Nr. 136 Mittwoch de» 15. Juni 1892 Der Gieße«« Z«-eiß« erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Dir Gießener M«»itte«ßttirsr »erden dem Sn-eiger Wöchentlich dreimal deigelegt. Gichener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger A-SLuementspreiA 1 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pjg. Redaction, Expedition und Druckerei: -ch»tßr«ßeNr.I. Fernsprecher 61. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Hralisbeikage: Hießener Iamikienkkätter Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und LuSlaudeS nehm« Luzeigen für den „Gießener Auzeiger^ crfqrg«. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für d« folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Vor». 10 Uhr. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Unterhaltung der Kreisstraßen. Fuhrwerksbesitzern wird hierdurch zur Kenntniß gebracht, daß von Montag den 13. Juni d. I. ab auf der Kreisstraße Grotzen-Buseek—Rödgen eine Dampfstraßenwalze in Thätigkeit ist. Gießen, den 11. Juni 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsche- Leich. Berlin, 13. Juni. Das Project einer Wieder- I annäherung zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck ist in den letzten Tagen in den Blättern erneut und mit einer gewissen Lebhaftigkeit erörtert worden. Dies | namentlich infolge der Nachricht eines Berliner Journals, eine bei der Kieler Kaiser-Zusammenkunft zugegen gewesene Persönlichkeit habe die Bereitwilligkeit des Fürsten Bismarck zu einem ersten entgegenkommenden Schritte erklärt. Er wolle darum gelegentlich seiner Reise nach Wien anläßlich der Vermählungsfeier des Grasen Bismarck eine Audienz beim Kaiser Wilhelm erbitten, um dem Monarchen verschiedene Aufklärungen zu geben. Dem gegenüber betont die neugegründete „Westd. Allg. Ztg." in Köln, welche Verbindungen mit Friedrichsruh unterhalten soll, es fehle jede Voraussetzung für eine wirkliche „Aussöhnung" zwischen dem Kaiser und dem Altreichskanzler, man habe an den maßgebenden Stellen gar nicht die Absicht, den Rath des Fürsten ernstlich in Anspruch zu nehmen. Augenscheinlich entbehren die gesammten Erörterungen über die angeblich geplante Wiederannäherung zwischen dem Kaiser und dem Schloßherrn von Friedrichsruh eines thatsächlichen Hintergrundes. — Ueber die Frage, ob dem Reichstage die an» gekündigte Militärvorlag e schon in seiner nächsten Herbstsession oder erst später zugehen werde, liegen widersprechende Meldungen vor. Während auf der einen Seite behauptet wird, die signalisirte Vorlage sei für die kommende Reichs- ragssesfion noch nicht zu erwarten, versichert man auf der anderen Seite, es würden alle nöthigen Vorbereitungen so eifrig betrieben, daß die Einbringung des Entwurfs im Reichstage zum Herbste allerdings sehr wohl geschehen könne. In der That sollen diese Vorarbeiten schon im Gange fein. — Die Erörterungen über die Kaiserzusammenkunft von Kiel verstummen allmälig wieder, nachdem sich diesem Thema absolut keine neue Seite mehr abgewinnen läßt. Im Allgemeinen lautet das Schlußurtheil über das Ereigniß dahin, daß dasselbe als ein erfreuliches Anzeichen fÜT den gegenwärtigen Stand der internationalen Politik zu betrachten sei, daß aber von ihm keine einschneidende Veränderung in der bekannten europäischen Constellation zu erwarten fei. Wenn hie und da das Bestreben auftritt, dem Kopenhagener Danktelegramm des Czaren an den Kaiser Wilhelm eine besondere Bedeutung beizulegen und dasselbe auch bezüglich der dem russischen Herrscher zugeschriebenen Versicherung zu thun, er dächte gar nicht daran, die Franzosen bei einem etwaigen Kriege wegen Elsaß-Lothringens gegen Deutschland zu unterstützen, so ist dies offenbar eine Ueberschätzung der Tragweite dieser Kundgebungen des Czaren. Biel Staub hat die improvisirte Pfingstfahrt des Großfürsten Constantin von Rußland nach Nancy ausgewirbelt, da sie so unmittelbar vor der Monarchenbegegnung in Kiel erfolgte. Natürlich geben sich die Franzosen redlich Mühe, den immerhin auffallenden Vorgang im Interesse der unentwegten Fortdauer der russisch-sranzösischen Freundschaft möglichst auszubeuten und politisch aufzubauschen, was man ihnen auch nicht verdenken kann. Jedenfalls ist aber der Besuch des Großfürsten Constantin in der Hauptstadt Französisch-Loth- ringens fast im selben Momente, da sich der Czar zu seiner Kieler Reise anschickte, ein seltsamer Beweis des politischen Tactgesühles der Russen. Das Reichsgesetzblatt Nr. 32 enthält die Bestimmungen des Gesetzes über die Vorbereitung des Kriegs- zastandes in Elsaß-Lothringen. Es kann hiernach für den Fall eines Krieges oder im Falle eines unmittelbar drohenden feindlichen Angriffs jeder mindestens tn der Dienststellung eines Stabsoffiziers befindliche oberste Militärbefehlshaber zum Zwecke der Verlheidigung in dem ihm unterstellten Orte oder Landestheile vorläufig bis zu der unverzüglich einzuholenden Entscheidung des Kaisers über die Verhängung des Kriegszustandes die Ausübung der vollziehenden Gewalt übernehmen. Die Uebernahme erfolgt durch die Erklärung gegenüber der Civilverwaltungsbehörde. Die Civilverwaltungs- und Gemeindebehörden haben den Anordnungen und Aufträgen der Militärbefehlshaber Folge zu leisten. Für ihre Anordnungen und Aufträge sind die betreffenden Militärbefehlshaber persönlich verantwortlich. Ueber die getroffenen Verfügungen muß dem Bundesrathe und dem Reichstage Rechenschaft gegeben werden. Berlin, 11. Juni. Die „Nationalzeitung" erfährt aus zuverlässiger Quelle, der Czar habe in Kiel die von der „Köln. Ztg." gebrachte Erklärung bezüglich der elsaß-lothringischen Frage dem Kaiser gegenüber nicht gegeben. Doch sei die Auffassung verstärkt worden, daß der Czar sich von französischer Seite den Krieg nicht ausdrängen lassen wird. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correfpondenz-Bureau. Berlin, 13. Juni. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des § 1 des Tertiärbahngesetzes erklärte der Minister Thielen in Beantwortung einer aus dem Hause an ihn gerichteten Anfrage, er halte die Bedenken bezüglich der Frage, ob der § 6 der Gewerbeordnung sich auch auf Pferdebahnen beziehe ober nicht, für unbedeutend und gegenstandslos. Der Commission gebühre Dank für ihre sorgfältige Berathung. Nach kurzer Debatte wird auf Antrag des Abg. Jansen der von der Commission eingeführte Ausdruck „Local- bahnen" in „Kleinbahnen" umgeändert. Die §§ 1 a und 2 werden hierauf nach den Beschlüssen der Commission angenommen. Bei der Verhandlung über § 3, welcher den Umfang der polizeilichen Prüfung regelt, beanstanden die Abgeordneten Jmwalle und Rickert, daß die Fassung der Commission auch die Prüfung der Zuverlässigkeit der Beamten, sowie jeder Art Betriebsmaterial zulaffe. Der Minister betont dem gegenüber, behufs Ausschließung jeder Gefahr müffe die Polizei sowohl Pferde als Beamte entfernen können. Nach längerer Debatte wird hierauf der Vermittelungs-Antrag Hammacher angenommen, welcher die Prüfung der technischen Zuverlässigkeit der Beamten gestattet. Die folgenden Paragraphen bis § 12 werden den Beschlüssen der Commission gemäß angenommen. — In der nächsten Sitzung, die morgen um 11 Uhr beginnt, wird die Berathung fortgesetzt werden. Berlin, 13. Juni. Der „Reichsanzeiger" meldet die Verleihung des Prädicats Professor an den Dr. Paul Güßseldt in Berlin. Berlin, 13. Juni. Bezüglich der Meldung, daß für Kiel, Danzig und Stettin Freihäfen in Aussicht genommen feien, wird von unterrichteter Seite bemerkt, daß bezüglich Kiels und Danzigs noch nichts feststehe, bezüglich Stettins an eine Freiabtheilung in den von der Stadt Stettin zu erbauenden Hafenanlagen gedacht wird. Wildpark, 13. Juni. Der König von Schweden ist hierfelbst eingetroffen, vom Kaiser, sämmtlichen Flügeladjutanten, dem Stadtcommandanten und Polizeipräsidenten empfangen. Die Begrüßung der Monarchen war herzlich. Sie begaben sich ins neue Palais, wo das Diner im engsten Kreise eingenommen wurde. Brussel, 13. Juni. Anläßlich der morgigen Wahlen traf die Polizei besondere Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ruhe. Der Bürgermeister von Brüssel hatte diesbezüglich eine längere Unterredung mit dem Minister des Innern- er erklärte, alle erforderlichen Maßregeln seien getroffen. Der Minister betonte, es sei beschlossen, im Falle von Ruhestörungen energisch vorzugehen,- di- Truppen würden morgen in den Kasernen confignirt bleiben und die Bürgergarde wäre angewiesen, sich bereit zu halten, um der ersten Aufforderung zu entsprechen. Bisher läßt nichts auf den Eintritt von Ruhestörungen schließen. Petersburg, 13. Juni. Ueber die letzten Beratungen der Getreidecommission verlautet, daß dieselbe mit allen gegen eine Stimme beschloffen habe, die Ausfuhr von Weizen, Gerste, Hafer und anderen Getreideproducten, ausgenommen Roggen und Kleie, zu gestatten. Der am Samstag beschlossene Termin wird erst nach der erfolgten Genehmigung des Czaren publicirt werden. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 13. Juni. Nach Der „Nordd. Allg. Zeitung" werden die Bestimmungen über die Sonntagsruhe am 1. Juli noch nicht allgemein in Kraft treten, nur die das Handelsgewerbe betreffenden Vorschriften erlangen am 1. Juli Giltigkeit. Berlin, 14. Juni. Die nationalliberale Fraction hat eine Interpellation in der Angelegenheit der Hosthcater in Hannover, Cassel und Wiesbaden eingebracht. Der Knabenhandfertigkeitsunterrichr in der Volksschule. Der Unterricht in der erziehlichen Knaben-Handarbeit ist ein Product der Neuzeit, obschon seine Spuren sich auf Jahrhunderte zurückverfolgen lassen und zwar darum, weil er erst in unseren Tagen greifbare Gestaltung angenommen und in allen Bevölkerungsschichten eine Bewegung hervorgerufen hat, die, fernab von der Schule ihren Anfangspunkt nehmend, ihren Ausgangspunkt jedoch in ihr finden dürste. Aus diesem Grunde scheint er sich denn von vornherein sein Bürgerrecht und eine bereitwillige Aufnahme in den Lehrplan der deutschen Volksschule gesichert zu haben. Zwar ist zur Zeit die Frage noch unentschieden: „Soll der Handfertigkeitsunterricht wahlfrei ober obligatorisch fein?" Doch dürfte die Entscheidung dieser Frage nicht die Folge haben, ihn von der Tagesordnung abzusetzen, vielmehr dürfte sie in nicht allzuferner Zeit gelöst werden. Zur Zeit scheint die Frage der Wahlfreiheit zu überwiegen, wenn auch die andere Richtung ihre gewichtigen Vertreter aufweist. Aus dem Congreß für Knaben-Handarbeit, der am Samstag in Frankfurt tagte, kamen denn auch beide Fragen zum Austrage und einigte man sich endlich zur einstimmigen Annahme der folgenden Erklärung: „Die Knaben-Handarbeit soll in erster Linie in den Dienst der allgemeinen Erziehung, aber auch in den Dienst der Schule gestellt werden. Für die gegenwärtige Entwickelung der Sache ist die Thätigkeit der Schulwerkstätten neben der Schule nothwendig, jeder Versuch aber, den Arbeitsunterricht bereits jetzt mit der Schule zu verbinden, ist mit Freude zu begrüßen." Hiernach scheint dieser Unterricht, gleichviel in welcher Form, zur Einführung in die deutsche Volksschule zu gelangen, wenn auch, wie wir glauben, zunächst nur in größeren Gemeinwesen, und werden diese daher gut thun, recht bald Stellung dazu zu nehmen, damit sie von den Tagesereignissen nicht überflügelt werden. —- Der Frankfurter Congreß, der sowohl vom Jnlande wie auch vom Auslande gut beschickt war, hat sich dcnn auch eingehend mit der Lösung der beregten Frage befaßt, ist auf der bereits betretenen Bahn rüstig fortgeschritten und hat die allgemeine Einführung dieses Lehrgegenstandes in die Schule als unerläßlich erachtet. Auch der Vertreter Hessens, Herr Geh. Oberschulrath Greim, hat erklärt, daß, wo ein Fortschritt auf dem Er- ziehungs- und Unterrichtswesen zu verzeichnen sei, Hessen nicht zurückbleiben werde. Die Einführung des Handfertigkeits- Unterrichts in die hessischen Seminare beweist auch, daß man Höchsten Orts gewillt ist, diesem Ausspruche plastische Form zu verleihen. Von dieser Erwägung geleitet, hat denn auch bereits unsere Vaterstadt Gießen Hand ans Werk gelegt, zumal wir hier ein hochentwickeltes und einheitlich geleitetes Volksschulwesen besitzen. Vom Schulvorstand wurde daher bereits vorigen Herbst eine jüngere Kraft des hiesigen Volksschullehrerstandes gewonnen und zwecks Ausbildung in diesem Fache nach Leipzig gesandt. Die von erwähntem Herrn dort angefertigten Handarbeiten wurden s. Z. einer Besichtigung resp. Prüfung unterzogen und als gute Leistung anerkannt. Auch wurde dafür Sorge getragen, daß Gießen bei dem Frankfurter Congreß fachmännisch vertreten sei, wozu Herr Oberlehrer Hahn ausersehen worden ist, der nun demnächst über die dort empfangenen Eindrücke zu reseriren haben wird. All' dieses aber veranlaßt uns zur Annahme, daß auch hier mit dem Knaben-Handarbeits-Unterricht ein baldiger Anfang gemacht werden dürfte. Wie wir hören, soll er zuförderst wahlfrei sein und daher nur an schulfreien Nachmittagen ertheilt werden. Ob er dieses bleibt, wird die Erfahrung lehren. In unserer Schwesterstadt Worms steht er zur Zeit schon auf dem Lectionsplane. Localer provinzielle». Gießen, 14. Juni 1892. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadverordnete« Donnerstag den 16. Juni 1892, Nachmittags 4Uhr: 1. Die Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Juni 1891, die Abänderung der Gewerbeordnung bett.- hier insbesondere die Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. 2. Der Besuch der Waldungen- hier: Verbot des Rauchens außerhalb der Wege und des unbeaufsichtigten Waldbesuchs von Kindern unter 12 Jahren. 3. Der Wirthschastsplan über die Gießener Stadtwaldungen pro 1893/94. 4. Gesuch des Wilhelm Seuling um Erlaubniß zum Bauen an der Privatstraße Wetzsteingasse-Nordanlage. 5. Gesuch des Jean Dem um Erlaubniß zur Errichtung eines Anbaues an seinem Hause in der Westanlage. 6. Gesuch der Firma Ph. Lüdeking um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen am Hause Seltersweg. 7. Gesuch des Ludwig Berger um Erlaubniß zur Errichtung eines Anbaues an seinem Hause in der Stein- straße. 8. Gesuch des Apothekers Krause nm Ueberlaffung von Räumen im alten Hosgerichtsgebäude zum Trocknen von Kamille. 9. Die Überlassung von drei alten Schulschränken ai die HanShaltungsschule deS Allgemeinen Vereins für Armen- mnb Krankenpflege. 10. Den mißständigen Abfluß der Abwässer aus Wohngebäuden der Frankfurterstraße. 11. Desgl. am Schiffenbergerweg. 12. Voranschlag über den Ausbau der westlichen Strecke der Nordanlaqe. 13. Erbauung des Erdkauterwegs- hier: Gesuch des W. Gail um Fortsetzung des Weges bis zu der projeetirten Liebigstraße. 14. Benennung von Straßen - hier: der Straße von der Ostanlage nach der Licher^Grünbergerstraße und der Straße von der Wetzsteingasse nach der Nordanlage. 15. Gesuch des Karl Matheis um Ertheilung der Wirthschastsconcession für sein Haus an der Frankfurterstraße. 16. Gesuch des L. Kalkhos um Ertheilung der Coneession zum Branntweinverkauf über die Straße im Hause Westanlage 2. 17. Desgl. des C. Kruse zum Wirthschastsbetrieb für daö Haus Nordanlage 1, „Lahnstein". — Sitzung deS Schwurgerichts der Provinz Oberheffen am 13. Juni 1892. Unter Vorsitz des Großherzogl. Landgerichtsraths Dr. Moebius wurden heute die Schwurgerichts- sitzungen für das zweite Quartal 1692 eröffnet. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Friedrich Johann Braun von Ludwigstadt wegen räuberischen Diebstahls. Die Anklage vertrat der Großh. Erste Staatsanwalt Joeckel, die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Dr. Schwarz, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Heinrich Ludwig Mylius, Heinrich Schadeck III., Heinrich Ganß IX., Georg Faber IV., Jacob Korell, Anton Brückel II., Wilhelm Hensel, Wilhelm Gail, Johannes Jung, Adolf Schlosser, Johann Georg Görlach und Ludwig Lotz. — Der schon öfter auch wegen Diebstahls vorbestrafte Friedrich Johann Braun von Ludwigstadt ist angeklagt, daß er im strafrechtlichen Ruckfall am 11. October 1891 auf der Straße zwischen Angenrod und Billertshausen dem Dienstknecht Philipp Berck von Arnshain dessen Uhr, Portemonnaie mit 5 Mk. Inhalt, sowie dessen Messer und drei Schlüssel entwendet und bei diesem Diebstahl aus frischer That betroffen, gegen die Person des Bestohlenen Gewalt angewendet habe, um sich im Besitze des gestohlenen Gutes zu erhalten. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Friedrich Johann Braun traf am Nachmittage des 11. October v. I. in der Nähe von Seibelsdorf mit dem Philipp Berck non Arnshain zusammen. Beide begaben sich nach Angenrod, wo sie in verschiedenen Wirtschaften einkehrten und etwa 10 bis 12 Kännchen Branntwein tranken, welche Berck bezahlte. Als sie die letzte Wirthschast verließen, ließen sie sich die Schnapsflasche des Braun noch einmal füllen und gingen Beide den Weg nach Billertshausen hin. Als sie in die Nähe von Billertshausen kamen, machte Braun dem angetrunkenen Berck den Vorschlag, sich eine Weile zur Ruhe niederzulegen. Dies geschah und schlief Berck sehr bald ein. Als Berck eingeschlafen war, entwendete Braun demselben dessen Uhr, Portemonnaie mit 5 Mark Inhalt, Messer und 3 Schlüssel und entfernte sich mit solchen in der Richtung nach Angenrod zu. Der Bestohlene erwachte jedoch alsbald, merkte, daß ihm die fraglichen Gegenstände gestohlen worden waren und eilte dem Braun sofort nach. Als Braun, welcher mittlerweile mit dem Heinrich Bernhard VI. von Angenrod zusammengetroffen war, merkte, daß der Bestohlene ihn verfolgte, warf er die Uhr, daß Portemonnaie und die Schlüffel in den Chaussee- graben. Der Bestohlene stellte, als er den Braun eingeholt hatte, ihn alsbald zur Rede und forderte die Herausgabe der ihm weggenommenen Gegenstände. Braun leugnete jedoch, dieselben zu besitzen und schickte sich nun der Bestohlene an, ihn körperlich zu untersuchen. Er setzte sich aber zur Wehr und schlug jetzt der Bestohlene mit einem Stocke aus ihn. Es kam zu einer Rauferei, wobei Braun das Messer zog, welches ihm aber von Bernhard mit einem Stocke aus der Hand geschlagen wurde. Der Stock des Bestohlenen zerbrach und ergriff dieser jetzt eine Signalstange. Mit dieser schlug er auf Braun, bis dieser in den Chausseegraben fiel und wurden ihm jetzt das gestohlene Geld und das Messer abgenommen. Braun wurde aus einem Schubkarren nach Angenrod gebracht und wurden am andern Morgen mit feiner Hülse die Uhr, das Portemonnaie und auch die Schlüffel bis aus einen am Thatorte wieder vorgesunden. — Die Geschworenen erachteten den Angeklagten nur des einfachen Diebstahls im strafrechtlichen Rückfalle unter Annahme mildernder Umstände für schuldig, woraus der Gerichtshof denselben in eine Gesängnißstrase von sieben Monaten ver- urtheilte. — In der gestern unter Vorsitz des Herrn I. Haustein abgehaltenen, von circa 90 Mitgliedern besuchten 33. ordentlichen Generalversammlung der Gewerbebank wurde nach Erstattung des im Allgemeinen ein erfreuliches Bild genossenschaftlicher Thätigkeit aus dem Gebiete des Credit- wesens bietenden Geschäftsberichts pro 1891 die Ersatzwahl von sechs Mitgliedern des Aussichtsrathes vorgenommen. Die außscheidenden Aussichtsrathsmitglieder, mit Ausnahme des freiwillig zurückgetretenen Herrn Wilh. Demuth, wurden wiedergewählt und zwar: Dr. Gutfleisch mit 81 Stimmen, I. Haustein mit79Stimmen, Carl Loos mit74Stimmen, Carl Schmitt mit 83 Stimmen, Carl Wenzel mit 79 Stimmen- neugewählt wurde Herr A. Scheyba. Durch das Loos wurde entschieden, daß Herr Carl Wenzel für diejenige Zeit (ein Jahr) zu fungiren hat, mit welcher die Thätigkeit des Herrn W. Demuth als Aufsichtsrathsmitglied abläuft. — Sechs Mitglieder, die ihren Verbindlichkeiten gegen die Gewerbebank nicht nachgekommen sind, wurden auf Antrag des Aussichtsrathes ausgeschlossen. — Die Jahresrechnung wurde genehmigt und dem Aussichtsrath Entlastung ertheilt. — Die Versammlung stimmte dem Anträge des Aus- sicktsrathes, den Mitgliedern 6pCt. Dividende aus den Betrag der am 31. Deeember 1890 eingezahlt gewesenen Geschäfts- amheile zu gewähren (iusgesammt Mk. 13550.88), dem Re- servesond Mk. 3347.58 und dem Beamten-PensionSfond Mk. 2000.— zu überweisen, zu. — Der Gewinn bei An- und Verkauf des Stieb er'scheu Hauses im Betrage von Mk. 2390.— wurde dem Aussichtsrathe zur Vertheilung nach Gutdünken an geschädigte Bürgen überwiesen. — Der Bericht über die nach § 89 des GenoffenschastsgesetzeS vorgeschriebene und von VerbandSdireetor Diehls in Cassel am 4. Mai vollzogene Revision der Gewerbebank constatirte, daß die Gewerbebank auch hinsichtlich ihrer inneren Verwaltung den Anforderungen entspricht, die von einer gut geleiteten Genoffenschaft erwartet werden. — Verhaftet wurden gestern: ein Taglöhner von auswärts wegen zweier begangenen Diebstähle (derselbe hatte es aus die Kleider seiner Mitarbeiter abgesehen); ein junger Bursche von hier, welcher seinen Eltern durchgebrannt und sich bettelnd in der Stadt Herumtrieb, und ein Mann, der beim Betteln abgesaßt wurde. — Sectionsbesuud. Bei der gestern Nachmittag erfolgten Seetion der am Sonntag aufgefunbenen Kindesleiche hat sich ergeben, daß das Kind lebensfähig war und gelebt hat- der Tod war durch Ersticken eingetreten und allem Anscheine nach durch ein in den Mund gestopftes Ende eines Taschentuches herbeigesührt worden. — Gerettet. Ein am vorigen Samstag unterhalb des Mäimerbades badender Schlosser von hier wurde vom Krampfe befallen. Aus seinen Hilferuf eilte Herr stud. Sartorius, welcher in einem Kahne fuhr, auf denselben zu. Er sprang n die Lahn und gelang es demselben nicht ohne Gefahr, den Untergegangenen zu retten. (Es sei an dieser Stelle daraus aufmerksam gemacht, daß es gefährlich ist, besonders für Nichtschwimmer, außerhalb des durch Stangen abgegrenzten Freibades zu baden. Unfälle, wie der oben miigetheilte und bezüglich des ertrunkenen Soldaten, kämen bet Beachtung der getroffenen Sicherheitsmaßregeln nicht vor. Red.) — Die Zweite Kammer der Stände wird Dienstag den 21. Juni, Vormittags */zl0 Uhr, zu ihrer 33. Sitzung zusammentreten. Auf der Tagesordnung stehen u. A.: Beratung über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Verleihung der Staatsdienereigen- chast an die ersten (Haupt-) Lehrer an acht erweiterten Handwerkerschulen des Landes- die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Gesetzentwurf, die Abänderung des Artikels 227 des Polizei st rasgesetzes betreffend. 8 Burkhards (Kreis Schotten), 13. Juni. Gestern wurde vom hiesigen Kriegerverein der Kameradschaft „Hassia" eine Fahnenweihe abgehalten. Es waren 17 auswärtige Vereine erschienen. Der ganze Ort war festlich geschmückt und verlies das Fest, von schönem Wetter begünstigt, zur allgemeinen Zufriedenheit. Der hiesige Ortspfarrer hielt die Weiherede. -ck. AlSseld, 13. Juni. Nur noch wenige Tage trennen unS von unserem dreitägigen Bezirkskriegersest, das in Verbindung mit dem Delegirtentag der „Kriegerkameradschaft Hassia" in unseren gastlichen Mauern gefeiert werden soll. Wie immer bei ihren Festen, so hat sich auch jetzt wieder die ob ihrer Gastfreundschaft weit und breit berühmte alte Heffenstadt trefflich gerüstet und rüstet noch emsig, die zahlreich zu erwartenden Gäste festlich zu empfangen und gastlichst zu bewirthen. Das Festcomits hat die umfassendsten Vorbereitungen getroffen, und baß reichhaltige Programm verspricht die vielseitigste Abwechslung. Die treffliche Musikcapelle des Jns.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn Krause bürgt für eine vorzügliche Ausführung des musikalischen Theiles. Aus dem reichhaltigen Programm wollen wir nur die Hauptpunkte erwähnen: 1. Samstag den 18. Juni: Schmückung des Kriegerdenkmals, Großes Militär-Concert, Großer Zapfenstreich- 2. Sonntag den 19. Juni: Weckruf, Verhandlungen im „Deutschen Kaiser", Concert auf dem Marktplatz, Festessen im „Deutschen Haus", Festzug, Festrede, Concert, Tanzmusik und Illumination auf dem Festplatze. 3. Montag den 20. Juni: Frühconcert aus dem Festplatze, Nachmittags Concert und Tanzmusik. Für fremde Gäste, namentlich solche, die Alsfeld lange nicht ober noch nie besucht, bietet die altertümliche, im steten Fortschritt begriffene, gewerbsreiche Stabt selbst viel bes Sehenswerten unb Interessanten. Unter Anberem wollen wir nur aus bas in gothischem Style erbaute unb renovirte Rathhaus, einem in biefer Art einzig noch erhaltenen Bau in ganz Deutschlanb, in bem unter anberen historischen Sehenswürbigkeiten ein Schwert Karl bes Großen aufbewahrt wird, Hinweisen. Mithin kann ein Besuch Alsfelds an seinem JMegerfefte nur warm empfohlen werden. § AlSseld, 13. Juni. Am verflossenen Donnerstag, Nachmittags 3 Uhr, sand dahier im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" die alljährlich stattfindende Versammlung der Großh. Bürgermeister des Kreises unter dem Vorsitz des Herrn Kreisraths v. Gr o Im an statt. Vollzählig nahmen die Bürgermeister des Kreises Theil an ' der Versammlung, welche Herr Amtmann Rach eröffnete. Zur Besprechung gelangten: 1. Die Ausführung des Arbeiterschutzgesetzes, insbesondere die Bestimmungen über die Arbeitsbücher unb die Beschäftigung von Arbeiterinnen unb jugenblichen Arbeitern in Fabriken - 2. Die Bestimmungen bes Jnvalibitäts- unb Altersversicherungsgesetzes über bie Gewährung der Jnvaliben- rente - 3. Die Versicherung der mit Unterhaltung der Wege re. beschäftigten Arbeiter bei der Tiefbau-Berufs- genossenschast, insbesondere bie Pauschalversicherung berselben- 4. Die Festsetzung ber ortsüblichen Taglöhne gewöhnlicher Tagearbeiter. 5. Verschiebene Punkte. Die Besprechung biefer Punkte von actuellem Werthe erregte allgemeines Interesse unb gab bie erwünschte Aufklärung unb Belehrung. Darmstadt, 13. Juni. Der Präsident ber zweiten Kammer ber Stänbe, Director Kugler in Offenbach, ist gestern Abenb 9 Uhr in Folge eines Schlaganfalls plötzlich verschieben. Als sein Nachfolger bürste Justizrath Weber von Offenbach Aussichten haben. Darmstadt, 13. Juni. Das von bem Schwurgericht bet Provinz Starkenburg gegen ben Schuhmacher Christian Kuh- michel aus Schierstein wegen Raubrnorbs, begangen an bem Lanbwirth Arndt von Mörfelden, am 24. März d. I. gefällte Todeöurtheil ist durch Verwerfung der hiergegen bei dem Reichsgericht eingelegten Revision re chtskr ästig geworden. Nachdem Se. König!. Hoheit der Großherzog am 11. d. M. Entschließung dahin getroffen haben, von bem Begnadigungsrechte keinen Gebrauch zu machen, hat bas Urtheil nunmehr zur Vollstreckung zu gelangen. Dieselbe steht unmittelbar bevor unb finbet im Hose bes hiesigen Provinzialarresthauses statt. vermischtes. * Berlin, 11. Juni. In Hamburg ist eine Dame von ’brei Italienern um 150,000 Lire italienische Rente bestohlen worben. Ein Privattelegramm bes „Berliner Tageblatts" bezeichnet als gestohlene Nummern bie folgenben: 6449 bis 6451, 47775 bis 47778, 52971, 54948, 71488. * Berlin, 13. Juni. Die Luftschifferin Bertha Carell-Großmann, bie gestern in Weißensee aus bem Luftballon mit bem Fallschirme sich nieberloffen wollte, ist abge stürzt, weil sich ber Schirm von ihr loslöste. Sie fiel in ben See unb ertrank. * Köln, 11. Juni. Wie bie „Köln. Ztg." vernimmt, beauftragte ber Minister bie Dlrection ber rechtsrheinischen Bahn, ben Bedarf an Locomotivkohlen für acht Directionsbezirke nunmehr aus freier Hand zu decken. * Bochum, 13. Juni. Durch einen Wagen, welcher gestern in den Zug ber hier feftfeiernben Turner hinein- fuhr, sollen zwei Personen getöbtet unb sechszehn verwundet worden fein. * Graudenz, 11. Juni. Der vom Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode verurtheilte Stromarbeiter Gustav Adolf Lange aus Glugowko wurde heute früh durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg hingerichtet. * Hamburg, 13. Juni. Der nach hier vorn Schwärzen Meere bestimmte Dampfer „Ariel" ist nahe der Insel Wight mit über zweitausend Tons Getreide gesunken. Der Dampfer „Lancashire", welcher den Ariel angerannt, landete die Mannschaft. * München, 11. Juni. Die Staatsbahndirection hat bie Giltigkeit ber RetourbilletS in ganz Bayern vom 15. bs. ab auf zehn Tage festgesetzt. Die Sonntage und Feiertage werben miteingerechnet. Die Local- unb Privatbahnen ftnb hierbei miteinbegriffen. * München, 11. Juni. Von ben im Bergwerk Hausham verschütteten Arbeitern würben bis jetzt fünf unverletzt gerettet. Der sechste macht sich burch starkes Pochen bemerkbar. * München, 13. Juni. Gestern Abenb um 9 Uhr ist ber letzte der verschütteten zwölf Bergarbeiter in Hausham, nachdem er 112 Stunden verschüttet war, noch lebend zu Tage gefördert worden. * Mannheim, 13. Juni. In Oberweiler erhängte sich der pensionirte Hauptmann Grundier, welcher seine Ehefrau ermordet hatte, im Gesängniß. ♦ Cannstatt, 13. Juni. Bei heftigem Gewitter schlug der Blitz in beide Mittelschulen ein, ohne zu zünden. Mehrere Kinder wurden beim panikartigen Hinausstürzen verletzt. ♦ WoriShofeu, 10. Juni. Herr Pfarrer Kneipp hatte gestern das Unglück, während er mit zwei Knaben auf dem Wege zur Sprechstunde scherzte, auSzugleiten und sich hierbei eine Verrenkung der Hüfte zuzuziehen, so daß der hochw. Herr in das Curhaus in Wörishosen gebracht werden mußte. Zwar versuchte, wie die „Augsb. Abenbzeitung" berichtet, Herr Pfarrer Kneipp die Sprechstunde abzuhalten, mußte jedoch in Folge der heftigen Schmerzen bald das Bett aussuchen. Wenn auch der Unglückssall zu weiteren Befürchtungen keine Veranlassung gibt, so ist doch derselbe auf baß Lebhafteste zu bebauern, zumal baß hohe Alter bes Herrn Pfarrers Kneipp eine recht große Schonung ersorbert. — Die Zahl ber Curgäste in Wörishosen beträgt zur Zeit circa 1800. * Prag, 14. Juni. Der Bergmann Havelka gestand, ben Branb bes Bergwerks in Przibram unvorsichtig verursacht zu haben. * 194 Kriegsminister. Spanien hat in biefem Jahrhundert, wie das „Militär • Wochenblatt" mittheilt, nicht weniger als 194 Kriegsminister gehabt, so daß auf jeden durchschnittlich eine Amtsbauer von noch nicht einem Halden Jahre kommt. Als eine nicht wieber vorgekommene Merkwürdigkeit wirb angeführt, baß General Prim baß Amt zwer Jahre lang befleibet hat. Aas Vorkommen von Viehseuchen in Hessen während bes Monats April 1892. Milzbrand wurde festgeftellt im Kreise Friedberg in Brüchen drucken am 2., in Rodheim v. d. H. am 5., in Wisselsheim am 2& und in Steinfurth am 28. April je bei einem creptrten Rinde. In Mainz wurde am 2. April ein geschlachteter Ochse als milzbran^ verdächtig beseitigt. ä .. Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Darmstadt- in Lorsch und Großhausen, Kreis Bensheim, in Ernsthofen uj £ Herchenrode, Kreis Dieburg, in Heppenheim, 'in Trais-Horloff u Langsdorf, Kreis Gießen, in den Orten des Kreises Alsfeld: Attc bürg, Eudors, Ltederbach, Unter-Sorg, Alsfeld, und Billertshaus') ferner in Selters und Wenings, Kreis Büdingen, inMombach,Kr Mainz, in Volxheim und Eckelsheim, Kreis Alzey, in Ober-Jnk^l heim, Kreiß Bingen, in Biebelnheim, Eimsheim und Hahnheim, Kreis Oppenheim, und in Alsheim, Kreis Worms. Die Seuche herrscht fort in Erfelden, BiebeSbeim und Btscho's Helm, Kreis Groß-Gerau, in Klein-Welzheim, Kreis Offenbach, lj Hopfgarten, Kreis Alsfeld, in L^ubenheun, Kreis Mainz, in Furlelv- und Flomborn, Kreis Alzey, in Guntersblum, Dalheim und Dexheim > Kreis Oppenheim.