Nr. 98 Erstes Blatt. Donnerstag den 28. April 1892 Der Gte-einr .Anjeigtr erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Die Gießener W««itienötL1ter Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Vierteljähriger .Monnemcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedition und Druckerei: Kchutstratze Zlr.1. Fernfprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Greben. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamitienötatter. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entqeqen. Anrtlichev Theil. Gießen, den 25. April 1892. Betr.: Die Anstellung der Kreisstraßenwarte. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen, soweit aus Ihren Gemeindekaffen Gehalte an Straßenwarte bezahlt werden, die Gemeinde-Einnehmer veranlaffen, sofort mit der Kreiskasse abzurechnen, damit diese bald in den Besitz sämmtlicher Hauptquittungen gelangt. Binnen 14 Tagen sehen wir Ihrem Berichte entgegen, daß diese Abrechnung stattgefunden hat. __________________v. Gagern._________________ Bekanntmachung, betr. die Maul- und Klauenseuche im Kreis Büdingen. In einem Gehöfte zu Dauernheim ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Großh. Kreisamt Büdingen hat Gehöftsperre angeordnet. Gießen, den 26. April 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Gagern.__________________ Bekanntmachung, betreffend Verminderung der Herbstzeitlose. Im Jntereffe der Wiesencultur ordnen wir auf Grund des Art. 24 der Wiesenpolizeiordnung auch für das laufende Jahr an, daß die auf den Wiesen wachsenden Herbstzeitlosen zur Zeit des höchsten Saftstandes durch Ausrupfen der Stengel beseitigt werden. Das Ausziehen hat möglichst bei feuchtem Boden zu geschehen, damit der Schaft der Pflanzen nicht schon dicht unter dem Boden abbricht. Gegenüber den im vorigen Jahr theilweise erhobenen Bedenken, daß bei dem Ausrupfen der Herbstzeitlose die Wiesen zu sehr zertreten würden, bemerken wir, daß in den meisten Fällen das zertretene Gras, ohne daß irgend ein Nachtheil bleibt, sich wieder stellen wird, daß aber auch dann, wenn etwa ein Theil des Grases sich nicht wieder hebt, der durch das Beseitigen der Herbstzeitlose erzielte Nutzen weit größer ist, als der durch das Niedertreten des Grases entstandene Schaden. Die ausgerupften Pflanzen sind nicht, wie wir es im vorigen Jahr gesehen haben, aus die Wege zu werfen, woselbst die Schafe durch das Freffen derselben Schaden nehmen können, sondern abseits von den Wegen unterzubringen. Die Beseitigung der Herbstzeitlose hat bis zum 2V. Mai l. I. zu erfolgen, die bis dahin säumigen Besitzer haben sich der Erhebung von Strafanzeigen zu gewärtigen. Gießen, den 26. April 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 26. April 1892. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald und dann nochmals nach 14 Tagen in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen. Hinsichtlich der Gemeindewiesen wollen Sie, sofern dieselben nicht verpachtet sind und hiernach den Pächtern die Beseitigung der Herbstzeitlosen obliegt, das Ausrupfen auf Gemeindekosten veranlaffen, wozu zweckmäßigerweife Schulkinder zu verwenden sind. Bis zum 25. Mai l. I. erwarten wir Ihren Bericht darüber, ob unserer Anordnung entsprochen worden ist. Etwaige Anzeigen, welche Sie wegen ungenügenden Befolgs derselben für erforderlich halten, wollen Sie uns hierbei, ehe Sie dieselben in das Feldrügeregister aufnehmen, mit vorlegen. __________________v. Gagern.__ Bekanntmachung. betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach, hier den allgemeinen Meliorationsplan für den II. Bereinigungsbezirk. In der Zeit vom 22. April bis 5. Mai l. Js. liegen die Arbeiten des ersten Hauptabschnittes des II. Bereinigungsbezirks (Feld zwischen der Kreisstraße nach Garbenteich und dem alten Anneroder Weg) nämlich: der allgemeine Meliorationsplan mit Erläuterungsbericbt nebst den dazu ergangenen Beschlüssen der Vollzugscommission und dem Protokoll Aber die Prüfung dieser Arbeiten auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Steinbach zu Jedermanns Einsicht offen. Termin zur Entgegennahme von Einwendungen gegen diese Arbeiten habe ich auf Freitag den 6. Mai l. I., Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, in das Rathhaus zu Steinbach anberaumt. Die in diesem Termin nicht Erscheinenden sind mit Einwendungen ausgeschlossen. Gießen, den 16. April 1892. Der Vollzugscommissär: Nebel, Amtmann. Deutsches Reich. Berlin, 26. April. Der nur kurze Besuch des Kaisers beim Freiherrn von Stumm auf Schloß Halberg hat eine bemerkenswerthe Kundgebung des Monarchen gezeitigt. Der kaiserliche Gast wohnte am Montag einer Prämien- vertheilung an verdiente Arbeiter der Stumm'schen Werke bei und ergriff im Verlaufe des Actes das Wort zu einer Ansprache an die versammelten Arbeiter. In derselben betonte der erlauchte Redner namentlich, daß das Verhältniß der Neunkirchener Arbeiterschaft zu ihrem Arbeitgeber, dem Freiherrn von Stumm, ein wtrklich mustergültiges und gesegnetes sei und knüpfte der Kaiser hieran den Wunsch, eö möchten in der gesammten deutschen Industrie solche erfreuliche Verhältnisse obwalten. — Im Hinblick auf die mancherlei Angriffe und Verdächtigungen, welche gerade Herr von Stumm in Bezug auf die Behandlung seiner Arbeiter erfahren hat, erscheint diese ihm aus dem Munde des Kaisers gezollte Anerkennung um so beachtenswerther. , — Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Dienstag seine Thätigkeit nach Ablauf der parlamentarischen Osterpause wieder ausgenommen. Da auch in diesem nachösterlichen Sessionsabschnitte noch ein ziemlich reichhaltiges gesetzgeberisches Material zu erledigen ist, so dürfte die Session mindestens noch bis kurz vor Pfingsten dauern, zumal da das Herrenhaus erst Mitte Mai wieder zusammentritt,' es ist sogar nicht ausgeschloffen, daß der Sessionsschluß erst nach Pfingsten erfolgt. Im Allgemeinen wird ein ruhiger und glatter Verlaus der jetzt wieder begonnenen Debatten des Abgeordnetenhauses erwartet, doch bei manchen Anlässen dürste es lebhaft genug zugehen, so namentlich bei der unmittelbar bevorstehenden Berathung des Nachtragsetats, betr. das Gehalt für den neuen Ministerpräsidenten. An der Bewilligung des Nachtragsetats selbst ist natürlich nicht im Mindesten zu zweifeln, nur werden sich die Parteien des Hauses gewiß die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sich über die jüngste Mi- nistercrisis in Preußen, ihren Ausgang und die hiermit geschaffene Situation des Breiteren zu unterhalten. — Die kürzlichen Mittheilungen des „Reichsanzeigers" über die Fortführung der Steuerreform in Preußen haben die hierüber bereits in Umlauf befindlich gewesenen Gerüchte im Großen und Ganzen bestätigt. Es wird sich demnach im Wesentlichen um eine Reform der Communal- besteuerung handeln, dahingehend, daß den Gemeinden die Ertragssteuern, d. h. die Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer im Betrage von rund 100 Mill. Mk. zu überweisen sind, während der hierdurch für die Staatskasse entstehende Ausfall durch die 40 Mill. Mk. Mehrertrag der Einkommensteuer, ferner durch 20 bis 25 Mill. Mk. Ueberweisungen aus den Erträgnissen der landwirthschaftlichen Zölle und endlich durch 35 bis 40 Mill. Mk. aus einer neuen Vermögenssteuer zu decken wäre. Unzweifelhaft wird , sich in dieser Richtung das neue Steuergesetz bewegen, welches Finanzminister Dr. Miquel dem Landtage in seiner nächsten Sitzung vorzulegen gedenkt. — Reichskanzler Graf Caprivi weilt seit Montag zur Cur in Karlsbad, wo der leitende Staatsmann des Deutschen Reiches vier Wochen zu bleiben gedenkt. Ein Landaufenthalt soll indessen dieser Badecur nicht folgen, Graf Caprivi beabsichtigt vielmehr, von Karlsbald direct nach Berlin zurückzukehren, sein Wiedereintreffen in der Reichshauptstadt stünde also gegen den 22. Mai zu erwarten. Was die Meldungen von einem Besuche des Grafen Kalnoky, des österreichisch-ungarischen Ministers des Auswärtigen, in Karlsbad beim deutschen Reichskanzler anbelangt, so wird denselben von Wiener osficiöser Seite bestimmt widersprochen- trotzdem ist eine Begegnung beider Staatsmänner anläßlich des Karlsbader Curausenthaltes Caprivis nickt unwahrscheinlich. Neueste Nachrichten. köolfis telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 26. April. Abgeordnetenhaus. Erste Berathung: Bahnen unterster Ordnung. Minister Thielen | meint, der Entwurf erscheine um so dringender, als die Ent- i Wickelung der kleinen Bahnen hinter denen anderer Staaten zurückgeblieben ist. Die Staatsregierung konnte sich nicht entschließen, auch Bahnen unterster Ordnung in die Hand zu negmen. Im Namen der Staatsverwaltung erkläre er, daß dieselbe stets hilfreich, wenn es sein muß auch mit finanziellen Mitteln, dem Bau und Betrieb von Bahnen unterster Ordnung zur Seite stehen werde und gibt sich der Hoffnung hin, daß namentlich die wirthschaftlichen communalen Kreise des Landes unter Zuhilfenahme ihres Privatcapitals den Bau von Bahnen unterster Ordnung fördern werden. Der Entwurf wurde nach längerer Debatte, woran sich die Abgeordneten Heede, v. Bismarck, Rickert, Geheimrath Zedlitz, Tiedemann- Bomst, Friedberg, Brömel, Strombeck, Böttinger und Czar- linski betheiligen, an eine Commission von 21 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung morgen: Rechnungssachen, Antrag betreffend Regelung der bäuerlichen Verhältnisse aus Rügen und in Vorpommern, Petitionen. Berlin, 26. April. Den „Berliner Politischen Nachrichten" geht von autoritativer Seite eine Darstellung über die Umgestaltung der Schloßfreiheit zu, wonach man behufs Niederlegung der Gebäude zwischen der Kurfürstenbrücke und Breitestraße die Idee einer Lotterie mit erwogen habe. Doch sei nicht ausgeschlossen, die Mittel auch aus andere Weise zu beschaffen. Ein bestimmter Entschluß sei noch nicht gefaßt. Bei Errichtung des Naticknaldenkmals sei von einer Lotterie zur Bestreitung der Kosten niemals die Rede gewesen. Die deutsche Nation habe diese Denkmalsangelegenheit vertrauensvoll in die Hände des Kaisers gelegt. Der Kaiser habe für Errichtung des Nationaldenkmals die Schloßfreiheit gewählt. Da jedoch nach Niederlegung von Gebäuden der S^loßsreiheit nur schmale Uferstreifen gewonnen werden, sei es freilich nothwendig, durch Erweiterung derselben freien Platz zu schaffen. Aus diesem Grunde müsse die Schinkel'sche Bauakademie fallen. Berlin, 26. April. Heute Mittag trat im Reichsamte des Innern die durch den Reichscommissar für die Chicagoer Ausstellung einberufene Versammlung von Reichstagsabgeordneten, Generalsecretären verschiedener industrieller und dreier kaufmännischer Vereinigungen zusammen. Die Versammlung erörterte die auf die Ausstellung bezüglichen Transport- und Feuerversicherungsfragen, die Ausarbeitung eines Ausstellungscatalogs und publizistische Fragen. Zur Unterstützung des Reichscommissars wurde ein dreigliederiger Ausschuß gewählt. Berlin, 26. April. Gestern haben Haussuchungen bei Sozialisten und Anarchisten stattgefunden. Im Ganzen wurden zwanzig Personen verhaftet. Anarchistische und socialistische Druckschriften wurden vorgefunden und beschlagnahmt. Paris, 26. April. Durch die E 5 p l o s i o n im Restaurant Very sind fünf Personen erheblich verletzt: Julie Sherot, Frau Very, ihre Tochter Jeanne Very, welche alle im Gesicht mit Brandwunden bedeckt sind, ferner die Schriftsetzer Hamon und Gandon, die am ganzen Körper verwundet sind. Elf Personen befanden sich im Restaurant, deren drei der Polizei- präsect vernahm. Die Ursachen der Explosion sind unbekannt. Der das Restaurant bewachende Polizeiagent bemerkte nichts Verdächtiges,- er wurde zur Erde geschleudert. Die Polizei besuchte gestern Abend noch die Verletzten im Hospital. Der Kellner l'Herot, welcher Ravachols Festnahme veranlaßt hat, befand sich im Hintergründe. Wie durch ein Wunder ist er der Verletzung entgangen. Die Wirthin des über dem Restaurant gelegenen Hotels verweigerte eine halbe Stunde vorher einem als Bauer verkleideten Individuum im Hinblick auf sein verdächtiges Aussehen ein von ihm verlangtes Zimmer- man nimmt an, daß diese Person der That nahe steht. Derselbe Mann hatte Abends mit anderen, gleich gekleideten bei Very gespeist. Beide sind sofort nach der Verweigerung des Zimmers verschwunden. Einer trug einen Reisesack. Der Mensch, welcher im Augenblick der Explosion „Es lebe die Anarchie!" rief, wurde verhaftet, ebenso zwei andere Individuen. Ob sie der That nahe stehen, ist noch unbekannt. Die Stadt ist in tiefgehender Aufregung- das Stadtviertel ist von Menschen überfüllt. Das Gerücht, Very sei bereits gestorben, bestätigt sich nicht. Das Restaurant ist vollständig zerstört. Ein benachbarter Laden ist stark beschädigt. Very und ein Gast stürzten schwer verwundet in den Keller hinunter. Etwa 15 Personen, welche im Augenblick der Explosion den Boulevard passirten, wurden leicht verletzt. Hinsichtlich der zur Explosion verwendeten Bombe lauten die Gerüchte wider- sprechend. Der Kellner l'Herot meinte, die Bombe müsse im Keller unter das Comptoir gelegt worden sein. Man pricht von drei Männern und drei Frauen, welche im Restaurant gespeist haben und vielleicht d'e Urheber des Attentats sein könnten, doch liegt keinerlei Beweis vor. Die Resultate der bisherigen Untersuchung sind noch unbekannt. Die im Augenblick der Explosion verhafteten Personen wurden wieder sreigelassen. Die oppositionellen Blätter führen die heftigste Sprache gegen die Regierung, welche mit der letzten Anarchistenrazzia nur das Publikum dupirt habe. Die Anarchisten hätten bei der gestrige» Explosion die Kraft ihrer Organisation gezeigt. Die Journale betonen die bewiesene Unzulänglichkeit der Polizei und verlangen sofortige Reformen. Einzelne Blätter sprechen die Ansicht aus, gegenüber den Anarchisten, welche sich außerhalb der allgemeinen Gesetze stellten, wäre das Kriegsgericht eher anzuwenden als das Schwurgericht. Gerüchtweise verlautet, der General- procurator werde bei Beginn des heutigen Ravacholprozesses die Vertagung beantragen. Ravachol soll gewußt haben, daß die Anarchisten am Vorabend des Prozesses ein Attentat aussühren würden. Die Gesängnißverwaltung habe einen Brief an Ravachol aufgefangen, worin der Anschlag angekündigt worden sei. Es ist die Absicht verbreitet, der Anarchist Mathieu sei der Urheber der gestrigen Explosion. Paris, 26. April. Die gerichtliche Verhandlung gegen Ravachol und Genoffen wurde heute Vormittag 11 Uhr unter dem Vorsitze des Rathes Guös eröffnet. Vor dem Justizpalast und in deffen Gängen waren außergewöhnliche Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. In dem Sitzungssaale befanden sich nur wenige Zuhörer. Nach Vorführung der fünf Angeklagten gelangte die Anklage zur Verlesung. Paris, 26. April. Bei dem Verhöre räumte Ravachol kaltblütig ein, daß er der Anstifter der Attentate am Boulevard St. Germain sei, deren Verantwortlichkeit er voll auf sich nehme. Die Verurtheilung der Anarchtsten von Levallois- Perret habe ihn zu seinem Vorgehen gebracht. Paris, 26. April. Es circulirt hier das ziemlich beglaubigte Gerücht, daß der Polizeipräsident Loze seine Demission eingereicht habe. Paris, 26. April. Einzelne Blätter verlangen die Pro- clamirung des Belagerungszustandes. Angesichts der großen Gefahr müffe die Regierung außerordentliche Maßnahmen treffen. Jeder anarchistischer Gesinnung Verdächtige müffe unschädlich gemacht werden. Brüssel, 26. April. Im Hinblick aus etwaige Ar beiter- kundgebungen am 1. Mai sind die Milizklaffen der- Jahrgänge 1887 und 1888 für die Infanterie-Regimenter und des Jahrgangs 1888 für die Grenadier« und Karabinier- Regimenter heute einberufen worden. Brüssel, 26. April. Die Regierung plant Maßregeln gegen den Dynamitmißbrauch und beabsichtigt den Verkehr mit Dynamit strenge zu regeln. Rom, 25. April. Nachts wurden hier und in den übrigen hervorragenderen Städten Italiens die Anarchistensührer verhaftet. Rom, 26. April. Die Conserenz der Vereine vom Rothen Kreuz nahm zwei Anträge an: die Vereine sollen ihre Thätigkeit aus öffentliche Unglückssälle ausdehnen und Specialcomites bilden, welche in Colonialkriegen und Kriegen zwischen Mächten, welche der Genfer Convention nicht bei- getreren, in Thätigkeit treten, vorausgesetzt, daß diese Mächte sich verpflichten, die Genfer Convention zu beobachten Livorno, 26. April. Heute Nachmittag platzte eine mit Pulver gefüllte Papi er bombe im Vestibüle des Schweizer Consulats. Schaden wurde nicht angerichtet. Trebinje, 26. April. In verflossener Nacht 2 Uhr 35 Min. wurde ein ziemlich heftiges Erdbeben wahrgenommen, das zwei Secunden dauerte. Newcastle, 26. April. Der Ausstand der bei den Schiffswerften am Tyne beschäftigten Arbeiter und Angestellten ist beendigt. Die Arbeiter nahmen die Bedingungen der Arbeitgeber an. Der Ausstand hat 13 Wochen gedauert und der durch denselben verursachte Schaden wird auf eine halbe Million Pfund geschätzt. Petersburg, 26. April. Aus verschiedenen Gegenden der Gouvernements Bessarabien, Cherson, Tambow, Ssaratow wird Auffrischung der Saaten durch niedergegangenen Regen gemeldet. Konstantinopel, 26. April. Die türkische Regierung erfuhr, daß gewisse Armenier-Comites die Absicht hatten, Dynamitbomben herzustellen, um einige öffentliche Gebäude in Konstantinopel in die Luft zu sprengen. Da diese Anschläge von Rustschuk ausgehen sollten, wendete sich die Pforte an die bulgarische Regierung, deren zuvorkommende und eingehende Nachforschungen die Entdeckung des Materials und die Verhaftung der Beschuldigten herbeiführten. Die Photographien derselben sind der Pforte eingesendet worden, welche von dem Eifer der bulgarischen Regierung sehr befriedigt ist. Depeschen detz „Bureau Herold*. Berlin, 26. April. Wie der Hosbericht meldet, wird dem Besuche des Königs und der Königin von Italien* am kaiserlichen Hose in Potsdam zum 6. Juni entgegengesehen. Berlin, 26. April. Osficiell ist bestimmt, daß der Nachtragsetat nächsten Donnerstag zur ersten Berathung gelangt. Berlin, 26. April. Die freisinnige Landtagssraction beschloß, von der Staatsregierung Auskunft zu verlangen, ob dte Gerüchte betreffs der Schloßlotterien wahr feien; ferner die Regierung zu ersuchen, die Einkommensteuerergebnisse im Allgemeinen, sowie bez. der größeren Communen zu veröffentlichen und darüber eine Denkschrift vorzulegen. Berlin, 26. April. Conserenz der Arbeiter- wohlsahrts-Einrichtungen. van Marken aus Dels, Director der Niederländischen Preßhefe- und Spiritussabrik, berichtete über die Wohlfahrts-Einrichtungen seiner Fabrik, hierauf sprach ausführlich Geheimrath Professor Dr. Victor Böhmert-Dresden über zweckmäßige Verwendung der Sonntagsund Feierzeit. Redner stellte 12 Leitsätze auf, welche in dem Resultat gipfeln: die Arbeiter wünschten in erster Linie nicht Unterhaltung, sondern Unterhalt. Die Gewährung von Rechten und ausreichendem Lohn sei die nöthigste und wirksamste Gegenleistung des Arbeitgebers, deshalb seien alle Lohnkürzungen zu Gunsten der Wohlfahrts-Einrichtungen oder Erholungen der Arbeiter zu vermeiden. Mannheim, 26. April. Daö hiesige Bezirksamt verbot das von den Socialdemokraten zur Feier des 1. Mai in Aussicht genommene öffentliche Volksfest. Nürnberg, 26. April. Der „Fränk. Kurier" meldet aus Fürth: Das Verbot des Umzugs der Socialdemokraten am 1. Mai beruht auf einer Ministerialverordnung. Rom, 26. April. Die an den Tiberdämmen beschäftigten Arbeiter drohen mit einem Ausstand, wenn ihnen nicht eine Lohnerhöhung bewilligt würde. Rom, 26. April. Bei den stattgefundenen Haussuchungen wurden zahlreiche anarchistische Ausrufe an Soldaten gefunden. Die Zahl der hier Verhafteten beträgt 22. Neapel, 26. April. Der unter dem Verdacht anarchistischer Umtriebe verhaftete Carl Brandt auS Rostock, gegen welchen nach Bestimmung des Ministers des Innern der Ausweisungsbefehl erging, wurde gestern Abend in?polizei- licher Begleitung nach der Schweiz befördert. Paris, 27. April. Der Restaurateur Very ist infolge der Amputation des verletzten Beines gestorben, ein anderer Verletzter hat 70Wunden. Die Polizei glaubt, der Urheber der Explosion aus dem Boulevard Magenta sei der Anarchist Pini, welcher kürzlich aus dem Gefängniß in Guyana entflohen ist. Madrid, 26. April. Die in Granada tagende Socia- listenversammlung rieth friedliche Mittel zur Demonstration am 1. Mai an. — Zahlreiche verdächtige Fremde wurden aus Cadix ausgewiesen. Darmstadt, 27. April. Prinz und Prinzessin Albert von Anhalt sind Vormittags hier eingetrofsen, die Rückreise erfolgt morgen. Die Kaiserin Friedrich mit der Prinzessin Margarethe, der Prinz und die Prtnzessin von Schaumburg- Lippe treffen morgen hier ein. Die Königin Victoria besuchte Mittags das Mausoleum, woselbst Kränze niedergelegt wurden. Paris, 27. April. Die angeklagten Anarchisten Ravachol und Simon wurden zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt, drei andere sreigesprochen. Eröffnung der Alice-Schule in Gießen in dem ihr von dem Stadtvorstand überlassenen, im Innern neu hergerichteten Schulhaus auf dem Oswaldsberg am 25 April 1892. Schon Vormittags 9 Uhr versammelten sich die in großer Zahl erschienenen Schülerinnen, um sich in die Schule ausnehmen und in den verschiedenen Klassen einweisen zu lassen. Um 10 Uhr sand in Anwesenheit des Vorstandes der Alice- Schule, der Lehrerinnen und Schülerinnen und einiger Damen, die dem Verein als Mitglieder angehören, eine einfache Einweihungsfeier statt, an der sich auch eine Anzahl Herren, darunter Herr Provinzialdirector v. Gagern und mehrere Herren des Stadtvorstandes betheiligten. Herr Oberbürgermeister Gnauth begann mit einer kurzen Ansprache, in der er darauf hinwies, daß, nachdem die neue Stadtknabenschule vollendet worden sei, dem Stadtvorstand die Möglichkeit gegeben worden, das Schulhaus, das heute bezogen werde, dem Aliceverein überweisen zu können. Er spricht seine Freude aus, an diesem Tage das Haus als Alice-Schule dem Verein übergeben zu können, der, wie auch das Ergebniß der stattgesundenen Sammlung für die Schule bezeuge, sich der Sympathie der Einwohner Gießens erfreue. Wie sehr die segensreiche Wirksamkeit der Alice-Schule anerkannt werde, dafür lege auch die große Zahl der lernbegierigen Schülerinnen, die sich wieder eingesunden, Zeugniß ab. Er wies daraus hin, wie nun seit 14 Jahren in dem Geiste der hohen Gründerin des Vereins derselbe hier gewirkt habe und sprach die Ueberzeugung aus, daß der Verein in derselben Weise für die Vorbildung der weiblichen Jugend für den kommenden Beruf Sorge tragen und er auch dann die schönen Erfolge wie bisher erreichen werde. Zum Schluffe sprach er dem Verein auch die Sympathie des Stadtvorstands aus, der freudig das Haus für die Wirksamkeit der Aliceschule bestimmt und hergerichtet habe und der heute in dem neuen Hause dem Verein herzlichen Gruß und Willkommen biete. Daraus hielt Herr Schulrath Büchner, der Präsident des Verwaltungsraths, nachfolgende Weiherede: Mit innigstem Dank, sehr verehrter Herr Oberbürgermeister, empfangen wir, der Vorstand, Lehrer, Lehrerinnen und Schülerinnen dte uns dargeretchte köstliche Gabe aus Ihren Händen. Ein schönes, neues Heim für unsere Alice-Schule, für Lehrerinnen und Schülerinnen haben Sie uns zur Benutzung eingeräumt. Wir dürfen nicht verbergen, daß hin und wieder ein gewisses Bangen für unsere Alice Schule bei uns etngetreten ist. Denn so dankbar wir auch sein mußten und waren, daß uns dte Räumlichkeiten in dem Schulhause auf dem Asterweg zur Verfügung gestellt worden waren, so hatten sich doch mit der Zett mancherlei Uebelstände fühlbar gemacht, namentlich war Größe und Zahl der verfügbaren Räume nicht ausreichend. Worum wir nun nach Eröffnung der neuen Stadtknabenschule den geehrten Stadtvorftand baten, daS ist, was wir kaum zu hoffen wagten, über Erwarten hinaus gewährt worden: Es ist uns ein schönes, gesundes Haus, mit hohen lichten und ausreichenden Arbeits- sälen und Zimmern — im Innern geschmackvoll und zweckenisprechend bergestellt, durch das Wohlwollen des Henn Oberbürgermeisters und der Herren Stadträthe, das sie einem gemeinnützigen Institut entgegenbrachten, für unsere Alice-Schule überwiesen worden. Sie haben uns hoch erfreut und ich spreche Ihnen wiederholt unfern innigsten Dank auS. Mit Ihrer Gabe aber haben Sie nicht nur den Lebenden Freude bereitet, sondern Sie haben damit auch ein Ehrm-Denkmal einer Tobten errichtet: der erhabenen Gründerin de« Alice-Vereins, unserer tm Gedächtniß deS Volkes unvergeßlich fortlebenden Großherzogin Alice. Unsere Schule trägt den Namen „Alice"eSchule. Lassen Sie uns bei diesem Namen verweilen. Es ist der Name unserer letzten LandeSfürsttn Alice, der leider nur vergönnt war, 16 Jahre, vom 1. Juli 1862 bis 14. December 1878 an der Sette ihres nun auch früh aus dem Leben geschiedenen Gemahls, unseres späteren GroßherzogS Ludwigs IV., in demselben Geist der Liebe und Fürsorge für ihr Volk mit ihm vereint zu wirken. Der Tod nahm sie nach Gottes Willen frühe weg auS dem Reich der Lebendigen, in dem sie noch gerne als Helferin und Trösterin xum Segen Vieler gewirkt hätte. Das Königsktnd aus Albton, dem Reich, daS einen großen Theil der Erde beherrscht, war zu uns gekommen nicht als eine Fremde. Wie wäre dies auch möglich gewesen? gehörte sie doch ttnem Volke an, das zum größten Theil germanischer Abkunft ist und war sie einem Königshaus germanischen Stammes entsprossen. Sie kam zu uns mit einem Herzen voll Liebe und Treue, das für das Wohl der Mitmenschen schlägt. Ihr Andenken bleibt gesegnet durch dte Anstalt, in der unglückliche Kinder gepflegt und ihre geistige Entwicklung so weit als möglich angestrebt wird. Auch durch die Alice-Schulen hat sie segensreich gewirkt und wird weiter so wirken. Nach ihrem Programm sollen die Schülerinnen dte wetbltchen Handarbetten gründlich erlernen, so gründlich als möglich, es soll auch in den Schulen — da wo eS nöthtg erscheint — eine wettere geistige Bildung angestrebt, durch dte Lehrerinnen eine edle Gemüthsbildung gepflegt werden. Mich dünkt, diese hohe Fürstin hat allen Ständen ein schönes Vorbild gelassen, namentlich solchen Vereinen eine thätliche Unterstützung zu Theil werden zu lassen und selbst mit Hand anzulegen, in denen wirklich Unglückliche Pflege und Hülse erhalten und in solchen, in denen dahin gewirkt wird, für einen späteren Beruf segensreich vorzubtlden. Letzteres thut die Alice-Schule, sie will dem Mädchen nützliche Kenntnssse und Fertigkeiten mittheilen, dte später der Hausfrau ermöglichen, ihre Stelle als solche wohl auSzufüllen. Es soll auch die Möglichkeit gegeben werden, daß ein Mädchen, daS in fremdem Haus fein Brod suchen muß, eine ehrenvolle Stellung einzunehmen vermag. Es wird auch in den Alice-Schulen dahin gewirkt, daß Schülerinnen selbst wieder als tüchtige Lehrerinnen eine bleibende Stellung finden. Und in dieser Beziehung geht viel Segen von der Schule aus. Dte Vorbereitung für den kommenden Beruf ist zwar in unserer Schule noch keine erschöpfende. Es soll auch, wir hoffen bald, eine Kochschule eingerichtet werden, um Mädchen auch die Möglichkeit zu geben, sich für den Haushalt, ob im eignen Heim ober in der Fremde, tüchtig vorzubereiten. Wir bezeugen an dieser Stätte, die nun als Schule ihren Namen tragen wird, der längst von unS geschiedenen edlen Fürstin für ihr Wirken zum Wohle der Mitmenschen unsere Verehrung und sind auch von der Ueberzeugung erfüllt, daß der Sohn — unser allverehrter Großherzog Ernst Ludwig — in dem Geiste von Vater und Mutter sein Wohlwollen unserm Verein zuwenden wird. Wenn ich noch einmal auf den Beginn der hülfreichen Wirksamkeit der Fürstin Alice zurückbltcke, so will ich hier nicht unerwähnt lassen, daß dabei, namentlich was dte Altceschulen betrifft, ihr eine edle Mithelferin zur Seite gestanden hat. Wenn ich derselben erwähne, bitte ich mir es nicht als Eitelkeit auSzulegen, wenn ich einen Namen nennen muß, der unserer Familie angehört; ich halte es für eine Pflicht gegen eine Tobte, die sich im Leben große Verdienste erworben hat, auch ihrer hier zu gedenken. ES ist eine Cousine von mir, mit der mich von früher Kindheit an bis zu ihrem Tode ein inniges Freundschaftsband verknüpfte. Es ist Louise Büchner, die Verfasserin des Buches „Die Frauen und ihr Beruf", ein Buch, das als klassisch in diesem Zweig unserer Literatur anerkannt ist. Es ist in der edelsten Sprache, in der klarsten Ausdrucksweise, mit tiefem Verständntß und tiefer Gefühlswärme geschrieben. ES behandelt die Bildung der Frauen und die Erfüllung und Wahl ihrer BerufSpflichten. Nun, Louise Büchner wurde eines Tages zur Fürstin Alice gebeten, was in der Residenz Vielen auffiel; weshalb kann ich hier nicht erörtern. Nur das will ich sagen: Beide Frauen lernten sich kennen, verstanden sich und sanden sich als zwei Seelen, die von denselben Gedanken und von derselben Wärme für dte Ausführung eines edlen Werkes begeistert waren. Loutfe Büchner ist der Fürstin eine treue Gehilfin in der Gestaltung der Alice-Schule gewesen und die freundschaftlichen Beziehungen zur Fürstin sind bis an ihr Ende geblieben. Lassen Sie uns in dem Geiste der erhabenen Gründerin weiter an dieser Stätte wirken, dann wird der Segen von oben für unsere Arbeit nicht ausbleiben. Gewiß versprechen die Damen, welche übernommen haben» darüber zu wachen, daß die Schule ihre Aufgabe erfüllt, ihrem Amt gewissenhaft nachzukommen. Auch sind wir überzeugt, daß Lehrer und Lehrerinnen, wie bisher, ihre Berufspflichten treulich erfüllen und daß dte Schülerinnen die Zeit, in welcher sie die Anstalt besuchen, fleißig nutzen, mit Ernst dem Ziel, etwas Tüchtiges zu lernen, nachstreben und sich in ihrem Verhalten als würdige Schülerinnen der Alice-Schule bewähren. In dieser Hoffnung mit der Bitte zu Gott, er möge zu unserem Werk Gedeihen geben, weihen wir denn dieses Haus als eine dem Andenken der hoben Gründerin der Altceschulen — der Fürstin Alice — geweihte Pflanzstätte weiblicher Bildung: als eine Lehrstätte nützlicher Arbeit und Kunstfertigkeit, kurz als eine Spenderin der Kenntnisse, auf denen zum Theil die Grundbedingung zur Herstellung eines peorbneten und gesegneten HauSwesenS beruht. Gott wolle bazu weiter Gedeihen geben! Nach der Rede wurden noch von den Anwesenden die überaus schönen Räumlichkeiten des Hauses in Augenschein genommen und dabei Herrn Oberbürgermeister Gnauth wiederholt Dank gesagt und gebeten, auch allen Mitgliedern des Stadtvorstandes den innigsten Dank des Vereins auszusprechen. totales rrnd provinzielles. Gießen, 27. April 1892. — Bei einer heute vorgenommenen Durchsuchung der Effecten eines hier wohnhaften Frauenzimmers wurden die folgenden Gegenstände aufgefunden, welche zweifellos gestohlen sind: 1. Vier weißleinene Frauenhemden, gezeichnet 8. D., A. R. 12, M. H., M. E. 2. Eine weiße Frauenunterhofe, gez. 8., der andere nach rechts stehende Buchstaben ist entfernt. 3. Ein weißleinenes Betttuch mit einem Stempelzeichen H. 4. Ein Paar baumwollene braun* und weißgeringelte Strümpfe, gez. W. W. 5. Ein weiße- Handtuch, gez. E. W. 8. 6. Eine Serviette, gez. C. B. Nr. 02. 7. Els verschiedenfarbige, durchgängig gute Taschentücher, gez. A. R. 12, H. E. 4, H. G., E. 8. 7, H. G., K. 0., J. Wv J. R. und J. 0. 8. Ein grau-wollener Shawl. Alle Diejenigen, welchen Gegenstände der beschriebenen Art abhanden gekommen sind, oder welche Auskunft über die Eigenthümer geben zu können glauben, werden gebeten, dem Großh. Polizeiamte dahier Mittheilung zu machen, wo auch die beschlagnahmten Gegenstände in Augenschein genommen werden können. Lauterbach, 25. April. Ein trauriger Fall ereignete sich gestern Morgen in hiesiger Stadt. Der Maurergeselle Heinrich Otterbein war mit der Reparatur des Schornsteins aus einem drei Stockwerk hohen Wohnhaufe am Graben beschäftigt, als