Nr. 67. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AnmitieuötLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. 185)2 Erstes Blatt Samstag den 19. März Gießener Anzeiger s y y Redaktion, Expedition ,A p X • und Druckerei: Keneral-Mnzerger. ' *£»’■ Amts- und Zlnzeigeblott. füv den TLreis Gieren. Hratisöeikage: Gießener Jamikienökätter Bergleute am Montag die Arbeit wieder auf- Alle Annoncen-Vureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen der neuen bereits von Uhr begann des Kaisers angehörigen nehmen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. (entleer Re^stog. 196. Plenarsitzung. Donnerstag den 17. März, 12 Uhr. Die dritte Berathung der Novelle zum Krankenoer- icherungsgesetz wird fortgesetzt. S 55«, welcher in der zweiten Lesung neu ausgenommen wurde, bestimmt, daß auf Antrag von mindestens 30 Versicherten die höhere Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Kasse und der AufsichtS behörde die Gewährung der Kassenleistungen durch weitere als die von der Kaffe bestimmten Aerzte, Apotheken und Krankenhäuser versügen kann. Deutsches Aerch. NN. Darmstadt, 17. März. Die Zweite Kammer der Stände trat heute Morgen unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Kugler-Offenbach, zu einer zweitägigen Sitzung zusammen, um über die an Seine Königliche Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig zu überreichende Beileidsadresse zu berathen. Zunächst widmete Präsident Kugler dem leider zu frühe dahingeschiedenen Landesfürsten Ludwig IV. einen warmen Nachruf. Er betonte deffen Herrschertugenden, seinen hohen Sinn für die Arbeiten des Friedens und sein loyales Benehmen gegen alle seine Unterthanen. Diese Character- züge sicherten dem Dahiugeschiedenen in allen Kreisen der Bevölkerung Hessens ein unvergeßliches Andenken. Das Haus hatte sich während der Rede von den Sitzen erhoben. Die socialdemokratischen Abgeordneten waren nicht anwesend. — Für die während der letzten Tagung verstorbenen Mitglieder des Hauses, Abgeordneten Ohly und Mathäi, erhoben sich die anwesenden Mitglieder der Kammer von ihren Sitzen. An deren Stelle wurden nunmehr die Abgeordneten Christ von Wörrstadt und Scherer von Höchst vereidigt. — Von dem Grobherzog Ernst Ludwig sind zwei Schreiben an das Haus gelangt, worin der Tod seines erlauchten Vaters mitgetheilt wird und der Großherzog versichert, daß er getreu den Traditionen seines Vorfahren bestrebt sein werde, das von ihm Begonnene zu beenden und daß er die hessische Ver- assung hochhalten werde. Er halte sich aber der Mitwirkung und der Treue in dieser Arbeit seiner Landstände stets ver- lchert. Das Haus beschließt, eine Erwiderungs-Adresse an Seine Königliche Hoheit abgehen zu lassen und wird zum Entwurf einer solchen eine Commsision, bestehend aus den Abgeordneten Dr. Schröder, Wolsskehl, Heinzer- ling, Jöckel und Osann, gebildet. Die Adresse gelangt morgen früh zur Berathung. — Morgen früh 9 Uhr Sitzung. Neueste Nachrichten. WalftS tkleqrapbisch^S Eorrelv^ndenz-Bur^av. Berlin, 17. März. Das Armee-Verordnungsblatt ver« öffentlicht die Bestimmungen über die diesjährigen größeren Truppenübungen, wonach das 8., 14. und 16. Corps Manöver vor dem Kaiser abhalten, wozu bei dem 8. und 16. Corps je eine Cavalleriedivision aufgestellt wird. London, 17. März. Von einer Conferenz der Bergleute wurde einstimmig beschlossen.' Da der Zweck der Arbeitseinstellung erreicht worden, sollen alle dem Verbände Abg. Leuschner (Rp) beantragt Ablehnung dieses Antraas, welcher die an sich berechtigte Humanität zum Schaden der Kassen zu weit treibe. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) beantragt folgenden Zusatz: „Wenn durch die von der Kasse getroffenen Anordnungen eine den berechtigten Anforderungen der Versicherten entsprechende Gewährung lener Leistungen nicht gesichert ist." Abg. Abg. Dr. Hir sch (dfr.) stimmt dem Anträge Stumm zu und befürwortet folgenden wetteren Zusatz: Durch Beschluß der Verwaltung der Gemeindekrankenversicherung und durch das Kassenstatut kann bestimmt werden, daß den Versicherten an Stelle der vorgeschriebenen Leistungen der Ersatz der Aufwendungen, welche sie hierfür gemacht haben, in Höhe des Krankengeldes gewährt werde. . Abg. v. d. Schulenburg-Beetzendorf (cons.) spricht sich für den Antrag Stumm, aber gegen den Antrag Hirsch aus und beantragt, daß die Hilfe von Nichtärzten nur dann von der Gemeindekranken- versicherung oder der Krankenkasse zu bezahlen sein soll, wenn diese Hilfe auf ärztliche Verordnung geleistet oder in dringenden Fällen angerufen worden ist. . Abg. Dr. Meyer (dfr.) tritt für den Antrag ein. Wenn man den Kassen den Zwang auserlege, ärztliche Behandlung zu gewähren, w müsse man auch aussprechen, was ärztliche Behandlung sei Allerdings liege ein gerichtliches Erkenntntß vor, welches nur die Behandlung durch approbtrte Aerzte als ärztliche Behandlung gelten laste, aber es kämen doch noch fortgesetzt falsche Auslegungen des Begriffes vor. Durch das Gesetz werde der Aerzteftand schwer ge schädigt; man möge diese Schädigung nicht noch weiter treiben, indeo man Kurpfuscherei begünstige. Damit lege man die Axt an die Wurzeln der Wissenschaft. Abg. Frhr. v. Wendt (Ctr.) erklärt es für dringend wünschens- werth, daß die Kaffen, wo irgend angängig, ihren Mitgliedern die Auswahl unter möglichst vielen Aerzten überlassen. Die vom Antrag o. d. Schulenburg berührte Materie sei bei der Gewerbeordnung, nicht so nebenbei hier, zu reguliren. Er bittet den Antrag ad- zulehnen. Ministerialdirector Lohmann spricht gegen die Antrags o. d. Schulenburg und Hirsch. Der Antrag v. d. Schulenburg ver biete den Kassen, eine Hilfeleistung zu vergüten, der jeder fürsorgliche Familienvater gegebenen Falls in Anspruch zu nehmen sich für verpflichtet halten werde. Die Aerzte seien durch das Krankenkassengesetz nicht geschädigt worden, im Gegentheil gelangten jetzt zahlreiche Falle zur ärztlichen Behandlung, für die früher ärztliche Hilfeleistung nicht herangezogen wurde. Der Antrag Hirsch liege nicht im Interesse der Versicherten und würde die Kassen schädigen. Abg. Eberty (dfr.) befürwortet den Antrag v. d. Schulenburg der endlich die Frage zum Abschluß bringe, was ärztliche Behandlung I Jet Mit der Ablehnung des Antrags würde die Frage offen bleiben. Der Eintrag Hirsch sei nur annehmbar mit der Annahme des Antrags v. d. Schulenburg. Abg. Möller (nall.) empsiehlt gleichfalls den Antrag v. o. Schulenburg mit einigen Modificationen und folgendem Zusatz: Zahlung des Krankengeldes erfolgt auf Grund ärztlicher Bescheinigungen. Bescheinigungen von Nichtärzten sind nur in solchen fallen zu berücksichtigen, in welchen die Hilfe eines Nichtarztes bezahlt werden muß." Man sei es dem Aerzteftand schuldig, auf ihn Rück: sicht zu nehmen, umsomehr als er sich hohe Verdienste um die Durchführung der Socialgesetzgebung erworben habe. _____ (Schluß folgt.) Schriftsetzer. Anarchistische Flugblätter und Zeitungen wurden beschlagnahmt. Berlin, 18. März. Der „Kreuzzeitung", dem „Tageblatt" und der „Voss. Zeitung" wird von einem Berichterstatter gemeldet, der Hauptgegenstand der Berathung deS gestrigen dreistündigen Kronraths war zweifellos' das Volksschulgesetz. Der CultuSminister hatte seine Abwesenheit von der VolkSschul-CommissionSsitzung durch die Kronrathssitzuug entschuldigen, aber zugleich sagen laffen, daß er nach Beendigung der Kronrathssitzuug erscheinen werde, statt dessen ließ er später mittheilen, daß er durch Ministerial Depeschen deS „Bureau Herold". 17. März. Heute Vormittag 11 Berlin, 17. März. Das Zustandekommen Schloßlotterie scheint gesichert. Dieselbe ist einem Finanzconsortium übernommen. Man plant eine große Terrasse aus der Südseite des Schloffes, sowie Niederlegung der Häuser zwischen der Spree und der Breiten Straße. Berlin, 17. März. Gestern Nachmittag sanden wiederum Anarchistenverhaftungen und Haussuchungen statt. Unter den Verhafteten befindet sich ein Metalldreher und ein wirbel, der sich mit den klagenden Glookenstimmen eigen vermischte. Programmgemäß entwickelte sich der Zug in seinen verschiedenen Abtheilungen. Da war alles vertreten, vom höchsten militärischen Würdenträger und Staatsbeamten an bis zu der einfachsten Charge. Dem?von acht Pferden bespannten Leichenwagen schritten zur Seite die zur Begleitung befohlenen Generale und Stabsoffiziere und je ein Hos- stallmeister. Das Schwarz des Trauerwagens war gänzlich verdeckt von der Fülle der Blumen und Kränze. In der Uniform des Leibgarde-Regiments schritt der junge Groß- herzog Ernst Ludwig als der nächste Leidtragende hinter dem Sarge her. Der vom Helmbusch rückwärts herabwallende Trauerflor und das bleiche, ernst zur Erde gesenkte Gesicht stimmten zu tiefem Mitgefühl. Man hatte den Eindruck: wenige Tage können den Jüngling zum Manne reisen. Ihm an schlossen sich die hier gegenwärtigen fürstlichen Personen, die Häupter der ftandesherrlichen Familien, der Staatsminister, die außerordentlichen Abgesandten und die Mitglieder des diplomatischen Corps. Das Vorbeipassieren des ganzen Conducts nahm über 40 Minuten in Anspruch. Man hatte Sorge getragen, die Wege, welche der Zug nahm, am Morgen mit weißem Sand zu bestreuen, so daß sich das Ganze ziemlich lautlos abwickelte, der ernsten, gehaltenen Stimmung des Publikums angemessen. Nun haben sich die Pforten des Mausoleums hinter dem geliebten Todten geschlossen, das Gefolge ist draußen zurückgeblieben, nur Wenige dursten Ihm das Geleit in die stille Gruftcapelle geben, die der nun unaufhaltsam niedersinkende Blumenregen zum Garten wandelt. — Der laute L>trom des Lebens, der sich noch einmal in reichstem Pomp der Trauer um den Fürsten ergoß, ebbt zurück. Tiefes Schweigen ist eingetreten nach den hochgehenden Wogen schmerzlicher Aufregung, und der-Friede Gottes weht über die Höhe, wo unser Landesfürst die ewige Ruhe gesunden hat. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. betreffend die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Groscherzogthum.: Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Vorstände der „Stündigen Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe in Weimar" die Erlaubniß ertheilt hat, die Loose einer im Juni und December l. I. zu veranstaltenden Ver- loosung von Gegenständen der Kunst und des Kunstgewerbes innerhalb des Großherzogthums zu vertreiben. Bemerkt wird noch, daß nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verloosungsplan 40 000 Loose zu je I Mk. das Stuck ausgegeben werden dürfen und 20000 Mk. zum Ankauf von Gewiunsten verwendet werden muffen. Gießen, den 14. März 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. G ag ern. Berlin, eine Kronrathssitzung unter dem Vorsitze im königlichen Schlöffe. Zur Landestrauer. Die Bestattung. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) Darmstadt, 17. März. E. M. Alle Details der Trauerseierltchkeiten hatte der I neue Großherzog Ernst Ludwig dem Hofceremonienmeister überlassen, nur den einen . p ersönlich en Wunsch hatte er dabei geäußert, den Vater bis zum letzten Augenblick im I Palais behalten zu wollen. So hatte man denn von der sonst üblichen Uebersührung der Leiche in die Schloßkirche I zur Abendstunde und mit Fakeln Abstand genommen, und die Bestattung erfolgte vom Palats aus, woselbst der verstorbene Großherzog während Seiner Regierungszeit Stunden der Trauer und Freude gleichmäßig genossen hat. In den Morgenstunden des 17. März bereitete sich die Ouvertüre des.Trauerschauspiels vor. In Schaaren strömten die Leute aus der Umgegend herein,- jeder Bahnzug beförderte neue Theilnehmer. Wohin der Blick fiel, sah er auf Deputationen von Vereinen, umflorte Fahnen und Grabkränze. Fahnen und Blumen! — es ist eigen, daß Trauer und Freude denselben Schmuck anlegen müssen! Die Straßen, durch welche der Trauerzug sich bewegen sollte, waren schon um die neunte Stunde von Tausenden von Menschen besetzt. Trotz des colossalen Zudrangs herrschte eine musterhafte Ordnung, tm wohlthuenden Gegensatz zu den Scenen, die sich zwei Tage zuvor bei Besichtigung der i Leiche aus dem Marienplatz abgespielt hatten. Es waren rechtzeitig durch Straßenabsperrung und । vorherige Ankündigung derselben alle nothwendigen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die Fenster der Straßen, durch die der Conduct sich bewegte, waren selbstredend an diesem Tage sehr gesucht. Soll man sich doch auch hier des großstädtischen Brauchs bedient und pro Fenster und Etage entsprechenden Mwthzins erhoben haben. Um 11 Uhr fand im Großherzoglichen Palais die Einsegnung der höchsten Leiche durch den Hofprediger Bender statt. Die Kaiserin Friedrich mit den Prinzessinnen-Töchtern, der Erbprinzeffin von Meiningen, der Prinzessin von Schaumburg-Lippe und der Prinzessin Margaretha standen mit den vier hessischen Prinzessinnen Victoria, Elisabeth, Irene und Alix auf dem Balkon und sandten dem Leichenwagen die letzten stummen Grüße nach. Nur um vier Jahre hat unser Großherzog den Waffenbruder Kaiser Friedrich überlebt, und dessen Wittwe, welche die schwarze Kleidung überhaupt nicht mehr ablegen wird, mag wohl heute noch einmal in ihrem Geiste die Tage überschaut haben, wo die beiden Männer im Sonnenschein des Glücks wandelten. Uni 111/2 Uhr bewegte sich der Leichenzug, die Trauerparade an der Spitze, unter dem Geläute aller Glocken in gemessenem Tempo die Wilhelminenstraße herab. Das erste Musikcorps spielte den Chopin'schen Trauermarsch, eine Musik, die wie keine andere zum Leichenbegängniß eines Fürsten und Kriegers sich eignet. Es ist die unerbittliche Majestät des Todes, die in diesen Tönen in tragischer Erhabenheit vorüberzieht. Und dann der Mittelsatz, das leichte, selige Andante, wie wenn die Seele die Erdeulast ab- stceiste und sich ausschwänge zu ewigen Höhen! Die anderen Musikcorps spielten den tief ergreifenden Choral: „Jesus meine Zuversicht, und mein Heiland ist mein Leben". Dazwischen kriegerische Melodien und dumpfer Trommel- Herr — liebet die Zahl der hohen Lorbeerkranz an Ludwig IV., des clubS, nieder. — Der erste Vertreter unseres Wahlkreises im Norddeutschen und späteren Deutschen Reichstage, der Großherzog- liche Kammerherr Freiherr Adalbert von Nordeck zur Rabenau in Friedelhausen ist heute Morgen nach kurzem Unwohlsein gestorben. Der Verstorbene gehörte dem Reichstage bis 1881 an, in welchem Jahre er in der am 28. October stattgehabten Wahl gegen den Candidaten der Liberalen, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, unterlag. Den hessischen Landständen gehörte Herr von Rabenau eine längere Reihe von Jahren als Vertreter des VI. ländlichen Wahlbezirks der Provinz Oberhessen an. Herr von Rabenau bekleidete lange Jahre die Stelle eines Vorsitzenden des Landwirthschastlichen Vereins der Provinz Oberhessen, in welcher Stellung er die Interessen der Landwirthschaft hervorragend vertrat. Rentner Kofler, einen prachtvollen Bahre des geliebten Großherzogs Protkctors des Vogelsberger Höhen- München, 17. März. Die pfälzische Deputation in Sachen des Pfälzer Tabakbaues wird morgen 9 Uhr vom Finanzminister empfangen. — Die Kammer besichtigte heute mit dem Cultusminister das Nationalmuseum und sodann, von der Feuergefährlichkeit für die daselbst geborgenen I vorbestraft. Schätze überzeugt, den Bauplatz für das neue Museum an der Prinzregentenstraße. genauer Zählung passireu so in einer Minute 50 Personei oeii Saal. Am ersten Tage wären dies in zwer Stundei 6000, am zweiten Tage in fünf Stunden 15000, zusammel bis gestern Abend 21 000 Personen, und noch har der Zudranc auch heute, wo der Zutritt von 10 bis 4 Uhr ohne Unter vrechung gestattet ist, nicht nachgelassen. — Unter den zahlreichen Kranzspenden, welche am Sarge Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. nieder- gelegt wurden, befindet sich eine ganz besonders sinnige und bedeutungsvolle aus Metz. Auf Veranlassung des dortigen Katserl. Regierungsraths R. Albrecht, eines geborenen Darmstädters, wurde ein Kranz hergestellt aus Epheu und Immergrün von den Schlachtfeldern sowie von den Gräbern der gefallenen hessischen Krieger am Hessendenkmal im bois de la cusee und im Namen der Hessen in Metz nach Darm- stadt gesandt. An dem Hessendeukmal bei Gravelotte selbst wurde eine Trauerschleise befestigt. Berlin, 18. März. Von dem Kassirer der Marmor« sabrik Schleicher, welcher angeblich wegen eines Nervenleidens eine Heilanstalt aufsuchte, hat sich nunmehr herausgestellt, daß er nach Veruntreuung von über 100,000 Mark geflüchtet ist. Die Concursverwaltung ermittelte seinen Aufenthalt in Amsterdam, wo er verhaftet wurde. München, 17. März. Nach dem Jahresbericht der bayerischen Staatsbahnen wurden im Jahre 1890 gerödtet 2 Reisende, 37 Bedienstete und 24 sonstige Personen. München, 17. März. Die bayerische Regierung beabsichtigt den Erlaß einer Verordnung, welche die Einführung von Zugochsen zum eigenen landwirthschastlichen Gebrauch der Grenzbewohner erleichtert, besonders aber die Confinirungs- zeit auf die Hälfte reducirt. — Namens des Gesammtvorstandes des Vogelsberger Höhenclubs legte am Mittwoch der Vorsitzende der Darmstädter Section, ' ~ ‘ _ . der trauernden Unterthanen (so berichten die „Neuen Hess. Volksbl." unterm 16. d. M.), die ihren geliebten entschlafenen Landesfürsten noch einmal sehen wollen, dürste nachstehende Mittheilung von Interesse sein. In den für die Zulassung des Publikums bestimmten Stunden bewegt sich ein ununterbrochener Zug in einer Doppelreihe langsam fortschreitend an dem Katafalk vorüber. Nach ziemlich Locales utt6 provinzielles. Gießen, 18. März 1892. — Dramatischer Vortrag. Der am Mittwoch den 16. d M. stattgehabte Vortrag des Herrn Oscar Zack Machte Fr. Halms dramatische Dichtung: „Griseldis". Der Vortragende wußte die Eharactere mit der gewohnten Virtuosität zur Geltung zu bringen. Sein Percival athmete Freud und Leidenschaft und war in der Sprache markig, ein echter Sohn der Wälder. Im Gegensatz zu ihm war die Zeichnung der Griseldis poetisch, zart und voll inniger Wärme, das Ganze somit von packender Wirkung. Der Vortrag dauerte zwei Stunden und zeigte das Organ des Recitators bis zum Schluß eine bewundernswerthe Frische. Bochum, 17. März. Die Agitation der Derbands- mitglieder gegen die Candidaten der Knappen- und Arbeiter- vereine ist heftig. Sonntag sinden im Kohlenrevier über dreißig Versammlungen statt. Halberstadt, 17. März. Gewerkschafrs-Congreß. Berichterstattung im Plenum über die gestrigen Sonder-Eon- gresse. Die meisten Berufsgruppen einigten sich auf die Central-Organisation gemäß dem Entwürfe der General- Commission. Die Metallarbeiter erzielten keine Einigung. Hier standen sich die Jndustrieverbändler und Centralisten schroff gegenüber. Einzelne Gruppen hatten scharfe Erörte- rungen mit den Localisten, infolge dessen diese zum Theil den Congreß verließen. Es folgt die Specialdiscussion über bie Organisationsfrage auf Grundlage des Entwurfs der Generalcommifsion. Es verlautet, die Generalcommission werde nach Stuttgart verlegt werden, wohin auch der Vorsitzende Legien übersiedeln soll. Halberstadt, 18. März. Der Gewerkschafts-Congreß nahm eine Resolution zu Gunsten der Berufsorganisation an und ließ die Frage späterer Fortentwickelung zu Jnduslrieverbunden offen, versagte jedoch den Local-Organi« sationen die Anerkennung. Die Anhänger der letzteren pro- testirten und verließen demonstrativ den Congreß. Wien, 17. März. Nach der „Militärzeitung" beabsichtigt die österreichische Heeresleitung, den Kartätschenschuß durch jenen mit auf Null tempirten Shrapnels zu ersetzen. Warschau, 18. März. Die Zollkammer in Sosnowiee i confiScirte fünf Doppelwaggons Erbsen, welche nach ' Dresden bestimmt waren, weil dieselben eine Unmasse Fliegen enthielten. Alle Erbsen werden fortan vor dem Uebergang über bic. Grenze sanitätspolizeilich revidirt. Brüssel, 18. März. Das „Journal Patriote" erhielt einen Drohbrief, die Redaction werde vor Ende dieses Monats mit Dynamit in die Luft gesprengt. Der Brief wurde der Polizei übergeben. 1 — Einbruch. Ueber den gestern gemeldeten Einbruchs- d teb stahl können wir heute melden, daß der Dieb in der Person eines früheren Kellners der Bahnhofs-Restauration ermittelt und dingfest gemacht worden ist. Das Bürschchen, aus Wetzlar gebürtig, ist bereits zweimal wegen Diehstahls Scbiffsnactyrictyfcm 1 Actien^Ke^mÄ/1lHamburg-Amertkanische Packetfahn- C a ' n Das Hamburg - Newnorker Post - Damp schiff Ä Leithäuser, ist am 16. März, 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. 0 ' 5ÄuiIWft5rt‘ Jine (S(a1 '5 März. Es belaufet, daß heute Vormittag -.....«äxixw :! * ä1 । « T.” MTm'".n Bdlml S 3« »--«»»„»„ R»ch, |„ B-ri »»x bei be,' 1 Hofes gehandelt. b Land- unö Volkse >schäft. im st^ttscken^M^^k ^0^. Der gestrige Hauptschweinemarkt Dtenswa waren 266 lcla6rfn mtt 398 fetten Thteren; am iilct100 froar£nt ■ 'ette Schweine am Ma, kl gestanden. Die Umsatzpreise erfuhren keine Veränderung: erste Sorte 50 bis 56Vs» zweite Dorte 54 bis 56 Pig. pcr Pfund 00 vtS 59 Pfg.. kirchliche Anzeigeu der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Gemäß Allerhöchster Anordnung findet statt am Sonntag Oculi, den 20 März: Sie kirchliche Trauerseier rum Gedächtnis M Höchstseliaen Großherzogs Ludwig IV. wwwn Nun^ tags 9 V- Uhr mit dem Text Psalm 39, 8 und 10- ;Tr' fo9 wich trösten? Ich hoffe auf Dich machen." U mdncn ^nd nicht auftiun? Du wirst es wohl . ..Abends 6 Uhr mit dem Text Job. 11, 25 und 26- spricht : Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich afauhf d" wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet 7nd alauber an mtch, der wird ntmmermehr sterben." 0 und Abhaltung °°n Beichte Katholische Gemeinde. M°r»kn°"um7"uh/'e'in"ier^?Amt" "es hl. Joseph, ist 3. Faftenfonntag, 20. März Gelegenheit'zÜr°'ü^BLe'°^ "" 4 U6r unb Ab-nds um 7,8 Uhr Mögens oon -/.« Uhr an Gelegenheit zur hl. ®c‘uxj "sie Frühmesse; um 7,8 Uhr zweite Früdmeffe; Milstürgottcsdienst mit Predigt; um 7z 10 Uhr Hockamt. Nachmittags . !r3, sacramenlalische Bruderschafts-Andacht. Unmittelbar Jln.bt2 d>- °°m Hochwürdigsten Bischöflichen Ordinariate bXVsLÄn? ©Obeit des Groß. ItattMfdM *a?t V' $effen """ b Uhr'. 8“ Uhr, Nachmittags 3« Uhr, Sonntag den 20. März: Vormittags 9^Uhr: Trauerfeier für des dahingeschtedenen Großherzogs Ludwig LV. Kgl. Hoheit. '""«-^'"enen Briefkasten. Heim K. in R. Für Gedichte haben wir keine Verwendung Red. Buxkin, Nouveautes und Ueberzieherstoffe reine Wolle uadelf. ca. 140 cm breit ä Mt. 1.95 Pfg. M. bis 5 75 versenden in einzelnen Metern birtet an Jedermann. Buxkm-Fabrtk-Tsp-l Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Muster oller Quattlälen umgehend franko. 1292 fl D Vergebung von Blechbüchsen ar. Maurerarbeit Die zur Einfriedigung des neuen ~ Seltersweg 39. Friedhofs dahier erforderliche Maurer- ‘ m arbeit soll im Submissionswege ver- Cw WW 2514 germeisterei zur Einsicht offen. Holz-Versteigerung. 5 Rm. und portofrei dahier cinzureichen, wo der Gemeinde Treis a. b. Lda selbst alsdann Oeffnung erfolgt. werden versteigert: Gnauth. 2520 Dem. [2523 Holzversteigerung 170 685 2509 9 Aeilgeöotenes. 2 34 32 .*. wrot I 2522 Hausen, am 16. März 1892. Großh. Bürgermeisterei Hausen. F. Hoffmann, Concursverwalter. 130 150 150 350 160 120 470 H ff Scheiter, Nm. Eichen., 54 Rm. Nadel. Knüppel, Die 9 Uhr Buchen-Scheitholz, Buchen- u. Eichenknüppel, gemischtes Stockholz, Eichen- u. Buchen-Reisholz, DurchforpungSreiser, Ktefernknüppel, Kiefern-Reiser. DI! >ki Ä I du an §t Ib Bekanntmachung. Der Termin zur Einreichung und Eröffnung der Angebote auf Anstreicherarbeiten in der Real- und höheren Töchterschule, sowie für Herstellung von Placattafeln wird mit Rücksicht auf den gestrigen Schluß der Amtsgeschäste auf Samstag den 19. ds. Mts., Vormittags 10 Uhr, verlängert. Gießen, den 18. März 1892. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Zusammenkunft ist Morgens im Ort. In dem Gemeindewald Langsdorf wird Donnerstag den 24. Miirr 1892 nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung gebracht: Eichen-Stämme mit 0,72 Fm. Inhalt, Nm. Eichen-, 2 Rm. Nadel- Strümpfe und Socken in allen Farben und Qualitäten, sowie Stricken und Anstricken von Strümpfen billigst bei [2507 Ph. Schlatter. NB. Geschäfte erhalten Rabatt. Bekanntmachung. Die erledigte.Stelle eines Kreis- ftratzenwarts mit dem Sitz in Obbornhofen oder einem der nächstgelegenen Orte soll demnächst wieder besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen bis längstens 27. März L I. bei Bezirksbauauss eher Listmann zu Hungen schriftlich einzureichen u. dabei Alter, Wohnort und seitherige Beschäftigung unter Beifügung etwaiger Zeugnisse über frühere Arbeitsleistun. gen ähnlicher Art anzugeben. [2521 Gießen, den 17. März 1892. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. Großen-Buseck, am 17. März 1892. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. M e y e r. II. Mittwoch den 23. März, Vormittags 9i/., Uhr, aus den Districten Himberg, Pfingst- kopf, Alteunner und Buchwald: 18 Eichen-Stämme mit 11,48 Sm. Inhalt, Versteigerung. Samstag den 19. März d». I-., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier gegen Baarzahlung: 1 Oeconomiewagen, 1 Cassaschrank und verschiedene Hausmobilien. Born, 2510 Gerichtsvollzieher. 130 Nm. Eichen-, 205 Rm- Radel- Zopfreis, Offerten sind bis zum 22. d. M., i Nachmittags 4 Uhr, verschlossen j Rm. Buchen-, 17 Nrn. Eichen« Knüppel, Nm. Buchen-, 85 Nrn. Eichen- Zopfreis, Nm. Buchen«Stöcke, 20 Rin. Weiden-Zopsreis. Langsdorf, 18. März 1892. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. ---2 Köhler. von «indermehl, Gacaopulver rc. kauft die Drogenhandlung von [2430 Rm. . // 7/ 7/ Strohhüte 1 werden gewaschen, gefärbt und fa?onnirt. 0. L. Gail, Seltersweg 22. Bedingungen liegen auf hiesiger Bür-' , I das beste und feinste Cacaopulver, was bis jetzt hergestellt ist, empfiehlt Ih |hi( libe al bas lori p’Ut! Mib iit hu hui na bä »bi Wr ’N Hit! ftlt' 207,4 Rm. Buchen-, 29 Rm. Eichen- Scheiter, ^Alle Diejenigen, ivelche in der Gemarknng Wrosten- Buseck Grundstücke besitzen, werden auf nächsten Montag Mbend zu einer Besprechung bezüglich der Feldbereinignng bei Gastwirth Brück dahier höflichst eingcladen. 868 Emil Fischbach. Schellfische treffen Freitag Abend wieder ei«. 2519j Emil Orbig. Zusammenkunft ist am ersten Tage im District Reue-Wald bei Nr. 1; am zweiten Tage im District Buch- ' wald, unmittelbar an der Straße von A am Wt-marer Weg, ca. 4 Morgen groß.. iu verpachten, eoent zu verkaufen, sowie mein Steinbruch an der Hardt zu ver- kaufen. s 20701 Valth. Strauch. Treis a./Lda., den 18. März 1892. Gr. Bürgermeisterei Treis a./Lda. 2515 Benner. Mittwoch den 23. März, Nachmittags 2 Uhr, werden Liebigstrafie 13 zwei große Stehpulte (Doppelpult), 1 Comptoir* schreibtisch LComptoirstüble Coptr- Preffe 2 Musterkoffer, 1 Belociped, 1 Rauchtisch, 1 Kletderschrank, 1 Petroleumlampe, eine größere Partie brauner Pack - Pappdeckel, weißes und gelbes Papier für Cigarrenlistem Einlagen u- f w. versteigert. In den Mitgebrauchswaldungen 180 Nadel-Stamm-, " • ‘ — — - -ö Buchen-Zopfreis. 1 Buchen-Stamm mit 1,16 Fm. - Inhalt, I. Dienstag den 22. März, von Vormittags 9 Uhr, j... _ aus den Districten Reue-Wald, Aspen- Ä “ fr' strauch und Hainstrauch: uach Mainzlar. Nur noch irur^e Zeit: Ausverkauf sämmtlicher Kurz- und Wolle- waaren,als Schürzen,Kragen, Manschetten, Hosenträger, Shlipse, Handschuhe, Strickbaumwolle extra zu jedem an nehmbaren Preise. C. Kerber, 2505]__Bahnhofstraße._______ 2508J Eine eichene HauSthüre und zwei Tonnen btüig zu verkaufen. TeufelSlustgLrtchen 22.