Dienstag den 31. Mai Mr. 125 Erstes Blatt 1892 Der Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener M«Wikte«StLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. KießenerZiizeiger Vierteljähriger AdonuementrpreiAt 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn, j Durch die Poft bezogen 2 Mark 50 Plg. Redaction, Expedition vnd Druckerei: Henerat-Anzeiger. KchnlstraKe 3U.1« Fernsprecher 51. Amts- und ZlnzrigeblaLt für den Ureis Gieren. w ■ ' ' " > - ' Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Corrn. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Kamikienötätter. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In» und Auslände» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Shell. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Oberhessische Bienenzüchterverein beabsichtigt, in Verbindung mit der am 25. Juli d. I. zu Vilbel stattfindenden 32. Wanderversammlung eine Verloosung von Bienenvölkern, Bienenproducten und Utensilien zu veranstalten. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als *2500 Loose a 50 Pfg. ans gegeben werden dürfen und mindestens 62pCt. des Brutto-Erlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden finD. Zugleich ist der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Gießen, den 27. Mai 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Kopenhagen, 28. Mai. Der König verlieh den Fürstlichkeiten, welche an den Festlichkeiten theilgenommen, ein goldenes, an dem blauen Bande des Elephantenordens zu tragendes Erinnerungszeichen. Rom, 28. Mai. Der Papst übersandte dem König von Dänemark zu dessen goldener Hochzeit ein eigenhändiges Glückwunschschreiben. Kansas City, 28. Mai. Ueber den in vor. Nummer gemeldeten Cyclon, der die Stadt Wellington in Kansas heimgesucht, liegen folgende Mittheilungen vor: Der Cyclon überzog die Stadt Abends 9 Uhr. Die Hauptstraßen wurden verwüstet, b(e Häuser zertrümmert, gleichwie bei einem Erdbeben. Die Trümmer geriethen in Brand. Seitens der Behörde wurden die Verbindungen mit den Gasanstalten unterbrochen, um die Zerstörungen durch Gasexplosionen thun- lichst zu beschränken. Rettungsarbeiten bei Fackeln und Laternen wurden vorgenommen. In dem Hospital find von den Verwundeten bereits fünfzig gestorben. Der Cyclon wüthete namentlich in den vier Squares, in denen jedes Gebäude zerstört wurde,- die Zahl der Bewohner ist glücklicherweise gering. Der Sturm legte Kirchen, Handelshäuser, die Bureaus von vier Zeitungen, eine Fabrik, Schulen, ein Hotel und viele andere Gebäude in Trümmer. Deutsches Reich. Berlin, 28. Mai. Die „Allgem. Reichscorrespondenz" rnelder aus Kiel: Der Kaiser tritt am 29. Juni eine Nordlandsreise an Bord der „Hohenzollern" an und kehrt am 1. Augufi nach Wilhelmshaven zurück. Die „Hohenzollern" wird vom Panzerschiff „Siegfried" und dem Transportdampfer ^Pelikan" begleitet. Berlin, 28. Mai. Neueren Dispositionen zufolge bleibt : ad) Verständigung mit der Negierung die Weiterberathung des Tertiärbahngesetzes bis nach Pfingsten verschoben. Vorher werden noch die Gesetzentwürfe, betr. Gehalts- regulirung der Lehrer an höheren Schulen und das Militäranwärtergesetz, erledigt. Die Ferien des Abgeordnetenhauses dauern vom 31. Mai bis zum 9. Juni, die des Herrenhauses beginnen am 2. Juni. Berlin, 28. Mai. Wie die „Nationalzeitung" meldet, kaufte die hiesige Jmperial-Continental-Gasassociation vor einiger Zen westfälische Gaskohlen zu 8,75 Mk. ab Ä'chc. Berlin, 28. Mai. In der heutigen unter Vorsitz Ham- n achers stattgehabten Sitzung des Vorstandes der Colo- nialgesellschast wurden 42 Herren cooptirt. An Stelle Hammachers und des Ministerialdireetors Sachse wurden in das Präsidium Gras Arnim Muskau und Prinz Arenberg gewählt. Der Generalsecretär machte eingehende Mittheilungen über das südwestasrikanische Siedelungsunternehmen und hob vervor, daß die Geschäfte des Siedelungscomites guten Fortgang nehmen und daß bereits im Juni mehrere deutsche Auswanderer nach Klein-Windhock gehen. Berlin, 28. Mai. Oberbürgermeister v. Forcken- beck wird auf dem evangelischen Kirchhofe in Breslau beerdigt. Bremen, 28. Mai. Die electrische Stadtbahn wurde heute feierlich eröffnet. Die ganze Strecke beträgt 7 Km. und fungirt vortrefflich. Ausland. Wien, 28. Mai. Der Kaiser empfing der „Militär- zeitung" zufolge den Erfinder der zusammenlegbaren Lanze, -Grasen Attems, und ordnete die Prüfung der genannten Waffe seüens der Kriegsverwaltung an. Paris, 28. Mai. In Commentry erfolgten gestern vor den Häusern zweier angesehener Persönlichkeiten bös- willig verursachte Explosionen. Es wurde großer Schaden ungerichtet und in der Bevölkerung herrscht lebhafte Erregung. Kopenhagen, 28. Mai. Der Universitätsseier anläßlich der goldenen Hochzeit des Königspaares wohnten Cie dänische KönigssamiUe, die Czarensamilie, die griechische Konigösamilie, der Vertreter des Deutschen Kaisers, Prinz Albert von Glücksburg und der Vertreter des Herzogs von Cumberland bei. Der Prinz von Wales fehlte. Bei der Fahrt zum Universitätsgebäude wurden die hohen Herrschaften -nut lebhaften Hurrahs begrüßt. Kopenhagen, 28. Mai. Der „National-Tidende" zufolge f)Qt der König den Erzherzog Friedrich von Oesterreich und den Prinzen Albert von Schleswig - Holstein - Glücksburg zu Rittern des Elephanren-Ordens ernannt und den Prinzen Eduard von Anhalt und Friedrich von Schaumburg- Lippe das Großkreuz des Danebrog -Ordens irrliehen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches -Correspondenz Bureau. Wien, 29. Mai. Eine Versammlung von Rumänen aus Ungarn und Siebenbürgen, welche hier ein- getrosfen sind, um dem Kaiser eine Denkschrift über die Lage der ungarischen Rumänen zu überreichen, ist polizeilich ausgelöst worden. Bei dem numerischen Minister am Königlichen Hoflager v. Szögyenyi hat sich die Deputation bisher nicht angemeldet. Die diesbezüglichen Meldungen der Blätter sind unbegründet. Dem Vernehmen nach wäre die Deputation von dem Minister auch nicht empfangen worden. Depeschen des Bureau „Herold". Kopenhagen, 30. Mai. Ein colossaler Volkszug von 50 000 Personen mit zahlreichen Fahnen und Musikcorps defilirte gestern Nachmittag vor dem König und den Gästen, welche auf dem Balkon des Schlosses Amalienborg standen. Den Zug eröffneten zwei Herolde in mittelalterlicher Tracht, dann folgte der gesammte Magistrat, die Stadtverwaltung und der Oberpräsident. Der Vorbeimarsch währte 3 Stunden. Gestern Abend sanden die Festlichkeiten mit einem großen Ball der Aristokratie und bei; ersten Bürgerkreise zu Ehren des Königspaares ihren Abschluß. Rewyork, 30. Mai. Der jüngste Cyclon in Kansas richtete ungeheure Verwüstungen an. Leichen von Menschen und Vieh bezeichnen seinen Weg auf viele Meilen. Von der Stadt Harper stehen nur noch zwölf Häuser. Acht Leichen wurden bereits ausgefunden. In Wellington wurden neun Leichen gesunden, es werden aber noch viel mehr erwartet. Cocales unb provinzielles. Gießen, 30. Mai 1892. — Als Nachtrag zu unserem Bericht über die am 23. d. M. stattgehabte Feier der Grundsteinlegung für die neue evangelische Kirche theilen wir, gemäß vielfach geäußertem Wunsche, nachfolgend die uns gütigst zur Verfügung gestellten Weiheworte mit, die bei den Hammerschlägen gesprochen wurden. Herr Prälat und Superintendent D. Habicht sprach zunächst bei der Schließung des Grundsteins: „Die Urkunde ist eingefügt, ein Gedächtniß für spätere Zetten, lieber derselben schließe sich der Stein, wozu die erste Kelle mit verbindendem Morte! durch mich als den Superintendenten der Provinz Oberheffen und Vertreter der obersten Ktrchenbchörde verwendet wird." Daraus nach dem Schluß des Grundsteins eröffnete derselbe die Ausführung der Hammerschläge und sprach bei den ersten Hammerschlägen: „So wolle denn Gott gnädig walten, daß das Werk, welches so schon begonnen ist, vollendet werde unter Seinem Beistand und zu Seiner Ehre! Der Grundstein zu der Johanniskirche sei gelegt und geweiht im Namen GotteS des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!" Herr Provinzialdirector und Kreis rat h Baron v. Gagern: , „Ehre sei Gott in der Höhe Und Friede den Menschen auf Erden!" Herr Regierungsrath Jost: Möge das Werk gedeihen zu Ehren des allmächtigen Baumeisters aller Welten und der ganzen Stadt gereichen zum reichsten Segen." Herr Amtmann Nebel: „Auf der Stelle, da der Krtegswall früher die Stadt umgab, wirst du, Gotteshaus, jetzt errichtet. Mögest du, Symbol des Friedens, stets Frieden walten sehen über dieser Stadt!" Herr Decan Wahl, Decan des Decanats Gießen: „Jesus Christus gestern, heute und derselbe in Ewigkeit. Das ist der Stein, von den Bauleuten verworfen, der aber zum Eckstein geworden ist. Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darin sie sollen selig werden." Herr Pfarrer Dr. Naumann: „Der Herr segne den Anfang, der Herr behüte den Fortgang, der Herr lasse gelingen die Vollendung dieses Gotteshauses!" Herr Pfarrer Schlosser: , „Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst." (Ps. 127, 1.) Herr Pfarrer Dingeldey: „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des helltgen Geistes bleibe bei uns Allen! Amen." Herr Baumeister Grisebach: „Ohn' Gottes Gunst all Kunst umsunst!" Herr Rector der Universität Pros. Dr. Siebeck: „Möge diese Grundsteinlegung auch die Begründung eines neuen kräftigen Gemetndelebens in unserer Stadt bedeuten." Herr Professor D. Stade, Decan der theologischen Facu ltät: „Gott gebe, daß dieses Haus bis in ferne Jahrhunderte dauere, daß immer treue und tüchtige Pfan Herrn in ibm das Evangelium rein und lauter verkünden, daß eine fromme Gemeinde in ihm kräftig zu Werken der Bruderliebe gereizt werde." Herr Oberst Perthes: „Wo Treue Wache hält, Ist gut das Haus bestellt." Herr Oberbürgermeister Gnauth: „Steig' junger Bau Aus Erdengrau In Himmelsblau! Bring reiche Saat In schöner That Für Stadt wie Staat!" Herr Geh. Oberschulrath Gymnasialdirector Professor Dr. Schiller: „Gott zur Ehr' Dem Volk zur Lehr' Der Sittlichkeit zur Webr'!" Herr Realgymnasialdirector Dr. Rausch: „Hier werde und bleibe eine Stätte wahrhaft christlichen Glaubens und christlicher Liebe!" Herr Director der höheren Mädchenschule Dr. Landmann: „Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Herr Polizeirath Fresenius: „Mit Gott für Gott!" Herr Major Cullmann: „Gott zur Ehre!" Herr Schulrath Büchner: „Auf festem Fundament wird sich bald ein Gotteshaus erheben, in dem das Evangelium verkündigt wird. Möge * von da an für uns auch die Bitte unseres Heilands erschallen und ihr gefolgt werden: Lassit die Ktndlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht!" Herr Erster Staatsanwalt Jöckel: „Möge Der aus diesem Grundstein zu errichtende Bau mit dem darin zu verkündenden Wort dem jetzigen Geschlecht und den künftigen Geschlechtern zum Heil und Segen gereichen." Herr Postdirector Ritsert: „Jesus Christus gestern und heute und derselbige auch in Ewigkeit." — Die vom hiesigen Nationalliberalen Verein am Samstag Abend in Steins Garten veranstaltete Jubiläumsfeier der Nationalliberalen Partei Deutschlands hatte eine größere Anzahl Parteimitglieder und Freunde der nationalen Sache, sowie die Familien der Mitglieder zusammengesührt. Das Fest war nach dem auS- gegebenen Programm wie folgt eingetheilt: Begrüßung der Erschienenen, mit Hoch aus Kaiser und Großherzog — Lied: „Stimmt an mit Hellem, hohem Klang" — Festrede — Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles" — Ansprachen — „Bismarcklied" — Schlußwort — Musik. Nach einem Eröffnungsmarsch von der Capelle des Hess. Jägerbataillons Nr. 11 begrüßte Herr LandgerichtSrath Dr. Schäfer die Erschienenen, bemerkend, daß eine frühere Feier des Tages wegen des Ablebens unseres Großherzogs nicht habe statt- finden können- das Erste der nationalliberalen Partei sei feste Anhänglichkeit an die Monarchie, an daS Vermächtniß der Gründer des Reiches- daö daraus aus Sc. Majestät den Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig auSgebrachte Hoch sand Widerhall in der stehend gesungenen Nationalhymne. — Die Festrede hielt Herr Geh. Hosrath Professor Dr. Oncken. Redner zeichnete ein lebensvolles und klares Bild der Geschichte der nationalliberalen Partei seit ihrer mit dem ersten Ausflug des nationalen Gedankens verbundenen Gründung. Besonders ausgezeichnet wurde die Rede durch Darlegung des Wirkens der Gründer der Partei, der erprobten Parlamentarier Twesten, Bennigsen, Lasker, Miquel, Simson u. s. w., von Männern, deren hervorragende Eigenschaften aus politischem Gebiete Herr Professor Dr. Oncken aus eigener Anschauung kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Das am Schlüsse seiner über eine Stunde währenden Rede ausgebrachte Hoch galt der nationalliberalen Partei. — Von dem früheren Reichstagsabgeordneten HerrnHsugo Buderus war ein Begrüßungstelegramm eingelausen, von dessen Inhalt die Versammlung freudig Kenntniß nahm. — Herr Landgerichtsrath Dr. Linkenheld feierte in beredten Worten den Mitbegründer des Deutschen Reiches, den treuen Rathgeber Kaiser Wilhelms I., den Fürsten Bismarck und brachte ein von der Versammlung begeistert ausgenommenes Hoch auf denselben aus. — Hr. Rechtsanwalt Dr. Fuhr schilderte in anschaulicher Weise die Eindrücke, die er und viele andere seiner Parteifreunde auf dem nationalliberalen Parteitage in Eisenach gehabt. Die Verhandlungen hätten Zeugniß abgelegt von dem gedeihlichen Wirken der Parrei. Sein Hoch galt der nationalliberalen Partei Hessens und des Wahlkreises. — Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Osann, stürmisch begrüßt, ergriff hieraus das Wort, um in einer längeren Ansprache die nationalliberale Partei zu feiern, dabei besonders betonend, daß die Partei nicht nur durch die älteren erfahrenen Parlamentarier gestützt werde, sondern aus jüngeren Kreisen einen Nachwuchs erhalte, der zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtige. Nicht nur den Männern, sondern auch den Frauen sei es Vorbehalten, die Idee des nationalliberalen Gedankens zu fördern. Die durch Beifallsbezeugungen mehrmals unterbrochene Rede schloß mit einem brausenden Hoch auf das Deutsche Vaterland. — Herr Landgerichtsrath Dr. Schäfer brachte, die Verdienste des Herrn Osann um die nationalliberale Partei besonders hervorhebend, demselben ein Hoch aus. — Für musikalische Genüsse während der noch bis zum Schluffe der Feier verbleibenden Zeit sorgte die Jäger-Capelle. — Es ist^sehr dankenswerth, daß der Vorstand des Vogelsberger höheu-Club in Schotten ein Verzeichniß von Sommerwohnungen im Gebiete des Vogelsberg zusammengestellt hat, das gewiß von Vielen, die die Absicht haben, irgendwo in schöner Gegend Sommerfrische aufzusuchen, freudig begrüßt werden wird. Da wird in den Schwarzwald und in die Vogesen, nach Thüringen und in die Schweiz gereist, um Erholung zu suchen, ja mancher reist für schweres Geld noch viel weiter und kennt das Schöne nicht, das uns doch so nahe ist. Der Vogelsberg mit seinen herrlichen Wäldern und srischgrünen Wiesenthälern ist noch viel zu wenig bekannt und sollte viel mehr ausgesucht werden. Wer freilich Kurmusik und geputzte Gesellschaft sucht, die dreimal wenigstens im Tage Toilette macht, der bleibe dem Vogels- berg fern. Wer aber herrliche Natur, frische Wälder und Wesen, einfache, aber gesunde und nahrhafte, dabei billige Verpflegung wünscht, der wird im Vogelsberg das Gesuchte reichlich finden. Auch an Fuhrwerk für größere Ausflüge ödere schwächere Fußgänger fehlt es an den größeren Orten nie. Das „Verzeichniß von Sommerwohnungen im Gebiete des Vogelsberges" kann jederzeit kostenfrei vom Vorstand des „Vogelsberger Höhen-Clubs, Zweigverein Gießen, oder von Scholten bezogen werden. — Während in verschiedenen Zeitungen darüber geklagt wird, daß das Korn in seiner Halmentwicklung noch weil zurück sei, wurden uns heute zwei in der Gemarkung Alten- Buseck gewachsene Kornhalme übersandt, die die ansehnliche Länge von 173 bezw. 186 cm haben. — Jetzt zur Zeit der Spaziergänge in den Wald seien die Besucher der Wälder an das Verbot erinnert, Schonungen und sog. Heegen zu betreten. Namentlich Kinder gehen gerne in solche verbotenen Waldreviere, um Blumen und Beeren zu suchen, wobei sie aber oft an den Baumpflanzungen beträchtlichen Schaden anrichten, ohne es recht zu wissen. Kommt nun ein Forstbeamter oder Schütze hinzu, dann giebt es ein Protocoll mit der Aussicht auf spätere empfindliche Strafe, wodurch die Freude selbst an dem im Uebrigen aufs Schönste verlaufenen Spaziergang aufs Gründlichste verdorben wird. Mögen sich große und kleine Leute dies wohl merken, insbesondere sollten Eltern ihre Kinder ermahnen, bestellte Felder und Waldschonungen beim Blumensuchen nicht zu betreten. — Verhaftet wurde am vergangenen Samstag ein altes 70jähriges Ehepaar, das beschuldigt ist, einen Einbruchsdiebstahl begangen und sich dabei circa 60 Mk. baares Geld angeeignet zu haben. — Diebstahl. Gestern Mittag verschwand von hier ein junger Mensch, der sich bei einem hiesigen Einwohner ein- gemiethet hatte, und nahm eine in der Commode aufbewahrte größere Geldsumme mit. Von dem Dieb fehlt jede Spur. — Jubiläum. Samstag am 28. d. M. feierte der Weißbindergehülfe Philipp Balthasar Schmandt III von Watzenborn bei Weißbindermeister Georg Möhl dahier sein 25jähriges Arbeiterjubiläum Dem Jubilar wurde ein Geschenk und Ehren-Diplom von demselben überreicht. Das von dem Meister zu Ehren des Jubilars veranstaltete Essen vereinigte sämmtliche Leute von ihm und verlief in gemüth- licher Weise bis in die späte Nacht. Möge es dem Arbeitgeber und Gehülfen beschieden sein, noch lange Jahre zusammen zu arbeiten. — Ernennung. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Mai den Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, Heinrich Veith, zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms zu ernennen. — Der Geschäftsbericht der Verwaltung der Unter« ftützungskaffe der hessischen Landesirrenanstalten für das Rechnungsjahr 1891/92 ist im Druck erschienen. Die Einnahmen schließen mit 21 792,03 Mk. ab, darunter 10967,05 Mk. von 20 607 Privaten, 4176,20 Mk. Beiträge aus öffentlichen Kassen, 2551,31 Mk. Pflegegeldbeiträge, Zinsen ausgeliehener Capitalien 1504,36 Mk., Kassevorrath aus dem vorjährigen Abschlüsse 1503,14 Mk., sonstige Einnahmen 1089,97 Mk., darunter ein Legat des Fräuleins Marie Elisabethe Fuchs von Zwingenberg von 500 Mk. Freiwillige und Pflegegeldbeiträge haben die Provinzen Starkenburg 7475,13, Oberhessen 4079,41, Rheinhessen 4812,50 Mk. geleistet. Der Staat hat 1000 Mk., die Städte Darmstadt 200, Offenbach 100, Gießen 100, Mainz 200, Worms 100 Mk., die Sparkassen Lorsch und Zwingenberg je 100, Groß-Umstadt, Breuberg, Erbach i. O. je 50 Mk, Groß-Gerau 150 Mk., Heppenheim 250 Mk., Offenbach 100 Mk., Seligenstadt 50 Mk., Gießen 250 Mk., Grünberg, Alsfeld und Büdingen je 50 Mk., Nidda 100 Mk., Friedberg 50 Mk., Vilbel und Mainz je 100 Mk., Alzey 50, Bingen 150 Mk. rc. beigesteuert. — Die Ausgaben summiren sich aus 17 054,80 Mk., darunter Verwaltungskosten (Druckkosten, Collecten, Remuneration des Rechners rc.) 1982,20 Mk., an Unterstützungen Hilfsbedürftiger 13991 Mk., und zwar 338,80 Mk. an 26 in der Anstalt befindliche Pfleglinge, 237,66 Mk. bei der Entlassung an zwölf Personen, 11809,87 Mk., nach der Entlassung an 76 Personen, 1604,67 Mk. an Angehörige von 32 Pfleglingen. Darnach ist der baare Kassevorrath 4737,23 Mk. — Ans Daubringen, 29. Mai, wird uns mitgerheilt, daß am Samstag Nachmittag ein junger Bursche von dort, der in der Nähe von Ruttershausen mit bei der Schafwäsche betheiligt war, in einen Strudel und in Gefahr gerieth, in der Lahn zu ertrinken. Dem muthigen Eingreifen des Herrn Schuhmachermeister und Feuerwehrhauptmann Heinr. Grölz gelang es, nach mehrmaligen Versuchen und nachdem die Kräfte des vom Ertrinken Bedrohten erschöpft waren, ihn zu retten. nn. Darmstadt, 29. Mai. Vor der Strafkammer I des Großh. Landgerichts kam heute die Anklagesache gegen den früheren Saalbau-Jnspector Velten wegen Unterschlagung städtischer Gelder unter großem Andrange des Publikums zur Verhandlung. Velten, der hier ein großes Ansehen in gewissen Kreisen besaß, hatte die Verwaltung und die Instandhaltung des städtischen Saalbaues zu versehen und auch demgemäß die Kasse für die erfolgten Vermiethungen rc. des Saalbaues zu führen, wofür er 2200 Mk. Gehalt bezog. Hierbei machte er sich Unterschlagungen im Betrage von ca. 5000 Mk. schuldig und eine Reihe von Jahren hat Velten diese Unterschlagungen fortgesetzt. Als er in städtische Dienste treten sollte, weil die Stadt den Posten eines Saalbau-Jn- spectors eingehen ließ, sah sich Velten entdeckt und ging flüchtig, wurde aber in Mainz festgenommen. Velten war früher Feldwebel im Großh. Artillerie - Regiment Nr. 25 und hat sich im Feldzuge 1870—71 das eiserne Kreuz erworben. Er ist der Unterschlagung der Gelder geständig, will aber durch mißliche Familienverhältnisse dazu veranlaßt worden sein. Der Staatsanwalt beantragte in Anbetracht, daß V. städtischer Beamter gewesen sei und im Hinblick aus die Höhe der Summe eine Gesängnißstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten, während sein Vertheidiger aus eine geringere Strafe plaidirte. Der Gerichtshof, unter Vorsitz des Landgerichtsdirectors Bon- Hard, schloß sich der Ansicht des Staatsanwalts an und ver- urtheilte Belten zu einer Gesängnißstrafe von 2 Jahren unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Velten erklärte sich nut dem Urtheil zufrieden und hat die Strafe ofort angetreten. Darmstadt, 28. Mai. Die Synodalabgeordneten Dieffen- bach und Wahl (Schlitz) haben bei der evangelischen Landessynode, unter Bezugnahme aus ihren im Jahre 1890 einstimmig angenommenen Antrag, die Interpellation eingebracht: 1) Ob Großh. Oberconsistorium bereits eine Vorlage vorbereitet hat, daß unter Beifügung eines Zusatzes zu den das Dienstalter der evangelischen Geistlichen regelnden Gesetzesbestimmungen bestimmt wird, daß denjenigen jungen Theologen, welche durch Ableistung ihrer Militärpflicht nachweislich verhindert worden sind, ihre Schlußprüsung rechtzeitig abzulegen, ihre Militärzeit bei Feststellung des Dienstalters in Anrechnung gebracht werden kann,- 2) eventuell ob Großh. Oberconsistorium gewillt ist, noch im Lause dieser Synodalperiode eine Gesetzesvorlage in dem angedeuteten Sinn, und zwar mit rückwirkender Kraft einzubringen. Mainz, 27. Mai. Gestern Nachmittag fiel ein etwa echs Jahre altes Kind in der Nähe der Waschbrücke in den Rhein. Hunderte von Menschen sahen zu, ohne zu Helfenein Soldat aber sprang rasch in den Rhein, brachte das Kind glücklich ans User, setzte dasselbe ab und verschwand dann unter der Menge. Ehre dem wackeren Manne! Worms, 28. Mai. Am Rheinuser wurden heute Morgen die Unisormstücke eines Soldaten vom 118. hessischen Infanterie- Regiment und zwar des Musketiers Sieber aus Zornheim bei Mainz ausgesunden. Da der Soldat eine Strafe zu erwarten hatte, so stehd zu vermuthen, daß er sich aus Furcht vor dieser Strafe das Leben im Rhein genommen hat. vermischtes * Guben, 28. Mai. Der frühere Schiffer Gustav Leh- mann rödtete seine siebzigjährige Mutter und warf die Leiche in den Keller. Der Mörder wurde verhaftet. * Reichenberg (Böhmen), 29. Mai. Der Strike der Glasarbeiter des Jsergebirgs wird bedenklich. Gegenwärtig sind 300 Arbeiter ausständig. Die Dauer des Strikes wird aus 7 Wochen normirt. Ursache ist die Nichteinhaltung der festgesetzten Minimallöhne. * London, 29. Mai. Eine Versammlung der Durhamer Kohlenwerksbesitzer beschloß, den Vorschlag des Durhamer Bischoss, eine Vermittelung zur Beendigung des Strikes zu versuchen, anzunehmen. Literatur und Aunst. — Adrian Balbis Allgemeine Erdbeschreibung. Ein Handbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Achte Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Franz Heidertch. Mit 600 Illustrationen, vielen Texikärtchen und 25 Kartenbeilagen aus 41 Kartensetten. Drei Bände. In 50 Lieferungen ä 75 Pfg. Ein größeres Handbuch der Geographie, welches auf Grund der neuesten Forschungen die gegenwärtige Kenntniß des Erdballs wetteren Kreisen in einheitlicher Darstellung vermittelt, ist ein Bedürfniß, und darum wird die soeben erscheinende 8. Auflage von A. Balbis Allgemeiner Erdbeschreibung gewiß allseitig mit Freuden begrüßt werden. Das Werk, den deutschen Leserkreisen seit mehr als einem halben Jahrhundert ein lieber, alter Bekannter, erscheint in völlig verjüngter Gestalt; denn es ist keine einfache Text- revtston der siebenten Auflage, es ist vielmehr eine vollständige Neubearbeitung, wie sie sich durch die außerordentliche Erweiterung, welche bas geographische Wissen gerade im Laufe der letzten Jahre gewonnen hat, als unabweisbar ergab. — Wir lernen in der mathematischen Geographie die Erde als Weltkörper, als Stern unter den Sternen kennen und fassen ihre Gestalt, Größe und Bewegung tnS Auge. Dte physikalische Geographie behandelt zunächst die Verthetlung von Wasser und Land, betrachtet dann das Weltmeer mit seinen Lebensäußerungen, sowie die Gewässer deS Festlandes. Hierauf werden die verschiedenen Oberflächenformen und der geologische Aufbau der Erdkruste, dte Vulcane, die Erdbeben und die Strandoer- schiebungen geschildert. In dem Eapitel über Erdmagnetismus wird ausführlich^ des seltsamen Nordltchlphänomens gedacht. Aus dem Abschnitte über den Luflkrets wollen wir uns beschränken, auf die interessanten Eapitel btnzuwetsen, welche dte Gletscher und Ihre Schwankungen, souLe die nunmehr zweifellos conftattrten Klimaänderungen behandeln. In eingehender Weise führt uns der Verfasser dte Gesetze der Verbreitung der Pflanzen- und Thterwelt vor, um schließlich zu dem Menschengeschlechte zu gelangen und dessen physische, gesellschaftliche und religiöse Verhältnisse zu schildern. Der länderkundliche Thetl des Werkes enthält der Reihe nach dte Eontinente Australien, Amerika, Afrika, Asim, Europa, sowie dte Polargebiete. Hier finden sich dte Ergebnisse der jüngsten Volkszählungen bereits vollständig verwerthet. Bemerkt sei, daß der Text durchaus klar und faßlich gehalten ist und seine wissenschaftliche Genauigkeit, sowie dte Retchhalttgkett des in demselben verarbeiteten besten und neuesten Materials darf als ein ganz besonderer Vorzug des Werkes betrachtet werden. — Der Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien hat es, wie bekannt, unternommen, seinen großen rühmlichst bekannten populärwissenschaftlichen Sammelwerken ein neues von nicht minderer Bedeutung anzureihen. Das jüngste Sammelwerk ist dem geographischen Wissensgebiet unter dem Titel ^Allgemeine LLndertrrnde" gewidmet. Es bezweckt dte Zusammenfassung unsrer heutigen gesammten Kenntniß von der Erdbeschreibung in einheitlicher, übersichtlicher Form, gemeinverständlicher Darstellung und bildlicher Anschauung. Der Umfang des Werkes ist auf 5 Bände berechnet, von denen jeder einen der fünf Erdthelle zum Gegenstand haben soll. Der Verlagsplan ist aus der Erwägung hervorgegangen, daß für das neue Unternehmm in der einschlägigen Litteratur nicht nur der Raum, sondern auch, was weit wichtiger ist, ein Bedürfniß thatsächltch vorhanden ist. Der Mangel an einem übersichtlichen geographischen Gesammtwerk wurde bisher selbst von dem Fachmann, weit mehr natürlich noch von dem Laten, besonders da sehr merklich gespürt, wo es galt, sich durch dte Hochfluth der überall verstreuten, oft Lücken aufweisenden Fachliteratur zur klaren Erkenntniß irgend einer das Interesse herausfordernden geographischen Frage bindurchzuarbetten. Dieser Mangel ist durch dte „Allgemeine Länderkunde" wirksam gehoben. Weite Kreise haben dte Bedeutung dieses, der allgemeinen geographischen Kenntniß in hohem Grade dienenden Unternehmens sehr wohl anerkannt, wie die außerordentlich günstige Aufnahme des unlängst erschienenen ersten Thetls desselben: „Afrika", von Prof. Dr. Wilh. Sievers, beweist. Als zweiter Theil beginnt soeben »Aste«" von demselben Verfasser zu erscheinen. Lieferung 1 liegt uns bereits vor. Soweit diese erste Lieferung ein Urtheil zuläßt, dürfte es sich auch bet dem Sievers'schen Werk über Asten um eine literarische Erscheinung von ungewöhnlicher Bedeutung handeln. SteverS' Autorität auf geographischem Gebiet ist unzweifelhaft, der Werth seiner aus hohem Schaffensfleiß und gründlichem Wissen bervorgegangenen Arbeiten wird für dte Allgemeinheit durch eine fesselnde, gemeinverständliche Darstellungs- und Schreibweise nicht unwesentlich erhöht. — Die vorliegende Lieferung von Sievers' „Asien" bietet bereits des Interessanten sehr viel. Sie behandelt als ersten Abschnitt des Buches in lichtvollem und lückenlosem Vortrag die Erforschungsgeschichte Asiens von deren Uranfängen bis zur Gegenwart. Der zweite Abschnitt gewahrt eine allgemeiae Uebersicht über das asiatische Eontt- nent und seine Inseln. Besonders erwähnenswerth sind in dem ersten Hefte die in den Text emgefügten, nach besten Quellen wiedergegebenen Porträte der bedeutendster. Forschungsreisenden Asier 4 von Marco Polo bis E. Bonvalot und eine Anzahl sehenswerther bildlicher Darstellungen aus der Literatur über Asien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Asien, der Sitz der frühesten Eultur des Alter- thums, die Heimath einer großen Reihe der bedeutendsten Cultur- völker der Welt, wird in dem Sievers'schen Werk eine übersichtliche, auf streng wissenschaftlichem Grunde ruhende Darstellung erfahren, wie sie dem heutigen allgemeinen Bedürfniß angepaßt ist. Da4 Werk wendet sich nicht nur an den Fachmann, sondern es ist vor allen Dingen den Laien und darunter jenem großen Publikum zu- geetgnel, welches in die Interessensphäre für den dem Handelsverkehr immer neue reiche Quellen erschließenden Erdtheil mehr oder weniger einbezogen ist. — Nach dem Bearbeitungsplan von Sievers' „Asien" (das in 13 Lieferungen zu je 1 Mk. erscheinen soll) werden sich den oben genannten Abschnitten dte folgenden anschließen: Oberflächen- gehalt, Klima, Pflanzenwelt, Thterwelt, Bevölkerung, Staaten, Europäische Besitzungen, Verkehr und Verkehrsmittel. Dte bildlichen Darstellungen und das kartographische Material werden entsprechend der angestrebten Anschaulichkeit des Werkes durch die Beigaben von 160 Abbildungen im Text, 14 Karten und 22 Tafeln in Ehromo- druck und Holzschnitt von E. Eompton, E. Heyn, G. Mätzel, O. Winkler u. a. in reicher Fülle vertreten sein. Dte Durchführung und Gliederung des Ganzen hält sich im Interesse einer einheitlichen Gestaltung der „Allgemeinen Länderkunde" an das aus demselben Sammelwerk hervorgegange Buch über „Afrika" von demselben Verfasser. Derfctyr, Land- nnd volkswirth-ehaft. »rüuberg, 28. Mai. Fruchtpreise. Weizen X20.60, Korn JL 20.20, Gerste JL 16.30, Hafer Jt 13.00, Erbsen JC. Linsen JL —, Wicken X —ßdnx —, Kartoffeln 7.00, Samen X ——. Schotte«, 28. Mai. Der am 7. Juni in Scholten stattfindende Vieh-Prämttrungs und Verloosungsmarkt dürfte sich nach vtelsetttgen Andeutungen zu einem sehr lebhaften gestalten, Nicht nur aus dem vorherrschend Viehzucht treibenden Vogelsberg, sondern auch aus anderen angrenzenden Landschaften: Wetterau, Rabenau rc. möchte ein sehr starker Viehauftrieb, namentlich von Vogelsberger und Simmenthaler Zuchtbullen, Milchkühen, Fahrochsen rc. zu erwarten sein, wozu nicht zum wenigsten die für schöne Thiere zur Vertheilung kommenden 52 Preise von zusammen 800 Mark Anregung geben dürften. Man darf daher wohl der Hoffnung Raum geben, daß der Handel sich zu einem recht lebhaften, Verkäufer wie Käufer befriedigenden entwickeln werde.