Sonntaa den 17. I • Nr. 14 Erstes Blatt 1892 Januar Der erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Inmitien bkälter werden dem ?lnzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Henerat-Anzeiger. Vierteljähriger Monnenttnteprtftt 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schntstraje Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für» den Aveis Gieren. Hratisöeikage: Hießener Ilamitienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Jnvaliditäts - und Altersversicherungsgesetzes, hier Erneuerung der Quittungskarten. Wir machen die nach dem Gesetz, betr. die Jnvaliditäts- und Altersversicherung, Versicherten darauf aufmerksam, daß, nachdem sämmtliche 52 Markenftlder der ersten Quittungs- karten mit Beitragsmarken beklebt sein werden, neue Quittungskarten für sie zur Ausstellung gelangen. Die alten Karten werden bei dieser Gelegenheit aufgerechnet. Da hierbei bescheinigte Krankheiten und militärische Dienstleistungen, soweit sie für die Zeit zwischen dem Ausstellungstage der alten und dem Ausstellungstage der neu ausgestellten Quittungskarte nachgewiesen werden, regelmäßig als Beitragszeit anzurechnen und demgemäß einzutragen stnd, so werden diejenigen Versicherten, welche derartige Bescheinigungen (Militärpapiere, Krankheitsbescheinigungen der Gemeindekrankenversicherungen, sonstiger Krankenkaffeu oder der Bürgermeistereien) beizubringen vermögen, gut daran thun, dieselben alsbald den mit Ausstellung rc. der Quittungstarten betrauten Stellen ihres Beschäftigungsortes vorzuzeigen. lieber das Ergebnis der Aufrechnung der Quittungskarte ist den Versicherten von biefen Stellen eine Bescheinigung zu ertheilen, deren sorgfältige Aufbewahrung den Versicherten dringend anempfohlen wird, da sie den Ausweis für ihre Forderungen gegenüber den Versicherungs- anstalten bilden. Gegen den Inhalt der Bescheinigung steht dem Versicherten binnen zwei Wochen nach deren Aushändigung der Einspruch zu. 2)q Einspruch ist unter Vorlegung der Bescheinigung bei derjenigen Stelle zu erheben, welche die Quittungskarte ausgerechnet und die Bescheinigung ausgestellt hat; dieselbe Stelle hat yuch über den Einspruch zu befinden. Gegen die völlige oder theilweise Zurückweisung des Einspruchs ist binnen zwei Wochen nach Mittheilung der Entscheidung Rekurs an uns statthaft; für Mitglieder der Orts- und Betriebskrankenkassen in Gießen geht der Rekurs an Großh. Bürgermeisterei Gießen. Da die Quittungskarten der meisten Versicherten bei den mit deren Ausstellung rc. betrauten Stellen hinterlegt sind, so richtet sich unsere Aufforderung, die Quittungs- karten, sobald das letzte Feld mit einer Beitragsmarke beklebt ist, den erwähnten Stellen zum Umtausch gegen eine neue Quittungskarte vorzulegen, nur an diejenigen Versicherten, welche ihre Quittungskarten in ihren Händen haben, das sind insbesondere die unständigen Arbeiter und die Selbstversicherten. Alle Versicherten aber fordern wir wiederholt auf, den Jnvaliditäts- und Altersversicherungsstellen die Bescheinigungen über ihre Beschäftigung, etwaige Krankheiten und Militärdienste während der Jahre 1886 bis 18 90 (einschl.) alsbald abzugeben, damit dieselben mit der ersten Quittungskarte an die Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt „Großh. Hessen" in Darmstadt zur sicheren Aufbewahrung überschickt werden können. Wie wichtig dies ist, darauf haben wir wiederholt, zuletzt in unserer Bekanntmachung vom 5. December v. Js. (Anzeiger Nr. 296) hingewiesen. Gießen, am 11. Januar 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, am 11. Januar 1892. Betreffend: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien unb sämmtliche mit Eirrziehnrrg der Beiträge betraute Erhebnngs- stellen. Indem wir die Großh. Bürgermeistereien beauftragen, vorstehende Bekanntmachung wiederholt ortsüblich zu veröffentlichen und zu veranlassen, daß die unständigen Arbeiter den Erhebungsstellen ihre Quittungskarten zwecks Ausstellung neuer Karten vorlegen, empfehlen wir sämmtlichen Stellen dringend 1) sowohl bei Erneuerung dieser, wie der bei ihnen aufbewahrten Karten, 2) bei der Aufrechnung der alten Karten, 3) bei der Ausstellung der Bescheinigungen über das Ergebniß der Aufrechnung, 4) bei der Entwerthung der in den alten Karten befindlichen Marken, 5) bei der Einsendung der Karten an den Vorstand der Versicherungsanstalt genau die Vorschriften des Amtsblatts Nr. 6 der Versicherungsanstalt und der Anweisung vom 23. October 1890, Reg.Bl. 9tr. 44, unter Ziff. 11 ff. zu beachten. Insbesondere machen wir Ihnen zur Pflicht, die Aufrechnung der eingeklebten Marken aufs sorgfälligste zu vollziehen und die Bestimmungen unter Lit. b des cit. Amtsblattes bezüglich des Eintrags von Krankheiten und militärischen Dienstleistungen gewissenhaft zu befolgen, da später entdeckte Fehler nur schwer zu berichtigen sind. Dabei darf nicht unterlassen werden, den Versicherten über das Ergebniß der Aufrechnung (Anzahl der Marken, Krankheiten und militärischen Dienstleistungen) eine Bescheinigung zu ertheilen. Wegen der Zustellung derselben und etwaigem Einspruch gegen den Inhalt der Bescheinigung verweisen wir Sie auf Ziff. 25 ff der cit. Anweisung. Ausdrücklich machen wir noch darauf aufmerksam, daß der Umtausch bezw. die Ausstellung neuer Karten erst dann zu erfolgen hat, wenn sämmtliche 5 2 Felder mit Marken beklebt sind. Für diejenigen Personen aber, welche seit 1. Januar 1891 bis jetzt noch keine 52 Wochen in versicherungspflichtigen Arbeitsverhältniffen gestanden haben und für welche mithin noch keine 52 Beitragsmarken eingeklebt sind, werden vorerst noch keine neuen Karten ausgestellt. v. Gagern. Gefnnden: 2 Taschentücher, 1 Serviette, 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Schurze, 1 Handsäge, 1 Handschuh, 1 Reisebündel, 10 Mark, 2 Armbänder, 1 Fächer, 1 Halstuch und 1 Taschenmesser. Gießen, den 16. Januar 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Januar. Wegen des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen A^be^t Victor von Großbritannien und Irland, Herzogs von Clarence und Avondale, ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 11. Februar l. I. angeordnet worden. veutzcher 148. Plenarsitzung. Freitag den 15. Januar 1892, 1 Uhr. Etngegangen: Gesetzentwurf betr. die Verzolluna der nach dem 1. Februar voÄTransillägern in den freien Verkehr übergehenden Getreidemengen. Die zweite Berathung des ReichshaushaltSetats wird beim Reichsamt des Innern fortgesetzt. Abg. Metzger (Soc.) bringt bei der Position Ober-Seeamt die Mißbandlung eines Negers auf dem Woermann'schen Dampfer „Aline Woermann" zur Sprache und ktilistrt das secamtliche Urtheil, wonach nicht feftgestellt sei, daß der Tod des Negers durch die Mißhandlungen herbeigeiührt worden. Warum greife die Staatsanwaltschaft nicht in das Wespennest der Mißhandlungen auf den Schiffen ein. Warum drängen die Commtssare nicht darauf, daß die Schiffsjournale hinsichtlich der Bestrafungen ordnungsmäßig geführt werden? Es sei nothwendig, den auf den Schiffen herrschenden Barbatismus aus der Welt zu schaffen. Bundescommissar Geh. Rath Rottenburg erwidert, daß die Quellen, aus denen der Vorredner geschöpft, wohl nicht sehr zuverlässig seien, da er vielfach übertriebene Mtttbeilungen gemacht. Die Untersuchung sei in dem angeführten Falle sehr gewissenhaft geführt worden und das Urtheil des Seeamts sei unanfechtbar. Mißhandlungen seien vorgekommen und es sei Alles geschehen, um diese zur Strafe zu bringen. Aus einem einzelnen Falle dürfe man übrigens nicht auf die Allgemeinheit schließen. Abg. Schwarz (Soc.): Die auf das Seeamt gesetzten Erwartungen hätten sich nicht erfüllt. Die Mißstände feien da und würden durch alle Ableugnungen nicht aus der Welt geschafft. Die Annahme, daß es an Arbeitskräften fehle und daß man deshalb Schwarze nehmen müsse, sei unrichtig und es sei ein großer Fehler, daß man die Rücksicht auf die Billigkeit der Arbeitskl äste ooranstelle. Die bestehenden Bestimmungen gelangten vielfach nicht zur Ausführung, ebenso die zur Unfallverhütung erlassenen. Geh. Rath v. Rottenburg erwidert, daß die CommissaredeS SeeamtS angewiesen seien, streng auf die Durchführung der Seemanns- ordnung zu achten. Abg. Jebsen (natl.) tritt den Uebertreibungen der socialdemokratischen Redner entgegen. Abg. Metzger (Soc): Er habe aus denselben Quellen ge- chöpft, die auch dem Vertreter der Regierung zu Gebote ständen. Nicht um etwas für seine Partei herauszuschlagen, sondern um seiner Pflicht als Volksvertreter zu genügen, bade er den Fall mit dem Neger hier zur Sprache gebracht. Die Seemannsordnung sei nicht nur dazu da, widerspenstige Seeleute zu bestrafen, sondern auch dazu, die Pflichten der Capttäne und Offiziere fefizusktzen. Abg. Bebel (Soc.): Der Fall mit dem zu Lode gemißhandelten Neger stehe nicht vereinzelt; es komme gar nicht selten vor, daß das Schiffspersonal durch Mißhandlungen direct oder tndtrect getödtet würde. Solche Fälle machten dem deutschen Namen keine Ehre. Man sollte tüchtige und mit dem Seewesen vertraute Leute als Schiffspersonal engagiren und dieselben ordentlich bezahlen; dann werde man auch keine Ursache haben, sich über mangelhafte Leistungen zu beschweren. Eine entsprechende Bestimmung würde am besten in die Seemannsordnung ausgenommen. Die Positionen Ober-Seeamt und ReichScommissare bei den Seeämtern (zus. 34800 Mk.) werden genehmigt. Beim Statistischen Amt weist Abg. Samhammer (fif.) darauf hin, daß die Waarenstatistik, da sich dieselbe dem Zolltarif mit seinen vielfachen, durch die neuen Handelsverträge noch vermehrten Zersplitterungen anschließe, kein übersichtliches Bild gewähre. Geh.-Rath Roltenburg erwidert, daß eine Vereinfachung erwogen werde. Abg. Frhr. v. Münch (wild-dem.) bemängelt die Aufstellung unserer Handelsbilanz und spricht sich insbesondere dagegen aus, daß die Fkstst^llung des Werthes der Waaren bei der Ausfuhr nach anderen Grundsätzen erfolge, als bei der Einfuhr. Abg. Graf Kanitz (cons.) hält -die feine Gliederung unserer Statistik für sehr wünschenswerth. Wollte man die Waarenstatistik ganz unabhängig von dem Zolltarif aufstellen, so würde man noch viel weniger zu einer zuverlässigen Statistik gelangen. Abg. Dr. Bamberger (frf.) constattrt, daß die Spielwaaren- Industrie infolge mangelhafter Statistik bei der zollpolitischen Behandlung schwer geschädigt werde. Alle Welt sei darüber einig, daß die Handelsbilanz keinen Werthmesfer für den Nationalwohlfiand abgeben könne. _ Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) tritt letzterer Behauptung ent- aegen. Arme Staaten würden durch schlechte Handelsbilanzen anbeten Ländern gegenüber in Verschuldung gebracht. Abg. Graf Kanitz bedauert, daß Dr. Bamberger seine Bemerkung nicht dem Reichskanzler Graf v. Caprivi gegenüber bei den Handelsverträgen gemacht habe. Abg. Dr. Bamberger (frs? Es hat dazu keine Veranlassung Vorgelegen, da es ihm nicht auf die Erwägungsgründe ankomme, wenn er das Dispositiv theile. Von der Theorie der Handelsverträge schienen die Schutzzöllner nun doch zurückgekommen zu sein. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) Die Schutzzöllner seien nicht Leute der Theorie, sondern der Praxis. Abg. Dr. Bamberger (frs.) Für die Herren sei Theorie, was sie nicht widerlegen, Praxis, was sie nicht beweisen konnten. Die Position Statistisches Amt (846785 -X) wird genehmigt. Beim Gesundheitsamt befürwortet Abg. Siegle (n.-l.) Einführung der Staatsprüfung für technische Chemiker. Bundescommissar Geh.-Rath v. Rottenburg erwidert, ein bezüglicher Gesetzentwurf sei ausgearbeilet, doch stünden insofern Schwierigkeiten entgegen, als es an einem reichsrechtlichen Titel zur Einführung einer solchen einheitlichen Einrichtung fehle. Die Position ^Gesundheitsamt (198380 JC) wird genehmigt, ebenso die Position Patentamt (1049530 •*) Der Rest des Ordinariums des EtalS des ReichsamtS des Innern wird angenommen, mit Ausnahme der Position Reichs- Versicherungsamt, über welche die Berathung ausgesetzt wird. Morgen: Fortsetzung der Etatsberathung. Neueste Nachrichten rlSoiffS telegraphisches Lorrefpondenz»Burran. Berlin, 15. Januar. Abgeordnetenhaus. Auf Vorschlag des Abgeordneten Stengel werden das bisherige Präsidium und die Schriftführer wiedergewählt. Hierauf wurde von dem Finanzminister Miquel der Etat für 1892/93 eingebracht. Der Minister bemerkte in den begleitenden Ausführungen, der Etat balancire mit 1 851 150 647 Mk. Das Ordinarium belaufe sich auf 1804 422035 Mk., das Extraordinarium auf 46 663 662 Mk. Gegen den Etat be£ laufenden Jahres sei also ein Mehr von 130 Millionen in Einnahmen und Ausgaben angcsetzt. Infolge des Abschlusses der Handelsverträge würden die Ueberweisungen an die Communen nach der lex Huene sich um etwa 50 Millionen verringern. Damit der Minister besser in der Lage sei, den günstigen Zeitpunkt für eine neue Anleihe zu wählen, werde vorgeschlagen, die Summe der Schatzanweisungen auf 100 Millionen zu erhöhen. — Hieraus wurde von dem Cultusminister Grasen Zedlitz-Trützschler der Entwurf eines Volksschulgesetzes eingebracht. Der Minister empfahl in seiner Rede die Annahme desselben und schloß mit der Bemerkung, derselbe stehe durchaus aus gesetzlicher Grundlage. Die Regierung bitte um eine wohlwollende Prüfung. Hierauf wurde die Sitzung geschloffen. Die nächste Sitzung wird am 21. Januar stattfinden. Rom, 15. Januar. Kammer. Pantano führt aus, der Vertrag mit Deutschland verschlechtere zwar die italienisch-deutschen Beziehungen nicht, könne auch lebensfähige Elemente enthalten, schütze aber Volkswirthschast, Industrie und Ackerbau Italiens nicht wirksam genug. Pantano bemängelt den Vertrag mit Oesterreich, der die unvortheilhafte Lage Italiens auf Grund des 1887er Vertrages nicht ändere und für den italienischen Handel im Orient verhängnißvoll werden könne, da der Einfluß Oesterreich-Ungarns in den Balkanstaaten wachse. Matieri spricht für den Vertrag, verlangt indessen gegenüber Oesterreich-Ungarn die Anwendung der Klausel aus Zulassung italienischer Weine zum Zollsätze von 5,77. Saponiti spricht gegen den Vertrag. Petersburg, 15. Januar. Bisher sind den RothstandS- Gouvernements neunzigMillionen Rubel vorgeschossen. Weitere Bewilligungen sind unentschieden. Madrid, 15. Januar. Bei XereS kamen neuerdings anarchistische Unruhen vor. Die Ansrührerischen griffen daS Dors BornoS mit Steinwürfen an. Die Cavallerie stellte die Ordnung wieder her und verhaftete mehrere Personen. Depeschen de« .Bureau Herold*. Berlin, 15. Januar. Preußisches Herrenhaus. Präsident Herzog v. Ratibor wird nach Verlesung der neu eingetretenen und verstorbenen Mitglieder ermächtigt, die eingehenden Vorlagen den Ausschüssen zu überweisen und die nächste Sitzung nach eigenem Ermessen zu bestimmen. Berlin, 15. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht anläßlich des Ablebens des Herzogs von Clarence zehn Tage Hoftrauer. Berlin, 15. Januar. Der Deutsche Handelstag wurde heute im Börsensaale eröffnet. In der vorhergehenden Ausschußsitzung wurde beschlossen, die nächste Weltausstellung in Berlin abzuhalten, sowie die Einführung einer einheitlichen Zeit für Deutschland nach dem 15. Grade östlich von Greenwich gerechnet. Ein Telegraphen- und Telephon-Regiegesetz sei nur zweckmäßig bei gleichzeitiger Ordnung der gesammten Verkehrs - Einführung der Electricität durch Gesetz. Der Staatseisenbahn-Ueberschuß sei dringend nur zur Deckung der Eisenbahnschulden zu verwenden. Berlin, 16. Januar. Die Socialdemokraten im Reichstage haben den Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, das Unfallversicherungsgesetz dahin abzuändern, daß die Rente für Verletzte bereits vom Beendigungstage des Heilverfahrens an zahlbar sei. — Dem Abgeordnetenhause ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung der Re- gierungSabrheilung für Kirchen-und Schulwesen, zugegangen. — Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Trunksucht ist dem Reichstage zugegangen. Hamburg, 15. Januar. Ein holländischer Schoner, mit Pulver nach Rio Grande do Sul bestimmt, wurde auf der Nordsee vom Eise durchschnitten und sinkend nach Cux- hafen geschleppt. Wien, 15. Januar. Der Generaldirector der österreichischen Staatsbahnen, Bilinski, gewährte den galizischen Müllern eine 17procentige Tarifvergünstigung. Rom, 16. Januar. In politischen Kreisen tritt das Gerücht von einer neuerlichen Erhöhung des Militär- Etats auf, was jedoch noch der Bestätigung bedarf. London, 15. Januar. Die Kaiserin Friedrich und der Prinz Heinrich vertreten den Deutschen Kaiser bei der Beisetzung des verstorbenen Herzogs von Clarence. Petersburg, 17. Januar. Aus Befehl des Czaren wurden Aerzte und barmherige Schwestern nach dem Gouvernement Samara gesandt, wo der Hungertyphus in erschreckender Weise grassirt. Algier, 16. Januar. Die Provinz Constantine wird von großen Schwärmen Heuschrecken bedroht. Sitzung der Stadtverordneten am 14. Januar 1892. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Adami, Georgi, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligen- staedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. In Betreff des vor Kurzem gefaßten Beschlusses wegen Düngung der städtischen Wiesen wird beschlossen, anstatt der zum Ankauf empfohlenen 100 Ctr. Kainit eine Waggonladung, weil dies im Einkauf vortheilhaster sei, anzuschaffen. Das Mehr soll zur Düngung von Wiesen der Plockischen Stiftung sowie des anzulegenden Obstbaumstückes verwendet werden. Der mit dem jeweiligen Halter der beiden Fassel- ochsen abgeschlossene Vertrag läuft im Februar d. I. ab. Falls der Fasselhalier auf seiner mit Erhöhung der Futterpreise begründeten erhöhten Entschädigung beharrt, soll das Halten der Fasiel auf weitere drei Jahre unter Beibehaltung der seitherigen Bedingungen ausgeschrieben werden. Dem Gesuch des Herrn Kalkbrenner Haas um Rückvergütung vonOctroi a us St einko h le n wird nicht stattgegeben. Der Gesuchsteller hat ca. 600 Ctr. Kohlen nach seiner Ziegelei bei Leihgestern verbracht, dieselben auch vor der Ausfuhr verwiegen lassen, aber nicht, wie es zur Begründung von Rückerstattungsansprüchen nöthig war, dem Octroierheber Mittheilung von der beabsichtigten Ausfuhr gemacht. Der Beschluß entspricht dem Anträge der Finanz- Commission, wie sie ihn behufs Vermeidung allenfalls entstehender Consequenzen gestellt hatte. Das Gesuch des Herrn Gemüsehändlers Hantel um pachtweise Ueberlassung eines Kellers im alten Hosgerichts- gebäude wird genehmigt. Nachdem in voriger Sitzung die Niederlegung der vormals Walther'schen Hosraithe am Lindenplatz beantragt worden, hat sich die Baudeputation mit der Frage beschäftigt. Ihr Antrag geht dahin, von einer Niederlegung der Walther'schen Hofraithe vorläufig abzusehen, dagegen es als eine der ersten Ausgaben des (noch zu ernennden) neuen Stadtbaume,sters auf dem Gebiete des Hochbauwesens zu betrachten, ein Projccl über die Verbindung des Lindenplatzes mit dem Brandplatze auszuarbeilen. Herr Löber ist gegen den Antrag, es seien Pläne von Herrn Has über die Vcr- wendung des nach Niederlegung des Hauses gewonnenen Platzes fertiggestellt worden, vielleicht könnte Herr Architekt Blattner sich der Sache annehmcn; es könnte noch lange dauern, ehe der neue Stadtbaumeister seine Stelle anlrete Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß Herr Blattner eben noch mit der Abrechnung über den Schulbau u. s. ro. beschäftigt sei, die von Herrn Has gefertigten Pläne seien, obwohl m gewissem Sinne großartig, von der Baudeputation als ihr nicht zusagend bezeichnet worden. Herr Schopbach spricht sich des rninenhaften Aussehens des Walther'schen Hauses wegen für Niederlegung deffelben aus, der jetzige Zustand sei schlimmer als ein abgeschlossener Bauplatz. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, das Haus biete noch einer großen Anzahl von Leuten Wohnung, und trage nebenbei bemerkt, mehrere hundert Mark Miethe, was immerhin zu berücksichtigen sei. — Der Antrag der Baudeputation wird zum Beschluß erhoben. Der Voranschlag des Gaswerkes für 1892/93 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 291840 Mk. Wie Herr Director Bergen an der Hand ziffernmäßiger Belege mittheilte, ist es im laufenden Jahre in Folge der erfreulichen Zunahme des Gasverbrauchs schwierig gewesen, mit der Gaserzeugung gleichen Schritt zu halten. Eine Erweiterung des Gaswerkes sei daher dringende Nothwendigkeit, wenn bei der voraussichtlichen weiteren Steigerung des Verbrauchs ein Nothstand vermieden werden solle. Die Kosten der Erweiterung des Werkes sind veranschlagt auf Mk. 37 000, die Kosten für Ausdehnung der Rohrleitung auf 21000 Mk. Das Straßenrohrnetz soll ausgedehnt werden auf folgende Straßen: Verbindung zwischen Frankfurterstraße und Bahnhof (am Hotel Lenz), Liebigstraße und obere Ludwigstraße, Ver- bindungsstraße zwischen Brandplatz und Ostanlage, Krosdorser- straße (Ausstellung zweier Laternen), Zusuhrstraße zu den neuen Kliniken bis zur Directorwohnung, Goethe- und Löberstraße, Hammstraße (Verbesserung der Beleuchtung daselbst), Wetzsteingasse durch Oswaldsgarten bis zur Neustadt, Seuling'sche Privatstraße, Straße durch den Pfarrgarten nach der Wetzsteingaffe, Nordanlage (von der Klingspor'schen Besitzung bis zur Turnhalle und von da bis zur Neustadt, d. h. nach Fertigstellung der neuen Straßenanlage), Stein- straße, von der Ederstraße bis zur Schillerstraße, Frankfurter- straße bis zur Zusahrtstraße zu der geplanten Jrrenklinik, Seitenstraße vom Schiffenbergerweg nach dem Nahrungsberg u. s. w. — Der Voranschlag wurde nach eingehender Berathung gutgeheißen. Vor Uebergang zur nichtöffentlichen Sitzung bringt Herr Oberbürgermeister G n a u t h noch das in der Stadt circulirende Begnadigungsgesuch zu Gunsten des wegen Vergehen im Amte verurtheilten früheren Stadtrechners Laub er und die demselben vorausgeschickte Denkschrift des Rechtsanwalt Grünewald zur Sprache, weil letztere jenes Gesuch mit schweren Vorwürfen gegen das Verhalten des Oberbürgermeisters zu unterstützen suche. Weit entfernt, der Unterzeichnung des Begnadigungsgesuches seinerseits bei irgend wem hinderlich sein zu wollen, müsse er andererseits doch um offene Erklärung bitten, ob Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung bei etwaiger Unterzeichnung jenes Gnadengesuches sich in Uebereinstimmung befänden mit auch nur einem der in besagter Schrift gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Darauf erklärte zunächst eine Anzahl von Mitgliedern der Stadtverordneten-Versammlung, daß sie das von dem Oberbürgermeister in Sachen Laubers eingehaltene Verfahren als lediglich seiner Pflicht entsprechend erachteten, und weiterhin diejenigen Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung, welche das Gnadengesuch unterzeichnet haben, daß sie dies lediglich aus Mitgefühl für Lauber und dessen Familie ge- than, daß sie damit aber keineswegs die in der genannten Schrift gegen den Oberbürgermeister enthaltenen Vorwürfe billigten. Nachdem sich ergeben, daß kein Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung die in der Denkschrift des Rechtsanwalt Grünewald erhobenen Vorwürfe theilt oder billigt, erklärt Herr Oberbürgermeister Gnauth sich beruhigt und dankt für das ihm bewiesene Vertrauen. toealer ttttö provinzieller. Gießen, 16. Januar 1892. — Neue« Theater. Zu dem gestern Abend zur Ausführung gelangten „Tropfen Gift" von Blumenthal hatte sich ein den Saal fast völlig füllendes Publikum eingefunden. Wir können cs der Direktion'vuch nur danken, wenn sie ein so bedeutendes Stück in der üblichen guten Besetzung uns vorführt. „Ein Tropfen Gift" war auf dem Theaterzettel als Lustspiel bezeichnet,' aber wenn auch heitere Scenen darin vorkommen und vor allem ein heiteres Ende nicht fehlt, muffen wir das Stück doch als Schauspiel betrachten. Die Wirkungen des schwer auf dem Grafen Wahlberg lastenden Verhängnisses sind vorzüglich von Blumenthal geschildert, besonders ist die Haltung Herthas, der Tochter des Grafen Wahlberg, geradezu genial gezeichnet. Auch die neckigen Liebesscenen zwischen „Bruno" und „Liddy" ind von der Blumenthal auch sonst stets kennzeichnenden Feinheit, lieber die Leistungen der Darsteller ist durchweg Gutes zu sagen. Ganz meisterhaft war die Darstellung der „Hertha" durch unseren verehrten Gast Frl. Klinkhammer. Sic beherrschte ihre äußerst schwierige Rolle bis in die kleinsten Nuancen mit solcher Vollkommenheit, daß ihre auch durch seltene Natürlichkeit ausgezeichnete Darstellung das Prädicat „wirklich genial" verdient. Besonders in dem dritten Act, wo wirklich die schwersten Anforderungen an eine Künstlerin gestellt werden, entfeffeltc Frl. Klinkhammer wahre Beifallsstürme. Die übrigen Darsteller waren durchweg gut; besonders hervorzuheben sind die trefflichen Leistungen des Herrn Stegemann (v. Mettenborn) und des Herrn Reiners (Baron Brendel). Wegen Unwohlseins unserer beliebten Naiven, Frau Reiners, hatte Frl. Hüner die Rolle der Liddy übernommen, die sie auch ganz nett durch- ütjrte. Herr Fischer (Oberst von Wendlingen) hatte keine ehr günstige Maske gewählt- auch litt der Gesammteindruck einer Darstellung wieder an der undeutlichen Sprache. — Morgen Sonntag ist das letzte Gastspiel von Frl. Klinkhammer, zu dem wir Herrn Director Reiners ein ebenso volles Haus wünschen wie vorigen Sonntag. — ReueS Theater. Und so wären wir denn wieder einmal an das Ende des berühmten Gastspiels des Fräulein ^hesfa Klinkhammer angekommen und wir müssen qe- tehen, was Kunst und künstlerischen Erfolg anbelanat, daß dasselbe em äußerst glorreiches genannt werden kann. Als letzte Gastrolle hat nun Fräulein Theffa Klinkhammer eine ihrer reizendsten, naivsten, anmuthigsten und kunstvollsten Rollen ihres reichen Repertoirs aufbewahrt, eine Rolle, in welcher Fräulein Klinkhammer von den berufensten Kritikern Deutschlands, ja selbst Amerikas die schmeichelhaftesten An- erkennungeti zu Theil wurden. Es ist dies die Rolle de- „Lorchen" in Paul Lindaus geistvollem Lustspiel „Die beiden Leonoren". Wir erinnern uns, das Werk schon früher eiu- mal gesehen zu haben, und können daher den Besuch des Theaters an diesem Abend nur auf das wärmste empfehlen. Eisbahn. Bei günstiger Witterung findet morgen Sonntag, Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, Concert von der hiesigen Regimentsmusik auf der Eisbahn des Eis- verelnS statt. """" seltene Promotion erfolgte am 13. d. Mts., !?" dle „Post" berichtet, an der Berliner Universität - sie betrifft einen unserer Landsleute, den aus Ober-Mörlen bei Bad-Nauheim stammenden Kaiserlichen Postinspector Max Kon,g vom Reichs-Postamte. Der Doctorandus steht im Alter von 38 Jahren. Nachdem er Anfangs ein Semester Theologie studiert hatte, wandte er sich vor etwa 20 Jahren dem Postsache zu. Schon im Jahre 1885 zum Postinspector ernannt, wurde er in dieser Eigenschaft am 1. April 1886 an das Reichspostamt versetzt. Von 1888 bis 1891 hat Herr König dann gleichzeitig an der Berliner Universität ein juristisches Triennium vollendet. Seine Doctor-Arbeit erörtert die Haftpflicht des Verkäufers von Inhaber-Papieren und ist dem Staatssecretär Dr. von Stephan gewidmet. Ruhestands - Versetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld, Carl Bornemann, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Februar 1892 in den Ruhestand zu versetzen und demselben den Character als „Geheimer Justizrath" zu verleihen. — Weltausstellung zu Chicago 1893. Bis jetzt sind von nachstehenden Firmen, bezw. Personen aus dem Grotzherzog- tbum Hessen Anmeldungen zu derselben erfolgt: Brühl'sche Buchdruckerei - Gießen, Frommann und Morian-Darmstadt, Justus Hildebrand-Pfungstadt, Georg Langheinrich-Schlitz, Martin Mayer-Mainz, Gustav Müller-Bensheim, A. Opel- Rüsselsheim, Rosenthal u. Cie.»Darmstadt, Karl Schenk- Darmstadt, Lederfabrik vormals L. Schlösser u. Cie.-Worms, I. Schröder u. Cie.-Darmstadt, C. Staudinger u. Cie. Nachfolger-Gießen, Stein und Köster Mainz, I. Travers-Mainz, Joh. PH. Wagner u. Cie.-Mainz. □ Ruppertenrod, 15. Januar. Einen bedauerlichen Unfall zog sich gestern ein hiesiger junger Mann in e.nem Steinbruche zu. Darin mit dem Hauen von Pflastersteinen beschäftigt, sprang ihm bei dieser Arbeit ein Steinstück so unglücklich auf das Auge, daß er heute in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. A Berstadt, 13. Januar. Heute fand in der hiesige« Kirche ein gut besuchter MisfionsgotteSdienst statt. Redner war Herr Pfarrer Wagner von Darmstadt. In mehreren Orten des Decanats Nidda, nämlich in Echzell, Bisses, Ober-Widdersheim u. p w. finden im Laufe dieser Woche gleichfalls solche Missionsgottesdienste statt. vernrischtes. * Berlin, 15. Januar. Das Dienstmädchen Machus, welches wegen Ermordung ihrer Herrin, des Fräulein Adler angeklagt war, wurde von den Geschworenen des Todtschlags unter erschwerenden Umständen schuldig befunden und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt. ^Dresden, 14. Januar. Um sich die hohe Versicherungssumme zu verschaffen, setzte der Galanteriewaarenhändler Müller aus Großenhain sein Geschäft in Brand. Bei dem Feuer kamen durch die Flammen ein Mann und eine Frau ums Leben, ein Feuerwehrmann erlitt so schwere Verletzungen, daß er ein Krüppel bleiben wird. Der Brandstifter wurde zu 14 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust verurtheilt. Auszug aus den Stanöesamtsregiftern der Stadt Metzen. Aufgebote. Januar: 13. Andreas Georg Konrad Rödel, Schwimmlehrer dahier, mit Katharine Adolfine Nau hterselbst. 15. Ludwig Emll htersUbst ****** dahier, mit Wilhelmine Henriette Elisabeth Franz Gheschltetzrrngett. Januar: 12. Ludwig Spuck, Restaurateur dahier, mit Selma Weber Hierselbst. 15. Joh. Konrad Geitz, Sergeant dahier, mit Marte Möbus hterielbst. Geborene. Januar: 2. Dem Köntgl. StattonS-Asstflenten Wilh. RabeS ein Sohn. 5. Dem Schreiner Karl Horn ein Sohn, August Heinrich. 7. Dem Taglöhner Wilh. Mau« eine Tochter, Elisabeth. 7. Dem Weichensteller Peter Heinrich Michel eine Tochter, Johanna. 7 Dem Bierbrauer Joh. Weber eine Tochter, Marte Luise. 7. Dem Gymnasiallehrer Dr. Christian Röse ein Sohn, Konrad Han« Emmerich 7. Dem Chemiker Dr. Karl Kempff eine Tochter, Ilse Auguste Elisabeth Sophie. 11. Dem Taglöhner Jakob Krauskops eine Tochter 12. Dem Wirth Heinrich Ludwig Allendörfer ein Sohn. 12. Dem Maurer Andreas Krug ein Sohn, Wilhelm. 13. Dem Glaser Wild. Sickert eine Tochter, Erna Ottilie Marte. iSestarbeue. Januar: 11. Kath. Nolte, geb. Kutscher, 41 Jahre alt, Ehefrau von Bahnarbeiter Friedrich Karl Nolte dahier. 12. Marte Emilie Kraushaar, 6 Jahre alt, Tochter von Bierbrauer Joh. Heinrich Kraushaar dahter. 13. Marte Emtlte Wtlhelmtne Rosine Bischoff 9 Monate alt, Tochter von Poltzet Secretär Ludwtg Bischoff dahier' 13. Otto Georg Heinrich Horn, 5 Jahre alt, Tochter von Bäckermeister Jacob Horn dabter. 13. Wilhelm Weis, 47 Jahre alt JnstttutSdiener dahter. 13. Karoline Bornträger, geb. Schwalb' 76 Jahre alt, Wittwe von Postschaffner Johs. Bornträger dabter' 14. Joh. Heinr. Karl Kolbe, 38 Jahre alt, LocomottMhrer dahier' 14. Kath Schmidt, 8 Jahre alt, Tochter von Weißbinder JohS. Schmidt von Steinberg. Auszug aus den Airehenbir ehern der Stadt Sieben. Evaugelifche Gemeiude. Getraute. Den 12. Januar. Ludwig Spuck, Restaurateur in Gieken und Selma Weber, Tochter des Schuhwaarenhändlers Ernst Weber in Solingen.