Nr. 18 Freitag den 22. Januar 1892 Der chießener Anzeiger erscheint täglich, etil Ausnahme des Montags. Die Gießener A««rtien6tälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Hichener A nzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Abounemeutspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: ZchntstratzeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen. ] Hratisöeikage: Hießener Iamitienbtätter Aintlicl^ev Theil Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Abg Grober (Ctr.): Das Wahlgeheimniß müsse besser gewahrt werden. Datz diejenigen nichts davon wissen wollten die bisher in ihren Kreisen unbeschränkt geherrscht, sei natürlich Deshalb suchten die Herren von der Rechten jeden Versuch, das geheime Wahlrecht sicher zu stellen, zu vereiteln. (Widerspruch rechts.) Ja, dann schlagen Sie doch etwas Besseres vor. Der Antrag Rickert bedürfe allerdings noch eingehender Prüfung, da dessen Durchfübruna im Einzelnen Schwierigkeiten entgegenftänden. Abg. Heine (5oc.): Am Aufrichtigsten habe noch v. Meyer- Arnswalde gesprochen. Wenn es den Antragstellern mit dem allgemeinen geheimen Wahlrechte ernst wäre, dann würden sie auf Beseitigung des bestehenden Wahloeriabrens zum preußischen Landtage hinwiiken. Ridnr empfiehlt Einführung gestempelter Stimm,ettel welche die Nam n aller in dem Wch kreise ausgestellten Candidaten enthalten; der Wähler habe dann den Namen d.S ihm convenirenden Candidaten nur anzukreuzen (australt'chetz Wahlsystem). Endlich verlangt Redner, daß die Wahlen Sonntags stattfinden. Adg. R inte len (Ctr.): Dos australische Wahlsystem würde eine durchgreifende Aenderung unseres Wahlsystems bedingen, wozu kein Anlaß vorliege. Hoffentlich komme aber die Commission iu practtschen Vorschlägen, damit die Sache endlich aus der Welt geschafft werde. Abg. Munckel (hl.): Ein Gesetz, das leicht umgangen werden könne, wirkt demoralisirend. Das jetzige Wahlgesetz könne bezüglich d-s G hkimnisses der Abstimmung leicht umgangen werden und deshalb sei auch Herr v. Mever als Gegner des geheimen Wahlrechts für das lückenhafte Gesetz. Die Vorschläge des Antrag« Rickert seien allenthalben durchführbar und geeignet, den Zweck zu erfüllen, den sie erfüllen sollen, wenn sie vielleicht auch noch in einzelnen Punkten der Ergänzung bedürfen. Für eine Verschärfung der Straf- Reichstag. 152. Plenarsitzung. Mittwoch den 20. Januar 1892, 12 Uhr. Der PrLstdent wird ermächtigt, Sr. Majestät dem Kaiser iu dessen Geburtstag die Glückwünsche des Hauses zu übermitteln. Auf der Tagesordnung: Anträge aus dem Hause. Abg. Siegle (natl.) begründet seinen Antrag auf Herbeiführung einer statistischen Aufnahme über die Lage der । arbeitenden Klassen. I c„ Abg. Wurm (Soc.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde I für den Antrag. Freilich mit einer Statistik der Durchschnittsziffi-rn I würden sie sich nicht einverstanden erklären. Sehr erwünscht wäre eine Statistik über die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen und die I Einwirkung der indirekten Steuern auf diese Lebenshaltung. Er I fetze voraus, daß in der vom Siaatssecretär v. Boetticher neulich in I Aussicht gestellten Commission für Arbeiterstatistik auch die Soctal- I demokraten vertreten sein würden. I Abg. Schrader (dfr.) stimmt dem Anträge in der Voraus- I setzung zu, daß es sich um eine dauernde Statistik handle. Die Commission für Arbeiterstatistik möge sehr umfangreich gestaltet werden, damit alle Kreise, spectell auch die Arbeiter, darin vertreten sein mögen. Sehr schwierig sei die Lohnstattsttk, da hier Durchschnittsziffern wenig Werth hätten. Unterstaatssecretär v. Rottenburg: Die Commission für die Arbeiterstatistik werde eine dauernde Institution sein. Sie solle nicht Ge'etze machen, sondern nur die statistischen Unterlagen für die Gesetzgebung erschaffen. Der Antrag Siegle wird einstimmig angenommen. Abg. Rickert (dfr.) begründet den von ihm und Dr. Barth I eingebrachten Antrag auf Abänderung des Wahlgesetzes. Der Antrag verlangt vornehmlich die Einrichtung der Abgabe der Stimmzettel in geschlossenen Couverts, um datz Geheimniß der Wahl auf alle Fälle zu schützen. Jetzt stehe das geheime Wahlrecht nur auf dem Papiere. Der Antrag sei nicht neu; man habe früher schlechte Witze darüber gemacht, aber damit nur Unkenntniß der tbatsächlichen Verhältnisse bewiesen, denn aus den Verhandlungen der Wahlprüfungscommission ergebe sich die Nothwendigkett, für eine grötzere Sicherung des Wahlgeheimnisses zu sorgen, und die vorgeschlagene Einrichtung bestehe bereits anderwärts. Der Antrag enthalte insofern gegen früher eine Erweiterung, als er verlange, daß die Wahlbezirke mindestens 400 Einwohner umfassen müssen. Die Liliputaner-Bezirke, wie sie heute beständen, machten das geheime Wahlrecht illusorisch. Leider scheine i es ein Theil der Behörden nicht so ernst mit der Aufrechterhaltung der Verfassung zu nehmen, wie es der Reichstag im Interesse seiner Würde wünschen müsse. Abg. v. Steinau-Steinrück (cons.): Seine Freunde meinten eS ebenso ernst mit dem geheimen Wahlrecht wie die Antragsteller könnten aber für den Antrag nicht stimmen, da buch das vor- geschlagene Verfahren das Wahlgeschäft über die Gcbübr erschwert und theilweise ganz unmöglich gemacht würde. Die Erweiterung, welche der Antrag gefunden, sei auf dem platten Lanbe mit dünner Bevölkerung unburchiüdrbar. Abg. v. Meyer-Arnswalde (fractionslos): Der Antrag Rickert wolle das Wahlgeheimniß noch geheimer machen; er stimme dagegen weil er gegen das geheime Wahlrecht überhaupt sei. Das geheime Wahlrecht stehe in Widerspruch mit dem Princip des Constitutiona- lismus und enthalte eine Beleidigung des Wählers. Die Wahlagitation, eine Erfindung der verstorbenen Fortschrittspartei, werde I noch vermehrt werden nach Einführung von Rrichstagsdiäten. Wie werde es dann mit den Abgeordneten gehalten werden, welche Doppel- I Mandate haben? Sollen diese auch Doppeldiäten haben ? Das beste werde wohl sein, die Leistungen der Herren nach Schluß der Session abzuschätzen. Bekanntmachung. Sonntag den 24. Januar d. I., Nachmittags 2'/. «hr, wird auf Veranlassung des Oberhessifchen Obstbauvereins Herr Landwirthschastslehrer Reichelt von Friedberg im Englischen Hof zu Grünberg einen Vortrag über „Pflege und Schnitte junger Qbstbäume" halten. Alle Mitglieder des Obstbauverems und Freunde des Obstbaues werden hierzu freundlichst eingeladen. Gießen, den 20. Januar 1892. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. Rebel, Amtmann. Bekanntmachung. Die ordentliche Sitzunq des Kreistags des Kreises Gießen findet Samstag den «. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr, in dem Regierungsgebäude dahier mit folgender Tagesordnung statt: 1- Vorlage der Kreiskassenrechnung pro 1890/91 und Erstattung des Rechenschaftsberichts dazu; Genehmigung der Creditüberschreitungen unter den Rubriken 23a, 26, 30, 31 und 35. 2. Festsetzung des Kreiskaffenvoranschlags für 1892/93. 3. Ersatzwahl für den Kreisausschuß. (Das Ausschuß« Mitglied Beigeordneter Keller in Gießen hat wegen geschwächter Gesundheit seine Functionen niedergelegt und ist ein Ersatz bis Ende 1892 zu wählen). Gießen, den 20. Januar 1892. Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Kaisers wird Mittwoch am 27. d. M. nur in dringenden Angelegenheiten verhandelt, der gewöhnliche Audlenztag fällt aus. Gießen, den 20. Januar 1892. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Rach Beschluß der Generalversammlung des landwirth- schaftlichen Bezirksvereins Gießen soll in diesem Frühjahr der Bezug von Saatfrucht und Kartoffeln durch den landwirth- schastlichen Bezirksverein vermittelt werden. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kennt- niß gebracht: 1) daß in dem Voranschläge des landwirthschaftlichen Bezirksvereins pro 1891/92 600 Mark zur Deckung der Transportkosten vorgesehen sind und daß bei Bestellungen von Mitgliedern des landwirthschaftlichen Bezirksvereins, welche den Betrag von 30 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transports der Saatfrucht und Kartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen auf die Bezirksvereinskaffe übernommen werden, daß bei größeren Bestellungen dagegen die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatfrucht insoweit zu übernehmen haben, als die Bestellung den Betrag von 30 Mk. übersteigt; 2) daß Bestellungen von Landwirthen, welche nicht Mit« glieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden, dieselben haben aber, wenn sie nicht vorher noch Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufs bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung I ihrer Bestellungen zu vergüten; 3) daß Landwirthe, welche durch Vermittelung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Saatfrucht oder Kartoffeln zu beziehen wünschen, ihre Anmeldungen bis zum 10. Februar l. I. bei dem Unterzeichneten einzureichen haben; 4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatfrucht oder Kartoffeln alsbald zu erfolgen hat; 5) daß angeboten sind an Kartoffeln loco Hamburg oder Görlitz Magnum bonum, Richters Imperator, Daber'sche, Champions Anderffen, sächsische Zwicbelkartoffel, Lata Rosa I (späte Rosenkartoffel) zu 4 Mk. per Ctr., Kornblume (Paulsens Züchtung), Blauaugen, Hortensia, Weltwunder, Schnee- I flocken, frühe Rosa und gelbe Rosa zu 5 Mk. per Ctr., Bis- quit, frühe blaue Cechswochen, Juno und Simon von Paulsen und deutscher Reichskanzler von Richter zu 6 Mk. per Ctr., Bruce, englische Neuzüchtung aus Magnum bonum zu 9 M per Ctr.; 6) daß Saatofferten bis jetzt noch nicht eingelaufen sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen, Anmeldungen entgegen zu nehmen und längstens bis zum 10. Februar l. I. einzusenden. Gießen, den 5. Januar 1892. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. I Jost. I Staatssecretär im Reichs-Justizamt Dr. Bosse wies daraus I bin, daß im Bundesrathe über die Frage große Mrinungsverschieden- heiken zu Tage getreten seien. Im Reichs-Juftizamt weide der I Antrag, wenn er angenommen werde, eine wohlwollende Prüfung I finden. I i Abg. Schneider-Hamm (nl.) spricht sich für die Einführung I der Berufung aus. Das Wiedcraufnahmeverfahren vermöge die I Berufung nicht zu ersehen. I , Abg. Munkel (f s.) bittet das Haus um einen einmütigen I Beschluß au Gund en d r Berufung, damit diese Einmüthigkeit auch I auf den Dundesrath wirke. Die Berufung sei nicht nur nöthig im I Interesse des Angeklagten, sondern ebenso im Interesse des Richter- I siandes und des Ansehens unserer Rechtspflege überhaupt. I Abg. Stadthagen (Soc.) schlägt dem Bundesrathe all I Compromiß vor: dem Angeklagten die Berufung zu gewähren, dem I Staatsanwalt aber nicht. Die zweite Berathung des Antrags findet ohne vorherige I commisssarische Beraihung demnächst im Plenum statt. I c>. u Morgt?. 1 Uhr: Patent- und Musterschutzconvention mit I Italien, Wahlpruiungen._____________________________ Ausland. I Paris, 19. Januar. Deputirtenkammer. Lessenne und Laur (Boulangisten) verlangen die Regierung wegen der vom „Jntransigeant" gegen ein Mitglied des Cabinets vorgebrachten Beschuldigungen zu interpelliren. (Lebhafte Bewegung.) Freycinet spricht sich gegen eine solche Discussion I aus, mit welcher man nur die Regierung discreditiren wolle. Mehrere Deputirte beantragen die Vorfrage. Laur protestirt gegen dieselbe, indem er hervorhebt, wenn dieselbe angenommen würde, so werde man wissen, daß die Kammer einen I Minister schütze, der schon seit langem von der öffentlichen Meinung gebrandmarkt sei. Der Minister des Innern Constans, hierüber erbittert, stürzt nach diesen Worten in heftiger Erregung zur Tribüne; an der unteren Stufe trifft er mit Laur zusammen und schlägt diesem ins Gesicht. Die Linke applaudirt lebhaft. (Allseitige Bewegung.) Laur wird alsbald von seinen Freunden umgeben unb auf seinen Platz zurückgesührt. Minister Constans wird lebhaft apostrophirt. Da es dem Präsidenten Floquet nicht gelang, den Tumult zu beschwichtigen, hob er die Sitzung auf. Laur wurde beim Verlassen des Saales ausgezischt. Obwohl das Bureau der Kammer sich entfernt hatte, blieben die Deputirten in dem I Saale. In dem andauernden Tumult schlug der Republikaner Delpech dem Boulangisten Castelin ins Gesicht. Bei Wiederaufnahme der Sitzung wurde Constans beim Betreten des Saales von den republikanischen Abgeordneten lebhaft begrüßt. Der Minister bestieg die Tribüne und entschuldigte sich, daß er die Berathung gestört habe; in gewissen Fällen sei es unmöglich, die Kaltblütigkeit zu wahren. (Beifall der Linken.) Die Vorfrage bezüglich der Interpellation Lesenne-Laur wurde mit 438 gegen 44 Stimmen angenommen. Hierauf wurde die Sitzung aufgehoben. Nach aufgehobener Kammersitzung setzten sich die turbulenten Scenen in den Wandelgängen fort. Die Abgeordneten Dumonteil und Montegut überbrachten Delpech als Zeugen Castelins die Herausforderung desselben. Hierbei gerie'then Delpech und Dumonteil so heftig aneinander, daß es auch zwischen diesen Beiden zur Verabredung eines Duells kam. Der boulangistische Deputirte Boudeau wurde in Verfolg einer aufgeregten Auseinandersetzung mit einem Journalisten von dem Letzteren geohrseigt. Die Quästoren ersuchten nunmehr zur Vermeidung weiterer Conflicte die Deputirten, in die inneren Gänge des Hauses zu treten, indem sie sonst genöthigt fein würden, die „salle des pas perdus“ räumen zu lassen. bestimmungen möchte er sich jetzt nicht erklären; versuche mun eS zunächst mit reglementarischen Bestimmungen. Abg. Dr. o. Marquardsen (natl) befürwortet Verweiiung des Antrages an eine Commission. Mit dem Vorschlag der Couvenirung sei er nicht einverstanden, vielleicht sei es möglich, bestimmtere Vorschriften hinsichtlich der Stimmzettel selbst zu treffen. Auch eine Abänderung deS Wahlreglements dürfte sich empfehlen. Hoffentlich führe die Reform zu einer Verminderung der Wahlproteste. Abg. Auer (Soc.): Entweder man müsse das geheime Wahlrecht überhaupt streichen oder man müsse dafür sorgen, daß das Wahlgeheimniß gewahrt werde, was jetzt nicht der Fall sei. Auch die Freisinnigen ließen sich in dieser Hinsicht Dinge zu Schulden kommen, deren sich ein echter und rechter Conservation nicht z« schämen brauchte. Bei Abhängigkeit großer socialer Schichten sei das geheime Wahlrecht möglich, im socialdemokratischen Zukunftsstaate würden wahrscheinlich alle Wahlen öffentlich sein können. Abg. Dr. Barth (frs.) weist auf England und Norwegen hin, wo sich Bestimmungen, rote die hier vorgeschlagenen, sehr gut bewährten. Im socialdemokratischen Staate, wenn es je zu einem solchen kommen sollte, würden Bestimmungen zum Schutze der Wahlfreiheit am allernöth'gtten sein; vorläufig möge man sich aber darauf beschränken, die Wahlfreiheit mit der geheimen Wahl im heutigen Staate zn schützen. Der Antrag Rickert wird an eine 14er Commission verwiesen. Abg. Dr. Reichensperger (Ctr.) begründet den von ihm eingebrachten Gesetzentwurf, welcher die Einführung der Berufung gegen Strafkammer-Urtheile bezweckt. Redner beklagt u. A., datz der Bundesrath die Wiedereinführung der Berufung ohne Angabe der Gründe avgelehnt habe, gegenüber denen eine Widerlegung möglich sei. * Neueste Nachrichten. WolffS trlegr«phischeS Torrespondmz-Vure«. Vera, 20. Januar. Der Ständerath hat das Gesetz, betreffend die Auslieferung politischer Verbrecher, einstimmig angenommen. Paris, 20. Januar. Die klerikalen Blätter publiciren ein Exposö über die Lage der Kirche in Frankreich, sowie eine Erklärung der Erzbischöfe von Toulouse, Reims, Rennes, Paris und Lyon, worin sie die von der Republik gegen die katholische Religion und den CleruS durchgeführten Maßnahmen aufzählen und den Katholiken Angesichts der Lage folgende Haltung empfehlen: Achtung der Landesgesetze, wofern sie den Forderungen des Gewissens nicht Widerstreiten, Achtung vor den Vertretern der Staatsgewalt, aufrichtige, loyale Annahme der politischen Einrichtungen, zugleich aber festen Widerstand gegen alle Uebergriffe der weltlichen Macht auf geistlichem Gebiet uud treue Erfüllung der Wahlpflicht. Paris, 20. Januar. Dem Trauergottesdienst in der englischen Capelle für den Herzog von Clarence wohnte Ribot als Vertreter der französischen Regierung bei. Loudon, 20. Januar. Um 10 Uhr Vormittags ging der Leichenzug des Herzogs v o n Clarence von Sandring- hamhouse über den Wolsertonbahnhos, wohin der Prinz von Wales zu Fuß, die Prinzessin Wales und Töchter, sowie die Herzogin v. Teck und Prinzessin May im Wagen folgten, hach Windsor, wo der Zug um 3 Uhr eintraf. Der Sarg .wurde unter Escorte der Leibgarde von Husaren nach der Georgscapelle getragen; die Prinzen und Vertreter der Fürstlichkeiten folgten - den Gottesdienst verrichtete Bischof Rochester. Abends sand die Beisetzung statt, an der nur die Familienangehörigen theilnahmen. Stockholm, 20. Januar. Der Reichstag wurde heute mit einer Thronrede eröffnet, in der es heißt: Die Verhältnisse zu allen fremden Mächten seien fortdauernd befrie Digende, die unablässigen Bemühungen des Königs zu deren Erhaltung seien erleichtert, je mehr ein gutes Vertheidigungs- wesen die friedliche Unabhängigkeit des Landes bewahre. Angekündigt werden eine Vorlage, betreffend das Vertheidigungs- wesen, die Fortsetzung der nördlichen Stammeisenbahn und erhebliche Herabsetzung der Einfuhrzölle für gewisse Getreidesorten. Rom, 20. Januar. Kammer. In geheimer Ab« stimmung wurden mit 177 gegen 66 Stimmen die Handelsverträge mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn angenommen. Rom, 20. Januar. Das Befinden des Papstes, der gestern und heute mehrere Audienzen ertheilte, ist durchaus befriedigend. Petersburg, 20. Januar. Eine Abordnung französischer Offiziere unter der Führung des Artillerie- Obersten Bange ist behufs militärischer Studien hier eingetroffen. Nachdem dieselben verschiedenen Einladungen seitens ihrer russischen Kameraden gefolgt waren, besuchten sie gestern die Kaserne der ersten Garde-Arttllerie-Brigade, wo das Osfi- ciercorps ihnen ein Frühstück gab. Hierbei toastete der Drigadeches, General Baumgarten, auf den Präsidenten Carnot, und Bange aus daS russische Kaiserhaus. Die Musik spielte die Marseillaise und die russische Nationalhymne. Der russische Batteriechef, Oberst Hippius, trank aus die Brüderschaft der russischen und der französischen Armee, sowie auf die Freundschaft beider Nationen. Andere russische Offiziere toasteten aus die Feldwebel der französischen Artillerie, welche den russischen Artilleristen alljährlich Neujahrswünsche senden. Ein französischer Capitän erwiderte aus einen weiteren Toast aus die französischen Artilleristen russisch: „Danke! Aus Eure Gesundheit, Brüder!" Tiflis, 20. Januar. Die vorgestern eingestürzte Brücke war von einem armenischen Priester erbaut. Die Bevölkerung verlang^ strenge Bestrafung des Priesters. In Folge dessen rotteten sich wiederholt Volkshausen vor dem Wohnhause des armenischen Bischofs zusammen und versuchten einzudringen, wurden jedoch von der Polizei zurückgedrängt. Bei dem Tumult wurden Fenster des bischöflichen Wohnhauses zertrümmert. Depeschen deS „Bureau Herold". Berlin, 21. Januar. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge foll, um dem Mangel in der Organisation der Eisenbahn- Verwaltung abzuhelsen, eine besondere Eisenbahncarriöre mit speciell eisenbahntechnischer Vorbildung eingerichtet werden. Berlin, 21. Januar. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien, die Kronprinzessin Stephanie soll sich in München mit dem Herzog Miguel von Braganza verlobt haben. Erfurt, 20. Januar. Eine amtliche süddeutsche Mittheilung signalisirt das wahrscheinliche selbstständige Vorgehen der süddeutschen Staaten bezüglich Ermäßigung der Person en tarife. Bochum, 20. Januar. Aus den Zechen „Montcenis" und „Julia" in Recklinghausen bei Herne fanden Arbeiter- Entlassungen statt. Aus letzterer wurden 100 Arbeiter entlassen. Münster, 21. Januar. Im Proceß gegen die Bergleute Nick und Genoffen aus Buer lautet das Urtheil gegen Nick als den Rädelsführer wegen LandsriedensbruchS und Todtschlags aus 15jährige, gegen Konrad Lang ebenso, gegen die übrigen aus 14jährige resp. 10jährige Zuchthausstrafe. Kiel, 20. Januar. Prinz Heinrich wurde zur Dienstleistung an das Reichs - Marineamt in Berlin com- mandirt. Posen, 20. Januar. Erzbischof Stab lew Ski traf um IOV2 Uhr, von Gnesen kommend, ein. Am Bahnhose war der ganze Provinzadel anwesend. Nach der programmmäßigen Begrüßung ertheilte der Erzbischof seinen Segen. Gegen 30,000 Personen waren zugeströmt. Einem Commandantur- befehl zufolge müssen Gemeine bis zum Stabsoffizier Vormittags Helm tragen. Bremen, 20. Januar. Die Schifffahrt auf der unteren Weser ist unmöglich. Geestemünde und B,remerhasen sind eisfrei. Wien, 21. Januar. Die „Pol. Corr." meldet aus Rom, im Frühjah rSconsistorium sollen 10 Cardinäle, darunter vielleicht ein Deutscher, ernannt werden. Petersburg, 20. Januar. Der Kriegsminister hat die geplante Truppenverlegung aus dem Innern der Noth- gouvernementS an die preußische und österreichische Grenze definitiv ausgegeben. Warschau, 20. Januar. DaS Bahnhofsgebäude der Bahn nach Iwangorod ist theilweise niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. lkocaler «n- provinzielle». Gießen, 21. Januar 1892. — Neues Theater. Morgen Abend, Freitag den 22. d. M., wird, wie schon gestern kurz gemeldet, zum Benefiz des Herrn Stegemann, des beliebten Liebhabers unserer Bühne, der reizende Schwank „Sie wird geküßt" gegeben. Wir möchten an das hiesige Publikum die Bitte richten, dem jungen Künstler, der uns schon so oft mit hübschen Proben seines frischen Talentes erfreut hat, durch besonders zahlreiches Erscheinen zu beehren. Die Vorstellung beansprucht auch deshalb ein besonderes Interesse, weil Frau Anni Reiners darin zum ersten Male nach ihrer Krankheit wieder auftreten wird. Die gute Wahl des Stückes bürgt dem Publikum für einen genußreichen Abend, und wir wollen hoffen, daß es unseren oben ausgesprochenen Wunsch in recht ausgedehntem Maße beherzigen möge. Dem Benefizianten aber wünschen wir von ganzem Herzen Glück zu seinem Ehrenabende. — Zugleich wollen wir nicht unterlassen, zu verkünden, daß uns am Montag den 25. d. M. abermals ein sehr interessantes Gastspiel durch die Großh. Hess. Hosschauspielerin Frl. Amalie Kramer bevorsteht. Die Künstlerin wird, wie wir hören, nur an einem Abend austreten, versäume daher Niemand diese seltene Gelegenheit. — Berichtigung. In dem gestrigen Bericht über den Fest-Commers des Alten-Herren-Verbandes deutscher Burschen' schaster muß es aus der fünften Zeile anstatt: eine intim burschenschastliche heißen: „eine intern burschenschastliche". — Das am 20. Januar ausgegebene Großherzogliche Regier vugSblatt Nr. 4 enthält: 1. Gesetz, die nachträgliche Aufnahme der von der früheren Oberhessischen Eisenbahn- Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten in den Staatsdienst betr. Vom 6. Januar 1892. 2. Gesetz, die Ablösung i et ZBa erfallzinsen betr. Vom 13. Januar 1892. — Bei der eivgetretenen strengeren Kalte wollen wir nicht unterlassen, zur Erlangung einer „gemüthlich warmen Stube" darauf aufmerksam zu machen, daß vor allem der Ösen richtig „gereinigt" sein muß, nur in einem ruß- und aschefreien Ofen kommt das Brennmaterial vollständig zur Verbrennung und thut dann auch seine Wirkung, ferner ist darauf zu achten, daß die Ofenrohre ganz sind und die einzelnen Theile derselben richtig ineinander passen, jeder, auch der geringste Lustzug durch dieselben hindert den Zug des Ofens und läßt nur zu leicht Rauch und Dunst in das Zimmer gelangen. Eine weitere Hauptsache ist ferner daS „Lüsten" des Zimmers. Vor dem Heizen lasse man durch die geöffneten Fenster so viel als möglich frische Lust in die Stube, je reiner und frischer die Zimmerlust ist, um so fröhlicher brennt daß Feuer im Ofen und um so rascher ist daS Zimmer wieder erwärmt und der Kohlenverbrauch ein geringerer als in einem dunstigen Zimmer. — Die Handelsverträge und die landwirthschaftlichen In» tereflen ia Deutschland. Der Vorstand des deutschen Land- wirthschastsraths hat betreffs der Handelsverträge ein Rundschreiben an die Mitglieder erlassen,- es wird darin dem Bedauern über die Herabminderung der landwirthschaftlichen Schutzzölle Ausdruck gegeben und am Schluffe bemerkt: Wir glauben, daß die landwirthschaftlichen Vertretungs-Körperschaften in Zukunft eine ihrer wesentlichen Ausgaben darin werden erblicken müssen, sowohl jedem weiteren Preisgeben landwirthschastlicher Interessen entgegenzuwirken, wie auch bestrebt zu sein, aus anderen Gebieten und als Ersatz sür die zugemutheten Opfer geeignete Maßnahmen zur Kräftigung und Sicherung der deutschen Landwirthschast zu erweitern. Aus diesen Gründen beabsichtigen wir, auch nachdem inzwischen die Handelsverträge zum Abschluß gelangt sind, die Berathung derselben dennoch auf die Tagesordnung der nächsten Plenarversammlung zu setzen und bitten wir die Herren Mitglieder, auf die Verhandlung hierüber sich insbesondere nach der Richtung hin vorbereiten zu wollen, um der aus der allgemeinen Lage der deutschen Landwirthschast, wie aus den besonderen Verhältnissen der einzelnen Landes- theile heraus nothwendig erscheinenden Maßnahmen zur Sicherung und Förderung der landwirthschaftlichen Interessen seststellen und an geeigneter Stelle befürworten zu können. — Der deutsche Wald. Mehr als ein Viertel des deutschen Bodens ist auch heute noch bewaldet. Von den rund 54 Millionen Hectaren Land, welche das Deutsche Reich umfaßt, sind nach dem Forst- und Jagdkalender des Geh. Oberforstraths Dr. Judeich 14 Millionen Hectare Waldboden. Von dem deutschen Walde sind 32,7 pCt. StaatSsorsten, 15,2 pCt. Gemeindesorsten, 1,3 pCt. Stistungssorsten, 2,5 pCt. Genoffensckaftssorsten, 48,3 pCt. Privatsorsten. Die waldreichsten deutschen Länder sind SchwarzburgRudolstadt, in welchem der Wald 44pCt. des Bodens bedeckt, und Sachsen- Meiningen. Am wenigsten Wald hat Oldenburg, nämlich nur 9,2 pCt. seiner Fläche. Preußen bleibt mit 23,4 pCt. etwas unter dem Durchschnitt. — Die Zahl der Toderfllle hn Jahre 1891, ausschließlich der Todtgeborenen, betrug in Mainz mit Kastel 1528, davon 471 im ersten Lebensjahre (19,0 Todesfälle pro Jahr unfr 1000 Einwohner), in Darmstadt 1107, davon im ersten Lebensjahre 279 (19,6), in Offenbach 756, davon im ersten Lebensjahre 236 (21,5), in Worms 587, davon int ersten Lebensjahre 200 (23,0), in Gießen 509, davon im ersten Lebensjahre 96 (24,7). Die Todesursache anlangend, verstürben an Masern und Rötheln: in Mainz mit Kastel 3, in Darmstadt 14, in Offenbach 1, in Worms 3, in Gießen 4; an Scharlach: in Mainz, Darmstadt und WormS je 4, in Offenbach 5, in Gießen —; an Rachenbräune: in Mainz 94, in Darmstadt 35, in Offenbach 53, in Worms 16, in Gießen 45; an Halsbräune, Croup: in Mainz 4, in Darmstadt 7, in Offenbach 15, in Worms 10, in Gießen 2; an Keuchhusten : in Mainz 11, in Darmstadt 7, in Offenbach 5, in Worms 20, in Gießen 1; an Unterleibstyphus: in Mainz 8, in Darmstadt 2, in Offenbach und Worms je 3, in Gießen 1; an Flecktyphus und Rücksallfieber —; an Ruhr —; an Diarrhoe und Brechdurchfall: in Mainz 129, in Darmstadt und Offenbach je 89, in Worms 67, in Gießen 16; an Wochenbettkrankheiten: in Mainz 8, in Darmstadt 1, in Offenbach und Worms je 5, in Gießen —; an Lungenschwindsucht : in Mainz 232, in Darmstadt 145, in Offenbach 109, in Worms 72, in Gießen 76; an acuten entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane: in Mainz 144, in Darmstadt 136, in Offenbach 97, in Worms 49, in Gießen 64; an Gehirnapoplexie: in Mainz 77, in Darmstadt 64, in Offenbach 36, in WormS 19, in Gießen 17; an acutem Gelenkrheumatismus: in Mainz 3, in Darmstadt, Offenbach und Worms je 1, in Gießen —; gewaltsamen Tod erlitten : in Mainz 53, in Darmstadt 42, in Offenbach 13, in Worms 28, in Gießen 18. Affenheim bei Friedberg, 18. Januar. Gestern Nachmittag verschied hier, an den Folgen der Influenza, Ihre Erlaucht Thekla Gräfin zu Solms-Rödelheim, Gemahlin Sr. Erl. des Grasen Max zu Solms-Rödelheim, eine geborene Gräfin zu Solms-Laubach. □ AuS dem Kreise AlSseld, 19. Januar. Die Preise für Brenn-, Nutz- und Werkholz bei den gegenwärtigen ersten Holzversteigerungen in den Domanialwaldungen stehen nicht aus der Höhe, wie man glaubte befürchten $u müssen, sondern haben einen ganz normalen Stand. Der ungewöhnlich strenge Winter des vorigen Jahres hatte naturgemäß eine Steigerung der Brennholzpreise im Gefolge, aber auch die Preise des Nutz- und Bauholzes erreichten eine bemerkenswerthe Höhe. Bei den damaligen ersten Holzversteigerungen betrug der Preis für vier Raummeter Buchen- Scheitholz 28—36 Mk., gegenwärtig bewegt sich der Preis hierfür zwischen 20 und 23 Mk. Vier Raummeter Buchenprügel galten 17 bis 19 Mark und der Haufen Reisig (6 Raummeter) 3 bis 4 Mk. Der Festmeter Bauholz wurde mit 10 bis 12 Mk., der Festmeter Werkholz (Schneidholz) mit 15 bis 18 Mk. bezahlt. Es ist wohl nicht ausgeschlossen, daß diese Preise bei den weiteren Holzversteigerungen auch wieder steigen können, aber gerade die ersten Holzversteigerungen, bei denen naturgemäß die Nachfrage, namentlich im Brennholz, am stärksten sind, sind oft bezeichnend für die Holzpreise überhaupt. Bei den gegenwärtig so theuren Lebensmitteln ist ein normaler Stand der Holzpreise um so willkommener. Mainz, 20. Januar. Der Stadtverordnete Schäfer har vor einiger Zeit in dem Stadtvorstande den Antrag gestellt, daß allen Kindern, welche die Volksschule besuchen, die Schreibhefte unentgeltlich, d. h. auf städtische Kosten geliefert werden sollen. Sowohl der Schulvorstand als auch neuerdings der städtische Finanzausschuß haben diesen Antrag mit Rücksicht aus die dadurch der Stadtkaffe erwachsenden bedeutenden Kosten abgelehnt. Die Stadtverordneten-Ver- sammluug wird sich nun mit diesem Anttag zu befassen haben, doch dürste eine andere Entscheidung als die der Commissionen nicht zu erwarten sein. Dermifcbtcs. * Berlin, 20. Jan. Der erste Hauptgewinn (600000 Mk.) der Antisclaverei-Lotterie fiel aus Nr. 24 291, das L00S soll in Danzig gekauft und erfreulicher Weise nur „kleine Leute" daran betheiligt fein. 125000 Mk. fielen auf Nr. 124368, 100000 Mk. auf Nr. 69091, 30000 Mk. aus Nr. 147 501. * Kreuznach, 19. Januar. Heute wurde hier em Deserteur vom 69. Infanterie - Regiment (Trier) de» Bezirkscommando überliefert, der sich seit dem Jahre 1885 theils in Belgien, theils in Frankreich und zuletzt in Algier ausgehalten hat. Er kam nach Deuschland zurück, um sich behufs Verheirathung die nöthigen HeimathSpapiere zu holen. In Hergenfeld, seinem Heimathsorte, wurde er sestgenommen und seinem Regimente wieder zugeführt. * „Wie können unsere Frauen zur Ausschmückung Met Wohnräume beitragen?" Dieses Thema stellt neuerdings die Schristleitung der bekannten illustrirten kunstgewerblichen „Zeitschrift für JnnewDecoration" in Darmstadt in einem „Preisausschreiben" zur feuilletonistischen Bearbeitung und ladet alle Interessenten, Männlein und Weiblein, zur Con- currenz ein. Das Manuscript soll nicht unter zwei und nicht über vier Druckspalten Gartenlaube - Formats umfassen ua> sind für die drei besten Arbeiten Preise von je 80 Mk., 60 Mk. und 40 Mk. ausgeworfen, welche nach Maßgabe deS UrtheilS dreier hervorragender Schriftsteller und des Herausgebers der die Concurrenz ausschreibenden Zeitschrift zur Auszahlung kommen, wodurch die Verlagshandlung in den unumschränkten Besitz der Manuscripte gelangt. Der Endtermin für Einlieferung der Arbeiten, welche nach dem bekannten ModuS mit einem Motto versehen sein müssen, während ein beigegebener Briesumschlag mit gleichem Sinnspruch den Namen des Autors enthält, ist der 1. April 1892. — Für nicht prämiirte, aber doch zur Veröffentlichung geeignete Arbeiten