Nr. 11« Samstag Beu 21. Mai 1882 he Gießener Anzeiger >tr Henerat-Mnzeiger er 2ltnts# und Anzeigeblutt für den Avers Grefteir. ll Hratisbeitage: Hießenk»-Kamitienölätter 2lmtiid?er Theil niedergelegt. 4 v. Gagern Kgt und heute früh mit dem Grasen Dohna sitiou ist ein Compromiß zu Stande gekommen, wonach die von Ihnen, welche unserer Verfügung vom (Gießener Anzeiger Nr. 98) noch nicht nachwerden au die umgehende Erledigung der- t rt ^8 !s. !>,, eil lit 1 it t Alle Annonce i-Bureaux de» In- und LuLlande» ncbmtn Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger^ tiityyn. ..jT gement ALerr Zar Pürschjagd. ch it Diejenigen 25. Jipril d. I. gekommen sind, 'selben erinnert. Der Hießener Znzeiger rrlcbeiiit täglich, mir Ausnahme deS Moruag». der Mitglieder der iqzetnen Verbände findet im des Monats statt. . -ssteexe«-' •-/ Xie Gießener F»««ikienötätter Kksben dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Der Vorrath an Gold-, Lilber- und Scheidemünze» und die an Gold reichsten und ärmsten Staaten der Erde. Der Münzdirector der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Leech, hat eine Zusammenstellung entworfen über den muthmaßlichen Vorrath an Edelmetall in den Hauptländern der Erde. Herr Leech ist Autorität und hat jedenfalls zuverlässiges Material, seine Schätzungen dürsten daher Zusammen 3 711 845 000 3 395 412 000 544 186 006 Aus diesen Angaben lassen sich in volkswirthschastlichcr Hinsicht sehr interessante Schlüsse ziehen. DaS an Gold und Depeschen deS „Bureau Herold-. Berlin, 19. Mai. Dem „Börsencourier" wird von unterrichteter Seite mitgetheilt, von den Vorständen einzelner Gruppen des Walzwerkverbandes, welche gestern in Hannover versammelt waren, sei eine Erhöhung des Preises um 5 Mk. vereinbart worden. Eine definitive Beschlußfassung - --------■--------------- — Der elsässische Ne^ .togsabgeordnete North, Vertreter von Straßburg (Lanl , Mitglied der nationalliberalen Partei, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Man dar Deutsches Reich. Berlin, 19. Mai. Die zweitägige Pause in den Plenar- Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses vom Dienstag und Mittwoch ist aus den Fortgang der Commissionsarbeiten von förderndem Einflüsse gewesen. Unter Anderem ist jetzt die.Commission zur Vorberathung des Gesetz- Lnrwurses, betr. die Geheimhaltung der Ergebnisse der Veranlagung zur Staarseinkommenstener, mit ihren Verhandlungen fertig geworden und hat sie die Vorlage mit einigen vom Finanzminister Dr. Miquel acceptirten Abänderungen genehmig:. Die Frage, ob der Landtagsschluß bis Pfingsten ersolgr. oder ob der Sessionsschluß erst nach dem Feste möglich sein wird, erweist sich noch immer als eine offene; sollten aber wirklich die Landboten über Pfingsten hinaus zusammenbleiben müssen, so würde dieser letzte Sessionsabschnitt jedenfalls nur ein sehr kurzer sein. — Das Verhältniß zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck ist in jüngster Zeit auf Grund verschiedener Vorgänge und Gerüchte wieder einmal zur Erörterung gelangt. Diese Betrachtungen gelangen vorwiegend zu dem Schluffe, daß vorerst eine Wiederannäherung zwischen dem Kaiser und dem Altreichskanzler schwerlich zu erwarten stehe, eine Schlußfolgerung, der man eine gewisse Berechtigung in Würdigung der hier obwaltenden eigenthümllchen Verhältnisse schwerlich absprechen kann. Was die umlaufenden Gerüchte über den angeblich bevorstehenden Wiedereintritt des Grasen Herbert Bismark in den Reichsdienst anbelangt, so mußten sie gleich von Anfang an in Anbetracht der gespannten ' Beziehungen zwischen Berlin und Friedrichsruhe als müssige ! Ausstreuungen erscheinen, was nunmehr durch einen Artikel [ über Herbert Bismarck in den „Hamb. Nachr." auch bestätigt . worden ist. — Ueber den Reichskanzler Grasen Caprivi gehen ! schon wieder Rücktrittsgerüchte um. Er soll sich pri- j Darim dahin geäußert haben, er würde, wenn dies in sein : Belieben gestellt wäre, die Reichskanzlergeschäste gern so bald i wie möglich abgeben. Diese Aeußerung scheint denn auch die I Grundlage für die ausgetauchten Meldungen zu bilden, welche ^iir kommenden Herbst eine neue Kanzlerkrisis in bestimmte Aussicht stellen. Einstweilen wird man gut thun, diesen Murhmaßungen kein zu großes Gewicht beizulegen. Leichenfeier für Klapka aus morgen vertagt wird und die Sitzung morgen auSsällr. Die Unabhängigkeitspartei beantragte im Abgeordnetenhause trotzdem die Bestattung aus Staatskosten mit militärischen Ehren und die Errichtung eines Grabdenkmals. Der Ministerpräsident sprach gegen die An« träge. Nachdem die Nationalpartei sich den Anträgen der Unabhängigkeitspartei angeschloffen, wurde über denselben mit 94 gegen 83 Stimmen unter starkem Dumulte zur Tagesordnung übergegangen. London, 19. Mai. Lord Salisbury hielt gestern in einer Versammlung der Conservativen von Hastings eine Rede, in welcher er zunächst den durchaus friedlichen Character der auswärtigen Angelegenheiten hervorhob. Er sagte ferner, daß die Arbeiter in einem Zwiespalt mit den Capitalisten Unrecht thäten, die Gesetzgebung anzurufen. Strikes müßten zukünftig schiedsrichterlich geschlichtet werden. Gegen die im Auslande vorherrschende protectionistische Bewegung müsse England Reziprozitätöverträge abschließen. Kopenhagen, 19. Mai. Der „Dannebrog" segelt beute Nacht nach Lübeck ab, um die griechische Königsfamilie abzuholen. Am Dienstag werden der Prinz und die Prinzessin von Wales nebst deren Kindern Georg, Victoria und Maud hier erwartet. Petersburg, 19. Mai. Das Ministercomite genehmigte endgiltig das Project des Baron Hirsch bezüglich der Ueber- siedelung russischer Juden nach Amerika in allen Details. Athen, 19. Mai. Gestern Abend ist der König mit der ganzen Familie zur Theilnahme an den Festlichkeiten in Kopenhagen abgereist. Schloß und Dors Schlobittcn waren gestern prächtig illu- minirt. Heute ist im Schlosse eine größere Festtafel. Berlin, 19. Mai. Nach einer amtlichen Bekanntmachung sind dem Vorsitzenden des Berliner Männergesangvereins, Canzleirath Weisse im Handelsminister«um, welchem bei der Abreise von Wien vom deutschen Botschafter Prinzen Reuß zwei Briese an das auswärtige Amt mitgegeben wur-en, letztere aus seinem verschlossenen Handkoffer geflöhten worden. Die Briefe enthielten Wiener, Budapester, Belgrader Berichte. Der Diebstahl wurde wahrscheinlich auf dem Bahnhofe in Dresden-Neustadt ausgeführt, als Weise kurze Zeit das Coupe verließ. Pest, 19. Mai. Zwischen der Regierung und der Oppo- Gießen, den 19. Mai 1892. ^,el r essend: Die Anstellung der Kreisstraßenwarte. Das Großhenogliche Kreisamt Gießen an 6k, Großh. Bürgermeister«!«« des Kreises. Bekanntmachung, betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Rüddingshausen. Die Euileiluirg^dss.ö gesetzlichen Verfahrens für die Feld- beremigung der ^Gemarkung Rüddingshausen und für die Anlage von Mgen in den Baumstücken daselbst ist von 100 Gruudeigenthümern, die zusammen 380,0812 ha Fläche besitze«, b antraat worden. Da an dem Unternehmen im Ganzen 487 Grundeigenthümer mit 692,8295 ha Fläche be- theilig: find, ist hiernach die gesetzlich erforderliche Mehrheit für hji Antrag vorhanden. Nachdem das beantragte Unternehmen ui Gemäßheit des Art. 3 des Gesetzes über die Feld- bercimgung vom 28. September 1887 seitens der Großh. Oberen landwirthschaftlichen Behörde für zulässig erklärt worden ist, bringe ich ais bestellter Vollzugs'Commissär obiges Ergebnis nach Art. 11 des angeführten Gesetzes hiermit zur öffentlichen Kenntniß unter dem Anfügen, daß die schriftliche Erklärung der Grundeigenthümer mit der Berechnung der betheiliglen Flachs derselben vom ÄS. l. M. bis einschließlich 3. k. M. ; * - - 4 'a-.'uA LrUrgi vnseifteeei Rüddingshausen offenliegt und daß Einwendungen gegen die ^uläsngkett oder Nechtsbefiändigkeit des Ergebniffes binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittelst )chriftlicher Beschwerde bei der Großh. Oberen landwirthschastlichen Behörde in Darmstadt geltend zu machen sind. (Rieften, den 19. Mai 1892. Der Vollzugs-Commissär: ' Rebel. Berlin, 19. Mai. Der „NalionalzettunL.^ zufolge sind aus die fünfzehn Millionen aufgelegte tmrr Mittelmeer- Obligationen 353/4 Millionen gezeichnet. Die Repar- tition erfolgt gleichmäßig. , // •/.. Pofen, 20. Mai. Einem Posener Blorre zufolge ergab die gerichtliche Untersuchung des Attentats aus den Decau v. Poninski in Koscielec, daß die Annahme, die Räuber seien von der anarchistischen Centralleirung abgesandt, unberechtigt sei. Nürnberg, 19. Mai. In der von dem geschästsführenden Ausschuß der Z^atursorscher-Versammlung berufenen Versammlung erklärte Medicinalrarh Merkel, er rechne, quf eine Betheiligung von 1500 bis 1606 Mitgliedern. Daraus wurde die Bildung der Ausschüffe vorgendmmen. Flensburg, 19. Mai. Die dänisch gefirmten Nord-Schles- wiger wollten eine Deputation jüdjütischer Krude'r unter der Führung von Frauen nach Kopenhagen serd.cn, um dem Könige das Bild der Flensburger Föhrde zl.r goldenen Hochzeit zu schenken. Der Kopenhagener Hos lkhnte die Huldigung ab. j, Nom, 20. Mai. Es heißle, der Justizminister gedenke dem König anläßlich des Bersaffungstages eine Amneüle der infolge des 1. Mai, sowie der wegen DncU und Preß- vcrgeben Berurtheilten vorzuschlagen. Newyork, 20. Maü Der M enichenver luft bei der Ueberschwemmung von Omaha und St. Louis ist sehr a bedeutend, er beläuft sich auf 60 bis 100 Todte. In Siour City sind Hunderte von ihrem Hause vertrieben. In Nebraska ist der Eisenbahnverkehr unterbrochen. Der Strom ist bei St. LmstL yoch im Wachsen. Die Lebensmitttl werden auf Bovren yprbeigeschaffl. - St. Louis, 19. Mai. Der Mississippi durchbrach seine Dämme- 35 Familien befinden sich m Todesgefahr. Washington, 19. Mai. Der Senat bewilligte die Summe für den Bau eines thurmartigen Schlachtschiffes, vier Kreuzern und sechs Torpe doscsiisfen. vierteljähriger --onuemeutspretsr 2 Mark 20 Psg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstrotze Ar.?. Fernsprecher 51. Neueste Hacbricbten. Lorrespondenz-Bureou. Berlin, 19. Mai. Im Abgeordnetenhaus wurde heute über den Antrag RichterS ''.ns Abänderung des Wahlrechtes und Neueuitheilung der .Wahlkreise verhandelt. Nachdem Richter den Antrag begründct hatte, erklärte der Minister des Innern, Herrsurth Erörterungen über ein neues Wahlgesetz hqtten bereits tgefunben, jedoch seien dieselben wegen noch nicht abgeschlosicner Steuerreform noch nicht zu einem Resultate gediehen, dos die Vorlegung eines bezügltchen Gesetzentwurfes gestatte. Nach längerer Debatte, an welcher sich Redner aller Parteien beteiligten, zog Richter seinen Antrag zurück, dg derselb seinen Zweck einer Erörterung der Materie erreicht habe. Der Antrag von Schalscha wegen Aufnahme von Stratbestimmungen in das Einkommensteuergesetz für Vorsitzende nab Mitglieder der Veranlagnngs- commission, welche einen Genfiten gegen seine auf Pflicht und Gewissen abgegebene ^.Declaration anders einschätzen, wird vom Antragsteller, nackdem Minister Miquel denselben für unannehmbar erklärt u w sich eine kurze Erörterung angeschloffen hatte, zurückgez^.'n. Aus eine Frage Richters, ob noch Vorlagen zu ertoaetd* seien, erwiderte Miquel, ja, es sei dies ein NachtragskM, betreffend Wasserversorgung der Oberschlesischen Werke. 9- Montag, 23. Mai, nächste Sitzung. Dieser Nachtragsetat und Petitionen. Knnabmt von Anzeigen zu der Nachwitta,0 für dr» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. jmniH "■"ll । । zutreffend fein. Danach beträgt der Vorrath der Lander: an Silber an Gold Dollar Courant Dollar Scheidemünze Dollar Verein. Staaten Großbritannien 686 845 000 465 512 000 76 566 000 und Irland 550 000 000 — 100 000 OOO Frankreich 900 000 000 650 000 000 50 000 000 Deutschland 500 000 000 102 000 000 102 000 000 Belgien 65 000 000 48 400 000 6 600 000 Italien 140 000 000 25 800 000 34 200 000 Schweiz 15 000 000 11 400 000 3 600 000 Griechenland 2 000 000 1 800 000 2 200 000 Spanien 100 000 000 90 000 000 35 000 000 Portugal 40 000 000 — 10 000 000 Oesterreich-Ungarn 40 000 000 90 000 000 — Niederlande Scandinav. Münz 25 000 000 61 800 000 3 200 000 verein 42 000 000 — 10 000 000 Rußland 190 000 000 22 000 000 3ö 000 000 Türkei 50 000 000 — 45 000 000 Australien 100 000 000 — 7 000 000 Egypten 100 000 000 — 15 000 OOO Mexiko 5 000 000 50 000 000 —— Central-Amerika — 500 000 — Süd-Amerika 45 000 000 25 000 000 __ Japan 90 000 000 50 000 000 — Indien — 900 000 000 — , China — 700 000 000 — Jz Singapore u. s. w. — 100 000 000 — Canada 16 000 000 — 5 OOO OOO Cuba, Haiti u. a. 20 000 000 1 200 000 800 OOO I t k (2 $ r i li b r t>r tzl in Silber reichte Land ist danach offenbar Frankreich, welches mit seinen Gold- und Silbervorräthen selbst England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika übertrifft. Daraus geht aber auch weiter hervor, daß der Wohlstand in Frankreich und die Fruchtbarkeit des Bodens noch immer sehr groß sein müssen, denn aus diesen Factoren allein können die coloffalen Geldmittel Frankreichs hervorgehen. Erfreulicher Weise nimmt aber auch Deutschland in Bezug aus seinen Gold- und Silberbesttz einen recht hohen Rang unter den Ländern der Erde ein, denn es kommt an vierter Stelle, gleich hinter England. Gold-Großstaaten sind in der ganzen Welt nur Frankreich, Nordamerika, England und Deutschland, denn die übrigen Länder besitzen verbältnißmäßig sehr wenig Goldvorräthe. Auch spielen die Sibervorräthe der meisten Staaten gegenüber dem Goldgelbe keine maßgebende Rolle mehr, und man sieht schon daraus, wie schlimm es in der Praxis mit der Abschaffung der Goldwährung werden würde. Reich im Sinne des Besitzes wirklich großartiger Gold- und Stlbermengen sind nur Frankreich, Nordamerika, England, Deutschland, Belgien und dann vielleicht noch , Australien. Alle übrigen Länder sind verhältnißmäßig arm j an Gold- und Silber, wenn man ihren Flächeninhalt und ihre Einwohnerzahl dabei in Betracht zieht. der Hand ihrer eigenen Erfahrungen sich selbst berechnen. Eine solche Berechnung wird sie aber sicher dahin führen, den Behörden für ihr aus Vertilgung der Maikäser abzielendes Bestreben Dank zu wissen und sie mahnen, allerorts solche hierbei tatkräftigst zu unterstützen. (Auffallend ist es, daß in der nächsten Umgebung Gießens von einer Maikäserplage nichts wahrzunehmen ist,- man bekommt höchst selten einen Käfer zu sehen.) Mainz, 17. Mai. Die Nachricht von einem sehr pein- l ich en Auftritt, der sich heute Mittag aus der Kaiserftraße abspielte, macht die Runde durch die Zeitungen. Ein von der Stadt für die dortigen Gartenanlagen bestellter Feldschütze hatte einen Lieutenant angezeigt, weil dessen Hunde angeblich in einem dortigen Blumenbeet Schaden angerichtet hatten. Ueber die gerichtliche Zustellung der Klage gerieth der Offizier in eine solche Aufregung, daß er den Anzeiger aufsuchte, ihm den Säbel auf den Leib setzte und die Zurücknahme der Anzeige begehrte, da er ihn sonst niederstechen würde. Der Offizier behauptete, seine Hunde verließen das Haus nicht, während der Schütze auf der Richtigkeit seiner Anzeige bestand und deren Zurückziehung ablehnte. Da nun der Offizier wiederholt den Schützen mit dem Säbel bedrohte, ging ein Viehtreiber mit einem Knüppelstock drohend vor, und es drängten sich noch andere Leute hinzu, worauf der Lieutenant den Degen einsteckte und einem Soldaten befahl, den Feldschützen zu verhaften. Der Schütze folgte dem Soldaten nach der Polizeiwache. Landwirthschafiliche Winke und Kathschtäge. △ AnS Oberhessen, itn Mai 1892. W ^ündüngung und «rün-üngungspstanzen. Man findet häufig, daß Landwirthe nach der Ernte die Stoppeln umbrechen und weiße Rüben htnetnsäen. Das ist aber auch die letzte Oelung für den Acker, denn die weiße «übe saugt den «öden in erbärmlicher Weise a«s. Daneben ist diese Rübe x« N«tterpstan,e von geringem Werthe. Geht es gar nicht anders, mutz man aus Futtermangel weiße Rüben pflanzen, dann thut man am besten, Lupinen dazwischen zu säen. Diese werden später umgepflügt und ersetzen dem Acker größtentheils die entzogene Käst. k . In Norddeutschland, wo die Gründüngung am allgemeinsten durchgefuhrt ist, machen es die Leute noch profitlicher. Sie säen nämlich Lupinen zwischen die Kartoffeln in Reihen. Natürlich müssen die Kartoffelrethen etwas weiter auseinander kommen, als es gewöhnlich geschieht: auch ist die Ernte etwas behindert. Allein der Landwtrth bedenke einmal, was es heißt: Der Acker wird im Octoder abgeerntet und in demselben Augenblick ist er auch schon gedüngt, um für nächstes Jahr eine neue Ernte hervorzubringen. Noch eine kurze Betrachtung mag hier stattfinden, sie zeigt dem Landwtrth vielleicht am ersten feinen Vorthetl vom richtigen Standpunkte aus. Nehmen wir an, der Bauer productrt, nachdem er die Gründüngung richtig durchgeführt und die sonstigen Fortschritte in Bezug auf künstlichen Dünger u. dgl. m. zu verwerthen gewußt hat um füns-ig Proeent mehr gegen früher. Das ist noch gar nicht viel, denn es sind uns Fälle bekannt, wo nicht 50, sondern 100 bis und noch mehr Procente gegen früher erzielt werden. Ist das nicht ganz dieselbe Wirkung — so fragen wir — als wenn der Bauer seinen Grund und Boden um die Hälfte, das Doppelte und mehr vergrößert hätte? Bringt ein Bauer es durch eigene Arbeit fertig daß er sein Gütchen um daS Doppelte vergrößert ? Schwerlich, es sei denn, daß er den Grundbesitz erheirathet oder ererbt Wir haben aber den Weg angedeutet, wie es geschehen kann, wenn die Leute nur wollen. Was folgt denn daraus? Antwort: Die weiten oder besser hier: die Möglichkeiten des Erwerbs sind bet weitem nicht so schlecht, als es Viele darzustellen suchen. In der Regel taugen die Leute nicht viel, die immer über schlechte Zetten klagen arbeiten und erwerben will, wer sich keiner Arbeit schämt 9(ba fester) der kann extftiren, denn er wird immer Besc^sttgung finden. Im vorliegenden Falle erzieht der Bauer leicht das Doppelte von dem, was er früher hervorbrachte. Er macht also ’o Ätbeü alMtaUt.flr°8' el8 frÜ6tr’ 6a‘ 9ber bod> n,*‘ E« flieht Familien, die einige Morgen Grundbesitz haben, denen es aber an Kapital fehlt, Vieh anzuschaffen. Die Folge davon ist, Vermischtes. * Frankfurt a. M., 19. Mai. Der Erfolg der im l Jahre 1891 hier abgehaltenen zwei Obstmärkte hat das ComitS veranlaßt, auch in diesem Jahre die Veranstaltunq zweier Märkte ins Auge zu fassen. * Speyer, 19. Mai. Der Postpacketbote Peter Magnien unterschlug einen Geldbrief, welcher an die Regierung gerichtet war. Derselbe enthielt 6270,10 äftait. Magnien flüchtete sich nach der Schweiz. * Für das erste deutsch-akademische Säugerfeft, welches zu Pfingsten d. I. (4., 6., 6., 7. Juni) in Salzburg stattfinden wird, zeigt sich in den Kreisen der studentischen Gesangvereine Deutschlands und Oesterreichs, sowie unter | deren alten Herren und vielen Freunden großes Interesse. I flud jetzt gegen 500 active Sänger angemeldet, die akademischen Gesangvereine von München, Leipzig („Arion"), Wien, Prag, Graz und Jiz^rsbruck erscheinen corporativ, nahezu alle anderen in kleineren und größeren Abordnungen. Die Hauptpunkte der Festordnung sind: Samstag, 4. Juni, Abends 8 Uhr: Begrüßungsabend im Kurhause. — Sonntag, 5. Juni, 11 Uhr Vormittags: Festconcert in der Aula academica unter freundlicher Mitwirkung des k. k. Hosschauspielers Herrn Georg Reimers (Prolog von Max Haushofer), des Opernsängers Herrn Toni Petzer und des Mozart u^,-Orchestcrs. — Nach- mittagS: Ausflüge in die Umgebung (Hellbrunn, Gais- berg). — 8 Uhr Abends: Fest-Liedertafel in dem Restaurant am electrischen Aufzuge unter Mitwirkung der Capelle des k. u. k. Jnf.-Rcgts. Nr. 59. - Montag, 6. Juni, 9 Uhr Vormittags: Hauptversammlung in der Aula. Alter-Herren-Tag in den Räumlichkeiten der Salzburger Liedertafel im Stifte St. Peter. — >/,12 Uhr: Festzug und Huldigung beim Mozart-Denkmal. — Nachmittags: Ausflüge. — 8 Uhr Abends: Commers im Kurhause. — Dienstag, 7. Juni: Ausflug in das Salzkammergut. 8 Uhr Früh: Abfahrt der Sonderzüge der Localbahn nach Mondsee. Fahrt mittelst Sonder- Dampfschiffes nach Schärfling. Frühschoppen. Wanderung (eine Stunde) nach St. Gilgen am Attersee. Mittag, effen. Fahrten am See. Rückfahrt. b«6 der Boden keinen Dung bekommt, er wird heruin gequält und gelchunden und bringt doch nichts, oder nur ganz jämmerliche Er- trige Selbstverständlich! Wenn man nichts in den Boden hinein- kommt nichts heraus: gerade so, wie e« der Ösen im Winter macht. Er flieht keine Wärme, wenn nicht ein richtiger Knüppel Holz, r£t®ä!,c1d,,tJ£orlion Kohlen hineingestopst wird. — Um den billige Weise ertragSfähig zu machen, bleibt nur die 0,8 einziges AushülfSmittel übrig. S.“1,“”! *£a8et. J1* ber Bauer die Gründüngungspflanzen: Esparsette, Bohnen, Erbsen, Luzerne, die übrigen Kleearten, Wicken, Waldblatterbse, Delrettig, Senf, Buch: ®"s5" “• A- gut ins Gedächtnis ein. Von diesen sind etliche leicht mH und anzuwenden und wer es einmal thut — natürlich unb Uehetjeugung — der wird es niemals bereuen, fftnffM, 1»? 2->hre sieht auch da« blödeste Auge die günstigen ""fe Sachen auf dem mageren Aeckerchen. a schaffen wächst; es dauert nicht lange, so steht das De? Rann besser, Überall zeigt sich Befferung. 2"her aus den GrundftÜckm lag, ist gebrochen; mit Hruschen wird reparirt, Scheuer und Stall ebenfalls, mit einem Worte : es geht vorwärts, weil der richtige Weg gesunden worden ist, auf dem das Fuhrwerk fahren kann Offenbar gieht der Stickstoff, welcher in der ganzen Welt, doch°ia h?nV r9^8, .»'2""mt, der Io schweres Geld kostet und ta U 8 »u haben ist, das Mittel für den Bauer an die Hand, n* Ein berühmte, Landwtrth und landwirthscha t lidjer Gelehrter, «ch«ltz.r»pitz tst sein Name, ,-at irgendwo ^cküoff ist der größte Vagabund, ben man sich b«"n- Er zieht überall herum, barum mutz man ihn fest. K "°g"ch ist. Einfacher, leichter unb billiger n ? £ ftlcf,t“?iaaimelnben Gründüngungspflanzen ist er aber mnrLi bT\ N-chbem dies erkannt und tausendfach erprobt WhH aJ m « rb di« Anwendung unterläßt, sich 'Eldst am meisten schaden. Die Natur läßt für die verschiedenartigsten hur*fbhffem)Untb^9män0itl aQerIei Kräuter und Mittel erstehen, wo- m "Eeder jur Gesundheit gelangen können. Der an Stickstoff Mangel leidende Landwtrth baue sttckstoffsammelnde Gründüngungspflanzen und er wird in seinen Verhältnissen immer kräftiger und gesunder werden. £anb- unb volkswivthschafk. $eute ^Echter abgehaltenen „Walpenmarkt war der Htmmel nichts weniger als aünftia: bFrn£hp?Cn Avrmtttag über rieselte ein feiner Regen ununterbrochen An^^ M.^^ENUNgeachtet war der Markt doch recht stark besucht. ?ar