Donnerstag den 24. März Senerat-Anzeiger und rSnzeigeblatt fttt? dsn Areis Giefien. Hraliskeitage: Hießmer JamitienLkätter. Berlin, den 2. März 1892. Deutsches Reich. // n w u ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff Butzbach, Niederwöllstadt, Neinheim, Bickenbach, Groß-Gerau, Gernsheim, Lampertheim. Annahme von Anzeigen zu her Nachmittags für dm folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. «He Annoncm-Vureaux de- In- und Au-lande- nehmm Anzeigen für dm ^Gießener Anzeiger" entgegen. Vierteljähriger HLonuementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedittov und Druckerei: Kchntstraße Kr.7. Fernsprecher 51. 25. 26. 27. 28. 29. 30. Deutscher Reichstag. 200. Plenarsitzung. Dienstag den 22. März, 12 Uhr. MÄ H'SWÄÄ'Sa "ÄÄ'Ä. »» Bezüglich der Wahl des Abg. v. Colmar-Meoenv»^ Oommi^nal,i%hfe Regterunasbezirks Bromberg beantrag? die -rhLungen ( fe"n* abg' Dr‘ D°--'n) Beanstandung und Beweis! «Lift«'". geleistet n?oiöcn. Dr. Schulte, Suffe und a> , J? unb Fleihettsderaubung des Albetters^Dessau ®_?°9cn verurtheilt worden seien, hätten auf die fnhrh* bal?n ’S hätten sich einen socialdemok'rattschenÄ itato! f?n d?- d Begnadigung erwirkt. Thatsachltch sei Dessau für «V?-''^Ege Partei eingetreten. Die Ltaalsanwal scha Uollte RL..gk7.'Sn b‘C 31n8abC" b°s Begnadigungsgesuch"'^!'ihr'! aÄ äSSS & 'S"" N SS Snugltchen Schilderung, welche der Vorredner von den W?hlooraänaen Dessau' Ec die Illustrationen mit den Porträts der tncus, Levy usw., die darin eine Rolle spielten veraaitirt^Am diesem Wahlkreise nicht weniger als 360OO Mk. dlm Wahltage hätten sie an alle Schulzenämter drtnaltcke a 0 ^uui dreifachen Preise, gesandt, des Inhalts- Die schulzenämter werden angewiesen, sich' jeder ffiaTbeiMffiina w llnnpi ltaatsanwaltliche Actenmakerral in Sachen Busse- ^nlana-E ?orhanden und befinde sich beim Referenten. Was Dessau anlange, so möge wohl die Sache so liegen, dah Dessau Social- ?^okrat, aber im Dienste der Freisinnigen thätig gewesen sei. Man sollte doch nicht unerwiesene Beschuldigungen gegen Beamte erbehrn* d°mit das Ansehen der Autorität EndUch pricht sich Redner gegen die von der Commission beantragte eidlicke nebmung von ca. 100 Schulzen, Distrtctscommtsfaren " aus Man profanire damit nur den Eid. au6* ^an Abg. Auer (Soc): Der Vorredner solle sich mit seiner-lci-» ^nntnlß n cht so dick tbun; die ftaat«ann>alt 4.^4 n «etn h. Sachen Busse seien nicht vorhanden. Dah sich etti Ardetttr »u freisinniger Agitation hergebe, möge im Osten so nack RuKianb " ' noch Vorkommen: in ctvilisirteren Wahlkreisen feien 9irh J“' Sodalbemofraten. Die Namen Jsaac Mncus y,„„ „?‘e ”rb,*kr beim Sßorrebner Anstoßt er scheine damit bnf, u m’ ,rrt0*tn d°be". (Heiterkeit.) Die Naatsanwaltschaitlich n ÄeUn in Lacken Busse-Vogel muhten vorgelegt werden, damit jeder Sfrhndhf frhm^nk, ftaif er"’Ie?O°er "auch" Consta,i??/'da^der worden (et * °°" fleB,if,tr »nleroatioer Seite belogen Gießen, am 19. März 1892. ®etr.: Die Führung der Tagebücher der Fleischbeschauer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien d,S Kreise-. „ . Jple uns Seitens der Großh. Kreisveterinärämter Gießen und Grunberg mitgetheilt wurde, hat die Revision der Tagebücher der Fleischbeschauer für das letzte Quartal 1890 er- mangelhaste ^^en fast durchweg eine recht ^hen uns hierdurch veranlaßt, Ihnen die strengste isqn rw9 ""^res diesbezüglichen Ausschreibens vom 30. Mai 5*^ '28) dringend anzuempfehlen. - Sie I k. Sr -um. lc^ bQDOn überzeugen, ob die Tagebücher der ^leischbeschauer und Stellvertreter den Bestimmungen des t5 ber S'^W^auorbnung vom 10. April 1880, sowie uuseres. Ausschreibens vom 30. Mai 1890, entsprechend ge- SfArift!« Senaueste Beachtung dieser Vorschriften für bie Zukunft anempfehlen, fortgesetzte ^u- wtderhandlungen und Pfl.chtwidrigkeilen aber bei uns behufs diseiplinarer Ahndung bertchtlich anzeigen Bei der Revision der Tagebücher haben Sie insbesondere ' darauf zu achten, daß jeher Fleischbeschauer bezw. Stellvcr. Dcr Oießeier -azelfier erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags. Die Gießener ^««tttenStLIter werden den, Anzeiger «Schentlich dreimal beigelegt. treter sich im Besitze von zwei Tagebüchern befinbet unb baß mit biesen Tagebüchern, wie vorgeschrieben, alle Kalenber- vierteljahre in ber Weise gewechselt wirb, daß das letzt- gefuhrte an jedem Quartalsschlüsse pünktlich abgeschlossen und unverzüglich an Sie zur Einsendung an das zuständige Kreis- vetermaramt in den ersten Tagen der Monate April, Juli October und Januar abgeliefert werden. — Wir machen hierbei noch besonders darauf aufmerksam, daß die Tagebücher an den bezeichneten Terminen ausnahmslos einzulieseru stnd, einerlei ob m dem betreffenden Quartale Einträge vor- ge ommen sind oder nicht. Letzterenfalls ist dies in dem ein- zuliefernden Tagebuch zu bemerken. Schließlich wollen Sie noch Ihr besonderes Augenmerk Worauf richten, daß die von den Kreisveterinärämtern hin- Nchtllch der Führung der Tagebücher gerügten Mängel und Anstande beseitigt und die bezüglichen Anordnungen der ae- 5^örben unbedingt befolgt werden, resp. diejenigen Flerfchbeschauer und Stellvertreter, welche derartige Anordnungen trotz wiederholter Ermahnung unbeachtet lassen bei uns behufs disciplinarer Bestrafung der Betreffenden zur Anzeige bringen. .Ären Berichten über den Befolg vorstehenden Aus- schrelbens sehen wir binnen 14 Tagen entgegen. v. Gagern. zogs, erhalten werde. Schließlich ersuchte der Minister, den Entwurf nicht erst in commissarische Vorberathung zu nehmen, sondern die Sache möglichst zu beschleunigen. In der weiteren Debatte sprachen sämmtliche Redner der verschiedenen Parteien ihre Zustimmung zu dem von der Regierung in der Sache des Welsenfonds unternommenen principiellen Schritt aus, doch erklärten sie sich, mit Ausnahme der Sprecher vom Centrum, sammtlich für commissarische Vorberathung der Vorlage, welche denn auch gegen die Stimmen des Centrums einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen wurde. — Die Volksschulgesetz-Commission hat ihre Atzungen ausgesetzt, vermuthlich wird sie gar nicht mehr zusammentreten. —' „Nationalzeitung" bringt folgende Zuschrift des Herrn Provtnzialdirectors v. Gagern: In Nr. 167 Ihres Blattes haben Sie einer Darmstädter Correspondenz Raum gegeven, wonach während der schweren Erkrankung des Großherzogs in Verbindung mit der Frage der Regierungsnachfolqe schon jetzt Veränderungen in den höchsten Staatsstellen und namentlich die Ersetzung des Staatsministers Finger durch den ultramontan conservativen Provinzialdirector v. Gagern m gewissen Hoskreifen angeregt und verhandelt worden sei. Nachdem sich das Grab über unserem tiefbetrauerten Großherzoge geschloffen hat, ersuche lch Sie Notiz davon zu nehmen, datz diese ganze Nachricht jedes thatsächlichen Anhaltes entbehrt und nur aus der Luft gegriffen ist, um Beunruhigung und Mißstimmung zu erregen. Ebenso ist auch die mir zu Theil gewordene Characterisirung, mit welcher man Personen, die sich keiner Partei Schablone unterwerfen, emsach abzuthun gedenkt, gänzlich unzutreffend, wie hierzulande jedermann bekannt sein muß. Um die Abstammung der vorgesührten Pferde feststellen au»mernheinhbbVri*e,ne Füllenscheine mitzubringen, auch werben die Verkäufer ersucht, bie Schweife ber Pferde ni$t zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, baß ein zu massiger ober zu weicher f6Cl ber'VknlJ®eJfauf iU ästenden Remonten ntd^t stattfindet, weit baburch bie in den Remontebepots vor- kommenben Krankheiten sehr viel schwerer zu Überstehen sind als dies bei rationell unb nicht übermäßig gefütterten Re- monten ber Fall ist. Die auf ben Märkten vorzustellenden Remonten müssen daher in solcher Verfassung fein, daß sie £Ur^mm?.n9e 6aftet. er"ä^run9 nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet sind. Kriegsministerium, Remontirungs-Abtheilung. . gez- Hoffmann-Scholtz. M f22’ ^örz. Die unsere gesammte innere Tagespolitik beherrschende ministerielle Krisis in Preußen bepnbel sich »och immer in ber Schwebe. Denn auch die Reffe des Reichskanzlers Grasen Eäprivi^ch Schloß Hubertus- fiock zum Kaiser har, wie eine halbamtliche Berliner Meldunq bestätigt, eine Lösung ber Krisis noch nicht gebracht, nur gilt ber Rücktritt des Cullusminifters Grafen Zedlitz als sicher “nJ\ S'unde bürste bie allerhöchste Genehmigung seines Entlassungsgesuches offieiell bekannt gegeben worben sein. Graf Zeblitz verabschiebeie sich bereits am Montag von seinen bishertgeu Minifteieollegen,er gedenkt sich demnächst nach Karlsbad zu begeben. Die weitere Entwicklung der Krisis wird nun abzu- stm, allgemein erhält sich jedoch bie Annahme, daß sie nm Ablehnung des auch seitens des Reichskanzlers eingereichien Demisssonsgesuches ihren Abschluß erfahren wird. Was über die Abtrennung des Reichskanzleramtes von der preußischen Mtmsterprasidentschast und über die hiermit zusammenhängenden personalfragen, dann auch über die Neubesetzung des Cultus- Ministeriums verlautet, beruht vorläufig nur auf Combiuaiionen. Voraussschllich wird erst die Rückkehr bes Kaisers nach Berlin eine fernere Klärung in bie Sachlage bringen, doch herrscht Sct*Pun^ >ewes Wiedereintreffens in der Reichs- hauptstadt noch völlige Ungewißheit. Daß die Abreise des Monarchen nach Hubertusstock lediglich auf ärztlichen Rath erfolgte, wird jetzt von unterrichteter Seite bestimmt versichert es ist von der jüngsten Erkältung des hohen Herrn ein hart- Ä‘r olT? zurückgeblieben, zu dessen Beseitigung bie Merzte eine Luftveränderung empfahlen. -DieMinisterkrisis in Berlin scheint einen beschleunigten Schluß der Reichstagssession zur Folge haben zu sollen^ Es soll in ber Absicht ber Reichsregikrung bCn ^ichstag in Anbetracht der gegenwärtigen Ver- haltmsse am 31. März zu verabschieden. Unter Umständen Men bi« dahm nur noch der Etat, dessen dritte Leiung bekanntlich noch aussteht, unb das Gesetz über ben Beikehr mit 2öcm zur Erledigung gelangen. .. T Montag fand im preußischen Abgeordnetenhause die erste Lesung der Welfen so nds vor läge statt welche fnnhs ar'- r* y^ebuns ber Beschlagnahme des Welfen- fonds königlicher Verordnung zu Überlassen. Abg. Richter erk arte sich unter Berufung auf die Rechte der Volksver- "t“n® 9E9en bie Ertheilung einer solchen Vollmacht unb beantragte Ueberroeifung bes Gesetzentwurfes an eine Commission Lamento"* hlt* °°"^id,gte der Finatizminister die Vorlage "“ ‘t? 6 J* bc" daraus, daß es nölhig sei, manche Einzelheiten des zwtichen dem König von Preußen und ™ vom 29. September 1867 abzuändern und andere Punkte fHHph 3Uc T?' '"bßhalb die Beschlagnabme nicht sosort durch Geietz aufgehoben werden könne. Weiter erklärte ber Münster bafe bie Staatsregierung zur Rechnungsvorlegung über bie bisherige Verwendung der Zinsen ans dem Welseiifoiids n-dit nä^ ?! flnb ba"" wei'-r die Erklärung ab, daß nach den bestehenden Vereinbarungen und gesetzlichen Be- s immungen das Capital des Welsensoubs in der Hand der Kin7en nCra k'66', Von ^umberlanb mithin nur die S mm ar ,6"' bancbcn ein Capital in Höhe von einer Million Mark aus den allodialen Befitzungen des Her- Aintlichev Theil. Gießen, 21. März 1892. Betr.: Den Ankauf von Remonten im Jahre 1892. Nachstehende Bekanntmachung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Remontirungs - Abtheilung, bringen ivir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 21. März 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, Jen Ankauf von Remonten für 1892 betreffend. Sunt Ankauf von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- herzogthnms für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Markte anberaumt worden und war- am 22. April in Nidda, 23. Nr. 71. Erstes Blatt. ff snf Die von der Remonte- Ankaufs - Commission erkauften SttnO««? i&i »»d Wort /°^en Fehlern, welche nach den Landes- gefetzen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstat ung des Kaufpreises und der Unkosten zurück, zunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, welche sich ,n den ersten zehn bezw. achlundzwanzig Tagen nach Ein- heferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören, ober durch einen mdjt legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorqestellt werden, sind vom Kans ausgeschlossen. Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eme neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Seb£r .°?r H-">f mit zwei mindestens zwei Meter langen Stricken ohne besondere Ver- gutung mttzugebcn. »U Ibun. Das «erlangen wäre auch eine unbeteiligte Einmischung t» daö Begnadigungsrecht des Kaisers. Abgg. Gröber (Clr.) und Schneider-Hamm (natl.) befürworten die Commtssionsantiäge. 9lb0. Rickert (dfr.) erklärt den Verzicht seiner Freunde auf den Antrag auf sofortige Ungülttgketlserklätung der Wahl. Die Commissionsanträge werden mit den vom Abg. Träger beantragten Erweiterungen der Beweise'Hebungen angenommen. Eine Petition der freien Vereinigungen selbstständiger kartiere, Friseure und Periückenmacher Deutschlands, wonach die Lehrlings- privtlegten der Innungen auf die in der erwähnten Vereinigung vertretenen Gewerbe keine Anwendung finden soll, beantragt die Commission der Regierung zur Kenntnißnahme zu überreichen. (Referent Abg. Hempel.) Auf Antrag der Abgg. Dr. Hartmann (conf.), Frhr. o. Stumm (Rp), Metzner (Ctr.) und Hultzsch (conf.) wird über die Petition zur Tagesordnung übergegangen. Die Commifsion empfiehlt, eine Petition betr. die Aufnahme von Bestimmungen über das Jagdrecht und den Ersatz von Wildschaden in das bürgerliche Gesetzbuch dem Reichskanzler alS Material für Prüfung der Frage, ob und eventuell nach welcher Richtung hin Bestimmungen über Jagdrecht und Ersatz von Wildschaden in daS künftige deutsche bürgerliche Gesetzbuch aufzunehmen, zu überweisen. Abg. Dr. Pachntcke (dfr.) begründet den von ihm gemeinsam mit den Abgg. Dr. v. Bar und Goldschmidt eingebrachten Antrag, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. In Mecklenburg, welches staatsrechtlich zurückgeblieben sei, sei der Bauer dem Wilde gegenüber schutzlos und wenn die Rechte wirklich etwas für den kleinen Landwirth t&un wolle, so sei hier Gelegenheit dazu. Abg. Frhr. v. Pfetten (Ctr.) beantragt Uebergang zur Tagesordnung. Er bestreitet dem Vorredner gegenüber, daß hier ein Gegensatz zwischen Groß- und Kleingrundbesitz bestehe, es bestehe nur ein Gegensatz zwischen Grundbesitzern und Jagdliebhabern. Abg. Bäsing (natl.) widerspricht dem, soweit es sich 'um Mecklenburg handle, und befürwortet die reichsgesetzliche Regelung der Wildschadenersatzfrage. Der Antrag der Commission wird angenommen. Morgen 12 Uhr: Weingesetz, Nachtragsetat, Petitionen. Neueste Uacbrid^ten. Wntltf ttlegraoürtche- *iorrefDnnbtnfr«'Hurtai Kassel, 22. März. Nach den letzten hier eingegangenen Meldungen sind in der Stadt Immenhausen insgesammt 60 Wohnhäuser mit 40 Nebengebäuden durch das Feuer zerstört wurden. Außerdem ist viel Vieh in den Flammen umgekommen. Das Feuer war um Mitternacht ausgebrochen. Heute früh wurde die Feuerwehr und Militär von hier re- I quirirt, deren gemeinsamen Anstrengungen es gelungen ist, ! eine Weiterverbreitung des Feuers zu verhindern. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 22. März. Die in Umlauf befindlichen ungünstigen Gerüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers werden vom Hofbericht dementirt. Es sei eine starke Heiserkeit und allgemeine Mattigkeit vorhanden, deren Hebung bei der günstigen Lage von Hubertusstock bald zu erwarten sei. Berlin, 22. März. Der „Post" zufolge ist das Entlassungsgesuch des Grafen v. Zedlitz noch nicht genehmigt. Berlin, 23. März. Graf v. Caprivi reiste gestern Nachmittag wiederum zum Vortrag nach Hubertusstock. Berlin, 23. März. Finanzmini sirr Dr. Miquel, als Nachfolger Caprivis im Ministerpräsidium als Erster in Aussicht genommen, lehnte unter Hinweis daraus, daß er sich in nächster Zeit ganz der Verwirklichung seiner finanziellen Resorm- pläne widmen müffe, ab. Berlin, 22. März. Nach dem „Reichsanzeiger" wird der Voranschlag des Ertrages aus dem Einkommensteuergesetz erheblich übertroffen werden. Berlin, 23. März. Aus eine Eingabe der schlesischen j Apothekenbesitzer um Einführung der Standesvertretung ! der Apotheker erwiderte der Unterstaatssecretär Weyrauch, ; daß solche sehr empfehlenswerth sei. Breslau, 22. März. Für den ganzen Regierungsbezirk > Breslau beträgt der „Schlesischen Zeitung" zufolge das Steuerplus 1 f/2 Millionen. Augsburg, 22. März. Die doppelgeleisige Bahn A u g s- burg-Ulm wurde heute eröffnet und dem allgemeinen Verkehr übergebe«. Wien, 22. März. Dem „Czas" zufolge fordert die russische Behörde alle Ausländer, welche Beamte der südwestlichen Eisenbahnen sind, ferner dort ansäfsige Industrielle aus, bis 1. Juli Russen zu werden, andernfalls erfolge Entlastung der Beamten, resp. Liquidirung der industriellen Unternehmungen. Wien, 22. März. Nach einer Meldung römischer Blätter erhielt der König von Italien von autoritativer Seite die Zusicherung des Verbleibens Caprivis im Amte. Prag, 23. März. Die czechischen Studenten wollen dem Deutschen Kaiser eine Dankadresse in französischer Sprache für Gestattung der Comeniusseier in Deutschland senden. London, 22. März. In Lancashire, Derbyshire, Dort« shire, Leieestershire, Nottinghamshire, Stafford und Südwales erfolgte die Wiederaufnahme der Arbeit durch die Bergleute. Einzelne Grubenbesitzer erhielten wegen Stockung des Kohlengeschästs die Betriebseinstellung aufrecht, so daß mehrere tausend Arbeiter unbeschäftigt sind. Die Bergarbeiter von Durham sind entschlossen, den Ausstand sort- zusetzen. Rom, 23. März. Eine Encyclica des Papstes anläßlich dessen BischossjubiläumS wurde angekündigt. Berlin, 23. März. Der Reichskanzler Caprivi ist heute früh 9 Uhr zum Kaiser nach Hubertusstock gereist. totales unö provinzielles. Gießen, 23. März 1892. — Zum Gedächtuiß an Großherzog Ludwig IV. Nach uns zugegangenen Mittheilungen war der für vergangenen Sonntag in allen Kirchen des Landes angeordnete Trauergott e s d t e n st allenthalben zahlreich besucht. Die Angehörigen aller Consessionen widmeten dem verewigten Großherzog eine Stunde stillen Angedenkens und bewiesen dadurch, daß er ihnen allen auch in religiöser Beziehung nahe stand. Auch die Bewohner Gießens ehrten durch überaus zahlreiche Theil- nahme an dem in den Kirchen der drei Consessionen abgehaltenen Gottesdienste das Andenken des dahingeschiedenen Landesherrn. — Verhaftet. Schon fett längerer Zeit trieb am Riegelpfad dahier ein Brödchendieb fein Unwesen - er bestahl fortgesetzt einen Bäckerburschen, wenn derselbe Brödchen in ein Haus trug und seinen Korb auf der Treppe stehen ließ. Gestern ist es endlich gelungen, den Dieb in der Person eines am Riegelpfad wohnenden arbeitsscheuen Burschen zu ermitteln und in Hast zu bringen. — In der vorigen Nacht wurden dahier zwei von den Schwindlern verhaftet, die am vorigen Markte einem Bauersmanne von Hachborn 300 Mk. im Kümmelblättchen abgenommen hatten. Wie man hört, sollen es zwei bereits wegen Bauernfängerei verfolgte Betrüger sein, die das Geschäft auf den Märkten schon lange betreiben. — Ein Kutscher von hier wurde heute wegen eines Sittlichkeitsverbrechens in Hast genommen. — Einem hiesigen Schaubudenbesitzer erkrankten zwei afrikanische Reger an Lungenentzündung, so daß sie in die neue Klinik verbracht werden mußten. Einer derselben ist heute Nacht der Krankheit erlegen. Friedberg, 21. März. Heute fanden im großen Saale des Rathhauses die Schl u ßp r ü s u n g e n des diesjährigen Cursus der landwirthschaftlichen Winterschule statt, die in diesem Jahrgange von nahezu 40 Schülern besucht war. Zur Feier waren außer den Eltern der Schüler und den Mitgliedern des landwirthschastlichen Vereins als Vertreter der oberen landwirthschaftlichen Behörde Herr Landesöconomierath Müller, ferner Herr Dr. Thaer, Professor der Landwirthschaft an der Universität Gießen, Herr Kreisrath Dr. Braden, Herr Amtmann Wallau, Herr Schul- inspector Schmidt, Herr Bürgermeister Steinhäußer u. A. erschienen. Die Prüfungen betrafen die Thierzucht, Bodenkunde, Rechnen, Düngerlehre und Anatomie und lieferten einen überzeugenden Beweis von den schönen Erfolgen, die in verhältnißmäßig kurzer Zeit erzielt worden waren. Nach der Prüfung sprach Herr Landesöcnomierath Müller Lehrern und Schülern sein Lob aus und stattete diesen und allen, die die Anstalt unterstützt und gefördert hatten, seinen Dank ab. Zum Schluffe vereinigte ein gemeinschaftliches Essen die Theil- nehmer im Hotel Trapp. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 22. März. Unter Theilnahme von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden wurde heute Mittag im Kaisersaal des Römers das vom Professor Kaupert geschaffene Denkmal Kaiser Wilhelms I. in feierlicher Weise enthüllt. Nachdem der Künstler das Denkmal an den Magistrat übergeben hatte, erinnerte der Oberbürgermeister Adickes an die histükische Bedeutung des Kaisersaales und bradite, indem er zugleich das Zeichen gab zur Enthüllung des Denkmals, ein Hoch aus Se. Majestät den Kaiser Wilhelm II. aus. — Das Denkmal stellt den hochseligen Kaiser in Lebensgröße mit dem Kaisermantel bekleidet dar. Schisfsnachrichten. Hamburg, 21. März. DaS Hamburg-Newyorker Post- Dampfscbtff „Wieland", Capitan Karlowa, von der Hamburg Amerika- nifchen Packetfabrt-Actien-Gesellschaft, ist am 20. März, 6 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Literatur und Nnnst. — Erfreulichen Fortgang bat die vom Verlage der Jos. Kösel- schen Buchhandlung in Kempten veranstaltete Lieferungs-Ausgabe der Kneipp'schen Werke genommen. Wir haben bereits bei Erscheinen der ersten Lieferung auf diese vorzüglichen Volksbücher, welche unter dem Sammeltitel »SneippS BottSgesnndheitSlehre^ in 10 Heften zum Preise von ä 60 Pfg. erscheinen, aufmerksam gemacht und thun dieses heute, nachdem uns wettere 5 Lieferungen vorliegen, wiederholt, gleichzeitig darauf hinweisend, daß nunmehr der erste Theil des Werkes „Meine Wassercur" seinen Abschluß gefunden hat und bereits der zweite Theil „So sollt ibr leben!" Behandlung findet. Jedem Freund und Anhänger der Kneipp'ichen Wasserheilmethode, die im Hinblick auf ihre erzielten, geradezu wunderbaren Erfolge immer mehr Verbreitung und Anwendung findet, sei das Werk aufs Wärmste empfohlen; auch Jene, welche sich mit dem Kneipp-System noch nicht befaßt haben, diesem vielleicht mißtrauisch gegenüberstehen, möchten nicht versäumen, von dem Weike, welches eine Fülle practischer Winke und Rathschläge bietet, sich Kenntniß zu verschaffen, wozu eine 84 Seiten starke, reich illuftrirte Kneippbroschüre mit zahlreichen Urtheilen von Aerzten, Stimmen der Presse usw. dient, welche durch jede Buchhandlung wie von der Verlagshandlung direct gratis und fr ar co bezogen werden kann. — Kurzes Repititorium der Kinder.-eilkunde, als Vademecum für die Prüfungen und für die Praxis, gearbeitet nach den Werken und Vorlesungen von Baginsky, Gerhardt, Henoch, Hütte brenner, Monti, Vogel, Widerhofer u. A. Wien und Leipzig, M. Breitenstein. Preis 1.10 Mk. Dieses Repititorium ist ganz nach sinen Principien gearbeitet, welche sich bei den früheren, von der Verlagsbuchhandlung M. Breitenstein berausgegebenen Repetitorien für Med'ciner so ausgezeichnet bewährten, und welche bewirkt haben, daß diese handlichen Büchlein bereits zum unentbehrlichen Begleiter für die Prüfungen geworden sind und auch die piactischen Aerzie dieselben gerne benutzen. Auf Grund der besten und neuesten Werke versaht, bringt das Repetitorium in conciser Form alles Wichtige, was der Student für den grünen Tisch und der Arzt, sofern er nicht Specialist ist, für die tägliche Krankenbehandlung braucht. Insbesondere werthooll sind die Recepte, welche sich auf die klinische Therapie der hervorragendsten Pädiatriker stützen. Außerdem enthält das vorliegende Büchlein einige praclische Winke über die Untersuchung der Kinder, Diätetik des Kindesalters, über die Impfung rc. — Wie wir hören, soll demnächst nach jahrelangen Vorbereit ungen von dem berühmten Andree'schen Handatlas, der bereits in nahezu 250000 Exempla«en verbreUel IN, e.ne völlig neubearbettete, stark vermehrte Auflage audgegeben werden, welche an Schönheit der Stiche und Reichhaltigkeit des Inhalts die früheren Auflagen bei Weitem übertreffen wird. Der Umfang wird 140 bedruckte Kartenseiten (gegen 96 Seiten der ersten und 120 Seiten der zweiten Auflage) betragen und zwar sollen die Karten nur noch aus einer Seite des Papiers gedruckt werden, die Rück'eiten also frei bleiben. Dadurch wird die Herstellung großer schöner Doppelblätter ermöglicht, de zunächst der Karte von Deutschland zu gute kommen sollen, welche in einer Reihe von Sp cialblätiern und in Maßstäben dargestellt sein wird, wie sie sich in keinem andern Handatlas bis jetzt finden. Diese Blätter sollen eine Hauptzierde der neuen Auflage bilden und allen Ansprüchen für den practijchen Gebrauch genügen Ferner haben, wie wir aus der Ankündigung der Verlagshandlung ersehen, die wichtigsten europäischen und außeremopäi'chen Länder, vorzüglich Oesterreich Ungarn, Frankreich, England, Italien und die deutschen Klonten in umfassender Weise Berücksichtigung gefunden. Trotz dieser Erweiterung und Vervollkommnung ist der Preis der neuen Auflage Seitens der Verlagshandlung nicht erhöht worden, so daß man dem Andree'schen Handatlas neben seinen übrigen Vorzügen auch den E haracter unerreichter Wohlfeilheit wird zuerkennen müssen. Um die Anschaffung allen Kreisen des Publikums zu ermöglichen, soll die neue Auflage in billigen Wochenlieferungen zu 50 Pfg. ausgegeben werden, eine Erscheinungsform, die diesem berühmten Unter? nehmen eine große Volksthümlichkeit und Verbreitung in den weitesten Schichten des Publikums sichert. Wöchentliche Aeberfichi der Todesfälle in Gießer. 11. Woche. Vom 13. März bis 19. März 1892. Einwohnerzahl: 20 611 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 50,46»/«, bezw. 22,71 nach AuSschl.der Ortsftemderc. ES starben an: Zusammen: Diphtherie 7 (7) Lungentuberkulose 3 Acute entzündliche Erkrankungen der Aih- mungs-Organe 3 (1) Andere bekannte Krankheiten 7 (3) Sumura: 20 (11) 12 (5) 2 6 (6) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von AuSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen Erwachsene: im oow 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah : 2 (2) • - 5 (5) 3 — — 3 (1) 4 (2) 2 1 (1) Bekanntmachung. Aufschrift der Postseudungea. Zur Sicherung schneller Beförderung und Besiellung der Postsendungen muffen auf denselben Empfänger und Bestimmungs ort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird DaS« find namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrist die Wohnung des Empfängers m ö gl ich ft genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 1. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Woh nung des Empfängers, der Postbezirk (0., N., NO. rc), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Linsbezeichnung e8erHnN zu vermerken. S. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lau« tende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Poft« verkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus dem „Ber- zeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zur» Preise von 10 Pf. durch Bermittetung jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs.Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar nut einer Poftanstalt versehen, desienungeachtet aber niwr als .iU, gemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS sich, oie fcjqe des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu b. z.ichnen. Zu derertigen Bezeichnungen eigmt sich Die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des polltischei' Bezrrts (Pcvvmz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestu"- mungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größerenFlüjse n [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) ic.], oder von Gebirgen f(Harz), (Riesengebirge) rc.s. Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), (Lausitz) rc.j für den Zweck geeignet. 6. Aus Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Post- anstatt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen loll. t. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betretende rand bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben. Tce Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es hegt daher im eigenen Jntereffe der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach aenau aniuferhaen. Große Partien -ÄÄ ** Herren- und Knabenanzüge, Covfirmandenanzüge, Ueberzieher, Havelocks rc werden zu aaßer- gewShalich billigen Preisen verkauft bet Gebr. Stamm, Markt und Schulstraßen-Ecke. [1405 Anfertigung nach Maß in bester und billigster Ausführung. durch Anen Versuch zu Überzeugen. [105 'SU Rauchern ist durch die große, fach. TÄOYYOtl männische Auswahl in Cigarren (SWVkVvlV besserer Qualität von 8—20 Pfg. Gelegenheit geboten, in dem hiesigen Eigarren'Lpecialgeschäft von Philipp Weiler, Markt 1 vortheilhafter zu kaufen, als von auswärts. — Die von Versandt- geschäfteu offerirten Cigarren in jeder Preislage werden in Qualität und Billigkeit bei Weitem Übertroffen. Es wird gebeten, sich ▼/ 7/isit W und y jtfdressfarten in verschiedenen freislagen, sowie sonstige Drucksachen werden angefertigt in der 1 Brühlschen Druckerei 1 (Giessener Anzeiger) Schulstrasne