Nr. 70 Erstes Blatt Mittwoch den 23. März 1892 SjchenerAuzeiger Aenerat-Mnzeiger. Die Gießener JamttienStLlter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beige! egt. Der Oletzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Blerteljähriger AvonnemeatsprelAt 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchukstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- unb Anzeigcblcrtt für den Kreis (Siegelt* Hraiisbeilage: Kießener Jamikienökätter Abonnements - Einladung! Bekanntmachung Der^Personen- und Fuhrwerksverkehr in der Nordanlage abgesperrt. Amtlicher Lheil Annahme von Anzeigen zu Mr Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und Ausland«- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgegen. Gießen, den 19. Marz 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Vetttßetzer 199. Plenarsitzung. Montag den 21. März, 12 Uhr. t x S^S Gegenstand ist die dritte Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Gesellschaften m\U beschränkter Haftung. Abg. Dr. Sörömel (dfr.) beant'agt, den Gesetzentwurf von der Tagesordnung abzusetzen. Gegen denselben sprächen erhebliche Bedenken und die Sache sei nicht so eilig, um sie nicht bis zur nächsten Session verschieben zu können. In der nächsten Session würden seine Freunde gern bereit sein, an der Verbesserung mitzuwirken. Abg. Dr. v. Bar (dfr.) schließt sich diesem Anträge an. Staattzsecretär Dr. Bosse: Etwaige Bedenken, die gegen den Entwurf sprechen konnten, seien durch die sachgemäße Beralhung in der Commission beseitigt worden. Er bitte doch, die Vorlage ictu zu erledigen. 1 9 Abg. Dr. Hammacher (natl.) plaidtrt gleichfalls für Erledigung noch in dieser Session. Abg. Dr. Bamberger (dfr.): Mit dem dem Gesetz zu Grunde liegenden Gedanken müsie die practtsche Probe gemacht werden • erweise sich das Gesetz als mangeldaft, so ließen sich die Mängel später noch jeder Zett beseitigen. Er bitte, das Gesetz zu erledigen Abg. Schenck (dfr.) schließt sich dem an. In der Commission feien die von Dr. Brömel angeführten Bedenken zur Sprache gekommen, aber nicht für maßgebend erachtet worden. Abg. v. Strombeck ((Str.) thetlt die Bedenken Brömels, wird zwar der en dloo-Annahme, wenn dieselbe beantragt werden sollte, keinen Widerstand leisten, aber schließlich gegen das Gesetz stimmen, obgleich auch er den Grundgedanken desselben für heilsam halte. Bundescommisiar Geh. Ober-Regierungs,ath Hoffmann tritt den gegen die Vorlage angeführten Bedenken entgegen. Die Generaldtecussion wird geschlossen und der Gesetzentwurf gegen die Stimmen einiger Mitglieder der F,e,sinni-en und deS Centrums angenommen. Bekanntmachung, Amtstage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Donnerstag den 7. April 1892 von Vormittags 8 Uhr an einen Amtstag im Rathhause zu (Yrünberg abhalten und wird den Kreis-Eingeseflenen aus Den Amtsgerichts-Bezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 22. März 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. (Sagern. sichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstvff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal bcigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufaebcn zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exemplare nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch). Gießen, den 22. März 1892. Betr.: Wie vorher. Das Großherzoqliche Kreisamt Gießen an die Groffh. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen (offen. v. Gagern. Es folgt die zweite Berathung deS Gesetzentwurfs betr. die Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften. (Ref. Abg. Hartmann.) . S 1 der Vorlage sichert die Unterstützung Den Familien der auS der Reserve, Land- oder Seewehr einberufenen Mannschaften im Falle der Bedürftigkeit. Die Commission macht die Unterstützung nicht von der Bedürftigkeit, sondern einfach vom Verlangen abhängig und dehnt sie auf die Familien der aus der Eisatzreserve für die zweite oder dritte Uebung einberufenen Mannschaften aus. Nach S 2 der Vorlage soll die Unterstützung mindestens betragen für die Ehefrau in den Sommermonaten 20, in den Wintermonaten 30 Pfg. täglich, für jede der sonst unterstützungsberechtigten Personen 10 Pfg. täglich. Die Commission seht die tägliche Unterstützung fest für die Ehefrau auf 30pCt. des ortsüblichen Tagelohns am Aufenthaltsort des Einberufenen, für jede der sonst unter stützungsberechtigten Personen auf 10pCt., mit der Maßgabe, daß der Gesammtbetrag der Unterstützung 60pCt. des Betrags deS ortsüblichen Tagelohns nicht übersteigt. Nach S 4 der Vorlage soll von den gezahlten Unterstützungen die Hälfte der Mindestbeträge, nach den Commissionsanträgen der volle Betrag aus Reichsmitteln erstattet werden. Als Termin für das Inkrafttreten der Vorlage schlägt die Commission den 1. Juli 1892 vor. Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Die Commissionsvorschläge seien ja von großem Wohlwollen und von Menschenfreundlichkeit bictirt, aber sie nähmen keine Rücksicht auf die Lage der Finanzen. Nach der Regierungsvorlage würde der Reichskasse eine jährliche Belastung von 275 000 Mk. erwachsen; nach den Commissionsvorschlägen aber würde diese Belastung auf V/i bis 2 Millionen gesteigert. Bet der Uebertragung der Grundsätze der Commissionsanträge auf den Kriegsfall würde sich die Belastung aber auf Hunderte von Millionen erhöhen. Er zweifle, daß die verbündeten Regierungen der Vorlage in der Commissionsfassung zustimmen werden. Abg. Hahn (cons.) verthetdigt die Streichung der Voraussetzung der Bedürftigkeit für das Anrecht auf Unterstützung; die daraus erwachsende Mehrbelastung betrage nach der Berechnung der Regierung nur 130000 Mk., welcher Betrag sich noch dadurch reduciren werde, daß ein Theil der Familien der Eingezogenen dir Unterstützung nicht beanspruchen werden. Abg. Singer (Soc.) bedauert die Haltung der Regierung gegenüber den Commissionsbeschlüssen. Die Commission habe kein besonderes Wohlwollen bekundet, sondern nur ihre Pflicht gethan, als sie an Stelle der Bettelpfennige der Regierungsvorlage einen Betrag setzte, der die Familien der Eingezogenen doch einigermaßen vor Noth schützt. (Dicepräsident Graf Ballestrem rügt den Ausdruck „Bettelpfennige" Der Regierungsvorlage gegenüber.) Wenn man in Preußen 10 Millionen für einen Dombau aufwende, wenn man zur Entschädigung für die bisher steuerfreien Reichsunmittelbaren, für Ablösung der Stolgebühren, für Colonialzwecke rc. Geld habe, sei es unbegreiflich, daß die Regierungen hier financielle Bedenken anführe. Wenn ein Krieg wie der vorige mit 5 Milliarden Kriegsentschädigung ende, könne es auf ein paar Millionen nicht ankommen, um die Familien der eingezogenen Mannschaften vor Noth zu schützen. Uebrigens gelte auch hier das Wort: „Bange machen gilt nicht." Die Negierung werde auch hier nicht gegen den Strom schwimmen. Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Die von der Regierung vorgeschlagenen Sätze seien s. Z. vom Reichstage selbst als genügend anerkannt worden; inzwischen habe sich nichts ereignet, was eine solche Erweiterung, wie sie die Commission vorschlage, nöthig mache Von einem Almosen, das die Familien der Eingezogenen erhalten sollten, könnte keine Rede sein; es handle sich um Competenzen Die Meinungsoerschiedenheit bestehe lediglich über da« Maß derselben. Abg. v. Schalscha (Ctr.) beantragt, daß den Unterstützungssätzen der ortsübliche Tagelohn am Wohnort (nicht Aufenthaltsort) des Einberufenen zu Grunde gelegt werde. Abg. Dr. Buhl (natl.) befürwortet die Commisfionsbeschlüsse und wird auch vor der dadurch entstehenden Mehrbelastung nicht zurückschrecken. Durch die Aufnahme der Voraussetzung der Bedürftigkeit in die Vorlage gewinne e« allerdings den Anschein, als handle es sich um eine Armenunterstützung; das müsse vermieden werden. Abg. Dr. Ort er er (Ctr.) befürwortet Die Commissionsvorlage Die finanziellen Bedenken seien bereits in der Commission eingehend erörtert worden. Die in der Vorlage enthaltenen Unterstützungssätze seien zu gering, um die Familien der Eingezogenen vor Noth zu schützen. Redner wendet sich schließlich gegen den Antrag Schalscha. Abg. Gamp (Rp.) hat schwere Bedenken gegen die zu 8 2 von der Commission gefaßten Beschlüsse und gibt denselben gegenüber der Regierungsvorlage den Vorzug. Durch dieses Gesetz würde allerdings das Maß der Unterstützung der Familien im Kriege präjudicirt und welche Mehrausgaben würden dann schon im Falle einer Mobilmachung erwachsen, die noch keinen Krieg im Gefolge zu haben brauche. Abg. Hinze (dfr.) vertritt die Commissionsanträge. In heutiger Zeit kämen Mobilmachungen ohne Krieg nicht vor. Wenn es an Geld fehle, könne man ja noch nachträglich etwas von dem Militär- etat abstreichen. Abg. Meyer-Arnswalde stimmt für die Regierungsvorlage Das Wort „auf Verlangen" fei zwecklos und was die Unterstützungsatze anlange, so seien die der Vorlage doch nur Mindestsätze. Ab. Dr. Osann (natl.) beantragt einen neuen Paragraphen wonach Die nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährten Unterstützungen nicht verpfändet, noch an Dritte abgetreten werden können, auch keiner Art von Zwangsvollstreckung unterliegen. Die Vorlage wird unter Ablehnung des Antrages v. Schalscha und unter Annahme des Antrages Osann in der von der Commission vorgeschlagenen Fassung angenommen. Die von den Abg. Müller, Roesicke und Genossen eingebrachte Novelle zum Unsalloersicherungsgesetz, welche dem BundeSratb Die Befugniß gibt, die Zahl der Stellvertreter der nichtständigen Mitglieder des ReichsoersicherungSamteS au8 dem Stande der Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf je sechs zu erhöhen, wird nach kurzer Debatte zur demnächstigen zweiten Lesung gestellt. Schließlich werden noch einige Wahlprüfungen erledigt Nächste Sitzung: morgen Mittag 12 Uhr: Wahlprüfungen, Petitionen. -------------- Deutsches Reich. Berlin, 21.März. Zur Ministerkrisis in Berlin liegt von neuen Meldungen nur diejenige von der Berufung des Reichskanzlers Grasen Caprivi nach Schloß Hubertusstock I zum Kaiser vor. Offenbar wünschte Der Monarch fern vom lärmenden Getriebe der Neichshauptstadt und vom erregten Streite der Tagesmeinungen sich in der Waldesstille von Hubertusstock mit seinem ersten Berather über die bestehende Krisis in aller Gründlichkeit und Ruhe auszusprechen. Es ist möglich, daß der Reichskanzler mit der allerhöchsten Ge- nehmigung des Entlassungsgesuches des Cultusministers Grafen Zedlitz-Trützschler in der Tasche nach Berlin zurückgekehrt, jedenfalls verlautet inbeffen über die Entschließungen des Kaisers, der vermuthlich auch die nächste Zeit noch in Hubertusstock zu verbringen gedenkt, noch nicht das geringste Zuverlässige. Was die Rolle des Reichskanzlers in der ganzen gegenwärtigen Krisis anbelangt, so scheint eß allerdings rich- tig zu sein, daß auch der Cabinetschef seine Entlassung eingereicht hat, in Consequenz seines bisherigen Eintretens für das neue Volksschulgesetz. Allgemein geht aber die Anschauung dahin, daß der Kaiser die Demission Caprivis nicht angenommen habe, womit die Krisis erheblich'eingeschränkt werden würde. Hinsichtlich des ferneren Schicksals des Volksschulgesetzes gehen die Meinungen noch einigermaßen auseinander- am wahrscheinlichsten bleibt es indessen, daß die Regierung den Entwurf zurückzieht, dann könnte auch der Schluß des preußischen Landtags ganz gut bis Pfingsten erfolgen. — Selbstverständlich hat die in Preußen so unerwartet aus- gebrochene Ministerkrisis auch im Aus lau de die lebhafteste Beachtung gefunden und wird sie hierbei in ihren Ursachen im Allgemeinen ziemlich richtig beurteilt. Nur die meisten Pariser Blätter machen in dieser Beziehung eine Ausnahme, sie bekunden in ihren Beurteilungen über Die Berliner Vorgänge wieder einmal, wie seltsam sich bedeutungsvolle politische Ereignisse in Deutschland in den Köpfen der Franzosen widerzuspiegeln pflegen. — Die Nachwahl im Reichstagswahlkreise Mecklen- burg-Strelitz, welche durch die Ungiltigkeitserklärung der Wahl des bisherigen Vertreters dieses Wahlkreises, des con- servativen Herrn v. Oertgen, nothwendig geworden war, hat keine definitive Entscheidung gezeitigt. Es muß vielmehr eine Stichwahl zwischen dem Caudidaten der Conscrvativen, Grasen Schwerin, und demjenigen der Freisinnigen, Wilbrandt, stattfinden, bei welcher die aus den socialdemokratischen Mitbewerber um das erledigte Mandat gefallenen Stimmen, ca. 2200, die Entscheidung herbeiführen dürften. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieselbe zu Gunsten des freisinnigen Candidaten ausfallen. Zum Bezug des „(Siebener Anzeiger" für Steinstraße und Dammstraße bleibt bis auf Weiteres das 2. Vierteljahr 1892 laden wir hiermit ergebcnst ein. — Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nach- richten der zuverlässigsten telegraphischen Correspondenz- Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben aus dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie inöglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Bettick- land. vermischter. Bayreuth. Bei dieser Auszählung u H 1976 1076 825 682 464 358 322 324 277 75 n ii u tt H n ii n H n in n n n n H Tannhäuser Fliegender Holländer Walküre Meistersinger Rienzi Rheingold Siegfried Götterdämmerung Tristan und Isolde Parsifal Städten, ii H H n ii H n ii H 73 43 39 42 35 32 33 28 30 19 uincicn wirren unb Zerklüftungen unter Mitwirkung von unseren politischen An- nahestehenden Staatsmännern in eine neue glücklichere nidnnnitF,rJCbCS9, bcr-4 wirthschastltchen und geistigen Entwickelung 6r c^Ntand es, bad- ruhige Fortschreiten aus allen Gebieten des menschlichen und staatlichen Lebens anzuregen unb Maßregeln zu fordern. Uns war die Freude beschieden, sein landessurstlrches ernstes Streben und Walten, wie die damit °7.bundenen gesetzgeberischen Vorschläge im Großen unb Ganzen zu dem großen Werke der Förderung des Wohls und Gedeihend des hessischen Volkes mitzuarbeiten. ~ Un6 drangt es deshalb, an seiner Bahre die Gefühle tiefsten ?lr ""den sein segensreiches Leben als ein kostbares Vermachtniß bewahren und glauben in seinem Geiste zu nnkJ TO J?er!n fcitbcr ouch weiter unabhängig unb frei wJSrJ?1a K ^Erme des gemäßigten Fortschrittes, welchem wir M,8&ub Ä'd dleiben, erheben, überzeugt, daß auf diesem Wege Die TTirfil tftXP 1.15111 rr itnh M __l . n. ■ r i c. m - - Oper in Paris, bie in Neueste Nachrichten. Wolfis telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 21. März. Der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, wo auch die Welsenfondsvorlage zur Berathung stand, wohnte von den Ministern nur Miquel bei. Caprivi ist bisher nicht erschienen. Berlin, 21. März. Generaladjutant General der Ca- vallerie, Gras Brandenburg, ist gestorben. Köln, 21. März. Die „Kölnische Zeitung" theilt einen ihr zugegangenen Beschluß des Landgerichts mit, wonach die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage wegen Majestät»- beleidigung ab gelehnt wird. Hamburg, 21. März. Dem „Hamburgischen Corre- spondenten" zufolge ist Fürst Bismarck in ftolge eines am Samstag in Hamburg abgestatteten Besuches von Unwohlsein befallen. Seine für morgen beabsichtigte Reise zum Kreistage nach Ratzeburg wurde abgesagt. Petersburg, 21. März. Nach einer amtlichen Veröffentlichung werden ausländische Gaben für die Bevölkerung der Mißwachs-Gegenden zollfrei durchgelaffen, wenn sie an die Provinzialbehürden ober an locale Hilsscomitvs adressirt sind. Uttivcrfitäts - Nachrichten. fünfter, 15 März. Der Professor der Mathematik an der Wfaen $err Dr. Sturm hat einen Ruf an die Universität zu Breslau angenommen. » Depeschen deS „Bureau Herold". Berlin, 21. März. Die „Kreuzzeitung" meldet: Die Ministerkrisis hat einen vorläufigen Abschluß darin gesunden, daß Caprivi vorläufig Reichskanzler bleibt, dagegen das preußische Ministerpräsidium niederlegt. Die Demission des Cultusministers v. Zedlitz wurde genehmigt. Der neue Ministerpräsident ist noch nicht ernannt. Als Candidaten werden Fürst Radolin und Gras Stolberg genannt. Berlin, 21. März. Entgegen der Meldung der „Allg. Reichscorresp." verlautet bestimmt, Caprivi beharre aus seiner Demission auch nach der Conserenz mit dem Kaiser. Berlin, 22. März. Bezüglich der Ministerkrisis schreiben die „Berl. Pol. Nachr.", daß die Bekanntgabe der königlichen Entscheidungen über die schwebenden gesetzgeberischen sowohl wie persönlichen Fragen für heute zu erwarten sei. Graf Zedlitz hat sich bereits von seinen bisherigen College« im Staatsministerium verabschiedet, um nach Karlsbad zu reifen. Bochum, 21. März. Die Regierung von Arnsberg stellt auf den Zechen und Werken Erhebungen an über die Zahl der Entlaffungen, über die Lohnreductionen und darüber, ob und in welchem Umfange Entlaffungen für die nächste Zeit bevorstehen. München, 21. März. Die Deputirten der pfälzischen Tabak bauenden Gemeinden wurden heute Vormittag 11 Uhr vom Prinzen Ludwig empfangen. — Die Nachricht, daß der Finanzminister v. Riedel sich ganz entschieden für eine Zollerhöhung ausgesprochen, ist nicht zutreffend. Se. Excellenz betonte, daß er die Zollerhöhung für erreichbar und wirksamer halte als eine Ermäßigung der inländischen Steuer und daß er hoffe, im Bundesrathe in dieser Richtung etwas zu erreichen. Er halte die Stimmung heute für günstiger als srüher. Der Minister sprach sich bann noch entschieden gegen das Monopol aus. London, 21. März. In Manchester, Wigan und West- Lancashire wird aus fast allen Gruben heute wieder gearbeitet. Die Kohlenpreise sind wieder aus dem alten Niveau. Wegen des Strikes in Durham wurden in Nordengland nur 24 Schmelzöfen ausgeblasen. Brüssel, 21. März. Gestern wurde in der Wohnung des Lütticher Polizeicommiffars eine mit Explosionsstoss en^ gefüllte Flasche gefunden. Brüssel, 21. März. Der Grubenbrand in Anderlues nimmt zu. London, 22. März. Der „Globe" veröffentlicht einen Bericht, angeblich aus diplomatischer Quelle, daß der Herzog von Cumberland betr. des Welfenfonds aus Wunsch des Czaren beigestimmt habe- dieser habe mit Uebereinstimmung der Königin Victoria Cumberlands Entschließung beeinflußt. Berlin, 22. März. Die „Nationalzeitung"'ersährt, daß der Justizminister die Staatsanwälte angewiesen habe, Anklagen wegen Majestätsbeleidigung gegen die Presse nur nach Genehmigung des Ministers zu erheben. — Nach dem „Börsen - Conrier" besteht die bestimmte Absicht, den Reichstag am 31. März zu schließen. Kaffel, 22. März. Das Städtchen Immenhausen an der Westfälischen Bahn st e ht i n F l a m m e n. Die Kasseler Feuerwehr ist nach dort abgegangen. ty Lande Philipps des Großmüthigm allezeit eine im Reich festgegrundete, bie friedliche fortschreitende Entwickelung verbürgende, hierarchischen und confessionellen Ein- und Uebergriffen hIV? 9rC"Snhctenbc Staatsleitung unser engeres Vaterland schirmen uno vegtucken. Der Prüfstein einer guten Seife nehme Parfüm oder ihre bestechende Farbe, sondern ledig und allein nur ihre Reinheit, ihr Fettgehalt. Das Parfüm hat auf die Haut nicht den geringsten Einfluss man findet es jetzt sogar bei allen sodahaltigen und minderwertigen Toiletteseifen; doch dient es in diesem Falle nur dazu um deren Mängel und Fehler zu bemänteln. Wer in dieser Hinsicht nicht getäuscht sein will, kaufe zum Toilettegebrauche Doerings Seife mit der Eule, von welcher die beeidigten Chemiker feststellen konnten dass sie nur aus den bestgeläutersten Fetten besteht, ohne Soda, ohne Zusatz dass sie der Haut am zuträglichsten wie überhaupt die beste Seife der Welt ist. 223 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. r ! unu jruye Lerbltchenen das Heflenland, wie auch bas große lemsche Vater- jSobener Pasiillen, bie besten unb billigsten Mineral' Pastillen her Welt. Nieberlage bei ©tto ®d)aaf, «ietzen. [237$ * Der „Figaro" bringt eine statistische Tabelle der Vorstellungen der Wagner'schrn Tonschöpfungen. Es wurdet, von 1876 an bis zum October 1891 in Europa gespielt Lohengrin 3014mal r. A"berg, März. In der hiesigen Gefangenen- anstalt tst gestern Mittag der Bismarck-Attentäter Carl K u m a n n im Alter von 38 Jahren an tuberkulöser Gehirnhautentzündung gestorben. Die neulich durch die Blätter gegangene Nachricht war versrüht. Kullmann war, so be- richtet die „Amberger Volkszeitung", ein überspannter, wenn auch nicht gerade ungeschickter Böttchergeselle, der die Lectüre aller möglichen Werke, zu welcher ihn sein Wissensdrang die friedliches Glück'und'S^n^rhKßrn^ I mW* HE Im Jahre 1874 beging bekannt- ßanb^atn Besten gewährleistet werde. * | $ Kullmann tn Ktssingen auf der Promenade das Attentat, wegen dessen er zu 14 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. Kullmann, der sich dem Vernehmen nach in den letzten Jahren ruhig benommen hat, ließ sich in seiner früheren Jnter- mrungszeit Exzesse gegen Gesänginßwärter zu Schulden kommen, bie ihm auss Neue eine achtjährige Gesängnißstrase seiner kampfesmuthigen Hessens deS Einsichtsvollen1 PuaI etn°e^ ^ch sich ziehen. Dort liegt unter vielem Anderen len Regenten wird überall au s Schm rUtchste emp undm * »'n der soctaldemokrattfche Irrlehren hervorsprudeln. Wie er in schweren Tagen für des VattLeS^EHre und Haushallung. Unzufriedenheit, Trunksucht, Einigung muthooll sein Leben einfetzle. fo stand er allezeit treu I sind^Dw^' ?/lderbniß im Gefängniß Sbatten iUL®rrl4l“na Kochschule qethan. NLbabende werden ....... , ^^L iur Entchtung einer Hauswirtbschastsschule sind eS gl Ne Bewegungen "im Leben dVs"Vo7kes7°ffenm SümS'süßesten I Unkniditfcud^'iwtqrqö P'01!' *inf >°lche. Den ersten E'bürsniffe, mußte er bie mit seiner Anregung schon angebahnte I sind überieunt t,,1 n.h 9? t,b,fu*“n 36 Schülerinnen. Wir -äs schweren inneren Wirren | Sebeutun) u'nb LeWenL°welchkb^Ä miLen werd^sich ben Dank der Mit- und Nachwelt oerbtenen. Bei dieser Auszählung ist die fünf Monaten 45 Vorstellungen des Lohengrin veranstaltete^ nur mit den 19 Aufführungen des letzten October mitgerechnet^ Anfmerksam. Herr (bet dem ersten, durch einen Hei- rathsvermittler veranstalteten Zusammentreffen mit einer Dame): „Da ich nicht weiß, mein Fräulein, ob sie blonde oder schwarze Haare vorziehen, bin ich heute noch mit einer Glatze gekommen. Bitte, bestimmen Sie die Farbe meiner Perrücke!" Citeratur und Annft. , ™ 5fr- Aayer, Musterbriefe. Verlag für Sprach- und ^b^Eensch-st (0r. P Langenscheidt), Berlin 8^46. Preis 1.50 Mk. Der Gedanke, el> derartiges Buch herauszugeben eriwelnt befremdlich- es ist doch unbestreitbar, daß „Briefsteller^ einigermaßen in Mtßcredit gekommen find, weil man gewöhnt ist, in denselben lenen schl^lfttgen Stil zu finden, welcher berechtigten Spott fcraul" h°AbCfln ^Senarligkeit des Unternehmens wegen unterzogen wir das Werk einer eingehmden Prüfung, deren Resultat sich dahin zusammen affen laßt: Der Büchermarkt tst um ein vorlüglich s ,bereichert worden Die Briefmuster entsprechen, und das ist ihre beste Empfehlung, dem modernen Geschmack, sie sind frei nnn ?Aen überflüssigen Phrasen und entbehren dabet nicht jener verbind" ltchen Form, welche der gute Ton als unerläßlich dtcttrt Es ist durchaus nicht nothwendtg und vom Verfasser wohl auch nickt beabsichtigt, daß die Briefmuster wörtlich abgeschrieben^^werden sie sollen vorzugsweise nur dann helfen, wenn in mancherlei Lebenslagen in welchen es sich darum handelt, der Sachlage angepaßte Briefe au schreiben, der richtige Gedanke sich nicht einstellen will 1 ~ Die unterbrochene Trauung. Der ungarische Maler Margitay schöpft mit Vorliebe seine Stoffe auS dem modernen Leben und mit keckem Wagemuthe greift er Scenen heraus, die an dramatischen Eonflicten reich sind. Zu den Werken die'er Art gehört auch bas Bild „Die unterbrochene Trauung", bas in bem neuesten Leite °°n »3«r «Uten etirnbc' (Berlin W. 57, Deutsches Berlagshau« Bong & Co.) veröffentlicht ist. Das allseitig beliebte Familienblatt welches sich in literarischer unb künstlerischer Beziehung schnell ben Rus bes ersten beulten Familienblattes erwarben hat bringt neb n diesem prächtigen Gemälbe noch eine Fülle von Reprvbucttonen maberner Silber die entweber tn ausgezeichneter Halzschnlttwieder- gabe ober als Kunstblätter in Lichtdruck und Farbenaquarelldrpck erscheinen. Ganz seid, bedruckte pr" "7 (COe 450 versch. Dispostt ) vers roben- und stückweise porto- und zollfrei in's Haus G. Henneberr Seidenfabrikant, (K. u. K. Hofltef.) Zürich. Muster umgehend Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. ^.,.s.? I^uensvoll sehen wir in dem jungen Sproß des hessischen unserem Großherzog Ernst Ludwig, den verhetßungs- bnifein^ .im Herzen des hessischen Volkes sortlebenden un- vergeßttchen, im Krreg wie im Frieden ruhmreichen VaterS. Gott schütze unseren Großherzog und unser Hessenland! Darmstadt, den 17. März 1892. (Folgen die Unterschriften.) Darmstadt, 18. März. Die „Darmst. Zig." veröffent- licht den ärztlichen Bericht über den Krankheitsverlauf bei dem verstorbenen Großherzog. Derselbe schließt mit den Worten: Es kann der Wahrheit gemäß die beruhigende Verficherung ertheilt werden, daß der ganze Verlauf der Krankheit ein schmerzloser war, sowie daß das Hinscheiden des Großherzogs in leichter und sanfter Weise eingetreten ist. Darmstadt, 21. März. Der Großherzog gestattete den allgemeinen Besuch des Mausoleums Mittwochs von 10 bis 12 Uhr und Freitags von 3 bis 5 Uhr, an allen ^agen gegen Einlaßkarten, welche bei dem Hofmarschallamt Don 8 bis 10 Uhr und von P/2 bis 3 Uhr in Empfang genommen werden können. Prinz Alfred, der Sohn des Herzogs von Edinburg, ist an einem Magencatarrh leicht erkrankt und vorläufig hier zurückgeblieben. Andere diesbezügliche Meldungen sind unrichtig. Mainz, 18. März. 40,000 Veilchen verwendete Herr । Gärtner Rose bei der nach Darmstadt gesandten Bürger- I blumenspende, abgesehen von den anderen Blumen. Man kann daraus ermessen, wie viel Blumen anläßlich des Ablebens des Großherzogs hier und auswärts verwendet wurden. Mainz, 18. März. Eine hiesige Großbrauerei hat gestern mit dec Niederländischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft eine Sendung von 1000 Kisten Bier verschickt - ein Theil der Biersendung geht nach China, ein Theil nach Brasilien. Landwirthschastliche Minke und Rathschläge. △ AnS Oberheffen, Ende März 1892. Hau-wirthschaft. Der Frühling ist vor der Thure, noch kurze Zeit dauert es (hoffentlich!) und wir können uns wieder unter Gottes freiem Himmel bewegen, können arbeiten und Lasten nach Herzenslust, damit Brod und Nahrung wächst für Mensch und Gethier. Vorher möchten wir dem ^Gießener Anzeiger" noch einen kleinen unmaßgeblichen Bei'trag zur HauSwirth- schast senden, er fällt gewiß auf guten Boden. k fQ0cn ^bteres mit voller Ueberzeugung, denn der Sache ist bereits oorgearbettet. In Nr. 231 I des „Gießener Anzeigers" Pom °?er befindet sich eine Annonce, wonach die von dem Allgemeinen Verein für Armenpflege eingerichteten, unter der besonderen Leitung der Frau Provinzialdirector von (Sagern stehenden Nähabende wteder ihren Anfang nehmen sollten. In derselben nr?-4.auf pakg* 2 dn Expost-, welches die Mitbürger $u.r. thätigen Unterstützung der guten Sache, insbesondere daß sie Mitwirken mochten: einen Friedenshafen, einen £)rt ber ^rqutrfung den schwer im Kampf um das Dasein Ringenden bereiten zu helfen, aufiordert. B ^t hoher Freude lesen wir jene Annonce und jene Mtt- therlung, denn man setzt in Gi<ßen an einem Punkte an, der ein “kUAb.ar ,^ch viel Gute« geschaffen werden kann, an der r^!?°s"ichen Ausbildung armer Mädchen". MMN die Töchter unbemittelter Eltern confirmirt sind oder doch )alb hernach, schickt man sie in einen Dienst. Die meisten verstehen "O« «ar nichts. Dem Einsender nnnben wieberhoit Mädchen in den Dienst gegeben, welche buchstäblich noch fein Feuer anmachen konnten. Es beginnt eine bittere Lehrzeit für bie armen Dinger; oft Jommt Hein weh bazu. Die Mädchen laufen bao on, erzählen ihren Eltern bie haarftrLudenbsten Dinge über erbulbete Mißhanblungen man ^be ihnen nicht satt zu essen gegeben (eine Beschuldigung, bie unter hundert Fälltn neununbmunjig Mal erhoben wird und fünf- undneunzig Mal unwahr ist); sie seien mißhandelt, mit Arbeiten uberlaben morben u. s. w. Wieber andere nehmen Dienste gegen ho^" ^ohn an, behaupten, sie können waschen, kochen und puh en unb wenn es dazu kommt, versteht bas Mäbchen nichts, es macht m.cjf s^mutzig als rein unb kann feine selbstgekochten Spe.ten nicht genießen. Woher kommt baS nun alles Die Mütter solcher Mäbchen verstehen biese Arbeiten selbst nur sehr mangelhaft, können also ihre ; k ""terrichten. D'e intelligenteren unter ben Mäbchen inben sich nach einiger Zett zurecht; sie lernen bet ihren Herrschaften Schnitte ber vermögenden Herrschaften. Heira'hm die Mädchen spater, so wollen sie kocken, waschen, w»rth- ichaften, wie es bei d Haupt nichts Rechtes in foileieb r f ’t 6t?ra'6t/' ater doch und nun sollen sie fofllei» ludjtiflr^auMrauen sein Sie si,.d darnach, daß Gott erbarm! f Haushaltung-schaten für bäuerliche Tächter ietit in 8 t ?ul,8,ürH :,,,nmnnC^,br,"\? "" L ndh.im voran' Bon L I"0n» daß bie Räumlichkeiten crroeiierl werden a"ch!'da?es ,e"evsre?ch wi°k7 Unternehmen -rar und