Nr. 46 ErAes Blatt Mittwoch den 24. Februar 1892 Amts- und Anzeigevlatt für den Aveis Gieren. Hratistieitage: Hicßener Jamikienßkätter Arntlichev Lbeil v. Gagern. 1 9 3 4 5 6 10 11 12 Berlin, 22. Februar. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. des die Alle Annoncen-Bureaux de- In- unb Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgegen. grren und Vorführung der Pferde erforderlichen Mannschaften Sorge zu tragen und in dem Termin die Nachtragslisten über etwaige Ab- und Zugänge an Pferden uns vorzulegen. Zugleich sehen wir der Vorlage einer vom Ortsvorstande ausgestellten Bescheinigung darüber entgegen, welche Pferde nach pos. c—e des $ 4 des Reglements (RegierungS- mit dem Präsidium der Börsen-Enquete Commission beauftragt. Die Generalversammlung der Reichsbank findet am 9. März statt. Berlin, 22. Februar.' In der dritten Woche des Januar bis zum 19. d. M. waren die Anlagen bei der Reichsbank etwas höher. Die Ueberdeckung der Noten durch das Metqll ist bis dahin um ca. 20000000 Mk. gestiegen. Gold fließt andauernd zu. Halle a. S., 22. Februar. Der Magistrat beantragte, bei der Stadtverordneten-Bersammlung 5000 Mk. für Beschäftigung Arbeitsloser zu bewilligen. Metz, 22. Februar. In Novöant wurde ein französischer pensionirter Gensdarmerie-Brigadier verhaftet, welcher der Spionage verdächtig ist. Derselbe wurde nach Metz vor den Staatsanwalt, dann über die Greife gebracht. La Lonviere (Belgien), 22. Februar. Zwei Cem ent- fabriken mit je 200 Arbeitern haben wegen ArbeitsmavgelS den Betrieb eingestellt. Wien, 23. Februar. Einer Meldung der „Pol. Corr." aus Rom zufolge erhalten im nächsten Consistorium bestimmt den Purpur: Galimberti und der Madrider NuntiuS Pietro, Bicar Gilbert werde der Nachfolger ManningS, Bolgini der Secretär der lateinischen Briefe, der Nachfolger BoccaliS. Deutsches Reich. Berlin, 21. Februar. In einem Artikel zur Frage Einjährig-freiwilligen Dienstes äußern sich „Hamburger Nachrichten" in nachstehender Weise: Nenefte Nachrichten. VolsfS telegraphisches ÜoiTeiponben^^ittcan Berlin, 22. Februar. Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes gegen den Derrath militärischer Geheimnisse zugegangen. Vorsätzliche Mittheiluug von Schriften, Zeichnungen, Nachrichten, deren Geheimhaltung das Landesinteresse erfordert, wird, wenn die Sicherheit deS Reiches gefährdet wird, mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft. Wer sich solche Gegenstände vorsätzlich zu weiterer Mittheilung verschafft, wird mit zehn Jahren bestraft, Fahrlässigkeit bis zu drei Jahren Gesängniß. Unterlassene Anzeige wird mit Gesängniß bestraft. Außerdem erhalten die Paragraphen 87 bis 90 des Strafgesetzbuchs eine abgeänderte Fassung. — Dem Reichstage ist ferner ein Gesetzentwurf über den Belagerungszustand in Elsaß - Lothringen zugegangen. Derselbe weist im Kriegsfälle die Befugniß zur Erklärung des Belagerungszustandes, sowie zur Einsetzung der Kriegsgerichte dem commandirenden General, resp. Festungscommandanten zu, ebenso bet Ausruhr. Die vollziehende Gewalt geht dann aus die militärischen Befehlshaber über, welche für ihre Anordnungen persönlich verantwortlich sind. Der Entwurf regelt auch das Verfahren vor den Kriegsgerichten, sowie die Aufhebung der Kriegsgerichte und des Belagerungszustandes. Straßburg, 22. Februar. Der BezirkSpräsidcnt des Ober-Elsaß wies den schweizerischen Staatsangehörigen Max blatt Nr. 30 von 1886) von der Gestellung a genommen sind. Die Pferde sind gemeindeweise in der Reihenfolge aufzustellen, in der die Gemeinden des betr. Musterungsbezirkes verzeichnet sind. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in diesem Jahr eine Vormnsterung des Pferdestandes des Landes vorzunehmen ist. Dieselbe wird im Kreise Gießen stattfinden: 1) zu Lich am 18. März l. I., Morgens 9 Uhr, am Röder- thor an der Straße nach Gießen, 2) zu Großen-Linden am 19. März l. I., Morgens 9 Uh: an der Straße nach Gießen, unweit der Fabrik von Kraust 3) zu Wieseck am 21. März I. I., Morgens 9 Uhr, an de Straße nach Gießen, 4) ZU Grünberg am 22. März l. I., Morgens 9 Uhr, au dem Marktplatz neben dem Schießhaus. Zu dem Musterungsbezirke Lich gehören die Orte. Albach, Annerod, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Hattenrod, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Lich mit Hof Albach, Colnhausen und Dkühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Rieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Oppenrod, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. Zu dem Musterungsbezirke Großen-Linden gehören de Orte: Allendorf a. d. Lahn, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Ober-Hörgern, Watzenborn u. Steinberg. Zu dem Musterungsbezirke Wieseck gehören die Orte: Allendorf a. d. Lda., AltewBuseck, Bersrod, Beuern, Daub- ringen, Gießen mit Schiffenberg, Großen - Buseck, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck, Winnerod. Zu dem Musterungsbezirke Grün berg gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queck- born, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Stockhausen, Veitsberg u. Wirberg, Weickartshain, Weiters- Hain. Jeder Pserdebesitzer ist nach 8 4 des Reglements vom 16. November 1886 „Die Beschaffung der Mobilmachungs- Pferde betr." verpflichtet, bei Meidung der in § 27 des Reichsgesehes vom 13. Juni 1873 „Die Kriegsleistungen betr." angedrohten Geldstrafe bis zu 150 Mk. in dem obengenannten Termine seine sämmtlichen Pferde zu gestellen mit Ausnahme: a. der Fohlen unter 4 Jahren, b. der Hengste, c. der Stuten, die entweder hochtragend sind oder noch nicht länger als 14 Tage abgefohlt haben, d. der Pferde, welche auf beiden Augen blind sind, e. der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tage arbeiten. Gießen, den 22. Februar 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Der „Nationalzeitung" zufolge betrug, soweit bekannt, der Umsatz der Reichsbank im Jahre 1891 ca. 90 Milliarden oder ungefähr 6 Milliarden mehr als in 1890. Der Präsident der Reichsbank wurde Gießen, am 22. Februar 1892. Betr.: Die Vormusterung des Pferdebestandes im Jahre 1892. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen n, eine sehr willkommene Gabe sein. Zum ersten Male berichtet ein Buch in durchaus klarer, übersichtlicher Darstellung an der Hand unwiderlegbaren Actenmaterials über den Zustand der hessischen Armee in jener für Hessen, für das große Vaterland so 'Lwer wiegenden Zeit. Das Buch ist mit der Objektivität des Historikers geschrieben und doch geht warmer Pulsschlag hindurch. Ein nicht häufiger Vorzug bei historischen Werken ist die vornehm elegante Schreibweise des Verfassers, die den Leser ungemein an- muthet. DaS Buch enthält außerdem die letzte Eabtnetsordre des KurfürLen mit seiner Unterschrift in treuer Nachbildung. Kein Zweffel, daß dieses treffliche Werk weite Verbreitung finden wirb. _ — Musikalischer Hausfreund, Blätter für ouSgewählte Salonmustk. Verlag von E. A. Koch (I. Sengbusch) in Leipzig. Pro Quartal 6 Nummern (ä 2«/2 Bogen). Preis 1 Mk. Pflege der HauSmufik durch Darbietung sorgfältig ausgewählter, nicht allzu schwerer und neuer Compositionen, das ist die Aufgabe, d'e sich der so rasch zur Beliebtheit gelangte „Musikalische Hausfreund" gestellt und wie daS soeben abgeschlossene erste Quartal bezeugt, auch gelöst hat. Den Geschmack des kunstsinnigen Publikums in Ton und Wort getroffen zu haben, ist in Anbetracht der vielgestaltigen Zusammensetzung des Abonnentenkreises kein geringes Verdienst, welch letzteres noch dadurch gesteigert wird, daß der „Musikalische Hausfreund" melen Erstlingswerken junger und begabter Musiker den Weg in die Oeffevtltchkeit gebahnt hat. Auch der Lesestoff, dem Verlangen nach Abwechslung huldigend, ist dazu angethan, allen herrschenden Geschmacksrichtungen gerecht zu werden. Eine Musterung des reichhaltigen Inhalts wird ihm die Gunst seiner Gönner auch ferner bewahren und dem lehr- und unterbaltungsreichen Blatte, das soeben seinen fünften Jahrgang begann, sicherlich neue Freunde werben. Eingesandt. Gießen, 23. Februar. Ueber das Kapitel Sonntagsruhe ist in letzter Zeit von Seiten der Geschäftsinhaber in Schrift und Wort so viel geredet worden, daß es uns gestattet fein möge, auch einmal vom Standpunkte der Bediensteten im Handelsgewerbe und insbesondere vom Standpunkte der Angestellten in den Fabrik-, Engros- und Bankgeschäften die Sache zu beleuchten. Wir lasen unlängst, daß sich in der vorberathenden Commission für die Sonntagsruhe Stimmen gefunden haben, welche die Zeit von 11 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags für die geeignetste hielten, die Geschäfte zu erledigen. Wir hörten ferner zu unserem Befremden, daß die Meinung vorhanden war, die Comptoirftunde sogar bis 3 Uhr auszudehnen! Höchstwahrscheinlich dürfte aber, den Beschlüssen der Commission gemäß, die Zeit von 11 bis 1 Uhr an maßgebender Stelle in Vorschlag gebracht werden. Sehen wir uns nun einmal die von dieser Einrichtung betroffenen Lehrlinge und Angestellten etwas näher an! Nur ganz wenige davon wohnen und nehmen ihre Mahlzeiten im Hause deS Prinzipals ein; die erdrückende Mehrheit speist außerhalb und zwar zum Theile im Gasthause, zum Theil im Hause der Eltern oder im Kreise der eigenen Familie. Diese Leute nun werden künftighin an Sonntagen nie vor 7s2 Uhr bei Tisch erscheinen können. In den Gasthäusern, wo neben den Kaufleuten auch andere Beamte, Lehrer, Studirende u. s. w. an den Mahlzeiten theilnehmen, wird man überhaupt nicht warten, sondern den später Kommenden die auf- gewärmten, verhutzelten Speisen nachserviren. Auch in Familien kreisen will man pünktlich essen, namentlich da, wo der später Kommmde nicht das Oberhaupt bildet, man wird also ebenfalls vor- effen und es dem jungen Manne überlassen, sich mit dem Reste, so gut es geht, abzufinden. Aber auch in den Familien der verheiratheten Angestellten wird man die späte Mittagstischstunde als einen großen llebelftanö empfinden. Dienstboten sind in den wenigsten Fällen Vorhand-n, man kann sich daher leicht ausmalen, um welche Stunde die Sonntagsfeier für die Familie beginnt. Im Winter wird die Zeit für Spazi.rgänge überhaupt vorüber sein, aber auch im Frühling und Herbst kann nichts mehr von Belang unternommen werden. Unter diesen Umständen sollte man iür die Comptoirs der Fabrik-, Engros- und Bankgeschäfte thunlichst vollständige Sonntagsruhe einführen, wenn die Vormittagsstunden von 9—11 Uhr wegen des Gottesdienstes nun einmal nicht verwandt werden sollen. Wirklich dringliche, unaufschiebbare Arbeit liegt in den seltensten Fällen vor und namentlich dann nicht, wenn, wie dies bereits seit längerer Zeit von einigen hervorapenden Firmen ohne Schädigung ihrer Interessen eingeführt ist, Sonntags keine Geldpost in Empfang genommen wird. Darum folge man diesem Beispiele allgemein und schließe dann Sonntags die Comptoirs ganz und gar. Ein freier Tag in der Woche ist gewiß Denjenigen zu gönnen, welche jahraus jahrein an das Pult gefesselt sind und denen, wenigstens hier in Gießen, ein freiwilliger Erholungsurlaub, mit ganz verschwindenden Ausnahmen, nicht geboten ist. Darum Samstag Abend Schluß! damit Montags in der Frühe mit neuer Kraft und Schaffensfreudigkeit die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Einer für Biele. Briefkasten. S in B. Oxhoft ist ein Maß für Wein und Spiritus und enthält 17s Ohm. — lieber die wettere Frage werben wohl Die Bestimmungen über die Geschäftsführung der betreffenden Gesellschaft entscheiden. Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen in Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und gediegene Stoffe für Damen, Herren und Kinder, sowie Stoffe rn Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Preis- ftellung und schnellster Bedienung. . [1395 Annahme und Musterlager in Gießen bei 1a. 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