t e e t m. 170 Drittes Blatt. Sonntag den 24. Juli 1892 Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzr^er. Redaction, Lppedtti»» und Druckerei: rch«tstr«tzeMr.H. Fernsprecher 51. Vierteljähriger ASonnementspretL i 2 Mark 20 Pfg. vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener »erden dem Anzeiger »zchentlich dreimal heigelegt. Der früjnitr Anzeiger erscheint täglich, mi» Ausnahme des Montags. Amts- und Anzergrblntt für» den Avers Grefzen. Hratisöeitage: Hießener Kamtkienökätter Aintlichev Theil Alle Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger* entgegen Annahme Won Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Unter den Begebenheiten im Ausland erregt Gladstones Erfolg bei den englischen Wahlen unser Hauptinteresse. In dem neuen Parlamente werden die Gladstoneaner 275, die liberalen Unionisten 52, die Conservativen 262 und die Iren 81 Sitze einnehmen. Es scheint uns keinem Zweifel zu unterliegen, daß Gladstone alsbald das Ministerium über-' nehmen wird, da er mit den Iren zusammen eine Mehrheit für seine Homerulevorlage in Händen hat, und zusammen mit den Unionisten, welche abgesehen von Homerule in den meisten Punkten mit Gladstone übereinstimmen, eine Majorität für seine liberalen Programmsorderungen auch dann besitzen würde, wenn ihm bei deren Geltendmachung die Iren nicht vollzählig unterstützen sollten, ein Fall, der überdies so gut wie ausgeschlossen ist. — In Ungarn sind die auch Von uns mehrfach erwähnten Valutavorlagen zur Einführung der Goldwährung in den beiden parlamentarischen Körperschaften endgültig angenommen worden. In Oesterreich ist man nicht so eilig, hier werden die Vorlagen erst in einigen Tagen erledigt sein. — Wirksame-Mittel gegen die Raupe«. Gartenbesitzern, Landwirten uiw. empsi.hu ein tyiaculei aU wlikwmes Mittel gegen die Raupen die Anwendung von selbllhergeslelltem Raupenleim. Zu diesem Zwecke sLmizt man in einem eisernen Gcfäße 500 Gramm gepuloenes Co ophontum, 200 Gramm Schweinefett, 200 Gramm S earinöl und 100 Gramm venettawschen Terpentin zusammen. Am besten ist es, zunächtt das Colophonium und das Fett zu schmelzen und der geschmolzenen Masse dann das Sleartnöl und den Terpentin htnzuzufügen. Zur Erztrlung eines billigen Raupenleims kann, nach einer Vorlcv'ifl der Prager „Rundschau", K'eferntheer benutzt werden, der dem Colophonium biß zur richtigen Conststenz betgesügt wird. bereit erklärt hatte, war in den Kreisen der versammelten Kreisvertreter nur wenig Sympathie zu finden, da man glaubte, annehmen zu können, daß die Unterbringung einer so großen Anzahl Festgäste, wie sie ein deutsches Turnfest aufzuweisen hat, zu viel Schwierigkeiten in einer verhälmiß- mäßig kleinen Däderstadt bereiten würde. politische Wochenschau. Gießen, 23. Juli 1892. In der inneren Reichspolitik ist nunmehr völlige Stille eingetreten. Gelegenheit zu politischer Discussion. bietet nur die viel erörterte Militärvorlage. Sollte die Reichs-, regierung, wie jetzt so ziemlich aus allen Seiten angenommen wird, mit einer Vorlage vor den Reichstag treten, durch die das Wachsen der Bevölkerungsziffer entsprechend den bekannten Andeutungen des Reichskanzlers Grafen Caprivi für eine Erhöhung der Friedenspräsenzstärke nutzbar gemacht werden sollte, ohne daß zugleich die Einführung' der 'zweijährigen Dienstzeit vorgeschlagen würde, so ist wohl ein Rrchteiniggehen der Regierung mit der Mehrheit des Reichstags zu gewärtigen. Nicht allein werden dem Vernehmen nach die Freisinnigen und die demokratische Partei, unterstützt von den Socialisten, jede Militärvorlage ablehnen, die nicht die gesetzliche Einführung der zweijährigen Dienstzeit ausspricht, sondern auch die Centrumspartei und möglicher Weise auch die Nationalliberalen werden getreu ihrer Haltung bei der Be- rathung der letzten Militärvorlage im Sommer 1890 mehr ober weniger energisch auf der Forderung der zweijährigen Dienstzeit bestehen. Im Zusammenhang mit einer Vorlage über die Erhöhung der Friedenspräsenzstärke wird- vielleicht auch eine solche in Betreff der Reform der Militär- strafprozeßordnung an den Reichstag gelangen. Auch hinsichtlich dieser Materie sind die Meinungen überaus getheilt. Während man im Reichstag vielfach eine Prozeßordnung nach dem Muster der bayerischen, d. h. eine solche, welche Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens einführt, für nothwendig hält, glaubt die preußische Regierung im Interesse der Disciplin das bayerische Vorbild nicht nachahmen zu dürfen. In Preußen hat der Prozeß Buschhoff, wie unseren Lesern bereits bekannt ist, mit der Freisprechung Buschhoffs, die obenein von den beiden Staatsanwälten beantragt war, den Erwartungen gemäß geendet. Es ist bedauerlich, daß die antisemitische Agitation in diesem Falle bewirkt hat, daß ein offenbar unschuldiger Mann fast ein Jahr lang unter dem Verdachte des Mordes stand, lange Zeit in Untersuchungshaft sitzen mußte und jetzt, wo er in seiner Ehre wieder vollkommen hergestellt ist, in seiner Existenz ruinirt wäre, wenn nicht eine Anzahl edeldenkender Männer (liberale Reichstagsmitglieder und hervorragende Gelehrte, wie Mommsen und Gneist) sich vereinigt hätten, um durch Sammlungen Buschhoff die Möglichkeit einer neuen Existenz zu gewähren. Wir freuen uns aber, daß bei uns in Hessen die Regierung dem Wunsche unseres Großherzogs entsprechend, dem bekanntlich die antisemitische Bewegung sehr unsympathisch ist, allen gesetzwidrigen Quertreibereien von antisemitischer Seite mit solchem Ernste entgegentritt, daß bei uns solche für den christlichen Theil der Bevölkerung beschämende Vorkommnisse, wie sie in Xanten sich ereignet haben, als ausgeschlossen betrachtet werden dürfen. — Das nächste deutsche Turnfest wird, wie der am Sonntag in Stettin zusammengelretene Ausschuß der deutschen Turnerschaft durch Abstimmung beschlossen hat, im Jahre 1894 in Breslau stattfinden. Die Wahl von Breslau erfolgte mit allen gegen 7 Stimmen, in erster Linie deßhalb, weil diese Stadt schon ältere Anrechte aus die Uebernahme des Festes hatte und einmal schon unmittelbar vor Eröffnung des Festes stand, aber wegen des Nobiling'schen Attentats aus Kaiser Wilhelm I. die Feier verschieben mußte. Für Wiesbaden, das sich ebenfalls zur Uebernahme des Festes jetzt Cocales unb provinzielles, Gießen, 23. Juli 1892. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 19. Zuli 1892. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Homberger. Seitens der Handelskammer Stuttgart ist der Kammer eine an den deutschen Reichskanzler gerichtete Eingabe zur Unterstützung zugegangen, in welcher beantragt wird, es möge für die weiter bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen in ähnlicher Weise, wie es am 9. Juni 1892 in Betreff des spanischen Handelsvertrags geschehen sei, eine directe mündliche Aussprache der Reichsbeamten und der Vertreter der betheiligten Industriezweige (Handelskammern, Fachverbände rc.) vorgesehen werden. Die Kammer hat sich diesem Anträge unterstützend angeschlossen. — Mit Rücksicht auf die nunmehr in Kraft getretenen Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe wird beschlossen, eine Eingabe an den Reichskanzler zu richten, in welcher beantragt wird, „eine Abänderung der Postordnung dahin herbeizusühren, daß in Zukunft die Postschalter an Sonntag-Vormittagen in der Zeit von 11 bis 1 Uhr geöffnet werden." Diese Aenderung hält die Kammer um deßwillen für nothwendig, weil eine Beschäftigung von Gehülfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe nach 2 Uhr Nachmittags durchweg nicht mehr gestattet ist und deshalb den Handels- und Gewerbetreibenden vielfach die Möglichkeit benommen ist, die am Vormittage auf Grund der Morgenpost zu erledigenden Briese, Einschreib-, PostanweisungS und Packetsendungen am selben Tage zur Post befördern zu lassen und somit die Nachmittagsstunde, wahrend welcher die Post- schalter wieder geöffnet werden, geschäftlich auszunutzen. — 40jähriges Stiftungsfest des Gießener „Wingolf". Am 26., 27. und 28. d. M. begeht die christliche Studenten- verbindungWingols dahier die Feier ihres 40. Stiftungsfestes. Als eine der ältesten Corporationen hiesiger Hochschule im Jahre 1852 gegründet, kann die Verbindung mit Freuden aus ein ununterbrochenes 40jähriges Bestehen zurückblicken. Während dieser Zeit ist dieselbe mit den Lebens- interessen hiesiger Stadt eng verwachsen und hat auch mit der Bürgerschaft von Gießen stets im besten Einvernehmen gestanden. Da die Stadt Gießen von jeher so regen Antheil an allen studentischen Angelegenheiten gezeigt hat, so hofft die Verbindung, nicht vergeblich die Bitte auszusprechen, die geehrte Einwohnerschaft von Gießen möge ihrer wohlwollenden Theilnahme an dem bevorstehenden Feste durch Schmücken der Häuser freundlichen Ausdruck verleihen. Das Programm zu den Festlichkeiten ist in Kürze folgendes: Dienstag den 26. Juli, Abends: Begrüßung der zum Feste erschienenen auswärtigen Philister und Gäste im Cafe Leib. — Mittwoch den 27. Juli, Morgens: Feier aus dem Gleiberg. Abends 7 Uhr: Festzug durch die Hauptstraßen der Stadt zum Commerslocal (Steins Garten). Donnerstag den 28. Juli, Nachmittags: Gartenfest in Steins Garten. vermischtes. * Zwischen Lipp' und Kelchesrand — so beginnt ein Berliner Localberichterstatter folgende tragikomische Hochzeits- geschichte. Braut und Bräutigam sind festlich geschmückt, die Eltern der Braut sind voll Rührung, denn ihr Kind soll jetzt das Haus verlassen und einem Manne folgen; die Wagen stehen vor der Thür, um das junge. Paar und die Trauzeugen zum Standesamt zu fahren, auch die kleinen Kinder des Hauses jubeln ob des festlichen Ereignisses. Plötzlich ändert sich die Sachlage, und ein kleiner Wortwechsel, der sich zwischen Brautvater und Bräutigam entspiunt, wirft die Braut aus allen Himmeln. Es handelt sich um die versprochene Mitgift, die der befrackte Heirathscandidat verlangt, ehe er vor dem Standesamt die Ehe schließt. Die Eltern erklären es für tactlos, gerade in diesem Augenblicke eine derartige Erklärung abzugeben,- der Vater öffnet den Geldschrank, zeigt dem Bräutigam die für ihn bestimmte Summe, welche er ihm auf Verlangen mit der größten Bereitwilligkeit schon vor mehreren Tagen ausgeliefert hätte. Jetzt verweigere er diese ungestüme Forderung, er lasse sich nicht die Pistole auf die Brust setzen. Die Braut meint, der Bräutigam aber achtet nicht auf ihre Thränen und da ihm sein „Herzenswunsch" nicht erfüllt ist, wendet er Allen den Rücken und verschwindet. So geschehen Montag Mittag in der Wallner- Theater-Straße. Die Braut ist abgereist, um über die Geschichte Gras wachsen zu lassen, der Bräutigam aber hat bereits einen Heiratsvermittler beauftragt, ihm eine neue Braut zu besorgen. £iteratur unb Aunst. — ^Der Stein der Weisen* — illustrirte Halbmonatschrift für Untergattung und Belehrung aus allen Gebieten des Wissens — bringt in seinem soeben zur Ausgabe gelangten 14. Hefte lolgenbe Aufsätze: ,Heber das Tischrücken von G. Manetho (7 Abbildungen); Desmsictionsapparate von Ingenieur I. Kurz (5 Abbildungen) ; Plerd und Rriter im AUerthum von L. v. Heydebrand und der Lass (11 Abbildungen); VoUdle und Vogelftube von Jos. v. Pleyel (3 Abbildungen); Das Gedächiniß; Die Heuernte (ein Vollbild). Sodann die kürzeren Abhandlungen in der „Kleinen Mappe": Die amerika- nischen Röhrenbrunnen; Edisons Telegraph ohne Leitungsdraht; Futer für Trinkwasser aus Blumentöpfen. Die Beilage „Die Wissenschaft für Alle" enthalt: Die „Landes"; Heber Parasitismus; Kautschuk, Guttapercha und andere Harze ufa>. Die altbewährte Reichhaltigkeit des Inhalts, durch welche sich die Heste des „Stein der Wetten" (A. Hartlebens Verlag, Wien) auszetchnen, verleiht dieser populär-wissenschaftlichen Zeitschrift den Werth eines vorzüglichen HiltSmittels zu Iniormationen auS den meinen Wissenszweigen, woraus sich deren wette Verbreitung rechlfirtigt. — Wer das Bedürfniß empsindet, dem oft nüchternen Leben einen idealen Zug abzugewtnnen, der kann nichts Besseres thun, als seine Dienste der edlen Musrka zu weihen, sofern Neigung und Fähig- teet diesem Vorhaben die Hand reichen. Wer der Tonkunst bereits ergeben ist, der wird in dem Labyrinthe dieses großen Reiches eines Führers nicht entrathen können, der ihn mit kundiger Hand die richtigen Wege geleitet. Als emm zuverläisigkn Ciceione in dieser Hinsicht können wir Jedem die Musik-Zeitung" (Stuttgart, Earl Glüninger) bezeichnen, welche für den geringen Preis von 1 Mk. vierteljährlich em in der Thal ebenso reiches als gediegenes Text- und Mustkalienmateiial bietet. verkehr, Land« rrn- Voikswirthschaft. Siesten, 23. Juli. Marktbericht Aus dem heutigen Kochenmarkt kostete: Butter pr Pfd. x 0,85—0,95, HÜbnereier per Stück — 2 Stück 11-12 H, Enteneier 6-7 Gänseeier 1 St- H — 12 A, Käse pr. e>t. 5—8 A, Käsematte pr. St- 3 A. Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen vr. Ltter 28 A, tauben pr. Paar X 0,60— 0,75, Hühner pr. Stück X 0,85—100, Hahnen pr. St- X 0,60 -1,00, Enten pr. St. X 1,40—1,70, Ochsenfleisch pr. Pfd 70—76 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 62—66 H, Schweinefleisch pr. Psd. 64 -72 Kalbfleisch pr. Pfd. 50—56 Hammelfleisch pr. Psd. 60 70 Kartoffeln pr. 100 Kilo 9,00—10,00 X, Weitz, krau' pr. Stück — A, Zwiebeln pr. Zentner 11,50—12,00 X, Milch pr. Liter 12 18 A, Kirschen pr. Pfd. 20—25 H. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. * Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Ortsvorstand zu Hungen beabsichtigt, mit dem am 19. September l. I. daselbst stattfindenden Viehmcirkte eine Verloosung von Thieren und landwirthschaftlichen Geräthen zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 5000 Loose ul je. ausgegeben werden dürfen und mindestens 60pCt. des Brutto-Erlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find. Zugleich ist der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Gießen, den 23. Juli 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gefunden: 1 schwarze Schürze, 2 Bettelmünzen, 1 Scheere, 1 Bierzipfel, 1 Schraubenzieher, 1 Kinderschuh, 1 Wagenkette, 1 Hundehaltzband, 1 Paar Strümpfe, l Brosche, 1 Taschentuch (gez. C. R.), 1 Paar Handschuhe, 1 Landkarte von Hessen, 1 weißer Strohhut, 2 Messer, 1 Corallen- kette, 1 Busennadel und 1 Geldtasche von Sammt mit Inhalt. Gießen, den 23. Juli 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Bischoff. [6373 16 Neuenweg 16. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 2» Java Courn vom 15./VII. 22./VII. Cour» vom 15./VIL 22./VII. I- A. : Neu! Practisch! N e u darf in keinem guten Haushalt fehlen. Zu haben bei [6546 F. E. Winter, Wallthorstraße 16 Brunnen- 267.50 ti 4. 1892. 6591 115 50 115.50 86.60 86 65 106*80 107.— 106.50 107.— 105.40 105.10 105 55 106 30 6°/o BuderuS-Obligat. »831] 100.40 Victation: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Bl ff rr fr n 115.75 25.— 5. 6. werden. 6590) 27.67 4.04 12.- 24.50 20.— 7. Pflasterarbeit . . . 8. Erdabfuhr .... Annerod, am 23. Juli .6. F. Naflauer, Neuenweg 15. längere Zett hält. Für Etsenactten wurde wieder mit der bekannten Fusion der Laurahütte mit den Caro Hegenscheid'schen Werken Stimmung zu machen versucht. Man hat auch eine Courserhöhung von ein paar Procent damit zu Stande gebracht; von den leitenden Kreisen wird indessen das Gerücht ebenso wie früher dementtrt, und das Project hat daher vermuthltch heute so wenig Aussicht auf Erfüllung, als vor Monaten, da es zum ersten Mal in Anregung kam. Die Choleragefahr scheint in Rußland nicht mehr so groß zu sein, wie in voriger Woche. Ist den Berichten zu trauen — und daS ist allerdings zweifelhaft, denn heute liegen auch wieder entgegengesetzte Nachrichten vor — so haben sich die Krankheitsfälle vermindert. Man wird darin vermuthlich weniger einen Erfolg der H» K. Zimmer Steinmühle. Univers.-Bürstenreiniger 5 „ -Kammreiniger I« 2. Lieferung einer Bedeckungsrahme 3. Bohlenbelag . . . Course der Frankfurter Börse. Glaalsarrritheir. Lieferung einer Holz-^ pumpe Schmiedearbeit . . Liefern einer eisernen Brunnenschale Die Maurerarbeiten zur Erbauung einer Molkerei bei der Steinmühle zu Grünberg sollen an geeignete Unternehmer zur schnellsten Ausführung vergeben werden. Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten zu erfahren, woselbst auch Preisangebote abzugeben sind. Grünberg, den 22. Juli 1892. Compasse und Fernrohre empfehlen C. Liebrich’s Nacht kehr. Schmidt z Mk. 1,70, 1,80, 1,90 und 2,00 das Pfund, unübertroffen in Aroma und Kraft. [1116 In Gießen bei J. M. Schulhof. Fruchtpressen zur Herstellung von Fruchtsäften u. Beerenweinen. Kirschentkerner Neue Gartenspritzen, billigst. Raubenschcererr, Obstpflücker, Bohnenschneidmaschinen. Emil Pistor, Marktstraße 10. Großh. Bürgermeisterei Annerod. 6616 Engelhardt. Aufgebot. Das Vermögen der Anna Elisabeth« Dorothea Sommerlad, eheliche Tochter der verstorbenen Philipp Heinrich Sommerlad Eheleute vonWieseck, geboren am 6. Januar 1808, wird in Folge ihrer Verschollenheit seit dem in 1860 erfolgten Tode ihrer Mutter gerichtlich dahier verwaltet und ist auf 542 Mk. 57 Pf. Kapital angewachsen. Auf Antra ihrer Verwandten, des Heinrich Sommerlad IV. und der Maria, Wilhelm Schäfers Wwe., geb. Mank von Wieseck, werden die Anna Elisabeths Dorothea Sommerlad, ihre etwaigen Nachkommen oder Rechtsnachfolger hierdurch aufgefordert, Ansprüche an das genannte Vermögen bis längstens zum Aufgebotstermine: üonnersiag, 24. lloomber 1892, Vormittags 11 Uhr, bei unterzeichnetem Gerichte geltend ;u machen, als sonst die Anna Eli- sabetha Dorothea Sommerlad als tobt erklärt und mit Ausschluß anderer, etwa Berechtigter der Nachlaß den zur Anmeldung gekommenen Erben gegen Sicherstellung ausgesolgt werden wird. Gießen, 16. Juli 1892. Großherzogliches Amtsgericht. Fresenius. 6587 Keilgeöotenes. Himbeersyrup, feinste Qualität, empfiehlt in Flaschen und im Anbruch Börfe«woche«hericht von E. Wasser schieben, Bankgeschäft. Die GeschäftSftille hat sich in unvermindertem Umfang erhalten, vielleicht hat sie sogar noch weiter zugenommen. Die Course der bevorzugteren Speculattons- werthe zeigen zwar noch immer einige Bewegung, aber der Anlagemarkt ist in vollständige Stagnation versunken, und mit wieviel Eifer man auch an der Börse die Differenzen zwischen dem ungarischen Finanzmintster und dem Rothschildconsorttum, die Chancen der Valutaregulirung, die Ernteaussichten und die Choleragefahr für neue Bewegungen in's Treffen führt, man gelangt bei aller Anstrengung nur zu kleinen Wirkungen und die Bethelltgung an der Bewegung geht nicht über die engsten Börsenkreife hinaus. Die Discussion über die Differenzen zwischen dem Finanzminister und der Rothfchildgruppe ist in der Thal ohne jede Bedeutung. Eine Gefahr, daß das Consortium vom dem Geschäft zurücktritt, besteht keinesfalls, denn weder wird der Ftnanzmttnster es bis zu diesem äußersten Schritt kommen lassen, noch wird die Finanzgruppe ohne zwingendste Nothwendigkeit auf ein Geschäft verzichten, auf das sie schon seit Langem lüstern ist. Die Verhandlungen aber sind bis auf Weiteres verschoben, und alle Meldungen über Beilegung der Differenzen oder Nachgiebigkeit des Finanzmtnisters in dem einen oder andern Punkte entspringen lediglich dem Unterhaltungsbedürfniß der Börse, sie sind als Anzeigen dessen was man wünscht, nicht als Thatsachen selbst zu nehmen. Die Course der Banken sind freilich wieder hinauf gegangen; Wien soll umfassende Rückkäufe von Creditactien vorgenommen haben, und auch deutsche Actien sind nicht zurückgeblieben, sie haben ebenfalls weiter «»gezogen, ohne daß neue Gründe für eine solche Bewegung aufgetaucht wären. In den Resultaten des abgelaufenen Halbjahres können sie jedenfalls nicht erblickt werden. Selbst der stärkste Optimismus wird in diesen keine den Coursen auch nur einigermaßen entsprechenden Gewinne erwarten. Der Provisionsertrag ist jedenfalls ungemein gesunken, Zinsgewinne werden in nur sehr bescheidenem Maaße zu erwarten sein, die Consorttalconten waren gleichfalls ertraglos und vorhandene oder realisirte Cffectenbestände könnten das Gewinn- und Verlustconto etwas aufgebessert haben. Die Erfüllung aller Hoffnungen auf eine angemessene Dividende bleibt daher der Zukunft vorbehalten'; wie hoch man aber die Chance, daß die Zukunft hält, was man sich von .ihr verspricht, veranschlagen will, das mag Jedem selbst überlassen bleiben. Im Montanmarkt bekundet sich wieder etwas regeres Leben, die Course tendiren aber im Gegensatz zum Bankenmarkt nach unten, denn die rückgängige Entwicklung der Kohlenpreise scheint noch immer nicht zum Abschluß gelangt zu sein. ES kamen wieder von verschiedenen Seiten Nachrichten über niedrige Abschlüsse in Umlauf, größere Bedeutung aber noch als diesen, legte man der Meldung bei, daß der Essener Kohlenverkaufsvercin in Auflösung begriffen sei. Man wollte dies daraus folgern, daß die Zechen wieder wie früher ihre Verkäufe selbst abschließen, wenn auch die Berechnung vorläufig noch durch den Verkaufoerein erfolgt Diese letzteren Meldungen haben in der Presse eine große kontroverse erregt und es wird mit Eifer für und wider gestritten, ohne daß größere Klarheit dadurch erlangt Rückenapparate, Gradhalter, orthopäd. Maschinen und künstliche Glieder, alle Sorten Binden und Bandagen, sowie Suspensorien. Für die schlimmsten Fälle paffende 6485 Bruchbänder werden aus bestem Material zu billigstem Preise angefertigt. Otto Heger approbirter Bandagist u. Orthopädist 16 Marktstraße 16. sanitären Maßregeln, als eine Folge der kühlen Witterung zu erblicken haben, die seit einiger Zeit herrscht. Da indessen gleichzeitig günstigere Erntebertchte von Petersburg aus bekannt gegeben werden, so ist die Börse wieder voller Hoffnung, und russische Noten und Fonds stiegen entsprechend. Zum Theil ist die Bewegung aber auch durch Erörterungen über den muthmaßlichen Nachfolger Wyschnegradskys und Hoffnungen auf eine damit verbundene Wendung der Handelspolitik veranlaßt worden. Der Markt der Transpol twerthe war sehr still. Gegen Schluß der vorigen Woche wurden von Wien aus Nachrichten verbreitet, daß die Beschlußfassung wegen der Steuerabzüge an den Staatsbahnprioritäten im Monat August erfolgen werde. Zu gleicher Zeit gingen aber die Actien so scharf zurück, daß die Vermuthung nahe liegt, man habe es hier nur mit einem Gerücht zu thun, welches die Actienverkäufe des bekannten Consortiums masktren soll. In dieser Woche sind die Actien dann wieder gestiegen, angeblich weil in Wien die Absicht bestehen soll, bet de^»bevorftehenden Ulttmoliquidation das Decouvert einzuzwängen. Die verschiedenen Schwankungen beweisen jedenfalls, daß allerlei Strömungen vorherrschen, und man wird daher immer auf Ueberraschungen nach der einen oder anderen Seite gefaßt sein müssen. Was die Opposition gegen den Steuerabzug an- belanat, so hat die Hamburger Börse gleichfalls beschlossen, dem Antrag auf Streichung des ActiencourseS Folge zu geben, und da dies auf Anregung der Frankfurter Handelskammer geschehen ist, so ist ein gleicher Beschluß der letzteren nicht mehr zweifelhaft. Die Aussichten auf eine glückliche Abwehr sind also jedenfalls nicht schlechter geworden. Die Einnahmeausweise der schweizer Bahnen sind wenig befriedigend, aber die Course halten sich noch, weil man von den kommenden Monaten bessere Resultate erwartet. Oestliche Bahnen sind auf die besseren russischen Ernteberichte wieder gestiegen. Im Anlagemarkt bestand nur für die dreiprocentigen deutschen Anleihen Interesse. Geld ist so ungemein flüssig und der Discontsatz so wenig verlockend, daß man mehr und mehr vorzteht, die überflüssigen Gelder in diesen Anleihen zu investiren. Der übrige Markt blieb indessen still. Oesterreichisch- mrgarische Renten sind etwas fester, ebenso Griechen; Portugiesen unverändert, Italiener schwächer und ebenso Spanier, aber alle diese Veränderungen sind ohne Bedeutung. In Steinbach bei Heb. Kraemer I. 4o/o Chicago Burlington NebraSka 1927 . . 4Vi°/o California Pacif. I. M.. rückzahlb. 1912 60/aPacif.ofMfffouri con- solidated I. M. r. 1920 6o/oChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahvb. 1910 . 50/oChic.Milw.f.St.Parü Prt., rüchrhlb. 1921 . 6°/yCentr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . ___________________________rückgängigen Conjunctrrr gegenüber ebensowenig » halten können wie alle anderen Conventionen. Solange man noch mit Gewinn n' arbeitet, hält der Ring wohl zusammen, erreichen aber die Preise die Grenze der X Selbstkosten, so fordert die Selbsterhaltung von den billiger arbeitenden Zechen ge w bteterisch die Trennung von jenen, welchen eine weitere Ermäßigung der Preise Ver- 5? lüft bringen würde. Die Auflösung der Vereinigung ist dann die nothwendige Folge. w ES scheint indessen, daß wir noch nicht so nahe an der Grenze der Selbstkosten stehen, Ä daß die Auflösung in kurzer Zeit erfolgen müsse, und es ist daher sehr wohl mög- ■ lich, daß sich auch die schwächste dieser Vereinigungen, die des Essener Bezirks, noch uuuutiuuüWWWWW W W W W W W IDie Frage, ob die angedeutete Veränderung bereits ein Zeichen beginnender XXXXXXXXXM W MM RRimillWIlWWIg | sei, ist indessen auch müssig, denn e8 wird Jederman klar sein, daß die X j ■ HX Kohlenverkaufsvereine sich einer weiter r ' x Perspective *......... 5 für Reise» Theater und Jagd, X Diversa Obligationen. 102.701102.70 I 40/0 Eisenbahn-Rentenb.- I I I I Obligat. . . .1100.40 I Maringer, Bez.-Bauaufseher. Arbeitsversteigernng. Mittwoch den 2T. lfd. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Bürgermeistereibüreau ;u Annerod nachstehende Arbeiten versteigert werden: veranschlagt zu: 1. Herstellung eines Aufforderung. Alle, welche Forderungen und Ansprüche an den von den Erben unter der Rechtswohlthat des Inventars angetretenen Nachlaß der Christian Schmandt I; Wittwe, Marie Katharina, geborene Schmandt von Wetzlar zu haben glauben und noch nicht zur Anmeldung gekommen find, haben solche bei Meldung der Nichtbcrttckstchtigung binnen 14 Tagen hier geltend zu machen. Gießen, den 20. Juli 1892. Großherzogl. Amtsgericht Gießen. _________Fresenius._____6588 Mittwoch den 27. d. M, Vormittags 11 Uhr, sollen zu Allendorf a. Lda. bei der Bürgermeisterei daselbst verschiedene Weißbinder-, Anstreicher-, Tapezier- und Schreinerarbeiten öffentlich an die Mindestfordernden versteigert Wo Hessische Obligation. 104.80 105.15 4V,o/oPortug^A. 88 u.89 31.15 31.10 , Bauern .... 106.90 106 95 50/0 amort. Serb. Gold- „ Baden..... 103.75 103.90 diente .... 5°/0 SerbischeEisenbahn- 81 45 81.05 M/o Sächsische Rente. . 87.95 88 40 3V,0/0 BremerStaatsanl. 97.15 97.10 Hyp.-Obl. L. A. . 82.90 83.50 , Hamb.Staatsrente 40/o Oestr. Goldrmte . 98.20 98.25 40/0 Schweb. Oblig.1880r 103 85 103 65 96.30 97.— 1% Türken conv. Lit. D. 19.85 20.15 , GriechischeMonopol- 5% Argent. Gold - Anl. 43 — 44 60 Anleihe . . . 58.— 59.75 v. 1887 . . . 50/0 Rumänische Rente . 97.20 97.20 3Vi°/o Egypt. prio. Anl. 93 — 93.45 Wo Rufs. ConsolS S. III —.— —.— Gisenba-n-PriorUätarr. Wo Pfälz. LudwigSbahn 5% Südbahn Lombarden 104.95 105.10 (Bexbach) . . . , Hessische LudwigSb. 102.90 103.30 40/0 do. do. 96.35 96 55 3°/o do. do. 61.70 62 — 68/69 garant. . , Clisabethb. steuerfrei 102.50 102.60 40/0 Prag-Duxer Gold . 100 50 99 85 „ Rudolf Gold (Salzt.) 100.85 100.85 Gold .... 101.30 101.20 „ Franz-Josef Silber 82.— 82 50 5% Oeftr. Staatsbahn. 107.80 —.— 3% staatl. garant. Jtal. 4o/o do. do. 100.95 100.80 Eifenbahn . . 55.65 55 70 30/0 do. do. 3% Livorneser . . . 63.60 63 50 I.—VIII.Emiff. 80.75 81.— 40/g Ruff. Südw Eisend. 92.10 92 25 3% do. ErgänzungSnetz 5°/o Nordweftbahn Gold 75.75 108.— 76 30 107.40 4o/g Wladikawkas garnt. 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 91.— 78.60 91.10 78 65 Gisanba-mAetta«. LudwigShafen-Bexbach. Hessische LudwigSbahn. 224.— 223.60 Galiz.CarlLudw.-B.-Act. 182.25 182.50 115.40 115.10 Oest Nordw.-BahnLitL. 204.75 204.25 Pfälzische Nordbahn . 113 50 113.— Gotthardt..... 142.— 141.70 Lübeck-Büchner . . . 147.20 147.10 Jtal. Mittelmeer . . 100.45 99.60 BoitMkiiitU Deutsche Reichsbank . 149.60 149.95 Dresdener Bank. . . 145.70 145.30 Berlin. HandelSgesellsch. 142.90 142.35 Mitteldeutsche Creditb. . 100 50 100.— Deutsche Bank . . . 162 20 163.20 Wiener Bank-Verein . 97.25 983/8 DeutscheGenoffenschftSb. Württemb. Vereinsbank 124 80 124.— v.Goergel,ParristuSLCo. 120.30 119.70 Deutsche Vereinsbank . 106.90 106.90 2 jnbvstrie-rlciien. Binding-Brauerei . . 165.50 163 25 Deutsche Verlagsanstalt Farbwerke,vorm.Meister, 182.— 180.— Stern- do. (Oberrad) 139.20 139.20 Bad. Anilin- u. Soda- LuciuS & Brüning. 283 — 284.— fabrik .... 274.70 276.50 Riebeck'scheMontanwerke 169 — 168.30 Hibernia Bergw.-Ges. . 115.45 115 60 Bochumer Gußstahl 130.10 128 70 Vfarrddriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 102.50 102.50 4o/oDeutscheGrundschld.- v. 91 ab . . . Bk.-Pfandbr. . 101 80 101 80 3>/,°/°Frnks.H,p.-Psdbr. 95.50 95.50 SVeYo do. ..... 96.— 96.- 4o/yPreuß.Hpp.-Act^Bk^ Pfandbr. . . . 102 20 102 20 31/ a/o Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 95.40 95.40 3Vi«/obo. . . ... 96 — 96.— 40/ Meininger Pfandbr. 101.— 101.— 40/0 Preu ß. Centr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 4°/0 do. do. unkündbar bis 1900 102.— 102.— 1885 ..... 101.40 101.40 Loos«. Oestr. 1860rfl. 500-Loose , 1854r fL 250s , 126 45 121.70 126.75 121.15 Braunschweig. 20 Thlr^- Loose .... 103.90 _ _ 40/0 Meininger Prämim- 30/0 Oldenburger Loose. 127.60 127.65 Pfandbr. . . . 128.50 128 60 3V,o/oKöln-Mindn-Loose 133.40 133.30