Nr. 74 Der Gießener Anzeiger trfdftuu täglid), mit Ausnahme bc8 Montags Die Gießener Pl«mifien ö tatter werden dem Anzeiger wöchentlich drei nial beigelegt. Zweites Blatt. Sonntag den 27. Mälz__________________ KichencrAn,zeiger Kenerat-^(nzeiger. 1892 Vierteljähriger Avonncmeutspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Expedition und Druckerei: SchntSratze 3tr.7. Fernsprecher 51. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen •* dte «rstzh. Vürgermeiftere-em deS AceiM, Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen. v. Gagern. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Frühjahrs'Controlversammluugen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelde- ttnt Gießen gehörigen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. 2) Reservisten, sowie die zur Dispofition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen. 3) Wehrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1879 ab eingestellt worden. 4) Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gießen am 4. April 1892 im Oswaldffchen Garten für die Be- wohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod. 1. Appell Vormittags 9 Uhr: Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Min.: Offiziere, Samtäts- offiziere und Beamte der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, sowie sämmtliche Wehrleute I. Auf- gebots der Infanterie. 3. Appell Nachmittags 2 Uhr: Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehör- den entlassenen Mannschaften und sämmtliche Wehrleute I. Aufgebots der Garde, Jäger, Cavallerie, Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sani- täts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülfen, Oeconomiehandwerker, sowie alle übrigen der Reserve und Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften. 4. Appell Nachmittags 3 Uhr: Sämmtliche Ersatzreservisten. 5. Appell Nachmittags 4 Uhr für die Bewohner von Allen- dorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen: Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sämmtliche Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen, sowie sämmtliche Ersatzreservisten. B. Zu Lollar am 5. April 1892, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedeihausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 1. Appell Vormittags 8 Uhr 30 Minuten: Reservisten, so- wie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 9 Uhr 15 Min.: Wehrleute I. Auf- gebots aller Waffen. 3. Appell Vormittags 10 Uhr: Sämmtliche Ersatzreservisten. C. Zu Grünberg am 5. April 1892 am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strelles-Mühle und Walk-Mühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bolln- bach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod. 1. Appell Nachmittags 12 Uhr 30 Minuten: Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 1 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen, sowie sämmtliche Ersatz-Reservisten. D. Zu Hungen am 6. April 1892 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. 1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten : Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen, sowie sämmtliche Ersatz-Reser- visten. E. Zu Lich am 6. April 1892 am Bahnhof für bie Bewohner von ■ Wach, Birklar, Dorf-Gull, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüninge», Holzheim, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Muhlsachsen, Münster, Nieder,Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. 1. Appell Nachmittags 3 Uhr: Reservisten, sowie diezur Dis- Position der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 4 Uhr: Wehrleute I. Aufgebots aller Massen, sowie sämmtliche Ersatz-Reservisten. Befreiungsgesuche sind längstens acht Tage oor'm Appell auf dem Dienstwege durch das Hauptmeldeamt einzu- reichen und müssen durch die Bürgermeisterei beglaubigt sein — werden aber nur im dringendsten Rothfalle genehmigt. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an: Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher abzulegen. Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mittemacht unter dem Militärgesetz. Gießen, den 12. März 1892. Caspary, Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. Aints- und Anzeigevkntt für den 'Kreis Gieren. folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. r Hratisßeitage: Hießener Kamitienötätter. I -Bureaux deS Iir- und Ausländer nehm« —————————____________I ° ________________ Anzeige« für den „Gießener Anzeiger- entgege«. Amtlicher Theil. Gießen, am 14. März 1892. Betreffend: Frühjahrs-Controlverfammlungen. Feuilleton. Hygiene nnd Wohnungs- Einrichtung. Von Ida Barber. (Aus der „Zeitschrift für Innen - Decoration", Darmstadt.) Frau Commerzienrath Felder hatte die Einladungen zu Ihrem ersten Empfangslage, zu deutsch „jour“, ausgesendet. Wie freute sie sich, ihre stilvolle, mit großem Kostenaufwand hergestellte Wohnungs-Einrichtung bewundert zu sehen! Das war ja alles so gut und zweifelsohne, daß selbst der Kritiker von Beruf, der gute Doctor Rolf, der an Allem etwas auS- zusetzen fand, mit dem Zoll der Bewunderung nicht kargen durste. — Einer der ersten Gäste war auch thatsächlich Dootor Rolf, ein alter, streng blickender Herr, der schon seit Jahrzehnten im Elternhause der jungen Frau als Hausarzt sungirte. Nachdem er die Frau Räthin begrüßt und sie ihn in der angenehmen Erwartung, eine Anerkennung über ihre geschmackvoll eingerichtete Wohnung zu hören, durch Speise-, Empfangs-, Spiel-, Schlaf-, Fremdenzimmer rc. geführt, sagte rr, im Lehnsessel Platz nehmend: „Dacht ichs doch! Biel Geld habt Ihrs Euch kosten lassen, aber" — „Aber?" fragte die junge Frau in gespannter Erwartung. „Aber herzlich unpractisch seid Ihr gewesen!" ergänzte der alte Herr stir»runzelnd. Die junge Frau glaubte nicht recht gehört zu haben und sah ihn fragend an. „Ja, ja," fuhr Doctor Rolf fort, „Sie können e's mir glauben, Lieschen, — ich darf Sie doch noch so nennen? — daß Sie Fehler über Fehler gemacht haben, und wenn es geht, rathe ich Ihnen, sofern Sie gesund bleiben wollen, den ganzen Schnttzkram zurückzugeben, die Staubfänger — er wies aus die reich drapirten Portiören — abzunehmen, statt der staubsangenden Plüsch-Bezüge derb leinene zu wählen und" — „Sie scherzen, Doctor", unterbrach ihn die junge Frau verdrießlich, „was wäre denn eine Wohnung ohne geschnitzte Möbel, Portieren und Plüsch-Bezüge?" „Was sie wäre? Das will ich Ihnen bald sagen, Frauchen," erwiderte der alte Herr, „sie wäre Ausenthalt für Menschen, die gesund bleiben wollen, sich M Hygiene verstehen, alle keimhegenden, Bacillen erzeugenden staubdurchtränkten Möbel meiden!" „Sonderbar," meinte die junge Frau, „Sie sind doch sonst ein so braver, pflichttreuer Mensch, aber wo es gilt, Einem eine Freude zu verderben, da thun Sie redlich das Ihrige." „Gerade well ich brav und pflichttreu bin," nahm der Doctor das Wort, „rüge ich Fehler, suche ich Euch die Augen zu öffnen, stimme ich nicht in den allgemeineu Chorus ein, der alles Neue schön, entzückend, reizend findet. Für mich gilt nur das, was einen practischen Werth hat- alles, was der Gesundheit schadet, ist mir verpönt!" „Aber, bester Doctor," nahm die junge Frau das Wort, „wie können denn meine harmlosen Möbel der Gesundheit schaden?" „Das will ich Ihnen bald sagen, Frauchen," sprach Doctor Rolf, bedächtig sein Monocle putzend. „Sehen Sie beispielsweise" — er deutete aus die reich geschnitzte altdeutsche Garnitur im Salon — „diese mit dem Aufgebote aller Kunst hergestellten Staubfänger an! Tausende krankmachende Pilzkeime finden hier bequeme Wohnung; Lust und Licht sind — auch ganz unverzeihlich — durch Butzenscheiben abgesperrt, darüber Stores-, Tüll-, Sammt>Vorhänge, Passementerien, am Boden schwere Teppiche, die den Staub festhalten, die Polstermöbel auf so niedrigen Füßen ruhend, daß Besen und feuchte Lappen kaum drunter weg geführt werden können'- mit der Zeit wird sich in den Gurten unter den Polstermöbeln, in den Vorhängen, Teppichen, Plüsch- Bezügen ein solches Gewölk von Staub sestsetzen, daß Sie in einer Staub-AtmoSphäre leben, ohne es zu ahnen- das nennt man dann modern, stilvoll!" „Aber bester Doctor," erwiderte die junge Frau unwillig, „reinigt man denn feine Wohnung nicht? Werden denn Teppiche und Polstermöbel nicht geklopft, gebürstet, die geschnitzten Möbel nicht ge—" „Ach, das kennt man!" fiel Doctor Rolf unwillig ein. „Wenn morgen die Reinemacherci losgehl, nachdem heute zwanzig bis dreißig Personen hier ihre schmutzigen Füße abgewetzt, ja, da gibt es riesige Staubwolken, jedes einzelne Staubkeimchen wird aus seinem Versteck ausgescheucht- etliche entkommen auch wohl durch Fenster und Thüren, die meisten aber, glauben Sie mir, Frauchen, setzen sich, ehe sie noch an die Lust gelangen, irgendwo in einem Schuitzwerk, in den Falten der Vorhänge fest- man dar sie nur ausgestört, aber nicht entfernt, und da führen sie dann bis zum nächsten „jourtt ein beschauliches Dasein. — Das liebe Himmelslicht darf selbstverständlich nicht täglich in die bem\jourtt geweihten Hallen eingelassen werden, es würde ja die himmelblauen Atlas-Vorhänge bleichen, die Stores schließen die Fenster fast ganz ab, Lust und Licht sind aus Ihren Salons gebannt, was Wunder, sagen Sie ausrichtig, Lieschen, wenn der Staubgebilde unheimliches Heer hier trotz Reinmachen und Klopsen sich einnistet und eine Atmosphäre erzeugt, die Sie in täglich feucht gewischten Zimmern, in die das liebe Himmelslicht einscheint, nicht wie hier, trüb durch bemalte Scheiben bricht, nie finden." „Sie übertreiben, Doctor!" sagte die junge Frau unwillig, „bei Mama war die Einrichtung gerade so, und Jedes sand sie schön und zweckentsprechend. „Jeder?" sagte Doctor Rolf geringschätzend, „als ob Jeder wüßte, wie man eine Einrichtung vom hygienischen Standpunkte zu beurteilen hat! Erinnern Sie sich aber auch, da Sie gerade die Einrichtung in Ihrem Elternhause als Norm ansühren, wie viel Krankheitsfälle es da gab, wie ost ich der Mama sagte: „Lüsten! Den Sonnenstrahlen Zutritt gewähren, die Fenster nicht verhängen, keine Staubsäulen auswirbeln!" Wann dann Jahr für Jahr Krankheiten kamen, bald der Karl an Diphtheritis, Leuchen am Scharlach, die Toni am Keuchhusten darniederlag, da hieß es immer: „Doctor Rolf wird Helsen!" Sie hätten daheim, liebe junge Frau, gar keinen Hausarzt gebraucht, wenn Sie rationeller gelebt hätten! Ja, ja! Und nun wollen Sie in Ihrem neuen Heim dieselben Thorheiten begehen und Bacillen züchten, die Lust absperren, Ihre Zeit damit »erbringen, den Staub and den altdeutsch geschnitzten Möbeln zu säubern!" Dr. Rolf hatte kaum seine Strafpredigt beendet, als Besuch gemeldet wurde - froh, dem Sermon entrinnen zu können, eilt die junge Frau mit auSgebreiteten Armen ihrer Herzensfreundin Lvcic entgegen. „O, wie schön, daß Du kommst, Lncie!" sprach sie, die hübsche Frau in den Salon führend. „Und wie schön eS bei Dir ist!" rief Frau Lucie, '«dem sie bewundernd ihren Blick über die reich geschnitzten Möbel, die kostbaren Draperien fchweifen ließ. „Wunder- 2. 3. 4. Weißbrot) ) Schwarzbrot) Citeratur uhö A^nst. vieheu, den 26. März 1892. (4 (6 1 2 1 2 3 1 2 1 2 3 1 2 3 «gr. (2 • (4 „ (2 „ (4 3edes Fuhrwerk, welches seiner Natur nach nicht ausschließlich zur Beförderung von Personen bestimmt iü, muß an beständig sichtbarer Stelle, wenn thun- lich auf der linken oder Hinteren Seite, mit dem Namen (Firma) und Wohnort des Sigenthümers und wenn Letzterer mehrere derartige Fuhrwerke besitzt, auch mit fortlaufenden Nummern versehen sein. Diese Bezeichnung muß in durchaus deutlicher Schrift mit Buchstaben von nicht unter 3 cm Höhe ausgeführt sein. Im Auslände hat sich wenig BemerkenSwerthes zuge- tragen. In der serbischen Skupschrina scheint es nun endlich zur Annahme der formulirten Abdankungserklärung Milans kommen zu sollen. — Bon Interesse für weitere Kreise ist noch die im dänischen Folkething erfolgte Summe von 30 bis 40 Millionen. Unendlich viel bedeutsamer als diese Angelegenheiten ist die Ministerkrisis, welche infolge der Verstimmung des Landes über den neuen vom Grafen Zedlitz-Trützschler eingebrachlen Entwurf zu einem Volksschulgesetz ausgebrochen ist. Als wir am 16. Januar d^ses Jahres die Thatsache der Einbringung des Gesetz entwurses kurz registrirten, schrieben wir unter Anderem- ,Das kann man schon jetzt prophezeien, daß das Volksschulgesetz auf keinen Fall anders als unter heißen Kämpfen durchgesetzt werden wird." Aber das ahnten wir damals noch nicht, daß dieses Gesetz geradezu eine Krisis nicht nur in der preußischen, sondern in der gesammten Reichspolitik herbeisühren werde. » ) Tafelbrod . . w ) Weißbrot) . . , ) Weißbrot) . . * ) Schwarzbrot) . » ) Schwarzbrod. „ ) Schwarzbrod. Gießen, den 13. November 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politische Wochenschau. Gießen, 26. März 1892. ...... ... 32 ..... .... 64 ..... . .... 3t .........60 .28 . ... 56 bet K- Häuser 84 «roßh. Polizeiamt Meßen. Fresenus. . 64 . 30 . 60 . 28 . 56 . Ephirrr", herausgegeben von vr. Hüb be-Schleid en etf^c ty* im Verlage von E A. Schwetschke und Nnnh ^n^^^lveiS (monatttch 6 Bogen mit Kunstbeilaaen, der Band von 4 Monatshefte, 6 Mk.). Diese interessante und rtacm ba8 -Uebersmnliche" im Seelen- und Eft, sucht ihr Programm nach allen Setten der idealistischen Weltanschauung hin zu erweitern. Es heißt u. A. in der An- kundigung Was wir wollen": „Alles, was in unserer Monatsschrift beurthetlt oder dargtftcllt wird, soll womöglich unter dem Gesichts- P“nJtc höchsten Ideals betrachtet werden; und dies ist Vollendung fahren, Guten, Schonen auf Grundlage der Natur. Daß dies tedoch eine Entwicklungsstufe ist, die jede Individualität dereinst 1 frnr <<> <* c rc *** VLcktr«. 1 Jvflr. (2 Psd.) Tafelbrod ... . 2 w (4 2 4 2 4 6 Polizei-Verordnung. Grund des Art. 56 der Städtc-Ordnung wird nach .Inhörung der Stadlverordneten Versammlung und mit Ge- «f^mtgung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und »er Justiz vom 7. November 1891 zu Nr. M. I. 29 744 fitr die Provinztal-Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: S 1. Der deutsche Reichstag erledigte in der abgelausenen Woche eine Reihe von Gesetzen in dritter Lesung, nämlich den Gesetzentwurf betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die an dieser Stelle schon öfter besprochene Krankenkassennovelle und das ebenfalls wiederholt von uns charaeterisirte Telegraphengesetz. Gegen die beiden letztgenannten Gesetze stimmten aus den bekannten Gründen die Deutschfreisinnigen, außerdem noch gegen die Krankenkaffennovelle die Volkspartei und die, . ... ^ ,...„ Eoeialisten und gegen das Telegraphengesetz ein Theil des Ablehnung der beantragten Staatsunterstützung für den auch Centrums und der Nationalliberalen. Der Gesetzentwurf I in Deutschland wohlbekannten Schriftsteller Georg Brandes über die Unterstützung der Familien zu Friedens- ---- Übungen eingezogener Mannschaften wurde in netter Lesung trotz des Widerspruchs der Regierung mit den von der Commission erhöhten Unterstützungssätzen angenommen. Außer mit diesem Gefolge hat sich der Reichstag nunmehr -m Wesentlichen nur noch mit dem eben erst eingeganqencn Weingesetz zu befassen, welches bereits in zwei unmittelbar nacheinander angenommenen Lesungen im Plenum ohne vor- hergegangene Commissionsberathung beratheu worden ist Der Schwerpunkt des Gesetzes liegt in den Paragraphen 3 und 4 von denen der erstere bestimmt, was in Zukunft als Verfälschung oder Nachahmung des Weines im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes nicht zu betrachten ist, während der letztere dte Voraussetzungen für die Annahme einer Verfälschung genau umschreibt. Wichtig ist, daß fürderhin der Zusatz von Alkohol oder mechanisch wirkenden Klärungsmitteln zum «rotcf der sogenannten Kellerbehandlung, ferner die Vermischung von Wein mit Wein, sodann die Entsäuerung des Weines mit reinem gefällten kohlensauren Kalk, endlich der Zusatz von gewissen Zuckersorten, auch in wässriger Lösung, gestattet sein . • , "ber das Prineip des Gesetzes ,m Reichstage kemerle, Meinungsverschiedenheiten herrschen, Differenzen im Einzelnen aber mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses nicht geltend gemacht werden sollen, so ist an der Annahme Brovpreise vom 37. März bis IO. April 1893. 8 S. tfpornfiauer l ß _ Neuenweg 17 Giessen Neuenweg 17. 224 $ X nH£«rJun^ Knaben-Confection, Damen- 0 gn. Äadchen-Coniection, Mannfacturwaaren. fl poooooocooooooooooooo Wichtig für Hausfrauen °"b'ren reinwollenen Sachen und Ellen haltbare und artigem Damen, Herren und Pinbtr. sowie etofft i« t ortieren in den modernsten Mustern bei billigster «reis stellnng und schnellster Bedienung. 9 älnnabme und Musterlager in Gietzen bei L. Mühlhausen .. Westanlage 43. Euch m den engen, von der Lust abgesperrten Schlafzimmern, in den durch Vorhänge verdunkelten Wohnzimmern umgibt, ?atm fpät 'st- dann heißt e§: „Doetor, bus! Und der gute Dveior half auch diesmal und brachte es richtig dahin, daß Frau Lieschen, nachdem fle von einer ernften Halsentzündung genesen, ihren Deeorateur kommen ueß und ihm austrug, zunächst das nach rückwärts belege,ie Schlafzimmer dahin zu verlegen, wo jetzt der Salon war, in aQ seinen Aenderungen nach Dr. Rolfs Anweisung vorzugehen. Die seither dunkel verhängte Wohnung wurde in eine lichte, freundliche umgewandelt, die Polstermöbel mit lichter Leinwand bezogen, die kunstvoll geschnärkelten Holzsachen in jene Jiaume versetzt, die nicht täglich benutzt wurden, die fest an den Boden genagelten Teppiche so eingerichtet, daß sie täg- lich gehoben und geklopft werden konnten u. dgl. mehr. D,e guten Freundinnen sanden zwar, daß die Frau Rathin eine unverzeihliche Sünde begangen, ihre stilvolle Einrichtung so zu verwüsten, die Gesellschaftsräume in die halb- dunklen Hofzimmer zu verlegen, das schöne clair obscur zu ftoren, das dem Ganzen ein so trauliches Ansehen verliehen, indessen, als nach etlichen Monaten die Familie sich ver- grdßene, und statt des erwarteten Kronprinzen gar zwei Kron prätendenten ihren Einzug hielten, da sah man ein, daß öer alte gute Doetor doch Recht gehabt, denn Frau Lieschen hatte setzt kaum Zeit mehr gefunden, ihre Schnitzmöbel gewissenhaft täglich zu reinigen und die Herren Jungen, die von der Mama genährt, gehegt und gepflegt sein wollten, hätten sich auch schwerlich in dem halbfinsteren Schlaf- oder Fremdenzimmer so gut entwickelt wie vorn in de« lichten, drei- fensterigen Salon, dem ehemaligen Billardzimmer, das ihnen V L v.iUm ®omiciI angewiesen. Die jungen Herren ge leben hier prächtig, obschon das Zimmer weder Doppel- b'- F-nster mußten Tags über L A'ben, sogar Nachts eine Spalte weit. — Wenn setzt llr. Rolf die sauge Frau besuchte, sagte er oft scherzend: „34 komme als Hausfreund, nicht als Hausarzt; wenn Ihr oernunftgetnaB lebt, ist der Arzt ein ganz unnöthiges Haus- inbentar. Ob er wohl Recht hat? Ja! Und dankcns- werth wäre es, wollten unsere Hausfrauen diese Winke beherzigen. - des Gesetzentwurfes noch in dieser Session nicht zu zweifeln. Nach der Erledigung des Weingesetzes und der Beendigung der dritten Lesung des Etats wird der Reichstag voraussichtlich zwischen dem 1. und 8. April geschlossen werden. Demgemäß werden die Entwürfe eines Trunksuchtsgesetzes, eines Checkgesetzes, eines Gesetzes über den Verrath militärischer Geheimnisse und sogar die vielbesprochene Novelle zum Strafgesetzbuch, die gemäß der direclen Willensäußerung Seiner Majestät des deutschen Kaisers anläßlich des Falles Heinze beantragt worden war, sozusagen unter den Tisch fallen. In Preiße» hat sich das Abgeordnetenhaus nicht dazu verstanden, die von der Regierung verlangte Vollmacht zur Aufhebung der Beschlagnahme des Welsenfonds auf dem Wege königlicher Verordnung, statt durch Gesetz ohne Weiteres zu ertheilen, vielmehr die betreffende Vorlage trotz des Widerspruchs des Finanzministers einer Commission überwiesen. - .. . m । 3n Bezug auf das vor etwa einem Jahre angenommene neue ausgenommen von dieser Verpflichtung sind die preußische Einkommensteuergesetz ergibt sich schon jetzt, Kaiserlichen Posten und die städtischen Sprengfäffer. daß der Mehrertrag in Folge der scharfen Bestimmungen itn Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnungen Gesetze weit über den Voranschlag des Finanzministers Miguel werden mit Geldstrafen bis zu 30 Mark ober mit I hinausgeht und denjenigen Betrag erreicht, welchen Eugen entsprechender Hast bestraft. Richter von vornherein in Aussicht gestellt hatte, nämlich die Diese Polizeiverordnung tntt mit bem 1. April 1892 | Summe von 30 bis 40 Millionen. Unendlich viel bedeut- in Kraft. bafr‘ wirklich, ich habe seit lange keine stilvollere Einrichtung gesehen! Ach, diese herrliche Mosaikarbeit, diese Plüsch- Applikattons und der malerische Faltenwurf an den Drape- „ Sieben, Di. kannst stolz auf Dein Heim letn. „Ich möchte es gern," sagte die junge Frau, die Fr^ndm in ihr mit gelbem Atlas drapirtes Boudoir führend, „nur hat mir Doetor Rolf gründlich die Laune verdorben: denke Dir, er findet die ganze Einrichtung gefehlt, spricht p°n krankmachenden Organismen, die sich in den Seuipturen festsetzen, von Ptlzketmen und Bacterien, die sich entwickeln muffen, west d.e Fenster „Ach, hör doch auf den alten 5'carren mcht, unterbrach die junge Frau, „was versteht der denn davon, "'- man sich eine Wohnung stilvoll emridjtet! Was >hm unnutzes Geschnörkel, ist uns werthvoller Zierrath was thm ganz überflüssig erscheint, ist" — „St' St'" unterbrach Frau Lieschen, „ich glaube, er ist ins Rauchzimmer gegangen,- daß er uns nur nicht hört!" h„ ®tr 8“tc ,Dr-JRo[f °ber hatte längst die Wohnung verlassen und, die (stiege hmabschreitend, sagte er zu sich ^Auch so eine Modenärrin, die nicht die blasse Idee von Hygiene und rationeller Lebensweise hat! Werden da heut «och etliche Dutzend Freundinnen kommen, die entzückt von den Butzenscheiben Fenstern und ciselirten Möbeln sind, jeden Vorsprung, jede Kehlung, jedes Schnitzwerk bewundern, jede Drapene anstaunen und mich höchstens auslachen, wenn ich nicht m den allgemeinen Chorus einstimme!" — Niemand lt?nL oben die hellerleuchteten Gesellschastssäle sich Junten, die Schleppen über Parket und Teppiche geschleift wurden und die Paare sich bald hernach im Tanze drehten — Die junge Wirthin strahlte im Vollgefühl ihrer Haus! srauenwürde und schien es kaum zu bemerken, daß der alte 01) nfi At. C k. X »n v a , „ b / da sie einige Monate spater an einer Halsentzündung erkrankte, zu sich bitten ließ, sagte er kopsschüttelnd: „Da haben wir es! Krankheitskeime, b,e tn den Kehlkopf gedrungen sind!" „Aber bester Doetor, w,e ist das möglich!" erwiderte die junge grau, „ich war ja fett vier Wochen nicht aus dem Hause'" „Gerade dadurch ist eS möglich geworden," sprach der Arrt „in der Wohnung wirbelt Ihr beim Reinmachen den Staub auf, schluckt ihn em, erkennt die »rankheitsgesahr nicht die Große Partien und «f'wUL «ÄÄS«S'M'S5'”” S'Ä «ebr. Stamm, Markt und Stbulftraften-ffrfe runs y Anl-rligung nach M»h in bester und hmtfl,ter AussÜbruirn 7|rtM burd) »t< groß», fad». Den Äerren «««wat>i Ouaiiut von « 2» Pfg. *ifldrrtn.St,.cialflU die Wabrbeit in w.hrh.sier Darstellung l«tür*bie ' irn ?l btC a5?br,Vi2er ichmutzigen, gemeinen bi?fe fein unh . * a>Urb * 8 Muster «uffteUen. Wiikltchkeit mag Un? Euch „Natur nach Shakespeares allbekannter Fassuna st^"^0g/^Wahr^bett Natur" aber.^di^ uns^alS'ZZ Ä'to .S'b,b,"ÄS* Otto oon Leixne^ Fritz Lemmermayer, Hermann von Lingg EmU Pescbkau.P.K. Rosegger, Julius Stinde^Hani^von^^WolzogmÄ iU8(fbagt.rÜnft “ 3lueft