n. n. 6, n« s. ie kl! er ei er tt )t t« ie r e - r r t I l i Nr. 115 Mittwoch den 18. Mai 1892 5) er Witter Anzeiger erfchemt täglich, rott Ansnabme be» MontagS. The Rieften er Pft«tfint0r&Her werben dem Anzeiger irdchrntlich dreimal beigetegt Gießener Anzeiger KeneratiMnzeiger. Vierteljähriger ASovnementsprels: 2 Mark 20 Pfg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pjg. Redaction, Expedition und Druckerei: Zch»rstr«teAr.7. Fernsprecher 51. 2lmt«» und Zlnzergeblatt für dsn ALvris (Stefeen. Lnnahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. HratisKeisaae: Kießener Kamikienbkälter. Alle Annoncen-vureaux de» In. und LuSlande» nehmen Anzeigen für den .Gießener Anzeiger" entgegen. llmUidicr Cbcil. Bekanntmachung, betreffend die Verminderung der Herbstzeitlose. Mit Rücksicht darauf, daß die Herbstzeitlose in Folge der bisherigen trockenen Witterung in ihrer Entwickelung zurückgeblieben ist, verlängern wir die Frist für die durch unsere Verfügung vom 26. April d. I. — KreiSblatt 98 — angeordnete Vertilgung der Herbstzeitlose bis zum 31. Mai d. I. Gießen, den 16. Mai 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gag ern. f Gießen, 16. Mai 1892. Betr.: Wie vorstehend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie zur Kenntniß Ihrer Gemeindeangehörigen bringen. Ihren Berichten über den Befolg der angeordneten Maßregeln sehen wir bis zum 5. Juni d. I. entgegen. v. Gagern. Gießen, den 14. Mai 1892. Betr.: Die Regulirung der Gewerbsteuer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen mt 6U «r»tzh. «ürgermriUereie« M «r-is«» Rach Art. 27 des Gesetzes vom 8. Juli 1884, die gleich» mäßige Besteuerung der Gewerbe betreffend, geschieht die Regulirung der Gewerbsteuer durch eine Commission, welche aus dem Steuercommiffär als Vorsitzenden und drei von der Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise dem Gemeinderath einer jeden Gemeinde auf drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht. Für den Fall, daß gewählte Mitglieder mit Tod abgehen oder nicht mehr die Bedingungen der Wählbarkeit besitzen, oder sonst dauernd außer Stande sind, ihr Mandat zu erfüllen, werden in jeder Gemeinde weiter zwei Ersatzmänner gewählt, die in solchen Fällen an die Stelle von ursprünglich Gewählten zu treten haben. Zu Mitgliedern der Commission und zu Ersatzmännern können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und welche die passive Wahlfähig» feit als Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, bezw. , als Gemeinderathsmitglicd besitzen. Sie wollen durch die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise den Gemeinderath, die Wahl der drei Mit- - glieder und zwei Ersatzmänner alsbald vornehmen lassen und i uns das Srgebniß derselben binnen acht Tagen mittheilen. v. Gagern. I Bekanntmachung, betreffend die Unterhaltung der Kreisstraßen. Fuhrwerksbesitzern wird hierdurch zur Kenntniß gebracht, ' daß von Dienstag den 17. Mai d. I ab auf der » Kreisstraße Wieseck—Alten-Buseck eine Dampfstraßen- > walze in Thätigkeit ist. Gießen, den 14. Mai 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Betreffend: Polizeistrafgesetz, insbesondere straßenpolizeiliche Vorschriften. Wir sehen uns veranlaßt, nachstehende Bekanntmachung I mit dem Anfügen wiederholt zu veröffentlichen, daß das ' Aufsichtspersonal angewiesen, Zuwiderhandlungen unnach- i sichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, 10. Mai 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme aus § X.86 pos. 16 des Reichsstrafgesetzes. Art. 104 des Polizeistrafgesetzes und das Localreglement vom 8. Mai 1856 bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß das Fahren, Reiten und Viehtreiben, außer auf den ausschließlich für Fußgänger bestimmten BanquetS der Straßen, innerhalb der Stadt auf den nachbenannten Straßen und Gäßchen bei Meldung der in den angeführten gesetzlichen Bestimmungen angedrohten Strafen verboten ist: 1. Die Göthestraße von der Süoanlage bis zur Löberstraße. 2. Die Plockstraße. 3. Sämmtliche Fußwege der West-, Ost-, Nord- und Südanlage. 4. Die kleine Mühlgafle vom Tiesenmeg bis zur großen Mühlgasse. 5. Das Gäßchen von der Marktstraße bis zum Stadtbach längs des Pistor'fchen Hauses. 6. Das Rittergäßchen von der Mäusburg längs des Adamisscken Hauses. 7. Die Dreihäusergasie von der Wagengasse bis zur Sonnenstraße. 8. Die Erlengaffe von der Sonnenstraße bis an das Hintergebäude der Kaufleute Mettenheimer u. Schultheis. 9. Das Trillergäßchen von den Reuenbäuen bis zum Neuenweg. 10. Das Gäßchen „auf der Bach" vom Kirchenplatz bis zur Wetzsteinsgasse. 11. Das sogenannte Efliggäßchen von der Alicestraße bis zur Liebigstraße. 12. Der Weg von der Liebigstraße bis zur Ludmigstraße längs der Oberhessischen Eisenbahn und zwar nur in der angegebenen Richtung. 13. Der Weg von der Wilhelmstraße bis zur Liebigstraße. 14. Der Weg vom Lenz'schen Felsenkeller durch den Viaduct der Main-Weser-Bahn nach dem Hamm. 15. Das Gäßchen von dem Schiffenbergerweg auf den Nahrungsberg, der Gartenstraße gegenüber beginnend. 16. Das Gäßchen von der Gartenstraße bis zum Schiffenbergerweg am westlichen Eingang zu Steins Garten beginnend. 17. Der Weg über die Wiesen vom Justizgebäude nach dem Philosophenwalde. Gießen, den 10. December 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. I—HLM-U UJ I- I-. -l-lll—J11LLLJ 0.11 . T ~ BP - **’' M Neueste Nacheichte», Wo^ffS telegraphische» Cc rtcfoonfcer.fr «urcau. Danzig, 15. Mai. Der Kaiser ist heute Nachmittag 6 Uhr 20 Minuten mittelst Sonderzuges hier eingetroffen und an dem gegenüber der Schichau'schen Werst errichteten Bahnsteige ausgestiegen. Zum Empfange waren der com- mandtrende General des 17. Armeecorps, General der Infanterie Lentze, und der Oberpräsident der Provinz, Staatsminister Dr. v. Goßler, erschienen. Am Eingänge der Schichau'schen Werft begrüßte der Kaiser den Ingenieur Ziese und besichtigte die im Bau befindliche Kreuzercorvette I., roo er von den Arbeitern mit Hurrah-Rusen empfangen wurde. Alsdann bestieg der Kaiser eine Barkasse und fuhr nach der vor der Kaiserlichen Werst liegenden „Hohenzollern", wo er mit dem Gefolge das Diner einnahm. Feuilleton. Monsirar Robert. Eine kleine GelLlchte aus dem CircuSIeben. Von 21. »om Rhein. (Nachdruck verboten.) Der glänzend erleuchtete und mit allem Comsort der Neuzeit ausgestattete Circus zu M. ist bis aus den letzten Platz gefüllt. Das seine Publikum hat sich heute nicht minder zu der Vorstellung gedrängt, als die arbeitende Klaffe, gilt eS doch, dem besten Turner und lustigsten Clown der Circus- gesellschast, Monsieur Robert, der seine Benesizvorstcllung bat, ein Zeichen der Anerkennung in Gestalt klingender Münze zu geben. Zudem verspricht die Vorstellung eine besonders intcreffante zu werden, denn Monsieur Robert, der Liebling des M.'schen Publikums, wird sich natürlich im vortheil- hastesten Licht zeigen und der Circusdirector hat noch, in Erwartung der guten Einnahme, ein Uebriges gcthan und das Programm durch Zusatz einiger Zugspiöcen bereichert. Unter Beifall des dichlgesüllten Hauses sind drei Pro- grammnummern passirt, da tritt der Benesiciant in die Arena. Die stürmische Begrüßung erwidert die schlanke, elastische Gestalt lächelnd mit einer tiefen Verbeugung nach allen Seiten. Die große Menge sicht in ihm nur den Circus- künstler, dazu berufen, die Besucher zu ergötzen und zu belustigen, nicht den Menschen, der denkt und sühlt wie jeder anderer feiner Mitmenschen. Nur der aufmerksame Beobachter bemerkt den tiefen Ernst, der hinter dem Lächeln des jungen Mannes verborgen ist, nur er sieht die marmorbleichen Züge des lustigen Clowns und murmelt ergriffen: „69 lacht das Gesicht, Wenn das Herz dabet bricht." Ja, Monsieur Robert lächelt, während sein Herz weint. Vergeblich hatte er den Director gebeten, die Vorstellung ab lagen zu lassen, umsonst hatte er eine Verlegung erfleht- der hartherzige egoistische Mann, dessen Gott sein Geldbeutel ist, hatte ihn mir den barschen Worten abgewiesen: „Durch Ihr Nichtsthun wird die Schwester auch nicht gesund. Findet eine Verlegung der Vorstellung statt, so wird der Besuch zweifellos ein schlechterer und pecuniäre Verluste können Sie mir nicht zumuthen- Ich erwarte bestimmt von Ihnen, daß Sie am Platze sind und Ihrem Renomme und meiner Gesellschaft Ehre machen. Sollten Sie fehlen, so ist das Ihrer sofortigen Entlassung gleich zu erachten." Zitternd und bebend vor Zorn war der schlanke junge Mann, dessen Wuchs der Fichte vergleichbar und dessen Muskeln stählern zu sein schienen, von dannen gegangen. Was sollte er thun? Er war machtlos seinem Brodherrn gegenüber und wußte nur zu gut, daß aus Mitleid und Theil- nähme bei dem Manne nicht zu rechnen war, daß er vielmehr seinen Worten die That unfehlbar folgen lassen werde. Konnte, durfte er seine Existenz aufs Spiel setzen? Nein, nimmermehr, denn daS hieße Noth und Entbehrung herausbeschwören, und sein armes krankes Schwesterchen, das von einer tückischen, schleichenden Krankheit ergriffen war und schon Monate hindurch auf dem Siechbette lag, bedurfte der sorgfältigsten Pflege. Nicht minder das greise Mütterlein, das am Bette ihres todtkranken Töchterchens wachte. Der Kamps der zarten, jungen Mädchenblume mit der bösartigen Krankheit schien zu Ende gehen zu wollen. Der lieblichen Schwester letztes Stündlein nahte, Freund Hain stand bereits erwartungsvoll am Fußende ihres Lagers. Mit gramdurchsutchten Zügen, aber thränenlos, saß die Mutter an dem Sterbebette ihres Lieblings. Auch Roberts Augen hatte der Schlaf geflohen. Neben der treuen, sorgenden Mutter hatte er die letzte Nacht am Bette des jungen Mädchens gewacht, um gleich am nächsten Morgen den Director zu bitten, die Vorstellung absagen zu lassen, da irn Lause des Tages oder Abends der Tod die Schwester ver- muthlich von ihren Leiden erlösen werde. Die Bitte, die erste, welche er während seines Engagements ausgesprochen, war in schroffe/ Weise abgelehnt worden. Blutenden Herzens hatte er die Arena betreten. DaS Lächeln, das gewohnheitsmäßig auch heute auf seinen Lippen schwebte, war das eines gequälten, lebensmüden Mannes, dem sein Berus durch die Hartherzigkeit der Mitmenschen verleidet, dem die Sorge um ein theures Leben auf die Stirn gedrückt ist. Kurz vor Beginn der Vorstellung hatte er den Director nochmals flehentlich gebeten, ihn von dem Auftreten zu dis- pensiren, er war aber kurz mit der Bemerkung abgewiesen worden, daß ein solches Beginnen den Ruf seines Circus vernichten werde. Nachdem sich der Begrüßungssturm einigermaßen gelegt, schritt Monsieur Robert schnellen Schrittes dem Seile zu, an dem er sich leicht und behende bis zum Schwebereck emporzog. Er „arbeitete" heute mit ungewöhnlicher Bravour, seine Muskelkraft schien sich verdoppelt zu haben, mit Eleganz führte er die kühnsten und gewagtesten Hebungen aus und ein wahrhaft enthusiastischer Beifall erdröhnte, als der bewunderte Turner aus der schwindlichten Höhe in die Arena hinabstieg und als Zeichen, daß er sein Pensum beendet, vor den Zuhörern seine Verbeugung machte. Monsieur Robert zog sich schnell zurück, aber daS Publikum ließ mit seinen Beisallsbezeugungen nicht eher nach, bts der Benefiziant sich zu einer Zugabe anschtckte. Müden Schrittes betrat er von Neuem die Stätte seiner Triumphe und verneigte sich abermals vor der schaulustigen Menge. Aus seinen Wink trugen die Diener einen großen Teppich herbei, der inmitten der Manege ausgebreitet wurde. Alsdann brachten sic eine Anzahl Stühle und ein Sprungbrett herzu. Monsieur Robert machte zunächst einige halsbrecherische Stückchen mit und an drei auseinander gestellten Stühlen, um mit einer seiner Glanzleistungen — dem Sprunge über acht voreinander gestellte Stühle — zu schließen. (Fortsetzung folgt.) 1 Studirende. Hospitanten. Summe. Weltausstellung. Ab» Die Verrutschtes. 4) 5) 6) 48 61 80 38 19 28 10 8 15 23 14 170 58 66 95 56 1) Bauschule 2) Ingenieurschule 3) Maschtnenbauschule Darmstadt, 17. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und die Prinzessin Alix reisen im nächsten Monat zu mehrwöchigem Aufenthalt nach Schwalbach. Danzig, 17. Mai. Das Festmahl der Provinz begann Abends um 7 Uhr mit 300 Theilnehmern. Während des Mahles brachte der Provinziallandtagsvorsitzende das Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser dankte für den jubelnden Empfang,- er werde stets das Wohlergehen der Provinz fördern, mögen die Söhne dieses Landes geduldig sich darin ergeben, waS der Himmel schickt, und vertrauend erwarten, was im Lause arbeitsamer Jahre zu thun ihm gelinge. Der Kaiser trank aus die Provinz. Warschau, 16. Mai. In Sosnowice wurde ein alter Handelsmann verhaftet, welcher in einem Sack mit alten Kleidern 40 Pfund Dynamit einzuschmuggeln versuchte. + Sich, 16. Mai. Eine Anzahl hiesiger Jungfrauen haben sich die Ausgabe gestellt, dem Turnverein dahier eine neue Fahne zu stiften. Eine für diesen Zweck in Eirculation gesetzte Sammelliste hat ein recht günstiges Resultat ergeben. Grünberg, 15. Mai. Ein wjähriger Falschmünzer, K. C. aus Ruppertenrad, wurde gestern Abend gefänglich hier eingebracht. Er hat 1-Mark- und 20-Psennigstücke uach- gemacht und auch zur Verausgabung gebracht. RübdingShauseu, 15. Mai. Ein Maurer au» dem benachbarten Höingen wurde dieser Tage in einem Steinbruche bei Büßseld derart durch eine rutschende Steinmafse über- schüttet, daß er Tags darauf an den erlittenen inneren Alzey, 15. Mai. Unter den diesjährigen Conscriptions- pflichtigen befand sich ein junger Man« aus Pleitersheim, der nur 64 Psund wog. .......■ Darmstadt, 16. Mai. Dem Vernehmen nach soll die gegenwärtig aus einer Concertreise in Hamburg befindliche Capelle des 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-) Rgts. Nr. 115 unter höchst vorteilhaften Bedingungen für die im nächsten • in Chicago stattfindende Weltausstellung Triest, 16. Mai. Die Polizei übernahm den mit dem Llohddampser aus Alexandrien angekommenen Kassirer Jäger und beförderte denselben nach Frankfurt weiter. dariS, 16. Mat. In der Nähe von Lens wurden 49 Dynamitcartouchen gesunden. Petersburg, 16. Mat. DaS allerhöchste NothstandS- comite beschloß, ab l.Juni die Sammlungen in den Kirchen und die Abzüge der Gehälter zu sistiren. Die „Nowoje Wremja" begrüßt freudig die Beendigung der Folgen der Mißernte und spricht die Ansicht aus, die bevorstehenden Revisionen der Senatoren würden die Ursachen deS Nothstandes ergründen. Chemisch-technische Schule Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule Elektrotechnische Schule Cecales «n- provinzielles. Gießen, 17. Mai 1892. — Auszeichnung. Dem Director der medicinischen Klinik Herrn Geh. Med.-Rath Pros.vr. Riegel ist von Sr. Königl. Hoheit dem Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha das Comthur- kreuz 11. Klasse des Herzoglich Sachsen Ernestinischen Haus- orden« verliehen worden. Kassel, 17. Mai. Vom 6. bis 8. Juni d. I. wird in Räthselhast J unserer durch landwirthschaftliche Schönheit, sowie durch Wien, 16. Mai. Die österreichischen Socialisten beabsichtigen die Einberufung eines Parteitages für bleibt, daß die Verhafteten keinen Grund für ihr frevelhafte« Beginnen anzugeben vermögen. — Wie man zu der Brandasfaire weiter erfährt, hat einer der beiden Verhafteten auch bereits zugegeben, den ersten Brand bei Herrn Hcyligenstaedt und den bei dem Gendarmen JioDer (am Charfreitag ausgebrochen) selbst angelegt zu haben. Hoffentlich besinnt sich der Brandstifter noch weiter und gesteht die That bezüglich der weiteren Brände ebenfalls noch ein. — Für die Dauer des vom 2. bis 4. Juli in Grünberg stattfindenden Gauturnfeftes wurde die Festwirthschaft dem hiesigen Restaurateur Herrn Wilh. Kaufmann (zum Felsenkeller) übertragen. r, ~ Die Frequenz der Großh. Technischen Hochschule hat sich auch im Studienjahre 1891/92 wesentlich gehoben. Sie betragt gegenwärtig 506 Studirende und Hospitanten. Aus die einzelnen Fachabtheilungen »ertheilt sich diese Zahl solgendermaßen: Sien, 17. Mai. Wie aus das Bestimmteste verlautet, erfährt der Besuch des italienischen Königspaares in Berlin nicht de« geringsten Aufschub. Auf der Rückfahrt wird König Humbert mehrere Stunden in Frankfurt a. M. verweilen. Rostock, 17. Mai. Der neunzehnte deutsche Gast- wirthstag wurde heute eröffnet. Thorn, 17. Mai. Aus der Königl. Domäne Papau Feter sind 9 große Wirthschastsgebäude mit 4000 Scheffel Weizen verbrannt. Der Brand würbe durch die Unvorsichtigkeit eines blödsinnigen Mädchens verursacht. — Im Königl Forst Argenau wurden durch einen Waldbrand 600 Morgen vernichtet. 3 Danzig, 16. Mai. Zum Empfange de« Kaisers waren ferner anwesend der Kriegsminister Kaltenborn und der Ministerpräsident Gras Eulenburg. Der Kaiser trug die Uniform der Danziger Leibhusaren. Der goldene Pokal, in welchem der Oberbürgermeister den Ehrentrunk darreichte, diente schon Friedrich Wilhelm IV., Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich. Sodann besuchte der Kaiser dc.s Rathhaus und die Marienkirche. — Beim Besuche der Marienkirche thellte der Kaiser der Geistlichkeit mit, er beabsichtige, diesen stattlichen Domj gleich Friedrich Wilhelm IV. durch ein farbige« Glassenster zu schmücken. Sodann fuhr der Kaiser zur Kaserne der Leibhusaren, wo er ein Gabelfrühstück bei dem Offiziercorps einnahm. Jubelnde Mengen füllten die Straßen- das Wetter war bisher schön, jetzt droht Regen. Aus der Provinz ist lebhafter Zuzug. Danzig, 16. Mai. Beim Frühstück in der Kaserne der Leibhusaren brachte der Commandeur des Regiments das Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaffer dankte und verlieh, bie »Danziger Zeitung* meldet, dem Regiment die Zusammen 406 100 ®««jig, 16. Mai. Der Kaiser verließ 10 Uhr Bor- mittag« die „Hohenzollern* und fuhr unter Glockengeläute , ucuvpu^iucn ute ® auf dem feftltd) gefämMten Regierungsdampfer .Gotthilf I Pfingsten nach Wien. Hagen auf reichbestaggtcr Wafferstraße in die Stadt, wo er ' bo« den Spitzen der Civil- und Militärbehörden empfangen wurde. Der Oberbürgermeister Baumbach begrüßte den Kaiser mit einer kurzen Ansprache und credenzte ihm den Ehrentrunk, welchen der Kaiser auf das Wohlergehen Danzig« trank. Berlin, 16. Mai. Gegenüber einer neuerdings veröffentlichten Meldung der „Agence Havas" in Betreff der Betheiligungdeutscher Kaufleute und Dampferlinien an dem Sclavenhandel in Dahome weist die „Nordd. Allg. Ztg." nach, daß es sich offenbar um regelmäßige Anwerbungen eingeborener Arbeiter für die Expeditionen oder die Congo-Eisenbahn handelt. Die Arbeiter werden als freie Leute engagirt. Von Mai 1889 bis November 1891 wurden °u« Dahome verschifft ungefähr 1065 Mann, welche durch ihre Einschiffung dem Schicksale entzogen wurden, vom Könige von Dahome als Fetischopser abgeschlachtet zu werden. Würzburg, 16. Mai. Auf der 30. Wander-Versammlung bayerischer Landwirthe nahm heute Nachmittag Prinz Ludwig die PreiSvertheilung vor. «er«, 16. Mai. Die polizeilichen Nachforschungen betreffs der nach der Schweiz geflüchteten ausländischen Anarchisten ergaben, daß zu Ausweisungen kein Anlaß vorliegt. Rewyork, 16. Mai. Reuter - Meldung. In Butte (Montana) wurden durch einen Erdsturz im Kupferbergwerk „Anaconda" zwölf Arbeiter verschüttet: neun der- selben sind tobt. Depeschen des , Bureau Herold*. Berlin, 16. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm heute in dritter Lesung den Gesetzentwurf betreffend Einführung der Landgemeindeordnung in Schleswig-Holstein an und genehmigte sodann ebenfalls in dritter Lesung ohne besondere Erörterung den Gesetzentwurf betreffend die Ablösung der Steuerfreiheit der ehemals Reichsunmittelbaren. Abg. Ricken hatte nochmals die Ablehnung jeder Entschädigung beantragt. Hieraus folgten Petitionen. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr. Antrag der Freisinnigen betr. die Einteilung der Wahlkreise. -Die Commission des Abgeordnetenhauses beneth über das Diensteinkommen der nichtstaatlichen Lehrer und erledigte die zweite Lesung durch Annahme der Beschlüsse erster Lesung. Nur in einigen wenig wesentlichen Punkten wurden redactionelle Verbesserungen angenommen. Der Antrag Nadbyl, welcher den Fall, daß eine Gemeinde eine vor dem 1. April bestehende höhere Lehranstalt ausheben oder in solche mit minderen Berechtigungen umwandeln will, betrifft, wurde abgelehnt. Betlie, 16. Mai. Der Präsident des Abgeordneten- Hauses, v. Köller, erhielt den Rothe« Adlerorden erster Klaffe mit Stern. 33 198 506 Berlin, 16. Mai. Die „National-Ztg.» färeibf Börsenenquete-Commission erledigte bisher die Ver- nehmung von Kopetzky und Benary. Heute werden vernommen die Bankiers Julius Alexander und Sigismund Samuel aus Berlin, Wolde aus Bremen, sowie die Bankdirectoren Kempf Ruffel, O. Siemens, Winterfeld, und Kammergerichtsrath Keytzner. Es werden zur Eommission noch zugezogen Mar Guaita aus Frankfurt a. M., Rudolf Krammon aus Mullerose für die Mühlenindustrie, Geheimer Justizratb von Wilmvwski, die Justizräthe v. Simson und Leffe, sowie ein Kammergerichtsrath und ein Landgerichtsrath. — Wie die „Nat.-Ztg." meldet, begibt sich der Präsident der Reichsbank nach Frankfurt a. M. zur Conferenz der süddeutschen Bankdirectoren. Soweit es sich überblicken läßt, wird der Finanzausschuß ,T,. r . .v, - „ - o----। den Ständen die Genehmigung der anaesonnenen v hi um ble eincß ^aumcß ä" Offnen, in I Mehrforderung Vorschlägen. Ein definitiver Beschluß h sRrnnh»^? i9 °Uwerden. Es wurde nach I hierüber wurde jedoch heute noch nicht gefaßt. dem Brande vom 13. aus 14. Mm ermittelt, daß Luh in der 1 - ~ B fraglichen Nacht nicht zu Hause war. Bei dem mit ihm vorgenommenen scharfen Verhör gestand Luh zwar nichts, verwickelte sich aber nebst Leib in solche Widersprüche, daß die i unrer u fK l bcibcr folgte. Sie hatten nach dem nunmehr I Jahre in , abgelegten Geständniß gemeinschaftlich den Brand in der engagirt sein. Modellschreinerei angelegt, hierauf einen Hausen Reisigwellen 1 bet der Kennel'schen Hosraithe, in der Absicht, diese in Brand zu stecken. Wie es scheint, haben sich bei dem älteren, übrigens nicht in schlechten Verhältnissen lebenden Leib Ge- wlssensbiffe eingestellt, denn er trennte sich von Luh und ging nach Hause, während letzterer noch den Schmall'schen Eisschuppen und das Müller'sche Häuschen in Brand setzte, um von der Nähe aus sein Werk zu betrachten. ,7" 3ur Fleischbeschau in Heften. Wie der „Frkf. Ztg." gemeldet wird, werden eben im Schoße des Grobherzoglichen Ministeriums Berathungen über eine Abänderung der seither tm Großherzogthum bestehenden Bestimmungen über die Verwendung von tuberkulösem Fleisch gepflogen- es heißt, daß die neueren preußischen Bestimmungen zu Grunde gelegt werden. — Für die Landgemeinden des Kreises Offenbach tritt am l.Juni eine Schlacht- und Fleischverkaufsordnung in Kraft, welche auf Grund der bisherigen Bestimmungen auch den Verkauf nicht ladenreinen Fleisches regelt. *** Hungen, 15. Mai. Hier und in der Umgegend kommen die Maikäfer massenhaft vor und verursachen an den Bäumen nicht geringen Schaden. An allen Orten ist man deshalb mit dem Einsammeln und der Vertilgung dieser schädlichen Jnsecten beschäftigt. ,^'..^Eurg, 16. Mai. Daß unsere reizend gelegene altehrwürdige Klosterabtei noch immer ihre volle Zugkraft als Ausflugsort besitzt, hat der gestrige Sonntag bewiesen, indem viele Hunderte von Touristen wieder ihr Wanderziel hierher verlegten. Außer dem Städtchen Lich und vielen anderen Nachbarorten hat ganz besonders Gießen ein großes Kontingent gestellt, von wo außer verschiedenen Korporationen öon Studenten auch die Mitglieder des Sängerkranzes mit ihren Familien, einem Musikchor an der Spitze, gekommen waren. — ®e^n' Mai. Wie die „Allg. Reichscorr." erfährt, Ut die Schaffung einer neuen Stellung eines Chefs der Militärgerichtsbarkeit beabsichtigt. Hierzu soll kein Jurist, sondern ein General ausersehen sein und zwar aus der Zahl derjenigen Divisions-Commandeure, welche ein schiedsgesuch eingereicht haben. Lodz, 17. Mai. Die Behörde verbot den Fabrikanten, den Arbeitern eine Lohnerhöhung zu gewähren. Viele Verhaftete des letzten Krawalls wurden in die Citadelle nach non 2500 Mk. für den Garantiesonds der Berliner I — ■ des Großh. Staatsministeriums über die den Landständen miwttbesten B^^ dem^ R aus. Diese Mchrfvrdcrung wird durch die Erhöhung de? l ™ a Brande eines Schuppens m der Gehalte des Großh. Dienstes und der Schloßbeamten, sowie am 19. Februar betheiligte sich l durch di- Unterstützung des Großh. Hoflheaiers mot virr. der mltverhaftete Luh eifrig an den Löschungsarbeiten. U. A. ~ ' --- - - nahm er den etwas ungewöhnlichen Weg durch ein Gitterfenster — Die Brände der vorigen Woche xftben uns Veranlassung, hier eine kleine Rückschau über die seit Beginn des Jahres 1891 ausgebrochenen Schadenfeuer zu halten. Es wird Aufgabe der mit der Untersuchung gegen die beiden verhafteten Brandstifter beschäftigten Behörde fein, sestzustellen, welche Söranbe unter ben nachstehend ausgeführten die Verhafteten außer ben bereits eingestanbenen noch verschulbet haben. Es brannte im Jahre 1891 am 14. Januar bei Zimmermann Fenster (Liebigstraße), am 14. März, 2 Uhr Nachts bei Gibb (Leihgesterner Weg), am 26. März, Abends 7V2 Uhr, bei E. Wallenfels (Zozelsgasse), am 14. Juni, Nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der Stadtknabenschule, am 29. Juni, 12 Uhr ■ , Nachts, bei Löwenstein (Schloßgasse), am 26. Juli, Nachts I Verletzungen starb. i b" Siesel (Burggraben), am 17. September, Nachts ! x Stumpertenrod, 16. Mai. Die hiesige Volksschule 8 V/tt! CIm ?t°r^haufen an der Schönen Aussicht, am I mußte bis auf Weiteres geschlossen werden, da die Mehrzahl iß cin Strohhaufen von Atzbach, am I der Schulkinder an den Masern erkrankt ist. Auch in der Abends 8^ Uhr, bei Oeconom Rinn in der I Nachbargemeinde K ö d d i n g e n trat die Krankheit in so starkem hlgasse, 1892. am 19. Februar, Abends 10% Uhr, in I Maße auf, daß die Schule dort geschlossen werden mußte. 12>/^UhrNackts ^iL I § Obbornhofen, 15. Mai. Das Jahressest des So lms- Nachts 2 llbr. hpt Ppcnnnm QrtttiHits «w. I . der Gustav-Ad olph-Stiftung *enftaeöt & (Jo., das Wohnhanschen der l geordneten erwählt. .^d(Icr .^_^ch^nbergerweg und em Reisighaufen I nn Darmstadt, 15. Mai. Der Finanz-Ausschuß der einer uns^vorli/ ?^o"omen Kennel am Riegelpfad. Nach I zweiten Kammer der Stände, welcher am Samstag seine Feuerwehr seit ih?er Neu^ünduug°"am ”ÄsTmtbe । w'-d-r aufnahm, verhandelte zunächst im Beisein die Feuerwehr atarmirt: 1882 einmal, 1883 sechsmal, 1884 sechsmal, 1885 dreimal,