Nr. 219 Dienstag den 20. September 1892 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Tie Gießener Aamitienötälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Anzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzsigebltttt für den "Kreis Gieren. HraLisöeilage: chießener Kamitienöl'ätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 llhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid?ev Thesl 88 aus folgenden des 1. Tafel- und Wtrthscbaftsobst. schaftsfrucht. Zwergstamm. 6 Stück Acpfel einer Sorte. Feurlleton 1 b soupieren." Der Kellner reichte ihm die Speisekarte. crz i Vorzeigen der Nichtmitglieder b 6 c. 6 d. 6 e. 6 a. 6 b. 6 c. 6 d. 6 't 4 (1. Fortsetzung.) nahm er in einem gkniirhlichen Eckchen b. 6 c. 6 d. 6 e. 6 f. 6 g- 6 h. 6 i. 6 Dort angelangt, Fenster Platz. „Kellner!" „Herr Baron!" „Ich werde hier Mitglieder haben für ihre Person gegen Mitgliedskarten pro 1892/93 freien Eintritt. 1 haben 20 H Eintrittsgeld zu entrichten. Das Localcomite in Nidda besteht । Herrei : Vorsitzender: Beigeordneter Braun. Er wanderte ein Stück den Weg am Musikpavillon herauf- als er wieder Kehrt machte, begegnete ihm der Gegenstand seiner Sehnsucht am Arme eines stattlichen Herrn. Er wandte stch unwillkürlich, als das Paar vorbei war, um und bemerkte, wie die Dame lachend dem Herrn etwas erzählte. Also auch in der hatte er sich getäuscht, auch sie hatte bereits ein ^erbnitnib! Baumanns Retnellkn. Parkcrs Pepptng, Rolher Etscrapsel, Danziger Kaniapfil, Früchte einer anderen (Sorte. 2. Früchte vom „Die Schildkrötensuppe kann ich sehr empfehlen," sagte sich respectvoll verbeugend. "Bon! Also erst Schildkrötensuppe und dann Krammets- vögel und eine Flasche Margaux." 3 Königsdorf war ein wenig Gourmand und benutzte siets den Aufenthalt in Berlin, etwas Ausgezeichnetes zu wählen. Der Anmeldeschein ist bis spätestens 2 0. Sep- tember entweder direct oder durch den betr. Ortsobmann an Herrn Landwirthschaftslehrer Andrae in Büdingen einzusenden. Spätere Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Die Ausstellungsgegenstände sind am 4. und 5. October ganz frei an „die Obstausstellung in Nidda" einzuliefern. Nicht oder ungenügend frankirte Sendungen werden nicht angenommen. (Postsendungen bis zu 5 kg sind also mit 30 H zu frankiren und mit dem Vermerk „ganz frei" zu versehen.) Das Rollgeld vom Bahnhof Nidda nach der Ausstellung wird vom Aussteller erhoben. Die Ausstellungsgegenstände sind am Montag dsn 10. October, Morgens zwischen 7 und 12 Uhr, abzuholen. Was in dieser Zeit nicht abgeholt ist, wird Nachmittags 2 Uhr öffentlich zu Gunsten der Ausstellung versteigert. Deutscher Reich. Berlin, 17. September. Die am vergangenen Donnerstag stattgefundene Sitzung des preußischen Staats- Ministeriums hat nicht weniger als fünf Stunden in Anspruch genommen. Heber ihren Verlauf werden aber sehr verschiedene Angaben laut, denn während man auf der einen Seite behauptet, die neue Militärvorlage für den Reichstag und die neuen Steuerreformvorlagen für den Landtag hätten die Hanptgegenstände der Berathung gebildet, wird auf der anderen Seite versichert, es sei in der Sitzung weder vom Arbeitspläne des Reichstages noch von demjenigen des Landtages die Rede gewesen. — Der preußische Landtag soll nicht auf den 8. November einberufen werden, wie ursprünglich verlautete, sondern erst auf den 15. November. Vermuthlich wird dann der Reichstag nicht vor Ende November zu seiner Winter- scssion einberusen werden. Oberhessischer Obstbauverein. Bereinsöezirke Mdingen und Schotten. Obstausstellung in Nidda. Vom 6. bis 9. October d. I. findet in Nidoa in den Räumen der Brauerei „Zum Gambrinus" eine Obstausstellung statt, ju welcher nur die Mitglieder der Kreise Büdmgen und Schotten Ausstellungsgegenstände einsenden können. Dieselbe wirb am Donnerstag den 6. October, Vormittags 11 Uhr, feierlich eröffnet und am Sonntag den 9. October, Abends 6 Uhr, mit feierlicher Preise- und Drplom- Vertheilung geschlossen. Die Anmeldungen haben mit Hülfe des Anmeldescheines zu geschehen, welcher der Nr. 6 der Vereinszeitschrift für die Mitglieder der Kreise Büdingen und Schotten beiliegt. Verwechselt. Von Alexander von Degen. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz dem Vorstande des Gewerbehalle-Vereins in Darmstadt gestattet worden ist, eine Verloosung von Industrie-Gegenständen im Monat December d. I. zu veranstalten. Die Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung ist unter der Bedingung ertheilt worden, daß der vorgelegte Verloosungsplan eingehalten wird, insbesondere nicht mehr als 20000 Loose zu 1 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 65 % des Brutto-Erlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind, der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet worden. Gießen, den 17. September 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. „Entsetzlich langweilig!" murmelte er und verließ in Gedanken versunken den Park. er auf den Lippen balancirte, plötzlich heruntergefallen wäre- hastig bückte er sich nach derselben, da fiel zufällig sein Blick durch das Fenster und er war wieder vollständig erwacht. Was er in unmittelbarer Nähe vor seinem Fenster sah, war vollständig dazu angelhan, auch die leiseste Spur von Müdigkeit bei ihm verschwinden zu lassen. An einem kleinen Tische hatte sich nämlich soeben eine reizende junge Dame, deren Formen in einem eng ansitzenden blau und weiß gestreiften Kleide Vortheilhaft zur Geltung kamen, niedergelassen. Sie strich die blonden Locken, die in buntem Gewirr unter dem kleinen schwarzen Capothüicheu hervorlugten, von der Stirne zurück, warf einen flüchtigen Blick auf das Programm, bestellte bet dem Kellner ein Glas Bier und sah alsdann sehnsüchtig nach dem Stadteinaana des Parkes. Arno blickte bewundernd zu der jungen Dame hinüber, so viel Liebreiz und Schönheit meinte er noch niemals in einem Menschenkinde vereint gesehen zu haben. „Das wäre eine Frau für dich!" dachte er , denn alles an ihr athmete höchste Vornehmheit und Eleganz. Nur daß die Dame so ganz allein war, machte Arno etwas stutzig. Er erhob sich, zahlte das Souper und ging, die Dame betrachtend, an deren Tisch vorüber. Ein unwilliger Blick traf ihn, als die junge Dame bemerkte, daß er sie beobachtete. Mitglieder: Baumann, Wilhelm; Drott, Friedrich; Erk, Wilhelm; Cloos, H. W.; Kranz, Kreisbaumeister; Meier, Ingenieur; Reuning, August; Ringshausen, Karl; Roth, Hermann; Roth, Karl; Rullmann, Bürgermeister; Schenk, Forstmeister; Schneider, Amand; Uhl, K. L.; Uhl, Wilhelm. Am Sonntag den 9. Ociboer findet eine Versammlung des Oberhessischen Obstbauvereins in Nidda statt, in welcher der Vorstand der Pomologischen Gärten in Friedberg, Herr K. Reichelt, einen Vortrag über „Obsthandel und Obst- verwerthung" halten und einer der Herren Preisrichter Bericht über die Obstausstellung in Nidda erstatten wird. Als Programm für die Ausstellung sind folgende Preisaufgaben gestellt: I. Schöne, gut knltivirte Früchte. A. Steps,l. 1. Früchte vom Hochstamm. 2luslatt6. London, 17. September. Die „Daily Chrouicle" bedauert den in dem Entschluß des Lordmajors liegenden Mangel an Sympathie »gegenüber Hamburg. Kreise der City wollen einen eigenen Hilfsausschuß für Hamburg conftituiren. b. c. d. e. f. g. IV. Produkte der Obstverwerthuug. Apfelweine: a. zum Verkauf, b. zum eigenen Gebrauch hergestellt, Apfelschaumweine, Beerenweine, a. Tischweine: 1. von Bei kaufsfirmen, 2. von Privaten, b Liqueurweine. 1. von „ 2. „ Traubenweine, Fruchtsäfte, Obsthonig, Obstbranntweine. Bekanntmachung, betr. Maul- und Klauenseuche zu Ulrichstein, hier Ausfall des Viehmarktes daselbst. Da die Maul- und Klauenseuche sowohl in Ulrichstein 136 Preußen Schleswig Altona 12 5 5 1 3 4 1( ) 3 Wandsbeck 1 — 2 1 7 1 r 2 Lüneburg Wilhelmsburg 4 — 4 3 5 2 L 1 Stade Neuenfelde 1 — 1 — 1 3 - Vereinzelte Erkrankungen: Regierungsbezirk Schleswig: in drei Orten der Kreise Stormarn, Segeberg und Pinneberg insgesammt 2 Erkrankungen, 2 Todesfälle. Regierungsbezirk Lüneburg: in der Stadt Harburg und einem Orte des Landkreises Harburg 2 Erkrankungen. Regierungsbezirk Stade: in der Stadt Stade und sechs Orten der Kreise Jork und Kehdingen 5 Erkrankungen und 3 Todesfälle. Berlin: 1 Erkrankung (Kind Woytkowski). Regierungsbezirk Potsdam: in den Städten Spandau und Eberswalde und einem Orte des Kreises Westpriegnitz je 1 Erkrankung. Regierungsbezirk Stettin: in der Stadt Stettin 1 Erkrankung. Regierungsbezirk Düsseldorf: in der Stadt Crefeld 1 Erkrankung. Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin: in der Stadt Rehna 1 Todesfall. Berlin, 17. September. Ein Hilfscomite zu Sammlungen für die Nothleidenden in Hamburg hat sich heute Mittag unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Zelle im Rathhaussaale constituirt. Berlin, 19. September. Gestern wurden hier neue Fälle an asiatischer Cholera constatirt- dieselben sind sämmtlich von Hamburg eingeschleppt. Im Moabiter Krankenhause befinden sich noch 32 Männer und 19 Frauen. Hamburg, 17. September. Dänemark hat die deutsche Grenze militärisch besetzt, um den Verkehr mit Deutschland gänzlich abzudrecken. — Die Cholera-Commission ließ einige Hundert abessinischer Brunnen einrichten. Die Cholera hat namentlich aus den Schiffen zugenommen. Der amerikanische Berichterstatter Stanhope trifft morgen hier ein und quartirt sich in den Cholerabaracken ein. Hamburg, 19. September. Von Samstag bis Sonntag Mittag wurden 286 Kranke und 12 7 Todte gemeldet, davon entfallen aus Samstag 190 Kranke und 82 Todte- die Transporte von Samstag lauten 163 bezw. 53. Es ist eine merkliche Abnahme der Epidemie eingetreten. Brussel, 19. September. Am gestrigen Tage erfolgten drei Erkrankungen und zwei Todesfälle an der Cholera. Es wird eine Zunahme der Epidemie befürchtet. Die Zeitungen kritisiren fchärsstens die Abwesenheit des Bürgermeisters und seines Stellvertreters, welche auf Urlaub im Orient sind- die Blätter halten die Schutzmaßregeln für mangelhaft. Antwerpen, 19. September. Die Cholera nimmt hier zu, der Gesundheitszustand ist unbefriedigend. Gestern erkrankten 23 Personen und 5 Todesfälle erfolgten. Havre, 19. September. Hier wurden neuerdings 10 Erkrankungen und 3 Todesfälle gemeldet. Lissabon, 19. September. Auch hier ist die Cholera ausgetreten - das Ausladen von amerikanischem Getreide wurde untersagt. Eine starke Steigerung der Kornpreise steht bevor. totales un6 Lrovinziellcs. Gießen, 19. September 1892. — Ernennung. Der ordentliche Professor der Rechtswissenschaft, Herr Dr. Paul Iörs, wurde zum Rector der hiesigen Ludewigs-Universität ernannt. — Oberhesfifcher Geschichtsverein. Aus Einladung seitens des Marburger Geschichtsvereins unternahm am letzten Samstag Nachmittag (17. September) ein Theil des Oberhessischen Geschichtsvereins einen Ausflug nach Großen-Linden zur Besichtigung der alten Kirche daselbst. Leider war die Aufforderung von Marburg aus so spät erfolgt, daß die Gießener Vereinsmitglieder ^nicht mehr öffentlich zur Theil- nahme eingeladen werden konnten. Lebhafte Verhandlungen erhoben sich über die Frage, ob die sehr roh in Stein ausgeführten Bildwerke am Portal symbolisch zu deuten seien oder ob sie nur den Zweck der Verzierung und Raumausfüllung hätten. Auch über das Alter der Kirche war man verschiedener Ansicht. Trotz heftigen Regens wurden einige photographische Ansichten ausgenommen. Der Rückweg nach Gießen wurde bei leidlichem Wetter zu Fuß zurückgelegt, um Zeit für einen Besuch des Gießener Museums im alten Rathhaus zu gewinnen. Die Marburger Herren sprachen sich sehr anerkennend über die Sammlungen aus und sanden nicht wenige Gegenstände von allerhöchstem Kunstwerth und größter Seltenheit. Noch bei Licht wurde die Besichtigung der Sammlungen fortgesetzt, bis die Abschiedsstunde schlug. — Der Gießener Verein hofft, nächsten Sonntag den 25. September mit den Marburger Freunden wieder zusammen zu kommen, um die Arbeiten des Herrn Koster am Limes in Augenschein zu nehmen. Derselbe hat bei Langenhain unweit Friedberg ein römisches Kastell von ungewohnter Größe aufgefunden und obgleich er noch nicht in das Innere mit seinen Ausräumungs- und Schürfarbeiten gedrungen ist, doch schon verschiedene Kleinfunde von großem Interesse gemacht. Bei der großen Wichtigkeit dieser vom Reich unternommenen Pfahlgrabenforschungen ist eine Besichtigung der bis jetzt gefundenen Ergebnisse für die Mitglieder des Geschichts- Vereins und alle Freunde der Geschichte ohne Zweifel vom höchsten Interesse. — Amtseinführung. Am 15. September hat sich im hiesigen Justizgebäude ein Ereigniß vollzogen, das doch nicht mit Stillschweigen übergangen werden sollte: Der neuernannte Landgerichtspräsident Freiherr von Rico» ist an jenem Tage durch den Geheimen Staatsrath Hallwachs in sein Amt eingeführt worden. Hierzu hatten sich die Mitglieder des Landgerichts, der Staats- und Rechtsanwaltschaft, soweit hier anwesend, in Amtstracht eingesunden. Geh. Staatsrath Hallwachs gedachte zunächst in ehrender Weise des scheidenden verdienten Präsidenten Knorr, forderte aber dann die Anwesenden auf, dessen Nachfolger durch treues Zusammenwirken im Dienste der Gerechtigkeit nach besten Kräften zu unterstützen. Präsident von Ricou erwiderte in ebenso einfacher wie gewinnender Weise, daß er das aufrichtige Streben mitbringe, allen Anforderungen gerecht zu werden und Alle, die mit ihm zu wirken berufen seien, um thatkrästige Unterstützung bitte. Nachdem ihm solche allseitig zugesagt worden war, endete die Feier in so herzlicher Weise, daß wir von der Wirksamkeit des neuen Präsidenten das Beste erwarten dürfen. — Rückkehr aus dem Manöver. Das Regiment Kaiser Wilhelm ist in der Samstag Nacht wieder aus dem Manöver zurückgekehrt. Die Reservisten wurden gestern Vormittag entlassen. Dieselben marschirten um 11 Uhr mit klingendem Spiel nach dem Bahnhofe. In ihren Erwartungen, in Rheinhessen gute Quartiere zu finden, sind nach allenthalben vernommenen Aeußerungen unsere braven Kaiser-Musketiere nicht getäuscht worden. Sr. Hausen (Kreis Gießen), 18. September. Bei der gestern hier vorgenommenen Bürgermeisterwahl siegte der Beigeordnete Schm an d t über den seitherigen Bürgermeister Dern mit einer Majorität von nur zwei Stimmen. ** Climbach, 17. September. Bei der heute in der Gemeinde Climbach abgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Peter Stein einstimmig zum Bürgermeister wiedergewählt. ** Aus dem Lumdathale, 18. September. Als Curiosum wird hierdurch veröffentlicht, daß in der Gemeinde Allen- dorf a. d. Lda. der Schreinermeister Heinrich Bergmann einen Kartoffel st rauch vorzeigte, der die außergewöhnliche Länge von 2 Meter 95 Zentimeter hatte, auch der Ertrag an Knollen ein ganz normaler war. Grünberg, 17. September. Gestern wurde bei der hiesigen Bürgermeisterwahl der seitherige Bürgermeister Herr Chr. Pracht II. mit 282 Stimmen (bei 432 Stimmberechtigten) wiedergewählt. Abends wurde demselben ein Fackelzug und durch den hiesigen Musik- und Gesangverein ein Ständchen gebracht. (D. Ztg.) Butzbach, 17. September. Bei der am 15. September dahier stattgehabten Gemeinderaths-Ergänzungswahl war die Betheiligung eine sehr schwache- von 401 Wahlberechtigten machten nur 154 von ihrem Stimmrechte Gebrauch. Wiedergewählt wurden die Herren: Franz Schneider mit 129, L. Wiehler mit 114 und Joh. Theis mit 109 Stimmen. Neugewählt wurde Herr Joh. Heinr. Küchel mit 71 Stimmen. -k- Bad Nauheim, 18. September. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger Bürgermeister Jean Wörner jr. mit 402 Stimmen wiedergewählt. Der Gegencandidat Kaufmann Th. Andreas erhielt 81 Stimmen. Die Wahl fand unter sehr reger Betheiligung statt, indem von ca. 600 Stimmberechtigten 486 ihr Wahlrecht außübten. Möge auch die fernere Amtsperiode des Herrn Wörner eine für die Gemeinde segensreiche fein. A. Aus Südhessen, 18. September. Die wenigen kalten Tage in der ersten Septemberwoche sind schnell durch warmes, trockenes Wetter in der zweiten Septemberdekate verdrängt worden. Wir hatten am 14. ds. Mts. sogar noch zwei Gewitter mit kräftigem Regen- seitdem ist es wieder sehr warm. Man ist jetzt mit der Grummeternte beschäftigt. Sie fällt recht spärlich aus, auf manchen trockenen Stellen steht nichts. Die Grummetpreise sind ungemein hoch. Der Gentner kommt häufig auf 4—5 Mk. zu stehen und dieselben Wiesenflächen kosten für die Grummetcrescenz mehr als für das Heu. — Noch theurer als die Futtermittel ist das Obstes kommt im Detailverkauf auf 20—22 Mk. pro Doppel- centner. Diesen hohen Preisen gegenüber nehmen sich die Karkoffelpreise wesentlich besser aus. Die Spätkartofseln werden jetzt nach und nach unter Dach gebracht. Sie sind vortrefflich nach Menge und Güte geraden. Man findet 12—18 Knollen, nicht selten sogar 20—25 Stück an einem Stocke. Für 5 bis 6 Mark kann man die feinsten Speisekartoffeln anschaffen, während die Wirthschastskartoffeln auf 3 bis 4 Mk. pro 100 Kilo herabgegangen sind. Wahrscheinlich werden die Kartoffeln im Frühjahre theurer, weil die Leute wegen des Futtermangels viele verfüttern. — Der Tabak läßt sich besser an, als man dachte. Die sogen. „Grumpen" werden in den verschiedenen Riedorten mit 8 bÜ 15 und 20 Mk. pro Centner, je nach Qualität bezahlt. — Dir Gurken, welche in dem Riedorte Biblis von befonberci Güte gezogen werden, haben trotz der Cholera lebhaften Ab- satz gefunden. Auch das Weißkraut, das in der Gegent