Dimstag ben 19. Juli 1892 und Zlirzeigeblatt für den Areis Giefzen. Hralirkeikage: chießmer Iamikienökätter. Feuilleton Innahm« von Hnjeigen ju btt Nachmittag» für bat falgtnbin lag trschtintnbtn Stummer bi* Sona. 10 Uhr. IBe »nnancen-Buteaux be» Ja. unb 8u*lenbe* nehmen Anzeigen für ben „Siegener Anzeiger' entgegen. glied des Schiedsgerichts und deffen Stellvertreter zu wählen; 2. darüber zu beschließen, ob die im Grund-(Flur-)Buch enthaltenen Größenangaben oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Be. remigung zu Grund zu legen sind; 3. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächen- gehall oder den Abschätzungswerth der Grundstücke oder durch Bildung und Verkauf von Maffegrund- stucken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfniß erhoben oder durch Capitalaufnahme aufgebracht werden sollen. Außerdem können Wünsche und Anträge Seitens der Bethetligten vorgebracht und berathen werden.' In dieser Versammlung hat jeder anwesende betheiligte Grundetgenthümer eine Stimme, die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittheilen der An- wesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten verbindlich. Kommen giltige Beschlüsse nicht zu Stand, so hat: Zu 1: die Landescommission die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen; „8“ 2; die Ermittelung des Flächengehalts der Grundstücke durch Vermessung zu erfolgen; zu fasse/' ^"^ugscommission die erforderlichen Beschlüsse Gießen, den 5. Juli 1892. Der Vollzugscommissär: Nebel, Amtmann. Rr. 165. Zwettrs Blatt Vierteljähriger Avonnementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mi. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Fernsprecher 51. Der Metzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener -samilien Stälter werden dem Anzeiger 4,-chentlich dreimal beigelegt. GWemrAnzÄM Kenerat-Mzeiger. Bekanntmachung, betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Rllddingshausen. Nachdem die Einwendungen, welche gegen das durch ne,ne Bekanntmachung vom 19. Mai d. I. verkündete Ab- tlmmungsergebniß erhoben wurden, Seitens der Großh. )berm landwirthschaftlichen Bchörde verworfen morden sind, :nd nachdem diese Behörde den Beginn der Feldbereinigungs- wbeiten angeordnet hat, lade ich sämmtliche beteiligten ^Se'ptembe/l887 9mä6 16 beS Gesetzes vom freitag den 82 Juli l. I., Bormittags 11 Uhr, im -Lchulhause zu Rüddingshansen attfindenden Versammlung. Die Versammlung hat: 1. die zur Vollzugscommission zu berufenden Sachver- ständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mit- vernmischtes. * Guuzeuhauseu, 16. Juli. Heute früh 4 Uhr entgleiste bei der Station Windsfeld ein Güterzua. Der Maschinenführer, der Bremser und der Heizer wurden getödtet. Der an dem Unfall Schuld tragende Wechselwärter warf sich unter die Räder der herbeigerufenen Hilfsmaschine und wurde ebenfalls getödtet. * Wien, 16. Juli. Zwölfhundert sächsische Turner passirten heute ohne Aufenthalt Wien auf einer Turnersahrt nach Graz. * Brünn, 16. Juli. Der Tuchhändler Sorer, der Censor der Oesterreich-Ungarischen Bank, erschoß sich unweit Wien Kaa^T“ Wechselfälschungen im Betrage von dOO 000 Gulden. unö sofern bezüglich der Burgschafts- (Zahlungs-)Fähigkeit des Wlrthes Zweifel nicht bestehen. . _ . — Gerichtliche Entscheidungen. Die öffentliche Be- schtmpsung der Bibel ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Strafsenats, vom 17. März 1892, nicht ohne weiteres als Religionsvergehen aus § 166 des St.-G.-B. ju bestrafen. Der unbefugte Aufenthalt auf einem Eisenbahnperron, welcher für die mit den Eisenbahnzügen ankommenden und abgehenden Reisenden bestimmt ist, auch nach der ausdrücklichen Aufforderung des beaufsichtigenden Beamten, sich zu entfernen, ist, nach einem Urth eil des Reichsgerichts, III.Strafsenats, vom 17. März 1892 als Hausfriedensbruch zu bestrafen. — Weltausstellnugsuotiz. Unter den Auspicien des „Paper -trabe Club of Chicago", Verband von Papier- sabrikanten und -Händlern, wird eine Papiermühle im Jackson- Park errichtet und in Betrieb gesetzt werden. — In der kürzlich abgehaltenen Sitzung des Ausschusses der Pferdezucht- Vereine m den Elbmarschen wurde vom Vorsitzenden die Mittheilung gemacht, daß der Minister für Landwirthschaft den Pferdezuchtvereinen in den Provinzen Ostpreußen, Hannover und Schleswig-Holstein zur Beschickung der Aus- stellung in Chicago 96,000 Mk. in Aussicht gestellt habe. — Dre preußische Staatseisenbahn-Verwaltung beabsichtigt, die Bewilligung der erforderlichen Mittel vorausgesetzt, in Chicago auszustellen und zwar nicht nur Modelle, sondern auch Locomotiven, Personen- und Güterwagen der neusten Bauart. totales Mttö provinzielles. Gießen, 18. Juli 1892. . . ~ $“r b-e Geldbriefträger ist eine neue Bestimmung, betreffend die Aushändigung von Werthsendungen an Fremde ohne Legitimation in Gasthöfen, getrosten worden. Danach sind die Briefträger ermächtigt, Sendungen mit Werthangabe bis 400 Mark und $oft« anweisungen an unbekannte Personen in Gasthöfen auch dann, wenn diese Personen genügende Ausweispapiere nicht vorlegen können, zu bestellen, sofern der Wirth Bürgschaft übernimmt, mit dem Zusatze als „Bürge" die Quittung mit vollzieht, außerhalb seines Kalküls; gehörte er doch von Amtswegen zu den Honoratioren. Dies war nach seinem Dafürhalten auch für die stolzeste und schönste Jungfrau des Städtchens ein sehr verlockender Köder. Fast täglich entzog er sich jetzt seinen Scatbrlldern, um Sechsundsechzig" zu spielen. Das that er allerdings nicht ohne Widerwillen; aber was ®er alte Weiß hatte nun einmal seinen ganz beson- deren Gchchmack und war niemals vergnügter, als wenn er eine Vierzig melden konnte. Dann blickte er triumphirend über die auf seinem Sattelnäschen hockende Brille hinweg und rief seinem Gegner zu: „So is et jut; nu werden Sie ood; mal Schneider!" oder er schrie mit dem Brusttöne °5r U°berzeugung.: „Ick sag et ja - gegen unser olles Sechsundsechzig sind die vier Wenzel jar nischt, et is, weeß J°", bet feinste Spiel, wat ick kenne!" Bisweilen suchte dann Herr Eduard Hollinger die frohe Laune des grauköpfigen Berliners auszunützen und begann von dem liebenswürdigen Trudchen und von der schönen Zu- kunft zu reden, die er einer heirarhsfähigen Dame aus guter tyatmlie bereiten könnte. Da aber erwiderte der Alte ent- r ebe* lQr ober er sag" nur: „Bllrgermeesterken, Sie nnd doch ooch n jebildeter Mensch. Warum wolln Sie sich nu überstürzen? Mit Dampf jeht et bei so wat nich!" m .. ämc8r Zase5' als sie wieder am Kartentische saßen und Papa Weiß em Langes und Breites über die Tugenden Otti[ic S°ipr°chen hatte, erzählte er scylietzltch, daß sie noch, vor Sonnenuntergang verreisen müsse. „Meme Tilly," jagte er nicht ohne sichtliche Rührung, ,,ts eben, wat man een Prachtmächen nennt. Allens weeß |te, allens kann sie, und darum schick ick sie ooch jetzt zu meinem Bruder nach Görlitz. Dem soll sie die Wirthschaft fuhren, bis seine Olle, die sich jestern wat verkrackst Hal, wieder uff’n Beenen is." Das war für unseren Herrn Bürgermeister ein Wink der gütigen Vorsehung. Tilly räumte das Feld, und ihre lungere Schwester durfte nun ungestört seinen Heirathsantrag Nach einer schlaflosen Nacht kam der Morgen des sieg- verheißenden Tages, mit ihm aber auch eine Fülle rasch zu erledigender Amtsgeschäfte, und erst gegen Abend, als es bereits ju dunkeln begann, die Stunde der Entscheidung Lange promenirte Herr Hollinger unter den Fenstern der Weitzschen Wohnung, ohne die Auserwählte seines auf Mitgift und Gegenliebe speculirenden Herzens zu erblicken. Dort saß sie doch fast immer und musterte die zwei oder die drei aus der Straße herumwimmelnden Menschen. Warum nicht auch heute? Oder sollte der in ihm tobende Sturm sim ohnehin schwaches Auge noch mehr geschwächt haben? Vergebens suchte er seinen Kneifer. Den hatte er offenbar 6etm Umkleiden in der abgelegten Alltagsweste stecken laffen. Unverzüglich wollte er heimkehren und ihn holen, da begann es sich hinter der Fenstergardine zu regen. „Sie ist es >a, sie ist es!" flüsterte er sehnsuchtstrunken, stolperte über die Schwelle des Hauses und schwankte die Treppe hinaus Verlegen betrat er das Zimmer und mit vibrirender Stimme stammelte er seinen Gruß. Keine Kerze, kein Lampenlicht erhellte den schon in Dunkel gehüllten Raum aber die schlanke Gestalt, die mit einer höflichen Verneigung be§ Hauptes sein Kompliment erwiderte, war unftreitiq die Verkörperung der jungfräulichen Schönheit, um die er werben wollte. Die Heißersehnte stand vor ihm; das unterlag für ihn keinem Zweifel, und die vom günstigen Moment gegebene Ermuthigung entfesselte seine Beredlsamkeit. Nach einigen nichtssagenden, aber anscheinend freundlich aufgenommenen Worten kam er zur Sache. „Verübeln Sie mir nicht," so Hub er an, „daß ich, ein achtunddreißigjähriger Wtttwer, der außer seinem aufrichtig liebenden Herzen und einer sehr respectablen gesellschaftlichen Stellung nichts besitzt zu Ihnen, verehrtes Fräulein, den Blick zu erheben wagte" Nur selten erfreute ich mich Ihrer Beachtung, doch, so oft dies geschah, bemerkten Sie jedenfalls, daß all mein Streben auf den Erwerb Ihrer Zuneigung gerichtet war, daß ich Sie auf Händen durchs Leben tragen würde. Nicht länger wollte und konnte ich mich gedulden, und so erschien ich heute in Ihrer holden ^ahe, um Ihnen zu schwören, daß ich ohne Sie nicht leben kann. Reichen Sie mir Herz und Hand und machen Sie mich zum glücklichsten aller Staubgeborenen!" (Fortsetzung folgt.) 2lmtlid?cr Theil. Gießen, den 16. Juli 1892. Betr.: Die Remunerirung des Feldschptzpersonals. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeister«!«,, de- «reifes. 3ur Belohnung des Feldschutzpersonals ist uns auch für 1891/92 Seitens Großh. Ministeriums ein Credit zur Verfügung gestellt worden. Sie wollen uns daher binnen 14 Tagen diejenigen Feld- nutzen Ihrer Gemeinden, welche sich durch treue Pflichterfüllung ausgezeichnet haben, unter Angabe ihres Alkers und der Dienstjahre, namhaft machen. , W" machen hierbei darauf aufmerksam, daß es weniger aus die Zahl der zur Anzeige gebrachten Feldfrevel ankommt, als auf den von dem betr. Bediensteten betätigten Diensteifer insbesondere in Verhütung von Freveln durch fiele Anwesen- 9eit im Felde und daß ferner auch das außerdienstliche Ver- halten (nüchterner Lebenswandel) mit in Betracht zu ziehen ist. Glelchzeltig werden Sie uns diejenigen Feldschützen, welche Sie emer Belohnung nicht für würdig halten, unter Angabe der Grunde benennen. v. Gagern. Anser Herr Bürgermeister. Aus dem Leben eines Kleinstädters. Von Julius Bruck. (1. Fortsetzung.) ^Keinen überraschen, daß er schon i Lullte nach dem Dahinscheiden seiner Elsbeth wieder ’m8 rl?1 ,9«9V Diesmal wollte er sich jedoch der vß en Vorsicht befleißigen und nicht nur auf den nervus .rum, sondern auch aus die körperlichen Reize seiner Zu- nstigen achten. Aber der Mensch denkt, und Gott lenkt, ,d wen er verderben will, den schlägt er mit Blindheit, kitunter bedarf e» ihrer nicht einmal, und schon Kurz- htigkeit genügt, um einem Unglücklichen den übelsten Streich fahren^"' auch unser Herr Bürgermeister Seit Kurzem lebte damals unter uns Herr Robert 7'2» sorglicher Vater und zahlungsfähiger Rentier, ^ nichts sehnlicher wünschte, als die ältere seiner beiden achter, die bereits im zweiunddreißigsten Lebensjahre stehende tMte, unter die Haube zu bringen. Aus Berlin, wo er x c* lun?,'rntier Schneidergeselle seinen Einzug gehalten d sich allmählich bis zum Besitzer eines sehr einträglichen ?Hht*°beSC ?^t8 emporgearbeitet hatte, war er in unser r nnA1 ^"nwn. Hier wollte er, wie er scherzend sagte, ... ch schnappen" und dann, wie er fromm und •f 1 ^"Susetzte, „fern vorn Geräusche der Welt in ein seres Jenselts hinüberschlummer..". .r;* 1' ’un9e" Schwester, die blonde Gertrud, die er cklich bevorzugte, stand zwar auch nicht mehr in der ersten Utfo war aber immer noch ein recht hübsches Mädchen, *ebcr. ' der in die Aurikelaugen dieser bien 'zwanzigiährigen Juno sah, konnte leicht sein Herz ver- 1 c8 ^l-r Herr Bürgermeister abgesehen. ‘ ®^a.m b r-tchg-wordenen Schneiders durfte er ja mit b 22^ 2*Le,n rpaa« taufcnb Goldsüchslein rechnen. 6 bic begehrenswerthe Beute ihm entgehen könnte, lag I Gisenbadu-Prioritüterr. 6307 Börfevwoch-sbericht bei 100.40 Allgemeine Renlen-Anflalt Lebensversicherung P fiammet’und Seidenstoffe ö jeder Art, Pfg. J6107 Otto Schaaf. entschließ«» und daß nötigenfalls auch in Paris eine ähnliche Opposition in Anregung gebracht wirb. Im Uebrigen war der Bahnenmarkt still und die! Court« blieben ohne sonderliche Bewegung, nur Durer Haden sich wieder betrLchtlich erholt. Die Umsätze im Montanmarkt blieben ebenfalls beschränkt. Die Course blieben aber vorwiegend fest, und trotz eines kleinen Rückschlags am Freitag verlassen sie die Woche mit kleinen Gewinnen. 41851 Logis zu vermiethen. Rov. Stuhl. Neustadt 23. 6390] Ein möblntes Zimmer mit Ct ; binet im 2 Stock zu vermtethcn | * Grünbergerstraße 12.1 h Course der Frankfurter Börse. StoatSauleihe«. Mittags 2 Uhr werden die im Laden Leltersweg 20 noch vorrathl- (ii'ii Damenmäntel, als Wintermäntel, Regenmäntel, Jaquets, Radmäntel, ferner Kindermäntel, sowie eine Partie Buxkin nnd Kleiderstoffe versteigert. In Auftrag: F. Hoffmann. Cour« vom fYo Hessische Obligation. ff Bayern .... , Baden 3o/oSächsische Rente. . 31/,0/q Bremer^vtaatSanl. „ Hamb.Staatsrmte 40/0 Oestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- Anleihe . . . 50/0 Rumänische Rente . ■ 40/0 Rufs. ConsolS S. IU 6388] Neue Kartoffeln verkauft Ä. Räuber, Löwengasse 2. Fussbodenanstriche, 2a821 Leipzig R, Expedition des Zeitschr.-Adressbuchs. Füssbodenanstrich aller Art, sowie alle übrigen Warben und Lacke, Pinsel, StahlspLhne und dergl. empfiehlt August Noll RR, 4278]Bahnhofstraße 51. Concurs-Ausverkauf Lindenplatz 5. . 16308 Das umfangreiche Lager des Kaufmanns Heinrich «hepp in Mir-, Leiden- u. Strohhüten, Mützen, Halsbinden, Kragen u. Manschetten, Handschuhen in Mac« u. Stoff' Regen- und Sonnenschirmen u.f.ro. ist einem Ausverkauf zu reUa- cirten Preisen ausgesetzt worden. Der Laden ist -borgens doi /2 bis 12 u. Nachm. von 1—7 Uhr geöffnet. Der Coneursverwalter.— Versteig* erung s-Anz eige. Südanlage 17 I 3. Etage, 7 Zimmer, 3 Kammern rc., fo? fort oder per October zu vermiethen 6436] Kleines Familienlogis zu vermiethen.Wetzsteingasse 10. I O ute neue Gewinnchancen eröffnet haben. Man erblickt dieselben n der zu- Einfache TodeSsall »erstm-rung^n. «Lode- zählbare Der- nebmenben Wahrscheinlichkeit, d-tz -in-Weltausstellung in Berlin adgehalien werden bestimmt«« LebenbatterS oder im Kalle früheren Loves za^ N Die Fr°g M, wi-m°n sich erinnern wird, schon vor Monaten angeiegtficher«n«Ni, sowie $etfl»trun6en3toeieri»erbtttt6e««rV«rfonen, jonioar worden und ist nun vor Kurzem in ein neues Stadium getreten durch denBe »lutz, M.» dem Tode der Werdenden Person. das Ähr 1900 durch eine derartige Ausstellung tn Paris zu seiern. Die intereffirten — Divi 1>t Bl'<«=•<«'>/” PrLmt». 'M« Berliner Kreise, die sich ihr Projeci nicht entgeben laisen wollten, haben sich darauN Prämienzahlung Reduetion der Versicherung aus einen dem Rentenversicherung. Wilmersdorf oder im Grünewald Terrainbefitz haben, daraushin etwa 5 Näheres bet ^rechtsanwalt Labroiste, Ostanlage 3L 6283] Mittl. Stock, 4 Zim u. Zubeh^ । zu vermiethen. Weserstraße 9, 2. St. 6248] 2—3 Logis an anständige Leute zu vermiethen Lindengasse 14. Näheres bei Schreinermeister Schäfer, Wallihorstraße 59. ___ 5935] Schöne Mansardenwohnung mit 4 Zimmern und abgeschl. Corridor, per sogleich, erster Stock, 5 Zimmer, neu hergerichtet, per 1. August zu vermiethen. I. Kann Söhne, Westanlage 60- * 6168] Grünbergerstraße Ifft der zweite Stock nebst Mansardenzimmer per 1. October an eine ruhige Familie zu vermiethen. . ~ 4012] Hammftraße 27: schöne Wohnung, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. ""4903] Eine neu hergerichtete Wohnung \ von 5 Zimmern mit Zubeh. und Wasser- | leitung zu vermiethen. Kanzleiberg 9. 4162] Wohnung von 5, event- 6 Zimmern mit allem Zubehör, Wasserleitung ■ u. s. w., im 1. Stock per sofort zu ver- miethen im »Hefstschen Hof^ 5044] „Erlengaffe 15* im Vorderhaus , mittlerer Stock zu vermiethen. Näheres Neuenweg 15. von E, Wasserflchleben, Bankgeschäft. Die Geichiift-sttlle ist ganz plötzlich über die Börse gekommen. D-r Anlage- bedarf ist, nachdem der Couponstermin vorüber war, wieder ü^nzlich versiegt, und der Verkehr mit dem Publikum hat daher stark nachgelassen. Die Geldfulle t^mnit wieder überhand und drückt die Dtscontsätze auf den früheren niedrigen Stand zurück, aber dem Effectenmarkt kommt sie doch nicht zu Gute, "Eil s^ Banken und Bankiers scheuen, die Effectmbestände weiter zu vermebren und höchstens noch waaen geringfügigere Posten von dreiprocentigen deutschen Anleihen alS Anlage auszunehmen. Auch die Speculation hat ihre Umsätze stark beschränkt, wmign aM Mangel an Anregung, als in der Erwägung, datz bei dem zur Zeit schwachen "Uörsenbesuch eine ersprießliche Bewegung doch nicht zu Stande kommen kann. Die Tendeni blieb aber in der Hauptsache fest, und" das ist um so bemerkenswerther, als die aroßen Hoffnungen, mit denen man der Durchführung der Balutaregulirung in Oesterreich entgegengesehen hatte, immer mehr dahinschwinden. Vor Monaten schon kamen Geriichie tn Umlauf, nach welchen zwischen der Roihschildgruppe und dem i^inanzminister Differenzen bestanden. Diesen Gerüchten fft seiner Zeit SÄ woZ abtr verschiedene Andeutungen in »edtiiey 5lna^iMatt«n (k6ai I boeb erkennen, daß eine gewisse Mißstimmung zwischen Berlin und Wien lhatsach- lich vorhanden war. Der in dieser Woche von dem ungarischen n^rministerlum veröffentlichte Vertragsentwurf, der als Grundlage für die Valutatransactionen dienen soll bestätigt indessen vollkommen die damals umlaufenden Behauptungen. T^ Dlfserenlen bestehen in erster Linie darin d-b österreichi che Inst iu.e m dem Vertragsentwurf als Contrahenten aufgefuhrt werden, dre bishn der Rothschilds aruvoe nicht angehörten, während deutsche Firmen dagegen in Wesfall^gekommen sind. Es war indessen bekannt, daß der Flnanzminister sur^seine Inftttute besondere Belheiligungen gefordert Hatte, und die ^rage ob dieselben als Contrahenten aufgeführt werden sollen oder nicht, lst ledensalls nur formeller ^cmur, die hauptsächlichste Differenz ist aber jedenfalls nicht hier, Indern in den Forderungen zu suchen, welche der Finanzminister für die UebernahmeseinerA^ stellt Danach sollen 200 Millionen der neu zu schaffenden Kronenanleibe zu 9Oy2o/o fest übernommen werden, ebenso 30 Millionen der bisherigen ungarischen Goldrente ru 91% Londoner Usance. Der letztere Cours wurde ungefähr 1 /o ""ler dem Marktpreis sein, gewiß eine bescheidene Marge für eine derartig umfangreiche ^verasion, aber auch diese soll den Unternehmern nicht voll zu Gute kommen, dmn der Lerr Ftnanzminister hat sich überdies noch eine Gewrnnbetheiligung von 60°/o ausbedung^n Ersann unmöglich in dem Glauben leben, daß die Finanzgruppe mit einem derartigen minimalen Gewinn arbeiten könne, und er ist daher wahrscheinlich der Ansicht, daß es Aufgabe des Consortiumsi fein werde, den' ^«rkt soweit r" beeinflussen, daß derselbe die Convertirungsanleihen auch zu höheren, als den egenwärUgen Marktpreisen aufnimmt. Diese Ansicht^scheint sich auch in dem sür die Kronenanleihe geforderten Cours auszusprechen. Derselbe ist — wenn die uionce die aleiche sein soll — V/i°/o niedriger normirt als der Marktpreis der Unaarrente, und das ist natürUch für eine solche Anleihe, deren Markt erst geschasten werden muß, die nicht einmal auf effectives Gold lautet fondern nur, wenn die ReauUrung geglückt und auf alle Zeit gesichert wäre, gleichwertig mit erner Gold- anleibe sein würde, ein viel zu hoher Cours. Ob aber daS Publikum bei einer künstlichen Vergrößerung der Spannung zwischm beiden Anleihen geneigter fem würde, dieselbe aufzunehmen, das ist doch sehr fraglich, besonders nachdem Karten so offen aufgelegt worden smd, wie es hier geichehen ist. Man kann sich der Bedenken nicht erwehren, daß die Regierung aus dem beften Wege lst, die ganze Angelegenheit aus das gründlichste zu verfahren. War schon bn Gedanke, die Zinsen der neuen Goldanleihe durch Convelttrungsoperationen zu decken, ein^Fehler, । Divefls« ©Miaatiottetu io sind die übermäßigen Forderungen, die setzt gestellt werden, noch größere, well 110270 Ue nur das fiscalische Interesse im Auge haben, und nicht daran denken, daß die b°/o Buderus-Obligat. 102 70 Staatsgläubiger, die in ihrem Zinsgenuß verkürzt werden, wenigstens in denf I Coursen eine Entschädigung finden müssen, wenn man sie davon abhallen will, sich ihres Besitzes zu entäußern. Aber dine^kurzsichtrge Polttik entspricht so sehr dem Verhalten der Regierung in anderen prägen, z. B. bei den Verhandlungen über die Verstaatlichung der Galizischen Carl LudwigSbahn, der lombardischen und der Dux-Bodenbacher Bahn, daß kaum etwas Anderes erwartet, o 0 (^4<*****m* stionrrirttiifirt lÄW werden konnte. Eindringliche Vorstellungen mögen für das Gonsorttum hie und da (ZegrUNdkl 1833. IU JiCOrflnitlittt loD9. nod) bessere Bedingungen erreichen; Eins steht aber jedenfalls fest, daß diese Operationen I -------------- nicht, wie einst die Conversionen der 6%Ungarn, dem Eonsortium goldene Berge GEsammtvermöaen Ende 1891: 68 Millionen Mark, darunter außer eintragen wird. Von dieser Ansicht wird man gründlich abgekommen seinund es ' Millionen Mark Prömienreserven noch über 4'/r Millionen Mark erübrigt nur noch, die Consequenz zu ziehen und bie nur auf diese Aussicht hin v Extrareserven. hochgetriebenen Course auf ein entsprechendes Niveau ca. 40 Lausend Policen über 54 Millionen Mark Rectisication vollzieht sich in Wien, wenn auch vorläufig langsam; da aber lebet xaj ^versichertes Capital und über V/2 Millionen Mark versicherte Rente, den Cours der Creditactien um eine Kleinigkeit herunterdruckt, so mag man mit der ^^r Gewinn kommt ausschließlich den Mitgliedern der Anstalt zu gut. ^^^^^bei den Coursen der deutschen Banken sich diese Rectisication mchl LehenSVersichertinQs Gewinnchancen" Entt toben" »inÄt" Me’elben in der zm Einfach, 8./VII. 1 5 ./VII. Coure vom 8./VII. 5./VII. 105.05 104.80 4'/,o/oPortug.-A.88u.89 29.75 31.15 107.10 106.90 5% arnort. Serb. Gold- 103.70 103.75 Rente .... 81.30 81.45 88.10 87.95 5o/aSerbischeEisenbahn- 96.70 97.15 Hyp.-Obl. L. A. . 83.25 82.90 98.20 98.20 4o/oSchwed.Oblig.l880r 104.20 103.85 96.25 96.30 lo/o Türken conv. Lit. D. 20.— 19.85 50/0 Argmt. Gold - Anl. 44.90 43.— 60.10 58.— v. 1887 ... 97.25 97.20 31/,0/0 Egypt. priv. Aul. 93.35 93.— —.— —.— 40/0 Pfälz. LudwigSbahn 5% Südbahn Lombarden 104.50 104.95 (Bexbach) . . . 103.15 102.90 40/0 do. do. 96.30 96.35 ff Hessische Ludwigsb. 30/0 do. do. 62.10 61.70 68/69 garant. . 102.55 102.50 40/0 Prag-Duxer Gold . „ Rudolf Gold (Salzt.) 100.30 100.50 , Eltsabethb. steuerfrei 101.— 100.85 Gold .... 101.10 101.30 „ Franz-Josef Silber 82.70 82.— 50/0 Oestr. Staatsbahn. —.— 107.80 30/0 ftaall. garant. Jtal. 55.80 55.65 40/0 do. do. 101.35 100.95 Eisenbahn . . 3% do. do. 30/0 Ltvorneser . . . 63.70 63.60 I.—VIII.Erniff. 81.90 80.75 40/g Ruff.Südw 4Lis mb. 91.75 92.10 30/0 do. Ergänzungsnetz 5Vo Nordwestbahn Gold 77.30 108 — 75.75 108.— 4o/0 Wladikawkas garnt. 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 90.75 79.— 91 — 78.60 Gisenbahn-Aetie«. LudwigShafen-Bexbach. 222.90 224.— Galiz.CarlLudw.-B.-Act. 18BV16 182.25 Hessische Ludwigtzbahn. 114.60 115.40 Oeft. Nordw.-Bahn Lit.8. 205'/s 204.75 Pfälzische Nordbahn . 113.95 113 50 Gotthardt..... 141.50 142.— Lübeck-Büchner . . • 147.— 147.20 Jtal. Mittelmeer . . 97.95 100.45 Varrk-Actierr. Deutsche Reichsbank . 149.80 149.60 Dresdmer Bank. . . 143.70 145.70 Berlin. Handelsgesellsch. 140.65 142 90 Mitteldeutsche Creditb. . 99.90 100.50 Deutsche Bank . . . 161.40 162.20 Wimer Bank-Verein . 97 V» 97.25 DeutscheGenoffenschftSb. Württernb. Veretnsbank 124.35 124.30 v.Soergel,ParrifiusLCo. 120.30 120.30 Deutsche Vereinsbank . 106.80 106.90 A ndustrie-Aetien. Binding-Brauerei . . 165.80 165.50 Deutsche DerlagSanftalt 183.70 182.— Stern- do. (Oberrad) 139 — 139.20 Farbwerke,» orm.Meister, 281.90 283.— Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. fabrik .... 274.90 274.70 RiebeckffcheMontanwerke 168.— 169.— Hibernia Bergw.-Ges. . 117.— 115.45 Bochumer Gußstahl 128 50 130.10 Psandvrieke. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 40/oDmtscheGrundschld.- 101.50 101.80 v. 91 ab . . . 102.50 102.50 Bk.-Pfandbr. . 3^o/oFrnkf.Hyp.-Pfddr. 95.50 95.50 3'/,'/° do...... 95.60 96.— 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- 3V 0/0Rhein. Hyp.-Bank- 95.30 95.40 Pfandbr. . . . 102.— 102.20 Pfandbr. . . . 3W/o do...... 95 70 96.— 40/ Meininger Pfandbr. 101.— 101.— 40/v Preuß. Centr.-Bod.- 40/0 do. do. 102.— 102.— Cred.-Pfandbr. bis unkündbar bis 1900 1885 ..... | 101.40 101.40 Loose. Oestr. 1860rfl.500-Loose 126.20 126.45 Braunschweig. 20 Thlr.- 104.— 103.90 1854r fl. 250- , —.— 121.70 Loose .... 40/0 Meininger Prämien- 30/0 Oldenburger Loose. 128.— 127.60 Pfandbr. . . . 127.80 128.50 3V,°/vKöln-Mindn.Loose 133.25 133.40 anwtiUnifS« »isen»ah«.»o«dD. 6o/oChic.Milw.f.St.Paul 40/0 Chicago Burlington 87.05 86.60 Prt., rückzahlb. 1910 . 5o/oChic.Mllw.f.St.Paul Prt., rückMlb. 1921 . ■ ■ 115 50 Nedrask» 1927 . . 4Ve% California Pacif. 106.50 106.50 106.80 I. M., rückzahlb. 1912 6o/oPacif.ofMiffouri con- 106.50 6% Centr. Pactf. I.Mrtg. 104.75 105.55 rückzahlb. 1896 . . 105.10 105.10 solidatedI.M. r. 1920