der Leichen, wozu die vorhandenen Leichenwagen Nicht ausreichten, werden jetzt auch große Möbelwagen benutzt. In der Stadt bilden sich zahlreiche Hilfsvereine, die zur Zeichnung von Geldbeiträgen auffordern. Hamburg, 30. August. In einer gestern Nachmittag £nnnnnCnsro bewilligte der Bürger-Ausschuß ?00000 M°rk zur Bekämpfung der Cholera. Amtlich sind ■ conftoHrt2832 ®ttranEun9en unb 1068 Todesfälle an Cholera Hamburg, 29. August. Der Kranken- und Leichen- transport in Hamburg und Altona nahm seit vergangener Nacht wesentlich ab. Die Beerdigung ist durch Mangel an »Uhrwerk vielfach verzögert. Der Straßenverkehr war gestern •c?r rb,e Eoncertgärten leer, das Carl Schultze-Theater ist geschlossen. Die Altonaer Pferdebahn beabsichtigt Einschränkung ihres Betriebes. gratuliere Ihnen dazu, daß Sie sich so aus der Affaire gezogen haben, ich habe Sie ja eigentlich gar nicht besucht, son- dern dem Unterricht des Herrn Wessel beigewohnt, der, wie ich mzwitchen gehört habe, sich bei Austern und Chablis eine Indigestion zugezogen." In der nächsten Unterrichtsstunde war Mangold in feinem eigentlichen Elemente und der Geheimerath, der ihm zuhörte, nickte beifällig. ’ „®ie gefallen mir, Herr Collega!« sagte er beim Abschied »und wenn sie einen SHUps anhätten, würden Sie mir noch mehr gefallen; S,e muffen sich eine Frau anschaffen, und das können Sie ja bald, da Sie am Ersten nächsten Monats ocjinttit) werden." S bme?enli?Cffh(?. ?“ " ?°" H°«insall in feiner Abwesenheit gehört hatte, sagte er zu seinen Quintanern- Zukunft wird es bei meinen Fragen so gemacht) wer bEr ?Olt fctn fti[[' bie andern melden sich, ^.'emanb, dann stelle ich schnell eine andere Frage, melbet sich einer ober mehrere, natürlich mit der rechten ?atürlich°°lle."' b'° 5ra0C' unb nun mclöc» sich Ob aber Wessel mit seiner pädagogischen Weisheit je Direetor wird? Ich bezweifle es; er hat auch gar nicht den TCIbCn" UebrlScnS muß zu seiner Ehre fest- gestellt werden, daß er am nächsten Ersten Mangold wirklich feine zwanzig Mark wiederbrachte. a „Das nächste Mal," meinte er, lade ic6 (gx;* SennuUn?fGaa6Iiäh ®ie »«treten werben unb fallen ebenso herein wie ich. Nun, was kann das schlechte Leben Helsen ! Es leben bie neunstimmigen Kameele .unb ber Verfertiger künstlicher Gesäße, sie leben hoch'" // „ Simmenlhaler Rasse 3) für Rinder Vogelsberger Raffe, trächtig, ohne Abzeichen « n Vogelsberger Rasse, trächtig, mit Abzeichen „ „ Simmenlhaler Kreuzung k...,^^^leraepidemie in Hamburg und Umgegend erhalt sich noch immer auf ihrem bedenklichen Höhepunkte, obwohl sich inzwischen die städtischen Behörden zu energischen Maßregeln gegen die Seuche aufgerafft haben. Aber die üblen Folgen des ursprünglich beliebten Vertuschungssystems lassen sich nun eben nicht mit einem Schlage wieder beseitigen und wenn jetzt die Cholera in der alten Hansastadt im Durch- fdjmtt 50 bis 60 Opfer tagtäglich fordert, so sind dies die traurigen Wirkungen jener verdammenswerthen Ableuanunas- methode. Wenn daher die Reichsregierung dem Hamburger Senat einen Rüffel wegen des lässigen Verhaltens dieser obersten Behörde gegenüber der Choleragefahr ertheilt hat, Buchbrucker-Congreß war von 'vierzehn'Ländern mit I LXL R°'chsregierung zu einem solchen Vorgehen vollauf 52,200 Mitgliebern besucht, bie durch 30 Delegirte vertreten deutschem Roden h“" ®c,tet»erbreitun9 der Cholera auf maren. Die Gründung eines internationalen Buchdrucker- sie sich - siebt ’n anbe(an8‘' f° Berbanhe« wurde abgelehnt, dagegen der Antrag Kralik- Altona Mondsk^^ b Umgebung Hamburgs, wie Oesterreich auf Einführung eines internationalen Viaticums S ' TOan barf «nhi TV"' ticrcin3eltE nrnpn hi* iKfimn»#« h»» c\ui:.u ..—s* ____?. I o • J/»fln ödr, wohl in Hinblick auf die umfassenden Anstalten, welche allerwärts zu einer nachbrücklichen Bekämpfung ber Seuche getroffen worden sind, die Hoffnung aussprechen, haß die Cholera im übrigen Deutschland keinen feften Fuß soffen wird, eine Hoffnung, welche durch die cin- 9Et.y.ctene merklich kühlere Temperatur eine entschiedene K»° Ugung erfährt. Die von der Reichsregierung nach Berlin einberufene Cholera-Commission hielt am ©am^tag ihre erste Sitzung unter dem Präsidium des Ministertaldirectors Nieberding ab. Es wurde beschlossen, Maßnahmen zur unverweilten Feststellung funb Bekanntgabe ber erften ßbolerafaHe in Orten des Inlandes behufs als- baldiger Unterdrückung und Verhinderung des weiteren Umsichgreifens der Seuche zu treffen. Ferner stellte die Com- misston etne be andere Instruction für das Eisenbahn-Personal tn Hinblick auf die Choleragefahr fest. Auch am Sonntag ^telt genannte Commission eine Sitzung ab. Ebenso tagte am ™ °nntQfl b*e Königliche Sanitätscommission und zwar im Polizeipräsidium. Professor Koch erklärte hierbei, es läge für Berlin fein Grund zu übertriebenen Besorgnissen vor, doch sei alle Vorsicht geboten. ' „ 29' ^gust. Amtliche Mittheilungen des Reichsgefundheitsamtes über die Cholera: Hamburg, 27.: 128 Erkrankungen, 55 Todesfälle; 28. August: 445 Er- kraiikungen, 162 Todesfälle. Altona, 27. August: 22 und 11 ; 28. August von Mittag bis Mitternacht 17 und 9. Kiel, l7nnhhll9Utmr1 tUnc L. ®ISborf: 1 und 1. Elmshorn: 1 und 1. Blankenese : 1 Erkrankung. Hemme, 28. August: 1 Erkrankung. Harburg, 27. August: 2 und 1. Alien- tterber. Mehrere Erkrankungen mit 3 Tobessällen. Ehetorf: 1 Erkrankung. Uelzeu: 1 Erkrankung. Lauenburg, 28. August ■ 4 unb 1. Schwarzenbeck: 1 und 1. In Perver (Rgbez. M°Sd°burg) erkrankte am 28. August 1 Person. In Berlin bc>« August eine Frau. In Delmenhorst starben oo" August 2. In Striegert (Mecklenburg-Strelitz) starb am August etne Person. An allen Fällen scheint es sich um l^mlchleppung aus Hamburg zu handeln. ct-'H 29e August. Gestern wurden 12 choleraähnliche darunter einer tödtlich, conftatirt. Professor Koch fprach sich entschieden gegen das übermäßige Straßensprengen aus, da die Feuchtigkeit ein günstiger Verbreiter des Commabacillus sei. 2d' ^en Mitgliedern der städtischen Deputation für Gesundheitspflege wurde zur Sitzung be?Üfen^werden. nBt^9enfa[I§ ^legraphisch zur zusammen An Preisen wurden gewährt: 1) für Bullen Vogelsberger Raffe Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Adami, Habenicht, Heyligenstaedt Homberger, Jughardt, Keller, Petri, Scheel, Schiele, Schmäh i Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. I Nach Eröffnung der Versammlung verlas Herr Oberbürqer- | meister Gnauth eine Großherzogliche Verfügung, laut welcher i>er zum Beigeordneten für die Stabt Gießen erwählte Fabrikant unb Stabtverordnete Lubwig Georgi für biese Stelle bestätigt worden ist. Der Herr Oberbürgermeister bemerkte weiter, daß nunmehr Herr Georgi in Amt und Pflicht zu. nehmen sei. Nachdem Herr Georgi in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter schon so lange Jahre im Dienst der Stadt gestanden und in so hohem Maße für sie mitgewirkt, sei eine erneute Verpflichtung auf das fernere, nach bestem Wissen und Gewissen erfolgende Mitwirken zum Wohl der Stad: mcht viel mehr als eine Formsache. Die reiche Mitarbeit hes Herrn Georg, lasse mit Zuversicht voraussetzen, daß er auch tn seinem neuen Amte, im Besitz des Vertrauens der Großherzogltchen Regierung und des Großherzogs, weiter arbeiten werde zum Besten der Stadt. In diesem Sinn labe er Herrn Georgi ein, die Eidesformel abzulegen. Herr Oberbürgermeister Gnauth begrüßte nach Erledigung der Eides- foimalitaten Herrn Georgi als Mitarbeiter in ber Verwaltuna ber Stadt. Herr Georgi nahm hierauf bas Wort, um in njcniflen Worten den Herren Stadtverordneten zu danken für Vertrauen, welches sie ihm durch die Wahl zum Bei- georbneien entgegengebracht. Er gebe bie Versicherung, baß,, wenn bie Aufgabe an ihn herantrete, ben Herrn Oberbürqer- meister tn seinen Amtsgeschäften zu vertreten, er diese Ausgabe nach Pflicht und Gewiffen zu erfüllen suchen werde; er gebe ferner der Hoffnung Ausdruck, daß in Ausführung dieser Geschäfte ihm zur Seite stehen möge die Collegialität der Herren Stadtverordneten. Gothenburg, 29. August. Veranlaßt durch den bevorstehenden deutschen Kaiserbesuch veröffentlicht die „Gothenburger Handelszeitung" die Quarantänevorschriften, welche Kriegsschiffen gegenüber nicht in Geltung treten, wenn der Arzt den Gesundheitszustand an Bord für gut erklärt. Wien, 29. August. Die internationale Saatenmarkts- Commission beziffert den Ernteertrag Oesterreich-Ungarns aus 55,5 Millionen Metercentner Weizen, 41 Millionen Metercentner Roggen, 30,75 Millionen Metercentner Gerste, 40,5 Mill. Metercenter Hasei7- in Deutschland bis 37 pCt. Roggen, biß 23 pCt. Weizen mehr als im Vorjahre- Frankreichs Ertrag aus 100 bis 105 Millionen Hectoliter- Eng. landß Ertrag aus eine Million Quaters weniger als im Vorjahre- Italiens Weizenertrag auf 39,8 Millionen Hectoliter, Rumänien für 35 pCt. mehr exportfähig als im Vorjahre- Rußland 5 bis 35 pCt. mehr - in Beffarabien sei die Aussicht noch schlechter. Der Gesammterlrag sei 25 pCt. Der Ernteertrag der Vereinigten Staaten wird für Weizen aus 520, Mais 1725 Millionen BushelS angegeben. Carmeaux, 29. August. Der Arbeiter-Congreß beschloß, im September einen allgemeinen Ausstand zu unternehmen, falls die Regierung nicht zu Gunsten der Arbeiter mtervenire. Ein neuer Congreß soll in 14 Tagen zusammentreten, um die Einzelheiten des Ausstandes sestzustellen. Bruffel, 29. August. Der Kriegsminister ordnete die Aufhebung der Manöver an. Die zum 1. September erlassene Einberufungsordre für die Reservisten wurde als I erledigt erktärt. Die Cholera.